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Full text of "Archiv pro přírodovědecký výzkum Čech"

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THE UNIVERSITY 
OF ILLINOIS 
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ERLÁUTERUNGEN 


ZUR 


ZŘEÍ, UNOVA KA BS SUD 


(ŽELEZNÉ HORY, 


UND 


DER ANGRENZENDEN GEGENDEN 1M ÓSTLICHEN BOHMEN 


VON 


J. KREJČÍ uND R. HELMHACKER 


THE LIBRARY OF THF 1981. 
APR 23 1938 
UNIVERSITY OF ILLINOIS 
(ARCHIV DER NATURW. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BOHMEN.) 


V. Band. Nro. 1. (Geolosische Abtheilung.) 


PRA 6. 
Commissions-Verlag von FR. 
1882. 


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| Ra Pe dll ie zu diesem Bande gehórige Karte erscheint im Laufe des Jahres 
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1883. 


ERLAUTERUNGEN 


KBOLOGIOURÉN KARTE DKO BLOBNUDDLNGKO 


(ŽELEZNÉ HORY) 


UND DER ANGRENZENDEN GEGENDEN IM OSTLICHEN BŮHMEN 


J. KREJČÍ up R. HELMHACKER 


1881. 


(ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTLICHEN LANDESDURCHFORSCHUNG VON BŮHMEN.) 


(V. BAND, NRO 1. GEOLOGISCHE ABTHEILUNG,) 


THE LIBRARY OF THE 
APR 23 1930 
UNÍIVERSIM OF il, puk 


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VORWORI. 


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Nach Vollendung unserer gemeinschaftlichen Aufnahmsarbeiten in der 
Mitte von Bóohmen, deren Resultat in der geologischen Karte der Um- 
gebungen von Prag und den sie begleitenden Erláuterungen niedergelegt 
sind, begannen wir im Jahre 1875 die detailirten Untersuchungen des 
bohmisch-máhrischen Plateau's, u. z. vor allem des nordlichen Randes der- 
selben, des sogenannten Eisengebirges, nachdem wir schon in den Jahren 
1873 und 1874 in einzelnen Parthieen desselben uns orientirt hatten. 


Die Aufgabe, die uns hiebei vor Augen schwebt, ist das Studium 
und die měglichst genaue geologische Aufnahme jenes grossen Urgebirgs- 
massivs, zu dem das bohmisch-máhrische Plateau und der Bóhmerwald 
gehort, wobei allerdings auch die stratigraphischen und tektonischen Ver- 
háltnisse der sich an das Urgebirge -.anschliessenden anderen Formationen, 
namentlich des Silurs und Carbons, der permischen und der Kreide- 
formation berůcksichtigt werden sollen. 


Leider blieb der Fortschritt unserer Arbeit weit hinter unserem 
© Wunsche zurůck, hauptsáchlich wegen der zu kurzen Zeit und wegen den 
zu geringen materiellen Hilfsmitteln, die uns jáhrlich zu Gebote standen, 
dann auch wegen der ungemeinen Mannigfaltigkeit und Abwechslung des 
geologischen Details. Wie die beiliegende geologische Karte zeigt, stellen 
wir aber dafůr ein ganz neues und gegen die frůheren, raschen, Cur- 
sorischen Aufnahmen ein úberraschend mannigfaltiges, geologisches Bild 
des untersuchten Terrains auf. 

Die bis jetzt (October 1881) vollendete Arbeit umfasst schon einen 
grossen Theil des ostlichen Bóohmens, námlich von Lysá, Neu-Bydžov und 
Kónigerátz im Norden bis Sedlčan und Humpolec im Sůden, und von der 


Moldau bei Kónigsaal und Verměřic im Westen bis an die máhrische Gránze 
im Osten. Die vorliegende Arbeit enthált blos die nordliche Zone dieses 
ausgedehnten Terrains (námlich die Blátter Časlau-Chrudim, Kóniggrátz- 
Elbe-Teinic-Pardubic, Hohenmauth-Leitomyšl der neuen Generalstabskarten 
im Maasstabe von 1:75000) und es wird sich, wie wir nun hoffen, an 
dieselbe die Veroffentlichung der anderen nordlicheren Zonen in moglichst 
rascher Folge anschliessen. 


Im November 1881. 


J. K. und KEE 


Orographische Einleitung. 


Das Eisengebirge umfasst jenen, weniger durch seine Hóhe und Aus- 
dehnung, als durch seine orographische Individualitát ausgezeichneten Gebirgswall 
am něrdlichen Saume des bohmisch-máhrischen Plateaus, welcher sich aus der 
Thalebene des Elbeflusses und aus dem Flachlande des óstlichen Bohmen, zwischen 
Elbe-Teinic in SO Richtung gegen Vojnoměstec erstreckt und ohne allmáhlige 
Vermittlung óstlich an der máhrisch-bohmischen Gránze mit dem Gránzgebirge 
sich vereinigt. Die Lánse desselben von WW nach 90 betrást, u. z. von Elbe- 
Teinic aus bis gegen Vojnoměstec, bis wohin námlich die Individualitát des Ge- 
birges noch ausgeprágt ist, etwa 65 Kmt. (16 Wegst). Die durchschnittliche 
Breite des Gebirgszuges betrágt etwa 15 Kmt. (3%/, Wegst.), obwohl dieselbe von 
NW gegen SO allmáhlich zunimmt. 


Das Eisengebirge bildet die Gránze zwischen dem Chrudimer Kreise im 
NO und dem Časlauer Kreise im SW. Die Endpunkte desselben liegen zwischen 
499 40" nordlicher geographischer Breite, wenn von Kreuzberg bei Vojnoměstec 
aus, wo es in das bohmisch-máhrische Gránzgebirge úbergeht, zu záhlen angefan- 
gen wird, bis etwa 509 5' n. B.: dann zwischen 339 bis 33“ 30" ostlicher Lánge 
von Ferro. 

Der bedeutendste Theil des Eisengebirges fállt auf das Blatt Zone 6, 
Colonne XIII, der neuen Gradkarte von Bóhmen im Maasstabe von 1 :75000 n. Gr. 
Dieses Blatt enthált die beiden Stádte Časlau und Chrudim, zwischen denen das 
Eisengebirge sich erstreckt. Im Blatte Zone 7, Colonne XIV [Polička-Saar (Žďár)] 
endet das Gebirge, indem es in das bohmisch-máhrische Gránzgebirge úbergeht. 
Ein ansehnlicher Theil desselben fállt noch in die SW Ecke des Blattes Zone 6, 
Colonne XIV (Leitomyšl-Hohenmauth) und ein geringer Theil in das NO-Eck des 
Blattes Zone 7, Col. XIII (Deutsch-Brod). Das NW Ende des Gebirges nimmt 

1* 


4 


im Blatte Zone 5 Colonne XIII (Elbe-Teinic, Neu-Bydžov-Kónigerátz) blos einen 
beschránkten Raum ein. | 

Hier sind nur die drei Blátter Časlau-Chrudim, Elbe-Teinic-Kónigerátz 
und Hohenmauth-Leitomyšl dem Texte beigegeben. 

Der vom Eisengebirge selbst eingenommene Raum důrfte, abgesehen von 
dem nicht genau bestimmten Abschluss desselben gegen die bohmisch-máhrische 
Gránze zu, in runder Ziffer etwa 800—900 [] Kmt. (15() Meilen) umfassen. 

Der Name des Gebirges, námlich Hisengebirge (Montes ferrei, Železné 
Hory) kómmt schon in alten Urkunden vor und růhrt offenbar von den ehedem 
in dieser Gegend betriebenen Eisensteinbergbau her, dessen Reste noch jetzt 
sůdlich von Heřmanměstec und am Fusse der Bergrůcken bei Vratkov und Žlebská 
Lhota angetroffen werden. 

Dieser Name gerieth allmáhlich in Vergessenheit, so dass in neuerer Zeit - 
fůr dieses doch so deutlich individualisirte Gebirge kein Collectivname sebraucht 
wird. Die Erneuerung der alten Benennung dieses Gebirges, die wir hier ein- 
fůhren, ist aber gewiss sowohl durch die Eigenthůmlichkeit des Gebirges selbst, 
als auch durch den historischen Werth des Namens gerechtfertigt. 


Das Břsengebirge tritt aus der flachen Gegend am rechten Ufer der Elbe 
bei Bělušic unweit Elbe-Teinic zuerst nur in flachen Hůsgeln von 250—260 m. 
Meereshóhe auf, und indem es erst in der Richtung von NW gegen SO allmáhlich 
an Hóhe zunimmt, schliesst es sich endlich an der bohmisch-máhrischen Gránze 
an die bis 725—800" hohen Gránzkuppen durch unmerklichen Úbergang an. 


Der Doubravkabach, der bei Ransko entsprinst, folet der Richtung des 
Gebireswalles, indem dieser Bach den steileren SW Abhane desselben begleitet 
und sich von diesem Abhange nur wenig u. z. hochstens bis auf 5"/, Kmt. ent- 
fernt.  Bei der Můndung der Doubravka in die Elbe durchbricht dieser Fluss 
das nordwestliche Ende des (rebirgswalles. 

An dem NO Gehinge des Eisengebirges entspringen die Ohebka (oder 
Chrudimka), so wie ihre Zuflůsse, námlich der Žejbrobach bei Chrast, der Holetínka- 
bach bei Žumberg und der Krouna- (oder Neuschlosser) Bach. 


Wie schon erwáhnt, nimmt mit zunehmender Hóhe in der Richtung von 
NW nach SO auch die Breite des Gebiroswalles zu. Bei Elbe-Teinic durchbricht 
die Elbe den Hůgelwall in der Breite von kaum 3 Km.; zwischen Kašparův Dolík 
und Chvaletic betrást die Breite mehr als 3 Km.; in der Richtung Semtěš-Choltic 
oder Licoměřic-Heřmanův Městec betráet die Breite aber schon 8 Klmt. und 
erweitert sich dann weiter zwischen Závratec-Chrudim schnell zu 17 Km., welche 
Breite auch der Gebirosmasse zwischen Libic, Nassaberg und Chrast zukoómmt. 
Zwischen Ždírec, Hlinsko und Skuč wáchst die Breite sogar bis zu 22 Km. an. 


5 


Das allmáhlige Ansteigen des Gebirgskammes von WW nach SO ergiebt 
sich aus folgenden Hóhenpunkten: 

Bei Bermnardov 265, Vedralka 300%, Bílá Skála bei Licoměřic 492", 
Stráň oder Železné hory bei Zbislavec 566"-, Bučina bei Kraskov 602, Kaňkové 
hory 560", Spálava bei Maleč 660", Vestec 666"-, die Hóhe bei Kladné 670" ; 
die folsenden Hóhen von 725—800" bei Svratka und Čikhaj gehoren aber schon 
dem bohmisch-máhrischen Gránzgebirge an. Der Anfang des Gebirges besitzt dem- 
nach an der Elbe nur Hůgelform, wáhrend in SO Verlauf desselben sich ansehnliche 
Bergrůcken und Hochfláchen entwickeln. 


Der Abfall des Gebirgswalles gegen SW, das ist gegen den Doubravka- 
bach und das Časlauer Flachland ist vom hěchsten Kamme an unvermittelt 
plótzlich und steil, wáhrend gegen das NO Flachland von Přelouč und Chrudim 
sanftere Abstufungen einen allmáhligen Úbergang vermitteln. Doch ist aber auch 
an dieser Seite die Individualitát des Gebirges gegenůber dem flacheren wellen- 
formigen oder terrassenartigen Terrain deutlich ausgeprást. 

Der von dem Doubravkabache begleitete steile SW Abhang des Gebirges 
wird nur von kurzen und wasserarmen Schluchten durchsetzt, so bei Semtěs, 
dann unterhalb der die Časlauer Gegend beherrschenden Burg Lichnice (Lichten- 
burg), wo zwei Schluchten, námlich die Lovětíner und die vom Goldbache (zlatý 
potok) bewásserte Třemošnicer Schlucht ausmůnden und sich beide durch steile 
Felsengruppen auszeichnen. Erst nach einem beinahe schluchtlosen Verlaufe des 
Gebirgsabfalles von mehreren Wegstunden kommen kurze, steil sich absenkende 
Thálchen bei Hoješín, Spálava, Kladrub wieder zum Vorschein. Lánger und mit 
mehr ausgesprochenem Thalcharakter sind die vom Gebiresrůcken herablaufenden 
Thalfurchen des NO Gebirgsabfalles. Solche zwei nicht tiefen, aber doch den 
verwickelten Bau des Gebirges theilweise entblóssenden Thálchen, sind das bei 
Stojic-Chrtník, welches bei Choltic ausmůndet, dann das schóne waldige Thal von 
Vápený Podol und Prachovic, welches unterhalb Kostelec bei Heřman-městec aus- 
miůndet; weiter das mit schrofferen Waldlehnen auftretende Thal von Citkov gegen 
Morašic; das felsige Thálchen von Deblov gegen die Ruine Rabstejnek und weiter 
noch das Thal von Šiškovic und Kuchánovic um die waldige Hůra herum, das bei 
Lhota můndet. Das bedeutendste Thal ist aber die von dem Ohebka- (oder Chru- 
dimka) Flůsschen bewásserte Terrainrinne, die in mannigfachen und vielfachen 
Krimmungen auf mehrere Wegstunden das Gebirge in der Mitte durchsetzt und 
malerisch abwechselnde felsige und waldige Thalbecken bildend endlich bei Sla- 
tiňan in das Chrudimer flache Land eintritt; besonders zeichnet sich dessen Ende 
bei der Mihle „Peklo“, dann unterhalb derselben bis Práčov durch malerische 
mit schónem Wald gezierte felsige Parthieen aus. 


Weiter čstlich folet die Žumberger Hauptschlucht. mit ihren drei oder 
vier Nebenschluchten, durch deren Vereinigung sie entsteht und unter Bitovan 
ins fAachere Hůgelland úbergeht. Die Schlucht von Prasetín gegen Chacholic, sowie 
die sich mit derselben verbindende Schlucht von Ranná-Leštinka nimmt in der 
Verengung und den rechtsseitigen senkrechten Uferwánden bei Podskalí bis Cha- 
Cholic einen eigenthůmlich reizenden Gebirgscharakter an. Die kůrzere Thal- 
schlucht von St. Anna bei Skuč gehórt nicht mehr dem eigentlichen Eisengebirge 
an; das lange Thal des Krounabaches (Neuschlosserbach) zwischen Krouna bis 
unter Richenburg gehórt aber noch dem Eisengebirge an, tiefer jedoch schon 
dem ostbohmischen Plateau. Die Thalschluchten bei Proseč liegen in ihren An- 
fángen schon im Systeme des bohmisch-máhrischen Gránzgebirges. 


Das Eisengebirge erscheint in doppelter Hinsicht deutlich individualisirt, 
und zwar namentlich im westlichen Theile, wo es aus dem Flachlande seines SW 
und NO Fusses rasch emporsteigt, und dann besonders an seinem SW Gehánge 
durch einen steilen Abfall sich auszeichnet; dann auch in anderer Hinsicht, da 
námlich auch der Gesteinscharakter desselben von den Gesteinen des Flachlandes 
sich wesentlich unterscheidet. Nur in der Náhe des bohmisch-máhrischen Gránz- 
gebirges verlieren sich diese beiden Merkmale um so mehr, je náher das Gebirge 
an die Gránze vorrůckt, wo endlich das Eisengebirge und das Gránzgebirge in 
einander úbergehen. 

Das Flachland am NÓ Fusse des Eisencebirces steigt gerade so wie der 
Gebireskamm allmáhlich in der Richtung von WW nach SO, also mit zunehmender 
Entfernang von der Elbeniederung gegen die Landesgránze an, trotzdem bleibt aber 
der Unterschied zwischen dem Eisengebirge und dem sanft welligen oder terassen- 
formigen Flachlande unverándert bestehen, wenn auch die Hóhe von 200“ an der 
Elbe bis 274" bei Heřman-městec, und 300" bei Luže, ja sogar bis 400" in der 
Terrainstufe bei Skuč ansteigt. 


Der SW Fuss des Gebirges wird durch eine 2 bis ber 10=* breite, lache 
Terrain-Depression begleitet, lángs deren tiefsten Stellen der Doubravkabach fliesst. 
Diese Depression hat theils die Gestalt einer Ebene, wie in VW, oder eines flachen 
Terrains mit unbedeutenden Hůgeln oder mit Hůgelstufen, wie es im 90 dieser 
Depression der Fall ist. Rechterseits wird diese Depression durch den steilen Rand 
des Eisengebirges begránzt, der sich ohne Vorstufen plótzlich erhebt, linkerseits 
aber geht sie durch allmáhlice Hůgelerhebungen in die welligen Hochfláchen des 
sidbohmischen Gneusgebietes iiber. Von Zaboř an der Elbe bis Libic ist diese 
Depression, abgesehen von einer Verengung zwischen Třemošnic und Jerišno, ganz 
deutlich ausgeprágt; von Libic an steigt sie stufenweise bis Ždirec an, und lásst 
sich dann nieder úber Kreuzberg und Vojnoměstec bis Polnička (Pelles) erkennen, 


T 


so dass in dieser Richtung das Eisengebirge von der sůdbohmischen Gneus- 
Hochfláche scharf abgesondert ist. Das Terrain steigt auch in dieser Depression 
allaáhlich von NW von der Elbe gegen SO an, wie der Gebirgskamm; denn bei 
Bernardov besitzt es die Hóhe von rund 210"“, bie Časlau 240=-; die hoheren dem 
Fusse des Eisengebirges sich anschmiegenden Stufen derselben erheben sich bei 
Ronov und Zavratec zu 280" steigen dann bei Bestvin zu 300"; bei Maleč 
erreicht die Depression schon die Hóhe von 400%; in der Ždirecer Thalfláche 
aber die Hóhe von 500" —550", 

Indem das Eisengebirge in derselben Richtung ebenfalls allmáhlich ansteigt, 
bleibt die relative Hóhe des Gebirges úber dem Doubravkabache im ganzen 
unverándert, nur bei Maleč wird sie merklich grósser, nimmt aber gegen die Grenze 
des Landes wieder ab. 

Der relative Hohenunterschied des Kammes des Eisengebirges ber der 
Časlau-Ždirecer Terraindepression betrágt bei Bernardov in runden Zahlen 70", 
bei Ronov (Časlau) 140"-, bei Bestvin 160", bei Maleč 260"-, bei Štěpánov wieder 
160" und bei Kreuzberg nur 80"“. 

Da in der Depression des Doubravkabaches, sowie auch im Chrudimer 
Flachland Alluvialbildungen vorherrschen, weiter aber in den flachen Hůgeln oder 
in den ebenen Terrainstufen die Kreideformation auftritt, und das orographisch 
so deutlich hervortretende Eisengebirge aber aus silurischen Schiefern und aus 
ebenso alten granitischen Gesteinen, theilweise aber auch aus laurentinischen 
Gneusen besteht, so ist auch in geologischer Hinsicht die Individualitát des 
Eisengebirges scharf ausgepráct. Die Gneuse des Eisengebirges, welche in SO 
desselben vorherrschen, vermitteln den Úbergang in das (Gneus-Gránzgebirge 
zwischen Bóhmen und Máhren, námlich in das Saarer Gebirge (Žďárské hory). 

Im folgenden Berichte sind die Resultate der Untersuchungen im Eisen- 
gebirge so eingetheilt, dass der erste allgemeinere Theil die gemeinschaftliche 
geologische Beschreibung dieses Gebirges; der zweite Theil aber die speciell von 
R. Helmhacker abcefassten Abschnitte ber die petrographische Beschaffenheit 
elniger Gesteine, dann úber das Vorkommen von beachtenswertheren Mineralien im 
Eisengebirge, welche nicht als Gesteinsgemengtheile vorkommen, und endlich als 
Anhang, die Beschreibung einiger Lagerstátten nutzbarer Mineralien umfasst. 


Poa ke L keV 


BESCHREIBUNG DER ALLGEMEINEN GEOLOGISCHEN VERHÁLTNISSE 


DES EISENGEBIRGES. 


Die geologischen Verháltnisse des Bisengebirges. 


Der Steilrand des Eisengebirges gegen die Časlauer Thalfláche, von der 
an gegen SW das sůdbohmische Gneusplateau beginnt, bildet eine scharfe Gránze 
des Gebirges. Auf dem Fusse des Šteilrandes liegen in der Richtung von NW 
nach SO die Ortschaften Zaboř, Podhořan, Třemošnic, Podhořic, Studenec, Kreuz- 
berg (Krucenburk) und Škrlovic. Am letzteren Orte ist aber der Úbergang des 
eigentlichen Eisengebirges in das bohmisch-máhrische Gránzgebirge (Saarer Gebirge, 
Žďárské hory) im geologischen Sinne schon entschieden, obwohl das orographische 
Merkmal des Eisengebirges, námlich sein Steilrand, sich bis hieher fortsetzt. Der 
angránzende Theil des siidbohmischen Gneusplateaus, SW vom Šteilabfalle des 
Eisengebirges, bildet die Basis oder den Liegendtheil des Eisengebirges und besteht 
aus laurentischen Gesteinen, die in der Thaldepression von Časlau, Bestvin, Libic, 
Kreuzberg bis nahe an Pelles (Polnička), also lánes des Laufes des Doubravka- 
baches bis zum Teiche Žďársko bei Pelles (dem Ouellbasin der Sázava) von flach 
liegenden terassenartigen Terrainstufen der Kreideformation, sowie von alluvialen 
Gebilden bedeckt werden. 

Das eigentliche Eisengebirge enthált im Liegenden, das unter dem eben 
angedeuteten Steilabfalle zu Tage tritt, gleichfalls laurentinische Gesteine. Dieselben 
lassen sich zwischen Elbe-Teinic bis Bestvin nur als ein enger Streifen verfolgen, 
von hier aus aber erweitern sie sich bedeutend, namentlich am Flisschen Ohebka, 
welches dieselben durchfurcht. Das óstliche Ende dieses Liegendzuges von lauren- 
tinischen Gneusen des Eisengebirges úbergeht in der Richtung der Verbindungs- 
linie Vojnoměstec-Proseč unmerklich in das bohmisch-máhrische Gránzgebirge, so 
dass sich hier eine scharfe Gránzlinie zwischen beiden Gebirgen nicht ziehen lásst, 
so deutlich auch das Eisengebirge in seinem WW Verlaufe individualisirt erscheint. 

Entweder unmittelbar auf dem laurentinischen Steilabfalle des Eisengebir- 
ges oder durch dazwischen eingeschaltete Granitstócke oder Granitmassive getrennt, 
folgen die untersilurischen (huronischen oder cambrischen) Gesteine, die gegen NO 
sich allmáhlich verfáchen und weiter nordlich unter dem flach gelesenen Plánerterrain 
des Kreidesystemes im Chrudimer Kreise verschwinden. Besonders bemerkenswerth 


„ erscheint das zwischen dem Laurentin und dem Silur eingezwánste Granitmassiv 


von Seč, Kamenic, Nassaberg, Žumberg, Skuč, da durch dasselbe der Zug des 
uuteren Silursystemes in zwei grosse Theile gespalten wird. Der Hauptzug des 


| Untersilurs zieht sich námlich von Elbe-Teinic bis Slatiňan, der davon durch 


12 


dieses Granitmassiv abgetrennte Theil aber bildet die grosse untersilurische (cam- 
brische) Schieferinsel zwischen Kreuzberg, Hlinsko, Skuč, Richenburg, die zwischen 
den Laurentingneus und zwischen das oberwáhnte Granitmassiv, sowie zwischen 
eine zweite aber nicht mehr zum eigentlichen Eisengebirge gehórende Granitmasse, 
námlich jene von Proseč, eingezwánst ist. 

Die Silurgebilde treten demnach im Eisengebirge in zwei getrennten 
Parthieen auf, und zwar als Hauptzug von Elbe-Teinic bis Slatiňan und dann als 
die Schieferinsel von Hlinsko-Skuč; beide werden durch das Nassaberger Granit- 
massiv von einander getrennt. Das Flachland des Kreidesystems zwischen Elbe- 
Teinic, Heřman-městec, Chrudim, Žumberg, Skuč, Richenburg, Proseč, sehmiest 
sich an die gegen NO flach abfallenitcn Lehnen des Eisengebirges an. 

Es enthált demnach die geologische Beschreibung des Eisengebirges folgende 
Parthieen: 1. Das anliegende Gneusgebiet des bohmisch-máhrischen Plateaus in der 
Richtung der Thaldepression des Doubravkabaches. 2. Das eigentliche Eisengebirge. 
3. Das Flachland des Kreidesystems NÓ vom Eisengebirge und 4. als Anhang 
die kurze Beschreibung der auf den Karten Elbe-Tejnic-Kónigerátz und Hohen- 
mauth-Leitomyšl noch befindlichen Gesteine, welche zwar nicht mehr an der 
Zusammensetzung des Eisengebirges theilnehmen, aber in den Rahmen des Karten- 
gebietes fallen. 


1. Das SW anliegende Gneusgebiet in der Richtung der Thal- 
depression des Doubravkabaches. 


In der Thaldepression des Doubravkabaches von Zaboř an bis gegen Pelles 
(Polnička) tritt vorherrschend Gneus auf und zwar verschiedene Varietáten .dieses 
Gesteines, nebstdem von untergeordneten Felsarten Amphibolitschiefer in con- 
cordanten Einlagerungen, dann Granite, Serpentine, Troktolite, Eklogite, Corsite, 
und auch Diorite als gang- oder stockfórmige remsh in abnormen Lagerungs- 
verháltnissen. 

Das Verfláchen der geschichteten Gesteine des Doubravkathales also der 
Gneuse und der untergeordneten Amphibolitschiefer, ist das námliche wie das 
der Schichten im Eisengebirge, indem das Streichen derselben parallel zur Rich- 
tung des Steilabfalles des Gebirges verláuft. Die Doubravka-Terrainfurche wáre 
demnach ein Lángenthal mit einem SW zum sůdbohmischen Gneusplateau sich 
allmáhlig, und einem zum Eisengebirge sich steil erhebenden NO Gehánge. Ob 
das breite Thal der Doubravka ein Erosions- oder ein Dislocationsthal ist, kann 
vorláufig bei dem Mangel jeder, eine genauere Ermittelung der Bildungsart der 
Depression ermoglichenden Entblóssung nicht nachgewiesen werden, da gerade 
die Thalsohle theils von Alluvien, theils von Schichten des Kreidesystems zum 
gróssten Theile bedeckt ist. Es sind úbrigens beide Entstehungsarten móglich, da 
die etwas leichter erodirbaren Gesteine des Thales sowohl fůr die Móglichkeit 
einer Erosion als auch einer Dislocation sprechen, fůr welchen letzteren Fall die 
tiefere Auswaschung durch die etwa in Folge eines Bruches erfolgte Lockerung 
des Gesteines hátte veranlasst werden kónnen. 


„A 


13 


Durchschnittlich geht das Streichen der Gneusschichten nach 10%,", das 
Verfláchen nach 4%/," mit 47'/,9 (aus 20 Beobachtungen); in einzelnen Gebieten 
aber weicht die Richtune des Verfláchens, sowie auch der Neigungswinkel der 
Schichten von dieser Mittelzahl bedeutend ab. Nur in der Náhe der boóhmisch- 
máhrischen Gránze bildet der sonst im Doubravkathale unverándert nach NO ver- 
fláchende Gneus auch antiklinale Biegungen, indem er dort nach der Gegenstunde 
verflácht. Das Verfláchen der laurentinischen Schichten in der flachen Kuppe 
Kamajka zwischen Neuhof (Nové dvory) und Chotusic betrágt 26“ nach 2",* (Mus- 
covitgneus); die Klippen im Dorfe Zbislav bei Bílý Podol (NO von Časlau) ver- 
fláchen nach 2'/,* mit 259—689; bei Starkoč nach 2'/,* mit 559 (Almandin fůhrender 
Biotiteneus); bei Mladotic (zwischen Mladotic und der St. Martinkirche, mit 449 
nach 4* (Amphiboleneus); W von Ronov am linken Doubravkaufer mit 309 nach 
41/,* (granatfihrender Muscovitglimmerschiefer); O von Mladotic mit 40“ nach 
5!/,», und náher gegen Mladotic zu mit 68“ nach 2*/,* (glimmerreicher Biotit- 
gneus); zwischen Ronov und Zvěstovic mit 329 nach 2" (Amphibolschiefer); „SO 
von Mladotic an der Wasserwehre nach 4';» mit 42“ (Granitgneus mit dicken 
Bánken); zwischen Libic und Lhotka mit 35% nach 6',*; von Lhotka N bei 
Malochlín mit 329 nach 6'/;" (lichter Biotitgneus, im Liegenden jedoch auch mit 
entgegengesetztem Einfallen); zwischen Vojnoměstec und Karlov (Libinsdorf) mit 
629, entgegengesetzt zur allgemein herrschenden Richtung des Verfláchens, also 
nach 17"/,* (schuppiger Gneus); am Bráuhaus bei Borová mit 75% bis 80%“ nach 
5'/,» bis 6"/,>, in Borová mit 589 nach 6'/,* (Biotitgneus); bei der Kirche von 
Borová mit 58? nach 6'/,* (Amphibolgneus), bei dem Dorfe Velké Losenice ober 
dem Friedhof mit 28“ nach 5'/,*, háufiger aber wie unter dem Friedhofe nach 
3%/,h mit 439 (Biotitamphibolgneusgranit); bei dem Kalkofen NON von Neudeck 
(in Máhren) mit 209 nach 20"/,*, also auch entgegengesetzt (Kalklager im kórnigen 
lichten Gneus). 

Der Gneus tritt als das herrschende Gestein der laurentinischen Formation 
in der Doubravka-Thalniederung erst von dem Hůgel Kamajka an, zwischen Cho- 
tusic und Neuhof in einzelnen flachen Kuppen auf, die aus dem Alluvium oder 
aus den flach gelagerten Schichten des Kreidesystems etwas hervorragen. Nordlich 
von Kamajka werden nur diese jingeren Gesteine, die hier das Gneusgebiet 
bedecken, angetroffen, wáhrend sůdlich vom Kamajka- Hůgel die Kuppen des 
Gneuses und von anderen laurentinischen im Gneuse untergeordnet eingela- 
gerten Gesteinen um so háufiger und in desto grósseren Parthieen, besonders in 
den Bachthálem vorkommen, je weiter man sich gegen SO entfernt. Ebenso ist 
das linke Ufer das Oisvkakaché welches aber nicht mehr in das Gebiet der 
Karte fállt, da wo es sanft ansteict, aus Gneus gebildet. Von Moravan an in der 
Richtung gegen S bildet der Gneus schon zusammenhángende Fláchen, da die 
úberlagernden Gebilde des Kreidesystems hier abgewaschen sind. 

Die Varietáten des in der Doubravkathal-Depression auftretenden Gneuses 


sind die folgenden: 


Muscovitgneus;  derselbe ist schuppig schiefrig und tritt nur im Kamajka- 
hůgel und am Hůgel Rambousek, N und SO von Časlau auf; in ganz unterge- 
ordneter Menge mit dem schuppig schiefrigen Biotiteneuse und mit ebenso unter- 


14 


geordneten Turmalin fihrenden Gneus wechsellagernd in ks klippigen Hůgeln 
von Zbislav. 

Biotitgneus; derselbe ist hier das gewohnlichste Gestein.  Bei Zbislav, wo 
er klippige Hůgel bildet, ist er kleinschuppig schiefrig, mit der Schieferung mach 
parallel laufenden biotitarmen mittelkórnigen Gneusschlieren. Hier fůhrt derselbe 
Almandin in grosser Menge in bis faustgrossen Stůcken; nebstdem ist gemeiner 
Granat auch an zahlreichen anderen Orten in diesem Gneuse háufig eingewachsen. 
Schuppig schiefrige důnnplattige Gneuse sind auch bei Lhotka unweit Malochlin 
zu finden, wo selbst auch lichte biotitarme Varietáten vorkommen. 

Sehr háufig ist der flasrige Biotiteneus, welcher durch Úbergánce mit 
der vorigen plattigen Varietát verbunden ist. Aus demselben bestehen die schroffen 
malerischen Schluchten an der Doubravka bei Chotěboř; die Karte zeigt úbrigens 
die grosse Verbreitung dieser Gneusart. Der flasrige Biotitgneus wird stellen- 
weise sehr glimmerreich und ist dann immer granatfihrend, so dass er dadurch 
ein Mittelelied zwischen Gneus und Glimmerschiefer darstellt. Diese Varietát 
findet sich namentlich in der Umgebung von Vilímov, wo sie stellenweise Auarz- 
linsen einschliesst, und SW von Borová ausserhalb des Kartengebietes, das ist am 
Gradkartenblatte Deutsch -Brod (Německý Brod). In der Richtung S von Mladotic 
und Třemošnic bis gegen Malejov etwa wird der Biotitgneus sehr grobbánkig, mit 
undeutlicher Schichtung und halb granitisch; er ist als Granitgneus auf der Karte 
ausgeschieden und bildet einige Klippen von granitartigem Habitus, die am W 
Fusse der Kaňková hora aus den Schichten des Kreidesystems hervorragen. Ganz 
untergeordnet und zwar nur S von Ronov im linken Doubravkaufer findet sich ein 
Muscovitelimmerschiefer-Gneus, also ein Mittelding zwischen Gneus und Glimmer- 
schiefer. 

In der Náhe des bohmisch-máhrischen Anáno oalirás scheint der gemeine 
fasrige Biotiteneus in einen schuppigen oder schuppig Úlasrigen licht gefárbten 
Gneusgranit, der das vorherrschende Gestein des Saarer Gebirges (Žďárské hory) 
(Gránzgneusgranit) bildet, zu úbergehen. Sámmtliche Hóhen des Gránzgebirges W 
und O von Škrlovic und Čikhaj (Máhren), so die Tisůvka, Žáková hora ete. bestehen 
aus diesem lichterauen ziemlich plattigen  Gneuseranit, welcher sowohl Biotit 
als Muscovit, jedoch beide in ziemlich untergeordneter und wechselnder Menge 
enthált, wodurch dann schuppige oder schuppie fasrige Varietáten entstehen. — 
Sámmtliche Gneusvarietáten des eigentiichen Eisengebirges úndern sich gegen die 
Landesgránze zu auch in diesen schuppigen oder schuppig flasrigen lichtgrauen 
Gneusgranit (Gránzgneusoranit) um. 

Dieser schuppige Muscovit-Biotiteneus, in welchem bald die eine oder die 
andere, immer untergeordnet auftretende Glimmerart etwas mehr in den Vorder- 
grund tritt, bildet auch máchtige Lagerstócke in gewohnlichem Biotitgneus, mit 
dem jedoch dann eine allmáhlige Verknůpfung stattfindet. Dieser Gneus bildet 
wie an der bohmisch-máhrischen Gránze so auch in Bóhmen selbst granitáhnliche 
Kuppen oder an Granit erinnernde Mauern, welche aus aufeinander geháuften 
Blócken bestehen. Wegen dieser Eigenschaft in platte Blócke, deren Plattung 
mit der Schieferung des Gneuses in keinem Zusammenhange steht, zu zerfallen, 
haben diese Gneuskuppen eine Ahnlichkeit mit Granitbildungen. Zu Mauern © 


15 


und Klippen angeháufte Blócke sind auch an dem Berge Blaník bei Louňovic 
ausserhalb unseres Kartengebietes anstehend, sonst aber auch an der Tisí skála 
zwischen Golčův Jenikov und Časlau, dann aber auch S von Uhelná Příbram, wo 
der schuppige Gneus jedoch ein Biotiteneus ist, háufig. Die stark Muscovit- 
háltigen schuppigen Gneuse dieser letzteren Kuppen enthalten durchwegs Tur- 
malin selbst in fingerdicken Krystallen. 


In der Umgebung von Gross-Losenic hart an der Gránze unseres Karten- 
gebietes ist der Biotitgneusgranit auch amphibolháltig, desshalb auf der Karte als 
Biotit-Amphibolgneusgranit ausgeschieden. 


Amphibolgneus von kórnig schiefriger Textur und deutlicher Schichtung 
mit stellenweise zahlreichen bis wallnussgerossen Granatkórnern findet sich suť 
entblósst in dem Thaleinschnitt der Doubravka S von Ronov. Eine kleinere Parthie 
ist bei Heřmaň a d. Doubravka zu finden. Derselbe enthált wie die mikroscopische 
Analyse zeigt, ansehnliche Mengen von Plagioklas. Durch Hinzutreten von Biotit 
úbergeht er in Biotiteneus, welcher indessen in demselben auch zwischengelagerte 
Schichten bildet. Der sehr deutlich geschichtete Amphibolsneus zeigt innerhalb 
gewisser, aus abwechselnden Lagen von weissen Gemengtheilen (Orthoklas, Plagio- 
klas, Auarz) bestehenden Streifen die mit dunklen Amphibolstreifen wechsellagern, 
plótzlich Biegungen und Knickungen, die auf locale Ver- Fig. 1. 
schiebungen innerhalb einer Lage in einer Schicht hin- 
deuten, wie es die fig. 1. zeigt. Schiefriger Amphibol- 
gneus, ebenfalls etwas weniges Biotit enthaltend, ist 
in Borová verbreitet und stellenweise sehr grobstánelic, 
also gestreckt. Unter der Kirche von Borová sind Pyrrho- 
tineinsprengungen an diesem Gesteine zu bemerken. 


Amphibolschiefer tritt im Gneuse als untergeordnetes geschichtetes Gestein 
in der Richtung Zehušic-Žleb-Hostačov auf; ob in einem zusammenhángenden 
Zuge, oder in einzelnen, langgezogenen lenticularen Schichtenzůgen, wie es wahr- 
scheinlicher ist, lásst sich nach dem Augenscheine nicht náher bestimmen, weil der 
Zusammenhang des Zehušicer und Žleber Vorkommens, wegen den ůberlagernden 
Alluvionen nicht nachgewiesen ist. Der Amphibolschiefer besteht nicht immer blos 
aus vorherrschendem Amphibol und untergeordnetem Auarz in deutlich eben- 
schiefriger Textur, sondern er zeigt auch kleine nesterfórmige Ausscheidungen von 
Ouarz oder von weissem Orthoklas wie bei Markovic (unweit Žleb), wodurch er 
den Úbergang in Amphibolgneus vermittelt, welche beiden Gesteine von einander 
úberhaupt durch keine schárferen Gránzen geschieden sind. 


In dem Amphibolgneuse, der im glimmerreichen Biotiteneus zwischen 
Kněžic und Zvěstovic auftritt, sind einzelne Schichten von Amphibolschiefer so 
-zahlreich eingelagert, dass hier die Entscheidung schwer zu treffen ist, ob das 
Gestein als Amphibolgneus oder als Amphibolschiefer zu bestimmen sei. Bei 
Markovic und an dem eben angefiihrten Orte finden sich im Amphibolschiefer 
© parallel zur Schieferung so zahlreiche Epidotschnůre, bis beinahe von der Dicke 
eines Fingers, dass derartige Amphibolite auch als Epidot-Amphibolitschiefer 
bezeichnet werden kónnten. 


16 


Bei Horka zwischen Časlau und Golčův Jenikov ist der deutlich ge- 
schichtete Amphibolit gestreckt. Bei Neudorf (Nová ves) SO von Vilímov wird aber 
der steil einfallende Amphibolit oder Amphibolgneus, in welchem Auarz nur in 
parallelen Lagerschnůren vorkómmt, durch bis 1% máchtige Gánge von Biotit- 
und Turmalinpegmatit durchsetzt. 


In recht bedeutender Menge findet sich Amphibolit und Amphiboliteneus 
im Thale des Závěrovkabaches; er erscheint auf der Karte des Eisengebirges 
Zone 6 Col. XIII nur mit einem kleinen Theile bei Hraběšín SSW von Krchleb, 
wo das Einfallen der Schichten, die Epidotlagen enthalten, im Mittel nach 19'/,* 
309 betrást. : 

Auch Lager von krystallinischem Kalk findet man in dem Gneuse, jedoch 
ziemlich selten; so bei Hostačov, námlich vom Dorfe am rechten Bachufer, und 
zwischen Pelles (Polnička) und Kalkofen bei Neudeck (in Máhren); das letztere 
Vorkommen ist eigentlich schon dem bohmisch-máhrischen Gránzgebirse angehórie. 
Bei Hostačov důrfte das Lager eine nicht bedeutende Máchtigkeit haben, da die 
Steinbriiche in demselben schon etliche Jahre gánzlich aufgelassen sind.*) Bei 
Neudeck aber, wo der Kalkbruch eine gróssere Tiefe hat, wechsellagern im Han- 
genden kórniger, lichterauer Gneus mit Kalkbánken, in denen bláulichgraue 
Streifen zum Vorschein kommen. Stellenweise ist das Lager als Cipollin ent- 
wickelt, da es Muscovitschuppen eingewachsen enthált. Die aufgeschlossene Máchtig- 
keit von 8" entspricht keineswegs der eigentlichen Máchtigkeit des Lagers, da 
dessen Liegendes nicht entblósst erscheint. 


Eruptivgesteine, wie Granit, Diorit, Corsit durchsetzen gang- oder stock- 
formig die laurentinischen Gneusschichten, jedoch trotz dem háufigen Vorkom- 
men doch nur in untergeordneter Weise. 


Lichtgrauer Gneusgranit findet sich nur im Gebiete des Gránzgneuses bei 
Pelles (Polnička); Granitpegmatit aus weissem Orthoklas, lichtrauchgrauem Guarz 
und Biotitbláttern bestehend, nur bei Ronov unter der Korečník-Můhle. 


Grauer Granit, ein Biotiteranit mit weissem Orthoklas, bildet im Bereiche 
des bohmisch-máhrischen Gebirges bei Račín einen ansehnlichen Stock im Gránz- 
gneuse; weniger bedeutende Gangstocke oder máchtigere Gánge werden S von 
Borová und W von Peršikov, bei Vestecká Lhota angetroffen. Das bedeutendere 
Massiv von grauem Granite von Hutě (W von Ransko) důrfte zum Rand des 
grósseren Granitmassives von Benátek gehóren, das von Kohoutov an unter der 
Ždirecer Kreideniederung bis hieher sich fortsetzt. Die Granitmasse, die auf 
der Karte als grauer Granit ausgeschieden ist, ist eigentlich ein Netzwerk 
von verschiedenen Gesteinen; so von grauem Gneusgeranit, dessen unvollkommen 
schiefrige Varietáten háufig an der Gránze der Eruptivgesteine auftreten; dann 
von grauem Granit, von Biotitamphibolgranit, von Amphibolgranit und Syenit, 
welche Granitvarietáten sich in mannigfacher Weise gegenseitig durchsetzen. 
Ausserdem treten hier aber auch Diorite als Gangdurchsetzungen auf, ja man 
trifft auch schwache Gánge von Corsit an, so dass bei dem so vielfachen Gesteins- 
wechsel sámmtliche Varietáten auf die Karte gesondert nicht aufgetragen werden 
konnten. 


17 


Rother Granit, das ist ein mittelkórniger Biotiteranit, in dem der fleisch- 
rothe Orthoklas die Fárbung bedingt, setzt in schwácheren Gangstócken (oder 
máchtigeren Gángen) den Gneus durch, so zwischen Mladotic und Pařížov, 
zwischen Malejov und Spačic, und es sind nur die máchtigeren dieser Vorkómm- 
nisse auf der Karte verzeichnet. Ein weniger máchtiges Massiv trifft man zwischen 
Bílek und Střižov (SO Chotěboř) an.. 


Der rothe Granit bildet dann auch einen Contactstock zwischen Diorit 
und Amphibolgranit einerseits und zwischen flasrigem Biotitgneus andererseits, 
und zwar O von Slavětín und Peršikov (bei Ransko). Zahlreiche Apophysen des 
rothen Granites durchsetzen den áussersten, spáter noch zu beschreibenden Ring, 
der die ebenfalls weiter unten erwáhnten Troktolit- und Corsitkránze um die 
Serpentinmasse der Waldkuppe von Ransko umhůllt. Nur erlaubt die Bewaldung 
nicht immer die richtige Erkennung und Deutung der Granitgánge in dem áusseren 
Diorit- und Amphibolgranitkranze. 


Merkwůrdig ist der porphyrartige rothe Gneusgranit, der hier gleichfalls 
als Contactstock auftritt (O Slavětín, O Peršikov) und den regellos kórnigen, 
mittelkórnigen rothen Granit zu vertreten scheint. Der ziemlich kórnige rothe 
Granit hat, weil er als Gránzbildung auftritt, eine gneusgranitartige Textur, 
nebstdem aber enthált er daumengrosse Orthoklase von weisser oder rothlicher 
Farbe porphyrartig ausgeschieden. 


Úberhaupt sind in der Gegend von Borová, nahe an dem Serpentinmassiv 
von Ransko die. Gneuse von zahlreichen, wenig máchtigen Lager- und echten 
Gángen oder von blossen Gangklůften und Gangtrimmern durchschwármt, wobei 
aber doch der Gneus so vorherrscht, dass diese Gánge ganz untergeordnet bleiben. 
Am Wege von Borová nach Vepřové sieht man an zahlreichen Stellen lagergang- 
artige Trimmer des Granites. 


Gneusgranite. Dieselben sind schon in der Gruppe der Gneuse angefiihrt 
worden, doch gehóren sie hierher. Das als Gránzeneusgranit benannte schuppige, 
undeutlich schiefrige Gestein des Saarer Gebirges (Žďárské hory) důrfte eruptiver 
Entstehung sein, demnach trotz der Lagerung in zum Gneuse parallelen Bánken, 
doch zum Granit gehóren. Diese Gránzgneusgranite greifen nur wenie in das 
eigentliche Eisengebirge ein und werden daher erst spáter in unseren náchstfoleen- 
den Publicationen, bei der Beschreibung des bohmisch-máhrischen Grinzgebirges 
erórtert werden. Ebenso sind die Biotitgneusgranite und Amphibolbiotitgneus- 
granite, die ebenfalls schon frůher bei den Gneusen aus der Ursache angefůhrt 
wurden, weil ihre Plattung und Schieferune parallel zur Schichtune jenes Gneuses 
streicht, mit dem sie in Contact treten, eruptiver Entstehung. Auch diese, namentlich 
bei Losenic verbreiteten Gesteine, berůhren den Rahmen des Eisengebirges nur 
wenig und werden daher erst bei der Beschreibung des Blattes Deutschbrod ein- 
gehender geschildert werden. Es konnte hier jedoch nicht unerwáhnt bleiben, 
-dass diese gneusartigen Gesteine trotz der an Schichten erinnernden bankweisen 
Absonderung dennoch eruptive Lager oder Decken sind und demnach der Granit- 
gruppe zugezáhlt werden můissen, trotz der parallel ausgeschiedenen Glimmer- 
schuppen oder Amphibolprismen. 


18 


Diorite gehůren in der Terraindepression des Doubravkabaches im mitt- 
leren Theile derselben zu den selteneren Erscheinungen, indem man nur W von 
Biskupic in der Bachschlucht einen Dioritgang entblósst findet. Dafůr treten sie 
aber in dem Massiv der Ranskokuppe als dusserster Kranz um den Corsitring 
auf. Hier sind dieselben von zahlreichen Gángen von Amphibolgranit, wohl auch 
von rothem Granit durchsetzt; aber wegen der Bewaldung, die eine náhere Erken- 
nung der Gesteinsgránzen nicht zulásst, konnte hier eine gesonderte Ausscheidung 
beider Gesteine in der Karte nicht vorgenommen worden, weshalb alles als Diorit 
verzeichnet erscheint. Éinzelne stockfórmige Gánge dioritischer Gesteine begleiten 
das Stockmassiv von Ransko, und eine solche Masse ist auch zwischen Borová 
und Peršikov eingezeichnet. 

Eines der merkwůrdigsten Gesteine im Gebiete des Eisengebirges ist der 
Corsit. Derselbe tritt im Doubravkathale in bedeutenden Massen auf. Ein bedeuten- 
der Gang des Corsits streicht von der heil. Kreuzkirche (S von Ronov) am rechten 

Fig. 2. Doubravkaufer von NNW nach S90, indem er unter- 
NO 1:10000.— Doubravka. sw halb von Mladotic die Doubravka durchsetzt und hinter 
dem bestandenen Mladoticer Maierhofe sich auskeilt. 
7 s i „, (Wg. 2.) Nordlich tritt in der Richtung des Gangstrei- 
Gnens —— Oorsit Amph.-Gn. chens eine kleinere Masse S von Ronov in den Schichten 
des Kreidesystems und sůdlich im angeschwemmten Lehm auf, námlich NO nahe bei 
Moravan zum Vorschein. Der Corsit ist kórnig, im sůdlichen Theile grosskórnig, 
so dass stellenweise bis beinahe handgrosse Stiicke von ziemlich reinem kórnigen 
Anorthit aus demselben herausgeschlagen werden kónnen. Bei der heil. Kreuz- 
kirche aber (S) ist derselbe schiefrig kórnig, wohl wegen der nahen Gránze 
mit Gneus. | 

In sehr bedeutender Menge findet sich der Corsit in der Gestalt eines 
bis 800—900 Schritt breiten Kranzes um die ganze Waldkuppe bei Ransko, in- 
dem dessen áusserer Kranztheil sich an dioritische Gesteine, der innere aber an 
olivinháltice Gesteine (Troktolite) anlehnt. (Gegen innen zu nimmt der Corsit 
Olivin auf und vermittelt so den Úbergang in Troktolit. OS vom Ransko, da wo 
derselbe in der Náhe des unteren Theiles des Řekateiches verwittert und halb 
aufgelóst erscheint, wird er deckenartig von erdigem Limonit bedeckt. Dieser 
Limonit ist offenbar durch die Zersetzung desselben entstanden, da er durch 
Adern und allmáhlige Veránderung des Gestelnes in denselben úbergeht. Die 
náheren, den Corsit betreffenden Bemerkungen, werden in der petrografischen 
Abtheilung erláutert; die das Erz betreffenden Angaben aber sind im Anhange 
enthalten. 

Innerhalb des Corsitkranzes liegt noch ein Kranz von 7roktolit, eines Olivin- 
gesteines (mit Anorthit, Bronzit und Diallag) von ziemlich wechselnder Zusammen- 
setzung, das gegen den Corsit zu in denselben úbergeht, gegen den SŠerpentin 
aber, der den Kern der Kuppe bildet, beinahe ganz in diesen sich umbildet. 
Auch auf dem Troktolite, u. z. auf einer schon in den Serpentin úbergehenden 
Varietát desselben, findet sich erdiger oder oolithischer Limonit in Deckenform, 
mit einzelnen schartigen Boden-Unebenheiten, die aus einem noch nicht zu Limonit 
umgewandelten Gesteine bestehen. Dies bezieht sich namentlich auf den S und 


o 


19 


- O Abhang der Ranskokuppe, wo auch Pyrrhotin- und Pyrit-háltige Diorite in Gang- 


| 


| 


form auftreten. 

Ein gaaz ahnliches Troktolitgestein findet sich in dem Mladoticer Corsit- 
gange gegeniiber der St. Martinkirche. 

Serpentin bildet den Kern der Waldkuppe bei Ransko und wird daselbst 
durch Troktolit umfasst, aus dessen Zersetzung er entstanden ist. Scharfe Gránzen 
zwischen Serpentin und Troktolit bestehen demnach nicht. Der mittlere Durch- 
messer des etwas ovalen Serpentinkernes der Kuppe důrfte 2 Km. betragen. Auch 
am Serpentin finden sich an gewissen Stellen Decken von erdigem Limonit, dessen 
Entstehung offenbar aus Serpentin herzuleiten ist. Der Anhang wird darůber das 
Náhere enthalten. 

Auch im Gneuse, also ausserhalb der Kuppe von Ransko, findet sich 
Serpentin in Form von schwachen Gángen, so am rechten Bachufer beim Bráu- 
hause in Borová, dann in Lagerstócken in Železné Horky und bei Bělá; jedoch 
liegen letztere Vorkómmnisse schon zu weit ausserhalb des Rahmens der Karte, 
und fallen auf das Kartengebiet von Deutschbrod. Ebenso ist auch der Corsiteang 
von Mladotic im Dorfe selbst u. z. knapp unterhalb der Můhle im rechten Ufer 
von einem kleinen, kaum 200 Schritte breiten Massiv von Serpentin begleitet. 

Ein echter Lagerstock von Serpentin im Biotitgneuse zwischen Eklocit 
im Liegenden und Amphibolschiefer im Hangenden eingebettet, findet sich zwischen 
Borek und Kraborovic, SÓ von Vilímov. Der zur Schichtung des Gneuses parallel 
plattenfórmig abgesonderte Serpentin, in der Máchtigkeit von 120—130" und 
einer bedeutend grósseren Lánge dem Štreichen nach, bildet ein sehr instructives 
Beispiel von der concordanten Einlagerung dieses Gesteines im Gneuse. 

Der Eklogit tritt hier nur als ein ganz untergeordnetes Gestein auf, 
indem es im Liegenden des eben erwáhnten Serpentines zwischen Borek und Kra- 
borovic (oder Zdanic) ein etwa 100 Schritte máchtiges Lager bildet. Dieses Eklo- 
gitlager hat eine ziemlich deutliche Schichtune und besteht aus bis wicken- 
grossen Granatkórnern und meist sehr feinkórnigem bis dichtem licht grasgrůnen 
Amphibol, stellenweise auch aus grasgrůnem kleinstengligem Amphibol. Das 
Gestein ist von bedeutender Festigkeit und wird an seinem klippigen Ausbisse 
von losen Blócken mit narbig abgewitterter Oberfláche begleitet. Das Liegende 
des Eklogites bildet flasriger Biotiteneus, wáhrend das Hangende aus Serpentin 
besteht. Das Verfláchen sowohl des Gneuses als des Eklogites betrágt 809 nach 2',". 

Die Thalniederung des Doubravkabaches ist von horizontalgeschichteten 
Gesteinen des Krečdesystems ganz oder zum Theil ausgefůllt, indem spátere Aus- 
waschungen die in diesem Terrain abgelagerten Schichten zerstórten. Im Gebiete 
der Elbeniederung finden sich nur Alluvien, welche theils das Kreidesystem, theils 
den von derselben durch spátere Abwaschung entblóssten laurentinischen Unter- 
grund bedecken. 

Am rechten Elbeufer in der Fortsetzung des Doubravkathales bilden 
Kreidegebilde die niedrige Terasse, welche von Lžovic gegen Jelen sich hinziehend 
am letzteren Orte den terassenartigen Charakter verliert. In dem eigentlichen 
Doubravkathale begleiten die Schichten dieser Formation den Steilabfall des Eisen- 
gebirges von Zaboř (Station Elbe-Teinic) úber Bernardov bis Horušic als ein nicht 

2*Ť 


20 


breiter Streifen. Von hier an erweitert sich dieser Štreifen bedeutend, und es 
treten auch einzelne flache Inseln der Kreidegesteine aus den jůngeren Anschwem- 
muncen hervor, oder kommen an den Aachen Ufern des Čáslavka- und Klenárka- 
baches zwischen Gneus und Lehm zu Tage, so namentlich in der Richtung der 
Bachthálchen von Cirkvic úber Třebešic, Časlau gegen Drobovic. Hauptsáchlich 
aber sind diese Gebilde am rechten Doubravkaufer verbreitet, wo sle in immer 
hoheren, ganz flachen Stufen ansteicen, je mehr sie sich dem Steilabfalle des 
Eisengebirges náhern. Am breitesten ist der Zug bei Žleb, denn da reicht er der 
Breite nach von Licoměřic bis Žleb, also auf 6 Km. ohne alle jingere Bedeckung, 
setzt sich aber noch linkerseits der Doubravka unter der Lehmbedeckune fort. 
Von Žleb-Ronov tritt in der weiteren SO Fortsetzung des Streifens des Kreide- 
systems abermals eine bedeutende Verengung seiner tafelartigen Fláchen ein, u. z. 
erreicht dieselbe am Fusse der Kankové Hory zwischen Bestvín und Třemošnic 
ihr Minimum von "/„ km. Mit nur geringer Breite setzen die flachen Štufen am 
Steilabfalle des Eisengebirges von Bestvín úber Rostein, Chuchle, Čečkovic, Lhota, 
Maleč, Lány, Lhůta, Kladrub fort, doch so, dass zwischen Maleč und Libic, wo 
der Hradišťberg einen weit erkennbaren Tafelbere bildet, abermals eine Aus- 
breitung stattfindet, die nach den tafelartigen Fláchen weithin  sichtbar ist. 
Nach einer abermaligen Verengune bei Štěpánov tritt eine tafelartige Erweiterung 
bis Bílek und Malochlín auf, von wo der Zug tiber Studenec, Kohoutov, Kreuz- 
bere, Vojnoměstec, Karlov und noch etwas. darůber sich ausdehnt und das Šteil- 
gehánce des Eisengebirges noch einigermassen andeutet, so dass er bei den Teichen, 
durch welche die in dieser Gegend entspringende Doubravka hindurchfliesst, sein 
Ende erreicht. 

Wie úberall in Bohmen, besteht das Kreidesystem auch hier aus cenomanen 
und turonen Schichten, das ist aus Ouadersandsteinen und Plánern. Die tieferen 
Sandsteine (Ouader) sind theils von den Plánern bedeckt, und treten nicht immer 
ganz deutlich zu Tage, besonders da, wo ihre Máchtigkeit gering ist; theils treten 
ste auch, wo námlich die jůngeren turonen Glieder weggeschwemmt sind, als 
zerbrockelte Sandsteine, das heisst als lockere Sande oder Schotter auf, und 
kónnen von flůchtigen Beobachtern leicht mit Alluvial- oder Diluvialgebilden ver- 
wechselt werden. 

Die tiefere Auaderstufe oder die Perucer Schichten, námlich das unčere 
Cenoman, eine limnische Bildung, trifft man als zerbrockelten Sandstein, also 
als Sand und Schotter in den tiefsten Lagen der Kreideschichten an, so bei Vrdy, 
Vinař, bei dem Ronover Teiche und in den Gehángen des Hostačovkathales und 
seiner Nebenthálchen von Žleb angefangen ber Biskupic, Kamenný Most gegen 
die Eisenbahn-Station Golčův Jenikov, bis in die Náhe der Stadt selbst, dann bei 
Hostačov und Zvěstovic. Hier bedecken Lehme die letzten Reste der zerfallenen 
Schichten, die sich noch auf ziemlichen Hóhen ausbreiten. Solche zerbrockelte 
und vor spáterer Abschwemmung geschůtzte Reste finden sich noch westlich von 
Golčův Jenikov zwischen Podmok und Nová ves, bei Ostružno, dann bei Maleč, 
am W Fusse des Berges Hradiště bei Libic, wo namentlich der Zusammenhang 
dieser losen Sande mit den wenig festen, den Fuss des Hradiště bildenden Sand- 
steinen gut erkennbar ist. Zwischen Podmok, Vlkaneč und Nová ves (W von 


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Golčův Jenikov) bestehen die allertiefsten, auf Gneus aufruhenden Lagen aus 
einem lichtgrauen, sandigen oder sandig glimmerigen Thone, der vordem gewiss die 


- Beschaffenheit eines sandigen Schieferthones hatte, und auf ihm liegen lose zer- 


bróckelte Gebilde, die offenbar nichts anderes sind, als zu Šchotter zerfallene 


- Gonglomerate und Sandsteine. Die Gerólle des Schotters bestehen aus bis apfel- 
- grossen, halbdurchsichtigen oder weissen Auarzstůcken. Die bedeutendste Máchtigkeit 


dieser theilweise spáter abgeschwemmten weissen Schottermassen betrást an den 
Bahneinschnitten bei Kozohled bis 4" 

Solche zerfallenen Reste der tiefsten cenomanen Schichten sind hier úberall 
von Lehm begleitet, so dass derselbe vielleicht als Vertreter der allertiefsten 
thonigen Lagen.zu betrachten ist. Der Lehm ist von gelbbráunlicher Farbe und 
lásst stellenweise seinen Ursprung noch erkennen, da er kleine lichte Guarz- 
gerólle enthált. 

Es gibt noch mancherlei solcher Lehme mit Ouarzceróllen auf den Gneusen 
zwischen Časlau und Roth-Janovic, und zwischen Golčův Jenikov und Habern, 
allein dieselben sind wegen ihrer verháltnissmássie geringen Máchtigkeit auf die 
Karte nicht aufgetragen worden. Dieselben důrften die allerletzten noch nach- 
weisbaren untersten Schichten der limnischen Stufe des Kreidesystemes darstellen. 

Dort, wo auf den Schottern der Perucer Stufe Lehmlagen ausgebreitet 
sind, verdanken dieselben ihren Ursprung den zerfallenen, mergelig sandigen 
Schichten der obercenomanen oder Korycaner Stufe. 

Bei Maleč fůhren die liegendsten Schichten, námlich die zu Thon und 
Letten zerfallenden Schieferthone, sowie die losen Sande auch Brocken von Limonit 
und versteinerte Strůnke, welche als Palmacites varians Gópp. bekannt sind. 

Die Fortsetzung der Sandsteine und ihres zu weissem Sand oder Schotter 
zerfallenen, abgeschwemmten Randes lásst sich úber Libic, Bezděkov, Lhotka 
Hořilová verfolgen; bei Podmoklan sind dieselben von Rasen und Ackererde beinahe 
ganz verdeckt, sie werden aber durch die reichlich aus denselben entspringenden 
Ouellen angedeutet. Erst wieder auf der Kuppe von Ransko finden sich ein- 
zelne schwache Lagen von lichtgrauem lettigem Thone, die als zufállig nicht 
weggeschwemmte letzte Reste der tiefsten zerfallenen Schieferthonschichten zu 
deuten sind. 

Das linke Ufer des Teiches Řeka, das ist der óstliche Fuss der Ransko- 
Kuppe besteht aus losen Sanden; der Rand der tafelartigen Kuppen, unter welchen 
der Zufluss des Řekateiches (Doubravka) sich windet, wird aber von Sandsteinen 
gebildet, die in den liegenden Schieferthonen W von Hluboká, Nester von zu 


 schwarzer Braunkohle umgewandelten Strůnken fiůihren. Auch SO von Vojnoměstec 


breiten sich derartige Sandsteine aus, und es wurde in denselben an der Strasse 
zwischen Vojnoměstec und Karlov, auf Nester von schwarzer Braunkohle geschůrít. 
Diese Sandsteine folgen nun dem Laufe der Strasse, von welcher sie W liegen, bis 
an die Ufer des Teiches Velké Žďársko, nur sind dieselben um so mehr zer- 
brockelt und zerfallen, je sůdlicher man sie antrifft. Die liegenden lettigen Schiefer- 
thone bilden úberhaupt eine schwache Lage. in der ganzen Teichniederung des 
Velké Žďársko, und da sie kein Wasser durchlassen, so sind sie die Ursache 
der hier máchtig entwickelten Torfbildune. 


Sůdlich vom Teiche Velké Žďársko treten noch einzelne letzten Reste von 
Letten (weissen Thonen) oder weissen Sanden auf, und sind offenbar die letzten 
Ausláufer der tiefsten cenomanen Schichten, die also beinahe bis Pelles (Polnička) 
sich erstrecken. 

Die náchst hóheren marinen obercenomanen Sandsteine oder Korycaner 
Schichten, bilden die Terasse von Lžovic, westlich am rechten Elbeufer; lángs 
des Doubravkathales aber ziehen sie sich als ein enger Štreifen von Zaboř 
(Station Elbe-Teinic) bis Kašparův Dolík, indem sie sich an den Šteilabfall des 
Eisengebirges anschmiegen, dann aber von turonen Schichten bedeckt, nur in ein- 
zelnen kleinen inselartigen Streifen zwischen dem laurentinischen Steilabfalle und 
der Plánerdecke, insofern sie bis zu demselben reicht, zum Vorschein kommen; 
so etwa WW von Semtěš, in Podhořan, zwischen Podhořan und Licoměřic. Hier 
úberall sind die Sandsteine leicht zerbrockelich, etwas grůnlich gefárbt, mit Aus- 
nahme des rechten Elbeufers, wo dieselben ein kalkiges Bindemittel und ziemlich 
zahlreiche Versteinerungen besitzen. Auch bei Žehusic finden sich diese Sandsteine 
am Fusse einer unbedeutenden Plánererhóhung. 

Ebenso treten diese Sandsteine in dem rechten Ufer des Časlavkabaches 
zwischen Drobovic und Časlau, sowie in der geringen Bodendepression von Filopov 
(bei Časlau) auf. In der Náhe von Gneuskuppen, wie bei der Kamajka (N von 
Časlau) oder bei Zbislav sind die Korycaner Schichten theils als kalkige Sand- 
steine oder Kalksteine, theils als mergelige Thone entwickelt, auf denen Reste von 
abgeschewmmten Pláner vorkommen; sie enthalten in den Spalten und sackartigen 
Vertiefungen des Gneusgrundes zahlreiche Versteinerungen, meist Ostreen. 

Von Vinice úber Vinař bis Žleb und von da, nach theilweiser Be- 
deckung von Lehm, erscheinen diese Schichten wieder bei Biskupic und Ronov, 
von wo sie sich unter die heil. Kreuzkirche bis Třemošnic fortsetzen und den 
Fuss der Pláner Terrainstufe bilden. Bei Ronov (heil. Kreuzkirche), sind die Sand- 
stejne wieder sehr kalkig und enthalten zahlreiche Versteinerungen von Exogyra 
columba, Cidaris vesicularis, Ostreen und andere. 

In der Hostačovkaschlucht, dann na Písku (Sand) NNO von Golčův Jenikov 
sind úber den zu Sand zerfallenen Perucer Schichten stellenweise auch noch Reste 
von grůnlichen wenig Zusammenhang besitzenden Korycaner Sandsteinen bei Žehub 
und Biskupic zu sehen. 

Einzelne abgerissene Fetzen von obercenomanen Schichten finden sich 
auch zwischen Sirakovic und Golčův Jenikov, dann zwischen dem Dorf Nasavrky 
und Klášter (bei Vilímov). Doch bestehen hier diese Schichten aus diinnplattigen 
sandigen glaukonitischen Plánermergeln, welche theils an die Malnicer Sandsteine 
(Glaukonitsandstein), theils an echte Pláner erinnern. Die echten Pláner enthalten 
nie Sandkórner bis zur Erbsengrósse, wie solche wenn auch nicht vorherrschend, 
in diesen glaukonitischen Mergelplatten vorkommen. 

Von Třemošnic bis Heřmáň finden sich diese Sandsteine am Fusse der 
Plánertafelfiáchen entweder gar nicht vor oder sind sie so wenig máchtig, dass 
ste sich der Beobachtung entziehen. Von Heřmaň an aber begleiten sie den Fuss 
des Plánerplateaus ber Maleč, Hranice, Libic, Štěpánov, Odranec, Podmoklan, 
Branišov, Bílek und lánes der Eisenbahn von Bílek nach Nová Ves, hinter welcher 


23 


© sie unter dem Alluvium verschwinden. Weiter erscheinen diese Sandsteine noch SO 
I von Vojnoměstec und umfassen die Plánerkuppe vom Teiche Řeka an bis gegen 
Radostín. *) 

Die zweite Stufe des Kreidesystems oder das unterste Turon, durchgehends 
aus Plánern bestehend, ist am meisten entblósst. Diese Štufe úberlagert von Sulovic 
an die Korycaner Sandsteine, stosst aber bis auf die wenigen oben schon erwáhnten 
Ausnahmen unmittelbar an den laurentinischen Steilabfall des Eisengebirges an, 
indem die Schichten des Pláners gegen denselben zu staffelfórmig sich erheben. 
Úber das linke Doubravkaufer setzen die Plánerschichten nur an wenigen Orten 
ber, so bei Žehusic und Bezděkov (bei Štěpánov), und zwar an beiden Orten nur 
als diůnne Plattenůberreste.  Auch am Rouzeníberge bei Nové Dvory (Neuhof, S 
von Heřmáň) bildet der Pláner von der Hauptmasse derselben abgesondert, eine 
kleine Insel. Úber Radostín setzen die Plánerschichten nicht weiter fort, obzwar 
die Reste des Untercenomans noch auf eine weitere SO Entfernung von 5 Kilom. 
sich erstrecken. 

Sámmtliche Plánerbánke sind horizontal gelagert, und wenn auch in der 
Terasse bei Kubíkové Duby ein Verfláchen der Bánke gegen das Eisengebirge, 
also nach NO, bei Kreuzberg aber vom Eisengebirge weg, also nach SW bemerkt 
wird, so ist diese Erscheinung doch sehr beschránkt und blos lokal und es kann 
daraus keineswegs ein Schluss auf eine nach der Kreidezeit erfolgte Hebung des 
Eisengebirges gezogen werden. Im ersten Falle ist es námlich eine blos lokale 
unbedeutende Abrutschune der Schichten; im zweiten Falle wiederholt sich das 
so oft nachgewiesene und durch Unterwaschungen veranlasste Einfallen von sonst 
horizontalen Schichten an steilen Gehángen. 

Die tieferen gelblichen, hóchst feinsandigen Mergel, welche als Pláner 
bezeichnet werden und stellenweise, so allenfalls in der Umgebung des Hradiště- 
Berges bei Libic Versteinerungen enthalten, bilden die Hauptmasse der turonen 
Gesteine. Nur die obersten Lagen, wie dieselben von Předhoř bis Kladruby, dann 
von Malochlín bis nahe gegen Ždírec sich ausbreiten, sind etwas fester und 
haben einen mehr sandigen Habitus. Sie enthalten wenn auch winzig kleine, so 
doch zahlreiche punktfórmige Kórnchen von Glaukonit. Diese oberturonen glau- 
konitisch sandigen Pláner werden hier wegen ihrer etwas bedeutenderen Festig- 
keit als Baustein verwendet. Der bedeutendste Steinbruch ist bei Horní Studenec 
und bei Ždírec in denselben eróffnet. Diese oberen Plánerbánke von sandig glau- 
konitischem Charakter sind etwa Vertreter der nur local auftretenden sogenannten 
Malnicer Schichten oder des unteren Mittelturon. Da die tieferen Plánerbánke, 
wenn sie etwas aufgelóst sind, ebenfalls wenig Wasser durchlassen, so finden sich 
auf denselben an entsprechenden Stellen, so bei Kreuzberg oder zwischen Zbislav 
und Dolní Bučice *) auch Anfánge einer Torfdecke, die aber auf den unterceno- 
manen Letten bei Radostín viel besser gedeiht. 

Die jungen Bildungen werden als Alluvionen, Lehm und Torf unterschieden. 

Altere Alluvionen sind Schotter u. z. weisse Ouarzschotter von nicht be- 
deutend grossem Korne. Dieselben finden sich auf dem Gehinge von Lžovic an 
der Elbe, das die Fortsetzung des Steilabfalles des Eisengebirges bildet. Dieselben 
stammen jedenfalls aus der Elbe, und es ist gar nicht nothig spátere Hebungen 


24 


derselben anzunehmen, da bei Elbe-Teinic durch die hervorragenden festeren 
schiefrigen Gesteine eine bedeutende Elbestauung stattgefunden haben musste, in 
Folge deren der ehemals hóhere Flusslauf in recenter Zeit solche Alluvial- 
schotter auch auf solchen hóheren Stellen abgesetzt hat. Das Material dieser 
Schotter stammt meistens von jenen unter- oder obercenomanen Šchichten her, in 
deren Náhe sie sich noch vorfinden. 

Ahnliche Schotterablagerungen trifft man auch im Haine Libuše bei Nové 
Dvory (Neuhof), dann bei St. Katharina und St. Nikolaus an u. z. auf turoner 
Unterlage; dann O von Třebešic und bei Kalabásek, sowie am Brslenkabache bei 
Časlau; an beiden letzteren Orten theilweise von Lehm bedeckt und den Pláner 
úberlagernd. Etwas áhnliches ist auch bei Starkoč W und Loučic zu beobachten. 
Auch hier gehóren diese Schotter zu Alluvialbildungen, da sie noch beinahe im 
Inundationsgebiete der Báche liegeu und als von SO angeschwemmte Schichten 
sich erkennen lassen, deren ursprůngliche Lagerstátten die cenomanen Sandsteine 
waren. Der Lehm ist spáter erst darauf geschwemmt worden. Die Máchtigkeit 
der Schotterbánke ist nicht bedeutend und betrágt nur Bruchtheile eines Meters 
oder nur wenige Meter. 

Die feinen weissen alluvialen Sande sind nichts anderes, als zerbróckelte 
und abgeschwemmte cenomane Sandsteine, in deren Náhe oder auf welchen sie 
sich noch vorfinden. Sie sind im Gebiete des obercenomanen Štreifens von Zaboř 
bis Zařičan, dann von St. Katharina bis Chotusic, verbreitet also so zu sagen 
noch innerhalb des Inundationsgebietes der aufgestauten Elbe. 

Im Žehusicer Parke findet sich auch Kalktuff als junge Bildung und ver- 
breitet sich von Dammerde úberlagert bis Zařičan; er enthált zahlreiche Geháuse 
von Sumpfschnecken. Gegen Vyčap zu werden diese Kalktuffe ganz locker und 
mergelig. 

So wie die fruchtbaren Alluvionen, dann die Sande und auch Schotter 
nahe an der Elbe vorherrschen, so ist wieder etwas entfernter von der einstigen 
Můndung des Doubravkabaches in die Elbe der Lehm sehr verbreitet, u. z. bildet 
er von Cirkvic an bis Golčův Jenikov eine ununterbrochene Decke, die meist am 
linken Doubravkaufer abgelagert ist, sich selten auch in einzelnen Parthien am 
rechten Ufer vorfindet, und aus der nur wenige Kuppen álterer Gesteine ein 
wenie hervorragen. Dieser Lehm findet sich auch noch sůdlicher, jedoch nur 
in weniger ausgedehnten Decken, so bei Nová Ves (Neues Dorf), Bezděkov und 
In unbedeutenden Mengen auch an anderen Orten. 

Der Lehm ist eigentlich nur dort zu finden, wo jetzt noch Gebilde des 
Kreidesystems vorkommen, die er, u. z. sowohl den Pláner als auch die ceno- 
manen, oft schon zu Gries zerfallenen Sandsteine bedeckt, oder wo einst Schichten 
des Kreidesystems abgelagert waren. Dieser Lehm důrfte demnach nicht als ein 
eigentliches Anschwemmungs-, sondern als ein Eluvialgebilde aufgefasst werden, 
dessen Bildune durch die Auflósung von thonigen Gebilden des Kreidesystems 
veranlasst wurde. Nur an tieferen Stellen ist der Lehm als ein wirklich ab- 
geschwemmtes und wieder abgesetztes alluviales Material, u. z. entweder auf 
geneigten Flichen (Geháncelehm) oder in Ebenen auf secundárer Lagerstátte zu 
finden. Derjenice Lehm, der Schotter, u. z. auf Plinern aufruhenden Schotter 


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25 


bedeckt, ist wirklich secundáres sedimentáres Gebilde, wáhrend andere Lehme 


„wirkliche Eluvien darstellen, die aber wohl auch etwas ihre Lage verándert haben 


konnten. — 

Das Gebiet der Teiche, wo der Doubravkabach und die Sázavaguellen sich 
ansammeln, also von Ransko bis Pelles (Polnička) enthált Torfdecken.  Dieselbén 
setzen einen nicht wasserdurchlássicen Grund voraus, u. z. entweder einen schon 
etwas aufcgelósten Pláner, wie es bei Ždírec, Kreuzberg und Zbislav der Fall ist; 
oder das Vorhandensein der tiefsten lettigen Schieferthonlage der untercenomanen 
Sandsteine, wie dies im Gebiete der Niederung des Teiches Velké Žďársko (S Vojno- 
městec) zu beobachten ist. 

Unter dem Stádtchen Kreuzbere, auf den Wiesen, hat der Torf nur eine 
ganz unbedeutende Máchtigkeit, indem daselbst unter "/„" Wiesenalluvialerde 
nur */;>- Torf, dann '," lettiger Schotter folgen, in welchem letzteren das Bach- 
bett ausgewaschen ist. Dieser Torf ist demnach auf der Karte nicht aufgetragen. 

Wohl aber ist die Radostíner Torfdecke an den Ufern des Teiches Velké 
Žďársko von Bedeutung, da sie daselbst in den oberen Ausláufern bei Panská 
Bída und Doubravník die Máchtigkeit von mehreren Metern besitzt und gestochen 
wird. Im dem Torfe finden sich nebst geringeren Kráuterstengeln auch Baum- 
strůnke der noch jetzt an moorigen Stellen wachsenden Sumpfkiefer (Pinus uligi- 
nosa) mit zu Fichtelit umgewandeltem Harz. Die seitlichen Ausláufer der Torf- 
decke gehen unter den Wiesengrůnden ziemlich hoch. Unter dem Žďárskoteiche 
zieht sich die Torfdecke bis gegen Polnička (Pelles) hin. 

Auch an einigen flachen Stellen des Gneusterrains finden sich schwache 
Torfdecken, so etwa bei Račín, Vepřík, Skřivánek (SO von Borová). 


2. Das eigentliche Eisengebirge. 


Der steile Rand des Eisengebirges ist aus denselben laurentinischen Ge- 
steinen zusammengesetzt, wie die dasselbe begleitende Doubravkathalniederung. 
Da die Gesteine des Steilrandes nach NO verfláchen, so bilden sie das Liegende 
des ganzen Gebirges, in dessen Hangendem dann die untersilurischen Gesteine 
folgen. Von Elbe-Teinic an bis zur Ruine Lichnic, bildet das Laurentin des 
Steilrandes einen verháltnissmássig nicht breiten Streifen, der von WW nach S0 
streicht und abgesehen von den jingeren granitischen Eruptivgesteinen, die sich 
eng an denselben anschliessen, nur die unbetráchtliche Breite von */„—1 Km. 
besitzt; mit Hinzufigune der Eruptivgesteine aber betrást die Breite 2'2—9 
Km. Sámmtliche, auf diesem laurentinischen liegenden Streifen aufgelagerten 
untersilurischen (oder cambrischen) Gesteine verfláchen auf der Strecke von Elbe- 
Teinic bis Lichnice gleichfalls nach NO und sind daher scheinbar concordant dem 


Laurentin aufcelagert. 


Anders verhált es sich jedoch in jenem SO Theile des Eisengebirges, 


- dessen Steilrand von Lichnice (Kaňkové Hory) bis Kreuzbere sich erstreckt. Hier 


nehmen die laurentinischen Gesteine eine bedeutendere Breite ein, indem sie 
sammt den in denselben eingelagerten Eruptivgesteinen jůngeren als laurentinischen 


26 


Ursprungs, sich gegen O sehr schnell ausbreiten, und die Umrisse eines Dreieckes 
annehmen, dessen Spitzen durch die Orte: Ruine Lichnice, Kreuzberg und Chrast 
angedeutet sind.  Wáhrend die Breite dieser Gneus-Granitmasse des Steilrandes 
der SO Fortsetzung des Eisengebirges von Lichnice bis zur Landesgránze bei 
Lichnice nur 33 Km. misst, nimmt sie zwischen Kreuzberg und Chrast bis auf 
etwa 25 Km. zu. 

Die Gránze zwischen Laurentin und Cambrien (Untersilur) láuft von Elbe- 
Teinic bis Lichnice (Zbislavec) von NW nach SO, von da an aber wendet sie 
sich in óstlicher Richtung úber Skoranov, Rtejn, bis gegen Škrovád, wo sie unter 
Gebilden des Kreidesystems sich verbirgt. 

In dieser Parthie des Silurs, die eine óstlich verlaufende sůdliche Gránze 
besitzt, ist die Lagerung gegenůber dem allerdings nicht in direktem Contact mit 
demselben auftretenden Laurentin eine discordante, was auf bedeutende Disloca- 
tionen hindeutet. 

Erst in der weiteren SO-Fortsetzuna des Eisengebirges treten unter- 
silurische Gesteine in der Schieferinsel Kreuzberg, Hlinsko, Skuč, Richenburg 
wieder auf; sie werden beinahe durchwegs von Granit umschlossen, wáhrend nur 
das mehr gegen O anstehende Laurentin die čstliche Begránzung bildet, und 
theils noch zum Eisengebirce, theils aber schon zum bohmisch-máhrischen Gránz- 
gebirge gehórt. 

Diese bedeutende Richtungsveránderung der Silurgránze von Lichnice 
(Zbislavec) nach Ost, sowie das Auftreten der Schieferinsel bei Hlinsko, die 
jedenfalls einmal mit der Silurmasse des NW Theiles des Eisengebirges zu einem 
Ganzen vereinigt war, wurde von dem Granitmassiv bewirkt, das jetzt zwischen 
beiden Silurgebieten (námlich dem des NW Eisengebirges und der Silurinsel) 
eingezwángt ist und dessen Mitte etwa das Stádtchen Nassaberg (Nasavrky) ein- 
nimmt. Die einst zusammenhůngenden Schichten des Silurs wurden durch das 
Hervortreten der Nassaberger Granitmasse auseinander getrieben und dabei in 
ihre gegenwůrtige dislocirte Lagerune gebracht, und zwar in der Silurinsel bei 
Hlinsko mit steil stehenden Schichten, in der anderen grósseren so dý mit 
antiklinalen und synklinalen Schichtenstellungen. 

Da nun zwischen Elbe-Teinic bis Lichnice das Untersilur SO mit einem 
NO Verfláchen streicht und scheinbar concordant auf dem Laurentin aufruht, 
zwischen Lichnice bis Škrovád aber die Silurschichten bei meist óstlichem Streichen 
vorwiegend nach S verfláchen und durch die Nassaberger (Granitmasse stark 
dislocirt sind, so muss zwischen dem normal gelagerten NO streichenden Silur 
und dem nach O streichenden eine Linie des Bruches oder wenigstens der Biegung 
vorhanden sein, von welcher an die dislocirende Kraft des emporgetriebenen 
Nassaberger Granitmassives seine Wirkung ausůbte. 

NW von dieser gewaltigen Bruch- oder Biegungslinie sind die Schichtei 
des Silurs normal gelagert, das ist von NW nach SO streichend, óstlich davon 
aber haben sie das Streichen von W nach O. 

Diese Bruchlinie, so sicher deren Vorhandensein auch behauptet werden 
kann, lásst sich aber doch nicht mit der wůnschenswerthen Schárfe in der Natur 
nachweisen, und zwar theils desshalb, weil im Silur des Eisengebirges tiefe und 


M SOE 


21 


ganz deutliche Entblóssungen nur stellenweise auftreten und demmnach die Beo- 
bachtung erschwert ist, und dann auch desswegen, weil zu diesem Úbelstande noch 
der Umstand hinzutritt, dass dieser Bruch eigentlich keine scharfe Bruch- oder Ver- 
werfungsspalte bildet, sondern einen Parallelzug von kleineren Dislocationen, durch 
welche der Úbergang der normalen in die stark dislocirte Lagerung vermittelt 
wird. Jedenfalls war die durch die Terrainverháltnisse erschwerte Beobachtung das 
grósste Hinderniss bei dem Studium dieses Terrains. Nichtsdestoweniger kann als 
vermuthliche Richtung dieses Bruches, zu dessen beiden Seiten die Lagerungs- 
verháltnisse so bedeutend verschieden sind, die Linie oder besser ein System von 
Verschiebungslinien in der Richtung Licoměřic-Zbislavec gegen Chotěnic angegeben 
werden. Bis zu dem Zuge dieser Bruch- oder Verschiebungslinien hat sich also 
die verschiebende Wirkung des Nassaberger Granitmassivs geáussert. 


In Folge davon hat auch das Laurentin NW von dieser Linie eine geringe 
Breite (Elbe-Teinic-Lichnice), wáhrend es Ó von dieser Linie eine bedeutende 
Breite und die Dreieckform (Lichnice, Kreuzberg, Chrast) erhált. 

Ausser dem Silur kommen im Eisengebirge nur ganz unbedeutende isolirte 
Reste jingerer Formationen vor. — 

Die nachfolgende Beschreibung des Eisengebirges enthált folgende Abschnitte : 
a) Das Laurentin des Šteilgehánges des Eisengebirges von Elbe-Teinic bis Lichnice 
und die Eruptivgesteine in demselben. b) Das Laurentin zwischen den beiden Silur- 
gebieten des Eisengebirges, námlich zwischen Zbislavec-Škrovád und der Silurinsel 
von Hlinsko, sammt den in demselben eingelagerten Eruptivgesteinen. c) Das 
Laurentin O von der Hlinsko-Silurinsel, das theilweise schon dem bóhmisch- 
máhrischen Gránzgebirge angehóort. ď) Das Silur von Elbe-Teinic bis zum Haupt- 
bruch (Zbislavec-Chotěnic). e) Das Silur vom Hauptbruch bis Slatiňan. /f) Die 
Silurinsel bei Hlinsko. g) Jůingere Formationen auf dem Laurentin und Silur des 
Eisengebirges. Die Eruptivgesteine sind trotz ihrer im Vergleich mit dem Laurentin 
jůngern Bildungszeit doch so innig mit den geschichteten áltesten Gesteinen 
verknůpft, dass es am zweckmássigsten erscheint, dieselben in Verbindung mit 
dem Laurentin zu beschreiben. 


a) Das Laurentin des Steilgehánges des Eisengebirges von Elbe-Teinic 
bis zur Bruchlinie und die in demselben auftretenden Eruptivgesteine. 


Das Steilgehánge des Eisengebirges gegen das Doubravkathal nimmt nur 
einen verháltnissmássig engen Streifen des Laurentins ein und hat von Elbe- 
Teinic bis Lichnice die Lánge von etwa 30 Kilometer. 

Es enthált hier Glimmerschiefer von mittlerem bis kleinem Korne und 
Amphibolschiefer, aber auch Gneus und obwohl untergeordnete, doch stellenweise 
ziemlich máchtige Massen von Eruptivgesteinen, namentlich Granit. 

Das Verfláchen der Schichten, wiewohl vorherrschend nach NO ist doch 
an verschiedenen Stellen etwas wechselnd. Am linken Elbeufer zwischen Zaboř bis 
Kojic betrágt es in den verschieden geschichteten Gesteinen 409 nach 1* im Mittel 
(schwankend von '„* bis 1%/,* mit 35—459); an der Vedralka geht das Verfláchen 


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nach 1; mit 55; in Šemtěš nach 2?/;"-; ober Podhořan nach 4'/5* mit 559 
(zwischen 2';—5';" mit 45—064? schwankend); unter Bílý Kámen 2*/,». mit 559; 
in der Třemošnicer Schlucht bei Hedwigsthal endlich geht das Verfláchen nach 
354" mit 45), 


Als der NW Anfang des Eisengebirges kann jene unbedeutende Kuppe S 
von Bělušic angesehen werden, welche sich von da gegen Lžovic und Elbe-Teinic 
bis zum rechten Elbeufer fortsetzt. Das Gestein derselben ist Biotitelimmerschiefer 
von ziemlich ebenfláchig schiefriger Textur mit Nestern von Auarz (blassem Rauch- 
guarz) und feinkórnigem Chlorit. Dieses Gestein wird jedoch von jůngeren Schichten 
vielfach verdeckt und nur nahe am Elbeufer zeigt sich deutlich, dass es von 
Amphibolschiefer unterteuft wird. Im den schroffen Uferwánden unterhalb Elbe- 
Tejnic sieht man gangfórmige Durchbriche von Gabbro, rothem Granit und W 
bei Elbe-Teinic auch von grauem Biotitgneusgranit. Der Glimmerschiefer erscheint 
stellenweise ganz áhnlich dem von Semtěš; er ist ebenfláchig und enthált lenti- 
culare Auarznester. In Klůften kommt sehr feinkórniger Chlorit vor. Das Ver- 
láchen geht nach etwa 2'/,» mit 52". 


Am linken Elbeufer sind durch den Eisenbahneinschnitt die anstehenden 
Felsen sehr deutlich entblósst und es zeigen sich hier die Gesteinsschichten mit 
dem schon oben angegebenen Verfláchen in einer úbersichtlichen Reihenfolge. 
Vorherrschend ist wieder der kleinkornige Biotitelimmerschiefer als der oberste 
Abschluss der unter den alluvialen Sanden bei Zaboř verdeckten laurentinischen 
Gneusgruppe. Die Glimmerschiefer herrschen von Zaboř bis Vinařic vor, indem 
sie nur unbedeutende Einlagerungen von Amphibolitschiefer und plattigen Biotit- 
Greus enthalten. Knapp ober Vinařic sieht man eine Verwerfung, an der cam- 
brische schwarze Phyllite der Etage A, discordant ber und unter Glimmer- 
schiefern u. z. von denselben durch Verwerfungsspalten getrennt, zu Tage treten. 
Dann sieht man wieder blos Glimmerschiefer oder Phyllitelimmerschiefer von 
dunkler Farbe bis gegen Kojic. Erwáhnenswerth ist es, dass gewisse Schichten 
důnne zahlreiche lenticalare Ouarzlinsen enthalten, welche sich besonders dort 
háufig zeigen, wo nahe durchsetzende Verwerfungen eine Lockerung veranlasst 
haben; an solchen Orten  kommen dann auch stellenweise Ouarzschnůre zum 
Vorschein. 


Im hangenden Theile der Schiefer zwischen Kojic und Vinařic veranlassen 
háufige Verwerfungen einen eigenthůmlichen Wechsel von Glimmerschiefern und 
schwarzen Phylliten der cambrischen Etage A, was aber wegen der nicht frischen 
Beschaffenheit der angewitterten Gesteine nicht immer leicht zu erkennen ist. 
Diese Verwerfungen sind eben nur an den steilen Felsenufern wahrnehmbar. 


Im weiteren SO Verlaufe des Glimmerschiefers schaltet sich demselben 
OSO von Zaboř auf kurze Entfernung důnnplattiger Amphibolgneus ein, dann důnn- 
plattiger biotitarmer schiefriger Gneus und důnnschiefriger Amphibolitschiefer mit 
deutlicher Streckung und in Glimmerschiefer úbergehend. Beide letztgenannten 
Gesteine streichen úber Bernardov, Kašparův Dolík, Vedralka bis Vápenice unvweit 
Semtěš weiter, wo der Gneus endet, der Amphibolschiefer aber noch nach mehr- 
fachen Unterbrechungen bis Závratec sich fortsetzt und sich endlich auskeilt, 


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29 


Eine Eigenthůmlichkeit des Laurentins, die auch hier ihre Bestátiguno 
findet, sind úberhaupt die so háufigen lenticulár sich ausbreitenden Schichten, 
so dass dieselben beinahe als charakteristisch fůr diese álteste der Formationen 
angesehen werden kónnen. Man bemerkt diese Eigenthiimlichkeit namentlich an 
dem ebenfláchigen und důnnschiefrigen Amphibolit, der vielfach sich auskeilend 
von neuem wieder ansetzt. 

Der zwischen Vinařic und Kašparův Dolík důnnplattige schiefrige Biotit- 
aneus geht zwischen Kašparův Dolík und Vedralka, wo er sich erweitert, in 
flasrigen Biotit-Muscovitgneus úber, dann weiter SO in flasrigem Biotiteneus, wird 
endlich aber WW von Vápenice wieder so grobschiefrig, dass eine Verwechslung 
mit Gneusgranit stattfinden kónnte. Nur die Richtung des Gneuszuges war Ursache, 
dass dieses Gestein nicht als Gneusgranit auf der Karte bezeichnet wurde. 

Die bedeutendste Máchtigkeit des Amphibolschiefers betrágt bei Vedralka 
etwa 400"-, die des Biotit-Muscovitgneuses VW von Vedralka kaum 1 Km., wáhrend 
der Glimmerschiefer bei Semtěš mit */, Km. seine grósste Máchtigkeit erreicht. 
Der Glimmerschiefer keilt sich úber Licoměřic gánzlich aus. 

Der stellenweise auch etwas gestreckte důnnplattige Biotitelimmerschiefer 
enthált meistentheils auch kleine Granatkórnchen, und Nester von halbdurch- 
sichtigem Ouarz. Zwischen Semtěš und Podhořan ist er důnnplattig, ebenschiefrig 
und etwas gestreckt; in den Brůchen daselbst lassen sich bis 1 (() m. grosse Platten 
desselben entblóssen, so das manche Stůcke als dicker (grober) Dachschiefer ver- 
wendbar wáren. 

Im Amphibolschiefer und Glimmerschiefer ist NW von Kašparův Dolík 
ein stockfórmiges Nest eines schiefrigen Epidotgesteines eingelagert. Die granulit- 
artige Gesteinsschichte nahe von Husí Hovno und Podhořan wird bei der speziellen 
Gesteinbeschreibung angefůhrt werden. 

SW von Licoměřic besteht der Steilrand des Eisengebirges aus důnn- 
plattigem Amphibolgneus, noch weiter S von Zbislavec aus flasrigem Biotitgneus, 
in dem bei Podhrad (Lichnice) und in der Třemošnicer Schlucht (Hedwiesthal) 
Flaserporphyroide (siehe Gesteinsbeschreibung) zum Vorschein kommen. Dieser 
sůdlichste Theil gehórt schon in das Gebiet des grossen Verschiebungsbruches. 
Am Gipfel der Železné Hory, S von Zbislavec, (in dem Waldriede Krkanka) W von 
Rudov streicht ein nicht máchtiges Lager von krystallinischem Kalke aus, das 
jedoch von zahlreichen obwohl nicht máchtigen Gingen von Granit, Amphibol- 
granit, Syenit und Diorit durchsetzt und zugleich verworfen wird.*) — 

In dem Zuge der Glimmerschiefer, Amphibolschiefer und der Gneuse des 
Steilrandes treten Eruptivgesteine auf, unter denen namentlich der Granit vorherrscht. 

Eine bedeutende Masse von rothem Granit von 10 Kilom. grósster Lánge, 
zwischen Bernardov und Vápenice unweit Semtěš, und von bis 2 Km. grósster 


Breite zwischen Kašparův Dolík und Zbraňoves, ist zwischen dem Laurentingneus 


(der bei Kašparův Dolík als Augengneus entwickelt ist) und der cambrischen Etage 
A eingezwánst. Der Granit ist offenbar jůnger als das Cambrien, da er theils 


- Apophysen in dasselbe aussendet, theils aber auch, wie am Puncte „na Oklikách“ 


(A 306"-), eine Scholle der cambrischen Schiefer einhůllt. Auch andere Zeichen 
deuten auf die jingere Entstehung des Granites; so die Umwandlung der regellos- 


Wichterh. 
ph ž phž 
235 335'5Km. 


Viadukt 


Vinařice 


1:10000, Imm, = 10m. 


sw 


| 150"gber A. Meere.. 


ž 


Bahnhof Zaboř (Station Elbe-Teintc) 
282 W. H. 
280 
Pamí A. phud ph 
210 334'5 Km. 


Brůcke 


8336 Km. 


Hp 


7 PP 7 
4 ho hh 
7 0 E, 
Z 
Zá hel Z 


2 


Z 
V, 


279 


W.H. 


Brůcke 


ph 


NO 


kórnigen Textur in eine gneusgranitische, aller- 
dings durch Vermittelung eines Úbergangsstreifens 
von grauem Granit an der Gránze mit cambri- 
schen Schichten, S von Zdechovic. Die Anlagerung 
der Biotitschuppen in paralleler Lage ist bedingt 
durch das Vorhandensein einer Gránze, an der 
sich der Granit mit verzógerter Geschwindigkeit 
unter Reibung (oder Druck) hinauf wálzte, so dass 
die parallele Anordnung der Biotitschuppen dar- 
aus erfolete. Der rothe Granit wird an seiner 
Gránze mit den cambrischen Schiefern von Guarz- 
porphyren begleitet, welche sich vom Puncte „na 
Oklikách“ úber Chvaletic, Zbraňoves bis gegen 
Vápenice verfolgen lassen. Es ist dies entweder 
eine untergeordnete Gránzbildung, oder eine andere 
Ausbildungsweise des Granitmagmas selbst. Nur 
zwischen Litošic und Vinice ist ein porphyrartiges 
etwas wenig roth geflecktes Gestein entblósst, von 
dem keine frischen Proben vorlagen und das nur 
der Analogie nach den Auarzporphyren zugezáhlt 
wird. (Šiehe (Gesteinsbeschreibune.) In diesem 
rothen Granit finden sich auch Stócke von Gabbro 
und Uralitdiorit, die demnach jůnger als der rothe 
Granit wáren. 

Syenit und rother Granit sowie Diorit durch- 
setzten in zahlreichen stockfórmigen Gángen den 
'Theil des Steilabfalles bei Závratec, welcher auf der 
Karte den speciellen Namen „Železné hory“ fůhrt. 
Es gehóren diese Gánge schon dem Gebiete des 
dislocirten Theiles des Eisengebirges an; sie ver- 
werfen das Kalklager am Gipfel der Železné hory 
(Krkánka) bedeutend und an zahlreichen Stellen. 

Von Zbislavec bis Rudov bildet Diorit, noch 
mehr Syenit und in bedeutenderer Menge grauer 
Granit die Gránze zwischen dem Laurentin und 
dem Cambrien. Es scheint dieser Theil schon dem 
hinter der Bruchlinie gelegenen Theile des Eisen- 
gebiryes anzugehoren. 

Merkwůrdig ist das Vorkommen von Gabdro 
in kurzen ŠStócken im laurentinischen Glimmer- 
schiefer bei Vinařic an der Elbe, sowie im rothen 
Granit bei Bernardov NO, Chvaletic W, Kašparův 
Dolík NO. Weniger máchtige echte Gánge oder 
Lagergánge durchsetzen den Glimmerschiefer des 
linken Elbeufers an zahlreichen Stellen. (Fig. 3.) 


ye“ + Bys 


koník « A ak 


31 


Dieselben bestehen aber nicht mehr aus Gabbro, sondern aus Uralit- oder Labradorit 
diorit, da der Diallac (Pyroxen) desselben eine Pseudomorphose in Amphibol (Uralit) 
erlitten hat. Auf der Karte sind diese Gánge als Diorit verzeichnet. Glimmer- 
schiefer, so wie auch der Gabbro des linken Elbeufers sind von Lagergángen 
und echten Gángen eines Biotiteneusgranites von grauer Farbe durchsetzt. Der 
Gneusoranit hat eine um so kleinkornigere Textur, je weniger máchtig er auftritt. 


An der Gránze mit den sedimentáren Gesteinen werden auch die Gabbros 
háufig schiefrig, so dass Verwechselungen mit Amphibolschiefer leicht móglich 
sind. An einem Orte OSO von Vinařic, wo Entblóssungen durch Steinbriche vor- 
kommen, sieht man in dem etwas schiefrigen Gabbro ganz geradlinige bis 3- 
máchtige Gneusgranitgánge mit bis handdicken, gerade verlaufenden Triůmmern, 
deren Biotitschůppchen parallel den Gránzfláchen gelagert sind. 


Das Gabbrogestein von regelloser Zerklůftung ist in der Stockmitte grob- 
korniger als am Rande, sonst aber in Klůften mit Amphibol, kleinen Plagioklas- 
krystallen oder mit feinkornigem Chlorit ausgefůllt. 


b) Das Laurentin zwischen den beiden Silurgebieten des Eisengebirges. 


In dieser Parthie des Eisengebirges besteht der Steilrand ebenfalls aus 
laurentinischen Gesteinen, aber nicht mehr aus den oberen Glimmerschiefern oder 
Amphibolitschiefern, sondern aus Gneusen.  Zwischen das Šilur und den Gneus 
schiebt sich úberdies das máchtige Nassaberger Granitmassiv ein, so dass in dem 
laurentinischen Dreieck Lichnice, Kreuzbere (Krucburg), Chrast die Gneuse und 
Granite, letztere von etwas jůngerer Entstehung als das Untersilur, in gleich 
grosser Menge verbreitet vorkommen. 


Die Gneuse bilden von Lichnice an den Steilrand des Eisengebirges bis 
nahe gegen Kreuzbere. 

Von Lichnice aus setzt der Gneuszug durch die Kaňkové Hory in der 
Breite von kaum 1',„ Km. gegen SO fort, wo er sich bis an die Ohebka (Chru- 
dimka) erweitert, indem dessen Breite hier etwa 7 Km. betrágt. 


Von Lichnice setzt der graue oder róthliche Gneus mit Biotit oder mit 
beiden Glimmern auch mit gestreckten Orthoklasaugen, und der Flaserporphyr 
durch die Třemošnicer Schlucht gegen die Kaňkové Hory fort, wo der biotitreiche 
Gneus fleischrothen Orthoklas enthált, trotzdem aber wegen Úberwiegens des 
Biotites vornehmlich in dem Gehánge gegen Třemošnic zu, eine dunkle Farbe 
annimmt. Stellenweise ist dieser dickbankige Biotitgneus dem Granitgneuse áhnlich, 
der an dem Fusse des Růckens sich befindet. Er zieht sich bis gegen Javorka 
und wird stellenweise theils guarzreich, theils biotitarm, ist aber immer róthlich 
gefárbt. Im dem flasrigen Gneuse findet sich daselbst ein gegen 8" máchtiges 
Lager von krystallinischen Kalkstein, der im Hangenden grau, im Liegenden weiss 


ist, und schwache eingelagerte Schichten von glimmerarmen guarzreichen Gneus 


enthált. Das NO verfláchende, oft verworfene Lager wird von biotitreichem plattigem 
Gneuse (Glimmerschiefergneus) bedeckt. 


32 


Von Javorka an bis zur Linie Unter-Studenec-Kamenic erweitert sich die 
Breite des Gneuszuges bedeutend und es herrscht in demselben úberall die fleisch- 
rothe Farbe vor; die sich durch diesen Gneus durchwindende Ohebka bildet 
anmuthige Thalschluchten. Der rothe Gneus dieses Terrains ist eigentlich ein 
schuppig flasriger  Biotit-Muscoviteneus mit wechselnder GAualitát der Glimmer. 
Stellenweise sind beide Glimmer im Gleichgewichte entwickelt, stellenweise, wie 
zwischen Vršov und Přemilov ist der Muscovit in úberwiegender Menge vorhanden; 
stellenweise hat er langgestreckte Flasern und es zeigt sich dann im Auerbruche 
eine fůr Schieferung parallel laufende unvollkommene Bánderung. Das Verfláchen 
dieses rothen gebánderten Gneuses geht zwischen Přemilov und Rušínov nach 
2" mit 409; nahe bei der Ruine Oheb nach 2';" mit 309. (Gegen S50, im Ge- 
hánge von Hostětinky gegen Maleč nach 2"/," mit 389, und der Gneus ist hier 
dem rothen Gneus von Lichnice áhnlich. In der Richtung gegen Slavíkov schalten 
sich dem rothen flasrigschuppigen Gneuse plattige lichtgraue schiefrige Biotit- 
gneuse ein, oder auch guarzarme Gneuse mit weissem Orthoklas und Biotit- 
schuppen, wie S von Kamenic. Bei Možděnic und Dřevíkov aber werden die 
Biotitgneuse schuppig fasrig, dinnplattig, an letzterem Orte auch róthlich grob- 
kórnig und nach 2'/," verfláchend. 

Bei Rvačov, wo im Gneuse schon Granitstócke auftreten, ist der Biotit- 
oneus eigenthůmlich entwickelt. Derselbe ist námlich mittelschuppig; die Biotit- 
schuppen erscheinen blass lauchgrůn, die Ouarzkórner aber milchig bláulich getrůbt 
und einem Cordierit áhnlich.“) 

In der NNO und SSW Umgebung von Stan stósst der Biotiteneus an 
cambrische Gesteine der Hlinsko-Silurinsel an, wobei an der Gránze selbst Amphi- 
bolitschiefer oder nahe an der Gránze auch Biotitelimmerschiefer mit lenticularen 
Ouarznestern auftreten. Doch ist wegen der bei Stan und Milesimov nicht immer 
deutlichen Entblóssung das Richtige schwer zu bestimmen, da áhnliche Glimmer- 
schiefer auch silurisch sein kónnten. Namentlich ist der Glimmerschiefer zwischen 
Vítanov bis Chlum entwickelt und gut entblósst; derselbe verbindet die Kreuz- 
berger Schieferinsel mit der von Hlinsko-Skuč, und er mag dem laurentinischen 
Alter angehóren, da er grosse Ahnlichkeit mit manchen Glimmerschiefern von Elbe- 
Teinic hat, ein allerdings nicht absolut fester Grund zu seiner Altersbestimmung. 

Im Hangenden des Gneuszuges folat das Nassaberger Granitmassiv, dessen 
Gránzen etwa folgende sind: Von Zbislavec iiber Rudov, Podhrad (Lichnice), Horní 
Počátky, Oheb (Ruine), Wichstein, Proseč, Prosička, Vršov, Bradlo, Chloumek, 
Křemenic, Polom, Kamenice Trhová, Svobodné Hamry, Rvačov, Jančour, Rovné, 
Unter- Studenec, lángs welcher Linie úberall der Granit mit dem (Gneus in 
Contact tritt. 

Mit dem Šilur hat das Granitmassiv folgende Gránzlinie gemeinschaftlich : 
von Zbislavec úber Rudov, Skoranov, Kraskov, nahe S bei Nutic, Rtejn, Lipina, 
Kuchánovice, Škrovády; von wo an bis Skuč, wo die óstliche Silurinsel auftritt, 
die Gránzlinie unter der Decke der Kreideformation sich verbirgt. 

Von Skuč an geht die Gránze des Granitmassives mit der Skuč-Hlinsko- 
Kreuzberger Silurinsel úber Žďárec, Ober-Prasetín, Mrákotín, Unter- und Ober- 
Babakov gegen Stan, wo die nicht vollkommene Entblóssung die Contact-V er- 


, 


33 


háltnisse zwischen Gneus, Granit und Schiefer weniger scharf hervortreten lásst, 


- dann aber von Jasné Pole (Schonfeld) úber Benátky nach Kreuzberg. 


Das Granitmassiv umschliesst nebstdem in sich selbst grosse Inseln und 
Schollen von Biotitgneus, wie auch von Biotitmuscovitgneus; so zwischen Rvačov, 
Srny, Stany, Milesimov und Jasné Pole, Komárov (W von Hlinsko), wo aber die 
Entblóssungen vieles zu wiinschen lassen. Hier sind auch Irrungen mit Gneus- 


- granit, der hier ebenfalls zum Vorschein kommt, moglich, namentlich dort, wo der 


Gneus in groben Bánken und mit unvollkommener Schieferung erscheint. Eine 
kleine Gneusscholle ist auch bei der Opletalmiihle umweit Skuč an der Gránze 
zwischen Granit und Schiefer eingeschlossen. Der Gneus zieht sich auch in 
Zungen in den Granit hinein, wie NNO von Rvačov. SO von Krásný ist auch eine 
Gneusscholle im Granit vorhanden. 

Bemerkenswerth ist die bedeutende an der Ohebka von rothem Granit, 


- sůdlich aber von Gneusgranit umschlossene grosse Scholle von Gneus O bei Bojanov. 
- Dieses Gestein kónnte als Gneusgranit gelten, wenn in demselben nicht Kalklager 


© auftreten wůrden, die von Chlum an (Wald Ochoz) in stufenfórmig gebrochenen 
© Lagertheilen bis gegen Vršov vertheilt sind, und ein ostliches Verfláchen besitzen. 
- Bei der Aufzáhlung der Mineralien wird dieses Kalklager wegen seinen interessanten 


3 
f 
: 


Mineralien, besonders erwáhnt werden. Auch in der Dehetníkschlucht bei Bojanov 


-jst noch etwas von den Lagerungsverháltnissen des Kalklagers zu beobachten. 


- Ganz áhnlich verhált es sich aber auch mit dem Kalklager von der Peklomůhle 


bei Kraskov (W), wo ein ganz áhnlicher Granitgneus noch mit dem Gneuse der 
Kaňková Hora im Zusammenhange steht. Sámmtliche Kalklager in diesen Granit- 
gneusen fiihren Skapolit. 

Die einzelnen Varietáten des Granites, in welchen derselbe in dem Nassa- 
berger Massiv erscheint, sind Gneusgranit, rother mittelkórniger, rother grob- 


- kórniger, grauer gemeiner Granit und noch andere Varietáten, die am betreffenden 


Orte angefůhrt werden. 

Der sehr verbreitete Gneusgramit ist zwischen mittel- bis grobkórnig und 
mehr oder weniger unvollkommen schiefrig. An gewissen Orten kónnte derselbe 
mit Graniteneus verwechselt werden. Der Orthoklas und Auarz sind weiss oder 
graulichweiss, der Biotit veranlasst eine unvollkommen schiefrige Textur und 
bedingt die mehr oder weniger graulichweisse bis graue Farbe, sowie die: etwas 
wechselnde Textur desselben, wenn er in geringerer oder grósserer Menge ein- 
gewachsen vorkómmt. Das Gestein bildet wie der Granit bei anfangender Ver- 
witterung grosse, sackáhnliche Blócke, die das Granitterrain bedecken. Die 
Erkennung des Gesteines als Gneusgranit ergiebt sich blos nach der Lagerung; 
sonst kann es an manchen Orten mit Graniteneus verwechselt werden. 

Ebenso zusammengesetzt ist der graue Granit. Derselbe besteht aus den- 
selben Gemengtheilen wie der Gneusgranit, allein dieselben haben ein echt grani- 


- tisches Gefige; er ist also regellos kórnig, die Farbe ándert sich vom weissgrauen 


bis zum grauen, je nach der Menge des DBiotites. Zwischen Gneusgranit und 


- grauem Granit gibt es Úbergánge, da beide nur unter verschiedenen Verháltnissen 


-erstarrte Granitmassen darstellen. Ein sicheres Erkennungsmerkmal des Granit- 


charakters des grauen Gneusgranites aber sind dessen Gránzverháltnisse mit Gneus 


3 


34 


oder mit rothem Granit. Besonders an den Gránzen mit rothem Granite enthalten 
die grauen Granite und Gneusgranite mit zunehmender Náhe zur Gránze, um so 
zahlreichere, kleine scharfkantige oder nur wenig rundliche Brocken von Diorit. 
Diese Erscheinung bemerkt man in dem gesammten Gebiete des Granitmassivs; 
beim Granitgneus aber fehlt sie gánzlich. 

Der rothe Gramit ist mittelkórnig, und der vorherrschende fleischrothe 
Orthoklas bedinet dessen Fárbuneg, da der rauchgraue Auarz, sowie der unter- 
geordnete Biotit (selten auch neben demselben etwas Muscovit) auf den Farbentou 
von keinem Einflusse sind. Im rothen Granit sind Epidotklůfte, besonders an 
den Gránzen desselben mit Diorit und anderen Gesteinen, wo derselbe háufig auch 
aplitisch erscheint, sehr háufige Erscheinungen. Der grobkornige rothe Gramt ist 
nur an gewissen Orten in beschránkterer Menge anzutreffen; derselbe besteht aus 
bis haselnusserossen fieischrothen Orthoklaskórnern, aus etwas kleineren licht rauch- 
grauen Auarzkórnern, die als Krystalle mit rauhen Fláchen aufzufassen sind und 
nur aus €anz wenig Biotitbláttchen. 

Der rothe Granit erleidet háufig an den Gránzen mit andern Gesteinen 
eine Umánderung, er wird námlich aplitisch oder kleiner kórnig, was als Contact- 
erscheinung zu deuten ist. Auch zeigt er sich an den Gránzen mit andern Ge- 
steinen bankfórmie abgesondert. Das Altersverháltniss zwischen rothem, mittel- 
kórnigem und grobkornigem, sowie zwischen grauem, gemeinem und Gneus-Granit 
lásst sich nicht immer sicher bestimmen; doch zeiot sich an gewissen gůnstig 
entblóssten Štellen, dass der rothe Granit im grauen Gánge bildet, so zwischen 
Dachov und Včelákov, wonach der graue Granit und Gneusgranit álter wáren, 
als die rothen Granite. Auch im Diorit bildet der rothe Granit Gánge, er sollte 
demnach auch jůnger sein als dieser. Indessen findet man auch im rothen Granit 
grauen Granit in Ganeform, was das Gegentheil in Betreff des Alters andeuten 
wůrde, wenn nicht solche scheinbar gangfórmigen grauen Granite nur als Schollen 
im rothen Granite zu deuten wáren. Es wáre also ein deutlicherer Aufschluss 
wůnschenswerth, um die Altersverháltnisse dieser Gesteine sicher zu erkennen. 

Bei der Einschicht „Na kopcích“ bei Studenec findet sich ein Gang (oder 
eine Scholle?) von grauem Granit im rothen. Es wáre auch mócglich, dass bald 
die eine bald die andere Granitvarietát die áltere oder jingere ist, da beide zu 
verháltnissmássic eleicher Zeit zum Vorschein kommen konnten. Es ist also nur 
eine subjective Ansicht, wenn man in solchen Fállen den rothen Granit nach 
manchen dies bestátigenden Beobachtungen fůr den verháltnissmássig jingeren hált, 
da in dieser Hinsicht nur ganz deutliche und unzweideutige Entblóssungen das 
sich darbietende Problem lósen kónnen. — Andere weniger háufie vorkommenden 
Granitvarietáten werden spáter noch hinzugefůst. 

Der Gneusgranit in der Umgebung von Včelákov bildet die bedeutendste 
Masse in der Mitte des Nassaberger Granitmassivs. Seine Gránze geht von Skuč 
ber Ober-Prasetín, Ober-Babákov, Srny, Svobodné Hamry, Kamenice Trhová, 
Vranov, Hodonín, Česká Lhotice, Ochoz, Drahotice, Podlejštan, Krupín, Čekov, 
Miřetín, Kvasín, Unter-Prasetín, Skuč. Das Gneusgranitmassiv, an der Oberfláche 
mit grossen Granitblócken besáet, enthált stellenweise Gánge von rothem Granit 
von untergeordneter Bedeutung, so bei Ober-Prasetín an der Gránze mit Silur- 


DD 


schiefer, bei Tisovec, Příkrakov, NO von Včelákov, SW von Unter-Babákov, NO 
bei Babákov und bei Svobodné Hamry. Es scheint, dass dieser Granit bei Ober- 
Prasetín auch eine Scholle von Silurschiefer einhůllt, was jedoch wegen mangel- 


- hafter Entblóssung nicht sicher constatirt werden kann. Die Gránzen gegen 
- gemeinen, grauen Gneus sind nicht genau wahrnehmbar; an gewissen Orten zeigt 
- der Granit eine bankfórmige Absonderung, so W von Skuč im Berge „V borkách“, 


wo die etwa 1% máchtigen Bánke nach 21*/,* mit 64“ verfláchen, áhnlich wie 
an der Gránze mit dem Silurphyllit. 

Bei Kameničky (NW von Trhová Kamenice) bildet der Gneusgranit nur 
eine Scholle im grauen Granit. Ebensolche grossere Inseln oder Schollen im 
grauen Granit oder zwischen grauem und rothem Granit oder im rothen Granit 
selbst findet man bei Seč und Hořelec, wo die grobe Schieferung nach */," mit 
409 einfállt, oder SW von Kovářov, dann auch bei Křižanovic, an der Ohebka, 
bei Milesimov und Všeradov (W ven Hlinsko). 

Der graue Granit, der ebenfalls eine sehr bedeutende Fláche einnimmt 
und in den Gneusgranit iúbergeht, tritt theils selbststándig auf, theils aber ist er 


-mit dem Gneusgranit vergesellschaftet, und enthált wie dieser an der Gránze mit 


rothem Granit, Bruchstůcke von Diorit. 

Die bedeutendste Masse des grauen Granites sieht man zwischen Trhová 
Kamenice, Vranov, Hodonín, Česká Lhotice, Drahotice, Peklomůhle, Lipkov, Po- 
lanka, Vršov, Unter-Bradlo, Chloumek (wo sie úber Křemenic und Polom eine 
Zunge im Gneus bildet) bis gegen Kamenice zu. Diese und die Včelákover Granit- 
parthie bilden 500—600"- hohe, flache, in der Gegend weithin sichtbare Kuppen. 
Zwischen Neudorf und Rohozná enthált dieser graue, dort auch etwas biotitreichere 
Granit, zahlreiche bis haselnussgrosse Granatkórner, wesshalb er auf der Karte 
als grauer Granatgranit ausgeschieden ist. 

Eine bedeutende Masse bildet auch der Štružinecer Granitstock, der sich 
von Jasné Pole (Schoónfeld) úber Benátky, Kohoutov lángs der Eisenbahn hinzieht 
und dadurch bemerkenswerth ist, dass er stellenweise kleine zu Amphibolschiefer 
metamorphosirte Fetzen der Kreuzberger Silurschiefer umschliesst. © Ansehnliche 
Stócke grauen Granites stehen W von Skuč bei Leštinka, Čejrov, Kvasín, Mo- 
krejšov an; dann zwischen Seč und Dolní Počátky bei Hořelec, und endlich zwischen 
Podhrad, Rudov und Zbislavic. Kleine gangstockartige Massen treten úberdies 
recht zahlreich auf. 

Der rothe Granit bildet einen 20 Kilom. langen und bis zu 5 Kilom. 
breiten Stock, der von O nach W streicht und dessen sůdliche Gránze Gneus- 
granit, grauer Granit und Gneus begleitet, wáhrend seine Nordgránze sich an 
schiefrigen Felsitporhyr anschliesst. Die Sůdgránze dieses Stockes von rothem 
Granit geht von Leštinka úber Kvasín, Dubová, Čekov, Krupín, Podlejštan, Dra- 
hotic an der Ohebka aufwárts bis Prosička, Proseč, Oheb, Horní Počátky, Kraskov, 
Althof (Staré dvory) bis gegen Rudov; die nordliche Gránze geht von da (Rudov)y 
anfangs etwas verdeckt ber Skoranov, Nutic, Hrbokov, Rtein, Petříkov, Licibořic, 
Práčov bis Vejsonín, von wo an bis Smrček der mittelkórnige Granit zu rothem, 


„grobkórnigem sich umwandelt. Diese Masse von rothem Granit ist der Sitz zahl- 


reicher Diorit-Gangstócke. 
3* 


36 


Es ist dieser Granit ein echtes Gránzgebilde, da er durch Vermittelung 
des schiefrigen Felsitporphyres oder auch unmittelbar an das Silur zwischen Rudov 
bis Škrovády sich anschliesst. An den Gránzen mit dem schiefricen Felsit oder 
mit dem Silur ist er bankfórmig abgelagert; die Bánke laufen parallel zur Contact- 
sránze und verfláchen sich von derselben weg. Je weiter von der Gránze, desto 
massiger wird der rothe Granit, bis er die bankfórmige Absonderung gánzlich ein- 
bůsst. Am deutlichsten ist dieses Verháltniss in der Schlucht unter Pračov ent- 
blósst, wo die etwas oft weniger als ein Meter máchtigen Bánke, nach 10*/,* mit 
859 verfláchen, also scheinbar als dem Silur (oder der Silurgránze) aufgelagert 
erscheinen. 


Weniger bedeutende Massen von rothem Granit erstrecken sich von Rvačov 
úber Milesimov, Dlouhý, Rovné und Oudav gegen Ober- und Unter-Studenec. Auch 
hier sind máchtige Dioritstócke entwickelt. 


N von Kreuzberg kómmt auch rother Granit vor. 


Erwáhnenswerth ist auch noch, dass rother Granit in einzelnen Gánsen 
oder Gangziigen vom S Ende der Kaňková Hora úber Zbohov, Hoješín, Podhořic 
im Steilgehánge des Eisengebirgces bis úber Rušínov, also auf 10 Kilom. Lánge 
und in verháltnissmássie geringer Breite im Gneuse auftritt. Angewitterte Fláchen 
desselben sind roth gefárbt durch kleine in Adern ausgeschiedene Haematit- 
Imprágnationen. Ebenso ist noch zu erwáhnen, dass auch bei Křemenic (SW von 
Trhová Kamenice) der rothe Granit die Gránze zwischen grauem Granit und 
Gneus zu bilden scheint. : 


Der rothe grobkórnige Granit bildet das ostliche Ende des zuerst erwáhnten 
rothen mittelkórnigen Granit-Gangstockes in der Umgebung von Žumberg. Zwischen 
Studená Voda und Smrček wird seine óstliche Fortsetzung von Ouadersandsteinen 
des Kreidesystems bedeckt. Gánge von Auarzporphyren durchsetzen diesen Granit. 
Auch zwischen Havlovic und Kostelec SO vom Žumberger Massiv bildet er einen 
Ganegstock. 

An andern Orten ist grobkorniger rother Granit selten ; er tritt in kleineren 
Stócken auf zwischen Křižanovic und Vedralka, S bei Bamářov, S von Bezděkov, 
úberall an den Gránzen zwischen Granit und Gneus, dann auch bei Rušínov (9) 
im Gneus. Merkwůrdig ist ein rother grobkórniger Gneuseranit, der nur zwischen 
Čekov und Krupín die Gránze zwischen rothem mittelkornigem Granit und grauem 
Gneusgranit andeutet. Ohne Kenntniss der Lagerungsverháltnisse můsste man 
dieses Gestein als einen groben rothen Gneus betrachten; indessen úbergeht es 
in rothen mittelkórnigen Granit und bildet dem Granit áhnliche Blócke; mithin 
ist es nur ein schiefrig ausgebildetes Contactgestein, das eine jingere Bildungs- 
zejt des rothen Granites gegenůber dem grauen Granite anzudeuten scheint. 

Als seltenere Granitvarietáten kommen Pegmatite vor, die aber nur in 
verháltnissmássig wenie máchticen Gángen erscheinen; so die Pegmatitgánge im 
Abfalle der Kaňková Hora gegen Třemošnic, die als Biotitpegmatite den Pegma- 
titen der Kořečníkmůhle bei Ronov ganz áhnlich sind; dann die Amphibol-Biotit- 
Pegmatite von etwas kleinerem Korne am Berge Krásný bei Chlum und in der 
Dehetníker Schlucht, die an allen diesen Orten reichlich Titanitkrystállchen fůhren, 


dí 


und das an den beiden letzteenannten Orten auftretende Kalklager vielfach 


© durchsetzen. 


Es ist vielleicht noch erwáhnenswerth der kleinkórnige graue Granit an 
der Gránze mit den Silurschiefern bei Ober-Babákov und bei Jasné Pole (Schón- 
feld). Auch die Gánge von kleinkórnigem Gneusgranit im Elbeufer bei Vinařic 
kónnte man hierher rechnen. 


Auch Porphyre finden sich an den Gránzen des Granites mit den Silur- 
schiefern; so Granitporphyr S von Babákov, der mit Dioriten und metamorphischen 
Schiefern vergesellschaftet, auftritt. 


Von bedeutender Ausdehnung ist der Štock von schiefrigem Felsttporphyr, 
Felsit und Felsitschtefer. Er enthált theilweise Pyritkrystállchen eingewachsen und 
ist desshalb an manchen Štellen durch Pyritzersetzungen bráunlich gefárbt. Seine 
Hauptmasse ist zwischen das Silur und den rothen Granit, námlich zwischen 
Lukavic und Rtein, eingezwánst. Die Bánke des Porphyres, dessen O Fortsetzung 
unter Auadersandsteinen des Kreidesystems sich verbirgt, verfláchen wie die Granit- 
bánke nach S oder SO. In der Svidnicer Thalschlucht fállt die Schieferung unter 
909 nach 9" ein. In dem Porphyrstocke treten verschiedene Porphyrvarietáten 
auf und auch rother Granit, da wo derselbe, wenn auch selten, mit dem Silur im 


- directen Contact ist. Durch Verwitterung bleichen die Gesteine entweder aus 


und sind dann von Tuffen nicht gut zu trennen, umsomehr als die bankfórmige 
Absonderung oft schwer von Schichtung unterschieden werden kann; oder sie 
fárben sich braun durch zersetzte Pyrite, welche sie ůúberall fein eingesprengt 


fůhren ; manchmal sind sie spárlich roth gefleckt durch Haematitimpraegnationen, 


wie bei Petřikovic. Aufgelóste Felsitschiefer, wie solche bei Pračov und Svidnic, 
dann an zahlreichen andern Stellen in dera Porphyrstocke und auch als Scholle 
bei Křižanovice vorkommen, sind mit aufgelósten Silurschiefern leicht zu ver- 
wechseln. In solchen aufgelósten Felsitporphyrschiefern kommt jener reichliche 
Pyrit vor, der in Lukavic bergmánnisch abgebaut wird, und ber den im Anhange 
das Náhere mitgetheilt wird. 


Auch der Diorit tritt in grossen Massen auf. Derselbe kommt nur selten 
im Gneuse vor, wie bei Dolní Vestec und Štiková (O von Chotěboř) oder bei 
Komárov (SW von Jasné Pole bei Hlinsko). Die Hauptablagerang der Dioritgánge 
oder Gangstocke findet man an den Gránzen von Granit mit Gneus oder da, wo 


* verschiedene Granitvarietáten mit einander in Contact treten. Seltener bildet er 


wohl auch Gánge in einer und derselben Granitvarietát. Die hier angedeuteten 
Gránzen von verschiedenen Gesteinen, námlich von Gneus und Granit, oder von 
verschiedenen Graniten můssen demnach als Dislocationsspalten von bedeutender 
Tiefe angesehen werden, aus denen die Eruptionen von Dioriten stattfanden. Es 
wáren demnach die Diorite in vielen Fállen jiinger als die beiden Gránzgesteine, 
obwohl dies nicht eine allgemeine Geltune hat, da die Bildung der verschiedenen 
Eruptivgesteine nicht zu gleichen Zeiten stattfand, und sich wohl auch einigemale 


wiederholte. Ein Dioritmassiv an der Gránze zwischen Gneus und rothem Granit, 


u. zw. einige Ausláufer aussendend, ist zwischen Štiková, Huť, Odranec (O Cho- 


těboř) eingelagert. Es ist móglich, dass dasselbe unter dem Terrain des Kreide- 


98 


systems von Sobinov-Ždírec gegen Nové Ransko sich fortsetzt. Rother Granit 
durchsetzt den Dioritstock N von Odranec. 

In der Richtung des Laufes der Ohebka von Seč bis Hradišť sieht man 
zahlreiche Dioritgánge theils im rothen Granit, theils an den Gránzen von ver- 
schiedenen Granitvarietáten. Der Diorit von Křižanovic wird bei der Gesteins- 
beschreibung náher beschrieben. Die meisten Diorite sind hier ganz deutlich 
mittelkórnig. 

Ein bedeutender Gangstock von Diorit erstreckt sich von Nassaberg nach 
Krupín, ein anderer úber Božov und den Hořičkahůgel unter dem Kreideterrain 
der Podskaler Thalschlucht bis gegen Chacholic, wo der Diorit von rothem Granit 
durchsetzt wird. Diese langen Gangstócke sind deutlich mittelkórnig, dguarz- 
fůhrend, in Klůften mit Epidot úberzogen und an gewissen Stellen auch schiefrig, 
so dass sie in Handstůcken mit Amphibolschiefer, der auch Epidotschnůre enthált, 
verwechselt werden kónnen. Das Gestein von Hořička und Skála wird im zweiten 
Theile speciell angefůhrt. Bemerkenswerth ist es, dass sich an den Gránzen mit 
Granit Úbergánge des Diorites in Granit, u. z. durch Syenit oder Amphibolgranit 
einstellen, wobei scharfe Gránzen nicht nachweisbar sind, da vielleicht durch 
Erweichung der Granitmasse das Dioritmagma an der Gránze mit derselben sich 
vermengt hat. 

In der Gegend von Stan, Rváčov sind Diorite an den nicht gut entblóssten 
Gesteinseránzen ebenfalls zu beobachten; ebenso auch S von Unter-Babakov, wo 
die Diorite háufig schiefrig sind. 

Im grauen Granite oder Gneusgranite sind die Diorite selten; so bei 
Rohozná, Benátky, Srny, in Včelákov, an welchem letzteren Orte der Diorit viel 
Pyrrhotin enthált. 

Merkwůrdie sind die Dioritstocke N von Seč und in Zbislavec; an beiden 
Orten werden dieselben von Syenit umfasst; am Zlatý Potok SO von Kraskov 
enthált dieser Syenit Epidotfels und Granatfels mit Magnetitnestern. 

An dem ersteren Orte wird das Vorkommen noch dadurch interessant, 
dass der Diorit daselbst die Contacthůlle eines Corsitstockes bildet. 

Feinkórnige bis aphanitische Diorite mit Epidot oder mit zahlreichen 
Pyritkórnern, durchsetzen den schiefrigen Felsitporphyr zwischen Petřikov, Šiškovic, 
Trpíšov, Vejsonín, bis Ó hinter Klein-Lukavic. Bei Trpíšov ist der Diorit als 
Epidotdiorit, bei Vejsonín, O von Klein-Lukavic als Pyritdiorit entwickelt. Da die 
zersetzten Diorite, welche auch stellenweise Neigung zur schiefrigen Textur zeigen, 
von den faulen schiefrigen Felsitporphyren nicht immer leicht zu unterscheiden 
sind, so ist die Ausscheidung beider Gesteine auf der Karte nicht ganz scharf 
und genau. 

Das merkwůrdigste Gestein des ganzen Gebietes ist der Corsit; derselbe 
ist theils mittel-theils grobkórnig, und meist nur in kurzen Gangstócken, vor- 
nehmlich an Gesteinsgránzen entwickelt. Merkwůrdig ist jener aus fůnf Stocken 
bestehende Zug von Corsit, von denen der erste beim Jágerhaus ON von Kraskov, 
der zweite von Diorit und Syenit begleitete, NW von Seč, der dritte und láneste 
in der Richtung von Vršov-Pradlo, der vierte W von Možděnic, der fiinfte endlich 
bei Kocourov auftritt. In der Richtung dieses Corsitzuges liegt die Ranskokuppe 


n" 


„39 


mit dem Serpentin-Olivin- und Corsitgestein; es důrfte demnach ein genetischer 
Zusammenhang zwischen diesem Corsitzuge und der Ranskokuppe bestehen. Der 
lángste Corsitstock zwischen Vršov und Polom ist im sůdlichen Theile von rothem 
Granit durchsetzt; er bildet die Gránze zwischen Granit und Gneus. 


Andere Corsitstócke treten noch bei Petrkov und Šrny zwischen Gneus- 
granit und Gneus, dann bei Jančour zwischen Gneus und rothem Granit, so wie 
O von Trhová Kamenice zwischen grauem Granit und Gneusgranit auf; doch 
konnte ein Theil dieser Stócke auch aus Diorit bestehen, da der Aufschluss hier 
zu undeutlich ist. Das grobkórnigste Corsitgestein und gewiss auch das am meisten 
typische ist das im Stocke von Částkov (S Žumberg) auftretende; es kommt daselbst 
nahe an der Gránze zwischen mittelkórnigem rothem Granit und grobkůrnigcem 
rothem Granit vor. 


c) Das Laurentin ostlich von der Skuč-Hlinsko-Kreuzberger Silurinsel. 


Dasselbe gehórt zum Theil schon dem bohmisch-máhrischen Gránzgebirge 
an, das geologisch betrachtet mit seinen Vorbergen bis an die Linie Proseč- 
Vojnoměstec reicht. 


Die Schichtenmassen des Gneuses haben nicht mehr das anhaltend gleich- 
mássice Verfláchen gegen NO, wie es im Eisengebirge der Fall ist, und schon 
dadurch wird die Zugehorigckeit zu einem andern Gebirgssysteme angedeutet. 
Nichts desto weniger muss auch dieses Gránzgneusgebiet hier in Betracht gezogen 
werden, weil es die Unterlage der silurischen Schieferinsel bildet, die jedenfalls 
noch dem System des Eisengebirges angehórt. Nur in dem nordlichen Theile, da 
wo sich das Kreidesystem anschliesst, ist in der Umgebung von Proseč rother . 
Granit entwickelt, der jedenfalls jůnger ist als der Gneus. Die Hauptmasse des 
Terrains bildet aber Gneus. Die Gránzen gegen W, wo Gneus oder Granit die 
Schieferinsel begránzen, gehen von der úberdeckenden Kreideformation, etwa von 
Heralec úber Kutřín, Miřetic, Otrádov, Krouna, Dědová, Plaňan, Hlinsko, Vítanov, 
Chlum bis Vojnoměstec, wo die Schieferinsel sich auskeilt. Das Verfláchen der 
Gneusschichten ist in sofern ein wechselndes, als es in der Náhe dieser oben 
angefůhrten Silurgránze ein meist westliches ist, im Gránzgebiete aber bei mannig- 
fachen Abwechslungen, jedoch meist nach NO ceht. 


Im Bereiche oder in der Náhe der Silureránze verfláchen die Gneusschichten 
in Krouna unter der kat. Kirche ganz nahe an der Silurgránze nach 21'/;» mit 
279, etwas čstlicher im Kalkbruch von Rychnov nach 17“/," mit 45", in Blatné 
bei Hlinsko nicht weit von der Gránze im Mittel mit 20%,» nach 24" (19*/," bis 
21%/,*), bei Vítanov nahe an der Gránze nach 23" mit 43%. Bei Kutřín (SO von 
Richenburg) bildet der Gneus hier als Augengneus entwickelt eine Scholle in 
rothem Granit und streicht nach 19"/,*: mit 509. Auf den beiden Kuppen des Berges 
Hradiště S von Hlinsko ist der Gneus ©anz deutlich antiklinal gefaltet und er 
verflácht als Gewólbe auf einer Seite nach 5“/," mit 189, auf der andern entgegen- 
gesetzt nach 15" mit 229; an den andern Seiten aber in andern Richtungen. 


40 
Endlich ist O von Vojnoměstec nahe an der Silurgránze das Verfláchen mit 17',": 
mit 269. Das Verfláchen geht also durchwegs unter das Silur. 

In der Klippe „Hápová skála“ SO von Rychnov an der Strasse, betrágt 
das Verfláchen 349 nach 2" (im Mittel aus vier Beobachtungen), und doch ist 
diese Klippe nur etwa 4 Km. von der Silurgránze im Liegenden entfernt. 

In dem Gebiete der gróssten Erhóhung des Gránzgebirges an der bohm.- 
máhr. Gránze ándert sich die Richtung des Verfláchens; u. zw. bei Svratka allen- 
falls mit 409 nach 2",*, obwohl an andern Orten ein entgegengesetztes Einfallen 
der Schichten nach 15" mit 30? beobachtet wird. Ebenso ist es auch bei Svra- 
touch, wo ein Verfláchen mit 269 nach 24" bemerkt wird. Unter der Kirche von 
Heralec verflácht der Gneus nach 17*/,* mit 40". 

Es ist demnach der Gneus oder Gneusgranit im Gebiete des Saarer oder 
bohmisch-máhrischen Gebirges vielfach gefaltet. Auf den hóchsten flachen Kuppen 
O von Heralec und Čikhaj, oder bei Kuchyň und Krejcar ist der echte Gneus 
aber flach, oder nur ganz wenig geneigt gelagert. 

Die verbreitetste Gneusvarietát, welche in diesem Theile des bohmisch- 
máhrischen Gránzgebirges vorkommt, ist die schuppige, lichtgraue, also der frůher 
schon erwáhnte Gránzgneus (Gneusgranit). Dieser Gneus fůhrt die beiden Glimmer, 
u. zw. entweder in rein ausgeschiedenen Schuppen oder in schuppigen Flasern, 
jedoch immer bedeutend gegen den Orthoklas zurůcktretend; er bildet das ganze 
Gebiet von Škrlovic (auch noch sůdlich davon), Čikhaj, Heralec, Milová und die 
hochsten Kuppen desselben, so namentlich die Tisůvka, Žáková hora, die Berge 
W von Heralec, dann die Gegend NO von Čachnov, O von Svratka. Stellenweise, 
wenn die Lagerung eine flache ist, bildet der Gneusgranit áhnliche, aus Bánken 
aufgebaute mauerfórmigce Klippen, wie der echte Granit. Besonders malerisch tritt 
diese Felsbildung bei Křižánek an „der Švarcava (Svratka) und an den Felsen 
„Devět skal“ (Perničky) in Máhren auf, indem daselbst aus bewaldeten Kuppen 
maueráhnliche Klippen hervorragen. Kleinere solche maueráhnliche Klippen finden 
sich auch O von Svratka an der Žáková hora und úberhaupt in diesem Gránz- 
gebiete. — 

Ein ganz eigenthůmlicher Gneus ist der grobflasrig gestreckte Gneus, der 
in der Umgebung von Chlumětín, Čachnov, Karlstein, Svratka und Svratouch auf- 
tritt.  Derselbe enthált breite, langgezogene flasrige Fláchen, die aus Schůppchen 
von Muscovit und DBiotit und aus vorwiegenden kleinkórnie aggrecirten lang 
verzogenen Orthoklasparthien mit dattelkornáhnlichen rauchgrauen Auarzkórnern 
bestehen. In diesem grobflasrig gestreckten Gestein sind stellenweise bis daumen- 
grosse Orthoklaskrystalle ausgeschieden. Es stellt demnach den Typus eines grob- 
flasrigen und stellenweise porphyrischen Gneuses vor. Der Bruch des lichten 
Gesteines zeigt nur unvollkommene schiefrige Textur; auch die Schichtung ist 
eine grobe. Dieser Gneus wird bei Svratouch von Nestern oder Adern eines durch- 
sichtigen Rauchguarzes durchsetzt und enthált auch dort porphyrartig ausgeschie- 
dene Orthoklase; er úbergeht dann durch Wechsellagerune aber auch allmáhlig 
in kurzflasrigen Gránzgneus. 

In der Umgegend von Set. Katharina und O von Rychnov kommt ein 
fleischrother, flasriger, gestreckter Gneus vor, dessen Flasern aus beiden Glimmern 


41 


bestehen. Am deutlichsten  zeigt ihn die isolirte Klippe „Hápová skála“ ge- 
nannt an der Strasse von Krouna nach St. Katharina SO von Rychnov. Dieser 
rothe Biotit-Muscoviteneus ist von demjenigen, der in den Ohebkaschluchten 
zwischen Oheb und Bradlo vorkómmt, nicht zu unterscheiden; auch er zeigt zur 
Schieferung parallel laufende Orthoklasstreifen. 

In der Richtung Heralec, Kuchyň, Hamry (S von Hlinsko) kommt glimmer- 
reicher Biotiteneus vor; zwischen Kuchyň und Krejcar erscheint er beinahe hori- 
zontal gelagert. Bei Rychnov aber kommt kleinkórniger Augengneus zum Vor- 
schein; námlich ein schuppig flasriger Biotitgneus mit ausgeschiedenen nicht 
grossen Orthoklaskrystallen. Die Menge des Biotites ist eine veránderliche. In 
diesem Gneuse treten mehrere linsenfórmige Kalklager auf, die durch weissen 
pegmatitartigen Granit in nicht máchtigen Gángen vielfach verworfen werden. 

Im Bereiche der Siluroránze, also auf der Linie Česká Rybná, Krouna, 
Hlinsko, Vojnoměstec findet sich vorwiegend Biotitgneus, meist mit fasriger Structur, 
aber doch in verschiedenen Varietáten. Nahe an der Silurgránze, allenfalls unter 
der kat. Kirche von Krouna, kommt ein Biotitgneus vor mit ziemlichem Glimmer- 
halte und mit sparsamener Augen von Orthoklas; er wechsellagert mit uneben 
schiefrigem eglimmerreichem Gneus, der einzelne Muscovitschuppen fihrt. Am 
sidlichen Ende von Krouna, also weiter von der Silurgránze ist der Gneus dem- 


- jenigen von Rychnov áhnlich, demnach ein Augengneus, und es sind in demselben 


glimmerschieferartige Gneuse mit Biotit, Muscovit (Fuchsit) und mit etwas Tur- 
malin, in einzelnen Schichten eingelagert. 

Bei Blatné und Hlinsko sind die oft wellie gebogenen schiefrig-flasrigen 
Gneuse nur biotithaltie. Seltener erscheinen auch glimmerarme Muscovitgneuse, 
so bei dem Jágerhause von Pláňov (ON Hlinsko), die in Biotitgneuse úbergehen. 

In diesem Gneusgebiete tritt eine bedeutendere Masse von rothem Granit 
auf; dieselbe wird zwischen Kutřín, Peralec und Proseč von Schichten der Kreide- 
formation bedeckt, zwischen Kutřín und Miřetín schliesst sie sich aber unmittelbar 
an die Silurinsel an und setzt sich von Česká Rybná úber Končevina weiter gegen 
Borová (SO St. Katharina) fort. Im Norden gránzt der rothe Granit an die Auader- 
sandsteine des unteren Cenomans, unter welchen er sich weiter erstreckt, worauf 
die nur einige Schritte breite Entblóssung in der Thalsohle S von Vranic (S Nové 
Hrady, Neuschloss) und die ebenfalls aus diesem Granit bestehende Schlucht S von 
Jarošov hindeuten. Im Westen gránzt der in einer langen breiten Zunge bis gegen 
Borová (zwischen St. Katharina und Polnička) reichende rothe Granit bei Konče- 
vina an rothen flasrigen Gneus, O von St. Katharina an Gneusgranit, im Osten 
aber an den grauen Granit. Der Gneusgranit von Katharina, welcher an der 
Skalka (A 694"-) besser entblósst ist, kónnte zu Irrungen Anlass geben und mit 
Gneus verwechselt werden kónnen. Es ist dies aber ein biotitreicher mehr als 
deutlich mittelkórniger Granit, welcher als Gránzgebilde unvollkommen schiefrig 
entwickelt ist. Ebenso ist der graue Granit óstlich von der Zunge des rothen 
Granites, dessen Masse bei der Glashiitte Marienwaid und Stein-Sedlíšť, Budislav 
im Norden, dann bei Pořič, O Lubna im Osten unter untercenomanen Guadern 


; verschwindet, ebenfalls, aber ganz unbedeutend schiefrig. Die Biotitschuppen, 


welche das untergeordnete Gemenge mit weissem Orthoklas und lichtem Auarz 


42 


bilden, sind námlich nur ganz wenig parallel gelagert. Nur an einem Orte ent- 
hált der Granit etwas Amphibol neben Biotit. Auf diesem grauen Granit kommen 
in Vertiefungen Torflager, in demselben aber auch Gánge von rothem Granit vor. 
Dieses Granitvorkommen im S des Gradkartenblattes Zone 6 Colonne XIV steht 
mit dem eigentlichen Eisengebirge schon beinahe in keinem Zusammenhange. Hier 
bei Borová, was jedoch schon ausserhalb der Karte liegt, ist der rothe mittel= bis 
kleinkórnige Granit stellenweise einem glimmerarmen Muscovit und Biotit fiihrenden 
Gneusgranit áhnlich. 


Von Miřetín an zeigt sich von dem Prosečer Granitmassiv eine kaum 
"/„ Kilom. breite mehr als 1'/, Myr. lange Abzweigung, welche sich zwischen dem 
Silur und dem Gneus als ein enger Gránzstreifen von Miřetín úber Krouna, 
Hlinsko bis gegen Vítanov verfolgen lásst. Erst von Vítanov bis Vojnoměstec 
kommt Gneus unmittelbar mit dem Silur, jedoch in discordanter Lagerung, in 
Berůhrung. 

Der rothe Granit in diesem Štreifen ist an den Gránzen mit dem Silur- 
schiefer oder dem Gneus stellenweise als Aplit-Granit entwickelt, welche Granit- 
varietát úberhaupt háufig an den Gránzen sich aus dem gewohnlichen Granite 
herausbildet. Ebenso ist auch grauer Granit zwischen Dědová und Krouna und 
bei Plaňan als Stellvertreter des rothen Granites entwickelt. Die Gránze des 
Gneuses mit dem ŠSilur erscheint demnach als eine tiefe Bruchspalte, aus der 
Granit als ein langer eingeschobener Gangstock hervortrat, indem er die beiden 
geschichteten Gesteine von einander trennte. 


Zwischen Hlinsko und Vítanov zersplittert sich die Granitmasse in ein- 
zelne Gangziige und in der unmittelbaren Gránze mit den Silurschiefern geht sie 
in einen schiefrigen Felsitporphyr ber. Das Vorkommen von diesem Porphyr 
unmittelbar an der Silurgránze wáre demnach ein neuer Beleg fůr die Umwandlung 
eines deutlich krystallinischen Eruptiv-Gesteines in ein weniger deutlich krystalli- 
nisches Gestein an den Gránzen mit álteren Schiefergesteinen. Es kann aber hier 
das Gestein auch mit gewissen Gneusen verwechselt werden, da es wenig Muscovit 
(Pyrophyllit?) enthált und Streckung zeigt. 

Ahnliche GOuarz- und Felsitporphyre findet man auch an der Gránze 
zwischen Silur und Gneus NO von Vojnoměstec, O von Kreuzberg. 


An den Contactstellen zwischen Hlinsko und Vítanov sind Amphibol- 
schlefer von kleinkórniger Textur ebenso háufig zu finden wie die gneusáhnlichen 
Porphyre. 

Amphibolschiefer kommt im Gebiete dieses bohmisch-máhrischen Gránz- 
gneuses selten vor; denn nur zwischen Krouna und Svratouch ist er nach den 
herumiiegenden Brocken nachweisbar. 


In dem Gránzzuge des Granites trifft man auch Diorite, so besonders 
zwischen Plaňan und Hlinsko an; maánche derselben sind recht grobkórnig. Ebenso 
ist in eben derselben Gránze ein kleiner Stock eines dem Corsit <anz áhnlichen 
Gesteines (SW von Kladné) eingelacert. 


43 


d) Das Silur von Elbe-Teinic bis zum Hauptbruch. 
(Zbislavec-Chotěnic.) 


Auf den laurentinischen Phyllit-Glimmerschiefern und den gewoóhnlichen 
Glimmerschiefern des Steilabhanges zwischen Elbe-Teinic und der Burgruine 
Lichnice ruhen, so weit eben an den wenigen besser entblóssten Stellen zu 
sehen ist, die Silurschichten in concordanter Lagerung. Das tiefste Silur im 
inneren Bóhmen bildet die cambrische Štufe, so auch hier. ") In dem Gebiete, 
von welchem dieser Abschnitt handelt, sind nur cambrische Gesteine vorhanden. 
Sie sind 9anz analog den Gesteinen der Etagen A und B im Hauptsilurbecken 
Bohmens, ja sie hángen wahrscheinlich mit denselben zusammen, und zwar in 
der Elbeniederung unter den Schichten der Perm- und Kreideformation, in der 
etwa 40 Kilom. betragenden Strecke zwischen Elbe-Teinic, Kolin, Kaunic. Unent- 


© schieden ist das Vorkommen der Etage C, die Barrande hinsichtlich der Fauna 


als die silurische Primordialzone bezeichnet, wáhrend áltere englische Geologen 
sie zum oberen Cambrien záhlen. 


Die Etage A. 


: Dieselbe besteht wie im centralbohmischen Becken aus schwarzen (graphi- 


tischen) Phylliten von ziemlich ebenschiefriger Textur; stellenweise sind dieselben 
mit Pyrit imprágnirt, besonders im Liegenden, so an der Elbe bei Vinařic an der 
Eisenbahn:; fig. 3. pag. 30. (Telegraphenstange 225 oder Bahnkilometer 335'0), 
dann zwischen Vápenice und Semtěš, sowie auch in der Schlucht von Licoměřic 
im Liegenden des Kalklagers. An den ersteren zwei Orten zeigen sich citronengelb 
angeflogene Klůfte, was offenbar von Pyritzersetzungen herrůhrt. Der Zug der 
Schichtenzone A erweitert sich bis bei Chvaletic úber 1 Kilom. und verengt sich 
dann wieder bis auf 200" bei Bumbalka. Das Liegende desselben ist entweder 
laurentinischer Glimmerschiefer, oder Granit, wo derselbe eingeschaltet ist, unmittel- 
bar an der Gránze theilweise auch Auarzporphyr. 

In den vorherrschenden schwarzen Phylliten kommen untergeordnet lenti- 
Culare Schichten von schwarzem Lydit vor, so namentlich zwischen Chvaletic und 
Zdechovic, bei Litošic, NW von Bumbalka, endlich an der Skála (Divadlo) SO 
von Licoměřic, da wo die Etage A an den Licoměřic- (Zbislavec-)Chotěnicer Ver- 
schiebungsbruch anlangt. Hier hat der bráunliche oder nur graue Lydit ein steiles 
Einfallen nach 4" und ist von einem zahlreichen Ouarzgeáder ganz durchsetzt, so 
wie mit Linearparallelismus zugleich gestreckt. Aber auch lenticulare, wenig 
máchtige Schichten (oder Lager) von weissem Ouarz zeigen sich in dem Phyllite; 
dieselben sind meist nur nach losen Blócken erkennbar, so SW von Litošic, N 
von Bumbalka; doch trifft man sie auch als echte lenticulare Lager im Schiefer 
eingelagert, so O von Licoměřic. 

Ein drittes Gestein, das noch mehr untergeordnet auftritt, ist krystallční- 


- scher Kalk. Derselbe bildet kurze aber máchtige Schichtencomplexe in Gestalt von 


Linsen; so bei Vápenka (NO von Semtěš) und zwar hier in so stark mit Pyrit 


44 


impraegnirten Schichten, dass sie auch als Alaunschiefer gelten kónnen. Dieselben 
enthalten Limonitnester und Rinden, so wie auch Schichten eines weissen oder 
orauen krystallinischen Kalksteines, der gleichfalls etwas Pyrit in Kórnchenform 
einschliesst. Das Kalklager selbst, von 5—6 Metern Máchtigkeit, ist vielfach 
verworfen. In demselben ist ein alter nun aufgelassener Steinbruch eróffnet, aber 
von Steingeschůtt ganz bedeckt *), so dass die Lagerungsverháltnisse des Gesteines 
nur undeutlich wahrgenommen werden kónne. Mehrere hundert Schritt davon 
NNO von der Barackengruppe (Husí Hovno) liegen Kalkbrocken am Waldsaume 
zerstreut, und es důrfte auch hier also ein Kalklager angedeutet sein. 

Ein máchtigeres, doch ebenso kurzes Lager ist in der Licoměřicer Wald- 
schlucht (v dolech) durch einen verlassenen, nun mit Wasser angefůllten Stein- 
bruch aufgeschlossen. Er verflácht sich gleichfalls gegen NO, obwohl wegen der 
Zerklůftung des Gesteines die Lagerung nicht ganz deutlich zu erkennen ist. 
Zwischen dem gewiss mehr als 10" máchtigen Kalklager und dem Liegenden ist 
der Phyllit mit Pyrit impraegnirt und enthált so wie der liegende Glimmerschiefer 
Ouarzausscheidungen; das Verfláchen der Schichten ist hier 2%/,» mit 459; an 
anderen Stellen daselbst aber ist der Phyllit so stark transversal geschiefert, dass 
dessen wahre Schichtung, die nach 1*/," mit 749 verflácht, nur nach den lichteren 
Streifen in demselben kenntlich ist, wáhrend das Verfláchen der Schieferung měist 
nach 6" mit 409 gerichtet ist. Diese Erscheinung der trausversalen Schieferung 
důrfte hier schon durch die Náhe des Verschiebungsbruches bedingt sein. 

Bemerkenswerth ist das Vorkommen von Diorit und Gabbrogángen in 
der Schichtenzone der Phyllite W von Chvaletic und Telčic. SW von Telčic aber 
tritt zwischen den Phylliten der Etage A und dem Granit ein Stock von Diorit- 
aphanit auf, an welchen sich in dem Gehánge gegen Telčic ein ganz eigenthůmliches 
Gebilde anschliesst. Es ist dies námlich eine Contactbreccie, deren Bruchstůcke bis 
zur Fausterósse aus Glimmerschiefer, Auarz, Dioritaphanit bestehen, wáhrend das 
Bindemittel ein grauer Felsit ist. Man kónnte bei der rundlichen Form der Bruch- 
stůcke, die erst an der angewitterten. Oberfláche gut zum Vorschein kommen, diese 
Contactbreccie fůr ein Conglomerat halten, indessen ist bei náherer Betrachtung 
eine Verwechslung nicht moglich. Gewisse Brocken der Breccie mógen auch durch 
Dioritaphanit verkittet sein. 

Bei Chvaletic (W) durchsetzt ein Limonitgang (Gangbreccie) die Schiefer; 
derselbe enthált hier auch Psilomelan. 

Wiewohl NW von Elbe-Teinic auf der Karte nur laurentinische Glimmer- 
schiefer verzeichnet sind, so kómmt doch S von Bělušic (etwas ůúber 1 Kilom.) 
Lydit und graphitischer Phyllit der Etage A in Bruchstůcken vor, also im Liegenden 
des Glimmerschiefers; es diirfte dies eine Dislocation, die aber von Schichten der 
Kreideformation verdeckt ist, andeuten. Der Fund von graphitischem Phyllit und 
Lydit hier, sowie eines dem Glimmerschieferphyllit áhnlichen Gesteines unterhalb 
Elbe-Teinic am rechten Elbeufer, weist úbrigens mit Sicherheit darauf hin, dass 
die Silur- (cambrische) Zone mit dem Glimmerschiefer bis an das rechte Elbeufer 
reicht. Am linken Elbeufer liegen die Phyllite der Etage A gleichfalls unter 
Glimmerschiefern, und sind also auch hier bedeutend dislocirt. Erst von Kojic an 
geht der Zug der cambrischen Phyllite regelmássig weiter. NW von Zdechovic 


45 


- kommen dann Phyllite, die einigermassen an Glimmerschieferphyllit erinnern, zum 
Vorschein, und es ist allerdings nicht sicher, ob sie der Etage A oder B zu- 
zuzáhlen selen. 

Auch N von Zbislavec ist das Ende der Schiefer-Etace A an dem Ver- 
schiebunesbruch schwierig zu bestimmen, weil daselbst die zerbrockelten Schiefer 
dieser Etage von denen der Schichtenzone Dd;, die hier an dieselben anstosst, 
schwer auseinander zu halten sind. 


Die Etage B und C. 


Dieselbe besteht aus Grauwacken und guarzigen Grauwackenconglome- 
raten, dann aus Grauwackenschiefern, die stellenweise zu phyllitáhnlichen Gesteinen 
umgewandelt sind. Zu diesen Gesteinen treten noch Chloritdioritaphanite, grobe 
Aphanitconglomerate, tufáhnliche Grauwacken und Grauwackenschiefer hinzu. Der 
Wechsel der grauwackenartigen Gesteine ist ein so manniefaltiger, dass bestimmte 
typische Formen derselben nicht leicht ausgewáhlt werden kónnen. 

Es ist auch schwierig, beide Etagen B und C auseinander zu halten, da 
sie nur nach dem Gesteinshabitus unterschieden werden kónnen. Die Lagerunes- 
verháltnisse, die sonst in solchen Fallen die Entscheidung ermóglichen, sind hier 
aus dreierlei Ursachen nicht hinreichend deutlich zu erkennen; u. zw. erstlich 

- wegen dem Chloritdioritaphanit, der zur Zeit der Bildung einer dieser Etagen 

- B oder C, also am Meeresgrunde hervordrang und die deutliche Aufeinanderfolge 
der Schichten verwischte; dann zweitens, weil die Dislocationen im Eisengebirge 
sehr bedeutend sind, und bei saigeren oder steilstehenden Schichten es schwierig 
wird die álteren von den jingeren Schichten zu unterscheiden, wenn dieselben 
nicht durch besondere schon im Voraus bekannte Merkmale characterisirt werden; 
endlich aber auch darum, weil die Entblóssung der Lagerungsverháltnisse so háufig 
zu mangelhaft ist, als dass sie gestattete, mit volligcer Klarheit die geologischen 
Verháltnisse zu entráthseln. 

Die Gesteine der Etage B und C scheinen eine sehr steil geschichtete 
Mulde zwischen der Etage A und der horizontalen Schichtenlagerung der Kreide- 
formation im Přeloučer Flachlande zu bilden; die Schichten, welche sich an die 
Etage A anschliessen, verfláchen námlich nach NO; in der Richtung Spitovic, 
Jankovic, Seník, Pelechov, Lipoltic, Ledeč, Stojic stehen sie aber saiger oder 
fallen steil, bald nach NO bald nach SW ein, und zwischen Spitovic, Kozašic, 
Brhloh, Tupes, Chrtník, Raškovic, Chotěnic fallen sie wieder allermeist nach NO 
ein, nur stellenweise wie bei Tupes steil nach SO oder stehen saiger, wie bel 
Lipoltic. — | 

Es ist demnach sehr schwer die genauere Altersfolge dieser Schichten 
anzugeben, und nur die Ahniichkeit des petrographischen Charakters gewisser 
Schichten mit den Gesteinen der Etage B bei Příbram oder mit denen der Etage 
C bei Jinec und Skrej, lásst darauf schliessen, dass auch die hiesigen Gesteine 
den oberwáhnten Etagen angehóren kónnten; es wird ůúbrigens diese Wahr- 
scheinlichkeit noch dadurch bekráftigt, dass im čstlichen Theile des Eisengebirges 
die Etage Dd, im Hangenden der cambrischen Zone mit ziemlich bestimmter 
Sicherheit nachgewiesen werden kann. 


46 


Zwischen Krakovan am rechten Elbeufer bis Chvaletic am linken Ufer 
zeigt sich keine Spur von Gesteinen dieser beiden Etagen, da dieselben hier unter 
dem Elbealluvium und unter den Schichten der Kreideformation verborgen liegen. 
Erst zwischen Chvaletic und Zdechovic zeigt sich, so viel die stellenweise ab- 
ceschwemmten Schichten des Kreidesystems zu sehen erlauben, úber den schwarzen 
phyllitáhnlichen Thonschiefern der Etage A dunkelgriner Chloritdioritaphanit an- 
stehend.  Derselbe lásst sich dann úiber Zdechovic, Morašic, Krasnic, Litošic, 
Lhotka, Sobolusk, Urbanic, Turkovic, Nový dvůr, Bukovina, Březinka, Holotín, 
Hošťalovic bis gegen Šloukovic und von Licomělic bis úber Vlastějov verfolgen. 

Dieser Chloritdioritaphanit hat die Gestalt eines sehr máchtigen Stockes, 
der auch echt sedimentáre Einlagerungen umschliesst; er zeigt eine gewisse, obwohl 
ganz undeutliche Schieferung oder Plattung, die aber doch so entwickelt ist, dass 
man erkennt, wie er hauptsáchlich gegen NO verflácht, oder auch steil einfállt. 
Bei Licomělic ONO, wo dies Verháltniss deutlicher ist, verfáchen die Bánke nach 
2) mit 75, an einem andern Orte W von Licomělic stehen sie saiger an und 
streichen nach 8*/,) Ebenso ist das NO Verfláchen auch bei Zdechovic úberall 
gut erkennbar. 

Trotz der Benennung des Gesteines als Aphanit ist seine Textur eigentlich 
eine porphyrartige, da mehr als millimeterlange Krystállchen von Plagioklas in 
dem Gesteine ausgeschieden sind, wodurch die Textur demnach eine nicht aphani- 
tische, sondern eine andesitáhnliche ist. | 

Stellenweise sind Epidotkórner oder Epidotamygdaloide, dann Chlorit, 
Ouarz und Calcitamygdaloide oder Nester ausgeschieden, wodurch das Gestein 
sich von dem gewohnlichen Aphanit unterscheidet und als Epidot-Chlorit-Diorit- 
Aphanit auf der geologischen Karte ausgeschieden ist. 

Indessen darf hier nicht ausser Acht gelassen werden, dass in platte 
Scherben zerfallende Aphanite, die auch gestreckte grobe Brocken geben, gewissen 
Aphanittuffen oder tuffigen Grauwackenschiefern hnlich sehen, namentlich wenn 
diese Gesteine nicht ganz gut entblósst oder schon etwas angegriffen sind. Die 
Gránzbestimmungen zwischen diesen Gesteinen ist desshalb an weniger entblóssten 
Stellen, wie insbesonders in der Umgebung von Hošťalovic und Licomělic nur 
beiláufig richtig. 

Der Aphanit mit seinen Varietáten, deren náhere Beschreibung spáter 
folgen wird, ruht bei Zdechovic, dann bei Morašic und zwischen Sobolusk bis 
Březinka unmittelbar auf den Phylliten der Etage A, u. zw. hochstwahrscheinlich 
in concordanter Auflagerung, obwohl dies durch keine unmittelbare Anschauung 
nachgewiesen werden kann. Zwischen Zdechovic und Morašic und von da bis 
Sobolusk aber bildet tuffige Grauwacke das Hangende der Phyllite der Etage A. 
Als tuffige Grauwacke sind auf der Karte verschiedenartige undeutlich bis deutlich 
schiefrige oder kórnige Gesteine ausgeschieden, deren Farben dunkelgrůne oder 
grůnliche sind, und die ausser wenig Auarz, Feldspath und dergl. auch Brocken 
oder verhárteten Schlamm von Aphanit enthalten, voň dem eben die grůne Fárbung 
des Gesteines herrůhrt. Štatt Feldspath fůhren die Grauwacken auch nur Kaolin 
in der Form von Orthoklasbrocken. Diese Grauwacken sind stellenweise auch als 
Conglomerate entwickelt, so zwischen Stojic und Rašovic, wo sie weisse bis nuss- 


) 
| 


| 


4 


ř grosse Auarzgerólle enthalten, stellenweise aber auch als schiefrig sandsteinartige 


hie und da von Auarzadern durchtrůmmerte, oder als grůnliche kleinkornige oder 
als schiefrige Grauwacken. Bei Turkovic ist die Grauwacke wieder lichtgrau, 
aus Auarzgerollen, Schieferbrocken, aufgelósten weissen oder noch fárbigen Aphanit- 
tgeschieben bestehend und hat trotz des groben Kornes eine ziemlich deutliche 
schiefrige Structur. An anderen Orten aber wird der Gehalt an Aphanitbrocken 
oder eruptivem Schlamm so bedeutend, dass sich aus denselben ein Úbergang in 
Diorit(aphanit)tuff entwickelt; wie man dies bei Litošic, Sobolusk, Sloukovic 
u. a. a. O. beobachten kann. Das Verfláchen der Schichten ist daselbst unter 459 
nach 4%; gerichtet. 


Die Gránzen sind demnach nur gegen den Aphanit zu etwas schárfer, 
gegen die anderen sedimentáren Gesteine aber sind sie weniger deutlich. 


Die unter einer Farbe auf der Karte als grůnliche tuffige Grauwacken 


ausgeschiedenen Gesteinen haben aber an verschiedenen Stellen ein verschiedenes 


Alter; jedenfalls sind dieselben jůnger als der Aphanit oder mindestens gleich- 
zeitige Bildungen mit demselben. Sie kommen sowohl im Liegenden des Aphanites 
als auch in dessen Hangendem und im Aphanite selbst vor. Oft sind dieselben so 
beschaffen, dass sie den Úbergang in die grosskórnigen Diorittuffconglomerate 
vermitteln. 


Das grosskórnige Diorittuffconglomerat besteht aus einer grůnen tuffigen, 
„verschieden fein- bis mittelkórnigen, etwas wenig schiefrigen Grundmasse mit sehr 
grossen, meist fausterossen Geróllen von Aphanitvarietáten und auch von guarzigen 
Grauwacken sowie von Lydit. Die Schichtung ist eine grobe, und nach der Lage 
der Gerólle immer wahrnehmbar; das Verfláchen geht meist gegen NO und ist 
recht steil. Dieses sehr charakteristische Gestein bildet theils einzelne Bánke ohne 
scharfe Gránzen in der tuffigen Grauwacke, háufiger aber Schichtenbánke unter 
dem Chloritdioritaphanit oder úber demselben, oder in diesem Aphanite selbst. 
Hierdurch wird offenbar die theilweise eleichzeitige Entstehung dieser Conglomerate 
mit dem Aphanit angedeutet, und zugleich die Annahme wahrscheinlich gemacht, 
dass alle diese Gesteine eigentlich nur einer Bildungsperiode angehóren. 


Eine máchtige Lagerstockmasse des Conglomerates ist von Krasnic ber 
Litošic bis gegen Rašovic unter den Aphanit und auch in demselben abgelagert; 
bei Lhotka liegt sie aber im Hangenden des Aphanitlagerstockes.  Endlich tritt 
eine solche Masse auch N von Kostelec als Insel in den Schichten der Kreide- 
formation auf, und zwar mit Schichten, die sich nach 13* mit 33“ auch nach 11*/, 
mit 639 verfiáchen. Die náheren Verbandverháltnisse sind hier nicht wahrnehmbar. 
In dem Conglomerate von důster grauen oder grůnen Farben ist das Bindemittel 
der Gerólle trotz seiner sedimentáren Entstehung und Zusammenschwemmung von 
Schlamm oder von zerbrockeltem Aphanit so eigenthůmlich, dass es unter dem 
Mikroscope von wirklich eruptiven Gesteinen kaum zu unterscheiden ist. Hier 
entscheiden alles die Lagerungsverháltnisse.  Auch feinkórnige bis kórnige Tuffe, 
die mit plattigem Aphanit oder mit gewissen dunkel grůnen Grauwackenschiefern 
um so leichter verwechselt werden kónnen, je mehr angewittert sie sind, kommen 
mit den Aphaniten bei Hošťalovic vor. 


48 


Das Altersverháltniss dieser Aphanite, Tuffe, Tuffconglomerate und tuffigen 
Grauwacken zu den guarzigen grůnlichen oder grauen Grauwacken und Grau- 
wackenschiefern, konnte hier nicht náher bestimmt werden. 

Sehr charakteristisch ist die lichtgelblichgraue oder blass róthlichoraue 
guarzige Grauwacke, welche theils als guarziges Grauwackenconglomerat, theils 
als grobkórnige bis mittelkórnige guarzige Grauwacke zu Tage tritt und auffallend 
an die áhnlichen Grauwacken der Barrande'schen Etage B bei Přibram erinnert, 
wesshalb. sie hier auch mit dem dieser Ahnlichkeit entsprechenden Wahrschein- 
lichkeitserund als analog dem mittelbohmischen B Conglomerate und der Grauwacke 
angefůhrt wird, trotzdem die Lagerungsverháltnisse derselben gegen die Schiefer- 
étage A hier nirgends deutlich aufeeschlossen sind. 

Unter sehr dislocirten und trotz aufmerksam vorgenommener Mappirung 
nicht náher deutbaren Verháltnissen, treten guarzige Grauwacken und Grauwacken- 
conelomerate an der Černá Skála, N von Hoštalovic, dann zwischen Březinka und 
Sloukovic und Vlastějov, in dem Aphanite oder nahe an demselben auf. Die 
Černá Skála besteht aus einer lichterauen bis lichtbraunen mittelkórniger-guar- 
zigen, festen Grauwacke (ohne Lyditgeroólle), die von den Příbramer Grauwacken 
B kaum zu unterscheiden ist. Die Schichtenbildung dieser Felsenkuppe ist £anz 
deutlich, da zwischen den aus weissen OAuarzgeróllen bestehenden Schichten 
fimgerdicke, guarzige, feinkórnige, undeutlich schiefrige Grauwackenlagen in- 
geschaltet sind. Hiebei sind aber die '/;—'/;"“ máchtigen Schichten verworren 
wellig gebogen und vielfach von 19" máchtigen milchweissen Auarzgángen sowie 
von Gangtrůmmern durchsetzt. Auf einem kleinem Raume wechselt das Verfláchen 

nach 24711. 08 T O MLC RO) 


Fig. 4. unter verschiedenen Winkeln. Fig. 4. zeigt die 

Černá Skáia, 1:1000, Imm — 1m. W Seitenansicht des hochsten Theiles der Černá 
So 9 Skála. Da der Felserat aus Aphaniten hervorragt, 
M NZ 7 5 so liegt die Vermuthung nahe, dass die hier 
S // TÁ = beobachteten Dislocationen durch das Eruptiv- 


dk gestein hervorgebracht wurden und dass dem- 
nach die Grauwacke (der Etage B) lter sei als der Aphanit, und entweder in der 
Tiefe mit den andern guarzigen Grauwacken zusammenhánge oder als Scholle in 
der Decke des Aphanites stecke. 

Die andern guarzigen Grauwacken und Conglomerate von Březinka bis 
Vlastějov sind theils nur nach grossen Blócken, die zerstreut herumliegen, bestimm- 
bar, theils sieht man sie auch in einzelnen Steinbrůchen anstehen, doch mit schwer 
wahrnehmbarer Schichtung; nur bei Hoštalovic bemerkt man ein deutliches Ver- 
fláchen nach N, 

Ein klares Bild der Lagerungsverháltnisse kann man also aus den ge- 
machten Beobachtungen nicht zusammenstellen, wohl hauptsáchlich desswegen, 
weil hier bei Vlastějov und in der Umgegend der Einfluss des grossen Schichten- 
bruches noch ein zu bedeutender ist, als dass er eine gróssere Parthie von un- 
gestórtem Felsenbau zur Beobachtung úbrig gelassen hátte. Ganz anders ist es 
zwischen Spitovic, Jankovic, Tupes, Lipoltice, Chrtník, Raškovic und Chotěnic, wo 
guarzige Grauwackenconglomerate von bedeutender Festigkeit einen zwar niedrigen 


| 
| 


49 


aber im Terrain scharf markirten Felsengrat bilden. Das Gestein dieses Grates 
besteht hauptsáchlich aus bis nussgrossen reinen halbdurchsichtigen Auarzgeróllen, 
so wie aus spárlicheren, schwarzen Lyditgeróllen, die durch ein guarziges Cement 
verbunden werden. Dieser Cement ist stellenweise rosenroth gefárbt, stellenweise 
kommen auch róthlich angeflogene Klifte oder Schichtfláchen vor; die Schichtung 
des Gesteines ist, wenn auch undeutlich, doch wahrnehmbar. Die NO Fláche 
der Schichten fállt unter die Schichten der Kreideformation, so dass deren Máchtig- 
keit nicht bestimmt werden kann. Diese guarzigen Grauwacken des Grates lassen 
sich auf die Lánge von 17 bis 18 Kilom. verfolgen; ihre horizontale Breite betrágt 
im Mittel nur /2—'/; Kilom., weil der gróssere Theil derselben unter der Kreide- 
formation liegt. Zur Zeit des Kreidemeeres ragten dieselben, als ein mauerartiges 
Riff, oder als eine Klippenreihe ber das Niveau des Meeres. Es hat beinahe 
den Anschein, als ob diese Grauwacken in dem steilen aber niedrigen Higelzuge 
Spitovic-Chotěnic nur den etwas steiler geneigten Rand eines Schichtenzuges dar- 
stellten, der sich unter der Fláche der Kreideformation, aus dem er bei Spitovic 
kuppenartig hervorragt, sanfter wellenfórmig ausbreitet. Das Verfláchen an der 
letzt erwáhnten Kuppe geht nach 2%/,—4" mit 50%. Einzelne isolirte Klippen 
treten auch weiter in der Ebene des Kreidesystems auf, so die Čertová skála 
(NW von Spitovic), dann bei Svinčan, und sind selbst bis 1', Kilom. von dem 
zusammenhángenden Grauwackenzuge gegen NO entfernt, was offenbar auf die 
weitere Verbreitung der Grauwacken unter der Kreideformation hinweist. 

Das Verfláchen der Grauwacken ist ein vorherrschend nordostliches: 
zwischen Kozašic und Zdechovic fallen die Schichten nach 2'/," mit 509 bis 4" 
mit 379 ein; eine hier háufiger roth gefárbte Zerkliftung verflácht nach 19" mit 
469; bei Tupes aber steil nach SW; in der Lipoltická skála gleich daneben, da 
wo feinkórnige Auarzite eingelagert sind, theils mit 86“ nach 13*/,*, theils nach 
22/,„h. mit 769; stellenweise stehen die in den Schichtungsfugen stark roth gefárbten 
Schichten auch ganz saiger. Zwischen Lipoltic und Chrtník im Harvaník-Růcken 
ist das Verfláchen NO mit 609; auch in der Chrtníker Schlucht ist trotz der 
Dislocation das Verfláchen ein NO, W von Svinčan nach 3'/;" mit 489. Bei Horní 
Raškovice, wo die in Klippen anstehenden Grauwacken durch bedeutende Stein- 
brůche aufgeschlossen sind, geht das Einfallen nach 2"/* mit 53%“ (Mittel aus 
4 Beobachtungen 1'/;b—3,) , 409—062").  Auch die kleine Grauwackenscholle, 
welche im Heřmanměstecer Parke aus den Korycaner (obercenomanen) Schichten 
der Kreideformation zum Vorschein kommt, scheint nach NO zu verfláchen. Ebenso 
ist bei Nové Dvory (O von Heřmanměstec) das Verfláchen im Mittel nach 3'/,*—4' 
mit 509—56“; in dieser Richtung liegen auch die platten Fláchen der Gerólle. Nur 
in Chocenic, wo Auarzgánge die Grauwacke vielfach durchsetzen, auch die durch 
den nahen grossen Schichtenbruch veranlasste Zerklůftune eine so bedeutende ist, 
dass sie die Schichtung ganz verdeckt, konnte die Richtune des Verfláchens nicht 
bestimmt werden. Hinter Chotěnic treten in der Fortsetzung der Streichungslinie 
der Grauwacke schon Schichten der Etage D zu Tage. 

In Betreff der allgemeinen Lagerung kann in dem Zuge der guarzigen 
Grauwackenconglomerate von Tupes úber Lipoltic im Kozí vrch zwischen Ledec 
und Chrtník und noch etwas weiter in der Richtung gegen Raškovic entweder eine 

4 


50 


steile antiklinale Schichtenstellung angenommen werden, da das Verfláchen in der — 
Lipoltická skála saiger und steil nach NO und SW gerichtet ist; oder aber eine © 
beinahe in der Richtung des Streichens gehende Verwerfung, was der wahrschein- 
lichere Fall ist. Fůr diese letztere Annahme sprechen folgende zwei Beobachtungen. © 
In dem Thalrisse von Tupes gegen den westlichen Lipolticer Teich Fig. 5, ist 
námlich eine solche Ver- 
Fig. 5. | werfung in den Grau- © 

Pá P 79 © wackenschichten B ange- 
> mym VW Fm deutet, obwohl sie wegen 
Z SPRL UE M nicht hinreichend deut- 
licher  Entblóssung nicht 
ganz sicher bestimmt werden kann und desswegen auf dem Durchschnitt nicht 
dargestellt ist. Die zweite Beobachtung bezieht sich auf die Chrtníker Schlucht, 
; | B wo die Grauwacken 
Fig. 6. durch den Diabas- 

N vom R stock durchsetzt 
werden (Figur 6), 
m JYA //— Bachlein Ausserdem aber in 
= bí ť A A2 2 z ihrer Lagerung noch 
| durch Nebenverwer- 
fungen gestort sind. Der Diabas ist mit Pyrit impraegnirt und von Adern eines 
spáthigen Calcites durchsetzt; er steht in den schroffen Wánden bei der Chrtníker 
Ságe deutlich entblósst an, und ist ofenbar jůnger als die guarzige Grauwacke; 

wahrscheinlich liegt er in der Richtung der erwáhnten Verwerfungskluft. 

Die guarzigen grob- bis grosskórnigen Grauwacken an den Klippen „Skály“ 
bei Raškovic lieferten einen, wenn auch ganz undeutlichen organischen Rest in 
der Form eines federkieldicken etwas plattgedrůckten Stengels, als Steinkern :; 
die Deutung desselben ist unmóglich, da die Erhaltung gar zu roh ist; man kónnte 
hiebei etwa nur an Fucoidenreste erinnert werden. 

SW von dem Grauwackenzuge, d. h. im Liegenden des guarzigen Grau- 
wackenconglomerates folgt constant ein verháltnissmassig enger Zug von grauen, 
oder graugrůnen, oder dunkelgraugrůnen, oder graulichblauen Grauwackenschiefern, 
welche stellenweise petrographisch den Grauwackenschiefern der silurischen Pri- 
mordialzone C von Jinec und Skrej zum Verwechseln áhnlich sind. (Ob dieselben 
hier wirklich als Vertreter der Etage C angesehen werden kónnen, ist eine Frage, 
deren Lósung noch nicht gelang. Wůrden dieselben der Etage C entsprechen, so 
můsste angenommen werden, dass der eben beschriebene Grauwackenzug B, unter 
dem diese Schichten liegen, úberkippt gelagert ist, so dass die jiingeren, den C- 
Schichten hnlichen Šchiefer, unter die álteren Grauwacken der Etage B ver- 
schoben wáren. Bei Lipoltic, wo das Einfallen der Schichten saiger ist, kann aber 
die Lagerung die beiden oben angefůhrten Deutungen zulassen. 

Aus der Schichtenlagerung ergiebt sich also keine Aufklárung des eigent- 
lichen Schichtenbaues. Nur eines ist vollig sicher, námlich dass diese den Schie- 
fern der silurischen Etage C so áhnlichen Grauwackenschiefer mit den guarzigen 
Grauwackenconglomeraten, die hier als Analogon der Etage B angenommen werden 


Báchlein 


| 


bl 
-der Bildungszeit nach aufs engste verbunden sind, indem sie mit denselben wechsel- 


ist. Man erkennt daselbst, dass diese Šchiefer ebenso durch Wechsellagerung, 
als auch durch allmáhlichen Úbergang aufs engste mit den graulichorůnen oder 
dunkelgraugrůnen kórnigen Grauwacken verbunden sind. Šámmtliche drei Gesteins- 
gruppen, die Zone der guarzigen Grauwackenconglomerate B, die den Schiefern 
C sehr áhnlichen Grauwackenschiefer, und die kórnmigen meist graugrinen Grau- 
„wacken, sind also miteinander auís engste verbunden, und gerade aus dieser 
Ursache lásst sich die Frage, ob die zwei letzteren Gesteine der Etage B oder 
C angehóren, vorláufie nicht lósen. Wůrde der Grauwackenzug B mit dem NO 
Verfláchen in natůrlicher Lage sich befinden, so můssten diese Gesteine, da sie 
das Liegende desselben bilden, eleichfalls der Etage B angehóren. 


Der den Schiefern der Etage C áhnliche Grauwackenschiefer vom Liegenden 
des Grauwackenzuges B, zeigt von Spitovic bis gegen Benešovic keine Eigenthůmlich- 
keit, nur dass er etwas phyllitartig wird und nach 2'/;* mit 35“ einfállt und stark 
transversal zerklůftet ist. Bei Benešovic und Seník aber, wo sich dieser Zug bis 
auf '/,„ Kilom. erweitert, wáhrend sonst seine Breite kaum "/, Kilom. betrágt, ist 
der Grauwackenschiefer beinahe in echten grauen Phyllit von schwach seiden- 


| artigem Glanze an den ebenen Schieferungsffáchen metamorphosirt. Die phyllit- 
"hnlichen Schiefer verfláchen nach 1'/;* mit 74“ und brechen in bis 2 meterlange 


und 1" breite recht důnne Platten. Innerhalb der Schiefer kommen 1'/,„" máchtige 
Bánke einer klein- bis feinkornigem Grauwacke (Grauwackensandstein) vor, wáhrend 
im Liegenden kórnige Grauwacke vorherrscht. In den Phylliten, deren Schieferung 
durch die transversalen Klůfte nicht stark beeintráchtigt wird, kommen stellenweise 
háufige lichtgraue Streifchen von feinkorniger Grauwacke vor. Auch bei Pelechov 
zeigen sich áhnliche Grauwackenschiefer von grůnlich grauer Farbe, jedoch in den 
kórnigen Grauwacken eingelagert und nach 1'/,* mit 849 verfláchend. Die Schichtung 
ist ganz undeutlich, dafůr aber die transversale Schieferung stark hervortretend. 
O von Lipoltic etwa 1000 Schritte davon, ist der Grauwackenschiefer schwarzgrau, 
und durch transversale Schieferung dickgriffelfórmig zerbrockelnd; die Schichtung 
und wahre Schieferung ist gánzlich verwischt; die transversale Schieferung zeigt 
das sůdliche Verfláchen nach 12*/,* mit 81“. 


Sehr instructiv sind auch die Verháltnisse in der Chrtníker Schlucht, 
genau N von Svojšic 1"/, Kilom. Hier sind die stellenweise bis zum Verwechseln 
den Schiefern der Etage C von Skrej áhnlichen Grauwackenschiefer im Liegenden 
des guarzigen Grauwackenzuges (fig. 6.) so stark transversal geschiefert, dass in 
denselben die wahre Richtung des Verfláchens der Schichten, die nach 4";» mit 
899 einfallen, verwischt ist. Die wahre Schichtung ist nur noch an den Bánken 
von kórniger Grauwacke, die mit den Schiefern wechsellagern, zu erkennen; aber 
auch diese Grauwacken-Bánke zeigen eine wiewohl nur undeutliche, falsche 
Schieferung. Das Verfláchen der transversalen Schieferung betrágt im Mittel 769 
nach 13',* (649 bis 859). Gegen das Liegende herrschen dann Grauwacken vor. 
Im Liegenden des guarzigen Grauwackenzuges von Chotěnic sind die Grauwacken- 
schiefer wieder manchen Schiefern der Etage C von Jinec áhnlich. 

4* 


D2 


s žnoná — <é ní < u vně 


Eine ganz áhnliche Farbe haben auch die Grauwackenschiefer von Morašic 
(OS von Heřmanměstec); es ist aber bei dem Umstande, als hier irgendwo die- 
grosse Verschiebungsspalte durchgeht, nicht móglich, die Identitát der Schiefer 
von beiden Localitáten zu constatiren, da auch andere metamorphische Schiefer 
ahnlich aussehen. 


4 

Im Liegenden dieses den Schiefern der silurischen Etage C hnlichen. 

Zuges finden sich die in der Zeichenerklárune als graugrůne kórnige Grauwacken 
bezeichneten Gesteine. 


Was die Verbreitung anbelangt, so sieht man die Grauwacke zum ersten 
male S von Trnavka aus den Schichten der Kreideformation hervorragen; dann 
aber nach einer Unterbrechung durch die Phyllitzunge deren Deutung als A oder 
B ungewiss ist, zieht sich der Grauwackenzug in der Breite zwischen Spitovic 
und Zdechovic úber Krasnic, Šeník, Pelechov, Lipoltic, Urbanic, Ledec, Svojšic, 
Stojic und ist noch nach einer Unterbrechung durch úberlagernde Schichten der 
Kreideformation in Kostelec und am Palácbere (SO von Heřmanměstec) nach- 
weisbar. Gegen NO wird der Grauwackenzug von den C šhnlichen Grauwacken- 
schiefern begránzt, und ist an der Gránze mit denselben durch Wechsellagerung 
verbunden. SW aber begránzen ihn Chlorit-Dioritaphanit und tuffige Grauwacken-. 
gesteine. Die Breite betrágt 1—1'/, Kilom., was auch seiner Máchtigkeit entsprechen 
důrfte, da das Verfláchen der Schichten ein sehr steiles ist. 


Was den Gesteinshabitus anbelangt, so herrschen verschiedenartige licht 
oder dunkel graugriůne kórnige Grauwacken vor, die mitsammen und mit Grau- 
wackenschiefern wechsellagern, und auch bedeutendere Einlagerungen von dunklen 
Grauwackenschiefern enthalten. Diese Grauwacken sind bei Urbanic (Vrtáčková 
skála, na široké cesté) mittelkórnie, blass graulicherůn, mit theilweise kaolinisirten 
Feldspáthen und bis fingerdicken Auarzadern reichlich durchsetzt. An andern 
Orten sind wieder gróssere Auarzbrocken in die kórnige Grauwacke eingestrent. 
Bei Ledec ist die Grauwacke graugrůn, kleinkórnig, guarzig, durch Ouarzklůfte 
durchsetzt, auch von Chloritklůften durchsetzt, oder sie wird sehr kleinkórnig, 
bis schiefrig kleinkórnig und einer Auarzitgrauwacke oder einem GAuarzitsandstein 
ahnlich. Bei Svojšic-Stojic sind in der klein- bis mittelkórnigen dunkel graugrůnen 
Grauwacke erbsen- bis nussgrosse weisse Ouarzgerólle háufie. Die Schichtung ist 
theils deutlich důnn, theils grob. Die grůne Farbe verdankt ihren Ursprung den 
nahen Aphaniten, die das Material zur Bildung dieser Grauwacken theilweise 
abgaben; darnach wůrden die Grauwacken jinger sein als die Aphanite, die jeden- 
falls cambrisch sind. 


Wenn Grauwackenschieferschichten in die Grauwacke eingelagert sind, so 
erscheinen dieselben meist transversal geschiefert. 


Das Verfláchen der Grauwacken und der eingelagerten Grauwackenschiefer 
ist durchwegs ein sehr steiles, ja oft stehen sie ganz saiger, sowohl nach NO 
als auch nach SW. SW von Kozašic etwa 2000 Schritte unter dem B-Zuge sind 
die grůnen, weissen, Guarzbrocken enthaltenden Grauwacken transversal zerklůftet; 
die Zerklůftung verfácht nach 19" mit 469; daselbst haben aber andere klein- 
kórnige Grauwacken, die etwas schiefrig erscheinen, das Verfláchen von 629 nach 


D3 


1*/,). Bei Zdechovic O kommen auch róthliche oder grauróthliche halbschiefrige 
"kórnige Grauwacken vor. ; 

Bedeutend steiler ist das Verfláchen bei Lipoltic, wo die Schichten in der 
Vrtáčková skála nach 2*/," mit 749 sich neigen. Zwischen Lhotka und Urbanic 
ist die guarzice gróbere oder sehr feinkórnice schiefrige Grauwacke mit 839 nach 
1*/," geneigt. In und bei Ledec aber verfláchen die Schichten, wenn sie nicht 
saiger stehen, bald nach 1';—2'/;" mit 86—88", bald unter demselben steilen 
Winkel nach SW. Die transversale Zerklůftune in den kórnigen Grauwacken 
(Grauwackensandsteinen), oft blos durch diůnne Ouarzklůftchen angedeutet, verflácht 
nach 10" mit 70". 

Bei Svojšic und Stojic ist das Verfláchen der oleichfalls griinen guarzigen 
oder schiefrigen, mitsammen wechsellagernden Grauwačken ebenfalls steil, nach 
1—3",» mit 70—899; stellenweise, wie unter der Svojšicer Ruine, stehen die 
wechsellagernden kórnigen Grauwacken und schiefricen Grauwacken saiger (Strei- 
chen 8'/,*) oder fallen steil verkehrt ein, das ist nach 15*/,* mit 899, Die trans- 
versale Zerklůftung oder Schieferung verflácht hier nach 24* mit 74. 

Schliesslich sind hier nur noch diejenigen Gesteine zu erwáhnen, deren 
Lagerungsverháltnisse in der Richtung der Zbislavec-Chotěnicer Bruchlinie derartig 
„verworren und beinahe unentwirrbar sind, dass eine náhere Erklárung derselben 
wegen der vielfachen Stórungen gar nicht zulássig ist. 

Das steile oder steil gefaltete Verfláchen der Schichten ándert sich hier 
stellenweise in ein sůdliches um, obzwar diese Verháltnisse nur local zu beobachten 
sind, indem hier die Schichtung und transversale Schieferung von einander kaum 
unterschieden werden kónnen. Es kommen hier sowohl tuffige als auch grůne 
Grauwacken und dunkle Grauwackenschiefer vor. Nur im Thale bei Kostelec ist 
das Verfláchen gut entblósst. Die grůnlichgrauen, lichterau cebánderten, fein- 
kórnigen Grauwacken und die festeren kórnigen guarzigen Grauwacken, welche 
hier durch Steinbriůche unter der Kirche entblósst sind, verfláchen nach Sůd, 
námlich nach 12" mit 12—13“. Die Máchtigkeit der einzelnen gebánderten 
Schichten ist tiefer unter dem Ausbiss zu bemerken, sie betrágt bis 1'," Unter 
dem Rasen aber sind die Schichten in holzscheitáhnliche grobe Stůcke zerklůftet, 
und werden guer von einer den Schichten parallel gehenden Streifung durchsetzt. 
Diese transversale Zerklůftung verflácht nach 20* mit 709; eine andere Zerklůftung 
aber verflácht saiger nach 16" 

Sůdlich von diesen klein- bis feinkórnigen Grauwacken folgen tuffige und 
andere grůne Grauwacken und schiefrigce Grauwacken, welche sich ber die Palác- 
kuppe bis Radlín verfolgen lassen, wo dieselben an der Bruchlinie, die dort irgendwo 
durchgeht, absetzen. Noch eine eigenthůmliche graue guarzige feste Grauwacke 
mit erbsengrossen Geróllstůcken von vorherrschendem Guarze, findet sich hier 
vor, jedoch nur im Bereiche der Zbislavec -Chotěnicer Bruchlinie, u. zw. unter 
solchen Verháltnissen, dass es nicht sicher nachweisbar ist, ob dieselbe noch der 
cambrischen, oder der primordialen Zone oder schon den Schichten der zweiten 
Silurfauna angehórt. An gewissen Orten, wie in dem Kostelec-Podoler Thal scheint 
es, als wůrde sie zur Zone d, angehóren; an andern Orten ist aber irgend eine 
Deutung der Lagerung gar nicht měglich. Diese dunkelgraue, feste, guarzige 


D4 


Grauwacke zeiet zwischen Jetonic und N von Sušic und Zdechovic, nur im. 
Kostelecer Thale eine deutliche Lagerung, mit dem Verfláchen von509 nach 12 — 
Ein- bis zweifingerdicke weisse Guarzklůfte durchsetzen hier die Grauwacke - 
háufig. Westlich davon lásst sich die Lagerung nicht nachweisen, da sie wahr- 
scheinlich sehr gestort ist. 

Úberhaupt sind die Lagerungsverháltnisse zwischen Zbislavec -Chotěnic 
wegen dem sich hieher ziehenden Hauptbruche des Schichtenbaues und wegen 
der mangelhaften Entblóssune schwer oder gar nicht zu deuten. So findet man 
zwischen Licoměřic und Zbislavec schwarze Phyllite, diegestort gelagert sind, 
und graue feinkórnige GAuarzite darin, welche der Etage d, und d;, angehóren 
důrften, anstossend an Phyllite der Etage A, und graue, feste, guarzige Grau- 
wacken, die eben frůher erwáhnt wurden und die oleichfalls gestórt gelagert 
sind, so dass es bei der hohen Umwandlung der Gesteine der Zonen A und d, 
sehr schwierig ist, dieselben auseinander zu halten, und der willkůrlichen Deutung 
derselben um so mehr freier Raum sgegeben ist, als in solchen Gesteinen die 
Bruchlinien keine scharfe und deutliche Begránzung zeigen. 

Im Bereiche der Bruchlinie bleibt also noch manches unaufgeklárt und 
wird es noch so lange bleiben, bis nicht andere gůnstigere Beobachtungen oder 
zufállice Entblóssungen die klare Darlegung der Lagerungsverháltnisse ermóglicht 
haben werden. 

Um wenigstens ein ideales Bild der Lagerungsverháltnisse dieses Theiles © 
des Eisengebirges zu geben, sei hier die Fig. 7 eingeschaltet. Bei Semtěš liegen 


Fig. 7. 
Idealer Durchschnitt durch das Eisengebirge von Semtěš gegen Lipoltice. 
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Lhotka Skála Podyrd 


Semtěš Vápenice 


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auf laurentinischen Glimmerschiefern schwarze Schiefer der Etage A, dariůber in 
wenig entblósster Lagerung Grauwackentuffe, Aphanite, Aphanitconglomerate, end- 
lich steil stehende Grauwacken mit Grauwackenschiefern, die der Etage C so 
áhnlich sind. Den Schluss bildet der Wall von Grauwacken B bei Lipoltic, deren 
Hangendes ganz von der Ebene der Kreideformation verdeckt wird. 


e) Das Silur vom Hauptbruch bis Slatiňan. 


Sůdlich und čstlich von der Bruchlinie, welche zwischen Zbislavec-Lico- 
měřic nach Chotěnic sich zieht und lángs deren Richtung die cambrische Schichten- 
zone mit der silurischen der Etage D unter verworrenen Lagerungsverháltnissen 
an einander stossen, kommen nur Gesteine dieser letzteren Etage u. zw. ihrer 
Unterabtheilungen dy, dz, dz vor. Dieselben werden im Norden von Gebilden des 
Kreidesystems bedeckt, das in einzelnen Buchten in das silurische Gebiete ein- 
dringt; im Sůden aber, zwischen Zbislavec, Rudov, Kraskov bis Rtejn, stossen sie 


. 


i 
| 


D5 


-am jiingeren Granit an, von da aber bis Škrovád werden sie von schiefrigem 


Felsitporphyr abnorm begránzt. 
Die Lagerungsverháltnisse sind hier schon einigermassen deutlicher als 


-im Gebiete der vordem beschriebenen cambrischen Zone, so dass hier eine Unter- 


- scheidung von verschiedenen Etagen auf Grund von gewichtigen Analogien mit 
- dem centralbohmischen Silur versucht werden kann. 


Im kurzen kónnen die Lagerungsverháltnisse folgenderweise angedeutet 
werden. Sůdlich von der Linie Míčov, N Prachovic, N Boukalka, N Vápenný 
Podol, N GCitkov, N Mladoňovice, Deblov, Teinic, Podhůra, Slatiňany verflůchen 
die von uns als Analogie der silurischen Etage D angesprochenen Schichten vor- 
herrschend nach Siůden. Nordlich von dieser Linie ist das Verfáchen derselben 
ein steil wellenformiges, bald nach Sůd bald nach XN einfallend; unter der Decke 
der Kreideformation aber scheint der Schichtenbau weniger steil zu sein und 
bildet antiklinale und synklinale Faltungen, die úberhaupt die geologischen Ver- 
háltnisse dieses Theiles des Eisengebirges charakterisiren. Die hier vorherrschen- 
den Gesteine sind: schwarze Thonschiefer, stellenweise ebenschiefrig, stellen- 
weise aber ziemlich parallel zart gefáltelt und wahrscheinlich der Etage d, 
angehorend. Diese Schiefer enthalten an sehr vielen Orten etwas verdrůckte und 
bráunlich angelaufene Hohlabdrůcke von Pyritwůrfeln; Pyrit aber selbst in Wůrfeln, 
wird nur an wenigen Orten, so bei Morašic, angetroffen. Ausser den antiklinalen 


-und synklinalen Hauptfalten des Schichtenbaues kommen noch secundáre gewunden 


wellenfórmige Faltungen vor, wodurch es in manchen Fallen schwierig wird, die 
Hauptrichtung des Verfláchens festzuhalten. In diesen Thonschiefern nun ist kry- 
stallinischer weisser, stellenweise ein wenig bláulicher oder graulich gefleckter 
Kalkstein eingelagert. Im Liegenden ist derselbe etwas schiefrig und blaulich- 
schwarzgrau, und graphitisch. In Klůften werden an solchen Stellen kleine hockerige 
Ouetschfáchen mit glánzendem Graphit- (Anthracit?) Úberzigen beobachtet. 
Dieser krystallinische Kalkstein (Podoler Kalk) enthált stellenweise Úri- 
noidenstielelieder; dieselben lassen sich aber nur in den graulichen Stellen, wenn 
dieselben angeschliffen sind, deutlich erkennen. Besser zeigen sich diese Crinoiden- 
reste in den liegenden schwarzen halbschiefrigen Kalksteinen knapp ober den 
schwarzen Thonschiefern in der Schlucht von Citkov, wo gewisse Handstůcke viele 
solche aus weissem spáthigen Calcit bestehende Crinoiden-Bruchstůcke enthalten. 
Das Vorkommen dieser Crinoidenreste und dann der Gesteinshabitus der 
nahen Grauwacken weisen offenbar darauf hin, dass das Kalksteinlager von Podol 
palaeozoisch ist. Im Cambrischen und in den Primordialschichten kommen zwar 
Crinoiden nicht vor, aber im Untersilur treten sie auf, obwohl seltener als im 
Obersilur. Auf der Grundlage dieses palaeontologischen Merkmales, so wie noch 
anderer Merkzeichen ist die Annahme die plausibelste, dass die Podoler Kalksteine 
und die sie begleitenden Schiefer dem Untersilur angehoren. An Devon kann 
schon desshalb nicht gedacht werden, weil der Zusammenhang des Gebirgszuges 
mit dem centralbohmischen Silurbecken bis beinahe zur Sicherheit wahrscheinlich 
ist. Die Crinoidenstielelieder und auch verschiedene schlecht erhaltene Basal- 
theile von Crinoidenkelchen lassen allerdings keine náhere Bestimmung zu; es ist 
selbst der Nahruneskanal in denselben nicht immer ersichtlich. Die besser er- 


56 


haltenen, durchwegs cylindrischen Stieleliederreste, zeigen entweder einen kreis- 
runden oder einen pentagonal sternfórmigen Nahrungskanal, so dass hier vielleicht 
zwei Arten vorkommen. Ausser Crinoidenstielgliedern sind noch důnne Mollusken- 
Schalen von undeutbarem Charakter und sehr spárlichem Vorkommen hier auf- 
gefunden worden. 

Bemerkenswerth ist es, dass die Thonschiefer im Liegenden des Kalklagers 
(nordlich) die schon erwáhnten negativen Pyriteindrůcke zeigen, im Hangenden 
aber (sůdlich) dieselben ganz fehlen. 

Sehr verbreitet ist fěinkórnicer Ouarzit von gelblicher, graulicher bis 
dunkelgrauer Farbe, der an die schwarzen Thonschiefer gebunden ist. Schon der 
petrographische Charakter des Gesteines lásst darin die Zone Dd, vermuthen. Zur 
beinahe vólligen Sicherheit wird diese Annahme aber noch dadurch, dass sich 
normal zur Schichtung, sowohl in den lichten als auch in den grauen Auarziten 
jene langen Róhrchen zeigen, welche unter dem Namen $Scolithus (Tigilites) trotz 
ihres problematischen Wesens doch fiir die Erkennung der Auarzitzone d, im 
centralbohmischen Becken so bezeichnend sind. Es sind diese Scolithusrohren an 


zahlreichen Štellen vorgefunden; so namentlich reichlich zwischen Deblov und 


Lipina, N von Podhůra, W von Mladoňovic bei Sušic, kurz beinahe durchwegs in 


dem Auarzitzuge, wenn auch nicht úberall sehr háufig. Durch dieses Vorkommen © 


wird fůr den Auarzit des Eisengebirges die Einreihung in die Zone d, mit beinahe 
volliger Sicherheit bestimmt, woraus nun folgt, dass die schwarzen Thonschiefer, 
welche das Kalklager von Podol einschliessen und unter den Guarziten liegen, 
der Zone Dd, angehóren můssen, trotzdlem dass ausser den wenig charakteristischen 
Crinoidenresten kein palaeontologisches Merkmal vorliegt. Es kónnten zwar diese 
schwarzen Thonschiefer auch als d; gedeutet werden, doch dem widersprechen die 
Lagerungsverháltnisse, da diese Thonschiefer unter den Auarziten ruhen. 

Die Auarzite sind dort, wo sie in den Sátteln der antiklinalen Faltungen 
vorkommen, meist lose zerfallen und zeigen demnach keine Schichtung, oder sie 
sind von einem Trimmerwerk von Auarzadern durchsetzt und wieder verkittet, so 
dass die Krkennune ihrer Schichtung ungemein schwierig wird. Da die Auarzite 
wegen ihrer Spródigkeit allen Biegungen nicht so folgen wie die liesenden Thon- 
schiefer, so treten sie in losen, angeháuften Blócken auf, namentlich an den Stellen 
der stárksten Schichtenfaltungen. Diejenigen schwarzen Thonschiefer, welche auf 
den Ouarziten d, aufruhen, scheinen, trotzdem sie von den Thonschiefern der Etage 
Dd, petrographisch nicht zu unterscheiden sind, Vertreter der Zone d; zu sein. 

An der Granitgránze sind sowohl die Thonschiefer der Zone d, als auch 
jene der Zone d; gánzlich in Ottrelitschiefer umegewandelt, indem sich derselbe 
durch allmáhligen Úbergang aus den schwarzen Thonschiefern entwickelt. 

Fůr den Fall, als die im vorhergehenden Capitel erwáhnte dunkelgraue, 
kórnig-guarzige Grauwacke in der Richtung der Zbislavec-Chotěnicer Bruchlinie, 
schon diesen Silurgebilden der Etage D angehóren nhl wůrde sie die láogoslh 
schichten der Zone d, bilden. 


DT 


Die Etage Dd,. 


| Dieselbe besteht aus schwarzen, auf den Schichtungsfiáchen oft schwach 
(parallel gefáltelten Thonschiefern und zeiet an vielen Orten verdrůckte Hohldrůcke 
-von verschwundenen Pyritwůrfeln. Sie verflácht nach beiden Seiten, das ist nach 
© Nound S, wie dies in dem unteren Theile der Ouertháler von radove und Podol 
„ gegen Kostelec, dann in den beiden Schluchten von Cíitkov gegen Morašic zu 
© beobachten ist. Ein ideales. Bild des Schichtenbaues dieser vorherrschenden 
Gesteine gibt die Fig. 8., welche die Verháltnisse der Citkover Schlucht darstellt, 


Fig. 8. 
Linkes Thalgehinge der Schlucht von Dolan-Citkov, 1:50000 
NNO Thalweg nach Nerozhodov Ss8W 


honsnd | Z ZES9Y 


ka a ds | d | 
Da die Schichten synklinale und antiklinale Wellen bilden, so muss es auch Stellen 
geben, wo dieselben beinahe horizontal liegen. Die Lagerungsverháltnisse sind aber 
- oft durch die stark hervortretende transversale Schieferung oder Zerklůftung ver- 
deckt. So zeigen die Schichten SW von Morašic, nahe an der Bruchlinie, die 
wahrscheinlich der Zone d, angehóren, ausser einer horizontalen Plattung noch 
folgende Richtungen, nach denen sie sich spalten: eine Spaltungsrichtung námlich 
nach 8" mit 44“, eine andere nach 14'/,» mit 30“ und eine weitere nach 2';* mit 
569. Welche von den vier Richtungen als Schichtung anzunehmen Wáre, lásst sich 
nicht entscheiden. Hier enthalten die Schiefer bis 1% breite Pyritwůrfel. An der 
Můndung des Prachovicer Thálchens in das Podoler Thal enthalten die schwarzen 
Thonschiefer im O Gehánge ein N verfláchendes graues Auarzitlager eingeschaltet, 
und zeigen nahe bei diesem Auarzitlager Schieferungsrichtungen mit den Ver- 
láchungsrichtungen nach 13" mit 55“, so wie nach 24" mit 709. Auch hier lásst 
es sich nicht entscheiden, was die eigentliche Schichtung und was transversale 
Schieferune ist, obwohl weiter sůdlich davon die Schichten schon nach N verfláchen. 
In demselben Thale, aber am W Gehánge desselben, geht das Verfláchen der 
Schichten deutlich nach Siden. N von Sušic zeigen dieselben Schiefer zwei Rich- 
tungen des Einfallens; die eine neigt sich nach 10'",* —11*/," mit 30%, die 
andere mit 909 nach bh.: ; die liegenden (also etwas N davon streichenden) grauen 
guarzigen Grauwacken, m Zugehorickeit zu B oder d, zweifelhaft ist, besitzen 
zwei Kluftrichtungen, die eine fállt nach 8';,* —11',* i 82—88", die andere 
nach 21" mit 30“ ein. Was hier in diesen beiden Fállen Schichtung und Schieferung 
oder transversale Zerklůftung ist, bleibt allerdings unentschieden. Auch unter dem 
Míčover Glockenthurme ist der Thonschiefer so stark gefaltet und durch eine so 
grosse Zahl von Spaltungsrichtungen durchsetzt, dass keine davon hervorgehoben 
werden kann, und man ůúber die Schichtung věllig im Unklaren bleibt. Die 
Spaltenrichtungen zeigen das Einfallen nach 16* , nach 14*, dann nach 10* mit 
68“ und 18'/," mit 909. Die letzten Fálle aus der Náhe des Bruches entnommen, 
zeigen den wechselvollen Charakter der Zerkliftung und Schichtung. 


D8 


In Folge dieser Zerklůftungen zerfallen die Thonschiefer an vielen Orten 
in Holzscheit- oder Griffel-áhnliche Bruchstůcke, besonders dort, wo sie unmittelbar 
zu Tage ausgehen. 

Es besteht allerdings eine Ahnlichkeit derselben mit den schwarzen 
Phylliten der Zone A, doch unterscheiden sie sich von denselben durch die 
Abwesenheit von Kieselschieferschichten, indem nur bei Šušic unbedeutende 
Andeutungen davon vorkommen, dann auch durch die schon frůher erwáhnten 
verdrůckten wůrfelfórmigen Hohlráume. Nichtsdestoweniger konnte in der Náhe 
des Schichtenbruches zwischen Zbislavec und Licoměřic die Scheidung der Gesteine 
nur so durchgefůhrt werden, dass die Gesteine mit Auarziten d, als Thonschiefer d,, 
die anderen schwarzen Phyllite mit Lyditen aber als Etage A ausgeschieden wurden. 

In der Náhe der Granitgránze und zwar im Gebiete des Bučina-Berges bei 
Podol, sowie W und O von demselben úbergeht der Thonschiefer in Ottrelitschiefer. 

Schwache unbedeutende Gánge von Minette durchsetzen die Schiefer d, 
nahe ONO von Tasovic und N von Citkov in den Waldgehángen des Kočičí Ocas. 
Die schwachen Minettegánge sind nur nach den losen Bruchstůcken erkennbar. 

W von Mladoňovic finden sich in der Zone der Schiefer eigenthůmliche 
undeutlich schiefrige, grůnlich graue Gesteine, die Diorittuffen nicht unáhnlich sind, 
aber wegen der geringen Frische keine weitere Bestimmung zulassen. Auf der 
Karte sind sie als schiefriger Felsitporhyr ausgeschieden. ONO von Deblov etwas 
úber */, Kilom. scheint eine Verwerfung die Schichten d, von den mauerartig 
aufragenden Auarziten d, zu trennen. In dem Thálchen, das sich von hier guer 
durch die Auarzite zieht, findet man Grauwacke in Bruchstůcken, welche an die 
im Tiefsten der Zone d, vorkommenden Gesteine erinnert, die das Liegende der 
Haematitlager der Zone d, im centralbohmischen Silurbecken bilden.  Wirklich 
trifft man hier auch Andeutungen solcher rothen Fárbungen und von erzigen Ge- 
steinen an, doch alles nur in einzelnen Brocken und nirgends anstehend. 

Eine der interessantesten Erscheinungen des ganzen Eisengebirges ist 
jedenfalls das sehr máchtige lenticulare Lager oder der Lagerstock des Kalksteines 
bei Podol, der in einer Lánse von 3*/, Kilom. zwischen Prachovic und Citkov 
sich erstreckt und seine grósste Máchtigkeit zwischen Prachovic und Boukalka 
mit mehr als 2, Kilom. entwickelt. Dieses Kalksteinlager keilt sich schnell an 
beiden Enden aus und verflácht durchwegs nach S, ebenso die dasselbe begleitenden 
Schiefer im Liegenden sowie im Hangenden, wobei sich erst weiter im Liegenden 
die bedeutenden Faltungen dieser Schiefer zeigen. 

In Prachovic verfáchen die Bánke des weissen mittelkrystallinischen, stellen- 
weise graulich gestreiften Kalksteines im Mittel nach 12"/,» mit 489; die parallele 
Zerklůftung stellenweise nach 18'/,* mit 47%. Bei Boukalka betrágt das Einfallen 
nach 12'/;„* 609; bei Vápenný Podol nach 14* mit 57". 

Am čstlichen Ende gegen CČitkov wird das Kalksteinlager bedeutend ver- 
worfen, und es erscheinen in der Verwerfungskluft zermalmte graphitische Schiefer 
mit einer schwachen eingelagerten Ouarzitschicht. *) Verwerfungen, und zwar oft 
recht bedeutende, sind úberhaupt in diesem Kalksteinlager háufig. Im den Ver- 
werfungskliůften treten Calcitkrystalle — "'/, R. o R., auch — 2 R oder grob- 
spáthige Kalksinter auf. In der Stockmitte ist der Kalkstein grobbánkig, gegen 


: 


das Hangende und Liegende zu aber mehr grau, kleinkórnig und 
unvollkommen schiefrig, so wie besonders bei Citkov etwas reicher 
an Crinoidstieloliedern, die an dieser Stelle obwohl nur áusserst 
selten, auch im Thonschiefer vorkommen. 

In Podol selbst enthált der Kalkstock eine, aber wegen 
des verschůtteten Einganges unzugángliche, ziemlich grosse Hóohle. 
Ein Durchschnitt durch die máchtige Anschwellune des Lager- 
stockes bei Boukalka stellt die Fig. 9. dar. Im Liegenden ver- 
fláchen die Thonschiefer nur bis zu eines gewissen Entfernung 
nach Sůden, dann aber sind sie vielfach gefaltet; im Haugenden 
des Lagers verfláchen die Schichten bis zum Granitgránze gleich- 
mássig nach S, stellenweise nur wenig steil. 

Im Hangenden Theile das Kalkstein- Fig. 10. 
lagers sind auch einige Minettegánge zu be- 1:200, Imm. — 2dm. 
merken, deren Máchtigkeit unter 1" bleibt. * | i 
In einem Šteinbruche S von Boukalka zeigen 
sich ihrer vier, wie in der Ansicht Fig. 10. 
dargestellt ist. Diese vier vom Kalksteine 
scharf getrennten Minettegánge verfláchen 
nach 22';,* mit 809—84". Die Textur des 
Pe boatetics ist eine ziemlich deutlich kórnig 
schuppige; die broncefárbigen nicht mehr frischen, ziemlich deut- 
lichen Schuppen des Biotites sind ziemlich parallel zu den Gang- 
ulmen. Einige Gánge an der Gránze mit dem Kalksteine enthalten 
scharfkantige Bruchstůcke von krystallinischem Kalkstein. Es ist 
dies die einzige Entblóssung von Minettegángen in diesem Gebiete. 

„ Da im mittel-bohmischen Silur die Minette das Alter der 
Zone d; besitzt, so muss sie allerdings auch áltere Schichten 
gangfórmig durchsetzen, was auf die hiesigen Verháltnisse an- 
gewendet dafůr spricht, dass das Podoler Kalksteinlager mit den 
Thonschiefern álter sein kann, als die Zone d;, und dass mithin 
dieser Kalkstein der Zone d, angehóren kann. 

An manchen Orten, wie besonders am rechten Thalgehánge 
bei der Vereinigung des Podoler Thales mit der Prachovicer 
Schlucht kommt in Schiefern grauer feinkórniger Auarzit vor, der 
also hler nur untergeordnet auftritt. 


Die Etage Dd,. 


Dieselbe besteht aus grauen, dunkelgrauen bis gelblich- 
grauen, feinkornigen Auarziten, oft von weissen Ouarzadern durch- 


59 


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schwármt, besonders an den Stellen, wo der Schichtenbau gewůlbeartio sich 


erhebt. 


Die friiher erwáhnten Scolithusrohrchen, senkrecht gegen die Schichtung 


eingewachsen, begleiten als ein sehr bezeichnendes Merkmal das Vorkommen dieser 


60 


Ouarzite. Im westlichen Theile des beschriebenen Terrains kommt der Auarzit 
in zwei getrennten Zůgen vor, im óstlichen Theile aber vereinigen sich diese beiden 
Zůge zu einer wellenfórmig gebogenen Decke. 

Zwischen Zbislavec und Jetonic finden sich nur losgerissene, nach den 
herumliegenden Blócken kenntliche Theile der Zone vor; die Lagerungsverháltnisse 
konnten daselbst aber wegen Mangel an tieferen £inschnitten nicht náher bestimmt 
werden. Von Sušic úber Tasovic bis Ouherčic zieht sich die Zone in der Gestalt 
eines bald breiten, bald verengten Štreifens, was von der Neigung der Schichten 
abhánst, von W nach O.  Meist ist das Verfláchen nicht gut kenntlich; nur in 
der Kostelecer Schlucht verfáchen die GAuarzitschichten verschieden stark nach 
Sůden. Bei Ouherčic und Dolan enthalten die Auarzite zahlreiche stecknadel- 
grosse Abdrůcke von Pyritwůrfeln. 

Von Ouherčic an lagern sich die GOuarzite wellenfórmig flach in Form 
einer Decke bis gegen Dubina und Morašic, und verfláchen weiter unter die 
Schichten des Kreidesystems. Das Verfláchen geht hier sowohl nach 5"/,„:—6", als 
auch nach 15'/,* mit 40—609; an den Stellen der stárksten Schichtenbiegungen 
sleht man háufig weisse Auarzadern. Durch einen Luftsattel oder unter der 
Decke der Kreideformation stehen die Ouarzite von Zbliznovic (/A459%. Smrt) mit 
der vorigen Auarzitdecke in Verbindung und sind gleichfalls wellenfórmig, oft 
aber ziemlich steil gelagert. Eine Schicht N von Zbliznovic fállt sogar nach 19* mit 
809, nicht weit davon nach 7" mit 80“ ein. Der zweite Zug der Auarziten scheint, 
obwohl keine gute Entblóssung denselben aufschliesst, sondern nur herumliegende 
Blócke ihn andeuten, doch gegen den Granit, also nach SW zu verfláchen. Dieser 
Zug zieht sich im S Gehánge des Bučinaberges bei Skoranov an dem Bučina- 
Jágerhause vorbei, und setzt hinter demselben SO an dem Granit ab. Das Gestein, 
in welches dieser Auarzitzug eingelagert ist, besteht beinahe durchgehends aus 
Ottrelitschiefern, die aus den Thonschiefern der Zonen d, und d, entstanden sind. 

Diese Metamorphose liess den Auarzit unverándert, obwohl derselbe'*doch 
etwas mehr krystallinisch erscheint, als die andern Auarzite der Zone d;. 

Durch einen Luftsattel důrfte die Zbliznovicer Decke mit dem Zuge von 
Deblov-Rabstýnek zusammenhángen, der sich O von Deblov in der Gestalt einer 
Felsenmauer, wahrscheinlich lángs einer Verwerfungskluft hinzieht und melist 
ziemlich steil nach SOS (Deblov N, 11* 76%—809), bei Rabstýnek aber weniger 
steil einfállt. 

Ein eigenes Auarzitlager, welches von dem bei Deblov-Rabstýnek anstehen- 
den durch schwarze Thonschiefer getrennt ist, u. zw. entweder mittels einer Ver- 
werfung oder eines Luftsattels tritt als eine niedrice Felsenmauer bei Mladoňovic- 
Lípa auf, mit dem Verfláchen gegen Lipina nach 12" mit 30“—50“, und bildet, 
indem es eine ganz deutliche Wólbung zeist, einen Theil einer antiklinalen Schi- 
chtung. Šehr deutlich sind in der Auarzitmauer gewisse Klůfte entwickelt; eine 
scharf markirte Kluftrichtung verflácht nach 5'/," mit 907, eine weniger deutliche 
nach ?/,". mit 25%. Die Zerklůftung verdankt ihre Entstehung wahrscheinlich einer 
Verwerfung, an der die Schichten weiter óstlich absetzen. Auch bei Teinic-Tiroler- 
Haus tritt ein Ouarzitstreifen auf, doch ist es unentschieden, ob derselbe ein 
eigenes Lager bildet, oder ob er mit dem Rabsteiner zusammenhánst. Gegen O zu 


61 


- aber vereinigen sich beide Ouarzitzůge von Deblov-Rabstýnek und Teinic in der 


Waldkuppe Hůra bei Slatiňan. Der Auarzit wechsellagert im NW Gehánge dieses 
Berges mit Thonschiefern und hat ein Verfláchen nach SO und S, bis er unter 
Schichten der Kreideformation lánes der Bogenlinie von Lhota, Slatiňan, Škrovády, 
Kuchanovice verschwindet.  Bei Slávková hůra geht das Verfláchen nach 3* mit 
65%, bei St. Anna ober Slatiňan nach 9" mit 60%. Auf den Kuppen Hůra und 
Podhůra wechselt das Verfláchen; die Guarzitschichten sind da stellenweise aber 
auch horizontal gelagert und stark mit Guarzadern durchnetzt, sie nehmen einen 
grossen Theil der Kuppen ein, indem sie die Decke der Schiefer d, bilden. 


Die westlichen durch antiklinale Schichtenstellungen von einander getrennten, 
stellenweise auch wellenfórmige Decken bildenden Auarzitzůge náhern sich einander 
gegen O so, dass sie sich endlich in der Hůra vereinigen, nachher aber bald unter 
den Schichten der Kreideformation verschwinden, wobei sie schwach von W gegen 
O einfallen. 


Die in den Auarziten háufig undeutliche Schichtung ist einer blossen 
Zerklůftung áhnlich ; in den liegenden Schiefern der Zone d, aber wird durch die 
hier herrschende Faltung der Schichten der Unterschied zwischen Schichtung und 
Zerklůftune verwischt, so dass aus diesen beiden Ursachen die hier zahlreich auf- 
tretenden Verwerfungsklůfte schwer erkennbar sind. 


Die Zone DU.. 


Dieselbe tritt meist nur als Ottrelitschiefer (Chloritoidschiefer) auf, und 
zwar im Hangenden des Auarzitzuges d, von Bučina, zwischen diesem und dem 
rothen Granit. Blos in Folge dieser Lagerungsverháltnisse, also blos wegen der 
Auflagerung auf Auarzit wird der Zug dieser Schiefer als das Analogon der Zone 
d, betrachtet. Die Gesteine desselben lassen sich úbrigens von den metamorphi- 
schen Gesteinen der Zone d, nicht unterscheiden. 


Bei dem Kraskover Jágerhaus (NO von Kraskov) kommt mit diesen Schie- 
fern auch ein Corsitstock in Berůhrung. An dieser Stelle ist auch die Umwandlung 
derselben in Ottrelitschiefer am deutlichsten. 


Um auch die Lage- 
rungsverháltnisse des ost- Fig. 11. 
lichen Theiles des Eisen- Idealer Durchschnitt durch das Risengebirge von NNW nach S50 uber Deblov. 
gebirges anzudeuten, ist NNW 1: 50000 S80 


: . * Mejtky Deblov Pohořalka 
ein  Durchschnitt senk- : 


recht zum Streichen úber x : —=M 
Deblov (Fig. 11) dar- 
gestellt, in welchem nur die schwarzen Schiefer d, und die Auarzite d, vorkommen. 


In den schiefrigen Felsitporhyren, an welchen in der S Gránze die Schichten 


der Etage D absetzen, finden sich auch Schollen dieser Schiefer. Es ist aber 


der Nachweis dieser Schollennatur nicht immer leicht, da auch die Felsitschiefer, 
wenn sie faul erscheinen, den zersetzten sedimentáren Schiefern hnlich sehen. 


62 


Solche Schollen wáren etwa, allerdings in einem verwitterten Zustande, wo also 
eine Irrung móglich ist, bei Pračov und bei Licibořic nachwěisbar. Das Verfláchen 
an derselben ist S; die Klůfte sind von Limoniten gefárbt. 


f) Die Silurinsel von Hlinsko. 


Dieselbe zieht sich auf die Lánge von 25 Kilom. zwischen Kreuzberg, 
Hlinsko, Skuč úber Richenburg; die grósste Breite derselben betrágt zwischen 
Mrákotín und Ranná etwas úber 5 Km. 

Die Schiefer sind hier zwischen dem Gneus des bohmisch-máhrischen 
Gránzgebirges und zwischen grauem, theilweise auch rothem Granit des Nassa- 
berger Massivs eingeschlossen und werden nordlich von Schichten des Kreide- 
systems úberlagert, wáhrend sie sich sůdlich bei Vojnoměstec auskeilen. 

In der Richtung Vojnoměstec, Chlum, Vítanov, Kouty liegen die Schichten 
discordant auf Gneus; weiter úber Hlinsko, Plaňan, Dědová, Krouna, Otrádov, 
Miřetín, Kutřín schiebt sich zwischen Gneus und Silurschiefer ein enger Štreifen 
von rothem Granit ein. Dieser liegende Gneus gehórt schon dem Gránzgebirge 
an. Um dieses Verháltniss der discordanten Lagerung der Silurschiefer gegen 

Gneus zu verdeutlichen, sei hier die 

Fig. 12. Fig. 12 beigefůgt, welche das Contact- 

verháltniss der nach 4';* mit 30? 

verfáchenden, vielfach durch Ver- 

werfungen gebrochenen Silurschiefer 

gegen den nach 17"/;* mit 206“ ver- 

fláchenden Gneus zeigt, wie es O 
von Vojnoměstec sich darbietet. 

Von Vojnoměstec bis Kreuzberg bilden die iúberlagernden Schichten der 
Kreideformation die Gránze der Schiefer; von Kreuzberg ůúber Kohoutov, Stan, 
Unter Holetín, Mrákotín, Skuč aber grauer Granit und grauer Gneusgranit und 
zwar als ein Eruptivgestein von spáterer Entstehung. Von Skuč úber Richenburg, 
Hněvětic, Peralec bildet die im óstlichen Boóhmen weithin sichtbare Terrainstufe 
des mittleren bóhmischen Kreidesystems, die Decke úber den Silurgesteinen, die 
dann nur im Thalgrunde unterhalb Richenburg bis gegen Doly noch entblósst sind. 

Die Gesteine dieser Schieferinsel sind theils graue, theils grůnliche echte 
Phyllite, mit oder ohne ausgeschiedene Auarznester, so namentlich zwischen Chlum 
und Vojnoměstec oder zwischen Mrákotín-Hlinsko-Kladné. An gewissen Orten zeigen 
diese Phyllite einen allmáhlichen Úbergang in Grauwackenschiefer, aus denen sie 
entstanden sind, so dass zwischen beiden keine scharfe Gránze besteht. Diese 
Mittelgesteine sind auf der Karte aber als Phyllit ausgeschieden. Sie wechsel- 
lagern mit dem Phyllit und bilden im rothen Granit zwischen Podměstí (Proseč) 
und Peralec eine Scholle mit gestórter Lagerung; sie verfláchen hier stellenweise 
nach 4" mit 72%. Diese von rothem Granit umfasste Phyllitscholle setzt unter 
Ouadersandsteinen also unterhalb Bor in der Richtung gegen Jarošov weiter 
fort, denn sonst kónnten in den zwei nur etliche Schritte langen Entblóssungen 


SW 1:10000 NO 
Můhle 


V OY JO. ET 


63 


im tiefsten der Thalschluchten S von Vranic oder NW Jarošov nicht ebenfalls 
zerbrockelte Phyllite zum Vorschein kommen. In der nordostlicheren Entblóssung 
-im Thalwege (S Vranic) stósst der Phyllit sogar an rothen Granit noch an. 

In Proseč selbst ist ebenfalls eine Scholle schiefriger Gesteine im rothen 
Granit eingeschlossen. Diese Gesteine, welche S90 von Proseč am Farský kopec 
besser zu Tage treten, sind wohl keine Phyllite, sondern sehr feinkórnige den 
Phylliten ihnliche Amphibolschiefer von dunkler Farbe, die hie und da einen 
Epidotstreifen einschliessen. Sie fallen vorherrschend sehr steil beinahe nach O ein 
(jedoch auch stellenweise nach WSW oder N). Vielleicht wáre der Name Amphi- 
bolphyllit fůr dieselben passender. Auf der Karte sind dieselben als schiefrige 
Amphibolite ausgeschieden. 

In diesen grauen bis schwarzen Phylliten und phyllitáhnlichen Thonschiefern 
oder umgewandelten Grauwackenschiefern kommen Grauwackenschiefer von grauer 
oder grůnlich schwarzer Farbe vor, ganz áhnlich den Schiefern C von Skrej und 
Jinec, des centralbohmischen Silurbeckens. Doch ist diese Ahnlichkeit fůr die 
Bestimmung des Alters derselben sehr ungenůgend, da neben denselben auch 
solche schwarze Schiefer vorkommen, die an die Etage A oder auch an Dd, 
erinnern. Es sind úberhaupt sámmtliche Schiefer hier so bedeutend umgeándert, 
dass nach ihrer petrographischen Beschaffenheit auf die Silur-Etage, der sie etwa 
angehóren, nicht geschlossen werden kann. Dieser Umstand ist in der Farben- 
erklárune berůcksichtigt worden und es erhielten demnach die Schiefern kein 
| Etagen- Zeichen. 

Das zweite vorherrschende Gestein ist graue Grauwacke. Sie nimmt den 
NO Theil der Silurinsel ein, wáhrend die schwarzen Schiefer die SW Hálfte 
zusammensetzen. Die graue mittelkórnige guarzige Grauwacke entspricht beiláufig 
derjenigen Varietát, die als grau-grůne Grauwacke im Eisengebirge bezeichnet 
wurde. Sie geht durch Verfeinerung des Kornes in gebánderte licht- und dunkel- 
graue feinfórmige Grauwacken ber, wie man dies unter der Kirche von Kostelec 
(S Heřmanův Městec) sieht; auch bei Richenburg finden sich solche Grauwacken 
unter den grauen kórnigen Gesteinen. 

Die grauen Grauwacken enthalten ausser Ouarz und wenig zersetzten 
Orthoklas nur spurenweise Glimmerschůppchen; sie sind wahrscheinlich von gleichem 
Alter mit den graugrůnen Grauwacken des Eisengebirges, nur sind sie hier lokale 
Bildungen, zu denen nicht der Dioritaphanit, wie im Eisengebirge, sondern schwarz- 
grauer Auarzporphyr das Materiale lieferte. Es treten námlich in der Umgebung 
von Richenburg bei Skuč, Lešan, mit der grauen Grauwacke auch schwarzgraue 
Ouarzporphyre als gleichzeitige Bildungen auf und an diese lehnt sich die Grau- 
wacke theils an, theils wird sie aber auch von den Porphyren durchsetzt. Diese 
Grauwacken kónnten demnach auch als schwarze Auarzporphyrtuffe bezeichnet 
werden. Die Trennung derselben von den Eruptivgesteinen, denen sie stellenweise 
zum Verwechseln áhnlich sind, gelingt mit Sicherheit nur dort, wo die Lagerungs- 
verháltnisse ganz deutlich sind, wo námlich die Schichtung den sedimentáren und 
die Gangbildung den eruptiven Charakter der Gesteine unzweifelhaft bezeichnet. 
Bei Lagergángen ist dann die Entscheidung schwer zu treffen. Gewóhnlich ist 
aber die Grauwacke (oder Porphyrtuff) etwas weniger frisch und enthált Spuren 


04 


von Glimmerbláttchen.  Zwischen Richenburg und Voldříš aber wird diese Grau- 
wacke theilweise schiefrig und graulichgriůn, so dass auch hier eine Ahnlichkeit 
mit der vorhin erwáhnten Grauwacke des Eisengebirges bemerkbar wird. 

Auch die guarzige Grauwacke (oder Porphyrtuff) tritt in verschiedenen 
Varietáten auf; namentlich sind sehr háufig phyllitáhnliche Grauwackenschiefer, 


- i... 


die durch allmáhlige Úbergánge mit der Grauwacke verbunden sind, in denselben © 


eingelagert. Diese Grauwackenschiefer sehen den Grauwackenschiefern der Etage 
B oder C der Umgebungen von Prag áhnlich. 

Zwischen den Schiefern und Grauwacken besteht keine schánlé Gránze, 
wie dies auf der Karte zwischen Žďárec und Voldříš angegeben ist, sondern der 
Úbergang ist ein so unmerklicher, dass diese Gránze nur als eine durchschnitt- 


lich mittlere anzusehen ist. Untergeordnet kommen in den Gesteinen der Schiefer- © 


parthie im SW Theile der Insel an den Gránzen mit Granit und Gneus verschiedene 


Contactmetamorphosen vor. 80 sind gewisse Schichten ganz einem kleinkórnigen © 


recht festen Biotitelimmerschiefer áhnlich, wie zwischen Mrakotín und Babákov; 
áhnliche Glimmerschiefer sind auch bei Stan und zwischen Vítanov und Chlum zu 
sehen, wo sie die Phyllite von Hlinsko mit denjenigen von Kreuzberg verbinden. 
Doch lásst sich, wie schon frůher angefůhrt wurde, das Alter dieser mit lenticu- 
laren Auarznestern versehenen Glimmerschiefer keineswegs sicher nachweisen, so 
das auch ihre Zugehórigkeit zum Laurentin nicht ausgeschlossen ist. 

Am Contacte mit Granit werden auch Amphibolschiefer angetroffen, so 
bei Vítanov, Stan, Unter-Babákov; doch bleibt es hier wegen mangelhafter Ent- 
blóssung unentschieden, ob diese Amphibolschiefer zum obersten Laurentin gehóren, 
oder ob sie umgewandelte cambrische Schiefer sind. Nahe an diesen Amphibolit- 
schiefern finden sich recht háufig in den Gránzschiefern auch bis 1" máchtige 
Lagerecánge von schiefrigem Felsitporphyr, wie derselbe bei Lukavic vorkommt, 
und auch von rothem Granit; deutlich sieht man dies aber nur am Eisenbahn- 
einschnitt. 

Diorite und Auarzporphyre siad ebenfalls háufige Gránzbildungen, so bei 
Plaňan, bei Babákov, Vojnoměstec und an andern Orten, doch sind die Ent- 
blóssungen ůúberall mangelhaft. 

Lángs der Gránze mit dem Granit sind die Phyllite oder stark gefáltelte 
schwarze Thonschiefer als sogenannter Fruchtschiefer entwickelt, so von Mrákotín 
an bis gegen Stan; aber auch etwas entlegener von der Gránze findet sich diese 
Gesteinsvarietát in Phylliten eingelagert, so namentlich bei Vojtěchov. 

Bei Kladné zeigen die Phyllite eine feine Fáltelung und ebenfláchige 
Schieferung und enthalten keine Auarzausscheidungen, dafůr aber fůhren sie Stau- 
rolith, so dass sie als Staurolithphyllite angefůhrt werden kónnen. Die schwarzen 
Thonschiefer bei Hlinsko aber sind Andalusit(Chiastolit)-Schiefer. Úbergánge werden 
úberall háufig angetroffen. 

Gewisse Schichten, besonders an den Gránzen, sind durch dichten sehwarz- 
grauen, mit kleineren weissen Auarzadern durchschwármten Lydit, ersetzt. Solche 
Lydite bilden lenticulare Schichten in ganzen Ziůgen, wie nahe der Gránze bei 
Dědová, wo ausser schwarzen Lyditen auch blaufleischrothe, manchem Felsit 
ahnliche Lydite vorkommen, die etwas gestreckte Glimmermembranen fůhren, so 


— 


65 


'namentlich bei Čertovina am Metkový kopec, bei Oflenda und bei Mrákotín. Die Lydite 
'bilden in Folge ihrer grósseren Festigkeit in dem Schieferterrain flache Kuppen. Auch 
„weiter von den Gránzen finden šich einzelne Schichten von Lydit vor, so bei Kladné, 
(Vojtěchov, SO von Holetín, jedoch in nur ganz untergeordneter Lagerung. 

S von Chlum (N von Kreuzberg) sind die Thonschiefer in Ottrelitschiefer 
| umgewandelt. 

Wenn Schollen von Schiefern im Granit eingeschlossen erscheinen, so sind 
| dieselben, insofern sie weit von děr Silurgránze auftreten, wie bei Stružinec, wo solche 
| grossen Schieferbrocken von grauem Granite umhůllt werden, in Amphibolit umge- 
'wandelt; nahe an der Šilurgránze aber, wie im rothen Granite W von Kreuzberg, 
(sind die zahlreichen Schieferschollen in dem Granite stark metamorphosirt und 

E n gefárbt. 

Bemerkenswerth ist es, dass in den Schiefern auch graue kleinkórnige Grau- 
Říh (vielleicht Borpiivtulřé) vorkommen, die jedoch keine scharfe Scheidung 
(zulassen, so bei Ober-Holetín. 

Bei Kladné, W im Štrassenbuge kommt in etwas gefalteten grauem Stau- 

"rolithphyllit eine '/„" máchtige Schicht von feinkórnigem Ouarzit vor. Ein áhnlicher 
 Ouarzit, als graue feste guarzige Grauwacke auf der Karte bezeichnet, findet sich 
-in grósseren Massen zwischen Kreuzberg und Vojnoměstec, stellenweise auch mit 
"grůnlichen Phylliten wechsellagernd. Diese feste guarzige Grauwacke ist in den 
"Klůften von Haematit roth gefárbt, der in derselben oft ganefórmige Nester bildet, 
und in denselben Anfiůge von Malachit und Lunit enthált. Das Vorkommen dieser 
feinkórnigen, festen,; dguarzigen Grauwacken (oder Auarzit) deutet das Alter der 
Kreuzberger Schieferzone an. Da námlich in der Etage A solche Guarzite oder 
Grauwacken nicht vorkommen, so kónnen die Schiefer-Gesteine trotz der bedeu- 
tenden Ahnlichkeit mit gewissen Schichten der cambrischen Etage A und trotz 
des auch bekannten Vorkommens von Lyditen in denselben, doch nur der Etage 
B zugetheilt werden, weil solche guarzitische Gesteine im centralbohmischen Becken 
nur in dieser Etage auftreten. 

In dem Gebiete der grauen guarzigen Grauwacken kommen ausser den 
schon vorerwáhnten Phyllit-Thonschiefern auch solche Grauwacken von feinem 
Korne vor, die an die Kostelecer Šchichten (S von Hefřmanměstec) erinnern, 
folglich auch móglicher Weise der cambrischen Etage B angehóren. Nebstdem 
sind auch feste oraue guarzige Grauwacken namentlich bei Richenburg und im 
Thale des Krounabaches, N von Richenburg neben grauen tuffigen Grauwacken 
háufig eingelagert, 

Lydit tritt hier nur selten auf; nur bei Kutřín findet er sich im Contact 
zwischen Grauwacke und Granit. 

In der Peralecer kleinen Schieferinsel ist auch ein Zug von grůnlichen 
kórnigen Grauwacken mit den Schiefern verbunden. 

Diese Merkmale deuten darauf hin, dass die Grauwackenschiefer, Thon- 
schiefer und Grauwacken, sowie die Phyllite hóchst wahrscheinlich den cambrischen 
Schichtenzonen angehóren, indem sie eine so grosse Ahnlichkeit mit den Gesteinen 
der mittelbohmischen Etage B haben, wobei jedoch keineswegs das Vorhandensein 
der Etage A und der Primordialzone C ausgeschlossen ist. 

5 


66 


jn 


Die sámmtlichen Schichten der grossen Schieferscholle stehen bei dem 
Streichen von N nach S beinahe am Kopfe, desshalb die Entscheidung, was das 
Liegende oder Hangende darstellt, schwer zu treffen ist. Es gilt freilich als Regel, 
dass gewóhnlich in einer Schichtenzone die gróberen Schichten die álteren, die 
weniger groben, also die schiefrigen, die jingeren sind. Dem zu Folge wáren die © 
Grauwacken von Skuč das vermuthliche Liegende, und die Schiefer von Hlinsko © 
das Hangende der hiesigen Schieferbildung. Allein da auch Abweichungen von © 
dieser Regel bekannt sind, indem allenfalls die mittelbohmischen Etagen A und.. 
B im Zusammenhange in den tieferen Schichten A aus Schiefern, also aus feineren © 
Gesteinen, in den hóheren Schichten B aus Grauwacken und Schiefern bestehen; 
und da es weiter nicht entschieden ist, ob in dieser Schieferinsel nur eine oder 
mehrere cambrische Etagen entwickelt sind, so ist auch der Hinweis auf die obige © 
Regel nicht maassgebend, und es bleibt also das Liegende und Hangende unsicher. 

Die Schichten streichen, wie erwáhnt, meist von N nach S und stehen 
am Kopfe; nur gegen die Gneusgránze nehmen sie ein sanfteres Verfláchen an 
und streichen an dieser Gránze selbst lángs der Contactlinie, so dass nur spátere 
Verschiebungen in den gehobenen Schichten die Richtung des Štreichens geándert 
haben konnten. | 

Wenn man das Verfláchen der mit Grauwackenschiefern und Thonschiefern 
wechsellagernden Grauwacken von Skuč ber Žďárec, Račic, Voldřetic verfolet, so 
ergiebt sich im Mittel das Verfláchen nach 7'/;" mit 809—909, und ebensoháufig 
auch das entgegensetzte Einfallen nach 19" mit 809—909. Sůdlicher von Ranná © 
neigen sich die Schichten im Mittel schon nach 3" mit 359 (2"/,"-—4* ) und sind 
vielfach gebogen oder antiklinal gewólbt, wie bei Vojtěchov an der Eisenbahn. 
Nebstdem stellt sich eine Zerklůftune ein, deren Verfláchen nach 1" mit 80“ geht. 

An solchen Orten enthalten die Schiefer zahlreiche Nester von halbdurch- 
sichtigem OAuarz, so wie armdicke Lagergánge von GAuarz mit scharfkantigen 
Schieferbruchstůcken. 

Bei Kladné, also noch náher an der Gneuseránze, von derselben nur 1", 
km. entfernt, wurde ein Verfláchen der Staurollitphylite nach 4"—5*" mit 209—329 
beobachtet. Ahnliche Verháltnisse bemerkt man auch an den festen, grauen, guar- 
zigen Grauwacken am Krounabache N von Richenburg, wo dieselben mit schwarzen, 
schiefrigen Grauwacken wechsellagern, und dadurch ihren Schichtenbau ganz deut- 
lich zeigen. Bei Dol und Lhota fallen die Schichten am linken Bachufer meist 
nach 5; —9" mit 659—909, am rechten Ufer meist nach 16*—18* mit 75. Bei 
Richenburg, westlich von der Kirche in der Schlucht haben die Schichten nahe 
am Ausbiss, also hóher im Schluchtgehánge, das Verflichen nach 21" mit 36" 
bis 389, wáhrend an der Sohle der Schlucht ihr Einfallen sich nach O wendet, 
und die Schichten also eine isokline Mulde bilden. Bei der Miihle NW von 
Kutřín in der Richenburger Schlucht, nur etwa "'„ km. von der durch Granit- 
gánge zahlreich durchsetzten Gránze, geht das Verfláchen nach 20%," mit 17", 
also der Richtung der Gesteinsgránze angepasst, obwohl noch bei Hněvětic die 
Schichten ganz saiger stehen. 

Bei Mrakotín ist das Einfallen des Glimmerschiefers nahe an der Granit- 
gránze noch nach 8" mit 809— 90“ gerichtet; bei Dolní Holetín wechselt es aber 


| 
| 


61 


„mach 9% mit 889 bis 909 oder entgegengesetzt nach 19"—20* mit eben demselben 
| steilen Winkel. Bei Stan, 2'/, Km. SW von Hlinsko, ist, ganz nahe an der Gneus- 
(gránze die Lagerung wieder so geándert, dass sich Schichtenneigungen nach 15 * 
| mit 85" zeigen. An solchen gestorten Stellen kommen auch amphibolháltige umge- 
(wandelte Schiefer vor. Bei Vítanov an der Eisenbahn wurde stellenweise das Ver- 
| fláchen nach 23" mit 439 beobachtet. 

NW von Kreuzbere haben die graulichgrůnen, phyllitáhnlichen Thonschiefer, 
Vin denen in gewissen Schichteň auch Amphibolnadeln im Gemenge erscheinen, 
(das wechselnde Verfláchen nach 10:*—14* mit 20—509, weil úberhaupt diese Silur- 
' schieferscholle durch bedeutende Zerklůftune im Grossen ganz zeřstůckt ist. Im 
' Kreuzberg selbst (N) verfiáchen die Schiefer, die hier durch "/„" máchtige aplit- 
' ahnliche Graniteángce durchsetzt werden, nach 8" mit 45"; sie befinden sich hier 
-schon ganz nahe an der Graniteránze. Dass auch in der kleinen Scholle im Granit 
| zwischen Peralec und Podměstí das Verfláchen und die Richtune desselben sich 
-sehr ándert, ist wahrscheinlich eine Folge der Guetschung derselben. Eine Be- 
| stimmung der Richtung des Einfallens ergab hier 4" mit 72. 
| In der Náhe der Granitgránze bemerkt man an manchen Orten, wo die 
| Entblóssuncen gůnstig sind, wie bei Maliny (SW Skuč), Kreuzberg und Stan, 
-dass die Schiefer von Granitgángen durchsetzt werden. Diese wenig máchtigen 
Graniteánge haben aber nicht die typische Zusammensetzune der bedeutenderen 
- Granitmassen, sondern sie sind theils aplitisch, theils etwas porphyrartig. 


g) Jůngere Gesteine auf dem Laurentin und Silur des Eisengebirges. 


Die jingeren auf dem alten laurentinischen oder silurischen Terrain des 
Eisengebirges abgelagerten Formationen nehmen nur einen sehr beschránkten Raum 
ein. Sie sind blos die noch ůúbrig gebliebenen, nicht weggeschwemmten Reste 
von Schichten, die nicht nur das Eisengebirge, sondern einen grossen Theil von 
Bóhmen bedeckt haben und wegen der schon fertig dastehenden Gestalt des Eisen- 
gebirges, besonders zur Zeit des Kreidesystems von den geneigten Fláchen des 
Gebirges leichter wieder weggeschwemmt werden konnten, als. es in dem mehr 
ebenen Flachlande der Fall war. 

Von jiůngeren Bildungen, die sich an geschůtzteren Stellen als Úber- 
deckung der álteren Gesteine erhalten haben, treten hier nur Reste des Perm- und 
Kreidesystems, so wie auch einige Alluvialbildungen auf. 


Das Permsystem. 


Dasselbe ist hier nur mit den allertiefsten Schichten des unteren Perm- 
systemes, u. zw. in seiner limnischen Ausbildung, als sogenanntes Rothliegendes, 
in der beckenartigen Vertiefung zwischen Seč und Rudov vertreten, Diese durch 
ihre ganz gůnstige und geschůtzte Lage vor gánzlicher Abschwemmune verschont 
gebliebenen Permschichten, die von dem náchsten Vorkommen gleichalteriger Ge- 
steine bei Bohmisch-Brod, Pecka, Rokytnic gleich weit, etwa 50—60 km entfernt 

B* 


68 


sind, geben Anhaltspunkte zu der Ansicht, die úbrigens. auch durch andere Be- 
obachtungen bestátigt wird, dass das Permsystem einst beinahe ganz Ostbohmen 
bedeckt haben mochte. 

Die hier beobachteten Reste der Permformation nur sind 9anz unbetráchtlich 
und auch meist von Ackererde bedeckt; doch verráth sich ihre Anwessenheit schon 
vom weiten durch die róthliche Fárbung des Bodens. Sie bestehen aus ziemlich 
consistenten, rothbraunen Arkosen, Sandsteinen und Conglomeraten, in wenig nach 
N geneigten Schichten; man trifft sie N von Seč (O von Žďárec) unterhalb der 
Wálder von Kraskov an, wo sie in einem kleinen Steinbruch gut entblósst sind. 
Diese Conglomerate sind in Betreff ihres Gesteinscharakters ganz áhnlich den 
bekannten Gesteinen dieser Formation am Fusse des Riesengebirges. Dieser per- 
mische Rest bildet nur eine kleine Parthie von 1 km Lánge und Breite; ein 
zweiter gróssere Rest unweit davon bei Počátek hat die Ausdehnung von 5 km 
und eine Breite von 2 km; der Granit und Syenit, der hier die Unterlage des 
Perms bildet, trennt zugleich beide Parthien von einander. 

Zwischen Počátky, Kraskov, Skoranov, Staré Dvory bis Rudov liegen die 
ganz flach gelagerten Permschichten theils auf rothem Granit, theils auf Gneus. 
Die Schichten sind hier bróckelig und weniger fest, und bestehen aus einem 
oroben GAuarzsandstein mit rothem thonig-elimmerigen Bindemittel, obwohl auch 
festere Conglomerate und sogar graue sandige wenig feste Schieferthone wie in 
Kraskov, wo sie mitten im Dorfe gegen S mit 15“ verfláchen zum Vorschein 
kommen. Lánes des NO Fusses der Kaňková Hora, an die sich die Permschichten 
anlehnen, findet man oberfláchlich zerstreut auch róothliche Hornstein- und Jaspis- 
knollen, die gewiss aus den zerbrockelten Permschichten herrůhren. Schon wegen 
dieser Knollen allein kónnen diese rothen Šchichten nicht als Vertreter des unteren 
Cenomanes, das manchmal auch róthlich gefárbt erscheint, indem es stellenweise 
durch Zusammenschwemmung von permischen Schichten entstand, angesehen werden ; 
úbrigens wirden dieser Annahme auch die Conglomerate widersprechen, da sie in 
der hier vorkommenden Weise nirgends in unserem Kreideterrain bekannt sind. 

Die hier vorkommenden Schichten gehóren offenbar zu der allertiefsten 
Schichtengruppe der bohmischen Permformation; ihre Máchtigkeit ist hier so gering, 
dass das an den tiefsten Stellen des Systems an sehr zahlreichen Orten ent- 
wickelte schwache Steinkohlenlager, oder statt dessen die bituminosen Schiefer 
(Brandschiefer), hier durchgehend fehlen. 


Das Kreidesystem. 


Abgesehen von dem ostlichen niedrigen Ausláufer des Eisengebirges am 
rechten Elbeufer zwischen Lžovic und Jelen, wo die Schiefer desselben von ober- 
cenomanen und unterturonen Schichten des Kreidesystems bedeckt werden, kom- 
men Schichten der rings um das Gebirge verbreiteten Kreideformation nur in 
geschůtzten Lagen des Gebirges selbst vor, dessen hóhere Parthieen zur Kreide- 
zeit vielleicht inselformig aus dem Meere hervorragten. 

Ein solcher Rest von obercenomanen Schichten (Korycaner Sch.), aus 
einém Kalksandstein mit vorherrschendem Kalkgehalte bestehend, nimmt die tiefe- 


69 


 ren Lagen O von Vinařic an rechtem Ufer der Elbe ein, und zieht sich von da 
| als ein nicht breiter Streifen auf die Lánge von 2 km: Die sandigen Kalksteine 
© enthalten stellenweise die fůr die obercenomane Stufe charakteristischen Versteine- 
, rungen, treten aber selten zu Tage, da sie meist unter Moorerde in Bodendepres- 
- sion verdeckt sind. Die Máchtigkeit derselben ist nur gering; die Lagerung der 
 Schichtenplatten ist horizontal. Nahe NO von Bernardov ist ein einziger Rest 


von obercenomanen meist zerfallenen Sandsteinen erhalten. 


In der Semtěšer Schlucht zwischen Semtěš und Vápenka trifft man einen 
kleinen Rest von Sandstein mit eisenschůssigem Bindemittel an; es ist měglich, 
dass derselbe einen Rest von untercenomanen Schichten darstellt; aber auch das 
ist móglich, dass er zu den losen Sanden gehórt, wie sie auf dem Eisengebirge 
hier háufig vorkommen und dass er erst spáter durch den aus der Zersetzung des 
| Alaunschiefers der Etage A entstehenden Limonit verkittet wurde. Es ist jedoch 
| das Vorkommen gar zu geringfůgig. 

Erst ziemlich weit gegen Osten u. zw. zwischen Libáň und Radochlín 
-sowie S von Malé Lukavice W von Žumberg (im Walde v Dubinách, pod Víš- 
"kama bei der Libáňer Ságe gut entblósst) trifft man schwache Decken von losen 
- feineren bis groben Sanden an, u. zw. auf einem mit Teichen bedeckten Plateau. 


ju weissen und gelben Sande werden von graulichweissen thonartigen Schichten, 


£ unmittelbar auf Granit ruhen, unterlagert. Sowohl die Thone als auch die 
- Bande, deren Gesammtmáchtigkeit eine ganz unbedeutende ist, stellen einen Rest 

der tiefsten Lagen von untercenomanen Schichten (Perucer Sch.) vor, die mit den 
 mur 2—3 km entlegenen analogen Schichten von Lukavic und Smrček einst im 
Zusammenhange waren. 


Ebensolche weisse Sand- und Schottermassen, meist aus Auarzgeróllen 
bestehend, im Liegenden aber aus weissen thonigen Schichten (das ist aus auf- 
gelósten sandigen Schieferthonen) zusammengesetzt, breiten sich flach auf den stark 
umgewandelten Grauwackenschiefern und schiefrigen Grauwacken der Schieferinsel 
von Hlinsko u. zw. am flachen Westgehánge bei Voldřetic aus. Sie sind gleich- 
falls zerfallene Reste des unteren Cenomanes, von dessen intactem Complexe bei 
Skutičko sie nur 3 Kilom. entfernt sind. Die durch die Eisenbahn entblóssten 

„Schichten, aus vorherrschenden weissen Geróllen von Auarz und auch aus dunklem 

 Lydit, sowie aus weissen, groben Sandlagen bestehend, die in einem weissen tho- 
migen Bindemittel stecken, stellen eher Schotter und Sandbánke als Schickten 
von Sandstein und Conglomerat vor, sind aber durch Lockerung aus denselben 
entstanden. Die Máchtigkeit dieser Schichten betrágt mehr als 3—4", auch důrfte 
im Liegenden weisser Thon verborgen sein. 


Eine sehr bedeutende Lánge von 6 km bei der Breite von nur 1 km 
besitzt der Rest der allertiefsten zerbróckelten untercenomanen Schichten, an der 
bohmisch-máhrischen Gránze, wo sie eine flache Vertiefung ausfůllen. W vom 
Byratka sind die allertiefsten Schieferthone der untercenomanen Schichten zu 
graulich weissem sandigen Thon zerfallen, und werden von einer ganz unbedeuten- 
den Decke von weissem Ouarzsand bedeckt, auf der sich dann Torf von ';" 
Máchtickeit ausbreitet. 


10 


In der Niederung am Svratkabache werden die Thone als guter Modellir- 


und Těpferthon benůtzt; die Máchtiskeit důrfte nach der Tiefe der Gruben zu. 


schliessen etwa 6" betragen. Gegen Krejcar und Kameničky zu steigt die Terrain- 
Depression etwas an und man findet daselbst nur lose Auarzschottermassen mit 
untergelagerten, weissen thonigcen Schichten, die aber nirgends deutlich entblósst 
sind. Dieser Rest von ganz gelockerten und zerfallenen untercenomanen Schichten 
zwischen Kameniček und Svratka ist von den náchst gelegenen zusammenhángen- 
den Gebilden der Kreideformation bei Vojnoměstec 7 km entfernt. 

Ganz kleine Reste von untercenomanen Sandsteinen und mit Limonit ver- 
kitteten Conglomeraten finden sich bei Čertovina unweit Hlinsko; Limonite aus 
ebendenselben tiefsten Schichten bei Voldříš (NW von Krouna). Diese gering- 
fůgigen Reste sind auf der Karte nicht dargestelit. 


Diluvium und Alluvium. 


Auf dem Ausláufer des Bisengebirges am rechten Elbeufer, sowie N von 
Elbeteinic, sind auf den Hohenfláchen Auarzkiese und Schotter verbreitet, die 
offenbar aus zerfallenen, zusammengeschwemmten cenomanen Sandsteinen, sowie 
aus Sanden bestehen, welche die Elbe aus den zerbróckelten Schichten des Perms 
des Riesengebirges zugeschwemmt hat. Diese Sande und Schotter sind eine alluviale 
Bildung, und gelansten in ihre jetzige Lage durch die ehedem bei Elbe-Teinic 
aufgestaute Elbe, bevor dieselbe ihr jetziges tieferes Flussbett in den Schiefern 
ausgewaschen hat. Man kónnte diese Alluvionen allenfalls auch als álteres AL- 
luvium bezeichnen, zum Unterschiede von dem im jetzigen Inundationsgebiete 
verbreiteten jiingeren Alluvium, das nach Durchwaschung der Felsenwehr von 
Elbe-Teinic sich in einer tieferen Lage absetzt. Dass áltere, auf der Plateau- 
terasse verbreitete Alluvien nicht an Ort und Štelle liegen gebliebene zerfallene 
cenomane Schichten, sondern angeschwemmte Sande und Schotter sind, wird da- 
durch bewiesen, dass sie auf turonen Plánern liegen und dass sie Bruchstůcke 
von eben denselben Plánern enthalten. 

Im Elbe-Alluvium finden sich auch Bruchstůcke von Psaronien; ein Hin- 
weis auf die Entstehung des Flusssandes und Schotters aus permischen Schichten. 
Auf dem Plateau des Eisengebirges zwischen Morašic, Krasnic und bei Litošic, 
dann bei Vedralka und WW von Vápenka finden sich lose weisse oder bráunliche 
Anháufungen von sehr feinem Guarzsand. Stellenweise, besonders gut sichtbar 
NW von Vápenka, bilden diese Sande langgezogene Wálle von meist 4 Metern 
Hohe. Es sind das ebenfalls Alluvien, nur ist deren Abstammung nicht immer 
sicher. Dort, wo sie sich in flachen Niederungen in der Náhe von Teichen finden, 


důrften sie den Boden von Wasseransammlungen darstellen, in welche sie als © 
Abschwemmung der letzten Reste der Kreideschichten vom Plateau des Eisen- © 


cebirges gelansten. Es ist jedoch auch měglich, dass diese feinen Sande als Flug- 


sand durch Wind vielleicht aus der Elbeniederung, wo cenomane zu Sand zerfallene 


Schichten vorkommen, heraufgeweht worden sind. 
Andere Alluvialbildungen im Eisengebirge finden sich im Gebiete von noch 
bestehenden Teichen. 


M le E 4. M m dě 2" 


11 


Lehm ist im Eisencebirge selten. Er kommt theils an Stellen vor, wo noch 
© Reste von Kreideschichten nachweisbar sind, als deren letztes Product der Auflósung 
-er hinterblieb, wie bei Voldřetic (SW von Skuč), bei Dolívka und NO von Hlinsko, 
wo bei Čertovina noch ganz unbedeutende Spuren von untercenomanen Sandsteinen 
 yorkommen, oder er findet sich als Gehánglehm an aus Granit oder Gneus be- 
| štehenden Bergen. 
| Einen solchen aus der Verwitterung dieser Gesteine entstandenen und 
E scnwemintén Lehm sieht man allenfalls bei Rudov, am rechten Ohebkaufer 
| bei Bojanov, bei Ober-Bradlo, Trhová Kamenice und Krouna; im Ganzen aber 
Cist der Lehm im Eisengebirge recht selten, weil eben Schichten des Kreidesy- 
„stems fehlen. 

vá In feuchten Thalniederungen trifft man auch Torf an, so W von Elbe-Teinic, 
-bei Březinka (SO von Podhořan), S von Dolan (SOS von Heřmanměstec), O von 
| Citkov, W von Mladonovic, zwischen Hrbokov und Deutsch-Lhotic, bei der Zlatník- 
| pe, zwischen Slatiňan und Chrudím. 

Ebenso sind die feuchten Thalschluchten im Gebiete der Thonschiefer dg, 

Fčiche mit Pyrit impraegnirt sind, so in den Schluchten des Geheges „Kočičí 
Ocas“ oder „pod kočkou“, SSO von Heřmanměstec durch Limonitfárbungen auf- 


 fillie und es tritt hie und da auch Rasenerz auf, namentlich im vermoorten Boden. 

Sehr bedeutend sind die Alluvionen, die aus durch Lehm verbundenen 

( Blsken bestehen, im Gebiete zwischen Chlum und Stan (SSW Hlinsko) verbreitet. 

© Erwáhnenswerth sind noch die Geróllmassen des Báchleins, welches den linksseitigen 
Zufluss des Okrouhlicer Baches bildet und der bei Svídnic in die Ohebka miindet. 
Unter Petříkov bei Pohořalka sind diese Schottermassen durch alte Šeifen auf- 
gewůhlt; der Zweck der Seifen ist unbekannt. 


9. Das Kreideflachland NO vom Eisengebirge. 


Den NO allmáhlich sich verflachenden Fuss des Eisengebirges beoránzt 
das Kreideflachland des Chrudímer und Kónigorátzer Kreises, welches nur ganz 
sanfte Wellenhůgel oder auch ebene Stufen bildet, wie dies der horizontalen 
© Schichtung entspricht. 

% Von Krakovan angefangen bis Trnavka lehnen sich an das alte Eisen- 
gebirge meist nur die Alluvionen der Elbe an, so dass aus ihnen nur an erhóhten 

3 Stellen der turone Pláner in flachen E unu hervorragt, wie dies bei Krakovan 
der Fall ist. Am linken Elbeufer aber umsáumt von Kojic an bis Jankovic ober- 
Ccenomaner Auadersandstein (Korycaner Stufe) den Fuss des Gebirges; zuerst bei 
Kojic als enger Streifen, dann zwischen Jankovic bei Lhota Přeloučská als ziemlich 
breite Fláche. N von den flach liegenden Ouaderschichten, die leicht zerbrockeln 
und demnach mit losem feinen Sande bedeckt sind. breiten sich nur Elbe- 
alluvien aus. 

Solche obercenomane Ouadersandsteine drincen theils als wirkliche Schichten, 
theils schon zu feinem Sand zerfallen, in die Thalbuchten des Eisengebirges ein, 50 
bei Zdechovic und Morašic. Innerhalb der Ouader kommen auch kalkig sandice 


12 


Schichten, meist als Uferbildungen, mit zahlreichen Versteinerungen zum Vor- 
schein. Solche Ufergebilde des Korycaner Kalkes dringen in Form von Zungen in 
das Terrain der álteren Gesteine ein, wie bei Telčic, wo sie schwach gegen N 
geneigt sind. ; 

In der meist mit feinem Sand bedeckten Ebene, unter der die Korycaner 
Ouader liegen, zeigen sich zwischen Zdechovic und Lhota Přeloučská flache, aus 
álteren Gesteinen des Eisengebirges bestehende Hůgel, und in deren Náhe Reste 
von turonen Plánern, wie zwischen Chvaletic und Zdechovic, so wie bei Spitovic. 

Von Jankovic bis Tupes bilden nur turone Pláner die Begránzung des 
Eisengebirges, indem der obercenomane Guader unter denselben sich verbiret. 
Nur bei Podvrd zeiot sich derselbe zwischen den Schichten der Zone B und dem 
Pláner. — 

Von Tupes bis Raškovic sind zwar ebenfalls turone Pláner úberall an der 
Gránze vorhanden, sie treten aber nur in den erhóohten Terrainstufen frei zu 
Tage, sonst sind sie aber mit máchtigen Lehmdecken bedeckt. Auch in den 
Buchten findet man noch Reste von Plánerschichten, wie in der Thalschlucht 
zwischen Chrtník und Švojšic. 

Von Raškovic an drinet die Kre'deformation tiefer in das Eisengebirge 
ein, indem sie úber Stojic, Vlastějov, Vyžic, Kostelec, Nové dvory bei Heřman- 
městec einer weite Thalbucht einnimmt, aus der nur in Thalschluchten, wie bei 
Vlastéjov und Kostelec oder an den Gipfeln der Erhohungen áltere Gesteine ent- 
blósst erscheinen. 

Hier sind auch zwischen den Korycaner Auadern und den Schiefern des 
Eisengebirges die untercenomanen Perucer Schichten eingeschaltet. Nahe der 
Gránze mit den Korycaner Sandstejinen zwischen Vlastějov und Kostelec sind die 
Perucer Schichten in ihrem Hangenden sandsteinartig, im Liegenden aber durch 
Zerfallen der graulichen Schieferthone thonig lettig, und von losen Sanden, Kies 
oder Schotter als dem Rest von aufgelósten Sandsteinbánken bedeckt. Diese lie- 
gendste Parthie zwischen Vyžic und Kostelec (S Heřmanměstec) enthált Knollen, 
Nester und platte důnne Lagen von Limonit oder mit Limonit verbundene Sande, 
und aus derselben wird durch Graben bis 6" tiefer grubenartigen Vertiefungen 
das Erz fůr den Hedwigsthaler Hochofen zeitweilig noch gewonnen, namentlich 
anf dem Riede „na jezerkách“. 

Úberhaupt ist bei Kostelec der Ausbiss der tiefsten Lagé der Perucer 
Schichten, welche oft auch róthlich gefárbt sind, durch herumliegende kleine Fund- 
stůcke von Limonit angedeutet. 

Die flach gelagerten obercenomanen Sandsteine von nicht bedeutender 
Haltbarkeit enthalten als gleichzeitice Bildungen kalkige Sandsteinschichten (Ko- 
rycaner Kalk) mit zahlreichen Versteinerungen. Die Lagerung der Schichten ist 
eine beinahe ganz flache, nur wenig nach N geneigte, und bei Heřmanměstec in 
einer bedeutenden Breite entwickelt. Erst W davon beginnen die turonen Pláner- 
schichten und bilden eine zusammenhangende Decke der cenomanen Sandsteine. 

Merkwůrdig ist bei Nové dvory (O von Heřmanměstec) eine Stelle, welche 
das gewesene Ufer des Kreidemeeres genau andeutet. Man sieht hier námlich Klippen 
einer festen guarzigen Grauwacke, um welche herum weisse, kalkige, etwas porós 


13 


luckige, mit fingerdicken Lagen weissen erdigen Kalkes durchsetzte Sandsteine der 
» Korycaner Stufe horizontal abgelagert sind. Die Klippen, sowie einzelne, zerstreute 
- grosse Grauwackenblócke sind an den Kanten abgerundet und die Blócke ellyp- 
I soidal abgeschliffen, gerade so wie an sandigen Kůsten, wo kleine Klippen von 
|- der Brandung der Wellen benagt und abgerundet werden. Ahnliche, jedoch nicht 
so deutliche Uferbildungen finden sich auch bei Tupes und Spitovic. 

Von Chotěnic bis zur Dolanmůhle und bei Holíčky herum bis Janovic 
nehmen die Korycaner sandigen Kalksteine eine ziemlich grosse Bucht ein, haben 
aber entweder keine oder nur eine unbedeutende Unterlage von Perucer Schichten. 
(In den krystallinischen, weissen sandigen Kalken kommen hier háuůg Cidarisstacheln 
Ť vor. An der Gránze mit den altsilurischen Gesteinen sind die Korycaner Kalk- 
- steinschichten ziemliche geneigt gelagert, so bei der Bačala-Můhle nach 8* mit 
269, nehmen aber in der Tiefe bald eine flache Lagerung an. 

Zwischen Janovic bis Sobětuchy bildet der Korycaner Auader eine breite 
Zone im Eisengebirge; bei Skupic wird er durch sandigen Kalkstein ersetzt; meist 
tritt er aber als zerfallener Sand (wie bei Lhotka) auf und trágt theilweise auch 
Pláner im Hangenden. 

Um die Hůra herum bis Slatiňan und bei Škrovád sind nur Lehme als 


© Beckung der Kreideformation angetroffen. In dem Thale der Ohebka bei Škrovád 


- aber sind an der Basis der Formation wieder Perucer Ouadersandsteine entblósst 
i und durch grosse Šteinbrůche aufgeschlossen.  Darůber bilden wieder Korycaner 
Ouader die Decke, und breiten sich von Kuchanovic bis Gross-Lukavic aus; NO 
von Kuchanovic treten dazwischen auch sandige Kalksteine auf, die hier wegen 
Mangel an anderen Kalken zeitweilig gebrannt werden. 

Weiter óstlich von Lukavic angefangen lassen sich an der Gránze der 
zum Eisengebirge gehorigen alten Gesteine in einem ununterbrochenen Zuge bis 
Proseč, bis zu den Gránzen unserer Karte die untercenomanen Schichten ver- 
folgen. Dieselben bilden einen Zug von Lukavic úber Bitovánky, Studená Voda, 
W Smrček, W Hlína, Kostelec, Skutičko, N Skuč ist das Thal von Richenburg- 
Luže, wo dieselben im linken Ufer bis Doly gehen, dann aber im rechteu Ufer 
- úber Zhoř, Hněvětic, Kutřín, Peralec, Zderaz, Bor bei Proseč O sich weiter 
- fortsetzen. 

Bei Bitovánky und Studená Voda bestehen diese Schichten nur aus zu 
Schotter zerfallenen Bánken, zwischen Smrček (W) und Hlína (S) aber lagern sie 
- ach und sind nur als die tiefsten thonigen Schichten in der mit Teichen bedeckten 


-— Ebene vorhanden. 


O von Hlína angefangen am Fusse der hier deutlich als eine Terrainterasse 
auftretenden Schichten der Kreideformation kommen am Fusse derselben u. zw. zu 
allertiefst rothbraune thonige Sandsteine (oder mergelige sandige Schiefer), so wie 
rothe (eisenschůssice) Sandsteine zum Vorschein. Diese tiefsten rothen Schichten 
ziehen sich, indem sie auf Granit aufruhen, am Fusse der erwáhnten Terasse úber 
Kostelec bis gegen Skutičko. Die tiefsten rothen untercenomanen Schichten stellen 
sich wegen den reichlichen Impraegnationen und auch wegen den ausgeschiedenen 
Nestern von Limonit als eine eisenerzfůhrende Schichte dar. Es ist nicht unměglich, 
dass abgeschwemmte permische Schichten, welche einst vor der Bedeckune des 


14 


Landes durch das Kreidemeer so sehr verbreitet waren, wenigstens theilweise diese 
rothen Fárbungen der Schichten bedingt haben. 

Erst. oberhalb dieser rothen Schichten folgen sandice graulichweisse Schie- 
ferthone mit eingelagerten dunkelgrauen Schieferthonen, die schwarze Braunkohlen- 
schmitze und Kohlennester fůhren, worauf erst die lichten, festeren, sogenannten 
Perucer (untercenomanen) Ouadersandsteine folgen. Die Máchtigkeit der einzelnen 
Abtheilungen ist wechselnd; meist fehlen die tiefsten rothen Schichten. Hier bei 
Kostelec wurde 10—20" als Máchtigkeit der Zone bestimmt. 

Der áusserste Rand der Kreideformation besteht aus zerfallenen Sandsteinen 
oder zu Thon aufgelósten Schieferthonen; weshalb dieselben am Fusse der Terasse 
von Kostelec bis Richenburg die bedeutende Breite von 1 Kilom. und darůber ein- 
nehmen. Bei Skutičko, wo die Perucer Schichten zu Tage ausgehen, dann bei Št. 
Anna in dem Roubovicer Thálchen (hier jedoch unter Plinerůberlagerung), wurde 
allerdings ohne Erfolg auf Kohle geschůrft, die hier in Nestern als eine schóne 
schwarze Braunkohle vorkommt und von bráunlich hyacinthrothem Šuccinit in 
bis kindskopfgrossen Knollen begleitet wird. 

In der Schlucht von Richenbure-Luže sind am Krounabache bei Doly, die 
bis 6" máchtigen Perucer Schichten sehr gut entblósst. Sie ruhen hier auf Grau- 
wacken, verfláchen sanft gegen N und bestehen aus sandigen, lichterauen Schiefer- 
thonen und aus nur wenigen Sandsteinen mit dunkelcefárbten Schieferthonschichten, 
welche die Vertreter der kohlenfůhrenden Schicht sind. 

Erst bei Peralec werden die Perucer Schichten máchtiger, indem die 
hangenden Auadersandsteine ansehnlich anwachsen. Auch hier sind die aller- 
tiefsten Schichten róthlich gefárbt wie bei Kostelec, jedoch nicht so verbreitet. 
Die liegenden sandigen Schieferthone enthalten auch hier bis fingerdicke Pláttchen 
von Limonit sowie Nester von schwarzer Braunkohle, in gewissen Lagen auch 
Krystalgruppen von Markasit. 

Im weiteren Verlaufe des Streichens gegen O erweitern sich die máchtigeren 
untercenomanen Auader bei Bor bedeutend und erlangen daselbst ihre máchtigste 
Entwickelung im Gebiete des ganzen Eisengebirges. 

Die hoheren obercenomanen (Korycaner), úber der Perucer Zone gelagerten 
Schichten, treten in dem seichten Thálchen von Bitovan deutlich zu Tage. Sie sind 
hier theils merglig, sandig, theils rein merelig oder sandsteinartig, durchgehends 
aber reich an Glaukonitkórnern. Der Zug der grůnlichgrauen feinkórnigen Sand- 
steine folgt der schwachen Neigune bei Studená Voda ber Smrček, Hlína in das 
Kostelecer Thal. Bei Smrček und Hlína sind reichliche Versteinerungen zu finden 
so namentlich: Ostrea carinata, Cardinm Hillanum, Exogyra columba, Ammonites 
cenomanensis, Cidarisstacheln u. s. w. Von Kostelec an úber Skutičko, Štěpánov, 
Zbožnov, Lhota, Doly, Brda, Zhoř, Hněvětic, Peralec, Zderaz ist der Korycaner 
Ouader nur in dem Gehánge der Terrainterasse anstehend zu finden. Bis Zhoř ist 
seine Máchtigkeit entweder eine gróssere, oder mindestens eine gleiche mit dem 
darunter liegenden Perucer Auadern; zwischen Peralec und Bor werden die unteren 
Ouader aber bedeutend máchtiger.  Zwischen Lukavic bis Hlína, von wo sich ein 
almáhliges Ansteigen der turonen Pláner úber den cenomanen Sandsteinen zeigt, 
bildet das Kreideplateau den Fuss des Eisengebirges oder bleibt doch annáhernd 


15 


-jm gleicher Hóhe mit demselben. Von Kostelec an bis Bor aber bilden die Pláner 
I eine hohe Terrainterasse, die ber die Granite und die silurische Schieferinsel 
- bei Skuč bedeutend sich erhebt und weithin sichtbar ist. Diese Plánerhochfláche 
L. wird von der malerischen Thalschlucht von Kostelec bis Chacholic, in deren Sohle 
Diorite erscheinen, dann von dem Thálchen von Roubovic und von der Schlucht 
des Krounabaches N von Richenbure durchschniten, in welcher letzteren an der 
Bachsohle Grauwacken zu Tage. treten. 

An tiefer gelegenen Orten entspringen aus den Perucer Schichten zahlreiche 
Ouellen ; allein auch gewisse Schichten des Pláners, namentlich die tieferen sammeln 
JA das Wasser an, wie bei Podlažic und bei dem Bade St. Anna N von Skuč. 
| Am rechten Ufer des Krounabaches zwischen Luže und Košumberk wird 

"der Pláner von Basalt durchbrochen, und zwar in zwei Hůgeln, auf deren einem 
die Kirche von Chloumek und auf dem anderen die Burgruine Košumberg steht. 
(Der an Olivin reiche Basalt ist stellenweise in Wacke umgeándert, und im frischen 
— Zustande ein Nephelinbasalt. '9) 

| Im Gebiete der Kreideebene finden sich háufig auf kalkigen Korycaner 
- Schichten, wo dieselben niedrig liegen, schwarze Moorerden, als Andeutung von 
© frůheren Versumpfungen, wie zwischen Jankovic und Mokošín (SW von Přelouč). 
Dieselbe torfige Moorerde breitet sich bei Lodenic (S von Přelouč) auch auf die 
tieferen Plánerschichten aus, die immer weicher und bedeutend mergeliger aus- 
-© gebildet sind, als die oberen Plánerschichten. 

Sonst sind als oberfláchliche Ablagerungen besonderes Lehme háufig, die 
meist aus der Zersetzung von Pláner entstanden sind (Elluvium). Dieselben ver- 
decken den Pláner oft gánzlich, so dass er nur an den Rándern oder in hóheren 

- Stufen der Terrainterassen sichtbar wird. Einzelne Lehmlager zeigen sich bei 
Brloh; eine grosse Fláche nehmen sie aber zwischen Poběžovic bis Jenikovic in 
der Umgebung von Choltic ein, wo aus denselben nur flachere Plánerhůgel sich 
erheben. 

Diese Lehmdecke dringt auch bei Stojic und Ledec in die flache Bucht 

- des Eisengebirges ein, da wo die Schichten der Kreideformation abgelagert sind, 

- oder es frůher waren, so dass der Lehm hier die letzten Spuren derselben an- 

| deuten měchte. 

| Eine bedeutende Lehmfláche dehnt sich zwischen Nové Dvory (O von 

- Heřmanměstec) bis zum linken Ohebkaufer (Chrudimka) bei Chrudim aus, aus der 

nur die ganz flachen Terrainwellen des Pláners bei Rozhovic, Markovic frei von 

- Lehmbedeckung sich erheben. Die Plánerterasse des rechten Ohebkaufers, an der 

ein Theil der Stadt Chrudim liegt, ist im Gegensatze zu dem tieferen linken Ufer 
lehmlos. Nur einzelne oder bedeutende Lehminseln bedecken die ausgedehnte Pláner- 
láche bei Zaječic, Chrast, Podlažic. *») 

Gegen die Elbe zu werden die Pláner der turonen Stufe zuerst von dilu- 
© vialem Kieslager von wenigen Metern Máchtigkeit oder vom Lehm bedeckt. Wo 
beide Úberlagerungen zum Vorschein kommen, bildet der Kies oder Schotter die 
tiefere Bank. 


W- 


ko 


4. Das ausserhalb des Eisengebirges liegende Terrain des Kreide- 
systems, auf den Bláttern Elbe-Teinic-Kóniggrátz und Hohenmauth- 
Leitomyšl. 


Die turonen Pláner sind nur in der Náhe des Eisengebirges u. zw. als 
unterste Turonstufe entwickelt; sie entsprechen etwa dem festen Baupláner vom 
Weissen Berge bei Prag. Diese unterste Stufe des Turons reicht jedoch nur an 
wenigen Stellen iiber das rechte Elbeufer hinůber, wo sie úbrigens von Alluvien 
bedeckt wird. Am weitesten gegen Norden gerůckt sind auf den bezeichneten 
Generalstabskarten diese unteren Pláner bei Elbe-Teinic und bei Přelouč. 

Die mittleren turonen Pláner, die sonst als sogenannte Isersandsteine oder. 
als festere kalkigere Pláner entwickelt erscheinen, treten hier, námlich am Grad- 
kartenblatte Zone 5, Colonne XIII durchwees nur als Pláner, jedoch von etwas 
mehr brockliger und desshalb leichter erweichender Beschaffenheit auf. Aus dieser 
Ursache ist die Gránze sowohl gegen die untere Abtheilung des Turons (Baupláner 
vom Weissen Berge) als auch gegen das Oberturon weniger deutlich. Die Gránze 
der einzelnen Turonstufen gegen einander wird nebstdem auch noch durch die 
ausgebreiteten Alluvialbildungen der Elbeniederung verwischt. 

Annáhernd geht die Gránze zwischen dem Mittelturon und dem Unterturon 
etwa úber Božec (N Elbe-Teinic) in gerader Richtung unter dem Elbealluvium N 
bei Přelouč vorbei, úber Popkovic, Dražkovic (S bei Pardubic) in der Richtung 
gegen Chrudim, wo die tieferen Lagen des Pláners am linken Ohebka (Chrudimka)- 
Ufer dem unteren, die hóheren Lagen des Plateaus des rechten Ohebkaufers dem 
mittleren Turon angehóren. 

Auch das obere Turon (oder die Teplicer Schichten) lásst sich hier petro- 
graphisch von dem mittleren Turon nicht unterscheiden; es nimmt den nordlichen 
Theil des PBlattes Kóniográtz-Elbe-Teinic-Pardubic ein. 

Der Verlauf der Gránze zwischen dem Oberturon und dem Mittelturon 
geht etwa vom Žehuňer Teiche angefangen entlang des Cidlinabaches úber Ziželic, 
Chlumec, Nové Město, Klamoš, Vápno, Bělá, Práv, Dobřenic, Vosic und von da 
in gerader Richtung etwa unter dem Elbealluvium gegen Vysoká (S von Kónig- 
grátz). Alles nordlich von dieser Linie gelegene Plánergebiet wáre als oberturonisch, 
alles sůdwárts davon aber als mittelturonisch anzunehmen, wenn auch die Gránz- 
angabe hier nur einen approximativen Werth hat. 

Die von Alluvialsand SO von Pardubic bedeckte, niedrige Plánerfiáche 
des Mittelturons, welche am Chrudimkaufer bei Pardubiček und Drožic am einer 
wallartigen Terasse entblósst ist, wird von einem mehre Meter máchtigen Gang 
von Nephelinbasalt durchsetzt. 

Der Basaltgang streicht SSO u. zw. von Hůrka bei Spojil vorbei in der 
Richtung gegen Černá, wo derselbe aber dann plótzlich nach W sich wendet. 
Offenbar ist dieser Gang ein Ausláufer von der Basaltmasse des Kuněticer Berges. 

Der Kuněticer Berg, der in der N Fortsetzung dieses eben erwáhnten Ba- 
saltganges am rechten Elbeufer sich erhebt, und unregelmássige Schollen des mitt- 
leren Pláners in sich einschliesst, wird nur von einem engen Ring des mittelturonen 


dí 


| Pláners umgeben, in so weit sich derselbe unmittelbar am Fusse des Berges úber 
j „die Alluvial oder Diluvialsande der Elbeniederung erhebt. 


M Die grob-pfeilerfórmig abgesonderte Basaltmasse der Kunětická Hora fiůhrt 
: in den Blasenráumen Drusen von deutlichen Natrolithkrystallen und von Calcit, 
© stellenweise ist sie auch etwas amygdaloidisch. Sowohl der aniiegende Pláner, als 
| auch derjenige, den der Basalt in Schollen einschliesst, ist in eine harte, klingende, 
. graue, wie verkieselt aussehende. Masse von ziemlich scharfkantigem Bruche um- 
© gewandelt. — 

| Beinahe das gesammte flache Terrain des Blattes Zone 5 Colonne XIII, 
- welche das rechte Elbeufer umfasst, besteht aus ebenen hůgeligen Terassen von 
© mittel- und oberturonem mergligem Pláner, deren Scheitelláchen meist von Dillu- 
| vium (Schotter) oder Lehm bedeckt sind, wáhrend an den ausgewaschenen Gehángen 
© der Terassen sich die Alluvien der Elbe, sowie ihrer Zuflůsse, oder der durch Ver- 
| witterung des Pláners entstandene und abgeschwemmte Lehm, anlagern. 


| Bedeutendere Entblóssungen des Pláners kommen S von Koniggrátz in 

- der Umgebung von Roudnička, O und S von Nechanic bei Přim und Bohárna, in 
der Umgebung von Neu-Bydžov bei Mlikosrb (S von Neu-Bydžov), NO von Chlumec 

-und bei Žiželic, N bei Elbe-Teinic, dann in der Umgebung von Vápno (SO Chlumec) 

vor. Kleinere Plánerterassen sind an ihren Gehángen etwas háufiger entblósst. 

Í- Die mittel- und oberturonen Pláner sind an den Plateaus meist von einer 
bis mehrere Meter máchtigen Lage von Auarzkies oder Schotter bedeckt, die als 
álteres Alluvium oder Diluvium aufzufassen ist. © 


Das Material des Auarzschotters, welches die Oberfláche des Pláners be- 
deckt, stammt vom Riesengebirge her, und zwar grósstentheils aus den zer- 
brockelten, guarzreichen Schichten des unteren Permsystems, worauf die hie und 

- da vorkommenden Araucaritesstrůnke (wie bei Lhota Uhlířská NNO von Elbe- 
Teinic) hindeuten. . 
Es finden sich zwar ebensolche Schotter auch in der alluvialen Ebene, 
- allein dieselben sind dann von der ursprůnelichen Lagerstátte herabgeschwemmte 
-© Schotter-Parthieen. Nicht selten sind solche Schotterlager durch die jetzt flies- 
- senden Gewásser in groben Kies und feineren Sand gesondert, so dass sich ein 
- grobes und feineres Alluvium unterscheiden lásst. 


: Úber den Schottern folet auf dem Kreideplateau, aber auch manchmal 

© unmittelbar auf dem Pláner, der Lehm. Doch finden sich Lehme eben so in tieferen 
-© Lagen als auch am Plánerplateau, wie dies bei den ziemlich bedeutenden Lehm- 

© lagen des rechten Elbeufers zwischen Kónigerátz und Bohdaneč der Fall ist; 
solche Lehmablagerungen sind tiefer herabgeschwemmte Lehmbánke, welche p 
das Plateau bedeckten. 

Auch hier sind, wie am rechten Elbeufer zwischen Konigerátz und Boh- 
daneč, dann am linken Ufer der Cidlina, die Lehme die Grundbedingung der 
Fruchtbarkeit dieser Gegend, in der namentlich der Anbau der Zuckerrůbe schwung- 
haft betrieben wird. 

Die jingsten Alluvien der Elbe sind theils grobe, theils feine Sande, die 
ihren Ursprung den álteren Alluvien des Plánerplateaus verdanken, aber in Bezug 


78 


auf Fruchtbarkeit weit zurůckstehen. Důrftige Kieferbestánde bezeichnen háufie 
den etwas sterilen Character dieser Fláchen. 

In versumpften Gebieten der Elbe werden auch Torflager angetrofften, wie 
zwischen Březhrad und Libišan, an welchem letzteren Orte der Torf gestochen wird. 

Das Gebiet des Gradkartenblattes Zone 6 Colonne XIV Hohenmauth und 
Leitomyšl wird nur in seinem SW Viertel mit silurischen Gebilden ausgefůllt, 
indem die nordliche Hálíte und das SO Viertel desselben dem Gebiete des Kreide- 
systems angehórt. Die auf diesem Blattgebiete verháltnissmássig weit ausgebrei- 
teten Schichten des Kreidesystems stehen aber mit dem Eisengebirge in gar 
keinem Zusammenhange, und nur die Vollstándigkeit der Beschreibung des bei- 
gelegten Kartengebietes erfordert es, dass die geologische Beschaffenheit dieses 
Gebietes hier im Kurzen dargestellt werde. 

Die Gránze der Kreideformation, welche vordem schon bis Peralec und 
Zderaz angegeben wurde, lásst sich von da S von Bor, O von Proseč nahe an der 
Glashůtte Marienthal úber Budislav, Pořič, W von Zrnětín úber das W Ende 
des langgezogenen Dorfes Lubna gegen Široký Důl (Breitenthal) verfolgen; doch 
liegt das letztere Dorf schon ausserhalb des Rahmens der Karte. Von Pořič bis 
gegen Široký Důl ist die Gránze zwischen grauem Granit und dem Kreidesystem 
orographisch durch eine enge Thalschlucht scharf angedeutet, indem ein Gehánge 
derselben, námlich das ostliche aus Ouadersandstein, und das andere, námlich das 
westliche, aus Granit besteht. 

Lánges der hier angegebenen Gránze treten untercenomanen Auadersand- 
steine auf, und zwar in ihrer gróssten Entblóssung zwischen Zderaz und Budislav. 
Die durchwegs mit Fóhrenwald bewachsenen lichten Ouadersandsteine erscheinen 
hier stellenweise als ruinenartige Gesteinsanháufungen; sie ziehen sich dann in 
dem Thale des Neuschlosser Baches ber Vranic und Roudná bachabwárts bis 
gegen Doubravic in das Richenburger Thal als ein breiter Streifen mit stellenweise 
steilen und mauerartigen an den Thalgehángen anstehenden Felsen weiter fort. 
Nur S von Vranic im Riede „v maštali“ und W von Budislav bei dem Weiler 
„na Borkách“ sieht man ober dem Guader eine schwache Plánerdecke, die zu 
unterst an der Gránze mit dem Ouader wohl noch den obercenomanen, sonst aber 
schon den unterturonen Schichten angehěrt. Im Riede „v pečené huse“ N von 
der Glashůtte Marienthal lásst der Auader zwei kleine Granitparthieen von rothem 
und grauem Granit zum Vorschein kommen; ebenso besteht die tief eingerissene 
Thalschlucht unter dem Weiler „na Borkách“ aus einem unter dem GAuader sicht- 
baren langgezogenen Granitstreifen. 

Von Budislav gegen Široký Důl erscheint der untercenomane Ouader nur 
als ein engerer Streifen, der sich nur bei dem Jágerhause SSW von Zrnětín an 
der Gabelung der Strasse von St. Kateřina gegen Lubna und Zrnětín etwas erweitert. 
An dieser Erweiterung nehmen-jedoch nur die allertiefsten lettig schieferthonartigen 
Schichten der untercenomanen Stufe Theil, die sonst an andern Orten Spuren von 
schwarzen Kreide-Braunkohlen fiihren. Hier trifft man auch zerstreute Blócke eines 
festen dguarzig groben Sandsteines mit kieseligem Bindemittel an, der in diesen 
tiefen cenománen Schichten so háufig kurze linsenfórmige oder blockfórmige Ein- 
lagerungen bildet. 


| 
| | 
| 79 
| Der untercenomane GAuader: bildet in seinen oberen Zonen nur grobe 
l Schichtenbánke; sonst besteht er aus mittelkórnigem, oberfláchlich etwas wenig 
„bróckligem, graulichem bis weissem Sandstein, an dessen von der Luft und vom 
| Regen angegriffener Oberfláche úberall grůbchenfórmige Vertiefungen ausgewaschen 
© sind. Dié tieferen Sandsteinschichten zeigen an den zahlreichen Entblóssungen W von 
| Budislav, kurze róthlichbraungefárbte, den Schichten parallel eingelagerte Streifen 
-oder Nester eines Eisensandsteins. Es ist dies nur die Wiederholung des in dieser 
| untercenomanen Stufe so háufig auftretenden nesterfórmigen Vorkommens von Li- 
| monit oder von mit Limonit impraegnirten Sandsteines. Man sieht aber auch Ver- 
| M penklule in dem Auadersandstein, die mit Limonit impraegnirt sind und aus 
 ebensolchem Eisensandsteine bestehen; ein deutlicher Fingerzeig, dass sámmtliche 
-solche erzige Nester, Štreifen und Impraegnationen einer spáteren Bildung an- 
gehoren, die wohl in den Sandsteinen, aber keineswegs in einem bestimmten Niveau 
desselben auftreten, wenn sie auch in den tiefsten Schichten am háufigsten zum 


| 


Vorschein kommen. 
| Die obercenomane (Korycaner) Stufe ist zwischen den untercenomanen 
Ouadern und den turonen Plánern als ein wenig fester, meist blass grůnlicher, 
gegen oben zu aber allmáhlie mergeliger Sandstein, nur noch im Gebiete des 
Thales, in welchem der Neuschlosser Bach láuft, dann aber bei Zderaz bis Bor 
- kenntlich. In dem Gebiete der máchtigsten Entwickelung des untercenomanen 
- Guaders zwischen Budislav bis Bor und bis Nové Hrady (Neuschloss), dann aber 
in dem Ouadergehánge von Budislav bis Široký důl ist das Ober-Cenoman ent- 
weder nur in einer áusserst unbedeutenden Máchtigkeit entwickelt oder aber ist 
diese Štufe gánzlich als Pláner ausgebildet und demnach von der turonen Ab- 
theilung des Kreidesystems nicht zu unterscheiden, und wo Versteinerungen fehlen, 
-auch nicht leicht zu trennen. 
dá Nur im úussersten NO Eck des Gradkartenblattes Zone 6 Colonne XIV 
- erscheinen abermals an der Sohle des tiefen Thales, welches von der stillen Adler 
- bewássert wird, obercenomane Sandsteine. Am Ufer der stillen Adler treten hier 
© námlich im Fusse des steilen linken Gehánges an etlichen unbedeutenden Stellen 
- rothlichgraue Granite als kleine Inseln im Gebiete der vorherrschenden Pláner- 
- schichten zu Tage, und auf diesen Graniten liegt ohne Vermittelung des unter- 
- čenomanen GAuaders sogleich der glaukonitische obercenomane Sandstein. Seine 
© Máchtigkeit ist unbedeutend; sie misst nur wenige Meter; im Hangenden iúbergeht 
-der Sandstein in die Mergel der Turonstufe. Sowohl das linke Ufer der stillen 
- Adler, wie auch das rechte zeigen unterhalb Hrádek, zwischen Luhy und Perna 
-an den entblóssten tiefsten Stelien der steilen Gehánge diese obercenomanen Sand- 
steine an einigen Punkten. 
Sammtliche Schichten, welche auf dem Ouader aufruhen, gehóren dem 
Turon an, das hier durchwegs als Pláner entwickelt erscheint. Das ganze Plateau 
„von Chrudim úber Hrochová Tejnice, Chrast, Hohenmauth, Leitomyšl bis Polička 
(letztere Stadt schon ausserhalb der Karte) besteht aus Plánern der Turonstufe. 
Im Westen, also etwa in der Gegend zwischen Chrudim und Luže hat das 
Plateau des Kreidesystemes eine flach wellige Oberfláche; von Luže gegen Ost und 
Sůdost, also in dem Gebiete der Stádte Hohenmauth, Leitomyšl, Polička bilden 


| 


> tro od 


80 


die turonen Schichten, nachdem sie durch zwei stufenfórmice Terassen aus dem. 


niedrigeren Flachlande sich hóher gehoben haben ein weithin sichtbares Plateau 
von 450 bis etwa 480% mittlerer Hohe, das einen eigenthůmlichen individuell 
orographischen Charakter besitzt. Bedeutendere wellenfórmig ausgebildete Hůgel 
werden vermisst, dafůr aber ist die Hochfláche durch tief eingewaschene meilen- 
lange enge Tháler mit steilen Gehángen und ziemlich wenig gekrimmten Lauf 
durchschnitten. Sámmtliche lange Thalfurchen laufen zu der tiefsten Terrain- 
depression des Loučnábaches, der in der Richtane von Leitomyšl gegen Hohen- 
mauth und Zámrsk breite Wiesengrůnde bewássert. Auf dem Plánerplateau zwischen 


Vraclav und Polička sieht man nur Felder und keine Důrfer; letztere sind mit 


wenigen Ausnahmen in den langen engen Thálern zerstreut und zwar so, dass 
besonders im Sůden, also zwischen Leitomyšl und Polička manche Dorfer in stunden- 
langen Háuserreihen in den Thalschluchten sich ausdehnen. Das Turonplateau 
hat eine sanfte kaum merkbare Neigune gegen die Loučnádepression; dieselbe 
zieht sich zwischen Leitomyšl (Hohenmauth) und Zámrsk gegen NW und hat im 
Mittel eine Hoóhenlage von 300" Von dieser Terraindepression der Loučná steist 
die Fláche sanft an, u. zw. einestheils nach NO bis zu den steil und parallel 
abfallenden Uferterassen des Thales der stillen Adler; anderntheils gegen SW, wo 
die Hochfláche durch zwei orographisch interessante sich weithin ziehende steile 
Stufen in das angránzende niedrigere Flachland absenkt. Das hóchste Ansteigen 
der ebenen Hochfláche des Pláners an den Steilgehángen der stillen Adler und an 
den zwei steilen vorgenannten Terrainstufen zwischen Luže (Vraclav) und Polička 
betrást an der Adler 400", bei Vraclav 360", bei Polička aber gegen 600. Es 
steiet die Fláche also gegen Polička bedeutender in die Hóhe als in der Richtung 
gegen Luže oder Vraclav. Sámmtliche Plánerschichten des Zuges der zwei steilen 


Terrainstufen der Richtung Luže-Polička verfláchen sanft gegen NO also gegen 


die Loučnániederune, wáhrend von der entgegencesetzten Seite, námlich von der 
stillen Adler eine ganz flache Neigung der Schichten gegen SW, demnach ebenfalls 
in der Richtung gegen die Loučná zu beobachten ist. Vereleicht man die Hóhen- 
unterschiede zwischen der Loučnániederung und den beiden entgegengesetzten 
Rándern der Hochfiáchen an der stillen Adler und in den Terrainstufen zwischen 
Luže-Polička miteinander, so ergibt sich, dass sich die turonen Schichten muldenartig 
beiderseits gegen die Loučnániederune unter der sanften Neigung von im Mittel 
etwas mehr als 1'/,"—1'/,„“ verffáchen. Die Richtung der Loučná deutet also die 
Richtung des Muldensohle an, und die beiden Steilránder, námlich das Adlerthal- 


gehánge und der Hochfláchenrand von Luže-Polička bilden die beiden, NO und | 


SW Muldenflůgel einer flachen Plánermulde. (Fig. 13.) 


n 


Die turonen Pláner sondern sich in diesem Terrain ganz deutlich in vler 


orographische Stufen, u. zw. von unten nach oben in der Weise, dass zu unterst 
das Unterturon auftritt, das etwa den Plánern vom weissen Berge bei Prag ent- 
spricht; dann folgt das untere Mittelturon (etwa den Malnicer Schichten analog), 
welches sonst selten selbststándig individualisirt erscheint, in dieser Gegend aber 
durch eine Terrainstufe auffallend deutlich orographisch ausgeprást ist; darůber 
folet das Mittelturon (vergleichbar mit den Iserschichten), und endlich das Ober- 
turon (mit den Teplicer Schichten vergleichbar). 


k Den Raum des niedrigeren Flach- 
landes zwischen Chrudim und Luže nimmt nur 
Mi Unterturon und theilweise das untere 

ittelturon ein; das Mittelturon und zum 
Theil auch dá Oberturon bildet aber die 
Hochfláche von Hohenmauth, Leitomyšl, die 
(durch ihre steilen Ránder so deutlich und 
weithin sichtbar sich úber das angránzende 
lachland hervorhebt. 

Das Unterturon, eine Analogie der 
Pláner vom Weissen Berge bei Prag, niramt 
in der Richtuně von Vorel, Chrast úber Luže 
bis Nové Hrady (Neusehlose) und Bor einen 
'bedeutenden Raum ein. Die in den Umge- 
bungen von Prag beobachtete Thatsache, dass 
die tieferen Schichten aus einem weicheren, 
leichter zerbrockelndem Mergel bestehen, der 
als Baustein ungeeignet ist, wáhrend die 
oberen Schichten den eigentlichen Baupláner 
Mefern, bestátigt sich auch hier. Die tieferen 
weicheren Schichten sind allenfalls bei Lu- 
kavic entblósst und sonst vom Ackenboden 
verdeckt, wáhrend die Baupláner, die hier 
etwas kalkiger erscheinen als die gleich- 
Bnru Gesteine bei Prag, durch zahlreiche 


Steinbrůche aufgeschlossen sind. Von Nové 
Hrady an folgt das untere Turon mit den 
zu Bausteinen verwendbaren Plánern der Rich- 
tung der markanten tieferen Terrainterasse, 
welche sich von Luže angefangen bis gegen 
Polička verfolgen lásst. Der "/„ bis 1"/, km 
breite Daum zwischen den untercenomanen 
Ouadern und der eben genannten tieferen 
Terrainterasse, auf welchem die Ortschaften : 
Mokrá Lhota, Nové Hrady, Nová Ves, Ja- 
rošov, O Budislav, W Pořič, W Lubná liegen, 
jehórt diesem Unterturon an. 

Auch im steilen Gehinge der stillen 
Adler zwischen Hrádek und Sudislav bilden 
die festeren Baupláner des Unterturons sen- 
krecht stehende klůftige Wánde. 
k M Das untere Mittelturon ist ein Schich- 
tenzug, welcher nur desshalb hier erwáhnt 
wird, weil er orographisch so deutlich zu 
Tage tritt. Es enthált durchwees důnnplat- 


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82 


tige, grauliche, als Bausteine unverwendbare Pláner, die stellenweise weichere, 
stellenweise etwas festere der Verwitterung mehr widerstehende Lagen fůhren. 
Namentlich die obersten Bánke, welche die Fláche der ersten Terrainterasse bilden, 
sind etwas kalkreicher und fester und gewiss auch die Ursache, welche die Bildung 
dieser Terasse veranlasste. Im westlichen Theile des Gradkartenblattes bildet diese 
Schichtenzone (die indessen kaum eine geologische Berechtigung hat), das Plateau 
des rechten Chrudimka-ufers von Chrudim an ber Tuněchod, Kočí, Hrochová. 
Tejnice, Chroustovic, Městec, Uhersko. 


Doch erst bei Rosic und Podlažic beginnen sich diese weicheren Pláner 
orographisch deutlich anzuzeigen, indem sie eine 35 bis 40" hohe Terrainstufe 
bilden, welche unvermittelt unter ziemlich bedeutendem Bóschungswinkel úber der 
Fláche des Unterturons sich erhebt. Der Verlauf der Boschung oděr des Abfalles. 
dieser ersten oder tieferen, auffallend deutlichen Terrainterasse zieht sich zwischen 
Bor und Zalužan (S Chroustovic) und geht úiber Podhůrka, Roubovic, Bělá, Radim, 
Losic, Jenšovic abermals nach Losic (O) ber Voletic, bildet die Terrainterasse 
Klapatka, setzt O von Bílý Koníček (Weissróssel) úber Doubravic, Leština (W), 
Rybníček (O von Mokrá Lhota), dann O von Nové Hrady úber Volšan, gegen 
Lubníček, Pořič, Zrnětín und W von Lubná fort, bis ausserhalb des Kartengebietes 
gegen Polička, wo die stufenfórmige Erhóhung des Plánerplateaus noch ganz 
deutlich ist. | 


Am Steilgehánge des Thales der stillen Adler zwischen Hrádek und Sudislav 
sind diese Schichten orographisch nicht ausgeprást, wohl aber erkennt man sie 
nach ihrer Auflagerung iiber den festeren Bauplánern. Die grauen diůnnplattigen 
Pláner sind aber nur in den oberen Lagen kalkig, in den tieferen Schichten aber 
so weich und so merglig, dass sie im Gehánge zerbróckeln und frisch gebrochen 
an der Luft in kurzer Zeit in ganz kleinen Gruss zerfallen, welcher nachher durch 
Frost, Sonnenschein und Regen so gelockert wird, dass er befeuchtet sich als 
eine lettig erdige Masse darstellt. Im Thalgehánge der stillen Adler werden diese 
Mergel seit vielen Jahren gegraben und in der Umgebung als mineralisches Dung- 
mittel auf sandigerem Boden mit Vortheil verwendet. 


Die Schichten dés Mittelturons sind den im Flussgebiete der Iser so gut 
charackterisirten sogenannten Iserschichten (Isersandsteinen) águivalent. Dieselben 
bilden eine zweite oder obere Terasse, deren relative Hóhe im Mittel 40" betrágt. 
Diese zweite oder hóhere Plánerterasse besteht in ihrem tieferen Theile aus grauen 
důnnplattigen, wohl auch mergligen und dann bróckeligen Plánern mit kugeligen 
Concretionen oder linsenfórmigen Schichtenlagen oder mit einzelnen ziemlich aus- 
gedehnten Lagen von kalkigem Pláner. Diese Einlagerungen erscheinen um so 
háufiger, je hoher man in der Terassenstufe hinaufgelangt. Der obere Terassenrand, 
sowie das ebene Plateau besteht dann fast durchgehends nur aus dem erwáhnten 
kalkigen Pláner, der in den Steinbrůchen oder an andern entblóssten Stellen ziemlich: 
dickplattig und durch senkrechte Klůfte abgesondert erscheint. Da der ziemlich 
steile Abfall der Stufe unbewachsen ist, kann man in demselben den Úbergang 
der tieferen důnnplattigen und mergligen Schichten durch Wechsellagerung in die 
oberen kalkigen Schichten verfolgen. 


83 


| 
: | Gerade so wie die tiefere Terassenstufe ihren Charakter dem Umstande 
JŠ verdankt, dass etliche festere kalkige Plánerschichten die ebene Fláche der Stufe 
l bilden, eben so ist die Plateaubildung der zweiten Terassenstufe auch nur eine 
: olge der grósseren Bestándigkeit der oberen Plánerkalkschichten. 
'$ In den eingelagerten Plánerkalkkugeln, sowie in den kalkigen festeren 
Plánern úberhaupt finden sich, wenn auch nicht in solcher Háufigkeit wie bei Lei- 
| tomyšl, Krebsscheeren der Gattuné Callianassa, 
ř Das háufigere Vorkommen dieser Krebsart ist fůr die kalkigen Iserpláner 
p fir die sandig kalkigen Pláner (Isersandsteine) charakteristisch. Aus dem 
festen Callianassen-Plánerkalk sind alle Gebáude der darauf zerstreuten Ortschaften 
| aufgebaut. Der frische Plánerkalk ist grau, der durch Atmosphaerilien aus- 
gelaugte aber gelblicherau, in kleine Guader brechend, sowie ziemlich fest und 
-haltbar, entgegen den zum Bau untauglichen tieferen, důnnplattigen Plánern. Diese 
i Plánerkalke fůhren stellenweise auch Markasitconcretionen. 
bo Im Gebiete der steilen etwa 110—120"- úber der stillen Adler erhóhten 
| Thalgehánge sind die Plánerschichten dieser Stufe unten důnnplattig und grau, 
gegen oben mehr kalkig und fest, als Bausteine verwendbar.  Wenn auch diese 
hóheren, im frischen Zustande lichterauen Plánerkalke, welche das Gebiet des 
Plateaurandes einnehmen, ein hohes Niveau in der Stufe des Mittelturons bilden, 
| so schliessen sie diese Adléta gegen oben doch nicht ab. In dem Gebiete 
-des Loučnábaches zwischen Zámrsk, Hohenmauth und Leitomyšl folgen úber diesen 
lichterauen Plánerkalken ebenso dickbánkige, weissgraue áusserst feinsandige Pláner- 
E welche einen ausserordentlichen Reichthum an Callianassa-Resten bergen. 
S sind das die echten sogenannten Isersandsteine, die den Gebilden bei Turnau 
M allem, selbst in der Bildung von steilen Kluftformen ganz áhnlich sind. Je 


her nun diese ŠSchichten liegen, desto zahlreicher sind in denselben die Callia- 
massen, so dass in dem Gebiete der Stadt Leitomyšl selbst, wo die hóchsten 
jg olícn dieser Stufe entblóst sind, diese Plánerbildungen als sandiger Callia- 
 massenkalkstein bezeichnet werden kónnten. Nirgends findet man eine bessere 
- Gelegenheit zur Beobachtung der Thatsache, dass die Callianassenreste um so 
- háufiger im Mittelturon auftreten, je hoher die Schichten sind, als eben hier. Der 
-steile Rand der Terrainterasse, welcher bei Neudorf (Zámrsk) und Janovičky die 
Alluvionen der Loučná untersetzt, und wo die Schichten neben der Neigung nach 
-NO auch schwach gegen N einfallen, zieht sich als ein deutliches von Weitem 
© sichtbares und erkennbares Terrainmerkmal mit seinem Rande úber Vraclav (Ka- 
© menecplatte), Vinary, Štěnec (0), Srbec (0), Domanice, Střemošnic, Doubravic (0), 
- Dvořišť, Libejcina, den oberen Theil von Leština, Podhořany, Příluka, Chotovic, 
Makov, den unteren Theil von Seč, Chotěnov, Mladočov, den unteren Theil von 
Desná, den mittleren Theil von Lubná bis Široký Důl. Selbst N von Polička und 
„S von Lesník etwa bei Hanov ist diese Terrainstufe bemerkbar. 
Wie schon mehrfach erwáhnt, bilden beide Stufen, námlich das Unter- und 
das Mittelturon im Thalgebiete der stillen Adler eine steile Uferwand. Eine Eigen- 
thůmlichkeit der oberen kalkigen Pláner besteht hier noch darin, dass sie stellen- 
weise mehr kalkig, stellenweisse wieder mehr mergelig und mit Fucoiden úhnlichen 
gegabelten Formen besprenkelt erscheinen, Hie und da aber schliessen sie Concre- 
6* 


84 ! i 


tionen eines festeren kleinkrystallinischen grauen kaum mergeligen Kalkes ein.. 
Die sonst flachen Schichten haben nur W bei Sv. Mikuláš (unweit Vraclav) also 
nahe an den Orten, wo sie unter dem Loučná-Alluvium verschwinden, eine Neigung © 
von 10—15“ nach ONO. | 


Die oberturonen Schichten, die ein Aeguivalent der Teplicer Pláner dar- © 
stellen, nehmen orographisch die tiefste Lage der Plánermulde ein, geologisch aber © 
bilden sie die hochste Schichtenlage derselben. Sie sind nur in dem Gebiete der 
Loučná-Niederung, welche die Muldensohle einnimmt, verbreitet. Bei Leitomyšl 
nehmen diese oberturonen Schichten nur eben die Niederung der beiden Ufer der“ 
Loučná ein; gegen Hohenmauth erweitert sich aber der von diesen Schichten ein- 
genommene Raum so, dass dieselben westlich bis an die Strasse von Leitomyšl 
úber Hohenmauth nach Zámrsk reichen, óstlich aber úber Bohňovic, Netřeby, 
Heřmanic in gerader Richtune gegen Choceň sich ausdehnen. In der Muldensohle 
zwischen Hohenmauth und Choceň sind sie durch Aluvien verdeckt; bei Hohen- 
mauth aber bilden sie wallartige oder kuppige Hůgel bis zur relativen Hóhe 
von 50" 

Diese oberturonen Pláner lassen sich schon durch ihre bláulichgraue Farbe 
und mergelige Béschaffenheit von den oberen Schichten des Mittelturons, die mehr 
kalkig, ziemlich fest und durch Callianassenreste ausgezeichnet sind, unterscheiden. © 
Nur die tiefsten Lagen des oberturonen Pláners, sind dicht, fest und klingend, 
nicht leicht brocklig, als Bausteine aber nur desshalb weniger benůtzt, weil die 
Schichtenbánke nicht die Máchtigkeit der unmittelbar darunter liegenden fein- 
kórnigen sandig-kalkigen Callianassenpláner besitzen. Diese tiefsten festen bláulich- 
orauen Bánke, deren Auflagerung auf dem Mittelturon SOS von Hohenmauth, bei 
Cerekvic, Lány unweit Leitomyšl deutlich zu sehen ist, enthalten keine Spur mehr- 
von Callianassen, dafůr aber háufige Reste des grossen Inoceramus Brongniarti.- 
So fest die tiefsten Bánke auch erscheinen, so gehen sie doch allmáhlig gegen 
oben zu in ganz důnnplattice mergelige Pláner ber, welche leicht zerbrockeln 
und in den obersten Lagen durch Feuchtigkeit lettig mergelig werden. 


Diese mergeligen, oberen Plánerschichten nehmen W von Choceň und NO 
von Zámrsk das Terrain am Rande der Karte ein und bilden die kuppigen Hůgel;. 
in ihrem dusseren Aussehen sind sie ganz denjenigen mergligen Plánern áhnlich, 
die sich zwischen dem Unterturon (Baupláner vom Weissen Berge) und dem Mittel- 
turon (Iserkalkpláner oder Isersandstein) in dem Gebiete des Gradkartenblattes 
Hohenmauth-Leitomyšl an zahlreichen Stellen entblósst vorfinden.  Allein in den 
genannten Hůgelkuppen scheinen dunkelgraue Anflůge von manganhaltigem Limonit 
in den Klůften dieses oberturonen Pláners ein gutes Unterscheidungsmerkmal 
gegen den tieferen Horizont des ganz áhnlichen Gesteines anzudeuten. 

Hoóhere Stufen des Kreidesystems kommen in diesem Gebiete nicht vor. 

Die hóheren Fláchen des Plánerterrains sind háufig mit Schotter oder Kies 
bedeckt. Die Schotterbánke wechseln bedeutend in ihrer Zusammensetzung, wesshalb 
auf diese lokalen Ausbildungen hier Růcksicht genommen wird. 


Aa 26 ao 


Zwischen Hohenmauth und Leitomyšl ruhen die Schotter auf Oberturon: 
Dieselben sind NO von Cerekvic sowohl aus GAuarz- als auch aus Plánerkalk- 


| i 
| 


l geschieben der mittelturonen Stufe (Iserkalk, Isersandstein) zusammengesetzt; die 
| oberen Lager aber bestehen aus feinkórnigem weissem Sand, in welchem nur selten 
„Streifen von weissem GAuarzkiese eingelagert sind. N von Srub, knapp ausserhalb 
(des Rahmens der Karte liegen úber den weichen oberturonen Plánern, Schotter- 
| bánke, die aus weissen Auarzgeróllen so wie aus Geschieben von blassgelblich- 
| grauem Iserkalkstein Bis, bestehen, zu denen sich noch Gerólle von 
j Gneus beimengen. | 

| Bei Nová Ves unweit Zámrsk und an allen Orten auf dem niedrigen 
| (no zwischen dem Loučná und Neuschlosser Bache in der Richtune Vostrov- 
„Moravany bestehen die Schotter aus feinem weissen Sande mit grósseren Geschieben 
-von Iserkalkpláner nebst etwas Auarzgeróllen. An ersterem Orte tritt auch noch 
Kieselschiefergeschiebe hinzu. An allen diesen Orten jedoch kommen Bánke vor, 
die nur aus Geschieben des festen kalkigen Pláners des Mittelturons bestehen 
A“ in Lehm oder sandigen Lehm eingebettet sind. 

Je weiter gegen Westen, desto mehr nimmt der Lehm besonders in den 
| oberen Schotterbánken úberhand; auch die Bánke des feinen Sandes werden lehmig, 
-so dass die bei Zámrsk noch deutlich schotterice Decke ihren sandig schotterigen 
Charakter einbůsst und in einen Lehm ůbergeht, in welchem Kies- und Pláner- 
ald blos untergeordnet auftreten. Derartige lehmige 
 Schotter, wie namentlich bei Dvakačovic sind dann schwierig auszuscheiden, weil 
-es schwer zu entscheiden ist, ob dieselben mit der Schotter- oder mit der Lehm- 

farbe anzudeuten wáren. 

Bei Topol, Kočí, Třibubny '*) sind die Lehmmassen gegeniůber den darin 
M zerstreut eingebetteten Kies- und Plánerkalkceschieben so vorherrschend, dass 
p Decke auf der geologischen Karte als Lehm ausgeschieden ist. 

Nur dort, wo solche mit Schotterbrocken gemengten Lehme auf einen 
eteren Horizont herabgeschwemmt worden sind, erscheinen sie rein und ungemischt. 

Dieses Verháltniss zeiet sich bei Třibubny (O bei Chrudim) deutlich. Auf der 
-m kommen also die mit Geschieben gemengten Lehmen, an den Lehmen 
aber, námlich in den tieferen Lagen, wie bei Kočí und Vorel die reineren, abge- 
schwemmten Lehmlager vor. 

Die lehmige Beschaffenheit der Schotter erklárt sich einfach aus ihrer 
Entstehung. Im óostlichen Theile, also bei Hohenmauth, wo die festen mittelturo- 
„mischen Kalkpláner theilweise zur Bildung der Schotterbánke beigetragen haben, 
-ist die Beschaffenheit derselben verháltnissmássig wenig lehmig. Im Westen aber 
(0 von Chrudim), wo nebstdem auch die dort ausegebreiteten weichen Pláner- 
Schichten in Geschiebeform zusammengeschwemmt erscheinen, erhielten sich nur 

je Ouarz- und Iserkalkcerólle in ihrer Form, die weichen Pláner zerfielen aber 
mit der Zeit zu Lehm, der dort demnach oa 

Nórdlich vom Loučnábache, hart an der nordlichen Gránze des Grad- 
kartenblattes enthalten die Geschiebeanháufungen deutliche Sand- und Schotter- 
bánke, und ganz sparsame Geschiebe des Iserkalkes. 

Die kalkigen Callianassenpláner des Mittelturons verwittern in ihren Schichten 
am Ausbisse gelbbraun, mit der Farbe der lehmigen Ackererde. Es kommt daselbst 
jedoch zu keinen Lehmblagerungen, ausser in der Náhe der Loučnádepression, 


56 


Die meisten Lehme der Niederung des Loučnábaches sind aus aufeelósten 
weichen Plánern des Oberturons entstanden. Sie bedecken entweder das Oberturon 
oder die Schotterbánke auf den Hůgelkuppen in dieser Niederung. Nur in einem 
Gebiete findet man auch am festen mittelturonen Plánerkalk eine máchtige Lehm- 
decke, und zwar an der sanften Abdachung zwischen Vraclav und Cerekvic. Hier- 
sind die Lehme die Reste der ausgelausten kalkigen Pláner und sind offenbar 
an dieser sanft geneigten Fliche herabgeschwemmt worden. Es ist úberhaupt keine 
seltene Erscheinung in Bóhmen, Lehme auf den gegen Ó geneigten Gehángen 
abcelagert zu finden, wenn die zur Lehmbildung gůnstigen Verháltnisse, so wie 
hier, zusammenwirken. 


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(ZWEITER THEIL. 


VON 


RUD. HELMHACKER. 


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Die petrographische Beschaffenheit einiger Gesteine des 
Eisengehbirges. 


| In diesem Abschnitte werden einige fůr eine náhere Untersuchung wichti- 
„geren Gesteine, namentlich Gesteine eruptiven Ursprungs, ihrer petrographischen 
» Beschaffenheit nach, beschrieben, nachdem die anderen gewohnlicheren Gesteine 
- schon bei der geologischen Beschreibung des Gebirges, mit ihren entsprechenden, 
- kurz angedeuteten Merkmalen berůcksichtigt werden. 


j Es zerfállt dieser Abschnitt in die Beschreibung der krystallinisch schief- 
Tigen, dann der krystallinisch massigen Gesteine, nebstdem ist auch ein klastisches 
| Gestein aufgenommen worden. 

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Namentlich ist es die Gruppe der Porphyre, Diorite und Corsite, welche 
hier ausfiihrlicher behandelt wird. 


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Krystallinisch schiefrige Gesteine. 


| Amphibolgneus. 


| Dieses Gestein findet sich besonders gut entblósst in der Doubravkathal- 
(schlucht zwischen Ronov (S) und Mladotic. Die ganz deutlichen Schichten, welche 
nach 4,* mit 429 verfláchen, also parallel mit dem Eisengebirge streichen, sind 
entweder ganz typischer Syeniteneus oder sie enthalten Biotit in accesorischer 
(oder so zunehmender Menge, dass sie dadurch in Biotitoneus úbergehen, mit 
„welchem sie dort auch wechsellagern. Doch ist der Amphibolgneus vorherrschend. 
Sowohl der Amphibolgneus, als auch der an weissen Orthoklas und Auarz reiche 
schiefrige Biotitgneus enthalten accesorisch Granat in grosser Menge. Die Granat- 
jÚ sind recht gross, meist mehr als nussgross. 


Der Syeniteneus zeigt ein kleines bis mittleres Korn und schiefrige Textur, 
„Wenn er keinen Biotit enthált; durch theilweise Vertretung des Amphiboles durch 
Biotit erscheinen die Gemengtheile deutlich mittelkórnig, aber wie flasrie, was 
beim schiefrigen  Biotitgneus oft der Fall ist, indem die schiefrige Textur als 
Schiefrig flaseriggestreckte ausgebildet ist. 

Ť Der Auarz und Orthoklas ist immer weiss, in kleinen Stůckchen durch- 
: ichtig, zuweilen ist auch gestreifter Plagioklas in dem weissen Gemenge sichtbar. 
Der Amphibol ist dunkelgrůn oder schwarzgrůn. 

Um zu bestimmen, ob in den weissen Kórnern Zwischen dem Amphibol, 
Orthoklas oder Plagioklas (Oligoklas) der vorherrschende Gemengtheil neben Auarz 
ist, wurden die weissen Kórnchen (die aber trotzdem durch Spuren noch anhán- 
genden Amphibols verunreinigt waren) auf den Si0,-Gehalt untersucht. Es gaben 
3 g. davon einen Gliihverlust von 649; und 66919, Si0,. Es ist also die Menge 
„des Orthoklases und Auarzes doch eine ziemlich ansehnliche, wenn auch der Pla- 
Sioklas in nicht ganz unbedeutenden Ouantitáten mit auftritt. 

i Ein Důnnschliff des Syeniteneuses, dessen lángste Amphibolaggregate 
1" Breite hatten, zeigte u. d. M. etwas kleiner geformte Aggregate der 
Weissen durchsichtigen Mineralien. Lappig zertheilte Prismen von dunkel bouteil- 
lengrůnen Amphibol, nur Spaltbarkeit und keine Faserung zeigend, halten das 
Gleichgewicht mit kleineren Aggregaten, die aus Kórnern bis 17" Grósse bestehen. 
Im polarisirten Lichte zeigen die durchsichtigen Kórner durchaus gleiche intensive 
Farben, wodurch der sonst satter fárbige Ouarz von dem weniger satt gefárbten 
Orthoklas nicht zu unterscheiden ist. Nur nach der Form der Kórner kónnen die 


92 


mehr abgerundet polygonalen auf Guarz, die lánglichen -auf Orthoklas bezocen 
werden. Ganz untergeordnet tritt hie und da auch ein grosses Plagioklaskorn mit. 
Zwillingsstreifung und eben so satter Firbung zum Vorschein. Auch etliche Biotit- 
guerschnitte von grinlichbrauner Farbe erscheinen in dem Gemenge. , 

Der Amphibol zeigt bedeutenden Pleochroismus. — Ein anderes Praeparat i 
des Syeniteneuses mit zahlreichen parallelen Biotitschuppen zwischen den Ampl 
bolsáulen und mit Granat, nur wenig schief zur Fláche der Schieferung geschnittem 
zeigte u. d. M. bis 3"" breite Gemengtheile. ; 

Der grasgrůne, etwas ins bouteillengrůne geneigte Amphibol bildet lappig 
zertheilte Prismen ohne Faseruneg; der Biotit bouteillengrůne Lappen, wenn der 
Schnitt ziemlich parallel zur Spaltungesffáche geht, sonst aber wenn derselbe im 
Schliff als langes Rechteck erscheint, zeigt er blassbraune Farbe. Beide Mineralien — 
sind stark pleochroitisch. | 

Das polarisirte Licht lásst in den weissen kórnigen Ageregaten mit bis 2" 
grossen Kórnern den Auarz vom Orthoklas der Fárbung nach nicht unterscheiden, 
weil dieselbe bei beiden Mineralien eleich stark ist. Ein bedeutender Theil der“ 
Feldspáthe, gewiss '/,„ der Menge des Auarzes und Orthoklases zusammen, zeigt 
ausgezeichnete Streifune, ist also Plagioklas; gewise GAuerschnitte zeigen flecken- 
weise in der Streifung noch eine senkrecht durchgehende zweite Farbenbinderung 
wodurch sie gegittert erscheinen. '*) 

Die Zwillinesstreifung des Plagioklases ist so deutlich, dass sie schon 
ohne Zuhilfenahme des polarisirten Lichtes hervortritt.  Flissigkeitseinschlůsse 
sind báufig in den Feldspáthen und im Guarz. 

Ganz selten ist nur hie und da ein Magnetitkórnchen im Amphibol ein- 
gewachsen. Von Granat fiel nichts in den Důnnschnitt. 1 

Eine andere Varietit des Syeniteneuses zeigt bis mittelkórniger Textur, 
schwarze, gut spaltbare bis 2%" lange Amphibolprismen und weisse Agegregate von 
Ouarz und Feldspath. Dazwischen sind winzig kleine hyacinthrothe, diamantelán- © 
zende Prismen, von denen die kleinsten bei der Lánge von 1"% die Breite von 
ab"" haben, welche der Form nach wahrscheinlich auf Rutil zu beziehen wáren. 

Das Mikroskop zeigt lappig vertheilte Prismen des Amphibols von bouteil- 
lengrůner Farbe, seltene Biotitflitter und im Amphibole Kórner von Magnetit als 
Aggregate von guadratischen Auerschnitten dieses Minerales. Die Guarz- und Feld- 
spathagegregate bestehen aus Kórnern von der mittleren Breite von ',„"“; die 
Ouarze und Orthoklase sind im polarisirten Lichte beide gleich lebhaft gefárbt, 
so das nur die Form derselben massgebend ist fiir das Auseinanderhalten beider 
Mineralien. Gestreifter, eleichfalls lebhaft cefárbter Oligoklas ist als unwesent- 
licher Gemengtheil sehr háufig im Gesteins-Gemenge sichtbar. © Die zu Rutil ver- j 
muthungsweise gestellten lánelichen Kórnchen sind nur ganz selten. 

Sowohl Auarz als auch beide Feldspáthe zeigen Flůssigkeitseinschlůsse, 
Was sonst als selbstverstándlich nicht angefůhrt wird. 


2 6 oo 


93 


Gneusgranulit. 


: In dem terassenformigen Abhange des Eisengebirges gegen die Čáslauer 
/Ebene ist zwischen Podhořan und Semtěš verherrschend mittelkórniger Glimmer- 
schiefer mit untergeordnetem, theilweise gestrecktem Amphibolit nach 3'/,»* bis 
1/,k mit 559—60* verfláchend abgelagert. In dem Glimmerschiefer ist zwischen 
Podhořan und Semtěš ein Lager von Gneusgranulit in der Máchtigkeit von 1" 
eingelagert. Dasselbe tritt inmitten der Schlucht die von Bumbalka zur Ebene herab- 
geht, dann etwas hóher nahe bei der Háusergruppe Husí Hovno (O von Semtěš) 
zum Vorschein, wo einige Gruben das Streichen dieser festeren Schichte andeuten. 
| Der Gmeusgranulit besitzt eine blassfleischrothe Farbe; im Guerbruche, 
also senkrecht gegen dessen Schichtung, zeigt er ein feines Korn von róthlichem 


Orthoklas in welchem theils kleine Kórnchen, oder kurze platte parallel gezogene 
Ouarzlamellen, die an der Gránze des mit dem freien Auge noch Sichtbaren stehen, 
eingewachsen sind. Der Guarz in untergeordneter Menge auftretend, hat rauch- 
graue Farbe. Lange papierdůnne Lagen von Guarz durchziehen das Gestein 
ausserdem in spárlicher Menge parallel zur schiefrigen Textur. Sonst weiset der 
Ouerbruch nichts mehr auf. Der schiefrige Druch parallel der Schichtung des 
Lagers zelet einen durch ganz kleine Muscovitschůppchen, die sich jedoch nicht 
ganz berůhren und zwischen sich noch die blassfieischrothe Farbe des Orthoklases 
hervortreten lassen, bedineten schimmernden Glanz. Diese Schieferungs-Brůche 
zeigen auch eine Anlage zur Streckung der Gemengtheile. Der Muscovit muss 
enmach nur als accesorischer Gemensgtheil betrachtet werden; das in die Gruppe 
es Gneuses gehórige Gestein enthált keinen Granat, obwohl andere deutlicher 
Eee Varietáten eines áhnlichen Gneuses, welche untergeordnet schlierenartige 

chichten im Biotiteneus von Starkoč bilden, Granatkorner enthalten. Das Auf- 
treten von Muscovit muss fůr ein Gestein, welches mit Granulit verglichen wird, 
(= ein ungewohntes bezeichnet werden. 

Ein Důnnschliff guer zur Schieferune des Gesteines, oder normal zur 
Richtung der Schichtung angefertist, zeiete bei Vergrósserung u. d. M. im Mittel 
2%" breite polygonale Auerschnitte von Orthoklas, die nach einer Richtung 
unvollkommen gelagert waren. Durch langgezogene Auarzlagen oder flache Auarz- 
„kórner von der Dicke etwa von 1"", die entweder aus einem Individuum bestehen, 
da sie im polarisirten Lichte nur einerlei Farbe zeigen, oder auch ein Aggregat 
vorstellen, ist die plane Paralleltextur angedeutet. Der Orthoklas herrscht bedeutend 
„úber den Auarz vor. Zwischen den Orthoklaskórnern erscheinen noch blassgrůnlich- 
$rane Stábchen von Muscovit von 55" Dické (Schnitte parallel zur krystallo- 
graphischen Achse) sowie ganz diinne, ebenso unvollkommen parallel zerstreute 
 Haematitguerschnitte wie auch ganz seltene Erzkórnchen, vielleicht dem Magnetit 
angehorig bis -;"" breit. 

: Ein Důnnschliff parallel zur Schieferune zeigt beinahe durchgángie regellos 
| ABgregirte Orthoklaskórner der eben angefůhrten mittleren Grósse von +£"", 
k la azwischen hie und da etwas Guarz und Muscovitláppchen bis zur Breite von 
: Auch kommen hyacinthroth durchscheinende Hámatitschuppen vor meist ein- 
zeln verthleilt und stellenweise Andeutungen hexagonaler Umrisse zeigend, dann 


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94 


findet sich auch in gewissen, zur Streckung des Gesteines parallelen Lagen Erz- 
(Masnetit)staub vertheilt. Die ganz kleinen, jedoch nicht die kleinsten Erzstaub- 
kórnchen haben die Breite von 3)45"%".  Zwillinge von Orthoklas, sowie gestreifte 
Plagioklase liessen sich nicht nachweisen. 


Porphyroid. 


Unter diesem Namen werden den Auarz- und Felsitporphyren áhnliche, 
jedoch schiefrice Gesteine bezeichnet, die demnach eine felsitische Grundmasse 
mit ausgeschiedenen parallel gelagerten Krystallen besitzen. Nur dasjenice Gestein, 
welches mit Gneus im Zusammenhange vorkommt, wird hierher gestellt, wáhrend 
andere ganz an Porphyroide erinnernde Gesteine bei Lukavic (S von Chrudím) 
zu den echten Auarz und Felsitporphyren gestellt werden, mit denen sie genetisch 
verbunden sind. | 

Das Porphyroidgestein unter der Burgruine Lichnice und Podhrad (Ruine 
Lichtenburg, O Ronov) bildet im Gneuse untergeordnete Schichten und úbergeht 
in echte Gneuse. Solche Úbergangesgesteine sind von Zbislavec (Stráně) angefangen 
bis úber Hostětinky im Zuge des steilen Abfalles des Eisengebirges gegen die 
Ebene von Čáslau sehr verbreitet. Auf der Karte erscheint jedoch der Porphyroid bei 
Lichnice wegen dem zu kleinen Maasstab der Karte nicht ausgeschieden, sondern 
als Gneus bezeichnet. 

Das deutlich schiefrige compacte Gestein hat eine dunkelgraue Farbe mit 
stelienweise hervortretenden gestreckten kleinen Flasern von róthlich oder weisslich 
gefárbtem Orthoklas, oder róthlich weissen Lagen. Die eingewachsenen Krystalle 
von rauchgrauem Auarz und blass fieischrothem Orthoklas sind meist klein, bis 
2“m Jang; nur selten sind centimeter lange Orthoklaskrystalle von weisslicher 
Farbe ausgeschieden. An dem ziemlich ebenen Bruche schimmern PBiotitschůppchen, 
welche gleichfalls eine Streckung des Gesteines andeuten. Die Grundmasse ist 
sehr feinkórnig, demnach nicht vóllig felsitisch, im Bruche splittrig. 

Ein ziemlich nahe parallel zur Schieferungsrichtung hergestelter Diinn- 
schliff zeigt eine kórnig ageregirte Orthoklaserundmasse, deren Individuen von 
polygonaler Form im Mittel 55%" Grósse erreichen. In der Grundmasse ziehen 
sich schlierenartige, ziemlich parallele, jedoch lappig vertheilte Zůge von Biotit- | 
ageregaten. Diese Biotitaggregate bestehen aus im Mittel „5"" breiten Biotit- 
schuppen von bráunlich bouteillengrůnem Biotit; die Schuppen sind einander 
stellenweise mehr genáhert, wáhrend sie sich wieder anderweitig von einander so 
entfernen, dass sie beinahe ohne Zusammenhang erscheinen. In dem kleinkórnigen 
Gemenge mit recht deutlich angezeigter planer Paralletextur sind háufie deutlich 
oder undeutlich hexagonal begránzte, im Mittel 4*“ breite Ouarzkórner aber auch 
láneliche solche Auarze anzutreffen. Nachher erscheinen Orthoklaskórner, manche 
auch als Zwillinge entwickelt, einige auch mit rissig paralleler Streifung '*) versehen. 
Plagioklase kommen in ausgeschiedenen Kórnern auch, jedoch verháltnissmássig 
selten vor. Stellenweise erscheint im Biotit auch ein schwarzes Erzkorn vereinzelnt 
eingewachsen. Flůssigkeitseinsch liisse sind in den eingewachsenen Krystallkórnern 
sehr háufig. 


——Ě = 


95 


Glimmerschiefer. 


i Dieses Gestein ist sehr verbreitet; insbesondere ist der kleinkornige Glim- 
| merschiefer mit vollkommen eben- und důnnschiefriger Textur im dem Steilabfalle 
"des Eisengebirges gegen die Čáslauer Ebene entwickelt, wo demselben Amphibolite 
| eingelasert sind. Der Biotit-Glimmerschiefer bricht stellenweise in bis Auadrat- 
(meter grosse Platten; die diůnnsten kleineren Scherben wůrden selbst einen dicken 
(Dachschiefer abgeben, da selbst 5" dicke Spaltungsstůcke zu erlangen sind. An 
"den Schieferungen, welche die Fláche der Biotitschuppen zeigen, ist eine undeut- 
liche Streckung bemerkbar; im Auerbruche zeist sich das sehr feinkórnige Auarz- 
(gemenge mit den parallel gelagerten Biotitschůppchen. Das Gestein úbergeht stellen- 
'weise in Amphibolitschiefer mit deutlicher Streckung. 

| Ein parallel zur vollkommen ebenen Schieferung hergestellter Důnnschlif 
„von Bumbalka bei Semtěs zeigte u. d. M. ein korniges Aggregat von £—+1"" breiten 
"Auarzkórnern und fetzenartigen, ebenso grossen Biotitschuppen von brauner Farbe, 
„welche die Tendenz zeigten, nach einer Richtung sich háufiger an einander zu 
„schliessen, als dies normal auf diese Richtung der Streckung der Fall wáre. Zwischen 
der Gemenge-Masse, sowohl im Auarz, als auch im Biotit sind strichweise entweder 
staubartice oder zu winzigen Aggregaten vereinigte Erzkórnchen reichlich ein- 
 gestreut. Die guadratischen Auerschnitte derselben deuten auf Magnetit. Bei der 
"gánzlichen Durchsichtigkeit des nicht getrůbten reinen Gemengtheiles námlich des 
Avarres und der starken Fárbung im polarisirten Lichte ist auf die Abwesenheit 
des Orthoklases als accesorischen Gemengtheiles zu schliessen. Die Erkennung von 
Řorthoklas neben Auarz hátte im polarisirten Lichte seine Schwierigkeiten, da 
 Orthoklas, wenn derselbe ganz frisch ist, vóllig gleich lebhaft sich fárbt wie der 
Fonarz. Oligoklas wurde natůrlicher Weise auch nicht angetroffen. 


So leicht sich diese Důnnschliffe parallel zur Schieferung auch anfertigen 
lassen, so misslingen diejenigen, welche man normal zur Schieferung anzufertigen 
bestrebt ist, so dass die Dicke der Biotitschuppen unbekannt bleibt. 


+ 
% 


Phyllit. 


Die náher untersuchten Phyllite (Glimmerschieferphyllite) stammen von 

Er Hlinsko-Skučer Schieferinsel und zwar von deren sůdlichem Theile her, welcher 

dem Gneuse und Granite genáhert ist. Diese Phyllite verfáchen hier (ONO Hlinsko, 

„S Skuč) vorherrschend nach NNO und enthalten stellenweise verkieselte Schichten, 
ie demnach zu Lydit umgewandelt sind. 


Die reinen Phyllite von lichtgrauer Farbe sind an der Sůdgránze der 
Ý chieferinsel etwas weniger háufig als die Staurolith fůhrenden Schiefer. 


vá Staurolithphyllit. 
Die meisten Abarten davon finden sich bei Kladné (von Hlinsko an der 


I insko-Krounaer Reichsstrasse 5:8 Kilom. ONO entfernt). Der Phyllit in der 
Behlucht, die von Vojtěchov sůdlich heraufgehend die Strasse, welche daselbst 


96- | 


: 


einen Bug macht, %, km NW von Kladné, úbersetzt, ist ganz deutlich eben- © 
fláchig geschichtet, mit wechselndem aber doch vorherrschend NNO Verfláchen. © 


Der lichtgraue beinahe sehr vollkommen spaltende Pbyllit hat auf der 


Schieferungsfláche entweder eine gedránet stehende parallele Linierung, oder oinělí 


deutliche nach einer Linie gerichtete schwache Runzelune. Hie und da bemerkt © 


man schwach bráunliche Fárbungen, welche von diinnen Háuten von Biotitschuppen © 
herrůhren. 


Die ganz ebenfláchigen, linirten Pbyllite zeigen sehr zahlreich ganz kleine 
schon dem blossen Auge oder erst bei Vergrósserung sichtbare schwarze Punkte, 
welche meist hóckerig hervorragen und die Grósse von "/;"% bis 345"%" besitzen. 
Die grósseren sind Staurolith, die kleineren Magnetit. Auch Granatkórnchen finden 
sich, jedoch nur ganz spárlich vor. Die runzlig geradlinig gefalteten Phyllite, oder 


die nur ebenschiefrigen, insbesondere '/„ km W oder NW von der obenerwáhnten 


Strassenbiegung in der Vojtěchover Schluchtdepression zeigen, abgesehen von den 
winzigen Magnetitpůinktchen entweder vereinzelnte Staurolithkrystállchen 4—5 auf 
der Fláche von 1[ Jem oder selbst stellenweise in grósseren Flecken so an einander 
geháufte Krystállchen, dass an gewissen Štellen deren bis 80—120 auf die Fláche 
1[ Jem. entfallen. Doch sind solche Stellen immerhin nicht háufig anzutreffen. 


Die Staurolithprismen aus dem Bruche W von der Strassenbiegung bei 


Kladné, dann auch N und S von der Strasse zeigen bei einer Lánge von bis 
2=m. die Breite von 4%“ Die Farbe ist bráunlichschwarz. Die herausgekratzten 
undurchsichtigen Krystállchen haben Glasglanz und zeigen die Form 

oo P.Po. woPo.0P. 


kl 


Einige zeigen trotz ihrer Kleinheit eine wenn auch nicht sehr deutliche Spalt- 


barkeit nach oP w, natůrlich erst unter dem Mikroskope. Die Krystállchen ritzen 
Guarz, haben demnach die Hárte von 7',. 


Wenn nicht alle, so erweisen sich doch die meisten Krystállchen als Zwil- © 
linge der eben angefůhrten einfachen Form nach */„P*/,. Die wenig glánzenden © 


Fláchen sind nicht gánzlich eben. Unter dem Mikroskop gemessene Kantenwinkel 
gaben: © P: wPw vorne: 113945' (statt 1159 177) oo P: o P o hinten 1139 12“: 
dann. 00 P: 00 P vorne: 1329 59" (statt: 1297207), oo P: oo P himien lon = 
Abweichung der gemessenen Werthe von den richtigen ist im Vergleich zur Un- 
ebenheit und Kleinheit der Fláchen eine nur unbedeutende zu nennen. 

Vor dem Lóthrohr bleibt das Mineral unverándert. 

Die Phyllite und Staurolithphyllite enthalten keine Ouarznester, auch nicht 
sichtbare důnne Guarzlagen im Guerbruche, so dass irgend ein Glimmer der Haupt- | 
gemengtheil derselben ist. "*) 


Důnnschliffe lassen sich nur nach der Richtung der Schieferung anfertigen. © 
Da zeigen nun Důnnschliffe bei Vergrósserung auserordentlich zahlreiche 


sich deckende Schuppen von Muscovit (Sericit), zwischen welchen einzelne Biotit- 
schuppen, oder ganze aus Schuppen bestehende Ageregate die lichte, schuppige 
Masse verdunkeln. Zwischen die parallelschuppige Masse, in welcher Ouarz oder 
cin anderer Gemengtheil entweder ganz fehlt oder in so untergeordneter Menge 
vorkómmt, dass derselbe durch die Schuppen verdeckt wird, findet sich ganz 
regellos Magnetitstaub eingestreut. Die Magnetitkórnchen von ganz unscheinbaren 


9 


Punkten angefangen, bis zur Grósse von 35" und noch darůber, zeigen meist 
guadratische Ouerschnitte. Man kann deren an Orten, die keinesfalls zu den 


Nur verháltnissmássig vereinzelnt finden sich braune durchsichtige Staurolithprismen 
in dem schuppigen Gemenge. Allein auch die Staurolithe sind nie rein, auch 
| o enthalten Magnetitstaub in Kórnchen bis zu 5g""“ Breite čin bovadhodní 


Andere Gemengtheile, ausser stellenweise aber recht selten, nur in gewissen 
'Důnnschliffen eingewachsenen rundlichen kleinen Kórnchen von Granat von kaum 
[Imerkbarer, blass rosenrother Farbe kónnen in dem Gemenge nicht nachgewiesen 
werden. — 
| Im polarisirten Lichte zeigen die einzelnen Muscovitschuppen, deren nicht 
(vertikalen Achsenrichtungen nicht orientirt sind, verschiedene Farben, wodurch 
jihre mittlere Grósse von „£—1;""“ bestimmt werden kann. Der Staurolith zeigt 
I Agoregatpolarisation; dieses Verhalten wůrde nicht so sehr Eigenschaft des Stau- 
! 'rolithes, als vielmehr der darin zerstreut eingewachsenen Muscovitschuppen sein. 
Als Belege dafůr, dass zur Zusammensetzung des Phyllites vornehmlich 
der Muscovit beitrágt, dient das Verhalten vor dem Lóthrohr. Der Phyllit bláttert 
sich námlich ganz unbedeutend auf, ist beinahe unschmelzbar und wird nach 
| Verlust der grauen Farbe silberweiss. 


Andalusitphyllit. 


An anderen Orten nahe der Granit- und Gneusgránze finden sich dié unter= 
I silurischen Grauwackenschiefer in Andalusitschiefer ungewandelt. Vornehmlich sind 
| diese Gesteine in den Eisenbahneinschnitten O und W von Hlinsko entblósst. Eine 
Probe des Gesteines in der Náhe des Bahnhofes von Hlinsko, nahe der Granit- 
gránze stellt einen dunkelerauen unvollkommen schiefrigen Phyllit (Thonschiefer- 
 Phyllit) vor, dessen Schieferungsfláchen kurze wellig gebogene Runzeln zeigen. 
Der Glanz ist an solchen Fláchen ein matt seidenartiger. In der scheinbar 
dichten Phyllitmasse, ohne alle noch so kleinen Auarzeinschlůsse, welche ziemliche 
Festigkeit besitzt, finden sich kleine Wůlstchen oder Hóckerchen, dann aber por- 
(phyrartig eingewachsene Andalusitkrystalle, welche in Bruchfláchen auftreten. Die 
Wůlstchen und Hóckerchen sind auch Andalusitkrystalle, deren Krystallfláchen 
'jedoch mit der Phyllitmasse, eigentlich sehr zarten parallelceháuften Biotit- 
(schůppchen bedeckt zum Vorschein kommen. Die stark glaselánzenden Andalusit- 
bruchfláchen oder wenn eine Spaltung nach w» P erfolgte, also Spaltungsffáchen 
(erweisen sich als ganz durchsichtig und blass rosenroth gefárbt, demnach nicht so 
' umgewandelt, wie es die meisten weissen undurchsichtigen Chiastolithe schon sind. 


3 Die Spaltung nach o P ist mehr als vollkommen, zufolge der ebenen 
Beschaffenheit der Fláchen und auch vermoge der irisirenden Farbentone im 
/ Inneren der Krystalle parallel den Spaltunesfláchen, welche letztere Eigenschaft 
(immer einen bedeutend vollkommenen Grad von Spaltbarkeit andeutet. Dann und © 
| wann aber tritt ein Andalusitguerbruch zum Vorschein; dann ist in dem guadra- 
| tischen Bruche das schwarze Schieferkreuz zu sehen, sahat diese Andalusite 
„zur Varietát Chiastolith gehóren. Trotz der frischen Beschaffenheit der Krystalle 
he Ť 


98 


erreichen sie doch nicht die Hárte des Andalusites (7—1',) sondern zeigen dej 
geringeren Hártegrad des Chiastolithes. 

Die Lánge der ausgeschiedenen Andalusitkrystalle betrágt selbst mehr alé 
10, die Breite bis zu "/;©% ; die meisten Krystalle sind jedoch kleiner. Spaltungs- 
fáchen zeigen unter dem Mikroskop gemessen einen an 909 sehr genáherten 
Neigungswinkel, der sich mit mehr Genauigkeit nicht bestimmen liess,» da eben 
die Spaltbarkeit keine sehr vollkommene ist. 

Der Fhyllit selbst schmilzt stellenweise an den Kanten etwas an, was auf. 
den Biotitgehalt desselben zurůckzufiůhren ist. | 


Důnnschliffe zeigen eine deutlich kórnige (schiefrige) Grundmasse mit aus- 
geschiedenen Krystallen von Andalusit. Dickere Andalusitdůnnschliffe zeigen noch. 
die blassrosenrothe Farbe, diůnnere Pláttchen sind durchsichtig. Meist ist die. 
Gránze zwischen Andalusit und Schiefergrundmasse eine scharfe, was um M 
deutlicher ist, als die opaken oder stárker fárbigen Gemengtheile derselben an. 
den Gránzen mit den durchsichtigen Krystallen zusammengedránet zu sein scheinen. 
Nur ganz selten zeicgt sich ein Úbergane der durchsichtigen Krystalle in die Grund- 
masse dadurch, dass nahe dem Rande graue Nebelflecke, mit opakem Staub 
darinnen, den Úbergang in die Grundmasse bedingen. Manchesmal zeigen die | 
Andalusitkrystale nahe den Rándern vereinzelnte opake schwarze Kórnchen ein- 
gewachsen; oder legt sich an den Rand der Krystalle etwas Pyrit an. 

Die Spaltbarkeit zeigt sich deutlich im Andalusite; wenn gewisse Krystalle 
durch Druck der Schiefermasse etwas verschoben sind, So zeigen sie viele paraleo 
Spaltklůften parallel oo P, welche durch wenige GAuerspáltchen (vielleicht > 
einem Pinakoide) netzfórmig verbunden sind. Dann zeigen sich von den Spalten-. 
ráumen aus die Krystalle weiss getrůbt, also wahrscheinlich durch Wasserauf- 
nahme umgewandelt. Im polarisirten Lichte erscheinen nur die Kerne zwischen. 
dem weissen schwachdurchscheinenden groben Netzwerk gefárbt, wáhrend eine. 
chromatische Wirkung auf die umgewandelten Netzleisten nicht zu erkennen U 

Senkrecht auf die Achse geschnittene Andalusite zeigen das dunkle Kreuz. 
mit der guadratisch prismatischen Mitte, welches aus einer blassgrauen feinkórnigen. 
Masse mit nur eingestreutem Erzstaub besteht, die nicht ganz scharf von der 
durchsichtigen Krystallmasse getrennt ist, wáhrend gegen die Schiefermasse die 
Trennung eine scharfe ist. Die Kanten der Andalusitprismen zeigen keine Margi- 
nalausfůllune, welche mit der mittleren durch die dinnen Kreuzarme verbunden. 
wáre; vielmehr verlieren sich diese Arme, welche von den Ecken des mittleren — 
guadratischen Prisma ausgehen, ehe sie den Kantenrand erreichen, in der Andalusit- 
masse. Das sonst dunkle Kreuz, welches aus Schiefermasse bestehend gedacht wird 
demnach auch die Bezeichnung des Schieferkreuzes fůhrt, besitzt jedoch nicht se 


Zusammensetzung derselben. Es besteht nur aus einer kleinkornigen, durch diese 
Aggregation graulich erscheinenden Masse, in welcher man Andalusit zu vermutbe 

Grund hat, mit eingestreutem Erzstaub, welcher wegen an gewissen Kórnchen sicht-. 
baren guadratischen Auerschnitten auch Magnetit (wenigstens zum Theil) sein 
kónnte. Gegen die Randbegránzung des Kreuzes wird der Erzstaub, in dem die 
Kórnchen etwa z45"" Breite haben, spárlicher, wodurch der nicht scharfe Úberganě 
in die Andalusitmasse vermittelt wird. Die vier Sectoren zwischen den Kreuzarmen. 


J9 


Die Grundmasse, also der Phyllit ist durchaus krystallinisch. Sie besteht 
Jlaus in einer Richtung oder wellenfórmig orientirten durchsichtigen Kórmchen, 
|welche sich so wie Andalusitmasse verhalten; dann Biotitschuppen, beide von 
ziemlich gleicher Grósse bis zur Breite von 1" und eingestreutem Staub eines 
opaken Kórpers, in welchem wenigstens theilweise Magnetit vermuthet werden 
kann. Es ist moglich, dass auch Muscovit oder Amphibol in zarten Stábchen in 
der Grundmasse, jedoch nur in ganz geringer Menge vorkommen, weil ein im 
fAndalusit aufgefundener Auerschnitt die Vermuthung auf eines dieser beiden 
„Mineralien lenkte. 

| In der Náhe der Andalusite ist die Biotitmasse etwas reichlicher in der 
/Schiefermasse angeháuft, auch nicht parallel der Schieferung gelagert, sondern 
scheinbar den Andalusit parallel zu seinen Begránzungesfiáchen umhůllend, als 
"wenn durch die sich ausdehnenden Andalusitkrystalle die Schiefermasse an die- 
Iselben angepresst worden wáre. Die in der Schiefermasse so háufigen braunen 
Biotitpláttchen fehlen in dem Achsenkreuz der Andalusitkrystalle beinahe ganz, 
denn nur hěchst spárlich findet sich ein ganz kleines Biotitpláttchen in denselben. 
| Eine Analyse und zwar eine mechanische wůrde nun den sicheren Auf- 
Ischluss geben, ob die opaken schwarzen Kórnchen, Magnetit oder Anthracit oder 
(beides, námlich im Gemenge sind; ebenso kónnte dadurch die muthmassliche 
(Andalusit-Natur des durchsichtigen u. d. M. kórnigen, sonst aber dichten Schiefer- 
|gemengtheiles nachgewiesen werden, welches letztere aber auch eine chemische 
Analyse hinreichend klar zu legen im Stande wáre. 

| Es finden sich aber in der schwarzen Schiefermasse noch bemerkenswerthe 
Eigenthůmlichkeiten, die erwáhnt werden miissen. Eine Eigenthůmlichkeit ist die, 
dass sich deutlich kórnige Aggregate von Andalusit mit noch eingeschlossenen 
(Biotitschuppen und schwarzem Staub, jedoch ohne sonderlich scharfe Scheidung 
von der Grundmasse vorfinden, welche Tendenz zeigen, guadratische Figuren (wenn 
(der Ouerschnitt senkrecht zur Achse geht) nachzuahmen und die sich auch so 
| mn als wáren sie die Grundmasse selbst, in welcher jedoch die fárbigen 
'Gemengtheile (Biotit, opaker Staub) von den grósseren durchsichtigen (Andalusit) 
| Gemengtheilen zurůckgedránot worden wáren. Es scheinen das in Bildung begriffene 
(Andalusitkrystalle zu sein. 

8 Dann finden sich kleine, hochstens getreidekornerosse ellypsoidale Auer- 
"schnitte, welche im Důnnschliffe bedeutend mehr durchscheinend sind als die 
Schiefermasse selbst. Dieselben bestehen aus einer Hůlle von etwas mehr ange- 
láuften Biotitschůppchen, werden also von einem dunkleren Hof umsáumt, innerhalb 
'welchem ein ellypsoidaler enger Kranz von Andalusitkórnern mit wenig Biotit und 
Wenig schwarzem Staub folet, welcher dann den grossen ellypsoidalen inneren 
Kern, der die Zusammensetzung des Andalusitachsenkreuzes hat (demnach aus 
Kleinkórnigen, licht graulich erscheinenden Ageregaten, mit zartem schwarzem 
Staub und hóchst spárlich winzigen Biotitschůppchen) einschliesst. Die etwas 
biotitreichere Hůlle, der durchsichtigere enge Kranz sowie die graue Kernmasse 


„* 
' 


" 


100 : | 


sind jedoch nicht scharf, sowohl von der Schiefergrundmasse als auch unter sich, 
getrennt. 


Wahrscheinlichkeit durchfůhrbar ist, so wáre der graue Kern die Analogie des 
noch nicht fertigen Achsenkreuzes, die durchsichticere Hůlle aber mochte dem noch 
nicht vóllige Individualisirung, das ist Spaltbarkeit und Krystallformbegránzung 


) 
| 
Wenn eine Deutung hier zulássig ist, welche nur mit einigem Grade von | 
besitzenden Andalusit selbst angehóren. 


Fruchtschiefer. ; 


Etwas weiter von der Graniteránze im Bogen zwischen Ranná und Vojtěchov, 
Horní Holetín, N Hlinsko, Vítanov, O Horní Babákov, Dolní Holetín, also zwischen 
zu Phyllit umgewandelten Grauwackenschiefern und den oben angefiihrten Staurolith-. 
und Andalusitphylliten, welche náher der Granit- und Gneusgránze liegen, folgen. 
diese metamorphischen Schiefer. Die typischesten Phyllite (Fruchtschiefer) sind in. 
der Schiefermasse ganz áhnlich dicht, dunkelgrau, gebogen parallel welligrunzlig,- 
wie die Andalusitschiefer von Hlinsko, jedoch erscheinen in denselben guer gegen. 
die Runzelung gestellt dunkelgraue dichte getreidekorngrosse Einschlůsse ein- 
gewachsen, an denen sich die Runzelung etwas bogig einengt. In Guerbrůchen 
sieht man, wie die durch scharfe Knickung hervorgebrachte, im Schieferbruche. 
wellig parallele runzelige Fáltelung sich an die Kórmer anschmiegt. 

Die dichten Kórner sind keineswegs homogen, da sie bei starker Vergro čsse- 
rung glitzernde Fláchen von Glimmern zeigen. V. d. L. sintert oder frittet die Masse : 
nur etwas, indem sie sich lichterau gestaltet. Nur dle anhaftenden hóchst zarten 
Biotitschůppchen schmelzen. Das Mineral ritzt Calcit, gegliiht aber erhoht sich seine 
Hárte. Abceschalter Staub der Kórner, welche an den allerdůnnsten Kanten schwach 
durchscheinend sind, zeigt sich zusammengesetzt aus durchsichticen Theilchen von 
undeutbarer Natur und aus Biotitschůppchen von brauner Farbe. Sehr zarter 
schwarzer Staub durchdrinst das Gemenge. Dadurch, dass nach dem Glihen das 
Mineral lichter geworden ist, scheint mit dem schwarzen Staube eine Veránderune 
vor sich gegangen zu sein; indessen finden sich aber auch noch in den geglihten 
Splittern schwarze Kórnchen, die durch Glůhen desshalb nicht gelitten haben, weil 
sie entweder aus Magnetit bestehen oder weil sie gut und vor Veránderung geschůtzt 
nmhůllt waren. 

Es ist jedenfalls hier der Ort, darauf hinzuweisen, dass čt in dem An“ 
dalusitschiefer ahnliche Kórnchen sich finden, wie sie zuletzt (bei dem Andalusit- 
schiefer) beschrieben wurden, es muss aber jedé náhere úrklárung, als wáren die 
Kórner etwa noch nicht ausgebildete oder in der Bildung gehemmte Andalusit- oder © 
Staurolithindividuen noch dahingestellt werden. '“) | 


Lydit. 

An den Gránzen zwischen den zu Phyllit umgewandelten untersten Silur- | 
grauwackenschiefern mit dem Granit, wie zwischen Krouna und Dědová oder nahe 
den Gránzen am Medkový kopec (Čertovina) und bei Mrakotín (alles O oder NO © 
von Hlinsko) finden sich zu Lydit verkieselte Phyllitschichten in Zůgen, das ist 
in Wechsellagerung mit schwarzem Phyllit, Auch einzelne Lyditschichten finden 


| 
| 
| 101 
sich zerstreut vor. Aus einer schicht- oder lagerartigen Phyllitverkieselung in 
| Lydit, ohne scharfe Gránzen, in dem schon oben angefihrten Strassenbuge, W 
Kladné, wurde eine Probe HA Gninaře 

Gewisse sehr deutlich eben schiefrige Lydite von Schiýžetlé Farbe 
zeigen an den Schieferungsfláchen noch den etwas seidenartigen Glanz des Phyl- 
Hites, obwohl sie aus dichtem Guarz bestehen. Andere zeigen auch GOuarzklůftchen 
M weisser Farbe, welche dieselben durchsetzen, wáhrend der Ouarz im eigent- 
lichen Phyllit in derartigen, sogenannten gleichzeitigen Bildungen (Schnůrchen, 
(Nesterchen) nicht nachweisbar ist. 
| Vor dem Lóthrohr stark geglůht werden diůnne Splitter lichtgrau, bis bei- 
(nahe weiss und an den Kanten durchscheinend. 
| Důnnschliffe, welche sich bei der Hárte des Gesteines in ausserordentlicher 
Důnne herstellen lassen, lósen sich u. d. M. ganz deutlich in die Gemengtheile auf. 
Schwache Vergrósserungen zeigen den ganz durchsichtigen Auarz von weisser Farbe, 
in welchem ausserordentlich viel schwarze Staubkórnchen in kaum záhlbarer Menge 
| eingestreut sind. Stellenweise, und zwar in unvollkommen parallelen Strichen finden 
sich Parthieen vor, welche weniger Staubtbeilchen enthalten, demnach lichter er- 
Funkce theilweise ist der Staub wieder so gedrángt, dass sich die schwarzen 


Půnktchen beinahe zu berůhren scheinen. Starke Vergrósserungen aber zeigen 
(zwischen den Štaubkórnchen doch noch Auarzmasse. Die Staubkórnchen kónnen 
"nur Anthracit sein; ihre Form ist eine rundlich unregelmássige und bei starken 
Vergrósserungen nicht scharf begránzte, so dass der Kern der grósseren An- 
thracitkórnchen von „3g—=g"" im Durchmesser schwarz opak, der Rand aber 
grauschwarz gefárbt erscheint. 

Winzige Guarzklůftchen von ganz reinem Guarz durchsetzen die Lydit- 
masse in verschiedenen Richtungen, es herrscht aber ein Richtungssystem solcher 
Schnůrchen vor, welche scharf begránzt sind. Nur zuweilen ist ein abgerissenes 
Bróckelchen von Lydit in solchen Klůftchen eingeschlossen ; dann und wann erscheint 
eine vereinzelnte Haematitschuppe nahe am Rande der Auarzklůftchen; es ist 
das vor der Ausfůllung der Klůftchen durch Auarz an den Wánden abgesetzter 
Haematit. Manche Gránzfáchen zwischen Auarzklůftchen und Lydit tragen einen 
schwarzen opaken důnnen Úberzug, námlich die vor der Bildung der Auarzklůftchen 
ausgeschiedenen Anthracitanfůge. Die diinnsten Auarzklůftchen besitzen die Breite 
von z3j5"", die breiteren im Praeparate bis 1"", obwohl in Handstůcken die Guarz- 
klůfte oft mehrere Millimeter breit sind. 


Ausser Ouarz und Anthracitstaub enthált die Lyditmasse ausserordentlich 
Selten auch tief braune Kórner, deren Deutung eine unsichere ist; dieselben werden 
fůr Staurolith gehalten wegen der Ahnlichkeit des Vorkommens dieses Minerales 
in den Phylliten, in denen der Lydit auch eingelagert ist. Doch sind diese Stauro- 
hth-áhnlichen Kórner gánzlich einschlussfrei. Die Verdrángung der Phyllitmasse 
durch Lydit wáre demnach eine vollstándige. Auch scheint das Vorkommen des 
Lydites den Umstand, dass die metamorphosirten Grauwackenschiefer, jetzt also 
Phyllite keinen Ouarz und auch keine Auarznester von Bedeutung einschliessen, zu 
erkláren, weil sich eben aller Auarz als Lydit gesondert abgeschieden haben důrfte. 


102 


Sehr bedeutende Vergrósserungen zeigen im Auarze eine ausserordentliche. 
Menge von Flůssigkeitseinschlůssen. Im polarisirten Lichte erweisen sich die mit 
Staub reich angefůllten Stellen aus ganz kleinen Guarzkórnchen zusammengesetzt; 
die an Staub weniger reichen dichten Auarzparthieen bestehen aus bis jmm grossen 
Ouarzkórnchen, die das Ageregat bilden.  Ebenso verhált es sich mit den Ouarz- 
klůftchen, die breiteren bestehen aus grósseren GAuarzkórnchen (bis „£== Breite), 
die feineren aus ganz zarten Auarzindividuen. 


Ebenso zeigt die Beleuchtung mit polarisirtem Lichte, dass nicht alle Ouarz- © 
klůftchen von gleichem Alter sind, da etliche davon andere durchsetzen; es ist 
der Lydit demnach nicht gleichzeitig rissig geworden. 


Ottrelitphyllit. ; 


Dieses Gestein findet sich im Liegenden und Hangenden des Auarzitzuges, 
der wahrscheinlich zur Untersilurzone Dd, gehórt und durch den SO-Abfall der j 
Bučina von NW nach 90 streicht. Diese Schiefer lassen sich durch die Bučina © 
und nach einer Unterbrechung an der Strasse von Vápenný Podol gegen Hrbokov © 
bis Rtein verfolgen. Die sůdliche Begránzung derselben geht úber Skoranov und | 
Kraskov (NW Seč). Die liegenden Ottrelitphyllite, also die NO vom GAuarzitzuge i 
gelegenen důrften der Zone Dd,; die SW vom Guarzitzuge bis zur Granitgránze © 
streichenden aber der Zone Dd; angehóren. Da beide Zonen Dd, und Dd, ur- i 
sprůnglich aus petrographisch nicht unterscheidbaren glimmerigen schwarzen Thon- i 
schiefern (Grauwackenschiefern) bestanden, so ist die Metamorphose derselben in | 
ein gleiches Ottrelitphyllitgestein erklárlich. Die Ottrelitschiefer sind Contact- © 
metamorphosen der schwarzen Thonschiefer mit Granit; die Metamorphose reicht 
bis 1 km weit, in horizontaler Richtung gemessen, von der Granitgránze in die © 
Thonschieferschichten hinein; der dazwischen eingelagerte feinkornige Auarzit aber 
ist unverándert erhalten, wenn von dessen Zerklůftung abgesehen wird. 

Der Ottrelitphyllit úbergeht in der Entfernung von mehr als 1 km von © 
der Granitgránze allmáhlig in den schwarzgrauen Thonschiefer. Besonders auffállig 
ist die Metamorphose dort, wo neben Granit noch andere Eruptivgesteine den 
Contact bilden, so etwa NO von Kraskov, wo der Corsitstock (von Kraskov) mit 
den geschichteten Gesteinen in Contact tritt; hier ist nun die Metamorphose eine 
ganz vollstándige. 

Eine weniger ausgedehnte Ottrelitphyllitparthie, oder wenigstens eines 
metamorphischen, diesem Phyllit áhnlichen Gesteines findet sich in der grossen 
Schieferscholle bei Kreutzbere (Krucenburk), námlich S vom O Theile des Dorfes © 
Chlum (N Kreuzberg), wo alte, wahrscheinlich cambrische Gesteine von ursprůng- 
licher Thonschieferausbildung eine áhnliche Metamorphore erlitten haben. 

Der Ottrelitphyllit zeigt noch ziemlich deutliche Schieferung, die durch 
eine schmutzig lichtgraue unvollkommen schiefrige phyllitische Grundmasse bedinst © 
wird, in welcher auch noch ebenfalls vorherrschend annáhernd parallel gelagert 
dunkelgrůne bis 1'4—1"" breite důnne Pláttchen von Chloritoid (Ottrelit) ein- 
gewachsen sind. Meist entfallen auf 1[j*“ der Gesteinsschieferfláche 40—50 solcher © 
Chloritoidschuppen, obwohl in gewissen Varietáten die Zahl um €in mehrfaches 
steigt. Die schuppig schiefrige Grundmasse lásst sich etwas schaben und zeigt. 


pb 
; % 


| 


schwachen matten Perlmuterelanz; die oP Fláchen des Chloritoides (Ottrelites) 
glinzen stárker. ; 

Diese Chloritoidpláttchen (Ottrelit) stecken in einer sehr feinkórnigen 
'Grundmasse, welche unter der Loupe stellenweise ausgezeichnete Spaltunesfláchen 
Izeigt und den Eindruck eines sehr feinkórnigen Muscovites hervorbrinst, was 
insofern einen Unterschied von dem Ottrelitschiefer von Belgien bedingt, als in 
(diesem letzteren Gesteine die Grundmasse von licht grauer Farbe, vollie dicht ist. **) 

Gewisse Ottrelitschiefer zeigen noch bis fingerdicke und lineal gestreckte, 
auch bogige schlierenáhnliche der Schieferung etwas parallel gelagerte Einschlůsse 
von dem ursprůnglichen, nur schwach gebleichten Thonschiefer, aus welchem die 
|Metamorphose hervorgegangen ist. Es setzt der Ottrelitschiefer von lichterer Farbe 
im Vergleich zur Farbe der eingeschlossenen noch nicht metamorphosirten Thon- 
schieferschlieren, von denselben ganz scharf ab, ein Fingerzeig, dass die Unwandlung 
/nicht gleichmássig in der ganzen Schiefermasse vor sich ging, sondern von Aussen 
nach Innen nach Art einer Verdrángunespseudomorphose stattfand, indem durch 
Vorrůcken der krystallinischen Ottrelitschiefermasse, die sich aus den Elementen 
des Thonschiefers mitgebildet haben mochte, der Thonschiefer aufeezehrt wurde. 
Die Schlieren von Thonschiefermasse wáren also nur noch ůúbrig gebliebene Kerne 
(Reste) der sedimentáren Schiefer. Wenn den Thonschieferrest zufállie ein Klůft- 
„chen durchsetzt, so besteht dasselbe aus Ottrelitschiefergrundmasse (sehr fein- 
'kórnigem Muscovit) mit Ottrelitschuppen. In dieser Art modificirt ist demnach 
der oben angefihrte allmáhlige Úbergang von Thonschiefer in Ottrelitschiefer zu 
verstehen und nicht etwa so zu deuten, als wenn die Thonschiefermasse selbst 
immer mehr und mehr metamorphosirt wáre, bis sie im hochsten Grade der Meta- 
morphose zu echtem Ottrelitschiefer umgewandelt wáre. 

Von der durch Verwitterung angegriffenen Oberfiáche aus fárben sich die 
Ottrelitschiefer blass rostbraun. Důnne Splitter der Grundmasse bleiben vor dem 
Lothróhr beinahe unverándert, ausser dass sie etwas blasser werden und dadurch 
ihre Muscovitnatur noch besser hervortreten lassen, welche Eigenschaften das bel- 
gische Gestein ebenfalls zeigt. 

Unter dem Mikroskope besteht die schuppig feinkornige Grundmasse aus 
nicht vóllig parallel, sondern sich stellenweise regellos kórnig anreihenden durch- 
sichtigen Agoregaten, welche an Muscovit erinnern. Einzelne, besser umrandete 
Individuen des muscovitáhnlichen Minerales besitzen die Breite von 1;"". Ganz 
vereinzelnt jedoch finden sich auch blass bráunliche Schuppen, welche vermuthungs- 
weise dem Biotit nahe gestellt werden kónnten.: 

ý Die unregelmássig polygonalen Chloritoidpláttchen zeigen blass graulich- 
grůne Farben und deutlichen Dichroismus. Nur die Schnitte senkrecht oder guer 
zur Fláche oP zeigen sich durch die oPfláchen eben und parallel begránzt; 
solche Stábe erscheinen dann 1%" dick, was also der Dicke der Chloritoidschuppen 
entsprechen wůrde. 

| Im polarisirten Lichte fárben sich die vermuthlichen Muscovitschuppen 
ziemlich satt, etwas intensiver aber noch gewisse Chloritoidguerschnitte. Die 
senkrecht oder beinahe senkrecht zu 0P geschnittenen Ottrelitblátter, die als dicke 


105 


104 


Stábe erscheinen, zeigen deutliche Zwillingsbildung der Zwillingsebene oP ent- | 
sprechend, wornach also die eine Stabhálfte eine andere Farbe zeigt als die andere. | 
Sowohl die Glimmergrundmasse als auch die Chloritoide enthalten in sich © 


ganz spárlich schwarze Magnetitstaubkórnchen. Sonstige LHinschlůsse sind aber 
nicht zu erkennen. 

Nur zufállig, weil námlich die Probe doch nicht aus dem vóllig frischen 
Schiefer geschliffen wurde, finden sich feine Klůftchen nach infiltrirtem Limonit; 
manchesmal auch noch daneben ein schwarzes Infiltrat einen Erze angehórig 
dessen Deutung unentschieden erscheint. 


Der Ottrelit zeigt keine Zerklůftung, und erscheint auch ziemlich homogen 


und bis auf die spárlichen Magnetitstaubkornchen frei von Einschlůssen. 


Krystallinisch massige Gesteine. 


Rother Granit. 


Der Granit mit fleischrothem Orthoklas, welcher mit dem grauen Granit 
im Eisengebirce so háufig zum Vorschein kommt, zeigt sich an den Gránze mit 
den Silurgesteinen immer etwas abweichend zusammengesetzt, als dies entfernter 
von der Gránze der Fall ist. 

Der Granit von Pračov (S Chrudím), welcher durch die Ohebkaschlucht 
durchschnitten wird, bildet das Hangende úber den umgewandelten Schieferschollen 
und den schiefrigen Felsiten; seine Bánke, in welche er abgesondert ist, fallen 


nach S ein. Ganz nahe der Gránze erscheint der Granit etwas aplitisch, indem 


der dritte námlich glimmerige Gemengtheil desselben sehr zurůcktritt. 

Eine Probe dieses aplitischen rothen Granites von kleinem Korne, in dem 
im Mittel die Gemengtheile die Grósse von 1""“ erreichen besteht aus durch- 
sichticem GAuarz und fleischrothem Orthoklas, welche beiden Gemengtheile sich 
das Gleichgewicht halten, und nur accesorisch zerstreuten ganz kleinen Schuppen 
von Biotit, sowie noch kleineren Kórnchen von Turmalin. | 

Unter dem Mikroskope ist der Guarz von Kórnerform ganz durchsichtig, 
wasserhell, lebhaft chromatisch im polarisirgen Lichte; der fleischrothe Orthoklas, 
dessen Gestalten prismatisch verlángert sind, zeigt sich nicht durchsichtig, Was 
einen grellen Unterschied neben demOuarze hervorbringt. Ausser den grósseren 


bis úber 1%" breiten Kórnern des Auarzes im Granitgemenge erscheinen im Ortho-- 


klas auch kleinere Auarzkórner von etwa '"" Breite eingewachsen. Einzelne 
schmutziggrůne Biotitguerschnitte und lángliche opake Turmalinaggregate sowie 
Magnetitkornchen von schwarzer Farbe sind nur ganz vereinzelnt eingewachsen. 


Eine zweite Probe zeigt etwas reichlichere kleinere Biotitaggregate, welche 


manchen Turmalinkórnchen nicht unáhnlich sehen, in dem fleischrothen Orthoklas- 
Ouarzgemenge. Unter dem Mikroskope erscheinen neben nur durchscheinendem 
Orthoklas zahlreiche Ouarzkórner unter 1" Breite und unfórmliche ebenfalls kleine 
(unter 17" Grósse) Aggregate von dunkel bouteillengrůnem Biotit; dann und wann 


| 


105 


! auch kurze schwarze Kórner von Magnetit. Gewisse Feldspáthe sind weiss getrůbt 
(und zeigen Aggregatpolarisation; ob dieselben dem Oligoklas angehóren, kann 
(nicht entschieden werden. 


Der rothe Granit von Rudov (O Ronov) bildet im grauen Granit einen 
| kleinen Stock mit nicht bestimmten Gránzen, weil dieselben durch Wald bedeckt 
| sind. Von der Rudover Můhle WS finden sich im Walde Blócke dieses eigen- 


| thůmlichen rothen Gránzgranites. 


| Dieser Granit macht den Eindruck eines biotitreichen Felsitporphyres oder 


mindestens kleinkórnigen Granitporphyres; denn in einer graulichfleischrothen, 
| beinahe wie dicht aussehenden, sehr feinkórnigen Grundmasse sind zahlreiche bis 
12- lange grůnlichschwarze Biotitschuppen regellos eingewachsen, neben welchen 
auch weisse kleine Orthoklas- und Oligoklaskrystalle, die jedoch erst unter der 
| Loupe deutlich hervortreten, dann ganz selten Ouarzkórner zum Vorschein kommen. 
| Gewisse Biotitschuppen wachsen bis zu 1%% breiten Lamellen an; auch kleine 
Amphibolaggregate sowie winzige Pyritkornchen, an einigen ist die asě O0, 00m 
sichtbar, erscheinen in dem Gemenge eingewachsen. 


nur blass kleinfleckige, mit Biotitguerschnitten darin. Das polarisirte Licht aber 
lóst alles ganz gut auf. Die frůher als scheinbar dichte Grundmasse angefůhrten 
Gemengtheile stellen eine kleinkórnige vorherrschend aus Orthoklas bestehende 
Masse vor, in welcher kleine Auarzkórnchen nur nach den lebhaften Farben, welche 
sle im polarisirten Lichte annehmen, erkennbar, in geringerer Menge eingewachsen 
erscheinen. Die Grósse der kleinen Kórner von Orthoklas und Auarz in dem 
Aggregate wechselt von NON Die háufigen schmutzig gelblichgrůnen oder 
braunen Biotite sind —39—+g""“ dick und meist nur i—1*" breit. 


| 
In Důnnschliffen erscheint die Granitmasse als eine weisse, durchsichtige 
| 
| 


Kleine, bis hochstens 1"* lange Feldspathguerschnitte erscheinen nicht 
zahlreich porphyrartig ausgeschieden; dieselben gehóren theils dem Orthoklas, 
theils dem Oligoklas an, letztere zeigen manchesmal auch unter beinahe rechten 
Winkeln sich kreuzende Zwillingslamellen. (Gróssere Ouarzkórnchen fielen in den 
Důnnschliff nicht. Einzelne grasgrůn gefárbte lappig zertheilte Prismen von fas- 
riger Zusammensetzung důrften Amphibol sein. Die wenigen Pyritkornchen erreichen 
selbst die Grósse von 1"m, 


Dieser rothe Granit kóonnte demnach ebenso gut auch Granitporphyr ge- 
nannt werden, da er ein Mittelding zwischen kleinkórnigem Granit und Granit- 
porphyr vorstellt. Wegen seiner genetischen Beziehungen zum rothen Granit sei 
„derselbe hier dem kleinkornigen Granite zugezáhlt. 


Grauer Granit. 


Graue Granite des Eisengebirges besitzen einen weiss gefárbten Orthoklas 
und Biotit im Gemenge; wegen der dadurch bedingten Farbe sind sie als graue 
ausgeschieden. Von diesem gemeinen Gesteine wurden nur zwei Proben náher 
untersucht, 


106 


Der graue Granit "/„ km W von Hutě (W Ransko), welcher da von. 
Dioritcángen auch spárlich von schwachen Corsitgángen durchsetzt wird, erinnert 
an den Gneusgranit (von Šeč); er scheint aber doch dem regellos kórnigen Gra-- 
nite náher zu stehen. Die Textur ist eine zwischen klein- und mittelkórnige;. 
Ouarz und Orthoklas von gleich rein weisser Farbe und bedeutender Durchsichtig- 
keit lassen sich im Bruche nicht sogleich von einander unterscheiden; der Biotit 
ist schwarz nur in důnnsten Pláttchen tiefbraun durchscheinend. Accesorisch 
kommt schwarzer Amphibol, -vom Biotit schwierig auseinander zu halten, dann 
honiggelber Titanit bis 1% lang, in den gemeinen Krystallformen, wie er sich 
auch in Syeniten vorfindet, eingewachsen vor. Die Auarze oder Orthoklase sind 
bis úber 2"" breit, die Biotite in Acgregaten kleiner. 

Unter dem Mikroskope herrschen die durchsichtigen Ouarze und die eben- 
falls durchsichtigen oder nur €ganz wenig matten Feldspáthe vor; sie bilden bis © 
2—2',"m lange und breite Anháufungen, wáhrend der Biotit meist lappig zertheilte 
Aggrecate, die aus kurzen Krystallguerschnitten derselben zusammengefůgt erschei- 
nen, bildet. Im gewoóhnlichen Lichte sind nur die ganz schwach matten oder durch 
Spaltungsffáchen rissigen Feldspáthe vom Auarze zu unterscheiden. Im polarisirten © 
Lichte aber zeigen die wasserhellen Orthoklase eben so lebhafte Farben wie der 
Ouarz, so dass beide Mineralien nur nach der Form auseinander gehalten werden 
kónnen. Einzelne bis 1I—1';"“ bis 2%% lange Auarz- oder Orthoklasindividuen 
finden sich háufig, andere im gewóhnlichen Lichte durchsichtige Aggregatanháu- 
fungen bis zur Lánge von 3%“ bestehen im polarisirten Lichte gesehen aber aus 
Ouarz und Orthoklaskornchen von etwa 17% Breite. Oligoklas ist wohl nur ver- 
einzelnt in kleineren Kórnern aber doch in ziemlicher Zahl anzutreffen; diese 
gestreiften Plagioklase zeigen im polarisirten Lichte ebenso satte Farben wie der 
Ouarz, ein Hinweis auf ihre Frische. Die zu lappig zertheilten Aogregaten grup- 
pirten Biotite zeigen bouteillengrůne Farben und den starken Dichroismus. Eben 
solche lappig zertheilte dunkelgrasgrůne Amphibole finden sich in spárlicherer 
Menge eingewachsen. 

Die bis 17“ breiten, scheinbar guadratischen Magnetitguerschnitte lieben 
es in den Biotit- oder Amphibolaggregaten eingewachsen vorzukommen. 

Titanit erscheint blass braun in dem Důnnschliffe; im pol. Lichte zeigt 
er keine grellen Farben. Einzelne Pyritkornchen, bis 1%% gross sind ganz selten. 

In derselben grauen Granitparthie, welche in der Náhe des Diorites des 
Ransko-er Waldes als Amphibolgranit entwickelt ist, finden sich 1 km SW von 
Nové Ransko mittel- bis kleinkórnige Biotit- und Amphibolgranitabarten vor, welche 
durch Dioritrůmmer durchsetzt werden. Eine ganz frische kleinkórnige Biotit- © 
granitvarietát von dunkelgrauer Farbe und nur unter der Loupe sichtbaren winzigen © 
Pyritkórnchen zeigte im Důnnschliffe ein scheinbar vorherrschendes Auarz-Feld- 
spathgemenge und Diotit, sowie Amphibol; beide letzteren Mineralien etwa in 
gleicher Menge. 

Der Auarz und der Feldspath sind durchsichtig im gewóhnlichen Lichte 
nicht gut von einander unterscheidbar. Die Biotitguerschnitte finden sich zerstreut, 
die Amphibole aber zu Aggregaten mit lappig zertheilten Rándern gehánít vor, 
erstere haben gelblichbouteillengrůne bis braune, letztere dunkel grasgrůne Farbe. 


107 


(Meist an die Amphibolaggregate gebunden, wenn auch zeitweilig in den durch- 
Jsichtigen weissen Gemengtheilen auch vorkommend, finden sich einzelne, bis , "" 
Ibreite guadratische Ouerschnitte von Magnetit vor. 

Das polarisirte Licht lóst die durchsichtigen Mineralageregate vollig auf; 
(bei der bedeutenden Frische derselben zeigen sowohl Orthoklas als auch Auarz 
satte Farben ; neben diesen beiden Mineralien kommt aber auch in ziemlich bedeu- 
"tender Hrsnké Plagioklas vor. Die Menge des Plagioklas scheint mit dem Amphibol 
zuzunehmen, so dass beide Mineralien einander im Gemenge bedingen. Die gróssten 
Ouarz-, oder Orthoklas-, oder Plagioklas-Individuen erreichen kaum ,"", die son- 
stigen Kórner in dem Aggrecate sind bedeutend kleiner. Die Biotitstábe erlangen bei 
einer Dicke von ;%"" bis 10fache Lánge, auch noch mehr. 

Wegen des Úbergewichtes, welches der sonst nur zu den accesorischen 
Gemengtheilen hinzugerechnete Ampůibol hier besitzt, bildet dieser kleinkórnige 
Granit das Bindeglied zwischen Biotit- und Amphibolgranit, es passen also beide 
Namen fůr denselben, oder auch der Name Biotitamphybolgranit allein. 


pm PT S BAY F 0 < ee a 


Gneusgranit. 


In beiden Elbeufern, bei Elbe-Teinic und dem gegeniberliegenden Vinařic 
werden sowohl kleinkórnige Glimmerschiefer als auch der Gabbro durch echte sowie 
auch Lagergánge von Granit durchsetzt, welcher in verháltnissmássig nicht bedeuten- 
der Máchtigkeit bis 20—530== wie dies im linken Ufer in den entblóssten Eisenbahn- 
einschnitten zu sehen ist, hier mehrmals zu Tage tritt. Die Fig. 3 versinnlicht das 
Vorkommen der Graniteánge. Es sind jedoch die Biotitschuppen des Granites ziemlich 
nahe den Gangbegránzunesfláchen parallel, so dass die Textur des Granites eine 
unvollkommen schiefrige wird, wesshalb der Name Gneusgranit gerechtfertigt er- 
scheint. Wůrden die Lagerungsverháltnisse des Gneusgranites nicht so deutliche 
sein, so wáre das Gestein gewiss als Gneus bezeichnet worden, allein als eruptives 
Gestein, welches bei bedeutenderer Máchtigkeit die Gneustextur etwas weniger 
deutlich zeigt, kann es nur als Granit bezeichnet werden, ausser man wůrde auch 
„eruptive, das ist ganefórmige Gneuse annehmen. '*) 


Im linken Elbeufer zeigen sich derartige Gneusgranitgánge zwischen Záboř 
und Vinařic knapp W vom Wůchterhaus Nr. 281, dann in Vinařic O vom Viaducte 
der Eisenbahn, dann nahe O und W vom Wáchterháuschen 280 zwischen Vinařic 
und Kojic. Ebenso verhált es sich auch unter Elbe-Teinic, im rechten Elbeufer, 
Wo jedoch die Zahl der Gneusgranitgánge nicht genau festzustellen ist. Das 
„Streichen der Gánge, die meist Lagergánge vorstellen, ist von SO nach NW. 
Bemerkenswerth ist noch, dass mit der Zunahme der Máchtigkeit der Gánge die 
Korngrosse oleichfalls zunimmt, indem die Textur zugleich zu einer unvollkom- 
(menen plan parallelen wird. 

| Der Gneusgranit */„ km Ó von Elbe-Teinic, als kurzer Gangstock den 
Amphibolschiefer durchbrechend und niedrige Kuppen bildend, ist unter allen hier 
beobachteten Gneusgraniten das kórnigste Gestein. Die Textur ist mittelkórnig, 
der Orthoklas uud Auarz weiss, die kleinschuppigen schwarzen Biotitaggregate 


108 


sind unvollkommen flasrie vertheilt, kurz das Ge- 
steln sieht einem unvollkommen schiefrigen kurz- 
flasrigen Gneus ziemlich áhnlich. Die Lánge der 
weissen Gemengtheile, die unvollkommen parallel 
gelagert sind, betrást bis 6m. 


Wichterh. 
281 


235 335:5 Km, 


Viadukt 


Unter dem Mikroskop zeigen sich in weis- 
sen durchsichtigen Aggregaten schuppige Anháu- © 
fungen von braunem bis grůnem Biotit, dazwischen. 
selten kleine Kórner von Ilmenit mit einer důnnen 
Leukoxen-(Titanomorphit)rinde umhůllt. Die Biotit- 
schuppen erlangen Dreiten bis 1"". Das durch- 
sichtige Aggregat besteht aus kleineren, im Mittel 
'/„“m breiten Ouarzaggregaten, in welchen kleinere, 
bis úber 17" lange Orthoklaskrystalle eingewachsen. 
sind. Auch ein parallel gestricheltes Orthoklaskorn 
(wie man es sonst Mikroklin nennt) wurde sicht- 
bar. Nur ganz vereinzelnt finden sich Plagioklas- 
krystalle; einerdavon zeigte sich als Zwilling nach 
dem Karlsbader Gesetz, dessen eine Hálfte im 
polarisirten Lichte einfárbig, die andere gebándert 
erschien. Auch solche Plagioklase, die nur flecken- 
weise Zwillingsbánder zeigen, finden sich; dieselben. 
lassen aber die Deutung, als wáren sie von Ortho- 
klas umwachsen, desshalb nicht zu, weil der nicht 
zwillingsartig gebánderte Theil nicht scharf von 
dem gebánderten getrennt ist, ausserdem aber 
auch dieselbe Grundfarbe zeigt wie die gebán- 
derte Parthie. 


Bei stárkeren Vergrósserungen werden auch 
Apatitnadeln in den Feldspáthen sichtbar. Stellen- 
weise zeigen sich graulich grasgrůne Flecken oder. 
Umrandungen des Biotites, welche aus spiessigen 
Nadeln bestehen und auf Amphibol hinweisen. 


Vinařice 


1:10000, Imm.= 10m, 


SW 
== Zabe Flie—> 


— ——— Wsenbuhn 


Bahnhof Zaboř (Station Elbe-Teinic) 
280 


Á : 
/ ZLÁ VÍÍ POD / W; 
HSM ý s 857 M 
dpd a 205 


ph 200 


834 Km, 


Der Gneusgranit zwischen Zaboř (Eisen- 
bahnstation Elbe-Teinic) und Vinařic, der in zwei 
Gángen im Glimmerschiefer an der Gránze mit 
dem Gabbro vorkommt (siehe Wáchterhaus Nr. 281 
auf Fig. 3 pag. 110), wurde in zwei Proben unter- 
sucht. Die eine Probe (etwa 100 Schritte) W vom. 
Wáchterhause Nr. 281 an der Bahn, war zwischen 
mittel- bis kleinkórnig, die andere kleinkórnig und 
aus dem etwa 20" máchtigen Gange entnommen. 
Bis auf die weniger grobe Textur ist dieser Gneus- 
granit dem frůher beschriebenen Gesteine von 


A 


Pře 


109 
| 

|Elbe-Teinic áhnlich. Die erste Probe wurde normal auf die plane Paralleltextur, 
14 zweite parallel derselben zu Důnnschliffen verwendet. 

Erstere zeigten aus grósseren DBiotitpláttchen zusammengesetzte, in einer 
(Richtung .orientirte Flasern in der aus Auarz- und Orthoklas-Krystallkórnern be- 
|stehenden weissen Masse. Accesorisch werden die flasrigen Biotit-Aggregate von 
wechselnder Breite von Amphibolnadeln, meist an den Rándern, begleitet. Die 
| Amphibolnadeln von 55 "" Breite und 10facher Lánge sind entweder einzeln oder 
in Gruppen geháuft zu finden. (Ganz spárlich sind auch Magnetitkornchen ein- 
| gewachsen; bedeutendere Vergrósserungen lassen u. d. M. Apatitnadeln erkennen. 

Die der Schiefertextur parallel geschnittene Diůnnschliffprobe in dem klein- 
kórnigen Gesteine zeigt vorherrschend die weissen durchsichtigen Aggregate von 
Ouarz mit den ganz wenig getrůbten Orthoklasen, in welchen die Biotite unregel- 
mássige, lappig zertheilte Háufchen und auch einzeln zerstreute Krystallguer- 
schnitte darstellen. Amphibol ist in grasgrůner Farbe in kleinen Háufchen ganz 
selten, dessoleichen auch feiner Magnetitstaub nur ganz sporadisch eingewachsen. 
Im polarisirten Lichte erweisen sich die ganz durchsichtigen Auarze als Aggregate 
von bis úber */„*“ grossen Kórnern von lebhaften Farben. Die Orthoklase in der 
Form von langen rechteckigen Auerschnitten auftretend, zeigen die Eigenthůmlich- 
 keit, dass ihr Kern matt, schwach fárbig, die áussere Schale von ziemlicher Důnne 
aber wasserhell, lebhaft fárbig im polarisirten Lichte, erscheint. Diese Erscheinune 

kann als Schalenbildung gedeutet werden. Gewisse gestreifte Feldspáthe kónnten 
entweder als Plagioklas gedeutet werden, wenn sie nicht vielleicht parallel an- 
gelagerte Orthoklase der eben erwáhnten Ausbildung vorstellen. 

Genau O von Vinařic etwa /„—1 km sind in einigen Gruben die Fort- 
setzungen der Gneuseranitgánge, welche in Vinařic und O von Vinařic im Elbe- 
ufergehánge ausbeissen, aufgedeckt. Von einem Gange von 3" Máchtigkeit, welcher 
unvollkommen schiefrigen Gabbro (Uralitdiorit) durchsetzt, sowie von einem arm- 
dicken, ganz geradlienig streichenden Gangtrumm wurden Proben entnommen. 
Beide Gesteine sind kleinkórnig schuppig; wenn die Lagerungsverháltnisse nicht 
so deutlich vorliegen wůrden, kónnte an unvollkommen schiefrigen Gneus gedacht 
werden. Das vorherrschende Auarz-Orthoklasgemencge ist blass graulichgelb; die 
einzigen Biotitschippchen bilden ganz kurze Flasern. 

Ein Důnnschliff des Gneusgranites aus dem 3" máchtigen Gange zeigt 
ganz áhnliche Texturverháltnisse, wie die ůúbrigen oben beschriebenen Gneus- 
granite, nur dass die Textur eine zartere ist. In der weissen Auarz-Orthoklas- 
Grundmasse ist schon in gewóhnlichem Lichte der Ouarz durch seine Durchsichtig- 
keit von dem getrůbten Orthoklas zu unterscheiden. Der getrůbte Orthoklas 
verleiht auch der Masse die gelbliche Farbe. Der Biotit bildet, weil der Schnitt zu 
keiner Texturrichtung parallel láuft, entweder bis 1'/,*“ lange, '/„"“ breite la- 

© serige Anháufungen, oder stark lappig zerschlitzte und lappig getrennte Háufchen, 
-Oder einzeln eingewachsene Krystallschuppen. Die kleinsten hexagonalen Schuppen 
des Biotites messen bei der Breite von 54" in der Dicke 345"". Ebenso breite 
Magnetitstaubkórnchen sind ganz selten. Im polarisirten Lichte bestehen die durch- 
sichticen Ouarze aus Aggregaten bis zu 4%% im Durchmesser; der feckig getrůbte 
Orthoklas, von etwas grósserer Breite als der Ouarz, zeigt nur in den weniger 


110 


trůben Theilen noch Farben. Manche Orthoklasprismen besitzen noch einen ganz 
engen Saum, also eine Schale von bedeutenderer Durchsichtigkeit. Bei der getriibten 
Beschaffenheit der Feldspáthe ist die Anwesenheit von Plagioklas nicht zu erfassen. 
Bei 100facher Vergrósserung kamen Apatitnadeln u. d. M. nicht zum Vorschein. 

Der Gneusgranit aus dem armdicken geraden Trumm in der Náhe des 


vorerwáhnten Ganges ist demselben ganz áhnlich, nur dass stellenweise der Biotit | 
etwas zurůcktritt. Ein Schnitt in unbestimmter Richtung zeigte unter dem Mikro- © 


skope eine ganz áhnliche Beschaffenheit, nur dass die entfernter stehenden Biotit- 
Aggregate etwas kleiner, die Feldspáthe bedeutend frischer und nur stellenweise 


weiss getrůbt erschienen. Die Auarze bis zum Durchmesser von 17" herrschen 
vor; der in geringerer Menge auftretende Orthoklas ist nur stellenweise, manches- 


a im Kerne getrůbt. Spárlich sind auch kurz rechteckige Oligoklase mit hóchst 
zarter Strichelung im polarisirten Lichte und dann und wann mit scharf begránztem 
trůbem Kerne sichtbar. Apatit bei 100facher Vergrósserune noch nicht nachweisbar. 


pyenit. 


Die neueren Untersuchungen des Šyenites lehren, dass Gesteine dieses 


Namens nur wenig bestimmte Gránzen haben, indem sie theilweise zu Amphibol- 
Granit, theilweise zu Diorit Verwandtschaften zeigen. Immer aber enthált der Syenit 
Oligoklas, manchesmal in solchen Mengen, dass eine Umdeutung des Syenitbegriffes 
angezeigt wáre. Wenn auch die mikroskopische Untersuchung die geringere Sta- 
bilitát der Gemengtheile darthut, so ist doch nach álterer Anschauungsart der 
Syenit durch sein deutlich korniges Gefige, den schwarzen Amphibol, den oft 
rothlichen Orthoklas und den charakteristischen Titanit wohl erkennbar. 

Auf der Karte sind nur wenige Syenitvorkommnisse ausgeschieden; ein 
Theil diůrfte unter der Farbe des Diorites insbesondere an den Gránzen mit Granit 
verdeckt sein, weil sich solche Gránzbildungen wegen des allmáhligen Verlaufes in 
Amphibolgranit und Diorit nicht scharf scheiden lassen. Insbesondere gilt dies 
Gesagte von der Umgebung von Nassabere. 

Eine bedeutendere Syenitparthie, ohne scharfe Begránzung, befindet sich 
zwischen Seč und Kraskov, an der Gránze zwischen Diorit und rothem Granit. 
Der Syenit von mittelkórniger Textur enthált 2—3"" und stellenweise noch 
gróssere Gemengtheile; einen weissen (Plagioklas), stellenweise aber wieder vor- 
herrschend róthlichen Feldspath (Orthoklas), dies besonders am Kopanina -Hůgel 
(NNW Seč, SOS Žďárec), und schwarzen Amphibol. (Ouarz ist nicht bemerkbar. 
Stellenweise, wo gróssere Feldspathanháufungen sich vorfinden, hat der Amphibol 
die Tendenz lange Stengel zu bilden. Kleine (millimetergrosse) Titanitkrystalle von 
honiggelber Farbe sind stellenweise reichlich anzutreffen. Die regellos kórnige 
Textur zeist an gewissen Orten, vornehmlich an der Granitgránze, eine Tendenz 
zur unvollkommen schiefrigen. 


SO von Kraskov 1 km, ist im rechten Ufer des seichten Zlatý potok 


ein Syenit entblósst, in welchem nicht nur Magnetitkórner sondern sogar hóchst 
grobkůrnige Ausscheidungen von Auarz, Epidot, Granat mit Magnetitnestern vor- 
kommen. Die Zerklůflung des Syenites trágt dann auch Epidot an sich, nebstdem 
Pyritkornchen, welche auch in dem kórnigen Gemenge vorkommen. Der Magnetit 


: bili 


Důnne Schliffe von einer unvollkommen schiefricen Probe (also einem 
|Gránzgestein), zeigen frische Orthoklase vorherrschend "in Krystallen bis zu 5"" 
Lánge und 2"" Dreite, sehr lappig zertheilte Amphibole, in welchen kleine Kórnchen 
list immer vorhanden, jedoch nicht gleich erkennbar. Es kommen hier mittelkórnige, 
und dunkelgraue kleinkórnige Varietáten vor, welche schlierenartig mitsammen ver- 
bunden sind, Titanit ist háufic. | 

| Ein Důnnschliff, jedoch nur von geringer Grósse, zeiot Amphibol in etwas 
lappig zertheilten bis 2'/,—3"" langen und ziemlich breiten Parthien, je nach der 
(Orientirung, von bráunlichbouteillengrůner bis graserůner Farbe und starkem Dich- 
roismus; etwa in gleich bedeutender Menge auch Feldspáthe in kleineren, aber 
deutlich begránzten rechteckigen Formen. Es ist schwierig zu entscheiden, ob auch 
Ouarz in dem Gemenge vorhanden ist, einestheils wegen der nicht bedeutenden 
Grósse des Práparates, dann aber wegen der vollstándicen Durchsichtigkeit der 
Feldspáthe, welche auch im polarisirten Lichte ebenso lebhaft sich fárben, wie es 
sonst fůr den Auarz charakteristisch ist. Im gewóhnlichen Lichte zeigen gewisse 
Feldspathrechtecke ganz deutlich die Zwillingsstreifung, um so mehr tritt die zarte 
gedránet stehende Bánderung im polarisirten Lichte zum Vorschein, wo erst recht 
(deutlich bemerkbar ist, dass sich Orthoklas und Plagioklas in ziemlich gleichen 
"Mengen im Gemenge vorfinden. Grosse, ebenfláchig contourirte Magnetitkórner 
enthált der Amphibol háuůg, die Breite der grósseren Magnetite misst bis 1',““. 
Blassroóthlichbrauner Titanit zeiet unregelmássige Formen und wenn auch wenig 
bedeutenden, so doch ganz deutlichen Dichroismus. 

Die nicht constatirbare Gegenwart von Auarz, welcher in Syeniten selten 
fehlt, důrfte sich in Proben mit nicht mehr ganz frischen Feldspáthen, wo der 
Ouarz in Důnnschliffen dann ganz deutlich zum Vorschein kommen wůrde, sicherer 
nachweisen lassen. Wegen der bedeutenden Oligoklasbeimengung náhert sich der 
Byenit dem Diorite; und wenn fůr denselben der Name eines orthoklasfihrenden 
Diorites gewáhlt werden wůrde, kónnte nichts eingewendet werden. Doch sind alle 
andern Eigenthůmlichkeiten des Gesteines derartige, dass sie noch nicht eine 
Trennung von Syenit rechtfertigen. 

Unter Zbyslavec (O Ronov), dann in der N und S Umgebung des Dorfes 
befinden sich kórnige Diorite, sowie auch an der Gránze mit dem rothen Granit 
Syenite und Syeniteranite. Sámmtliche drei Gesteine sind durch Úbergánge ver- 
knůpít und schwer auseinander zu halten. In kurzen Gangstócken durchsetzen 
die Syenite auch die Gneuse in der steilen Lehne (Železné hory) W von Zbyslavec. 

Die Textur ist mittelkórnie, zuweilen mit grobkórnigen Ausscheidungen 
und bis federkieldicken, beinahe fingerlangen schwarzen oder grůnlichschwarzen 
Amphibolsáulen im licht aschgrauen Orthoklas, in welchem auch grosse Auarz- 
kórner von weisser Farbe ausgeschieden sind. (Gewisse dguarzarme Šyenite an 
Gesteinsgránzen zeigen unvollkommen schiefrige Textur. Pyrit in Kórnchen ist 
Sstellenweise háufig, ebenso auch Epidotanflůge in dinnen Klůftchen. In manchen 
Handstůcken zeigen sich kleine rothe Punkte, welche unter dem Mikroskop undurch- 
sichtig erscheinen, etwas stárkeren Glanz besitzen und deren Deutung nicht gelang. "*) 

Diese dioritisch-syenitischen Gesteine sind auf der Karte mit der Farbe 
des Diorites, der eigentlich nur die Mitte einnimmt, gekennzeichnet. 


112 


von Magnetit nicht gar zu spárlich eingewachsen sind, dann untergeordnet Plagioklas 
und bis "= breite, fůr Ouarz beanspruchte Kórnchen. Wegen des vorherrschenden 
Orthoklases entferní sich das Gestein vom Diorit bedeutend, was auch aus der unvoll- 
kommen schiefrigen Textur ersichtlich ist, welche die Náhe der Granitgránze anzeigt. 
Der ganz geringe Ouarzgehalt' náhert vielmehr das Gestein dem Amphibolgranit. | 


Granitporphyv. 


Diese Gesteine sind nicht háufig, es sind das ebenfalls Gránzgesteine, wie 
die Auarz- und Felsitporphyre und werden bei den Auarzporphyren angefihrt 
werden. Hier sei nur derjenige Granitporphyr W von Dolní Holetín angefihrt, 
welcher zwischen zu Glimmerschieferphyllit umgewandelten Untersilur-Grauwacken- 
schiefern an der Gránze von Granit auftritt und dem unbedeutenden SW gerichteten 
Thálchen 1"/, km W von Dolní Holetín (N Hlinsko) entnommen ist. Die Lagerungs- 
verháltnisse zeigt die Fig. 14. 

Fig. 14. 


S 1:8000 Imm- 8m, - N 
VÁM zz 


OA 
: 


VA 27 


T 
l 


IM 


Diese Granitporphyre sehen theils feinkornigen Glimmerschiefern, theils 
Minetten áhnlich, wenn námlich in denselben die grósseren Krystalle stellenweise 
verschwinden und die Textur mehr schiefrig wird, oder dem kórnigen sich náhert; 
solche Gesteine durchsetzen in Gángen die Gránzschiefer in Holetín zahlreich, 
sind aber auf der Karte wegen der geringen Máchtickeit derselben nicht verzeichnet. 

Das Gestein W von Holetín von dem in dem Schnitte angefiihrten Orte 
ist auf den ersten Blick schwierig zu deuten. Es ist ein unvollkommen schief- 
riges Gestein. Die anscheinend dichte Grundmasse von graulicher Farbe, splittrigem 
Bruch ist eigentlich hóochst feinkórnig; darin sind ganz kurze, gestreckte, aus 
zarten Biotitschuppen bestehende Flasern (in GAuerschichten bis 19% lang und 
wenig breit), welche die unvollkommene zu den Gránzschiefen parallele Textur 
bedingen. Bis */,%“ grosse Ouarzkrystalle und 3"" lange Orthoklaskrystalle be- 
dingen die porphyrartige Textur. Ein eigentlicher Granitporphyr ist das Gestein 
nicht, da es unvollkommen schiefrig ist, ein schiefriger Porphyr gleichfalls nicht, 
weil die schiefrige Textur wieder zu unvollkommen erscheint. Eher ist es ein 
Úbergangsgestein zu schiefrigen Felsitporphyren (Auarzporphyren), námlich zu 
denjenigen Gesteinen, die tiefer unter diesem Namen angefiihrt werden. In der 
Grundmasse ist der Ouarz gánzlich durchsichtie, der Orthoklas trůbe. 

Důnnschliffe ziemlich parallel zur unvollkommen schiefrig flasrigen Textur 
zeigen in der Grundmasse ausser grossen Auarz- und Orthoklaskrystallen (Kórnern) 
noch kleine zahlreiche Auarzkórner von ";—"/„"“ Breite und ebensolche Ortho- 
klaskorner. Erstere sind vorherrschend wasserhell, letztere untergeordnet, trůb. 

Die Grundmasse erscheint im polarisirten Lichte vollig kórnig; wegen der 
lebhaften Farben scheint der vorherrschende Gemengtheil Auarz zu sein. Die 
Grósse der Kórner betrágt im Mittel „5—7%"", obwohl es auch gróssere und 


115 


Mrleinere darunter gibt. Biotitschuppen von brauner Farbe und der Breite von 
k—z2£"" sind zahlreich, entweder einzeln, oder zu haufenáhnlichen Aggregaten 
Flasern) verbunden. S luhkórachou von ohni sind ©anz selten. 

v Die Grundmasse wáre demnach eigentlich ein guarzreicher Biotitgranit 
on unvollkommen schiefrig flasrigem Gefige und bis auf den Biotit von hóchst 


2“ 
| 
BA 
. 
U 
| 
| 
4 


inkorniger Textur. 


Ouarzporphyr. 
Die Auarzporphyre treten im Eisengebirge in nicht gerade beschránkter 


kuntergeordnet. Es werden unter Ouarzporphyren hier diejenigen Felsitporphyre 
[verstanden, in denen Auarz neben Orthoklas entweder in úberwiegender, oder doch 
(in betráchtlicher Menge vorkómmt, wáhrend als Felsitporphyre Gesteine mit vor- 
|wiegenden Orthoklas- und nur ganz untergeordnet ausgeschiedenen Auarzkrystallen 
Ibezeichnet werden; zwischen beiden Porphyren wůrde es demnach keine auch nur 
Vannáhernd bestimmte Gránze geben. 

Die Auarzporphyre erscheinen mit Vorzug jeder andern Lagerung an der 

lěninze zwischen rothem Granit mit anderen Gesteinen in verháltnissmássig nicht 
Ibreiter Zone, meist als Gánge, wo námlich die Lagerungsverháltnisse durch Ent- 
'blossungen beobachtet werden kónnen. 
Ď Solcher Art ist das Vorkommen von Ouarzporphyren in einem engen Zuge 
ischen rothem Granit und schwarzen Untersilurphylliten W und SO von Chvaletic 
(W Přelouč, WSW Elbe-Teinic) auf die Lánge von gegen 4 km zu beobachten; 
"dann nach einer Unterbrechung zwischen Zdechovic und Morašic, noch weiter so 
"bis beinahe gegen Vápenka, auf die Lánge von 3 km im Verlaufe derselben 
IGránze. Zwischen rothem Granit und zu Ottrelitschiefer umgewandelten Schichten 
(der Silurzone Dd,, W von Rtein (NO Seč). Endlich in etwas weniges zum schief- 
Irigen geneigter Textur zwischen grauem Gneusgranit und zu Phyllit umgewandelten 
'umtersilurischen Grauwackenschiefern S von Dolní Babákov und lánes der Gránze 
in einzelnen Gángen durch Dolní Holetín, was aber wegen der Geringfůcickeit 
(des Vorkommens auf der Karte nicht verzeichnet erscheint und auch schon bei 
Sámmtliche hier aufgezáhlte Vorkommnisse 
(gehóren dem licht (oder hdohateis graulichbraun) gefárbtem Auarzporphyr an. 

Grauschwarze, sehr feste, duarzreiche Ouarzporphyre treten reichlich, 
S in nicht sehr máchtigen Gángen unter Richenburg und den Fichénkuracl 


Schluchten, nahe der von Kreideschichten bedeckten Gránze von Silurgrauwacken 
mit rothem Granit auf, ebenso auch S von Skuč gleichfalls nahe der Gránze mit 
(grauem Gneusgranit; nur 9anz vereinzelnt auch bei Lešan (SO Skuč). Es sind 
aber diese grauschwarzen Ouarzporphyre, welche in ebensolchen Grauwacken, die 
theilweise auch als Auarzporphyrtuffe aufzufassen wáren, vorkommen, nur dann 
(deutlich erkennbar, wenn die abnorme Lagerung derselben oder die durchgreifende 
Lagerung etwas jingerer Porphyrgánge — welche die aus zertrimmerten Porphy- 
(ren, demnach petrographisch gleich zusammengesetzten jedoch geschichteten Grau- 
wacken durchsetzen — eine solche Trennung beider Gesteine gestattet. Denn 
l 8 


114 


nicht mehr ganz frische Ouarzporphyre sind in Handstůcken oder bei nicht deut- © 


lichen Lagerungsverháltnissen von der kórnigen Grauwacke (Sumackor 
Ouarz-Porphyrtuff) nicht zu unterscheiden. ?“) 


Die Guarzporhyre sind demnach auf der Karte nicht nach den unměglici | 
verfolebaren Lagerungsverháltnissen PoPne sondern nur nach einzelnen © 


Anzeichen. 
Die Auarzporphyre von Rtein sind durch allmáhlige Úbergánge auch duní 


Felsit mit dem Felsitporphyr verbunden, welcher gleich nachher beschrieben * 


werden wird. 


Der Guarzporphyr bei Chvaletic stellt meist blass weisse oder ver- * 


bleichte Gesteine vor, wie sie sich am Ausbisse insbesondere W von Chvaletic 
finden und bei ganz flůchtiger Besichtigung manchen zersetzten Granulit nach- 
zuahmen scheinen. Im sůdlichen Ende von Chvaletic selbst aber tritt als Gránz= 
gangbildung zwischen rothem Granit und schwarzem Silurphyllit ein Gestein auf; 
welches fest und deutlich entwickelt ist. Die eingewachsenen Krystalle, welche 
ziemlich entfernt stehen, somit deutlich in der Grundmasse eingebettet erscheinen; 
sind vornehmlich Orthoklaskrystalle mit abgerundeten Ecken bis úber 1“*“ Lánge 
und Breite besitzend, blass róothlichgsrau und schwach durchscheinend; dann biš 
1/,em grosse Auarzkrystalle von lichtrauchgrauer Farbe und der hola 1m Krystall- 
form —+-R.— R mit mattrauher Oberfláche aber volliger Durchsichtigkeit. Die 
Zahl der kleineren Auarzkrystalle ist bedeutender als die Zahl der Orthoklase, 
allein die Masse des Orthoklases důrfte úberwiegen. 

Die Grundmasse ist grau, nicht felsitisch, sondern sehr feinkórnig splittrig, 
mit schwarzen, bis 1',*“% grossen nicht zahlreichen Flecken, welche feinkórnige 
Biotitaggregate vorstellen.  Dadurch ist dieser Auarzporphyr, weil derselbe keine 
rein felsitische Grundmasse besitzt, etwas dem Granitporphyr náher gerůckt; es 
ist aber die Verknůpfung mit Auarzporphyýr eine ausgeprágtere, so dass der letztere 


Name hier beibehalten ist. Das záhe feste ziemlich frische Gestein zeiet im Důnm- 
schliffe in der Grundmasse gánzlich durchsichtige, aber trotz deutlicher Krystall= © 
form (freilich mit abgerundeten Kanten) doch nur ovale oder sackfórmig ovale © 
Auarzguerschnitte, welche bei bedeutenderer Vergrósserung — was méěist immer. 
selbstverstándig ist — zahlreiche Flůssigkeitseinschlůsse zeigen. Die Ouarze sind © 


meist zersprungen, die wenigen Sprůnge in denselben nicht durch Erschůtterung 


bei der Formatisirung hervorgebracht, weil nach gewissen Spruneklůften Limonit 
in die Krystallmasse infiltrirt wurde. Meist sind die durch Klůfte durchsetzten © 


Ouarzindividuen nicht von einander verrůckt, da sie im polarisirten Lichte gánz- 


lich einfárbig erscheinen; dann und wann aber lásst sich auf diese Art eine un- 
bedeutende Verschiebung derselben gegen einander nachweisen. Wo die Móglichkeit © 


vorhanden war, gewisse orientirte Ouerschnitte auf die Ablenkung des polarisirten 
Lichtes zu průfen, erwiesen sie sich als linke Krystalle. Der Orthoklas ist beinahe 
ganz weiss, wolkig getrůbt, die weniger trůben Stellen zeigen Aggregatpolarisation; 


dadurch, dass die Feldspáthe so getrůbt sind, ist der Nachweis von Plagioklas | 


neben Orhokla: nicht móglich. 
Die Grundmasse enthált entweder ganz zerstreute, oder zu Gruppen oder 
selbst ganzen Haufen aggregirte, winzige Schůppchen von schwarzem Biotit, der 


115 


'wenig durchsichtig ist, da nur die důnnsten Pláttchen desselben schmutzig grůne 
!Farbe sowie auch Dichroismus zeigen. Durch dieselben erhált die Grundmasse 
(stellenweise einen graulichgrůnen Ton. Es scheinen die Biotitschuppen durch 
Iicscs Verhalten dem Lepidomelan nahe zu stehen. Die ganz vereinzelnten Biotit- 
'schuppen erreichen Lángen im Mittel von 35"" bei einer Dicke von —!3"". In 
|der Grundmasse zeigen sich auch ganz vereinzelnt guadratische Auerschnitte von 
Fram Breite, welche als Magnetit zu deuten versucht werden. 

Im polarisirten Lichte zeigt die ziemlich durchsichtige Grundmasse eine 
(so deutliche Aggregatpolarisation, dass derselben eigentlich der Name des deutlich 
(kleinkórnigen zukómmt, wodurch die Anlehnung dieses Auarzporphyres an Granit- 
(porphyr gleichfalls eine Stůtze findet. Die Kórner von Auarz sind in der Grund- 
masse durch ihre satten Farben von den etwas blasseren, aber vorwiegenden Ortho- 
klaskórnchen zu unterscheiden; 35—+;"“ breite Kórner in dem Gemengce gehěren 
keinesfalls zu den gróssten. Die Grundmasse dieses guarzporphyráhnlichen Granit- * 
porphyres wáre demnach eigentlich ein sehr feinkórniger Granit, welcher scheinbar 
dicht, die Felsiterundmasse nachahmt. Wegen der mit der Loupe jedoch nicht 
zerlegbaren Grundmasse und der Nachahmung von Auarzporphyr in dem Gesteine 
'sowie wegen der Úbergánge in echte Auarzporphyre wurde das Vorkommen hierher 
gestellt, obwohl die Anreihung zum Granitporphyr vielleicht eben so entsprechend 
(gewesen wáre. 

Der Auarzporphyr SOS von Morašic útoku ber 1 km) zeigt Ahnlich- 
keit zu demjenigen W von Chvaletic. An der Oberfláche erscheinen 1—2*= dicke 
Krusten von kreideweisser umgewandelter Felsiterundmasse, wáhrend das Innere 
licht bráunlich weiss erscheint. Die vorherrschenden Auarzkrystalle von 2—3*"= 
Breite neben ganz untergeordnetem Orthoklas bilden die ausgeschiedenen Krystalle 
in der dichten Grundmasse. 

Die mikroskopische Untersuchung ergab aus einem nur ganz kleinen Brocken, 
dass die ausgeschiedenen Auarze wasserhall erscheinen und die felsitische Grund- 
masse aus weissem kaum durchscheinendem, wegen der vorgeschrittenen Um- 
wandlung kaum Aggregatpolarisation zeigendem Orthoklas besteht, von welchem 
die 557" bis 7;"" breiten Ouarzkórnchen gut abstechen. Die Aufloósune der Felsit- 
EE noise ker dem Mikroskope gelingt also vollkommen. 


Der Auarzporphyr ist noch weiter sůdlich und zwar an der halbkreis- 
fórmigen Biegung der Strasse von Litošic nach Horka im Walde ganz eigen- 
thůmlich entwickelt. Entweder zeigt er sich gestreckt, beinahe wie Gneus (aber 
ohne Glimmer), die Auarze sind licht, die Orthoklase aber und die Grundmasse 
von theilweise zersetztem Aussehen blass fleischroth. Alle Klůften selbst kurze 
Adern sind mit rothem erdigem oder hóchst feinkórnigem Haematit erfůllt, der 
also als Impraegnationsmineral zu betrachten ist. Oder sind andere Proben massig, 
blass feischroth mit splittriger Felsitgrundmasse, halberdigen Orthoklasen und kaum 
Sichtbarem Ouarz, der in der Farbe der Grundmasse nicht gut absticht. Zudem 
scheint nicht alles die wůnschenswerthe Frische zu haben. 

Důnnschliffe zeigen wohl eine Grundmasse, welche Aggregatpolarisation 
zeigt, Kórnchen von Haematit enthált und auch zersetzte Orthoklase gleichfalls 

8* 


116 


mit Agoregatpolarisation aufweiset, jedoch in so fern ein befremdendes Aussehen 
besitzt, als der Guarz keine regelmássigen Kórner sondern deutlich kórnige Aggre- 
gate bildet. Es ist dleses nicht ganz frische Gestein demnach der Textur nach 
noch unentwirrbar und wůrde auch an nicht mehr frischen Aplit deuten. Es ist 
demnach nur vorláufig zum Auarzporphyr gestellt, da diese Einreihung nicht auf 
Grund ganz frischer Proben geschehen konnte. 


In den Schluchten von Richenbure ist der schwarzgraue Auarzporphyr 
bedeutend guarzreich; die Ouarzkórner von rundlichen Auerschnitten verdránsen 
die dunkle Grundmasse bedeutend. Eine Irrung mit den schwarzorauen Grauwacken 
hierselbst ist um so leichter moglich, als dieselben nur aus wiederverkittetem Ouarz- 


porphyrmateriale bestehen, so dass nur die schwieriger constatirbaren Lagerungs- 


verháltnisse und die bedeutende Frische und Festigkeit des Gesteines, wenn es 
in Blócken zufállig zu beobachten ist, die Erkennung ermoglicht. Unter dem 


Mikroskope wáre die Unterscheidung von der Grauwacke (Auarzporphyrtuff-Grau- 
wacke) nicht móglich, ausser vielleicht in gewissen Proben mit schon zersetztem 
Feldspath. Die Auarzporphyre enthalten jedoch nie Muscovitschůppchen wie die- 
Grauwacken. Ahnliche schwarzgraue Ouarzporphyre finden sich auch in der Um- 


gebung von Prag und zwar N an beiden Moldauufern bei Klecan und pod Morání. *") 
Doch sind dieselben hier vermóge der winzig kleinen ausgeschiedenen GAuarz- 
órnchen (Krystallen) mehr einem Felsit áhnlich, wáhrend bei Richenbure die 
gedránet eingewachsenen Auarzkórner bis 4%" Docs besitzen, gewóhnlich 
aber viel kleiner sind. 


In der dunkelgrauen Grundmasse stecken zahlreiche kleinwinzige Auarz- 
kórner, die wohl wasserhell sind, aber in der dunklen Grundmasse dunkel gefárbt 
erscheinen; manche zeigen ziemlich ebene Spaltunesffáchen; daneben nun sind 
stellenweise gróssere Ouarzkórner (Krystalle), die nur selten einen bláulichmilchigen 
Schein besitzen.  Orthoklaskrystalle von lánelicher Form sind nur spárlich ein- 


| 


| 


gewachsen, weiss, nicht durchsichtig, sonst noch ganz selten Pyritkórnchen. Der 


Ouarzporphyr ist fest, recht gut der Verwitterung trotzend. 


Unter dem Mikroskope zeigen sich nur die rundlicheckigen oder scharf- 
eckigen Auarzkórner so gedránet nahe, dass sich dieselben stellenweise berůhren 
die Grundmasse nimmt den dazwischen befindlichen Raum ein. Die Auarzkórner, 
vóllig wasserhell, im polarisirten Lichte lebhaft gefárbt, ohne Sprůnge, dominiren 
wie schon erwáhnt. Die Orthoklase sind recht untergeordnet, jedoch frisch; der 
Plagioklas nur in ganz wenigen, ebenfalls lebhaft gefárbten Kórnern zu bemerken, 
welche ohne Zwillingsstreifung von Guarz nicht zu unterscheiden wáren. Hóchst 
selten ist Amphibol von dem sich nur ein $"" langes Prisma fand; Pyrit in 545"% 
orossen und auch noch etwas grósseren Kórnern ist nur vereinzelnt anzutreffen. 


In der Grundmasse tritt der Biotit in vorwiegender Menge entweder in 
Haufen oder einzelnen braunen Krystallschuppen auf. Die gróssten Krystallpláttehen 
sind 4=m, dje vorwiegend mittleren 35""“ die allerkleinsten, einem Biotitschuppen- 
staub úhnlichen aber, die alles nur nicht den Auarz durchdringen, sind enger 
als $$g"". Dem Biotitstaub und den Biotitschůppchen verdankt die Grundmasse 
die Farbe. Die eigentliche Felsiterundmasse zeigt ganz deutliche Aggregatpolari- 


117 


j 


sation, Wo nicht viel Biotitstaub die durchsichtigen Gemengtheile derselben verdeckt. 
(Spěrlich ist in der Grundmasse vereinzelter Magnetitstaub nachweisbar. Auch hier 
Hóst sich die Felsitorundmasse vóllig in winzige Kórnchen auf. 


; 

Nach dem beim Auarzporphyr im Allgemeinen schon gesagten sind hier 
als Felsitporphyre Gesteine mit vorherrschenden (demnach nicht ausschliesslichen) 
Orthoklaskrystall-Ausscheidungen verstanden, was eigentlich gegen den Sinn der 
neueren Deutung des Felsitporphyres ist, welcher keinen ausgeschiedenen Auarz 
enthalten soll. Die eigenthimlichen Verháltnisse des Vorkommens und auch der 
Textur unterscheiden diese Gesteine jedoch von den Gránz-Auarzporphyren hin- 
sichend. Das Vorkommen derselben ist an den mehr als 1 Myriameter langen 
| und bis 2 km breiten Gránzstock zwischen rothem Granit im Sůden und schwarzen 
„Thonschiefern der Silur-Etagen Dd, und Dd;, im Norden gebunden, welcher von 
„Rtein ber Šiškovic, Trpíšov, Svídnic, Práčov, Vejsonín, bis úber Malé Lukavice 


Felsitporphyr. 


streicht. In diesem Stocke sind die Felsitporphyre nicht nur porphyrartig, sondern 
auch felsitisch und felsitisch schiefrig entwickelt; nebstdem treten aber auch Diorite 
Hund Dioritaphanite zum Vorschein, die wegen des áhnlichen Aussehens der ober- 
láchlichen Verwitterungszone sich auf der Karte schwierig trennen lassen. (Ganz 
vereinzelnt trifft man diese Porphyrgesteine auch in einem schmalen Zuge an der 
Gránze zwischen unterstem Untersilur und Gneus SW Hlinsko und gewiss auch 
jan andern Orten; wo dieselben des untergeordneten Auftretens wegen mit andern 
| Gesteinen zusammengefasst sind. 

Allein streng genommen wůrde der Name Felsitporphyr auf die porphyr- 
artig ausgebildete Gesteinsmasse des oben erwáhnten bedeutenden Gesteinsstockes 
(auch nicht passen, weil dieselben eine schiefrige Textur besitzen, die wenn auch 
. unvolikommen, doch so deutlich ist, dass der Name des Flaserporphyres oder des 
| Porphyroides der passendste fiir diese Gesteine wáre, wenn nicht ihr Eruptiv- 
„charakter bestiinde. Da nur geschichtete, also gneusartige Gesteine als Porphyroid 
| bezeichnet werden, so passt diese Bezeichnung auf die Eruptivgesteine nicht, in 
( denen die schiefrice Textur ledielich die Folge der Bildung von Bánken oder 
| Schlieren im grossartigen Maassstabe ist, demnach als Bewegungs- und Erstar- 
| rungserscheinung auftritt. Demnach wáre Eruptivporphyroid oder schiefriger Felsit- 
p-Phyr die passendste Bezeichnung; die letztere wird hier beibehalten. 

Die schiefrigen Felsitporphyre, welche aufallend an Porphyrtuffe 
* erinnern, sind durch allmáhlige Úbergánge mit Felsiten und diese wiederum mit 
| Felsitschiefern, ausserdem aber mit zersetztem Porphyr verbunden. 

1 Am besten enutblósst sind die schiefrigen Felsitporphyre in der Schlucht 
l von Svídnic gegen Škrovád (S Chrudim), wo das sůdliche Verfláchen ihrer schichten- 
| dhnlichen Bánke deutlich entblósst ist. 

bi: Eine Probe wurde NW von Velké Lukavice entnommen. Ganz nahe 
k X W von der Schwefelsáurefabrik, knapp an den ůúberlagernden turonen Kreide- 
i schichten ist ein unbedeutender Bruch in diesen, scheinbar nicht bedeutend ange- 
(am schiefrigen Felsitporphyren eroffnet. 


i 


118 


Das unvollkommen schiefrige Gestein zeigt in der blass gelblichgrauen 
felsitischen Grundmasse ziemlich parallel gelagerte, bis */,“* lange und weniger 
breite sehr gut spaltbare, jedoch nur an den Kanten durchscheinende, blass graulich- 
weisse deutliche Orthoklaskrystalle, deren Menge der Ouantitát der Felsiterundmasse 
entsprechen wůrde. Zwillingsbildungen nach dem Karlsbader Gesetze sind deutlich. 
Nur spárlich (auf 5—10 Orthoklase erst ein Korn) kommen mehrere Millimeter 
breite Auarzkrystalle auch eingewachsen vor. Unter der Loupe erweiset sich die 
Felsitgrundmasse als splittrig und hóchst feinkórnig bis dicht. 


Eine theilweise Analyse dieses Gesteins zur volligen Bestimmung desselben, 
trotzdem dass an dessen (schiefriger) Porphyrnatur kein Zweifel obwaltete, ergab 
mit '72g Substanz: 

Glihverlust 1:39 
S10, 7598 

Weil Auarz nur ganz untergeordnet ausgeschieden erscheint, so muss die 
felsitische Grundmasse wegen des bedeutenden Kieselsáure-Gehaltes, den die Ana- 
lyse nachgewiesen hat, bedeutend guarzreich sein, womit auch die hóchst fein- 


| 


; 
j 
i 
| 


kórnige Textur, welche sie unter der Loupe zeigt und die von der dichten der 


gewohnlichen Felsitporphyre abweicht, gut úbereinstimmt. 
Unter dem Mikroskope zeigt sich, dass die Grůndmasse mehr als die 


Hálfte von den ausgeschiedenen Krystallen ausmachen důrfte. Die ausgeschiedenen © 


Orthoklase sind beinahe gánzlich weiss, undurchsichtig, nur an noch durchscheinen- 
den Stellen schwache Aggregatpolarisation zeigend. Die Auarzkórner (Krystalle) 
sind theils ganz wasserheli, einige aber enthalten wenige, jedoch sehr grosse, 
schlauchformige Einschlůsse bis 1" und noch mehr Lánge, und 55"“ und darůber, 
an Breite. Ob diese Einschlůsse aus Glas, also isotroper Masse, oder aus schon ent- 
glaster Masse bestehen, kann nicht entschieden werden, da im polarisirten Lichte 


die darunter oder darůber befindliche GAuarzschicht den Indifferentismus gegen. 
polarisirtes Licht nicht erkennen lásst. Indessen zeigen stárkere Vergrósserungen. 


winzige Punkte in der Masse, die wohl den Eindruck einer Glasmasse hervorbringt, 
deren isotroper Charakter sich aber im polarisirten Lichte nicht bestátigen lásst. 
Stellenweise enthált die Einschlussmasse in den Schláuchen zarte Staubkórnchen 


von Magnetit, die trotz der Kleinheit von 3!5—z)9"" doch guadratische Auer- 


40 
schnitte zeigen. 

Die Grundmasse ist stellenweise hell, stellenweise getrůbt, wenn der Důnn- 
schliff nicht áusserst diinn erscheint. In diesem Zustande zeigt dieselbe Mikro- 
fluctuations-Textur in vollkommenem Grade. Die trůberen Parthieen behaupten eine 
Richtung und nur an den eingewachsenen Krystallen beugen sie plótzlich von 


derselben ab. Das polarisirte Licht lásst stárker gefárbte, als Guarz deutbare 


Kórnchen darin erkennen, welche úbrigens auch keine Trůbung zeigen. Erzkornchen 
von der Grósse von —5—+$g"" herab sind einzeln recht zahlreich eingewachsen; 
jedoch sind ihre immer ganz deutlich guadratischen Auerschnitte ebenfalls in einer 
Richtung, námlich die Fluctuation andeutend, eingestreut. Gewisse guadratische Auer- 
schnitte sind schwarz, opak, demnach Pyrit, seltener auch Magnetit, andere gróssere 
Kórnchen erscheinen im auffallenden Lichte róthlich im durchgehenden Lichte, 


119 


bei Abhaltune des auffallenden aber schwarz; die allermeisten von den kleinsten 
! VOuadraten sind aber auch im durchgehenden Lichte bráunlichroth. Gewisse gróssere 
|Pyrite zeigen róthiiche Flecken. Die rothen guadratischen Kórnchen kónnen nur 
| als Haematit u. zw. als Pseudomorphose nach Pyrit gedeutet werden. Es lassen 
sich wohl auch sehr selten hexagonale Schippchen von Haematit beobachten; wenn 
I'dieselben nicht zufállig, was bei der grossen Zahl von rothen Wůrfeln in der 
„Grundmasse měglich ist, centrale Schnitte im Wůrfel parallel zur Octaederfáche 
jvorstellen, so wůrden sie als ursprůnglicher Haematit zu deuten sein. Die erstere 
"Moglichkeit hat aber Wahrscheinlichkeit fůr sich. Wo Pyritguadrate geháuft 
'erscheinen, oder wo kaum merkliche Klůftchen das Gestein durchsetzen, zeigen 
sich graubraune Trůbungen von Limonit, welche jedoch in Orthoklase nicht háufig 
1 eindringen und nur dem nicht ganz frischen Gestein eigenthůmlich sind. Stellen- 
| weise ist auch der Richtung der Fluctuationsflaserung nach ein hell olgrůnes Mi- 
neral eingeschaltet; dasselbe scheint auch gewissen Klůftchen nachzufolgen. Obwohl 
die Deutung des Minerales als Epidot manches fůr sich hátte, wird dieselbe hier 
doch unterlassen, da es auch auf Pyrophyllitschuppen hinweisen kónnte. 

Wenn die Grundmasse aber ausserordentlich důnn geschliffen wird, dann 
. zeigt sie vollig deutliche kleinkórnice Textur unter dem Mikroskope; polarisirtes 
'Licht fárbt dann die Auarzmikrolithe lebhafter als den noch ziemlich frischen 
| Orthoklas. 
| Die Pyritkrystállchen und die Haematitpseudomorphosen (Staub) sind in 
| den Krystallen des Orthoklases und Guarzes weniger háutig als in der Grundmasse. 
| Eine andere Probe von demselben Orte bei Lukavic, welche noch sehr gut 
(spaltbaren, wenn auch nicht durchsichtigen Orthoklas neben wenig Guarz ein- 
| gewachsen enthielt, zeigte sich doch schon etwas weniger frisch als die vorher- 
| gegangene. Auch Plagioklas, mit deutlicher tiefer Zwillingsfurchung ist erkennbar. 
" Wenn die unter der Loupe hóchst feinkórnig sandsteinartig splittrige Grundmasse 
in der Richtung der unvollkommenen Schieferung bei schwacher Vergrósserung, 
bund seitlicher Beleuchtung besehen wird, so zeigt sie durch glimmeráhnliche, 
| parallel gelagerte Schippchen eine an hóchst feinkórnigen elimmerarmen Phyllit 
| erinnernde Textur. Das glimmeráhnliche Mineral in zarten Schůppchen bildet nur 
( flaserartige kleine Pláttchen in der Grundmasse. Stellenweise zeigen sich auch 
| dunkelgrůne aus zarten Schůppchen bestehende Fleckchen als Zeichen einer vor 
-sich gehenden Umwandlung. 

: Die glimmeráhnlichen Schippchen sind Pyrophyllit. 

| Der Důnnschliff zeigt aber entgegengesetzt dem eben erwáhnten Anscheine 
| die Orthoklase theilweise durchsichtig, also frischer (Plagioklas fiel keiner in den 
Schliff) und eine ganz deutlich kórnige Aggregatpolarisation zeigende Grundmasse, 
-deren Kórner sich stellenweise lebhaft fárben; darin derselbe Haematitstaub und 
| Weniger zahlreich auch Pyritstaub, beides nur in guadratischen Auerschnitten. 
| Jedoch zeigen sich, und darin besteht der nicht mehr frische Zustand, breite 
| wolkig schlierigce Fárbungen von gelbbráunlichem durchscheinenden Limonit der 
| also in ganz schwacher Impraegnation vielleicht zwischen den Pyrophyllitschůppchen, 
die dadurch verdeckt werden, auftritt; nur stellenweise sind weniger pellucide 
| bráunlichgraue Anháufungen zu finden. Auch zeigen sich ganz vereinzelnt kleine 


120 


rundlich polygonale Kórner von grůnlicher Farbe, die einem an Chlorit erinnernden 
Minerale zugehoren důrften. Gewisse in Ouerschnitten stabfórmige Formen, welche. 


das Aussehen von Muscovitguerschnitten haben, důrften dem Pyrophyllit angehóren. 

In den Gehángen der Ohebka zwischen Svídnic und Škrovád, also in 
der westlichen Fortsetzung des Gesteines von Lukavic zeigen sich sti sohlen at) 
gegen Sůd verfláchende Bánke eines blass fleischroth und auch in andern Tónen 
gefárbten unebenschiefrigen Gesteines, welches auf den ersten Blick den Namen 
irgend eines talkschieferáhnlichen Gesteines erhalten můsste. Allein das Gestein 
ist schiefriger Felsitporphyr. 


Der schiefrige Felsitporphyr von Škrovád zeigt im Bruche, parallel zur Rich- 


tune der Schiefrigkeit noch das Aussehen eines unvollkommen schiefrigen feinen tal- 
kigen Glimmerschiefers, was durch usserst zarte Pyrophyllitschůppchen in důnn 
flasriger Anháufung hervor gebracht wird. Unter der Loupe erscheinen noch ein- 
zelne Auarzkórnchen und wůrfelfóormice Hohlráume von brauner Fárbune nach 
verschwundenen Pyritwůrfeln von —<—+;"“ Kantenlánge. Im GAuerbruche zeigen 
sich die gebogenen Flasern der áusserst diůinnen Pyrophyllitlagen, dann aber eine 
blassfleischrothe Felsiterundmasse mit nicht mehr wahrnehmbaren Orthoklaskry- 
stallen, welche als nicht mehr ganz frisch, die Spaltbarkeit eingebůsst haben důrften. 
Ouarzkórner sind frisch, ebenso noch spárlich Pyritwůrfelchen, diese jedoch nur 
unter der Loupe sichtbar. An dem angeschliffenen Auerbruch lassen sich aber noch 
Spuren von wenig kenntlichen Orthoklaskrystallen wahrnehmen, sowie auch die 
sehr diůnnen, róthlich gefárbten Pyrophyllitflasern, welche nur als áusserst zarte 
Linien zum Vorschein kommen. 

Der in einem Umwandlungsstadium befindliche schiefrige Felsitporphyr vom 
linken Ohebkaufer, S Škrovád, (N Svídnice) mit vorherrschend felsitischer Grund- 
masse, besteht aus: 


S10, 7053 
Al; 0; —- Fe, O0, 17.59 
CaO Spur 
Mg0 '82 


Glůhverlust | 322 

Alkalien wurden unbestimmt gelassen. 

Ein ganz kleiner Důnnschliff senkrecht zur Richtung der Schieferung zeigte 
in der Grundmasse ein sehr feinkórniges Gefiige aus durchsichtigen oder nur 
durchscheinenden Kórnchen von Guarz und Orthoklas, welche im polarisirten 
Lichte Aggregatpolarisation zeigten. Eine Tendenz, wenn auch nur eine unbedeu- 
tende, zur Orientierung der kurzen Orthoklasmikrolithen parallel zur Ebene der 
unvollkommenen Schieferung zeigt sich auch hier. Die wahrnehmbaren Guarz- 
kornchen besitzen die Breite von —$5—7g"". In der Richtung der Schieferung 
zeigen sich róthliche Schnůre von mit Haematit gefárbtem Pyrophyllit, sowie auch 
blasse flaserige Fárbungen von Haematit, die keine scharfen Gránzen zeigen. Die 
Breite der durch Haematitimpraegnation roth gefárbten Pyrophyllitschnůre, wie sie 
sich im Ouerschnitte darstellen, variirt von "56—'/39"". In der Grundmasse zeigen 
sich auch gróssere Auarzkórner von vólliger Durchsichtigkeit auch schon in 
dickeren Diinnschliffen, sowie trůbe Orthoklaskórner. Frische Pyritkorner von 


j 
i 


121 


| schwarzer Farbe, sowie rothe, in Haematit ungewandelte Wůrfelchen des Pyrites 
I sind gleichfalls bemerkbar. 


In dem Gebiete dieses schiefrigen Felsitporphyres zwischen Rtein und 
Lukavic finden sich manniefaltige Varietáten desselben, manche enthalten auch ein 


I grůnes glimmeráhnliches Mineral, so dass auch Anklánge an Porphyrtuffe zum 
© Vorschein kommen. Es ist hier jedoch das Richtige der Bezeichnung mancher 
| Gesteine um so weniger zu treffen, als Entblóssungen von frischen Gesteinen nicht 
© háufig sind und die zersetzten Felsarten der Oberfláche der Porphyre, Porphyr- 
"schiefer und Diorite, welche hier vorkommen, nicht immer von einander zu 
| trennen sind. 


Ahnliche porphyrartige Felsitporphyre von lichter Farbe mit sehr zarten 


| Muscovit- und auch Biotitflasern finden sich an der Gránze zwischen Gneus und 
I Phylliten zwischen Hlinsko und Stany, sowie an andern Orten. Dieselben kónnten 
u jedoch sowohl mit Gneus als auch mit feinkórnigem Gneusgranit verwechselt werden“ 


Neben porphyrartigen Gesteinen findet sich in dem Gebiete zwischen Rtein 
und Lukavic auch Felsit; derselbe hat entweder blass gelblich fleischrothe, oder 
gelblichgraue oder graue Farben, massige oder schiefrige Textur, wodurch dann 
scheinbar phyllitartige Gesteine mit wirklichen Porphyren im Zusammenhange stehen. 


Ein Felsit vom Podjahodnicer Berge, ONO nahe von Malé Lukavice, von 
blassgrauer Farbe in Klůftchen gelblichbraun gefárbt auch mit zarten Pyrophyllit- 
schůppchen stellenweise úberzogen, zeigt sich im Bruche ausserordentlich splittrig 
und erscheint unter der Loupe hóchst feinkórnig beinahe wie sandsteinartig. Eine 
theilweise Analyse des Felsites, welcher, wie der bedeutende Glihverlust zeigt, 
nicht gánzlich frisch sein důrfte, ergab: 

BIO, 1861 
ALO, 18061 
Fe, O, Spur 
CaO | Spur 
MgO Spur 
Glůhverlust 2:45 
Die Analyse deutet auf einen sehr bedeutenden Auarzgehalt und auf wenig 


Alkalien, da sich die Summe dieser nachgewiesenen Bestandtheile ohne Alkalien 
schon ziemlich zu 100 náhert. 


In den Ufern des Ohebkabaches in Svídnic (S Chrudim) treten neben 


- schiefrigen Felsitporphyren Gánge von grauem klůftigen Felsit auf, die an gewissen 


Orten zerklůftet, mit weissen Aderchen von Calcit impraegnirt erscheinen und an 


-- andern Fundstellen wieder Tendenz zur schiefrigen Textur zeigen. 


E 


Das dichte Gestein von felsitischer Textur von Svídnice zeigte unter 


| - der Loupe spárliche, winzige grůne Fleckchen ohne scharfe Begránzung, auch leere 


mit Limonit úberkleidete und dann mit Calcit erfůllte Sprůnge. Eine theilweise 
Analyse mit '52g. Substanz gab: 
S10, 65.90 
Al, 0; 23.71 


Fe, 0,253 | 
Ca03 "4118 : 
MgO Spur 


Glůhverlust | 2:62 


Wiewohl der Si0,-Gehalt des Gesteines ein nicht bedeutender ist, kann. 


das Gestein weder als Diorit noch als guarzfreier Orthoklasporphyr gedeutet werden. 
Der nur ganz geringe Gehalt an CaO, welcher moglicher Weise auch theilweise 
einer Calcitimpraegnation zukommen kann, spricht gegen die Anwesenheit von viel 


Plagioklas. Da nebst Orthoklas noch Gemengtheile in geringerer Menge hinzukom- 


men, welche den Si0O,-Gehalt des Gesteines herabdrůcken, so kann trotzdem etwas 
Ouarz in diesem Gesteine vorhanden sein, dessen Einreihung zum Felsit demnach 
begrůndet erscheint. **) 

Důnnschliffe zeigen unter dem Mikroskope die kleinkórnige Grundmasse, 
welche in ausserordentlich důnnem Schliffe vornehmlich aus Stábchen von Ortho- 
klas besteht, die bei der Breite von ;5"" eine vielfache Lánge besitzen. Ob auch 
Ouarz in etwas auffallender gefárbten Kórnchen bei Anwendung von polarisirtem 
Lichte in der Grundmasse vorkommt, kann nicht mit Bestimmtheit, sondern nur 
mit Wahrscheinlichkeit behauptet werden. Diese Grundmasse enthált Magnetit- 
staub in guadratischen Kórnchen von im Mittel -5% Grósse in nicht besonderer 
Menge eingestreut, ausserdem aber noch winzige grůne Fleckchen, welche ein nicht 
ursprůngliches Mineral zu sein scheinen, da sie sich auch, uud zwar in grósserer 
Menge als in der Grundmasse, in der Náhe zahlreicher winziger Risse, welche das 
Gestein durchsetzen, angeháuft finden. Man bezeichnet solche Mineralien sonst 
als Chlorit, auch hier spricht manches dafůr, dass diese Fárbungen demselben 
angehóren kónnten; ganz bestimmte Kennzeichen oder Belege dafiir kónnen jedoch 
nicht gegeben werden. Bis 1%% breite Schnůre von Calcit, aus Kórnern mit deut- 
licher Zwillingstextur bestehend, und mit Limonitflecken an gewissen Stellen, ent- 
sprechen iufiltrirten Mineralien. 

Trotz der Bezeichnung des Gesteines als Felsit zeigt das Mikroskop doch 
wenige ausgeschiedene, lang rechteckige Krystalle von bis */„;*" Breite in der 
dichten (unter dem Mikroskop deutlich kornigen) Grundmasse. Diese Krystalle 
sind Orthoklas, welche zuweilen auch zwillingsartige Verwachsungen zeigen. 

In Folge der Einmengung von Mineralien im Felsite, welche keine oder 
wenig S10, enthalten, wie Magnetit, Calcit, das grůne chloritáhnliche Mineral, 
wird der Gesammtgehalt der SiO, im Gesteine bis zu etwa 669, wie die Analyse 
zeigt, herabgedrůckt. Da nun Orthoklas selbst etwa 64';9; SiO, enthált, so muss 
Ouarz doch in geringer Menge in der Grundmasse vorhanden sein, worauf manche 
im polarisirten Lichte in derselben lebhafter gefárbten Kórnchen hinweisen důrften. 


Diorit. 


Unter diesem Namen werden alle deutlich kornigen Abarten dieses so 
gemeinen und recht typisch im Eisengebirge auftretenden Gesteines bezeichnet, 
welche theils guarzfiihrend oder guarzfrei oder auch epidotháltig sind. Die dichten 


125 


V aphanitischen Varietáten sind sowohl der Textur, als auch, was noch mehr ins 
|| Gewicht fállt, genetisch von dem kórnigen Gesteine getrennt, wesshalb sie auch 
| eigens angefiihrt erscheinen. Es ist recht merkwůrdig, dass sobald ein Dioritmagma 
(in silurischen Gesteinen auftritt, dasselbe im Eisengebirge meist dicht oder bei- 
I mahe dicht, in krystallinischen anderen Gesteinen meist Eruptivgesteinen von etwas 

geringerem Alter (als das Untersilur) aber deutlich krystallinisch kórnig sich 
| ausbildet. Der Grund dafůr liegt nahe. Die Diorite des Silures sind meist gleich- 
£ Bildungen mit den tiefsten Schichten desselben (meist B auch C), desshalb 
das Dioritmagma, weil die Schichten B und C sedimentáren Ursprunges sind unter 
I! Wasser schnell erstarrte und sich zu Dioritaphanit ausbildete; wáhrend die Gang- 
' oder Gangstockmassen in anderen krystallinischen Gesteinen (meist Graniten) ohne 
| schnelle Abkůhlung, die deutlichst kórnige Textur annehmen konnten. Úbrigens 
treten auch deutlich kórnige dioritische Gesteine im Silure dort zum Vorschein, 
| wo sie gangfórmig gelagert erscheinen, was mit dem Auftreten in Graniten den 
| | Bildungs- und Erstarrungsumstánden nach zusammenfálit. 

Die Hauptmasse der kórnigen Diorite ist an das Nebengestein des rothen 
Granites gebunden. Diorite und rothe Granite scheinen mitsammen in einem nahen 
genetischen Verháltnisse zu stehen, weil sie so háufig vergesellschaftet angetroffen 
werden. Diorit bildet Gánge oder Gangstócke im rothen Granit; rother Granit 
durchsetzt auch den Diorit in Gangform. Leider kann etwas Bestimmtes úber das 
Verháltniss beider Gesteine zueinander zur Zeit desshalb noch nicht gegeben 
werden, weil es noch an hinreichenden und bestimmten Beobachtungen fehlt; die 
Angabe von gewissen Verháltnissen sich demnach theilweise nur als Vermuthung 
herausstellt, welcher oft die beobachteten Thatsachen als sichere Basis noch 
| abgehen. Ausser in rothen Graniten sind Diorite in andern theils laurentinischen 
( theils silurischen Gesteinen ebenfalls, jedoch nicht so háufig anzutreffen. 
| Beachtenswerth, aber keineswegs als Regel aufzustellen sind die Beobach- 
© tungen betreffs der Textur der Diorite. Wenig máchtige Dioriteánge sind in der 
Regel kleinkorniger ausgebildete als máchtigere Stócke. Gangfórmige Dioritlager- 
© státten sind in gewissen Fállen nur in der Gang(Stock)-Mitte regellos kornig, in der 
| Náhe des Nebengesteines parallel zur Begránzungsfáche schiefrig, mit oft angerei- 
© chertem Amphibol, so dass bei flichtigen Beobachtungen oder mangelnden Auf- 
I schlůssen, insbesondere in der Náhe von wirklich geschichteten Gesteinen das 
© Verkennen solcher schiefrigen Diorite der Gangstockulmen mit Amphiboliten 
- (Amphibolschiefern) měglich wáre. Es bestehen zwischen den schiefrigen Aus- 
| bildungen der Diorite an den Gangulmen und den granitisch kórnigen in der 

Gangstockmitte unmerkliche Úbergánge. Tiefer unten, bei den Uralit-Dioriten wird 
dieses besonders auffállige Verháltniss noch erwáhnt werden. 
Eine andere Erscheinung bei máchtigen Dioritstoócken ist die, dass in 
© Gewissen derselben in der Mitte Corsit erscheint, dass sie demnach eine Hůlle um 
das Anorthit-Amphibolgestein bilden, obwohl es auch Corsite gibt, die nicht immer 
eine solche Diorithůlle besitzen. Es wáre nun recht erwůnscht das Verháltniss 
- zwischen der Diorithůlle und den Corsitstockmitten zu kennen: ob námlich beide 
Gesteine dadurch allmáhlig in einander úbergehen, dass entweder neben Plagioklas 
auch Anorthit in zunehmender Menge hinzutritt, oder dass sich die Plagioklas- 


124 


masse (als Molekůl-Gemenge von Albit mit Anorthit betrachtet) durch allmáhligen | 
Růcktritt der Albit-Molekůle in Anorthit umándert, oder dass im zweiten Falle. 


Corsit und Diorit scharf getrennt sind und allenfalls nur durch Apophysen mit 
einander verbunden erscheinen. So erwůnscht es nun wáre, dieses Verháltniss klar- 
gestellt zu wissen, so sind die thatsáchlich beobachteten Verháltnisse doch so 
unzureichend und bald der einen allmáhligen, bald der andern scharfen Gránze 
zuneigend, dass sie derzeit noch keine bestimmiere Ansicht aufkommen lassen, 
die auf Grund beobachteter Thatsachen viel Wahrscheinlichkeit in sich hátte. 
Vielleicht sind beide Fálle móglich, weil man sich unter verschiedenen Ver- 
háltnissen versucht fůhlt bald der einen oder der andern Erklárungsweise das 


| 


Úbergewicht einzuráumen. Die neueren Gesichtspunkte in der Geologie werfen © 


immer solche Fragen auf, deren Lósung oft nur spáter gelingt, und die vorláufig 
nicht praeciser zu beantworten sind. 

So wie gewisse Diorite sich als Hůlle von Corsiten ergeben, so werden die- 
selben wiederum in gewissen Fállen von Syeniten umhůllt, welche letzteren, den 
Mantel mancher Dioritstócke bildend, dieselben wiederum mit den Graniten ver- 
binden. Die Syenite scheinen nun durch Úbergang aus dem Diorite sich dadurch 
herauszubilden, dass blass fleischrother oder anderer Orthoklas in ziemlicher und 
gegen die Nebengesteinsgránzen in zunehmender Menge zum Dioritgemenge hin- 
zutritt. Auch hier zeigen dann die Syenite (die oligoklasháltie sind) theilweise eine 
Tendenz zu planer Paralleltextur. Dieses Verháltniss zwischen Diorit und Gránz- 
Syenit scheint auch die Móglichkeit des Úberganges von Corsit in Gránzdiorit 
begreiflich zu machen, es fehlt jedoch fůr die Annahme des letzteren Falles noch eine 
unumstóssliche Beobachtung. Es ist dieses hier desshalb vorausgeschickt worden, weil 
auf der geologischen Karte diese Gránzverháltnisse nicht immer darstellbar sind und 
dass demnach manche Fálle, wo die Karte Dioritfarben zeigt, das Ende oder die 
Gránze solcher Ausscheidungenals Syenit zu deuten wáren; ebenso wáren theil- 
weise als Syenite verzeichnete Gesteine stellenweise mehr dem Diorit áhnlich, da 
eben eine scharfe Trennung unmoglich ist. 

Im Allgemeinen sind die Diorite dort háufiger, wo auch rothe Granite zum 
Vorschein kommen, demnach in WS Fortsetzung des Eisengebirges, besonders im 
Parallelkreise von Nassabere. Hier treten deutlich mittelkórnige Diorite in Gángen 
und Gangstocken von Kraskov an gezáhlt in der Richtung von West nach Ost bis 
úber Podskalí (WN Skuč) zum Vorschein, wo nur die Bedeckung durch Kreide- 
gebilde die weitere nordostliche Verfolgung derselben unměglich macht. Eine Auf- 
záhlung der einzelnen Lagerstátten kann desshalb schon nicht gegeben werden, 
weil gewiss nicht alle erkannt sind. 

Deutlich mittelkórnige Diorite finden sich bei Kraskov, Žďárec, N Seč hier 
mit Corsit verbunden, an der Ohebka in Bojanov und W Bojanov, bei Deutsch- 
Lhotic und Samářov, W Křižanovic, Slavic, Hradišť und Bohmisch-Lhotic, W 
Nassabere. Ein langer Gangstock zieht sich von Nassaberg úber Bratránov nach 
Krupín in der Linge von úber 3 km und in der Máchtigkeit von bis ?,„ km. Der 
bedeutendste Gangstock setzt aber S Podlejštan úber N Božkov, N Podbožovský 
mlýn ůúber den Hořičkaberg (S Smrček), N Louka in die Schlucht, welche von 
Chácholic gegen Kostelec (WNW Skuč) sich hinzieht. Hier wird jedoch der Gang- 


125 


|| stock durch úberlagerte cretaceische Schichten bis auf die Thalsohle ganz verdeckt. 
| Die Lánge des Stockes dem Streichen nach von S Podlejštan bis S Chlácholic 
k betrágt beinahe 1 Myriameter; gewiss setzt sich aber der Stock noch unter Kreide- 
| gebilden weiter fort. 
j i Mehr vereinzelnt finden sich kórnige Diorite theilweise auch an Gesteins- 
| gránzen O und W von Hlinsko, so bei Plaňan, Srny, Rváčov, Stany, Schónfeld 
| (Jasné pole). 
V Eine andere betráchtliche Masse mittolkůžnige Diorites bildet eine kranz- 
| Rormice Hůlle um den Corsitkranz, der wiederum Serpentin umhůllt bei Ransko. 
Der Durchmesser des umfassenden Dioritringes betrágt etwa 5 km. Seine innere 
|) Fláche berůhrt Corsit, sein áusserer Rand geht in Amphibolgranit úber und berůhrt 
| theils rothen, theils grauen Granit, theils schiefrig flasrigen Biotiteneus. Ein Theil 
Y des Dioritkranzes liegt unter jingeren Gebilden verdeckt. Seine sůdlichen Depen- 
| denzen bilden die einzelnen Gangstocke S Peršikov NW und SO Hutě (bei Ransko 
1 W). Eine sehr bedeutende Gangstockmasse, von rothem Granit und rothem Gneus 
eingefasst ist N Studenec (O Chotěboř), von Dolní Vestec ber Štiková, Huť, 
Žalost bis gegen Rovné ausgebreitet. Vielleicht hánet diese Masse unter Kreide- 
schichten mit dem Ranskoer Dioritmassiv zusammen oder steht mit demselben 
wenigstens in ursáchlichem Zusammenhange. Die Lánge des Štockes důrfte bis 
4 km, seine sichtbare Máchtigkeit der Anschwellung nach etwa 2 km betragen. 
Erwáhnenswerth ist noch der Stock mittelkórnigen Diorites bei Zbyslavec (WNW 
Ronov), der mit Syenit vergesellschaftet ist. Sámmtliche diese mittelkórnigen 
( Diorite sind theilweise auch guarzfůhrend. 
| Kleinkórnige Diorite enthalten bei Vejsonín (S Svídnice, S Chrudím) und 
S Malé Lukavice (N Žumberg) bedeutende Mengen von Pyritkórnern ausgeschieden, 
so dass sie als Pyritdiorite angefůhrt werden kónnten. Auf der Karte sind sie als 
© gewóhnliche Diorite eingetragen. 
V „ Epidotdiorite bilden Gánse SW Trpišov, O Práčov, (S Chrudím) in Felsit- 
porphyren und rothem Granit. Theilweise sind sie so kleinkórnig, dass sie den 
Úbergang zu Epidotdioritaphanit bedingen, mit welchem sie gleichzeitiger Ent- 
„ stehung sein důrften. 
An den Elbeufern bei Elbe-Teinic, vornehmlich aber linkerseits der Elbe 
( werden oberlaurentinische oder tief cambrische Gesteine durch Gánge durchsetzt, 
© welche nur als Diorit zu deuten sind. In denselben ist aber der Amphibol meist 
| "dunkelgrůn, wáhrend er in den vorerwáhnten Massen grůnlichschwarz gefárbt 
© erscheint. Am Contacte mit andern Gesteinen zeigen diese Diorite, welche auch 
"Biotit in sich aufnehmen, vornehmlich aber bei und in Vinařic plane Parallel- 
| textur. Nur in Handstůcken betrachtet kónnten dieselben auch mit unvollkommen 
schiefrigen Amphiboliten verwechselt werden. Trotz der Dioritnatur dieser Gesteine, 


| 
| 
| 


| -sie bestehen námiich aus Plagioklas und Amphibol, werden dieselben aber erst 
„ bei dem Gabbro spáter angefůhrt werden, da sie mit demselben in ursáchlichem 
- Zusammenhange stehen, indem sie eigentlich zu Diorit umgewandelte Gabbro- 
+ masse vorstellen. Der Amphibol derselben ist námlich Uralit und sie werden als 
« Uralit- oder Labrador-Diorit dem Gabbro angefůst, getrennt von den eigentlichen 
> Dioriten beschrieben werden, 


= 


NA 


126 


Im Allgemeinen sind die Diorite den Corsiten recht áhnlich, denn es 
besteht ja doch nur ein feiner Unterschied, die Natur des Plagioklases betreffend, 
welcher beide Gesteine von einander trennt. Die etwas gróber mittelkórnig zusammen- 
gesetzten Diorite besitzen wie der Corsit eine weisse erdige Verwitterungskruste 


an Stelle des Plagioklases; dennoch sind narbige und grubig-luckige Oberfáchen. 
von Dioritblocken mit vertieften Plagioklasauswaschungen und erhóhten Amphibol- 


narben verháltnissmássie selten gegenůber dieser Ausbildung der Verwitterungs- 
kruste beim Corsit, so dass in diesem mehr negativen Verhalten ein Erkennungs- 


zeichen fůr Diorit vorhanden wáre. Wáhrend bei Corsit die Amphibole mindestens. 


oberfáchlich immer grasgrůn, zuweilen auch im frischen Bruche ebenso, sonst 
aber meist dunkel grasgrůn gefárbt erscheinen, was theilweise Folge der Lockerung 
durch Zerfaserung ist, sind bei Diorit die Amphibole im frischen Bruche nur 
grůnlichschwarz, so dass sie hier immer nur als schwarz bezeichnet werden, an 
der angewitterten Oberfláche aber bedeutender dunkelgrůn als dies beim Corsit 
der Fall ist. Die schwarze Farbe des Amphiboles, herrůhrend von einer an FeO 
reicheren Varietát desselben ist fůr Diorit charakteristisch.  Ebenso verschieden 
ist das Verhalten des Diorit-Plagioklases gegenůber dem Anorthite des Corsites. 
Frische Bruchfláchen zeigen beim Dioritplagioklase die sehr gute Spaltbarkeit, 
einen vom Anorthite unterschiedlichen Glanz und falls die oPfláche ůúberhaupt 
wahrnehmbare Zwillingsriefung zeigt, so ist dieselbe immer ganz deutlich, scharf 
und ununterbrochen, was dem Anorthite nicht zukommt. 

Der Diorit des langen Gangstockes von Božov-Chácholic zeigt meist grob 
bis mittelkórnige Varietáten, zuweilen auch kleinkórnige; der Diorit ist demnach ein 
guarzfůhrender. Eine Probe des Gesteines vom Berge Hořička (bei Hlína W, 
Smrček S) zeigt die mittelkórnice bis grob-kórnige Textur deutlich, die Gemengthleile 
erreichen in der mittelkórnigen Varietát bis 3—4%" Preite; der Plagioklas herrscht 
etwas vor. Nur ganz spárlich und vereinzelnt sind in dem kórnigen Gemenge viel 
gróssere Ouarzkórner von weisser etwas ins bláuliche spielenden Farbe und milchig 
schielendem Glanze eingewachsen. Die Plagioklasspaltunesfláchen zeigen beinahe 
keine Zwillings-Streifung unter der Loupe, wesshalb das Gestein mit Syenit zu ver- 


wechseln wáre. Die Klifte und Ablósungen welche den Diorit durchsetzen, sind mit. 


Epidotdrusen, sogar mit langen, bis diinn fingerdicken Epidotsáulen bedeckt, welche 
stellenweise Krystallfláchen zeigen. Eine andere Gesteinsprobe W vom Hořička- 
hůgel, zwischen demselben und der Podbožover Můhle stammend, in fingerdicken 
Klůften und Ablósungen ebenfalls mit Epidot stellenweise úberdrust, oder nur 
einzelne Krystallgruppen tragend, besitzt etwas vorwiegenden schwarzen Amphibol 
und nebst Placgioklas etwas reichlichere aber doch nur accesorisch auftretende 
Ouarzkórner. Die Grósse der Gemengtheile betrágt im Mittel 2—3"". Hie und 
da ist ein Kpidotkornchen oder ein ganz unbedeutend kleines Pyritkórnchen, letzteres 
meist im Amphibol eingewachsen, zu beobachten. Die Plagioklase zeigen unter der 
Loupe keine warnehmbare Streifung. 

Aus dieser zweitgenannten Probe wurden nach Zertrimmerung derselben 
zu einem róschen Korne die reinsten Plagioklaskórnchen ausgesucht. "Trotz der 
Můhe des Auslesens derselben zeisten sie doch bei stárkerer Vergrósserung Spuren 
von Amphibolnádelchen und Epidotkornchen, die nicht zu entfernen waren, auf 


———— 


127 


| die Analyse aber nur ganz verschwindend einwirken konnten. Die theilweise Unter- 
| suehung des Dioritplagioklases mit "2gr Substanz und des Diorites selbst mit 


-1169 gab 


fůr den Plagioklas fůr den Diorit 
1 Si0, 57:09 47-99 
| Ca0 | 9.76 12:07 
| Mg0 Spur unbestimmt 


3 Glihverlust | 215 2-43 
o im Plagioklas noch einen Al; O;,-gehalt von mehr denn 259%,. Da der 
-in Spuren dem Plagioklase anhaftende Amphibol weniger Si0, und mehr CaO, 
; als der Plagioklas, der Epidot aber Si0, — 38, Ca0 — 259, enthált, so trachten 
I die Spuren beider Mineralien den SiO,-Gehalt der Analyse herabzudrůcken und 
den CaO-Gehalt zu erhóhen. Die ganz reine Plagioklassubstanz hátte demnach 
-um etwas unbedeutendes mehr Si0, und weniger CaO als die Analyse angibt.**) 
| Dieser Diorit bestinde demnach aus einem Gemenge von 569, Plagioklas, 
4396 Amphibol und etwa 1%, Magnetit, Epidot. 
Unter dem Mikroskop zeigt die Varietát vom Hořičkahůgel theilweise 
| wolkig getrůbte und fleckenweise ganz durchsichtige Plagioklase, welche Aggregate 
| zu je einigen Individuen, deren Grósse 1'/,"" bis */,"= betrágt, bilden, und die 
- dann die oben angefůhrten, mit freiem Auge sichtbaren weissen Kórner zusammen- 
| setzen. Die etwas weniger bedeutenden Amphibolaggregate — den Raum zwischen 
-den Plagioklasen einnehmend — bestehen trotz des Důnnschliffes, aus so bedeutend 
- stark gefárbter, weil sehr viel Ferromonoxyd enthaltender Mineralvarietát dass sie 
- beinahe gánzlich undurchsichtig, dunkelgrasgrůn bis tieflunkel bouteillengrůn gefárbt 
- erscheinen. In diesem Verhalten, der geringeren Pelluciditát liegt der Unterschied 
der Dioritamphibole von den graserůn durchsichtigen Corsitamphibolen. Nur die 
allerdůnnsten Splitter sind entweder grasgrůn oder bráunlich bouteillengrůn, je 
nach dem Schnitte derselben. Der Pleochroismus ist sehr bedeutend, die Spalt- 
barkeit gut sichtbar, das lángste beobachtete Amphibolprisma misst 3'/,""; kleinere 
Amphibolsáulen sind in den Plagioklasaggregaten nicht so háufig eingewachsen, 
als dies beim Corsit der Fall ist. Magnetit in ganz geringer Menge ist in dem 
Amphibol in Kórnchen eingewachsen zu finden. Der Plagioklas zeigt im polari- 
sirten Lichte nur unvollkommene Zvwillingsfárbung in Bándern und das nur in den 
gánzlich durchsichtigen Flecken desselben. Nach dem Auftreten von vielen blass 
einfárbigen Auerschnitten kónnte der Vermuthung Raum gegeben werden, dass 
ein ziemlicher Antheil des Feldspathes monoklin sei, das Gestein demnach zu 
Syenit zu stellen wáre. Dem widerspricht aber die oben angefiihrte Analyse des 
Plagioklases selbst. Es ist demnach bei Deutung von einfárbigen Feldspáthen 
neben gebánderten Vorsicht zu gebrauchen, da nicht alles was keine Zwilling- 
streifung im polarisirten Lichte zeigt, desshalb schon Orthoklas ist. Von GAuarz 
fiel kein Korn in den Schliff, weil dieses Mineral obwohl in grossen Kórnern ohne 
fremde Einschlůsse, doch nicht háufig, sondern nur untergeordnet auftritt. 
Einige Amphibolkórner sind stellenweise mit olgelbem bis zeisigeelbem 
Epidot eingefasst, auch im Plagioklas finden sich bis hóchstens '/„*" grosse Kórner 
úieses Minerales als unwesentlicher Gemengtheil, Vornehmlich liebt es der Epidot 


128 


sich in gewissen Klůften im Plagioklas anzusiedeln, in deren Náhe, wiewohl sehr 
selten, auch aus Schůppchen von Haematit bestehende Kerne anzutreffen sind. Wenn 
schon das Vorkommen der Epidotkrystallgruppen in den Klůften und Ablósungen 
dieses Diorites die spátere Bildung dieses Minerales aus den zersetzten Gemeng 
theilen des Diorites klar darthut, so bestátigt auch die Art des mikroskopischen 
Vorkommens die spátere Entstehung dieses so háufigen Minerales. 


Die etwas weniges kleinkórnigere frischere Varietát von Podbožov zeigt 


u. d. M. das gleiche Verhalten. Die Plagioklase sind frischer, im polarisirten. 


Lichte, obwohl nicht durchgehends deutlicher gebándert; der Amphibol beinahe 
undurchsichtig, tief dunkelgrasgrůn bis schmutzie bouteillengrůn. Im Amphibol 
sind kleine, im Mittel 35" messende Magnetitkórner eingewachsen. Epidot bildet 
entweder den Saum gewisser Amphibole, oder ist er in Klůftchen im Plagioklas 
angesiedelt, oder aber impraegnirt er, den Spaltunesfláchen nach eindringend, 
gewisse Parthieen des Feldspathes. Im Ganzen aber ist die Epidotmenge ganz 
gering. (Auarz, der am Bruche sichtbar ist, fiel nicht in den Důnnschliff. 


Sůdwestlich von Skála, NO von Kostelec, ONO von Hlína, ist in der 
Schlucht daselbst an der Bahn ein frischer Diorit des obbenannten langen Gang- 
stockes entblósst, in welchem, neben mittel- und grobkórnigen Abarten eine beinahe 
feinkórnige ganz tadellos frische Varietát von dunkelgrauer Farbe gangfórmige 
Ausscheidungen bildet. Die Ablósungen dieses Diorites sind nur schwach kreide- 
weiss gefárbt und tragen keine Epidotkrusten an sich. Im Bruche zeigt das stark 
glitzernde frische Gemenge keine unterscheidbaren Gemengtheile, ausser unter der 
Loupe durchsichtige und schwarze Spaltungsfláchen von starker Spiegeluag. 

Eine theilweise Untersuchung mit 1'2g dieses Gesteins ergab: 


S10, 4354 
ALOa2155 
Re 

Ca0 1229 

MgO 640 
Fe,0, 400 


Glihverlust 85 


Die Analyse bestimmte das FeO des Amphiboles nur als Fe, O, da eine 
Trennung nicht vorgenommen wurde; Alkalien, auf welche keine Růcksicht genom- 
men wurde, důrften nur in ganz geringer Menge etwas úber 19, vorhanden sein. 


Der Gehalt an Magnetit Fe, O, wurde derartig ermittelt, dass das gepulverte 
Mineral in der Kálte mit Chlorwasserstoffsáure behandelt wurde, welche Fe, O, lóst. 


Auffallend ist der niedrige Gehalt an SiO,, welcher fůr Corsit sprechen 
wůrde; doch wenn die SiO,menge auf magnetitfreie Substanz berechnet wird, 
ergibt sich Si0, = 45,9, allein auch das ist fůr Diorit niedrig genug zum 
Beweise, dass der Amphibol ein sehr eisenreicher und siliciumdioxydarmer ist, 
worauf seine bedeutend geringe Durchsichtigkeit im Důnnschliffe hindeutet. *“*) 


Wenn mit Benitzung der theilweisen Analyse des Plagioklases unter der 
Voraussetzung, dass derselbe auch in dieser Dioritvarietát dieselbe Zusammen- 


| 
| 129 
(| habe, die Mengenverháltnisse der Dioriteemengtheile und die genáherte 
|Zusammensetzung des Amphiboles selbst, berechnet werden, ergibt sich folgendes: 


M Das Gemenge von Amphibol und Plagioklas steht im Verháltnisse von di; 


Jda aber auch Magnetit hinzutritt, so kommen Amphibol, Plagioklas und Magnetit 
lim Verháltnisse von 74:22:4 im Gemenge zum Ausdrucke. 


| Der Amphibol hátte dann etwa folgende Zusammensetzung, wenn von 
dessen geringer Alkalimenge, die derselbe enthalten důrfte, abgesehen wird: 


Si0, 44%, 


| AL 0, 20 

Fe, O; 11:8 oder auf FeO umgerechnet be 107, 
| Ca0 14"/, 
| Ms0 8%, 


"Der Amphibol wáre demnach ein bedeutend thonerdehaltiger, eisenreicher.**) 


Wenn der Diorit fein zerrieben wird, so zeigen die staubfórmig zertheilten 
'Gemengtheile unter dem Mikroskope A atích durchsichtice Plagioklassplitter und 
graulich- bis rein bouteillengrůne Amphibolspaltungsstůckchen. Die satte Farbe 
der hóchst zarten, zu Staub zerriebenen Amphibole deutet schon die bedeutend 
geringe Pelluciditát der Krystallageregate an. 


In concertrirter HC1 gekocht gibt das feine Pulver des Gesteines nur Eisen- 
verbindungen (FeCl,, FeCl;) aber keine Zersetzungssalze des Plagioklases. Der 
Plagioklas ist demnach trotz der geringen Si0,-Menge des Diorites kein Anorthit, 
Im Důnnschliffe zeigen sich Leisten von Plistaklna von ziemlich gleichbleibender 
Grósse, der Lánge bis zu *;"", der Breite von ;$—1;"" In untergeordneter Menge, 
neben ebenfalls stabartigen nějak gleich grossen, "„—'/;"» langen, 35—2;"" 
breiten vorherrschenden Amphibolen derartig untermischt, dass die Krystallprismen, 
wenn auch nicht ganz, so doch annáhernd parallel vertheilt vorkommen, demnach 
eine Orientirung zeigen. Magnetitkorner meist von ziemlich gleicher Grosse von 
15%" etwa, sind in grosser Zahl dazwischen vertheilt und meist an den Amphibol 
gebunden, selten auch im Plagioklas eingewachsen. Die kleinsten Magnetitkórner 


von 35—5"" Grósse zeigen guadratische Formen. 


Nur stellenweise und ganz untergeordnet kommen porphyrartig ausgeschie- 
den bis “/„"" grosse Plagioklas- oder Amphibolkrystalle vor. 


Sehr selten sind 345"" breite Nadeln im Plagioklas, die wahrscheinlich 
zum Apatit zu stellen wáren. Auch hier sind die Amphibolstábchen wenig durch- 
sichtic, bei důnneren Schichten pleochroitisch, ebenso gefárbt wie schon oben ange- 
fůhrt wurde. Die meisten der Plagioklasleisten sind im polarisirten Lichte einfárbig, 
die zwillingsartigen Farbenbánder der Hemitropien sind oft bis 4fach wiederholt 
Sichtbar. Nur die spárlich eingewachsenen porphyrartig ausgeschiedenen Plagio- 
klase zeigen ganz deutliche Farbenbánder. Epidot und Auarz ist im Gemenge 
micht beobachtet. 


Eine andere untersuchte Dioritprobe stammt ', km westlich von Křiža- 
novic (WNW Nassabers) wo ein ziemlich máchtiger Gangstock (úber 100") neben 
9 


130 


andern Gůngen im rothen Granit zum Vorschein kommt. Der mittelkórnige Diorit 
mit 3—4"" groben Gemengtheilen ist ganz frisch und dem Diorit vom Hořička- 
hůgel úhnlich. Der Plagioklas hat einen Stich ins graulichviolette. Gewisse 
Spaltungsiláchen desselben zeigen deutlich eine zarte Streifung. Durch concentrirte 
Chlorwasserstoffsáure wird der Plagioklas nur ganz unbedeutend angegriffen. 


Eine theilweise Analyse des Gestéines mit 1'5g ergab: 


S10, 48:45 

A130; 18:66 

Das FeO des Gesteines gewogen als Fe, 057" 5'68 
CaO 1222 

MgO 758 

Glůhverlust "02 

BB O 202 


Der Magnetit wurde auf die Art bestimmt, dass das zerriebene Gestein 
mit HCI in der Kálte behandelt wurde. Ohne Anwesenheit des Magnetites wiůrde 
der Gehalt an Si0, zu 49%, steigen. Der bedeutende Rest von 5%, welcher 
zur Summe 100 fehlt, entfállt an die nicht bestimmten Alkalien. In dem Gemenge. 
lásst sich herausrechnen: ein Gehalt von Plagioklas 50,97, Amphibol 47*/,, Ma- 
gnetit 2*/,9/. 


Unter dem Mikroskop erscheint der schwarze Amphibol im Důnnschliff 
unrein grasgrin, zu lappigen Fetzen zertheilt, an denen eine unvollkommene Zer- 
faserung sichtbar ist. Winzige Magnetite sind eingestreut in der Amphibolmasse ; 
aber auch bis 1%" grosse Kórner dieses Minerales durch Anháufung der kleineren 
entstanden, sind háufig anzutreffen. Nur stellenweise lehnen sich an den Rand 
der Magnetite kleine Haematitpláttchen an, als Zeichen einer anfangenden Zer- 
setzung. Der Plagioklas mit nur wenig kleinen, eingewachsenen Amphibolkórnern 
ist ziemlich frisch, nur ganz gering trůbe gefleckt. Zwillingsstreifung zeigt er im 
polarisirten Lichte viel auffálliger als die Proben vom Hořičkahůgel oder von Pod- 
božovský mlýn. Sonst erinnert das Verhalten ganz an das schon oben beschriebene. 
Epidot und Auarz ist nicht nachweisbar. 


Bei Stan und Jasné pole (Schonfeld) durchsetzen dunkle kleinkórnige 
Diorite Glimmerschiefer, Gneuse und Granite in nicht bedeutend máchtigen Gángen. 
Eine Probe von Jasné pole (Schonfeld) von kleinkornigem Gefiige und schmutzig 
dunkelgrůner Farbe zeigte nur an der etwas angewitterten Oberfláche, wo die Plagio- 
klase kreideweiss gefárbt erschienen, kurze, 2—3=m lange, '/„—1%» breite Sáulchen 
von schwarzgrůnem Amphibol. 


Unter d. M. erscheinen die Amphibole verschieden grasgrůn gefárbt, unregel- 
mássig lappig und an den Rándern moosartig zertheilt, aus Fasern bestehend. Im 
durchsichtigen Plagioklas treten entweder kleine 120150" breite, bis 12m lange 
Stábchen von etwas blásser grasgrůnem Amphibol in grosser Anzahl zum Vorschein, 
welche stellenweise moosartige Aogregate bilden. Magnetitkórnchen oder Háufchen 
oder zusammenhángende Aggregate sind vornehmlich im Amphibol eingewachsen. 


Pyritkorner bis „m oross sind selten. Der Plagioklas aus Krystallkórnern bestehend 


131 


© zeiet nur theilweise die chromatische Zwillingsstreifung ganz deutlich, námlich ins- 
- besondere dort, wo die Krystallagoregate nicht bedeutend klein sind, denn durch 
- minimale Dimensionen wird bei Plagioklasen die Zwillingsstreifung sehr háufig 
- verdeckt. Ganz diůnne Nadeln von s5g"% Durchmesser, die im Plagioklase ein- 
- gewachsen sind, kónnten als Apatit gedeutet werden. ití ganz seltene schwarze 


- Stábchen von eben solcher Breite wie der Apatit kónnten vielleicht [lmenit sein. 


Auch sehr pyritreiche Diorite sind verbreitet im Eisengebirge. Dieselben 

stellen jedoch meist sehr kleinkornice Varietáten vor. An der Gránze zwischen 

| č. Granit und Guarzporphyr oder Felsit oder schiefrigem Felsitporphyr 

"kommen Gánge und Gangstocke dieses Gesteines in dem Felsitporphyrzuge Rtein- 

„Malé Lukavice vor. Zwei Proben sind entnommen von einem Gange zwischen 

| Born und Žumberg (etwas náher an Bitovan), dann von Vejsonín SW an der 
Reichstrasse von Chrudím nach Nassabere. 


P. 


faul, etwas ausgebleicht, in Klůften aber mit braunen Limonitůberzůgen oder An- 
še ligen úberzogen. Beide Proben sind ganz frisch. 


P: : Das Gestein von Bitovan S (Žumberg N) ist grůnlicherau, sehr klein- 
Ě "kórnig, beinahe feinkórnig, jedoch nicht aphanitisch; dle Zusammensetzung der 
| (Grundmasse ist nicht ersichtlich, ausser kleinen, etwa 1—2""“ grossen porphyr- 
: artig ausgeschiedenen Plagioklaskrystallen. Kleine, jedoch auch erbsengrosse Pyrit- 


i Die Pyritdiorite zeigen sich stellenweise unter Tage gánzlich zersetzt und 


kórner sind sehr zahlreich, mindestens fleckenweise eingewachsen; gewisse davon 
- besitzen erkennbare růrfelform 


Das Mikroskop lóst die Masse des Důnnschliffes vollkommen auf. In dem 
weissen durchsichtigen Plagioklas erscheinen ohne alle Regel zerstreut Amphibol- 
stábchen von ziemlich gleichbleibender Grósse von £g"" Breite und ';"" Lánge; 
selten sind die blass grasgrůnen Stábchen sehr breit. Štellenweise liegen einige 

- Amphibolstábchen geháuft, meist aber sind sie einzeln, ohne jede Orientierung 
zerstreut. Ebenso ungleichfórmig zerstreut und etwa in gleicher Menge vorkommend 
wie der Amphibol findet sich Magnetit, von zarten Punkten an, also staubformig 
bis zu Aggregaten von !""% Breite; meist aber herrschen die mittleren Gróssen 

von 34"" Breite vor. Sámmtliche Magnetitkůrner zeigen deutliche guadratische 

4 Formen. Im polarisirten Lichte zeigt auch der Plagioklas eine kleinkórnige, aus 

 ziemlich gleich grossen Prismen von 3%—;5"" Breite und bis 55"" Lánge bestehende 
regellos kórnige Zusammensetzung. Der Plagioklas erat bedeutend vor, Am- 

- phibol und Magnetit in untergeordneter Menge halten sich das Gleichgewicht. Nur 

- einzeln kommen gróssere Pyritkórner bis '/„"% Breite zum Vorschein. 


Der Plagioklas zeigt im polarisirten Lichte nur einerlei Farben, bei auf- 
© merksamer Beobachtung sieht man jedoch in den breiteren Stábchen desselben 
- vereinzelnte Zwillingsstriche. Er hat ganz das Aussehen von Orthoklas, was wahr- 
- scheinlich in der Kleinheit der Individuen desselben seinen Grund hat. 


A © Die Varietát WSW von Vejsoním, in einem Steinbruche in ganz frischem 
Ž © Zustande entblósst, gleicht ganz der Vorigen. Nur ist die Farbe im Bruche etwas 

- wenices lichter grau, weil mehr kleinere Krystállchen von Plagioklas, die sich von 
ý | 9* 


132 


der Grundmasse aber schlecht abheben, eingewachsen erscheinen. Das Mikroskop 
zeigt ausser grósseren und etwas háufigeren Pyritkórnern, was nur zufállig ist, ganz. 
die gleiche Textur und Zusammensetzung, wie sie vordem angefiihrt wurde. In der 
durchsichtigen Plagioklasgrundmasse lassen sich die porphyrartig eingewachsenen. 
orósseren Plagioklase wohl, aber doch nur bei einiger Aufmerksamkeit erkennen, 
weil in denselben weniger Amphibole eingewachsen vorkommen. Die kleinkórnige 
Plagioklas-Grundmasse zeigt ganz das Verhalten von Orthoklas ausser in einigen. 
Ouerschnitten, welche bei aufmerksamerer Beobachtung Andeutungen von Zwillings- 
bildung wahrnehmen lassen.  Allein die im polarisirten Lichte deutlich hervor- 
tretenden Plagioklasrechtecke der porphyrartig eingewachsenen Krystalle von */, "= 
Breite und bis 1',""“ Lánge zeigen durchwegs, wenn auch nur wenige, so doch 
deutliche, nie fehlende Zwillingsbánder von verschiedenen Farben. 


Es ist nun něthig den Grund anzugeben, warum die kleinkórnige Grund- - 
masse vom Verhalten des Orthoklases im polarisirten Lichte als Plagioklas gedeutet | 
wird. Es ist eine durch Analysen vielfach erhártete Thatsache, dass beinahe dichte. | 
oder sehr kleinkórnige Plagioklase keine Zwillinosstreifung im polarisirten Lichte © 
zeigen, sich also áhnlich wie Orthoklas verhalten, trotz dieses Verhaltens aber | 
doch die Plagioklasnatur besitzen, da chromatische Bánder in winzig ausgebildeten © 
Krystállchen meist verschwinden. Indessen zeigen in diesem Falle doch einige © 
Kórnchen Andeutungen von Zwillingsriefen. Es wáre eine Anomalie, dass die in © 
einer sehr feinkornigen Grundmasse ausgeschiedenen Feldspathkrystalle eine andere | 
Zusammensetzung hátten, wie die Grundmasse selbst, da sie ja doch nur unter © 
gůnstigeren Bedingungen aufgewachsene einzelne Krystalle der Grundmasse sind. | 
Es kann demnach die u. d. M. kleinkornig zusammengesetzte Grundmasse nicht © 
Orthoklas sein, wáhrend die ausgeschiedenen Krystalle, die durch herabsinkende 
Gróssenverháltnisse mit den kleinen Gemengtheilen der Grundmasse, also durch © 
Úbergang in dieselbe verbunden sind, aus Plagioklas bestehen. Endlich bestehen © 
Úbereánge des Gesteines in wirklich deutlichen kórnigen Diorit. Ausserdem aber © 
spricht das Vorkommen von zahlreichen Magnetitkórnern neben Amphibol gegen © 
Orthoklas. 


Eine Analyse zur Constatirung der Plagioklasnatur durchzufůhren ist bei 
dem Gewichte der Grůnde, die allein úberzeugend genug sind, nicht nothie. Úbrigens © 
wůrde die variirende Pyritmenge, theilweise auch der Magnetit bei der Inter- 
pretation derselben irrend hinderlich sein. 


Man bezeichnet wohl derartige Gesteine auch als Porphyrite, es ist aber 
in diesem Falle kein Grund vorhanden, dieselben nicht als Diorit zu bezeichnen, 
da sie ja in kórnige Varietáten desselben ůúbergehen. 


Bei starken Vergrósserungen zeigen die Plagioklase, gerade so wie bei den 
andern oberwáhnten Dioriten Flůssigkeitseinschliisse, obwohl dies nicht besonders © 
hervorgehoben wurde. — 


Epidotdiorite fůhren in ziemlich bedeutenden Mengen Epidot, nicht 
in Form eines unwesentlichen Gemengtheiles, wie dieses Mineral in den kórnigen © 
Dioriten vom Horčičkahůgel etc. erkannt wurde, sondern in einer solchen Mence, die © 
neben Plagioklas und Amphibol an der Gesteinszusammensetzung Theil nimmt. Epidot- 


133 


( diorite erscheinen háufig in der Umgebung von Trpišov, Práčov, (S Chrudím) in 
|Felsitporphyren, auch im Granit. : 
18 Im Ohebkaufer N Práčov durchsetzen Gánge dieses Gesteines faule, 
scheinbar schiefrige Gesteine in der Náhe der Granitgránze. Die faulen Gesteine 
sind entweder ausgelauste Diorittuffe oder Felsite von schiefriger Textur. Ein 
beiláufig 10" máchtiger Gang von Epidotdiorit durchsetzt dieselben etwa inmitten 
zwischen der Práčover Kirche und der Papiermiůhle bei Svídnic. Der Gang tritt 
(m Contacte zwischen faulen schiefrigen Gesteinen und zersetztem Felsitporphyr 
Jauf und erscheint ziemlich frisch. 
| Den Dioritgang bildet ein kleinkorniges und ein feinkorniges Gemenge. 
(In dem kleinkornigen Diorit, dessen Gemengtheile weisser Plagioklas, Amphibol, 
Epidot schon mit der Loupe deutlich, wegen ihrer Grósse von 1—1","“ sichtbar 
|sind, erscheinen ganz spárlich Pyritkórnchen eingestreut. Durch Calcit ist das 
| Gestein nicht oder nur in ganz unscheinbaren Mengen durchdrungen. 


Unter dem Mikroskope werden aber vier Gemengtheile im kórnigen Durch- 
leinander erkannt. Lange Rechtecke zu Aggrecaten verbunden aus Plagioklas 
bestehend, welcher nur stellenweise weisse wenig durchsichtige Flecken zeist; 
'dann regellose Kórner oder Sáulen, auch lappig zertheilte Aggregate meist von 
sichtbar fasriger Zusammensetzung dem Amphibol angehórend; unfórmliche Kórner 
von Epidot innwendig rissig, stellenweise aber sich andern Gemengtheilen etwas 
anschmeigend und endlich regellos dazwischen zerstreute vorwiegend guadra- 
tische Magnetitkorner, meist in der Náhe des Amphiboles oder in demselben, 
(bilden die Gemengtheile. Die Magnetitkoórner sind im Mittel 1""% gross. Pyrit- 
'kórner sind verháltnissmássig wenig háufig; ebenso untergeordnet erscheinen 
'schwarze undurchsichtige Stábchen, welche wegen ihrer Ausdehnung in einer 
"Richtung als Ilmenit zu deuten wáren. Sie besitzen die Breite von etwa 4. 
(Ganz vereinzelnt sind —45"" breite Nadeln, die fůr Apatit zu halten wáren. 


| Der Plagioklas zeigt meist deutliche, wenn auch nicht zahlreiche Zwillings- 

lamellen im polarisirten Lichte. Nur die etwas fleckigen zeigen diese Erscheinung 

nicht; obwohl es auch ganz reine Auerschnitte gibt, die einerlei Farben im pola- 

risirten Lichte besitzen, was bei der Breite der Zwillingslamellen erklárbar ist. — 

Der feinkórnige Epidotdiorit aus demselben Gange von graulichgrůner Farbe 

zeigt unter der Loupe ausser spárlich ausgeschiedenen Leistchen von Plagioklas nur 
bis „== lange Stábchen von Feldspath; alles andere ist unerkennbar. 


U. d. M. aber stellt sich dieser Diorit als regelloses Gewirre von bis £"" 
breiten Plagioklasstábchen mit Amphibolaggregaten dar, in welchen besonders 
háuig die im Mittel etwa '—;4"“ grossen úahlkušéken Magnetitkorner einge- 
wachsen sind. Im H dauláán Lichte zeigen die meisten, auch stellenweise trůben 
Stábchen des Plagioklases Zwillingsstreifung, oder doch Andeutungen derselben. 
Einige ganz durchsichtige bis 17" breite, scheinbar hexagonale Kórner mit starker 
Fárbung im polarisirten Lichte, scheinen auf Ouarz hinzudeuten. Der Epidot tritt 
nur untergeordnet in ganz kleinen Kórnchen zum Vorschein. In Sáuren entwickelt 
das Gestein ganz wenig Bláschen. Wahrscheinlich hat der Calcit den Sitz in den 
wenigen grósseren etwas getrůbten Plagioklasen. 


134 


Apatitnadeln sind wie vordem spárlich, meist im Plagioklas beobachte | 
worden. — | 

Beide Varietáten des Diorites zeigen als aufangende Zersetzung in de 
Náhe gewisser Magnetite Gruppen von hyacinthrothen hexagonalen Schuppen von 
Haematit. — Andere Dioritgesteine und zwar derjenige Diorit, dessen Plagioklas 
zum Theil aus Labradorit besteht und dessen Amphibol auch als Uralit bezeichnet © 
werden kónnte, sind unter den Gabbrogesteinen eingereicht. i 


Dioritaphanit. | 


Unter diesem Namen „Aphanit des Diorites“ sind verschiedene entweder 
dichte oder sehr feinkórnige, auch klein porphyrartige Gesteine, deren Textur auch 
-ebenso gut „andesitisch“ heissen konnte, bezeichnet, welche trotz der Verschieden- 
artigkeit der Textur doch nur Ausbildungsweisen einer Gesteinsmasse sind. Auch. 
amygdaloidische Texturen finden sich bei dem Gesteine. Die porphyrartigen (andesi- 
tischen) Gesteine gehóren streng genommen gar nicht zu den Aphaniten, sie sind aber 
desshalb von denselben nicht zu trennen, weil sie durch Úbergánge aufs engste 
mit denselben verknůpft sind. Die Dioritaphanite sind gleichzeitige Bildungen mit 
den tiefsten silurischen (cambrischen) Etagen. Wahrscheinlich verdanken sie ihre 
feinkórnige Textur der Erstarrung unter dem Wasser des Silurmeeres. $ 

Das Vorkommen derselben fállt in den Zug altsilurischer Gesteine zusammen. | 
Gang- und noch háufiger Lagerstócke ziehen sich von S Telčic (SO Elbe-Teinic) 
angefangen úber Zdechovic, Morašic, Krasnic, Lhota, Sobolusk, Turkovic, Bukovina, 
Licomělic bis Vlastějov, wo sie durch Kreideschichten bedeckt werden, also auf © 
die Streichungslánge von 2 Myriameter. Die grósste Breite des Lagerstockmassives, 
in horizontaler Richtung gemessen, ist bei Holetín-PBřezinka, und betrást dieselbe 
etwa 3 km. In diesem Hauptzuge treten diese kurz als Dioritaphanite bezeichneten 
Gesteine unter verschiedenen Structurverháltnissen auf, indem sie durch Úber- 
gánge mitsammen verbunden erscheinen. Diorittuffe und grosskórnige Diorittuft- 
conglomerate begleiten den Zug. Auch innerhalb des Porphyrmassives zwischen 
Bitovan (SO Chrudím) und Rtein (NO Seč) kommen derartige aphanitische Aus- 
bildungen des Diorites in Form von Gangstocken zum Vorschein. 


Bei Licomělic (W Heřmanměstec) finden sich Diorite, welche trotz ihren 
theilweise sichtbaren Gemengtheilen dennoch zu den Aphaniten gerechnet werden, 
weil sie durch Úbergánge mit denselben verbunden sind. Kleine Krystállchen 
von Plagioklas in einer sehr feinkornigen Grundmasse ausgeschieden, machen das 
Gestein porphyrartig (andesitisch). Gewisse solche Gesteine zeigen durch parallele 
Anordnung der ausgeschiedenen Plagioklaskrystállchen  unvollkommen schiefrige 
Textur, sowie auch eine an Schichtung erinnernde bankfórmige Absonderung. 


Dieses Gestein mit porphyrartiger Textur, das also strenge genommen nicht © 
als Aphanit zu benennen wáre, wenn es nicht aphanitische Úbergánge aufweisen j 
wůrde, wurde von secundárer Lagerstátte untersucht. i 
N von Kostelec (S Heřmanměstec) streicht in der flachen Bachufer= 
terasse ein orobschichtiger, grosskórniger Diorittuff aus. In dem Diorittuffe sind biš 


135 


faustgrosse Gerólle des Dioritaphanites von klein porphyrartiger Textur einge- 


| wachsen. Die Gerólle erscheinen stellenweise ganz frisch. 


Das Gestein besitzt schmutzie lichteraue Farbe im frischen Zustande, im 
angewitterten aber ist es licht grůnlichgrau mit bráunlicher Geróllrinde oder 


l Klůftchen von Limonitfárbungen durchsetzt. — Bis auf kleinere ausgeschiedene 


Kórnchen erscheint das graue Gestein beinahe dicht. 
Allein unter der Loupe oder bei aufmerksamer Betrachtune erkennt man 


ji in der dichten Grundmasse zahlreiche, bis 4"" lange, 2—3"" breite und */,=m 
© bis 1% dicke Krystalle von Plagioklas der Form 


oPo.wP. oP oP. Po, 
welche aber durchwegs als nach dem Karlsbader Zwillingsgesetze verwachsene 
Hemitropien sich darstellen. Ein Krystallindividuum hátte dann nur die halbe 
Dicke von etwa "/„""%. In den angewitterten Geróllstůcken sind die Krystállchen, 
die immer ganz gut auseebildet erscheinen, recht gut erkennbar, lassen sich auch 
durch Zufall oft herauslósen. In GAuerbrichen zeigen die Fláchen der sehr guten 
Spaltbarkeit oP, wenn dieselbe zum Vorschein kommt, starken Glasglanz und trotz 
der geringen Breite doch starke Zwillingsriefung, die mit der Loupe gut wahr- 
nehmbar ist. Mit der Loupe sieht man auch, dass die Fláchen der Krystállchen- 


- oberfáchlich matt, rauh und mit hochst zarten Chloritschiippchen bedeckt sind 


Ein herausgelóster Zwilling, dessen Fláchen oP und oo P o durch Spaltung rein 
entblósst waren, gab unter dem Mikroskop gemessen oPA oP 85? 54 aus 5 
Messungen. Die sanidináhnlichen Krystállchen sind demnach Plagioklase. 

In der dichten grauen Grundmasse mit den zahlreichen Plagioklaszwillingen 
ist ausser undeutlich wahrnehmbaren spárlichen Kórnchen von Magnetit und klein- 
winzigen, ebenso spárlichen schwarzbraun ausgekleideten zerfressenen Poren und 


"seltenen griůinen Kórnchen nichts weiter zu bemerken. 


Manche Aphanitgerólle sind blassgrůnlich ©anz dicht; es bestehen eben 
die Gerólle aus verschiedenen Aphanitvarietáten. 

Das frische graue, kleinporphyrartige Gestein gab, nachdem es frůher mit 
entwickelte Wasser ausgekocht wurde, mit Salzsáure keine Bláschen von CO,; es 


- enthált demnach in dem sogenannten frischen Zustande keinen Calcit. 


Das sp. Gewicht (mit 249g bestimmt) ist 27012. Ein 1:39 schweres Stůck- 


-chen, welches mit Wasser ausgekocht war, um die Menge der Luftblasen aus den 


Poren bestimmen zu kónnen, ergab 1%/, dem Volumen nach an Poren; es ist 
dies zu wenig; wahrscheinlich war das Stůckchen zu gross, um ganz vom Wasser 
durchdrungen werden zu kónnen. Kleinere Stůckchen gaben 2"/, (dem Volumen 
nach) an Poren. Zwei theilweise Untersuchungen verschiedener Bruchstůcke des 
frischen Gesteines gaben: 
S10, 62:43 63:06 
AL 0, 19:60 19:57 
Fe, 0, 5:35 531 
Ca0 6:40 
MgO 2:11 
Glůhverlust 1:61 155 


156 

Die Alkalien wurden nicht bestimmt; alles Fe als Fe,O, gewogen. m 
H Cl in der Kálte behandelt, lóst sich aus dem Gesteine so viel Fe auf, dass “ 
als Fe,O, berechnet 4079, ergibt. Ein bedeutender Theil davon stammt aus de 
Magnetit und Limonit, ein anderer Eisenantheil aus anderen zersetzbaren Mineralien 3 

Im Důnnschliffe des Gesteines bemerkt man gleichfalls die Poren, trotz 
welchen aber die Důnnschliffe doch haltbar sind. ; 

Drei Dinnschliffe aus diesem Gesteine zeigten selbst bei schwacher Ver- 
grósserung vorherrschend die schon oben beschriebenen Plagioklase in stabartigen 
Durchschnitten, von denen die gróssten etwa bis 4"" Lánge, die kleinsten nur + bis 
2"“m Breite und eine vielfache Lánge hátten. Diese Stábchen und Rechtecke kommen 
regellos eingewachsen, ziemlich geháuft vor, so dass die Grundmasse nur wenig, 
námlich den úbrie bleibenden Raum zwischen denselben ausfůllt. Die Plagioklase 
sind beinahe ganz frei von Einschlůssen, selten ist in denselben ein Magnetitkornchen 
oder spárlicher Chloritstaub zu bemerken; von der Grundmasse sind sie scharf ge- 
trennt. Ein weiteres Praeparat zeigte gewisse Rechtecke des Plagioklases mit einer. 
bis 5%" dicken Rinde von Chlorit umhůllt, welcher auch eine getrennte Spaltungs-. 
fláche ganz ausfůllt, sich aber mit Vorliebe in der Náhe der Plagioklase, besonders 
in Rissen ansiedelt. Im polarisirten Lichte zeigen die Rechtecke meist, wenn auch 
nur wenige breite, so doch deutliche Zwillingslamellen; nur diejenigen Schnitte, 
welche nicht die Form von Rechtecken, sondern die Form der Fláche o P w zeigen, 
demnach zu derselben parallel geschnitten erscheinen, zeigen keine Farbenbánder. 


sondern nur einfache Farben. Es sind das, weil die Krystalle nach oPo tafel- 


artig gestaltet sind, eben die gróssten GOuerschnitte, welche einfárbig erscheinen.. 

Die Grundmasse, der Menge nach untergeordnet ist ein regelloses Durch- 
einander von Plagioklasleistchen von der Breite von 345"“ mit Magnetitstaub, 
bis zur Breite von —+$5"", welcher guadratische Guerschnitte zeigt. Das polarisirte. 
Licht lóst das Gewirre recht schón auf; gewisse Leistchen zeigen sogar trotz ihrer 
Kleinheit doch zarte Zwillingsstreifung. Diese Grundmasse ist der eigentliche Aphanit. 

Manchesmal legt sich der Magnetitstaub um gewisse gróssere Plagioklas- 
kórner an, die er dann in Form eines schwarzen Ringes umhůllt. Nur ganz ver- 
einzelnt fnáen sich gróssere Magnetitkoórner; die mittlere Breite derselben betrást 
Imm,  Stellenweise besteht die Grundmasse nur aus Plagioklas und Magnetit, viel 
háufiger sind aber in derselben Chloritschůppchen entweder spárlich oder so háufig 
eingewachsen, dass sie ziemlich an Durchsichtigkeit einbůsst. Diesem Chloritstaub 
verdankt der Aphanit auch die graue Farbe. 

Der Dioritaphanit mit kleinporphyrartiger Textur besteht demnach vor- 
nehmlich aus Plagioklas, wenig Magnetit, wie die Analyse zeigt viel weniger als 
49, und Chlorit, ebenfalls nur in ganz geringer Menge. Orthoklas ist keiner 
vorhanden, trotz des ziemlich bedeutenden Si0,-gehaltes von bis 659. Der Plagio-* 
klas důrfte ein ziemlich saurer Oligoklas, oder wenn auf die Molekularmischung des- 
selben zurůckgegangen wird, ein solcher sein, dessen Albitgemenge (689, Si0,) 
einen grossen Úberschůss gegeniber der Anorthitmenge aus macht. 

Eigentlich enthált dieses zu den Dioriten gezogene Gestein keinen nach- 
weisbaren Amphibol, sondern nur Chlorit und doch wird es hier als Chlorit-Diorit 
bezeichnet, weil es statt des Amphiboles das Zersetzungsproduct desselben, den 


| 
| 
| 
jl 


| 137 


„Chlorit enthált. Gánzlich frische Gesteine wůrden Amphibol enthalten, worauf der 
ziemlich saure Plagioklas hinweiset, welcher háufie mit Amphibol vergesellschaftet 
„sich findet, wáhrend der Labradorit die Gegenwart des Augites in vielen Fállen 
bedingt. Bei den Geróllen, die also auf secundáre Lagerstátte durch Wasser erst 
Iverfůhrt wurden, porós sind und Einwirkungen des Wassers ausgesetzt waren, ist 
ja Ersatz des Amphiboles durch Chlorit erklárbar.  Merkwiirdig ist es aber 


jedenfalls, den Plagioklas noch so frisch zu finden. 

Betreff der Benennung des Gesteines als Porphyrit wurde schon frůher 
jerwáhnt, wie ungerechtfertigt eine solche Bezeichnung wáre. 
| Bei Bukovina an der Reichsstrasse von Čáslav nach Heřmanměstec, 
isowie in der gesammten Umgebung findet sich ein dichter, důster graugrůner 
'Aphanit, in welchem nur Punkte von Epidot bis hochstens MkoPShoksé unter- 
|scheidbar sind. Das Gestein ist regellos zerkliůftet, an gewissen Orten aber unvoll- 
(kommen schiefrig. Die Probe knapp sůdlich von Bukovina ist Epidotchlorit- 
dioritaphanit und zeigt u. d. Mikroskope in zwei verschiedenen Důnnschliffen 
folgende Zusammensetzung: 
| Ein fleckig regelloses Gemenge von weissem noch ziemlich durchsichtigem 
Plagioklas mit kurzen Stábchen von faserigem Amphibol und mit zahlreichen 
Chloritschuppen, welche die dunkelgrůne Farbe bedingen. In dieser Masse finden 
sich so zu sagen porphyrartig ausgeschiedene Kórner und selbst polygonal begránzte 
Formen von ganz reinem, innen rissigem Epidot, welcher keinerlei Einschlůsse 
enthált und beinahe schwefelgelb ins zeisiggrůne geneigt gefárbt, sowie durch- 
sichtig ist. Die kleinsten Epidotkórnchen besitzen die Breite von 55"". Dazwischen 
finden sich Magnetitkórnchen in Form von grobem Staub vertheilt u. zw. scheint 
derselbe eine, wenn auch etwas wellig gebogene Richtung beizubehalten, was also 
eine Tendenz zur Mikrofluctuationsstruktur andeuten wůrde. Die meist guadra- 
tischen Magnetitkornchen, welche vornehmlich an die grůnen Amphibol- und Chlorit- 
parthieen gebunden sind, haben die mittlere Grósse von „46"%. 

Im polarisirten Lichte lost sich die weisse Masse in ein regelloses Gemenge 
von im Mittel 5;5—+5g"" breiten Stábchen von Plagioklas auf, welche Zwillings- 
bildungen nicht hervortreten lassen. (Ganz spárlich sichtbare gróssere Rechtecke 
aber zeigen wenn auch blasse, so doch deutlich wahrnehmbare Farbenbánder. 

In dem Gemenge erscheinen ausserdem einzelne, grosse, weisse, kaum 
durchscheinende Aggregate, auf die das polarisirte Licht geringe Wirkung ausůbt; 
dieselben sind ausgeschiedener Calcit. 

Wenn ein Důnnschliff mit concentrirter Chlorwasserstofisáure einen halben 
Tag in der Kálte behandelt wird, so erscheint er stark unzusammenhángend mit 
grossen Hohlráumen von verschwundenem Calcit; ausserdem aber bleicht er etwas 
Wweniges aus, indem die Sáure einen Theil des Chlorites auflóst und nur die Štáb- 
chen des Amphiboles zurůcklásst, wodurch eben der Nachweis der sonst schwierig 
in der Chloritmasse erkennbaren Amphibo'sáulchen gegeben ist. 

Von Sobolusk (W HeřmanůvMěstec 1 Myrm) WN entfernt ist eine 
Kuppe, welche aus amygdaloidischem Chloritdioritaphanit besteht. Das Gestein 
ist licht graugrůn, unvollkommen schiefrig, in der Fláche der undeutlichen Schiefe- 
rung unter der Loupe zart runzelige Chloritlagen zeigend mit erbsen- bis hasel- 


138 


nussgrossen Amygdaloiden aus Auarz, oder Calcit bestehend. Die Amygdaloide von 
meist gestreckter Form sind zuweilen in der Mitte zerfressen, zersprungen; die 
Sprůnge mit Limonit bedeckt. Gewisse Mandeln bestehen aus einer dicken áusseren 
Ouarzlage, die unmittelbar den Aphanit berůhrt und aus einem Calcitkerne, der 
zuweilen zerfressen ist. Nicht selten lásst sich in den Ouarzmandeln auch Chlorit 
in Schuppen nachweisen zum Belege daťfůr, dass der Chlorit ein spáter im Gesteine 
gebildetes Mineral ist. j 

Das Mikroskop zeigt eine vorherrschende weisse kleinkornige Grundmasse, 
mit wenig Chloritlappen. Eine feine ziemlich parallel laufende Zerklůftung im 
Aphanite ist mit Limonit ausgefůllt, welcher bis auf unbestimmte nicht bedeutende 
Entfernungen die Grundmasse impraegnirt. Ebenso ist Chlorit in bedeutenderen 
Mengen solchen Klůftehen nach in der Grundmasse angesiedelt. Es hat den An- 
schein, als wenn hie und da noch ein Amphibolsáulchen in den Chloritlappen 
anzutreffen wáre, allein bei der gleichen Farbe der beiden Mineralien bedarf diese 
Mósglichkeit doch noch einer Bestáttigung. Der Magnetit ist gánzlich verschwunden, 
denn die sehr seltenen kleinwinzigen Staubkórnchen (£35—+55"") desselben, die ganz 
vereinzelnt noch zum Vorschein kommen, sind kaum erwáhnenswerth. 

Im polarisirten Lichte zeigen die Stábchen des Plagioklases bis zu 35 "" 
Breite, aus denen die Grundmasse besteht, noch schwache Farben; sogar Zwillings- 
streifung lásst sich bei manchen noch ganz deutlich unterscheiden. | 

Von Sobolusk 1%/, km nordlich liegt Lhotka; ganz nahe von Lhotka, © 
und zwar sůdlich, findet sich ein ebensolcher licht graugrůnlicher Chloritaphanit, © 
in welchem zahlreiche, ziemlich nahe stehende bis haselnussgrosse Amygdaloide von 
Epidot, ausserdem aber auch winzige Plagioklaskrystállchen (eigentlich Zwillinge © 
nach dem Karlsbader Gesetze) porphyrartig, jedoch scheinbar weniger háufig, ein- © 
gewachsen sind. Das Gestein hátte also eine kleinporphyrische und zugleich 
amygdaloidische Textur. 

Eine angeschliffene Fláche zeigt dieses Verháltniss ganz deutlich, da in der 
dichten dunkelgrauen (an einem andern Handstůcke) Aphaniterundmasse sowohl 
weniger háufice Plagioklaskrystallguerschnitte, als auch zahlreichere rundliche oder 
etwas verzogene Epidotmandeln zum Vorschein kommen. 

Da der Epidot in diesen Aphanitgesteinen so háufieg schon genannt wurde, 
so folgt hier der Nachweis darůber. Aus mehr als erbsengrossen Amygdaloiden 
wurde der Epidot moglichst rein ausgesucht und mit 42 g eine Analyse angestellt, 
welche ergab: 


S10, 40:73 
ALO, 31:64 
7,0 446 
FeO 90 
CaO 21:41 
MgO Spur 
Glůhverlust A0, 
Tons 


Trotzdem, dass die Mandeln des Epidotes, wie die mikroskopische Unter- 
suchung gleich nachweisen wird, nicht ganz homogen sind, stimmt die Analyse 


139 


i -doch ziemlich gut mit der Zusammensetzung děs reinen Epidotes, wesshalb die 
i | Gegenwart dieses Minerales dadurch sicher nachgewiesen erscheint. 

; Unter dem Mikroskope lóst sich das ganze Gemenge sehr deutlich auf. 
| Die Grundmasse von aphanitischer Textur besteht aus einem Gewirre von Plagio- 
L | klasstábchen, die im Mittel die Breite von „%"" besitzen und zwischen welchen 
© entweder nur Magnetitstaub reichlich, oder in solcher Menge eingewachsen ist, 
| dass die Stábchen in einer undurchsichtigen homogenen Magnetitmasse stecken. 
) "Gewisse Stellen zeigen ausserdem noch Chloritláppchen und Schuppen in der 
| | Grundmasse. 

i Scharf begránzt erscheinen in der Grundmasse lance einzelne Rechtecke 
© und Rechteckgruppen von der Breite 1r=—1me und vielfacher Lánge. Diese Pla- 
| gloklasrechtecke sind meist durchsichtig, weil frisch, nur zuweilen mit weissen, 

wenig durchscheinenden Flecken, welche den Anfang von Umwandlungen andeuten, 
| durchzogen. 
| 


Alles dieses jetzt erwáhnte stimmt, bis auf das weniger háufige Vorkommen 

-der grósseren ausceschiedenen Krystalle ganz mit dem porphyrartigem Chloritdiorit- 
aphanit der Gerólle im Diorittuffconglomerat von Kostelec iberein. 

i In dem eben erwáhnten Gesteine sind nun die grossen Epidotmandeln ein- 

| gewachsen und scharf von der Gesteinsmasse getrennt. Ausser einigen vereinzelnten 
"Calcitkórnchen oder Plagioklaskórnern oder einem Chloritlappen, letzteres jedoch 
nicht háufig, findet sich in dem Epidot von kleinkornicer Textur, der also Aggregat- 
polarisation zeigt oder ganz rein durchsichtig, inmen zerrissen erscheint, kein 
anderes Mineral eingewachsen. Meist sind aber die kleineren Amygdaloide ganz 
rein. Epidot in Kórnchen oder Schnůrchen durchzieht ausserdem noch gewisse 
Plagioklase. oder kommt in Punkten auch in der Grundmasse vor. 

Im polarisirten Lichte zeigen selbst gewisse Plagioklasleistchen der Aphanit- 
grundmasse Andeutungen von Zwillingsstreifen, die grósseren, ausgeschiedenen Kry- 
stalle aber satte Farben und bis auf die trůben weissen Flecke ganz deutliche 
Zwillingsbánder oft in ziemlicher Zahl. 
| Hie und da sich in der Grundmasse zeigende Schiippchen von Haematit, 

-die hyacinthroth durchscheinen, gehóren zu Seltenheiten. 

Das Gestein wáre also ebenfalls amygdaloidischer Chloritdioritaphanit. 

Bei Zdechovic (WS Přelouč) sind áhnliche Epidotchloritdioritaphanite 
vorhanden. Die Probe stammt vom westlichen Teichufer 1 km N von Zdechovic. 

| Das licht graulichgrůne Gestein zeigt in einer Richtung einen etwas deut- 
licheren Bruch, auf welchem unzusammenhángende Chloritschůppchen schimmern; 
kleine Epidotkórnchen finden sich eingesprengt im Gesteine. 

Ganz frisch ist der Aphanit nicht mehr, weil er lichtere Farben zeigt; 
allein die Textur ist doch noch deutlich unter dem Mikroskope. Das Gestein ist 
bis auf das beinahe gánzliche Zurůcktreten des Magnetites, der nur in ganz selten 
Ssichtbaren Kórnchen auftritt, etwas áhnlich dem Gestein von Bukovina. Die weissen 

 Plagioklase von ganz kleiner Form, wélche jedoch wegen der nicht mehr gánzlichen 
Frische im polarisirten Lichte nicht so deutlich auftreten, sind mit Chloritlappen 
stellenweise bedeutend verdeckt; nur wo der Chlorit zurůcktritt, lassen sie sich noch 
gut bemerken, Es scheint, dass auch noch spárliche Amphibole auftreten, allein 


140 


es ist nicht náher nachweisbar. Hie und da treten gróssere Plagioklas-Rechtecke 
bis */„"% und noch mehr breit auf. Diese grósseren Plagioklasstábe fárben sich 
im polarisirten Lichte nur ganz blass, zeigen auch nur stellenweise wohl blass 
gefárbte aber doch deutliche Zwillingsbánder. (Gewisse Krystalle sind guer zer- 
brochen, etwas voneinander verschoben und durch Chloritschuppen verkittet. — 
Epidotkórner und Aggregate kommen in Menge in dem Gesteinsgemenge vor; es 
enthalten die Plagioklase dieses Mineral wie auch den Chlorit, sowohl in Kórnchen 
als auch gewissen Fugen nach, also als Infiltration in sich eingeschlossen. 


Diabas. 


Dieses Gestein findet sich als Gangstock, welcher guarzige Grauwacken- 
conglomerate durchbricht nur an einem Orte, námlich mitten zwischen Chrtník 
und Ledec (WN Heřmanměstec 7 km). Der Gangstock von der Lánge 1'/, km 
und der gróssten Máchtigkeit von úber 100" ist in der Chrtníkschlucht entblósst 
fig. 6. Sámmtliche Diabasvarietáten sind etwas porós, weil sie im heissen Wasser 
Luftbláschen entwickeln; allein auch mit Calcit sind sie ziemlich impraegnirt, 
weil Brocken davon, die vorher im Wasser ausgekocht wurden, um alle Luft- © 
bláschen auszutreiben, in Sáuren stellenweise recht lebhaft brausen. Die Textur 
ist durchwegs mittelkórnig. 


Fig. 6. 
N 1: 5000, imm 25m. S 


Báchlein Báchlein 


Eine ganz reine Varietát zeigt in weissem vorherrschendem Plagioklas, 
welcher nur durchscheinend ist, bis 2:3%% breite kurze Sáulen von graulichbraunem 
Augit, ausserdem aber neben wenigen kleinen Pyritpunkten auch stellenweise 
schwarze Kórnchen. 

Unter dem Mikroskope herrschen auch die langen (bis 6**) Rechtecke 
des Plagioklases vor, welcher ziemlich rein und trotz stellenweise zum Vorschein 
kommender Trůbung im polarisirten Lichte doch deutliche Zwillingsstreifung zeigt. 
Die kurzen Sáulen des Augites sind blassbraun durchsichtig, rissig frei von Ein- 
schlůissen und mit einem sehr důnnen blassgrůnen Saum, ;5—+s"", von Chlorit 
umseben. Seltener dringt der Chlorit Klůftchen nach in die Augitmasse. Bedeuten- 
dere Anháufungen von Chloritschuppen, meist scharf vom Plagioklas getrennt, 
finden sich auch im Důnnschliffe, jedoch nur in ganz geringer Zahl; ebenso selten 
sind einzelne Chloritláppchen im Plagioklas. Ageregate von schwarzen Kórnern, bis 
jem breit, deuten auf titanháltigen Magnetit, weil sie mit dem weissen, Leukoxen 
genannten Titanat (Titanomorphit) umhůllt werden. 

Blassbráunliche dichte Aggregate durchsetzen die Ablósungen in dem 
Diabas. Unter d. M. bestehen sie aus einem Gewirre von Stábchen, welche der 


i 141 


| Lánge nach in der Mitte durch eine Linie getheilt sich als „5"" breite Zwillings- 


| stábchen darstellen, die der starken Fárbung nach, die sie im polarisirten Lichte 


Die Augitguerschnitte zeigen starke Farben im polarisirten Lichte. Einzelne, 
"dann und wann guadratische Pyritkornchen und spárliche Nadeln von —+4"" 
| Breite den Plagioklas nur stellenweise vereinzelnt durchsetzend, deuten auf Apatit. 
Das Gestein ist demnach ziemlich frisch und wohlerhalten. Eine andere Variettá 
-von ebenfalls mittelkorniger Textur zeigt in etwas vorherrschendem, blass lauch- 
griůnem durchscheinenden Plagioklas 2—2',"" breite Prismen von blass schmutzig 
| graulichbraunem spaltbaren Augit, nebst spárlichen schwarzen Kórnchen. 


| Unter dem Mikroskop zeiet der Důnnschliff Rechtecke von Plagioklas, 
die schwachen Rissen nach blass grůnlich oder sattgrůn wenn die Klůftchen bis 
25—3e"" breit erscheinen, durch infiltrirten Chlorit gefárbt sind, innen reine zer- 
klůftete Kórner von Augit von blass róthlich brauner Farbe mit einer diůnnen blassen 
| Chloritlage umhůllt, die nur selten irgend welchen Klůftchen nach ins Innere 
'eindrinst. Háufie sind scharf begránzte, aus Chlorit bestehende Aggregate zwischen 
dem Gemensge scheinbar wie eingeklemmt. Kleine Aggregate von diinnen Stábchen 
von Ilmenit, die einander genáhert erscheinen sind durch umhůllenden Leukoxen 
© verbunden. Lange Stábe von Ilmenit bis +“ dick und 4*" lang sind gebrochen 
(und mit Leukoxen, der eine schwache Hůlle bildet, verkittet. 


Pyritkórnchen erscheinen spárlich. 

In den Chloritausscheidungen ist manchesmal kórniger Magnetit und 
Pyritstaub zu treffen. | 

Eine dritte Varietát ist schmutzig grůn gefárbt; nur lange (bis 1“"), diůnne 
| Plagioklasleisten erscheinen deutlich sichtbar, sonst ist nur dichter Chlorit in 
- Kórnchenform noch dazwischen bemerkbar. 


| Das Mikroskop zeigt eine weiter gehende Umwandlung. Es cibt frische 
- Plagioklasleisten und solche, die durch Chlorit durchzogen oder gefleckt sind, in 
„der Masse. Die Augite sind den Klůften nach durch Chlorit erfillt, so dass dieser 
-ein Netzwerk bildet, innerhalb welchem noch frische Augite stecken; oder umhůlit 
-der Chlorit Augite so bedeutend, dass die Hůlle gegeniber dem frischen Augit- 
© kerne sehr vorherrscht. Nebstdem kommen auch selbststándige scharf begránzte 
Chloritaggregate von satt graserůner Farbe, vielleicht schon gánzlich umgewandelte 
- Augite, zum Vorschein. Mit dem Chlorit, oder unabhángicg von demselben erscheinen 
© gelblichbraune Flecken von Limonit, sowohl im Plagioklas als auch im Augit; in 
- ersterem Falle zeigt sich der schón grasgrůne Chlorit bráunlich gefleckt.  Nadeln 
oder Stábe von Ilmenit erscheinen durchwegs von Leukoxen eingefasst. Stellen- 
Wweise gruppiren sich die Ilmenitstábchen derartig, dass sie áhnliche winkelig ge- 
brochene und dreieckige Formen bilden, wie es an den dinnen Sylvanitůberzigen 
-von Offenbanya in Siebenbůrgen bekannt ist. 
Calcitkórner oder kurze dicke Klifte dieses Minerales sowie Nadeln von 
Apatit lassen sich gleichfalls nachweisen. Trotz der bedeutenden Veránderune, 
welche Wasser durch Absatz von Chlorit in dem Gesteine hervorbrachte, ist der 


2 > 


142 
: „o Plagioklas doch noch so frisch geblieben, dass. 
58 24 mancher davon im polarisirten Lichte lebhafte 
Ě „8 Farbenbánder zeigt. 
=) 
„< a 
„lov makak Gabbro. 
s 37 A> k] 
1 3 EE Dieses Gestein reiht sich unmittelbar an 
E =2 den Diabas an, weil es aus denselben Gemene- 
5 J" © theilen námlich aus Plagioklas (Labradorit) und 
= 2 ; Augit (Diallag) besteht. Es verhált sich aber in. 
Ř s8 5 gewisser Hinsicht etwas verschieden, was in 
3 < 78. Grund zur Trennung von dem Diabase ist. 
ěL s Der Gabbro ist háufiger im Eisengebirge 
k š als der Diabas selbst, er ist úberhaupt viel háu-- 
: P figer, als dies sonst von diesem nur zerstreut 
R auftretenden Gesteine angenommen wird. Nirgends 


Bahnhof Zaboř (Station Elbe-Teinic) 


aber sind die Gangstócke des Gabbros bedeutend. 
ausgedehnt. Die Hauptverbreitung des Gesteines © 
fállt mit dem Granitstocke zusammen, welcher 
sich von Bernardov (SO Elbe-Teinic) bis úber 
Morašic hinzieht. In dem Granitstocke und bis zu 
einer gewissen Entfernung von demselben finden 
sich die Gangstócke des Gabbros eingelacert, 
welche mit ihrer Streichungesrichtung der nach 
SO sgerichteten Achse des kleinen Granitmassivs 
parallel laufen. 

Es seien hier nur drei der kurzen Gang- 
stócke angefůhrt, welche sámmtlich in einer Linie 
von NW nach 90 setrennt von einander auftreten. 


282 W. H. 


Brůcke 


Der máchtigste Ganegstock ist unter Vi- 
nařic, am linken Elbeufer gegeniiber Elbe-Teinic, 
in der Lánge von 1", km und der Máchtigkeit 
von etwa 3*/, hundert Meter abgelagert. Derselbe 
reicht mit seinen NW Ausláufern bis unter Elbe- 
Teinic ins rechte Elbeufer hinein. (Gneusgranit 
durchbricht den Stock in weniger máchtigen Gán- 
gen. Wegen der Eigenthiimlichkeit der Lagerung 
sei das Profil des linken Elbeufers vom Zahořer 
Bahnhofe (Station Elbe-Teinic) bis Náhe gegen 
Kojic hier noch eingefiot Fig. 3 um das Ver- 
háltniss des unter Vinařic zum Vorschein kom- 
menden Gabbrostockes zu den  Nebengesteinen 
ersichtlich zu machen. An der Gránze gegen Neben- 
gesteine ist der Stock klein- bis mittelkornig, 


145 


. 
| vé unvollkommen schiefrig und mit manchem Amphibolitschiefer dann ver- 
- wechselbar; in'der Mitte der grobkórnigen Stockmasse aber zeigt er die regellose 
| grossblóckige Zerkliftung. Der zweite Gangstock SW von der Kuppe v Oklikách 
(806" A) ist im Walde genau O vom Bernardover Jágerhause, in dessen Náhe er 
einem Amphibolit gleicht, wie dies auf der Karte auch beibehalten ist. Seine 
Begránzung ist unvollkommenen Aufschlusses wegen nicht genau anzugeben; er ist 
jedoch sicher 2/„ km lang. 
ň Der dritte bedeutende Stock, welcher durch einen Gang rothen Granites 
| durchsotzt wird, befindet sich im Walde inmitten zwischen Kašparův dolík und 
Zbraňoves. Der grobkornige Stock gestattet keineswegs, wegen nicht úberall nach- 
E barer Begránzung desselben seine Máchtigkeit und Streichungserstreckune 
- sicher anzugeben; er besitzt aber eine ziemlich bedeutende Ausdehnung von gewiss 
-ber 1 km und eine Máchtigkeit von ber 200". 
Der Vinařicer Stock durchbricht Glimmerschiefer ; die beiden letztsenannten 
ind im rothen Granit eingelagert. 
k: Zahlreiche andere Gánge, welche mit dem Gabbro in genetischem Zusam- 
- menhange stehen, werden gleich nach der Beschreibung dieses Gesteines als Uralit- 
- oder Labradordiorite beschrieben werden. 


In Vinařic lassen sich vornehmlich drei Varietáten des Gabbro unter- 

scheiden, welche gegeneinander keine scharfen Gránzen bilden. In Mitten des 

| Btockes eine grobkórnige, in grossen polyedrischen Blócken regellos zerklůftete, 

- eine mittelkórnige recht deutlich gemenste, und eine kleinmittelkornige dunkle, mit 
„worwaltendem Diallag, der den andern feldspáthigen Gemengtheil verdeckt; diese 
letztere Varietát ist ganz unvollkommen schiefrie, insbesondere nahe an den Gránzen 
„des Stockes mit dem Nebengesteine. Die grobkórnige Gabbrovarietát zeigt Gemeng- 
theile, die bis úber 19“ Lánge erreichen. 


Der Placioklas besitzt auf der oPfláche sehr deutliche, wenn auch nicht 
zahlreiche Zwillinesstriche, seine Farbe ist licht, mit einem Stich ins graulich 
wiolette; sonst ist derselbe durchsichtie. Ausgesuchte Stůckchen des Plagioklases 
© zeigten 8 der Analyse, mit Vernachlássigung des Alkaligehaltes die Zusammen- 
setzung des Labradorites. Labradorit aus grobkórnigem Gabbro ganz nahe dem 
Wáchterhůuschen Nro 281 an der Eisenbahn gegenůber der nach Elbe -Teinic 
 fihrenden Holzbrůcke gab (aus 1 gr. verwendeter Substanz): 


S10, 5213 
ALO, 3051 
E: Mg0 '68 


Glůhverlust 98 

unbestimmte Alkalien | 350 

10000 
Trotz der scheinbaren Reinheit hatte der Plagioklas doch etwas Augit 
-© (Diallae) eingeschlossen, sonst wůrde sein MgO-halt kein so bedeutender sein. **) 
Der Diallag zeigt důster graugrůne Farbe, an der angewitterten Oberfláche 
ist er aber dunkelorůn, wáhrend der Plagioklas weiss, undurchsichtig erscheint- 


144 


Im Ouerbruche ist er matt glánzend, an der sehr guten Spaltungsfláche aber stark 
perlmutterartig glánzend und dunkelgrůn. Ganz důnne Splitter sind beinahe člgrůn. © 
etwas ins lauchgrůne geneigt. (Grosse Fláchen der Theilbarkeit zeigt der Diallag 
nicht, aber dafůr glánzen ausgedehnte, aber vielfach durch andere eingewachsene. 
Gemengtheile unterbrochene Fláchen zu gleicher Zeit, i 

Zuweilen finden sich in dem Gabbro bis nussgrosse Aggregate von Diallag- 
prismen und regellos dickfasrige Sáulchen, welche Amphibol sind, der mit dem © 
Namen Uralit hier angefůhrt werden wird. An den Gránzfláchen solcher Aggre- 
gate finden sich auch kleine Biotitschuppen in ganz geringer Menge, obzwar dieses 
Mineral zuweilen auch, ohne an diese Aggregate von Uralit gebunden zu sein 
sich vereinzelnt oder in Aggregaten vorfindet. Der Diallag bestimmt die im Grossen © 
distere Farbe des Gesteins, obwohl er keineswees im Úbergewichte auftritt. 

Nebst diesen beiden Gemengtheilen finden sich accesorisch noch bis 2" 
breite Kórner, wahrscheinlich von Magnetit und ebenso spárlich bis '/;,"" dicke 
Platten von Ilmenit. Pyrit ist kaum wahrzunehmen; Olivin nirgends bemerkbar. © 

Das ganze Gabbrogestein gab nach Vernachlássigung der Alkalien und 
Wágung des Fe als Fe, 0, statt als FeO, aus 1:2g zur Analyse genommenen Sub- 
stanz folgende Zusammensetzung: 


Si0, 51:87 | 
Al; 0; —- Fe, 0, 27217 

CaO 1267 

MgO | 636 


Glůhverlust | 1:04 


Hált man dem gegeniber die Zusammensetzune des Plagioklases, so ergibt 
sich fůr den Diallag unter Nichtberůcksichtigung der Alkalien und des Wasser- 
gehaltes die Zusammensetzung von etwa: 


SiO, 499 
Al, 0, -+ Fe, 0, 224 
Ca0 135 
Ms0 130 


Befremdend erscheint hier der hohe Gehalt fůr die Summe von 
Al, 0; — Fe, 0;; 
andere Diallage enthalten nur 10—199,; von diesen Gemengtheilen (wenn FeO als 
Fe, 0, umgerechnet wird). Die Erklárung muss dahingestellt bleiben. Eine Analyse 
konnte nicht durchgefůhrt werden, weil sich der Diallag rein nicht auslesen liess. 

Demnach wiůrde der Gabbro bestehen aus weniger denn 52%, Plagioklas, 
weniger als 48%, Diallag und einem geringen nicht náher angebbarem Reste von 
Ilmenit und Magnetit. 

In Sáuren entwickelt das im Wasser vorher ausgekochte Gestein stellen- 
weise lebhaft Blasen von CO,. 

Unter dem Mikroskope ist der Plagioklas durchsichtig, der Diallag aber 
lauchegrin bis ins bráunliche oder blass grasgrůne geneigt; oft ziemlich durch- 
sichtie nicht zersprungen, oder wie Augit nicht rissig erscheinend. Manche etwas 
rissigen aucitáhnlichen Kórner zeigen oft schwarze Inpraegnationen den Rissen 


| 145 


jnach, die vielleicht aus Psilomelan bestehen. Auch ganz durchsichtige, blass 
tróthlich bráunliche Fláchen dem Biotit, und zwar im Schnitte ziemlich parallel 
"zur Fláche oP angehórig, zeigen sich neben Diallag. Spárlich sind Magnetitkórner 
(eingewachsen so wie auch kleine vereinzelnte Pyritkoórnchen. Ein Ilmenitguerschnitt 
fiel nicht in den Důnnschliff. Im Plagioklas bemerkt man nur selten kurze Nadeln 
von Apatit in der Breite von 55"". Das Gestein ist ganz frisch bis auf die in Plagio- 
klasen so háufig sich oh děnilcní getrůbten Háuíchen, welche auch hier, jedoch 
nur spárlich, zum Vorschein kommen und theilweise vielleicht auf Calcit bezogen 
werden kónnen. Trotz der Frische des Gesteines finden sich gewisse Diallage mit 
Fleckchen von Limonit schwach umrandet, welcher auch in Klůftchen in dieselben 
eindringt. Solche Diallage zeigen aber eine graserůne Farbe u. d. M. und stellen 
ein Aggrogat von regellos zerstreuten Amphibolstábchen, von der mittleren Dreite 
von —5—%4"" vor, es ist das also Uralit. Ob die Uralitbildung aus dem Diallag 
eben durch das ácéů des Limonites bedinst war, oder ob umgekehrt der 
Limonit erst nach erfolgter Umwandlung des Diallages in ein Amphibolaggregat 
eindringen konnte, bleibt dahingestellt. Man sieht auch ziemlich scharf getrennt 
vom Diallag solche deutlicher grůnen Uralitaggregate; manchesmal zeigen gewisse 
Randlinien des Diallages einen důnnen grasgrůnen Saum von Uralit. Im Ganzen 
ist aber der Uralit nicht háufig. 


Der Plagioklas zeiet ganz reine Farben und deutliche Zwillingsstreifung, 
zuweilen auch Zwillingseitterung im polarisirten Lichte. 

Die fůr den Labradorit des Gabbro angegebenen Nádelchen von schwarzer 
Farbe, oder Táfelchen von brauner Farbe, auf welche sonst der violette Stich 
 desselben bezogen wird, konnten nicht nachgewiesen werden.  Wohl findet sich 
'ganz vereinzelnt hie und da ein schwarzes Nádelchen oder ein blassgrůnlicher 
Mikrolith (vielleicht Diallag) im Plagioklase, allein es ist dieses Vorkommen wegen 
(der Seltenheit nicht zu beachten. 


| Die mittelkórnige Varietát des Gabbro besteht aus bis úber „©“ langen 
und entsprechend weniger breiten Gemengtheilen. Einzelne, grob nadelfórmige 
Plagioklase von der Breite von 1',"“ erreichen selbst die Linge von ber *,©. 
Die Farbe des Plagioklases ist weiss mit einem Stich ins Violette, die Durchsich- 
tigkeit bedeutend, die Streifung ganz deutlich. In dieser Varietát kommen entweder 
graulichschwarzgrůne oder an den vollkommensten Spaltungsfláchen dunkelbráunliche 
| Diallage vor, welche letztere aber im GAuerbruche dunkelólgrůn gefárbt sind. Die 
erst genannte Abart bildet ziemlich feste záhe knollenartige Ausscheidungen in 
andern Gabbroarten, die zweite Varietát aber kommt als Gestein, in dem Vinařicer 
Stocke allmáhlig aus der grobkornigen sich entwickelnd vor. In Wasser ausgekochte 
Stůckchen brausen stellenweise ziemlich lebhaft in Sáuren. 

Von accesorischen Gemengtheilen kommen nur kleine Punkte eines schwarzen 
| Erzes (Magnetit, IImenit), dann kleine Kórnchen von Pyrit und Pyrrhotin sehr unter- 
| geordnet zum Vorschein. 
| Eigenthůmlich ist fůr den mittelkórnigen Gabbro die Erscheinung, dass 
auf ziemlich bedeutenden Bruchfláchen gewisse Diallagspaltungsfiáchen trotz ihrer 
| Unzusammengehorigkeit zugleich glánzen. Auf der angewitterten Oberfláche tritt 

10 


-- 


146 


aber der Diallag als dunkelgrůner Amphibol, der Plagioklas als weissliche matte 
undurchsichtige Masse auf. | 

Die Proben stammen von der Eisenbahn in Vinařic gegeniber dem Eisen- 
bahnviaducte (etwas weniges O von dem Fundorte der grobkórnigen Varietát). 

Eine davon zeigt genau das Verhalten des grobkornigen Gesteines, jedoch 
sind manche der zersprungenen Diallage von blass róthlichbrauner Farbe durch 
cin infiltrirtes schwarzes Mineral, wahrscheinlich Psilomelan wie mit einem Netz. 
durchzogen und mit einem grůnlichgrauem wolkigen Hof von „$—!"* Breite. 
umgeben. Die Deutung des Hofes gelang nicht. Sonst sind gewisse Diallage auch 
in das Amphibolaggregat, námlich den Uralit umgewandelt. Eine weitere Probe 
zeiet wohl noch schmutzig grůne Diallage, sowie blass róthlichbraune. Biotite, 
allein erstere nur mehr in Form von scharf begránzten Kernen; denn alles andere, 
was als Diallag zu deuten wáre, ist eigentlich schon Uralit. An den Gránzen mit 
dem Plagioklas zeiet sich der Uralit besonders stark zerfasert und theilweise 
moosartig zertheilt. Im Plagioklas finden sich nicht parallel gelagerte lange hexa- 
gonale Táfelchen, die vielleicht als Diallag zu deuten wáren, auch ganz spárlich 
auftretende Nádelchen von schwarzer Farbe kommen vor; von den Nádelchen wird 
bei dem Corsit von Ransko das Náhere noch erwáhnt werden. Die blassen Táfelchen 
sind kaum £5"" lang. Kbenso beherberget der Plagioklas entweder Einschlůsse; 
oder Einschlůssen áhnliche Pooren. Einzelne Nadeln von Uraiit 5%" und mehr 
breit und bis J"% lang und liegen zerstreut herum. Tief nn zersprungene 
Ouerschnitte in diesem Gabbro sind entweder als Augit oder Olivin zu deuten, was 
nicht zu entscheiden war. 

Die Probe mit den dunkelólgrůnen Spaltunesfáchen des Diallages besteht 
nur zum geringsten Theil aus Diallag ; der bedeutendste Theil ist regellos fasriger 
Uralit, dessen Stábchen bis 3%" Breite erreichen. Ob die kleinen guadratischen 
Magnetitkórnchen in solchen Uraliten ursprůnglich oder spáter gebildet worden sind; 
bleibt unentschieden. Diese Varietát stellt also nur mehr den Úbergang zu dem 
Uralit oder Labradordiorit vor, weil der Uralit vorherrscht. 

Es darf nicht unerwáhnt gelassen werden, dass trotz der Umwandlung des 
Diallages in Uralit der Plagioklas gar keine Einbusse an seiner Frische erlitten 
hat; Plagioklase des Gabbros und dieses Úbergangscesteines zeigen ein unvet- 
úndertes Verhalten u. d. M. 

Die dritte Varietát des Gabbro im Vinařicer Stocke mit vorherrschendem 
Diallae, grob schiefriger Textur, besitzt Gemengtheile in der Grósse von 2—3"" 
Nur der dunkelegriůine Gemengtheil herrscht vor, das Strichpulver des Gesteines 
ist lichterůnlich. Zuweilen, wie O knapp bei Vinařic enthált das Gestein auch 
Jotitschuppen.  Ausser Diallag bemerkt man unter der Loupe in dem Gesteine 
kleine Punkte von Magnetit (IImenit) in bedeutender Háufigkeit, etwas weniger 
zahlreich kommen noch kleinere Pyritkornchen zum Vorschein. 

Im Důnnschliffe zeigt sich der Plagioklas recht untergeordnet, er nimmt 
nur den zwischen dem grinen Minerale ibrio gelassenen Raum ein und zeigt 
nur in etwas bedeutenderen Stůckchen Zwillinesstreifung. Der Biotit ist in der 
blass rothlichbraunen Varietát gnzlich durchsichtig, im polarisirten Lichte satt 
fárbio; die schmutzie lauchgrůne Varietát des Diallages ist wenig durchscheinend, 


141 


© wahrscheinlich schon etwas umgewandelt. Einen bedeutenden Antheil an der Zu- 
[ sammensetzung des Gesteines nimmt aber der fasrige, an den Begránzungsfláchen 
zerfaserte Uralit ein, dessen Fasern im Ganzen ziemlich die Richtung der ganz 
unvollkommenen planen Parallelstructur besitzen. 

| Er umhůllt die dunklen Parthieen des vermeintlichen Diallages, welcher 
| aber bei náherer Betrachtung in radialfasrige Uralitagorecate umgewandelt erscheint. 
- Zahlreiche Erzpunkte und Kórnchen durchsetzen in reichlicher Menge die Minera- 
-lien des Důnnschliffes. 

Eigentlich wáre dlieses Gestein schon náher dem Uralitdiorit als dem 


ž 


- Gabbro zu stellen, dessen Reste von Diallag nur mehr geringe sind. 


Der Gabbro O vom Jágerhaus von Bernardov ist grobkórnig, die nicht 
breiten Plagioklasrechtecke des Gesteinsbruches. so wie das diallagáhnliche Mineral 
erreichen Lángen von */,““ und darůber. 
Důnnschliffe zeigen Plagioklase von frischer Beschaffenheit von lang recht- 
eckigen Schnitten, neben dem grůnen Mineral, im Gleichgewichte entwickelt. Der 
Diallag kommt háufig noch im Gesteine u. zw. in Form scharfbegránzter polygo- 
„naler Kórner, welche wenig durchscheinend, schmutzig lauchgrůn gefárbt sind und 
de feinen Risse des Diallages parallel zu einer Richtung durchsetzen, dabei aber 
© ganz unbedeutenden Dichroismus, zeigen.2“) Vielleicht ist der Diallag nicht mehr 
ganz frisch. Nur in um etwas weniger bedeutender Menge findet sich verworren 

© fasriger gras- grůner Amphibol in Ageregaten, welche moosartig zerschlitzte Be- 
gránzunesfláchen besitzen. Kórner von Ilmenit und Magnetit sind in ziemlicher 
Mense eingewachsen. 

Nebensáchlich ist das Vorkommen von Limonit in gewissen Rissen, die 
das Gestein durchsetzen. 

In dem Gabbrostocke von Vinařic finden sich aber gewisse mittelkórnige 
Gesteinsvarietáten, in welchen das diallagáhnliche Mineral eine dunkelgrůne Farbe 
besitzt und unter der Loupe nebst hóchst zart faseriger Zusammensetzung aber 
noch die Spaltbarkeit des Amphiboles zeigt. Die Plagioklase sind ganz frisch, 
ins Viollete spielend. Hie und da sind Kórner von Pyrrhotin sichtbar. Selten auch 
kleine Schuppen von Biotit. Dieses Gestein ist demnach nicht mehr Gabbro, son- 

- dern aus der Umwandlung desselben hervorgegangener Uralit- oder Labrador-Diorit. 


U Ú— 


„Da 


K E X 


J' 


Uralit-Diorit. 


Uralit- oder Labradorit-Diorit ist demnach ursprůnelich Gabbro gewesen, 
aus dem er durch Umwandlung des Diallages in Uralit hervorgegangen ist, wobei 
der Plagioklas von der Umwandlung nichts an seiner Frische eingebůsst hat. Es 
gibt keine scharfe Gránze zwischen Gabbro und diesem Uralit-Diorit, weil sich 
das ursprůngliche Mineral, der Diallag in solch' bedeutender Menge vorfinden kann, 

- dass die Zuweisung des Gesteines zum Gabbro oder zu dem Diorit unausfiihrbar 
erscheint. Insgesammt sind aber die Uralit-Diorite doch etwas weniges deutlicher 
grůnlich, also dem mittelkórnigen Corsit áhnlich, weil der dunkelbraune oder 
dunkelbraungrůne Ton des Gabbrodiallages sich in einen dunkelgraugrůnen um- 

© wandelt, wenn námlich die Umwandlung des Diallages in ein Uralit vollzogen ist. 
10* 


148 


Von Bernardov (SO Elbe-Teinic) nach NO, */, km ist an der Gránze 
von rothem Granit und Chloritdioritaphanit ein Stock von Uralitdiorit von mitt- 
lerem Korne in der Erstreckung von etwa 200“ eingelagert. Weiter NW treten 
in tiefsten untersilurischen Phylliten noch etliche wenig máchtige NW streichende 
Ginge dieses, jedoch nur kleinkornigen Gesteines auf. 

Das mittelkórnige Gestein von důster grůner Farbe hat Gemengtheile, 
deren Grósse gegen 2"" betrást; nur die gróssten Uralitsáulen und die lángsten 
Plagioklasrechtecke erreichen Lángen von 2", und 4%"". Im frischen Bruch ist 
beim Labradorit auch der Stich ins Viollete bemerkbar, wáhrend sich der dunkel- 
grůne Amphibol nicht deutlich begránzt zeigt. 

Die Zusammensetzung des Gesteines ist sehr áhnlich derjenigen des Gab- 
bros von Vinařic, denn 1 gr Substanz gab: 


S10, 49:60 

A078 

FeO, und etwas Fe, 0, bestimmt und gewogen als Fe,0, | 872 
CaO 1128 

MgO 769 


Glůhverlust 162 152 
Alkalien unbestimmt. . .. .- — 

Wird fůr die Zusammensetzung des Plagioklases diejenige des Labradorites 
von Vinařic pag. 143 angenommen, so wůrde das Gestein bestehen aus etwa 50%; 
Uralit (und Diallag), 489%, Labradorit und etwa 2%, Biotit, Magnetit, Ilmenit, 
Pyrit, Calcit. 

Darnach wůrde sich auch die Zusammensetzung des Uralites, wenn der 
Glihverlust, dann die Alkalien unbericksichtigt werden und das FeO als Fe, 0; 
in Rechnung gesetzt wird, wie folst, berechnen: 


SDIO, 473 

10000 

Fe,0, 171 7%*) (statt FeO, est ist aber der Fe, O,-Halt zu gross) 
CaO 109 
Mg0 151 


Im Důnnschliffe zeigen sich frische Plagioklasrechtecke mit lebhaften 
Farben im polarisirten Lichte; dann scharf begránzte oder noch háufger an den 
Rándern zerfranste Uralite von fasriger Textur meist ohne, wohl aber auch noch 
hie und da mit Diallagkernen, welche nur die zarte Spaltungs-Faserung und 
lebhaftere Farben im polarisirten Lichte zeigen. Hie und da zeigt sich accessorisch 
ein Rechteck oder ein Lappen róthlichbráunlichen Biotites, dann Magnetitkorner 
und Imenitstábe, sowie auch Pyritkórnchen. Das Aussehen des Uralit-Diorites 
erinnert ganz an den umgewandelten mittelkórnigen Gabbro von Vinařic. 

Zwischen Vinařic und Kojic durchsetzen (etliche 10 an der Zahl) echte 
und Lager-Gánge die Glimmerschiefer und silurischen Phyllite des linken Elbeufers. 
Der am weitesten VO von Vinařic entfernte Gang im Glimmerschiefer (am náchsten 
Kojic zwischen dem Bahnwáchterháuschen Nr. 279 und 280, von 279 flussabwárts 
úber 200" entfernt), etwa 3" máchtig, besteht aus einem ganz áhnlichen Uralit- 
Diorit, dessen Gemengtheile bis 2'/,"“ und darůber, an Grósse erreichen. 


149 


Das ganz frische Gestein zeigt stellenweise Diallagspaltungsfláchen, sonst 
aber sehr zartfasrigen Uralit und ins blassviollete spielenden Labrador. 

Die Zusammensetzung ist unter Nichtbeachtung der Alkalien mit 13 gr 
Substanz folgende: 


S10, 47-38 
A1;0; + Fe,O0, 3223 
C0.. 346 
MgO 69 


Glihverlust | 1'70 


Es úberwiegt demnach der grůne Diallag- und Uralitgemengtheil. 

Zwei Důnnschliffe zeigten stellenweise wolkig weiss getribten, sonst aber 
frischen Labradorit in langen rechteckigen Formen, auf welche polarisirtes Licht 
stark einwirkte. Die Zwillingslamellen sind sehr deutlich; hie und da eine Apatit- 
nadel von 35""% Breite eingewachsen enthaltend. Der eine Důnnschliff zeigt nur 
faserigen Uralit, der zum Theil an den Begránzungsfláchen zerfranst und mit lose 
zerstreuten Uralitstábchen begleitet ist, und keinen Dialla© sowie auch keinen 
Biotit; der andere Důnnschliff zeigt noch unbedeutende Reste von gelblich gras- 
- grůnem Diallag, der aber durch eine ganz důnne Lage von Uralit von grasgrůner 
Farbe umhůllt wird; nebstdem zahlreiche faserige Uralite mit Lappen und Recht- 
ecken von blassrothlichbráunlichem Biotit. Bei der Drehung des Objectes um 909 
úber dem Polarisator (ohne Analysator) ándert die Uralithůlle um den Diallag den 
Farbenton bedeutend, wáhrend sich der Diallag nur ganz unbedeutend in der 
Farbennuance ándert. 

Gewisse Magnetit- und Ilmenitkórner und Stábe stecken in einer Leukoxen- 
kruste. Pyritkornchen kommen auch zum Vorschein. 

Ahnliche Uralitdioriteánge finden sich auch S und SO von Telčic und 
3, km O von Chvaletic (SO Elbe-Teinic) in tiefen untersilurischen Phylliten. 
Ebenso an der Strasse von Bernardov nach Zbraňoves, móslich dass auch N von 
Vedralka (Franciscahain). 

Ein kleinkórniger, grob bankfórmiger Uralit-Diorit mit wenie zelligen Auarz- 
klůften durchsetzt und allseitig vom Pláner umgeben, wesshalb seine Lagerungs- 
verháltnisse unbekannt sind, befindet sich an dem Wege von Heřmanměstec nach 
Nákle, *, km S von Nákle. Im Bruche ist nur der dunkelgrůne Uralit sichtbar, 
welcher stellenweise zartfaserice Textur unter der Loupe zeigt. 


In Sáuren entwickelt das Gestein Pláschen von CO,. Eine theilweise 
Analyse unter Vernachlássigung der Alkalien mit 1:05 und 1:11 g Substanz ergab 


NOK BL A009 C one vě re 80 
ku kgstusáure loslichese BeCO> > <, ye LAD 
a i k B ha 1 7 ep 
: BEECO ae MPR 

CO rarhiné nach Abzug der CO, der še ange- 
fůhrten drei Carbonate. . . . KASKO Se 
Mo kostek sla falc dr aá a Va. šla Kána sand k 


PYPW s rn sz OE o nero otakál n vdova dajujak 2 


S70 lkkě PP dale 3 vá o AL 
MCO oka o MS VT 2 MONO S AS SRNÍ 

Das gróssten Theils als FeO in der Verbindune enthaltene Eisen ist hier 
als FeO, in Summe mit Al;O; angefihrt. 

Der Důnnschliff zeigt in grůnen Aggregaten von mehreren mm Lánge 
hóchstens 1% lange Plagioklasrechtecke oder ungestaltete Formen, die dann und 
wann auch Zwillingsstreichung im polarisirten Lichte zeigen. In den grůnen Aggre- 
gaten kommen auch unbedeutende Kórnchen von Plagioklas eingewachsen vor. 

Das grůne Aggregat mit lappig oder moosartig verzweisten Rándern besteht 
theils aus fasrigen Anháufungen von Uralit, theils aus lappigen Schuppen, welche 
wegen des bedeutenden Gliihverlustes, der demnach meist Wasser im Gesteine 
nachweiset, auf Chlorit hinweisen. Das grůne Aggregat wáre demnach ein Gemenge 
von Uralit mit Chlorit. 

In dem Gemenge finden sich gróssere Kórner von Magnetit und kórnige 
Anháufungen von Ilmenit in Leukoxenhůllen eingeschlossen. 


Corsit. 


Dieses Gestein, welches zu den sonst seltenen gehórt, ist im Gebiete der 
Karte des Eisengebirges sowie in der an das Eisengebirge anliegenden Gegend 
ziemlich verbreitet.““) Es bildet der Corsit daselbst meist Gangstocke insbesondere 
an den Gránzen des roth gefárbten Granites mit anderen, entweder laurentinischen 
oder silurischen Gesteinen. Die Gangstócke sind zumejist von keiner bedeu- 
tenden Lángenerstreckung, obwohl einige recht ansehnliche solche Stócke erkannt 
worden sind. 

Das schónst entwickelte grobkórnigste Gestein, in welchem die Gemeng- 
theile ausserordentlich deutlich zum Vorschein kommen ist in dem kurzen Gang- 
stocke "/„ km NO von Částkov, ebensoviel N von Prostějov, etwas mehr als 1 km 
S von Žumberg in grobkórnigem rothem Granit eingelagert. Der Corsit an seinen 
Rándern von kórnigem Diorittrůmmern eingefasst, bildet hier die kleine Kuppe 
(Hóhe 380%).  Diesem Gesteine schliesst sich, was den guten Erhaltungszustand 
der Gemengtheile und die deutlich kórnige Textur anbelanst, die Gesteinsmasse 
des Corsites an, welche, soviel eben in dem bewachsenen Terrain zu entnehmen 
ist, einen recht langen Gangstock bildet, indem sie sich im Contacte von rothem 
Gneus und grauem Granit oder rothem Granit mit grauem sůdlich von Polom 
úber Unter-Brádlo (O) an der Ohebka (Chrudímka), O Vršov bis SW gegen 
Polanka hinzieht. Wenn die nachgewiesenen anstehenden -„Corsitmassen wirklich 
nur einen zusammenhángenden Gangstock bilden, so káme demselben dem NNW 
Streichen nach die Lánge von 7 km zu; die grósste Máchtigkeit wůrde '/„ km 
betragen. Das sůdliche Gangstockende am rechten Ohebkabachgehánge, wo es 
durch rothen Granit durchsetzt wird, zeigt die oben angerůhmte grobkórnige und 
theilweise frische Zusammensetzung. 

Andere Gangstócke zeigen wohl noch ein ziemlich grobes Korn, sind jedoch 
im Veroleich zu den oberwáhnten nicht mehr so auffallend. Die Umrandung 


151 


-derselben mit deutlich kórnigem Diorit ist eine allgemein giltige Eigenthůmlichkeit 
(derselben. Diese anderen, wohl auch noch grobkórnigen Corsitvarietáten sind an fol- 
genden Orten zu finden: Ein rinefórmiges Stockmassiv inmitten aus Serpentin- und 
Olivingestein (Troktolit) bestehend mit einem lichten Durchmesser von 3 km und 
einer Ringbreite von '/„—1 km, von einem noch breiteren Dioritrine eingefasst, bildet 
"den Fuss des 665%—615“ hohen bewaldeten Kuppenhůgels, an dessen N-Fusse 
Ransko liegt. 

(M Ein nur wenig máchtiger Gang an dem Contacte von rothem Granit mit 
| Phyllit des Untersilurs streicht 1"/, km SW von Kladné (O Hlinsko). Zwei, 4 bis 

2 km lange, bis "/„, km máchtige Stócke streichen NS der eine unter Srny, der 
andere '„ km Ó von Petrkov an der Gránze zwischen Gneus und Gneusgranit 
oder rothem Granit (NW Hlinsko). Zwei unbedeutendere Gánge streichen 1'/, km 
WNW von Trhová Kamenice an der Gránze zwischen zwei Granitvarietáten. Knapp 
„S bei Jančour und *„ km W von Možděnic (SS0 und SW Trhová Kamenice) 
sind gleichfalls máchtigere Gánge bekannt; an ersterem Orte ein Contactgang 
zwischen rothem Granit und grauem Gneus, an letzterem ist die Entblóssung 
unzureichend zur Bestimmung der Lagerung. Je ein Gang-ŠStock ist */, km O 
bei Drahotic (NO Nassaberg) und 1 km NW Vršov (SO Seč), an ersterem Orte 
am Contact zwischen rothem Granit und Gneusgranit, an letzterem zwischen 
rothem Granit und rothem Gneus. S */, km von Kovářov ist ein schwacher Gang 
an der Gránze von rothem Granit mit einer Scholle von Gneusgranit in rothem 
Granit; 1 km SW von Hrbokov oder 1 km WW von Kovářov (Seč NW) ist ein 
bedeutender Gangstock von 2 km Lánge und '/;„ km Máchtigkeit im rothen Granit 
an der Gránze mit Gneusgranit. Bei Kraskov NO 1 km (Seč NW) ist ein unbedeu- 
tenderer Stock zwischen rothem Granit und zu Ottrelitschiefer umgewandelten 
untersilurischen Thonschiefern, eleichfalls in Begleitung mit Dioriten, wie bei 
Hrbokov eingelagert. Bei Mladotic schief guer úber die Doubravaschlucht streichend, 
ist ein etwa nur 100" —200" und noch weniger máchtiger Gang auf 2km Lánge 
an der Gránze zwischen Biotit-Gneus und Amphibolgneus gut entblósst (SS0 
Ronov an der Doubrava). In der sůdlichen Fortsetzung dieses Gangstockes "/„ km 
-NO Moravan (NNO Vilímov) ist ein Corsithůgel entblósst, die Gránze nicht je 

mehmbar. Móglich dass auch NW Zbyslavec (Ronov a. d. Doubrava NO) ein Corsit- 

Sang streicht. 

; Es ist měglich, dass manche dieser Corsitstocke, in welchen die minera- 

logische Natur des Plagioklases als Anorthit nicht náher untersucht wurde, welche 

also nur nach ihrer Ahnlichkeit mit andern Varietáten dem blossen Ansehen nach 
bestimmt wurden, dem Diorite náher stehen kónnten, wie etwa der Gang “; km 

ONO von Seč oder der unbedeutende Gang 1 km SW5 Bistřic bei Včelákov und 

andere, die demnach als Corsit áhnlich zu bezeichnen wáren. Dafůr aber kónnten 

wieder gewisse als Diorit ausgeschiedene Gesteine wie NO Blatno (bei Hlinsko) 
und andere bei náherer Untersuchung dem Corsite anheimfallen. *“) 

Es wurden nur die Corsite von vier Fundórtern námlich von Mladotic 
(8 Ronov), von Hrbokov (NO Seč), vom Kraskover Jágerhaus (NO Kraskov, NW 
Seč), sowie von Ransko und 1—1', km W Ransko, náher untersucht. Da der 

Charakter dieser Gesteine doch nur wenig veránderlich ist, wurden desshalb nur 
diese vier Fundortern eingehender studiert. 


— 872 T = 


—— —— u 6. 


Ve 


152 


Der Gang von Mladotice, welcher nach 22"3/, also parallel der Richtung 
des Eisengebirges streicht, setzt SSO vom abgetragenen Mladoticer Meierhofe an,- 
erlanst im W-Theile von Mladotic (und bei dem gewesenen Hofe), wo er úber die 
Doubravathalschlucht ins rechte Ufer úbersetzt, die grósste Máchtigkeit von etwa 


Fig. 2. 
NO 1: 10000 Doubravka SW 


4 Z 
Gneus Corsit Amph.-(Gn. 


200“ bei sehr steilem Einfallen nach O (Fig. 2). Im rechten Gehánce der Bach- 
schlucht verengt er sich bedeutend, indem er bei der heil. Kreuzkirche nur 507 © 
bis 60% Máchtigkeit hat. N von der Kreuzkirche, die auf obercenomanen Schichten © 
steht, wird der Gang von diesen Kreidecgebilden bedeckt und kommt in der Ver- 
lángerung seines Streichens an dem S Ende von Ronov (N Korečnický mlýn) noch 
eine entblósste Corsitmasse von geringem Umfange zum Vorschein. Der sůdliche 
máchtigere Gangstocktheil ist regellos kórnig, der nordliche verengte Theil aber, 
besonders nahe der Kreuzkirche (S) zeigt eine grobe plane Paralleltextur, durch © 
unvollkommen parallele Lagerung der Gemengtheile, zu den einander ziemlich 
genáherten, nicht mehr so steilen Gangbegránzungsffáchen. Mit diesem Gange in. 
irgend einem genetischen Zusammenhange stehen ein ganz kleines Serpentinmassiv 
knapp WW an der Mladoticer Můhle und ein Troktolitgestein, gleichfalls als kleines 
Massiv, gegenůber der St. Martinkirche (am linken Ufer); beide diese Gesteine sind 
am rechten Ufer des Doubravkabaches. Das Hangende des Ganges bildet grauer 
Biotiteneus, das Liegende granatfihrender Amphibolgneus. Der Durchschnitt ganz 
wenig N vom Šerpentinstock in der doppelten Doubravkabiegune von NNW nach 
SSO und wieder nach WW (Fig. 2) versinnlicht die Lagerung. Diorit-áhnliche 
Gesteine finden sich an den Gangberůhrunesfláchen mit dem Nebencestein nur in 
dem máchtigeren sůdlichen Theile in nicht bedeutender Menge, so dass beinahe 
der ganze Gang, mit Ausnahme der wenig ausgebreiteten Gránzlage von Diorit, 
aus Corsit besteht. 

In dem grobkórnigen Corsitgesteine herrscht Anorthit, nur S von der Kreuz- 
kirche, námlich in dem Gangetheile mit unvollkommener planen Paralleltextur und 
zwischen dem W Theil von Mladotic und dem gewesenen Mladoticer Meierhof, also 
S von Mladotic, úber den Amphibol vor; sonst scheinen beide Gemengtheile, Amphibol 
und Anorthit, sich das Gleichgewicht zu halten, wenn auch der dunkle Amphibol 
die Farbe des Gesteines bedinget. 

Die Beschaffenheit des Corsits an der Oberfláche, das ist in der Masse 
der am Gangstockausbiss liegenden wenig veránderten Blócke, wird bei Gelegen- 
heit der Beschreibung des Gesteines bei Hrbokov erwáhnt werden, so dass hier 
oleich die Beschaffenheit des frischen Gesteines angefihrt werden kann. 

Das ziemlich grobkórnice Gestein enthált S von Mladotic stellenweise an 
Anorthit reichere Ausscheidungen, wodurch seine dunkelgraugrůne Farbe zu einer 
lichten wird. Selbst sehr grosskórnig ausgebildete Ausscheidungen finden sich hier 
vor, welche aus grobkornigen zusammenhángenden Aggregaten von ziemlich frischem 


155 


Anorthit, aus denen man beinahe faustgrosse, fast amphibolfreie Handstůcke schlagen 
| kann, und aus kleineren bis kindsfaustgrossen Amphibolaggregaten, welche entweder 
| aus ganz reinem, oder nur untergeordnet mit Anorthitkórnern gemeugtem Amphibol 
bestehen. 
| Nahe am Ausbisse oder in den Klůftchen, welche unter dem Rasen das 
| Gestein durchsetzen, findet sich auf demselben stellenweise ein weisser undurch- 
sichtiger kreideáhnlicher, důnner erdiger, jedoch nicht abfárbender Úberzug von 
Kaolin als Zersetzungsprodukt des Anorthites, welcher an derartigen Stellen auch 
schwach weiss getrůbt ist. Der erdig kreideartige Úberzug besteht aus Schiůppchen 
-von krystallinischer Form wie der Kaolin und erscheint nur in ganz unbedeuten- 
-dem Grade mit Calcit impraegnirt, da er in Sáuren sehr wenig CO,- Bláschen 
entwickelt. 

Die grobkórnigen Anorthitageregate sind durchscheinend, kleinere Bruch- 
-stůcke durchsichtig, blassweiss, bis hóchstens beinahe 1[ Jem. grosse, meist aber 
etwas kleinere Spaltunosfláchen zeigend. An den nur ziemlich ebenen Spaltungs- 
fláchen von etwas ins Perlmutterartige geneigtem Glasglanz zeigt sich wohl auch 
die Zwillingsstreifung auf oP, jedoch nicht so háufig und so gut ausgeprágt, wie 
dies bei den andern Plagioklasen der Fall ist. Důnne durchsichtige Splitter schmel- 
„zen an den Kanten schwer an und werden dadurch weisslich trůbe. Das sp. G. 
betrást 2'7202 (mit 985 g. Substanz). Gewisse Kórner und Spaltungsformen 
zeigen schalige Zusammensetzung nach oP. An Spaltungsgestalten wurde unter 
| dem Mikroskope gemessen die Neiguneg von oP zu © P m mit 859 20" (aus 5 Mes- 
| sungen, statt 852 50" was innerhalb der Fehlergránzen liegt). 
| Eine Analyse des nicht bei 1009 getrockneten Anorthites, dessen Glůh- 
„verlust und Alkalien nicht bestimmt wurden ergab, nach Rob. Uhlig: 


S10, — 42-34 

ALO, | 3550 

CaO | 1870 

M O kopischo Feuchtigkeit, Glihverlust, unbestimmter Rest: 3:46 
100:00 


Ganz reine durchsichtige Anorthitbrocken bedecken sich in Šáuren mit 
 kaum irgend nennenswerthen Bláschen von CO,. 
| Der Amphibol solcher grosskůrnigen Ausscheidungen zeigt sich in zweierlei 
(Varietáten: selten in spáthigen Individuen; háufie in feinstenglie schuppig kórnigen 
| Aggregaten. 
! Die seltenen spáthigen Amphibole bilden bis 2“ lange und etwas weniger 
| breite Individuen ohne Terminationsfláchen mit stark vertikal gerieften oscillatorisch 
| unebenen © P-Fláchen. Die sehr ebenen Spaltungsfláchen, die den fůr das Am- 
| phibolprisma co P charakteristischen Winkel mitsammen bilden, zeigen nur Spuren 
| von vertikalen Strichen, nebstdem aber einen so starken Glanz, dass man bei dem 
| Vorhandensein von nur einer solchen Spaltunesrichtung die Spiegelung beinahe 
| als dem Diallag áhnlich bezeichnen kónnte. Die Oberfláchenfarbe ist schwarzgrůn 
| mit einem Stich ins Bráunliche; důnne Splitter sind schmutzig graugrůn durch- 
| scheinend, leicht zu einer Kugel von ebensolcher Farbe v. d. L. schmelzbar. Man- 
| chesmal dringen ganz dinne Úberziige von Kaolin zwischen die Spaltunesrisse ein, 


154 


was jedoch unwesentlich ist. Gewisse Amphibolprismen zeigen auf den Spaltungs- 
fůchen bedeutende vertikale Risse und Unterbrechungen, weil dieselben aus parallel 
verwachsenen kleineren Individuen in Form von zarten Stengeln aufeebaut sind; 
solche Amphibole sind schwárzlich lauchgrůn. Noch andere bestehen nur aus 
beinahe parallel verwachsenen dicken kurzen Fasern und dann ist die Spaltbarkeit 
bedeutend unterbrochen; die Farbe ist die gleiche. Diese Gruppenkrystalle ver- 
mitteln den Úbergang zu den immer im frischen Zustande schwárzlichorůn gefárbten 
schuppig kórnigen Acggregaten. 

Diese Aggregate, deren Kórner ziemlich parallel oder ganz regellos kórnig 
geháuíft sind, zeigen ebene hochstens 1[')""“ grosse, sonst immer kleinere Spaltungs- 
fláchen. Durch ziemlich parallele Anordnung der winzigen kurzen schuppigen 
Stengel entstehen grobfasrice Individuen. Es kommen die kórnigen Aggregate 
auch scharf abgesetzt an den Krystallindividuen von etwas anderer Farbe und 
ebenen Spaltunesfláchen vor. Die kleineren Anháufungen von schuppig kórnigen 
Aggregaten, welche Krystallkórner nachahmen, sind etwa hanfsamengross. 

Die nicht mehr gánzlich frischen Amphibole, also in Gesteinssplittern nahe 
der Tagesoberfláche entnommen, werden deutlicher grůn, allenfallsdunkel graserůn. 
Der Anorthit aber wird weiss, trůbe. 

Die Farbe des Corsites ist bedingt von der Aggregirung der Anorthit- und 
Amphibol-Gemenetheile.  Sind beide in groben Kórnern im Gleichgewichte ent- 
wickelt, so verdeckt der dunkle Amphibol die halb durchsichtigen Anorthitkórner. 
Bei vorherrschendem Anorthit bilden die kleineren kórnigschuppigen Amphibol- 
Aggregate nur Flecken in dem Anorthitaggregate. Es kónnen aber auch in kórnie- 


+ 


iy AC- 


| 
, 
d 
| 
| 
| 
| 


: 
p. 


schuppig-aggregirtem Amphibolen weisse scheinbar untergeordnete Anorthitkórner 


zum Vorschein kommen, dann hat das Gestein das Aussehen eines kleinkórnicen 
Gemenges. 


Unter dem Mikroskope zeigen die grobkornigen Anorthitausscheidungen 


bei geringen Vergrósserungen (von 60mal) ausser den Spaltungsfugen und der 


schaligen Zusammensetzung nach oP, und auch nach andern Fláchen noch Sprůnge | 


in anderen Richtungen, die zufállig sein kónnen. Dann aber nach gewissen Štri- 


chen grauliche Háufchen als Einschlůsse, die von einander mehr oder weniger. 


weit entfernt sind und im Mittel „"" messen, jedoch auch um das Vielfache 
grósser erscheinen. Die Durchsichtigkeit der Krystallageregate im Dinnschliffe 
ist eine vollkommene. Die kleineren Krystallindividuen, die zum Durchschnitte 
kommen, besitzen Breiten von mehr als "/,„"», wáhrend die grossen Individuen 
Dimensionen von 3—5"" aufweisen. 

Im polarisirten Lichte zeigen sehr viele Durchschnitte eine bedeutende Zahl 
von Farbenstreifen, gewisse aber nur hie und da einen Streifen, was von der 
Orientirung der Durchschnittes derselben abhánet. Bei manchen Individuen ist 
die Streifenzahl so bedeutend, dass man auf die Breite von „5% sieben verschie- 


dene Farbenlamellen, bei 220facher Vergrósserune aber sogar 24fárbige Zwillings- © 


lamellen in derselben Breite von $5"" abzáhlen kann. In der Mehrzahl der Indi- 


viduen kommen die Zwillingslamellen nich in so grosser Zahl zum Vorschein. 
Viele Individuen vielleicht !—+ aller beobachteten zeigen nur einfache, umd 


wegen der bedeutenden Frische des Anorthites demnach lebhafte Farben im polari- 


155 


Mirten Lichte. Es sind nicht gerade die kleinsten; es zeigte sogar ein 5""“ grosser 
ji rystallschnitt nur einen Farbenton. Diese Erscheinung růhrt davon her, dass 
»tweder wirklich Individuen ohne hemitrope Ausbildung zum Vorschein dále. 
der dass der zufállige Durchschnitt durch eine einzige dickere Zwillineslamelle 
Rh durchgeht, ohne eine anliegende zu treffen, oder dass beide Ursachen mitwirken. 
ITedenfalls ist die ziemlich bedeutende Zahl der nur einen Farbenton zeigenden 
"Auerschnitte bemerkenswerth; es zeigt dies deutlich, dass es nicht die Zwillings- 
 verwachsung allein ist, welche fůr Plagioklase charakteristisch ist, da es eben auch 
FDurchschnitte ohne Farbenbánder gibt (die nicht Orthoklas sind). Am seltensten 
/inden sich aber Ouerschnitte mit gitterartig (senkrecht, eigentlich nur nahezu 
senkrecht, je nach der Schnittrichtung) sich kreuzenden Farbenlamellen, welche von 
einer doppelten Zwillinesverwachsung nach co P w und oP herrůhren.**) Im pola- 
Irisirten Lichte zeigt sich die schalige Zusammensetzung vieler Individuen ganz 
“leutlich, ausser durch eine schwache oder bedeutende Anderung des Farbentones 
auch oftmals durch den Absatz der Zwillingslamellen an den Berůhrungsfáchen 


Ider Schalen | 
h Ein Důnnschliff aus einem mittelkórnigen Gemenge von Kórnern bis úber 
ilimeter Grósse, die aus kórnig schuppigem Amphibol und aus Individuen von 
[Anorthit bestehén, zeigte unter dem Mikroskope Anháufungen von vorwiegenden 
'Amphibolkórnern neben Anorthitaggregaten. Selten ist in den geháuften Amphibol- 
'Ageregaten ein Anorthitkorn zu finden, wáhrend in den Anorthitaggregaten Am- 
Vphibolkórner etwas háufiger sind. Die Amphibole mit deutlichem Pleochroismus 
izeigen meist grasgrůne (gelblich-, gelblichbráunlich- bis dunkelgrasgrůne) Farben, 
sind nicht EAoŠh nur wenig zerfasert; die kleineren Individuen von den Dimen- 
slonen '/+ uud +% "", die grósseren Prismen 1%% breit und £"" lang. Die Anor- 
(thite mit aneh bedeutender Durchsichtigkeit und děntitchér Spaltbarkeit sind 
etwas grósser wie die Amphibolindividuen. Mit den Amphibolen, aber nie im 
Anorthit, kommen im Mittel 55""“ grosse schwarze Magnetitkornchen (nicht Py- 
jrite, da die grell beleuchteten 'Bruekášialién unter der Loupe dieses Mineral nicht 
(zeigen) spárlich, meist vereinzelnt, seltener einige beisammen eingewachsen vor. 
Im polarisirten Lichte zeigt der Anorthit neben deutlich mit Farbenbándern 
(gezeichmeten Individuen auch einfárbige, letztere aber nicht vorherrschend. Der 
'Amphibol zeigt sich etwas zersprungen nur aus einfachen Krystallindividuen be- 
"stehend, die dann und wann auch geradlinig begránzt sind. — Zur deutlichen 
(Erkennung des Gemenges im Corsite reicht schon die Vergrósserung von 60mal hin. 
| Der Corsit, welcher nicht mehr vóllig frisch ist, allein im polarisirten 
 Lichte noch keine Farbenabschwáchung seiner Gemengtheile zum Vorschein kommen 
[lámst, zeiet gewissen Klůftchen nach und in Sprůngen des Amphiboles, sowie an 
(den Begránzunesfláchen von Amphibolkrystallen gegen einander oder gegen den 
'Anorthit, wohl auch im Anorthit selbst, kleine Aggregate von Epidot, welcher 
'im gewóhnlichen Lichte zeisigerůn und pleochroistisch, ziemlich stark chromatisch 
! aber im polarisirten Lichte erscheint. Er důrfte ein Zersetzungsprodukt eines, 
"oder beider Gemengtheile des Corsites sein. — 
Der Gangstock SW Hrbokov, welcher auf mehr als 2 km. Lánge dem 
0w Streichen nach, in der Měchtickeit bis 300—350= bekannt ist, wird nordlich 


i 


: 
Je 


156 


rothem Granit, von einer Scholle von grauem Gneusgranit, und dann vorherv- 

schend von grobkornigem Diorit begránzt. Es ist jedoch die Entblóssung keine 
derartige, um das Verháltniss des Contactes des Corsites mit Diorit angeben. 
zu kónnen, ob námlich der Diorit durch Úbergang mit dem Corsit vereint oder 
von demselben scharf geschieden sei. Es ist nur eine, noch durch keine Thatsache 
begrůndete Vermuthung das Erstere anzunehmen. 

Der Ausbiss des Stockes ist durch grosse Blócke gekennzeichnet, welche 
zahlreich im Walde und auf den iHutweiden herumliegen. Die grossen, theilweise 
bemoosten Blócke von dunkeler Farbe sind stark narbieg, Erhohungen von dunkel 
grasgrůnem, stellenweise rostig geflecktem Amphibol, sowie viele Millimeter tiefe 
Grůbchen, bis zu Erbsengrósse bedingen das grobnarbigce Aussehen der Oberfláche. 
Die Grůbchen růhren von ganz zersetztem und durch Wasser und Wind weg- 
gefihrtem Anorthit her, der gegenůber den hervorstehenden Narbenhóckern des 
wetterbestándigeren Amphiboles ein leicht zersetzbares Mineral ist. In einer Tiefe 
von 2—3""7 unter der Narbenkruste von Amphibol ist der Anorthit kreideweiss 
erdig, aus Kaolin bestehend und nur mit Calcitspuren impraecnirt, wáhrend in 
kaum *„ cm Tiefe unter der narbigen Oberfláche schon frischer spáthiger Anor- 
thit das Gemenge, mit dem nur etwas weniges dunkler grasgrůnem Amphibol, bildet. 

Klůfte im Gestein zeigen, wenn sie nahe unter der Gesteinsoberfláche 
entblósst sind, neben etwas kreideweiss gefárbtem Anorthit zuweilen ganz schwache 
flechtenartige Úberzůge von halberdigem Calcit, wohl auch Epidotkórner. 

In der grobkórniesten Varietát des Corsites besitzen die Anorthitkrystalle 
Lángen bis zu 1" und Breiten bis zu ";““; zuweilen kommen nur Kórner ohne 
deutliche Krystallform zum Vorschein. In den kleinkórnigsten Gesteinen haben 
die Anorthitaggregate nur wenige Millimeter im Durchmesser. Der Amphibol 
zeigt seltener prismatische, meist recgellos kórnige Gestalten, die aus zahlreichen 
Fasern aufgebaut sind, desshalb ihre Spaltunesfláchen nie eben erscheinen. In den 
grob zusammengesetzten Corsiten sind Amphibole dunkel grasgrůn, in den mittel- 
kórnigen etwas lichter graulich graserůn, jedoch kórnig ageregirt, desshalb nicht 
immer mit sichtbar guter Spaltbarkeit. 

Die Anorthitspaltungsfláchen lassen trotz ihrer deutlichen Grósse unter 
der Loupe nicht immer sogleich die Zwillingsstreifung erkennen, obwohl gewisse 
Fláchen dieselben recht gut zeigen. Es důrfte diese Erscheinung theilweise auf 
die nur gute Spaltbarkeit (und nicht sehr gute, wie bei den andern Plagioklasen) 
zurůckzufůhren sein. Obwohl die durchsichticen bis halbdurchsichtigen Anorthite 
weissliche Farben haben, zeigen sie doch in gewissen Gesteinen einen schwachen 
Stich ins Graulichviolette. In den mittelkórnigen Corsiten sind die Anorthitaggre- 
gate weiss, nur durchscheinend, weil sie kleinkornig zusammengesetzt sind. 

Gewisse Gesteine zeigen Pyritkórnchen in spárlicher Zahl, schon ohne 
Zuhilfenahme der Loupe. Dem blossen Anblick nach kann die Zusammensetzung 
zu gleichen Theilen aus Anorthit und Amphibol geschátzt werden, wenn auch der 
Amphibol den Farbenton im Grossen bedingt. 

Der rein ausgesuchte Anorthit, dessen spec. G. nicht bestimmt wurde, 
sowie das ganze Corsitgestein in der grobkórnigen Ausbildung, gleichfalls ohne © 


von rothem Granit, sůdlich aber in der Richtung von O nach W gleichfalls a 


i Sn o o 


157 


Bestimmung des spec. G. wurden ersteres mit 1:0 gr, letzteres mit 1:42 gr luft- 
ekono: Substanz analysirt. 


SE MĚ Anorthit Corsit. 

1 810, 4284 Si0, 46:59 

vč A1,0; 35.21 A1,0, —- Fe,0; 2812 

ně CaO 1707 CaO 1410 

Ro MsO Spur Ms0 799 

„ Gliůhverlust, Glůhverlust, © 94 

'unbestimmte zen 98 unbestimmte Alkalien | 226 

i 10000 100:00 

ha Die Menge der unbestimmten Alkalien im Corsite důrfte etwas weniges 


b edeutender sein als 2:26, weil statt Fe0 in der Analyse das wirklich gewogene 
Fe,O;, das im Amphibol nur in geringerer Menge vorhanden ist, eingesetzt wurde. 
0 Anorthit enthált auch Alkalien, denn das Verháltniss des O in Si0,, Al,0;, 
h a0 ist 4:19:3::89 statt 4:3:1, demnach bei CaO zu wenig. 

Wird aus den beiden aňetňkětám Analysen des Anorthites und des Corsites 
| (das Mengenverháltniss des Anorthites und Amphiboles in dem Gesteine berechnet, 
"so k bibé sich fůr die analysirte Felsart ein Gemenge von 65',9, Anorthit und 
: 59, Amphibol; der Magnetit bildet nur ganz geringe Bruchtheile eines Prozentes. 

ch fůr den Amphibol kann man die beiláufigce Zusammensetzung berechnen, er 


„důrfte aus S10, 53%, 
| ALO, (Fe,0;) 147; 
| Ca0 8, 
ji Ms0 23, 


(be stehen. ?*) Doch ist diese herausgerechnéte Zusammensetzung desshalb ver- 
|besserungsfáhig, weil fiir die Ableitune derselben der Gehalt an Alkalien vernach- 
| lássigt worden ist; und auch die als FeO in der Verbindung vorhandene Mono- 
0 ydstufe des mišehis unbekannt und nur als Sesguioxyd mit Al,O; summarisch 
| angefůhrt ist. Auch auf den Glůhverlust wurde keine Růcksicht genommen; 
(desshalb diese herausgerechneten Ziffern nur relativen Werth besitzen und mit 
WVorsicht zu gebrauchen sind. 
| Im Důnnschliff zeigen die Anorthite des grobkórnigen (aber nicht des 
igrobkórnigsten) Corsites, dessen Anorthit analysirt wurde, deutliche Anorthitkry- 
stalle, deren kleinsten bei der Breite von 1"" die Lánge von 3"*, die gróssten 
„bel der Breite von 4%% die Lůnge von 8%" besitzen. Dieselben sind rissig, meist 
jmach den Spaltungsrichtungen; durchsichtig, nur stellenweise scharf begránzt, 
(Weiss getrůbt und ganz rein, ausser ganz seltenen unbedeutend kleinen Kórnchen 
ron Amphibol, denen die Spur MgO0 der Analyse des Anorthites zuzuschreiben 
jist. Auch Schalenbildung zeigt sich. Ein beobachteter Krystall zeigte zu sechs 
(Fláchen (wahrscheinlich 00"P, oo P" o Po) eine Krystallschale, die dadurch deutlich 
je Var, dass eine schwach griůnlich grauliche Trůbung mit recht spárlich eingewachsenen 
T órnchen von Amphibol, deren bedeutendsten 3%"%" lang und <5*" breit sind, die 
KGránzfláche der Schale gegen den Kernkrystall herstellt. dně Zwillinge nach 
Vdem Karlsbader Gesetze gebildet, (Zwillingsebene 00 P © ), also mit einer Zwillings- 
(maht in der Mitte, sind nachweisbar. Merkwůrdiger Weise zeigt ein grosser solcher 


k 


158 


Zwillingskrystall mit der vorerwáhnten Schale von 1%" Dicke umhůllt nur in Kern- 
krystall und der Schale der zugehórigen Hálfte und zwar nur in der einen Zwillines- 
hálfte Farbenbánder triklinischer Feldspáthe, wáhrend die andere Zwillingshálfte 
bis auf drei kurze, gemeinsam verbundene, kaum ein Viertel der Krystalllánge ein- 
nehmende Leistchen ganz einfárbig erscheint. Die mittlere Hauptzwillineslamelle: 
lóst sich aber im polarisirten Lichte in drei Farbenbánder auf. Dieses Verhalten 
ist ein deutlicher Fingerzeig, dass die andere Zwillingshálfte die mit Ausnahme 
des kurzen interponirten Bandstreifens parallel zu o Po ganz einfárbig erscheint 
wegen dem erwáhnten Bandstreifen kein Orthoklas ist, und dass wirklicher Anorthit 
auch in beinahe nicht zwillingsartig gestreiften, demnach nicht polysynthetischen, 
also einfachen Krystallen vorkommen kann. Úbrigens wáre die Verwachsung von 
Anorthit mit Orthoklas in zwillingsartiger Form auch gar nicht moglich, ohne 
genetische Verháltnisse zu verletzen. 

Der Amphibol in unfórmlichen Krystallen oder kórnigen Aggregaten nimmt 
den Raum zwischen den Anorthitkrystallen ein. Die krystallinischen Aggregate 
scheinen etwas gegen den Anorthit zurůckzutreten. Eine grobe Zerfaserung ist 
auch hier fiir Amphibol charakteristisch, welcher verschiedene Nuancen der gřas- 
orůnen Farbe aufweiset. Im Amphibol sind sehr spárlich bis „."" grosse Magnetit- 
kórner vereinzelnt und noch spárlicher etliche, etwa eben so grosse Pyritkornchen 
eingewachsen. 

Ein anderer Důnnschliff stammt von einem Gestein, dessen Anorthitkorner 
von bis "/„[ Jem Grósse auf der Bruchfláche sehr kleinkornig aggregirt, die da- 
zwischen liegenden ausgedehnteren Amphibolaggregate schuppigkórnig und graulich- 
grasgrůn gefárbt erscheinen. 

Unter dem Mikroskope bildet Anorthit und Amphibol landkartenartig be- 
gránzte Fetzen, welche aus krystallinischen Aggregaten von Anorthit und Amphibol 
bestehen. In den Anorthitaggregaten finden sich lappige Formen von Amphibol 
oder auch kurze Stábchen regellos, jedoch nicht in bedeutender Menge eingewachsen; 
die kleinsten Amphibolstábchen im Anorthit sind 35"" lang und halb so breit. 
Dessgleichen erscheinen in den Amphibolaggregaten Anorthitkorner, ebenfalls in 
ansehnlicher Zahl eingestreut. Manche Amphibole sind fasrig, manche nicht, sie 
sind beinahe wie lappig zertheilt, jedoch deutliche Spaltunesfugen zeigend. Ganze 
Lappenparthien des Amphiboles enthalten ausser Anorthit keinen anderen Einschluss, 
wáhrend wieder an gewissen Stellen-Háufchen von entfernt stehenden Magnetit- 
kóornchen mit guadratischen Auerschnitten, von denen die mittleren $5"“ breit 
sind, zu beobachten sind. Fárbungen von Haematit begleiten die Magnetitkórnchen 
als Zeichen der aufangenden Zersetzune. 

Im polarisirten Lichte zerfallen die fetzenfórmig gruppirten Anorthit- 
aggregate deutlich in meist fárbig gestreifte, jedoch auch einfárbige Kórner, deren 
Mittelgrósse $"“ betrást. Die Krystallkorner des Amphiboles důrften im Mittel 
dieselbe Grósse haben. — 

Der Corsit oberhalb (NNO) des Kraskov-er Jágerhauses, an welchem 
die an dieser Stelle, námlich am nórdlichen Gangulm besonders deutlich zu 
Ottrelitschiefer metamorphosirten untersilurischen Grauwackenthonschiefer absetzen, 
bildet einen Gangstock, dessen sůdliche Begránzung vermuthunsweise Diorit oder, 


| 


| 


159 


-Syenit im Granite ist. Die sůdliche Entblóssung ist nicht deutlich. Die nicht 
hedeutende Máchtigkeit, jedenfalls aber zwischen 50—100" ist nicht genauer 
bestimmbar. 

M Das Gestein ist ganz ahnlich dem grobkornigen Corsit von Hrbokov, die 
Blócke oberfláchlich luckig narbig, die Anorthite kreideweiss, jedoch trotzdem schon 
wenige Millimeter unter der grubigen Rinde frisch. Im Diůnnschliff sind Anorthit- 
kórner und Amphibolsáulen theilweise ebenfláchig begránzt zu bemerken, der Anor- 

 thit scheinbar vorwiegend mit bis ![“% grossen Fláchen, der Amphibol mit etwas 
kleineren Fláchen zum Vorschein kommend. Die Anorthite und Amphibole verhalten 
sich sonst genau so, wie vordem erwáhnt wurde, jedoch mit dem Unterschiede, 
dass hier im polarisirten Lichte auch gitterfórmige Farben bemerkt wurden, was 
nur zufállig ist und gewiss auch bei den Schliffen von Hrbokov zum Vorschein 
gekommen wáre, wenn deren noch mehr vorgelegen hátten. Ausserdem ist hier 

im Anorthit auch Magnetit in Háufchen zu etlichen nicht sehr genáherten Kórnchen, 
der mittleren Grósse von 345"", beobachtet worden. Die Magnetitmenge in diesem 
Corsit diůrfte aber eine so unbedeutende sein, dass sie sich erst durch hundertstel 

„Prozente fiihlbar machen wůrde. Der nicht beobachtete Pyrit důrfte auch hier 

-kaum fehlen. — 


s In bedeutendster Menge kommt der Corsit als kranzformige Umhiůllung 
-des Serpentinmassivs im Ransker Walde (S Ransko) zum Vorschein. Die innere 
- Fláche des Corsitkranzes bildet theils Serpentin theils Troktolit, mit welchen 
Gesteinen der Corsit durch Úbergánge, welche dadurch vermittelt werden, dass 
Olivin zum Corsite bis zur Verdrángung der andern Gemengtheile desselben, 
-hinzutritt, verbunden ist. Die áussere Umhůllung des Corsitkranzes bildet ein 
Dioritring, dessen Verháltniss, wegen mangelnden deutlichen Aufschlůssen in dem 
durchaus bewaldeten Gebiete nicht náher klarzulegen ist.  Wenn ein allmáhliger 
Úbergang in Diorit vermuthet wird so hat diese Anschauung eben den Werth einer 
-durch anderweitige Erfahrungen móglichen Wahrscheinlichkeit, die jedoch noch 
-der Sicherstelluneg entbehrt. Der Corsit durchsetzt aber wie der Diorit die Granite 
und Syenitgranite der áusseren Ringfláche des Diorites in schwachen Gángen, wie 
© dies vereinzelnt und zwar bei Hutě (W Ransko) angetroffen wurde. 


Dieses Gestein des den Serpentin umhůllenden Ringes wird hier kurz nur 

Corsit von Ransko genannt werden. Blócke von kleinnarbig luckiger, mit Moos 
bewachsener Oberfláche, genau den Blócken von Hrbokov áhnlich deuten die An- 
wesenheit des Corsites an. Das Gefiige des Gesteins ist ein deutlich mittelkorniges, 
desshalb die Narben und luckigen Vertiefungen etwas kleiner als bei der Hrbokover 
Varietát ausgepráct sind. Bei etwas pyritreicheren Varietáten ist die narbige Rinde 
mehr rostig gsefárbt; auch Klůftchen zeigen den rostfarbigen Beschlag des Limonites. 

© Merkwůrdiger Weise findet man gerade an gewissen Blócken des an Anorthit rei- 
ke Corsites unter einer bemoosten Verwitterungsrinde von nur 1“ schon den 
- Ganz frischen Bruch des Anorthites und dunkel grasgrůnen Amphiboles. (Gewisse 
- Gesteine, insbesondere diejenigen mit iúberwiegendem Amphibol zeigen Pyrit- 
kórnchen bis zur Breite von '/„"*“, ja sogar +4"“ dicke, unterbrochene Klůftchen 
dieses Minerales. In den deutlich mittelkórnigen, bis beinahe grobkórnigen Gesteins- 


160 


abarten zeigt der Anorthit auch einen Štich ins Graulichviolette. Sonst stimmt 


alles mit dem schon bei dem Hrbokover Gesteine erwáhnten ůúberein, 


Zur Untersuchung wurden Proben knapp S von dem Hůttendorfe Ransko 


und 1 km W von Ransko, wo der Corsit mit Diorit zugleich zum Vorschein 
kommt, gesammelt. i 
Aus einem beinahe grobkórnigen Gemenge dieses Gesteines mit vorwie- 


gendem Anorthit wurde das sp. G. des schwach ins Graulichviolette stechenden, 


sonst halbdurchsichtigen Anorthites mit 27443 (aus 87 ©) bestimmt. Die Analyse © 


mit :85 £ lufttrockener Substanz unternommen, ergab: 


S10, 4421 
AL 0; 3590 
Ca0 1833 
MgO Spur 


Glůhverlust 05 
Unbestimmt "61 
10000 

Unter dem Unbestimmten sind entweder ganz geringe Mengen von Alka- 
lien, oder der analytische Fehler zu verstehen. Dieser Anorthit wáre demnach im 
Vergleich zu denjenigen, welche frůher mit ihrer Zusammensetzung angegeben 
worden sind, der reinste, da er auch sehr gut dem Verháltnisse 4:3:1, welches 
die Sauerstoffmengen der Si0,, Al, O0,, CaO geben, entspricht, indem sich dafir 
4:2:85:'89 herausrechnen lásst. 

Die zu Dinnschliffen verwendeten Proben zeigten unter dem Mikroskope 
meist vorherrschenden Anorthit und untergeordneten Amphibol, trotzdem dass sie 
dunkel gefárbt erscheinen, denn nur an einer Probe sieht man schon mit freiem 
Auge das Vorherrschen des Anorthites. Die weissen Anorthitparthieen von bis 
5—6"" Durchmesser, sowie die bis úber 2" grossen Amphibole lósen sich u. d. 
M. im polarisirten Lichte in kórnige Aggrecate auf; bei den Anorthiten messen 
die einzelnen Kórner der Lánge nach, die kleinsten bis unter */„"" die gróssten 
ber 12/;,==, Beim Anorthit ist die Schalenbildung weniger háufig, dafůr aber tritt 
die zwillingsartice Zusammensetzung an gewissen Dinnschliffen auch schon ohne 
Zuhilfenahme der Polarisation gut zum Vorschein, indem gewisse Zwillingslamellen 
bei schwacher Vergrósserung (etwa 60fach) in der Richtung oo P  scharf begránzte 
Nebelflecke zeigen, in welchen bei aufmerksamer Beobachtung hóchst zarte schwarze 
Stábchen eingewachsen zum Vorschein kommen. 

Kleine fetzenartige Parthieen, sowie auch im Mittel ";,"“ breite und ',"*% 
lange Amphibolstábe von lichtgrasgrůner Farbe finden sich im Anorthit ganz spár- 
lich vertheilt und sind die Ursache, warum die Anorthitanalyse Spuren von Mg0 
nachweiset. Seltene Magnetite im Amphibol von geradlienig begránzter lappiger 
Form oder fasrig an den Endfláchen zertheilten Kórner, sowie noch seltenere 
Kórnchen dieses Minerales im Anorthit sind beinahe ganz belanglos zu nennen, 
trotzdem dass sie sich stellenweise zu Háufchen gruppiren. Die Mittelgrósse der 
Magnetitkórner ist ';,"". Manche Amphibole zeigen vielleicht Schalenbildung, 
denn gewisse Důnnschliffe besitzen im polarisirten Lichte um bráunlichgrůne Am- 
pbibolprismen grasgrůne Sáume. 


161 


Im polarisirten Lichte sind die allermeisten Anorthite stark chromatisch 
'gebándert, etliche wenige auch gegittert und nur eine ganz unansehnliche Menge 
(zeiet einfache Farben ohne Zvwillingsbánder. 


kommen auch in winzig kleinen Gruppen zerstreut vor, aber nicht in allen Dánů“ 
schliffen. Dann schneiden sie sich unter beinahe rechten Winkeln oder unter 
spitzen Winkeln von 30—40* etwa, indem gewisse Štábchen immer zu diesen Rich- 
tungen parallel sind. Die Nebelflecke zeigen bei schwacher Vererósserune (60mal) 
kaum wahrnehmbare schwarze Půnktchen zwischen den Stábchen; die (Ouer- 
schnitte solcher Stábchen stehen schief oder normal zur Ebene des Schliffes, 
(indem nur die nahezu zur Schliffebene parallel laufenden stabartig erscheinen. 
(Die hěchst zarten Stábchen zeigen auch bei bedeutenden Vergrósserungen von 
1220mal, sowie die punktfórmigen Ouerschnitte der im Raume des Anorthites 
/ zerstreuten Nadeln, doch nur schwarze Farbe ohne Durchsichtigkeit. Erst bei 
55Ofacher Vergrósserung nehmen die Punkte polygonale nicht deutbare Umrisse 
an und sowohl Punkte als auch Nadeln scheinen mit tief a Farbe durch. 
Die Breite der Nadeln betrágt dann im Mittel etwa „g5g—156o"", die Lángce ist 
variabel bis 1%. Dieses Vorkommen der schwarzen (eigentlich býsůneh Nadeln 
| oder Stábchen erinnert an das Vorhandensein gleichartiger Gebilde von noch 
| nicht sicher gestellter mineralogischen Stellung im Labradorit, nur dass in diesem 
die Nadeln weniger zart erscheinen.  Erwáhnt muss noch werden, dass sich die 
Corsite von Ransko beim Schleifen zu Důnnschliffen nur ausnahmsweise bróckeln 
und sonst wie sámmtliche andern Vorkommnisse dieser VPPIANESKUPOEÍ in aus- 
| gedehnten angeschliffenen Fláchen haltbar erscheinen. 


In gewissen Corsiten und zwar vornehmlich in denjenigen, welche aus 
der Náhe der inneren Peripherie des Corsitringes im Ranskoer Walde stammen, 
(werden gelbbraune bróckelnde mit Limonit theilweise (unter der Mn terungs- 
rinde) gefárbte Kórnchen bis 2"*% Ausdehnung bemerkt, welche im frischen Bruche 
| důstere graubraune Farbe besitzen und aus Olivin bestehen. Der Amphibol tritt 
bei Zunahme dieses Minerales zurůck, so dass Olivin als Štellvertreter desselben 
| anzunehmen ist. Auch hier zeigt sich unter der Verwitterungskruste neben gelb- 
braun gefárbtem zersetztem Olivin ganz unveránderter Anorthit. Dieser Olivin- 
Corsit bildet das erste Úbergangselied in den Troktolit, welcher den Zwischenring 
bildet, der zwischen der Serpentinkuppe als Massiv der Ransker Waldkuppe und 
dem Corsitkranz eingeschaltet ist. Leider gestattet die mangelhafte Entblóssung 
nicht diesen allmáhligen Úbergane von Corsit in Troktolit, durch Austritt des 
 Amphiboles und endliche Verdrángung des Anorthites, deutlicher verfolgen zu 
kónnen, Unter dem Mikroskope zeigen kleinwinzige Brocken des Olivins (aus 
(einem anderen Handstůck), der táuschend an Serpentin erinnert, člerůne Farbe 
bei volliger Durchsichtigkeit und Frische. 


In dem Troktolite sind die Olivine nicht immer ganz frisch. 


| | Die schon erwáhnten zarten Stábchen, welche die Nebelflecken bilden, 


11 


162 


"T'roktolit. 


Unter diesem Namen kónnen olivinreiche Gesteine, die neben dem oft 


iberwuchernden Olivin noch Anorthit, Bronzit, Diallag oder nur eines dieser Mine- © 


ralien enthalten, bezeichnet werden. Die Umgránzung dieses Gesteinsbegriffes ist 
demnach keine genaue und wenn demselben allenfails auch ein anderer Name 
gegeben werden sollte, so wird dies von keinem Belange sein. Um dem Gestein 
einen kurzen und móoglichst passenden Namen zu geben, ist die Bezeichnung 
desselben als Troktolit zutreffend. 


Dieses Gestein bildet den zwischen dem Corsitringe und der Kuppe von 
Serpentin bei Ransko eingeschalteten Kranz, welcher beiderseits ohne scharfe 
Gránzen, nach aussen also in Corsit, nach innen in Serpentin sich allmáhlig 
umwandelt. Leider gestattet die nur unvollkommene Entblóssung der Gesteins- 
ausbisse in der Waldkuppe von Ransko nicht diese allmáhlige Umwandlung des 
Corsites in Troktolit durch Hinzutreten des Olivines, dann in Olivinfels, durch 
allmáhliges Zurůcktreten des Anorthites und Amphiboles und endlich in Serpentin, 
Schritt fůr Schritt zu verfolgen. 


Zwei Varietáten des Troktolites, der in mit Moos bewachsenen Blócken | 


im Walde vorkommt, welche hier untersucht wurden, stammen vom alten Wald- 


wege her, der vom Opočnohammer nach Peršikov fiihrt, vom Ransko-er Hochofen 


genau 2 km SW entfernt. 


Der Name Troktolit (Forellenstein) ist ganz passend fůr das Gestein, 


welches důstere, tief schmutzie rothbraune fleckige Farben besitzt; in der Tiefe, 
wo das Gestein gánzlich frisch anzutreffen wáre, důrfte die Farbe mehr ins Grůn- 
liche sich ándern. 

Die erste Varietát stammt aus jenem Theile des Troktolitkranzes, welcher 
etwas náher der Corsiteránze gerůckt ist. Das schmutzie braun gefárbte Gestein 
enthált róthliche Flecke und weisse schriftáhnliche Einsprengungen. Eine geschlit- 
fene Fláche zeigt das fleckige Aussehen deutlich. 


Im Důnnschliffe herrscht das Olivinmineral, eigentlich dessen Umwandlung 


bedeutend úber die andern Gemengtheile vor. 


Der Olivin ist jedoch nur mehr in kleinen Kórnchen von 1—,5*" Breite 


als Rest in einem netzfórmig sich verschlingenden Maschenwerk vorhanden, welches 
aus Serpentin, zu Šchniůren und Netzen angeháuften Kórnchen eines schwarzen 
Erzes, vielleicht Magnetit, dann kleinen ausgeschiedenen Nestern von nicht schup- 
pigem, sondern erdigem Haematit, aus Flecken und Schnůren von Limonit besteht. 


In dem zersetzten Olivin sind eingewachsen Erzkórner von guadratischem 
Ouerschnitt bis 1"% gross, vielleicht Magnetit oder Chromit, dann auch zerstreut 


auftretende Chloritschuppen bis zur Breite von 5, "*. 


Gróssere Kórner im Serpentin zeigen Spaltungsrisse in einer Richtung, 
ste důrften entweder dem Diallag oder Bronzit angehóren, was nicht sicher zu 
bestimmen ist. Die schriftartig verzogenen eingewachsenen Kórner von weisser 
Farbe sind zum gróssten Theil undurchsichtig getrůbt, demnach nicht mehr ganz 


163 


(tisch; dieselben werden aus dem Grunde fiir Anorthit gehalten, weil dieses Gestein 
(pe Úbergang mit Corsit verbunden ist. 


-n Eine zweite Probe dieses Gesteines náher den Serpentine entnommen, 
zeiet bei ebensolcher fleckiger Beschaffenheit der Oberfláche wieder vorherrschend 
7 zersetzten Olivin und das dem Diallag oder Bronzit áhnliche Mineral. Die frischen 
Olivinkórner als Rest des Minerales sind zersprungen, die Spriinge durch infiltrirten 
Limonit braun gefárbt, sonst aber stecken sie in dem Serpentinnetzwerk, in welchem 
die schwarzen Erzschnůre, die rothen und braunen Haematit- und Limonitanháu- 
fungen, dann die bis 1'/,*" langen Sáulen des augitáhnlichen, nicht náher deut- 
baren, wahrscheinlich auch nicht mehr frischen Minerales eingewachsen vorkommen. 
“ Chloritschuppen und guadratische schwarze Erzkórnchen kommen ausserdem noch 
7 m geringerer Menge zum Vorschein. 


Im beiden Fállen hat man es hier also nur mit einem schon hochgradig 
| umgewandelten Olivingestein zu thun. 


Klastische Gesteine. 


Von diesen wird nur eines derselben, námlich das als 


Diorittuff- Conglomerat 


auf der Karte ausgeschiedene hier erwáhnt. Das Gestein ist ein Tuffgestein des 
Chloritdioritaphanites, welcher kurz immer nur als Dioritaphanit bezeichnet wird. 
Es begleitet in máchtigen Schichtengliedern die kurzwee als Dioritaphanite bezeich- 
neten Gesteine und lásst sich parallel zur Richtung des Eisengebirges streichend von 
Krasnic, úber Litošic, Lhotka bis úber Urbanic, also in einem etwa 3/, Myrm. langem 
Zuge verfolgen. Es findet sich aber noch unter iúberlagernden jůngeren (Kreide- 
schichten) an andern Orten wie zwischen Přibylov bei Heřmanměstec und Kostelec, 
-Wo die Entblóssung das Gestein zu Tage kommen liess. Auch blosse hal 
tuffe finden sich vor; dieselben sind aber leicht, sowohl mit echten Aphaniten, 
welche nicht mehr ganz frisch sind, als auch mit aphanitischen Grauwackenschie- 
fen zu verwechseln. 


E Das tuffartige Bindemittel enthált mehr oder weniger bis faustgrosse Aphanit- 
gerólle, auch Ouarziterauwacke, Lydit, die sich theils berůhren, theils aber in 
spárlicherer Menge zum Vorschein kommen. Das Bindemittel, also der Aphanittuff 
hat je nach dessen Frische entweder eine graue Farbe und gewisse Ahnlichkeit 
mit frischem Aphanit, oder leckig grůneraue oder selbst blassgrůne Farbe, letztere 
im Zustande von schon weiter vorgeschrittener Zersetzung. Mehr zersetzte Grund- 
massen sind etwas porós oder kleinluckig, in den Hohlráumen bráunlich gefárbt. 
Die bráunlichen und stellenweise fleckenartig auftretenden anderen, meist graulichen 
11* 


164 


oder grůnlichen Farben růhren wahrscheinlich von zersetzten Mineralgemengtheilen 
her. Die etwas faulen Grundmassen sind matt, manchesmal mit erdigem Bruche. 

Dieses Trůmmergestein vom rechten Bachufer unter Kostelec, dessen Ge- 
rólle schon frůher (pag. 134) in der Gruppe der Chloritdioritaphanite eingereiht 
wurden, ist auch in der Grundmasse untersucht. Es wurde nur die anscheinend 
frischeste, graue sehr feinkórnige Masse, welche nur stellenweise kleine schmutzig 
orůnen Fleckchen zeigte, zu einem Diinnschliff hergerichtet, 

Die grůnlichen Stellen bestehen aus einer Anháufung von scharf begránzten 
Plagioklasrechtecken, deren gróssten die Breite von +" besitzen. Gewisse kleineren 
Rechtecke legen sich mit ihren Lángenseiten aneinander, jedoch so, dass sie an 
den Enden ůberragen, wodurch gewisse davon stufenfórmig vertieft sind. Die 
meisten Plagioklase zeigen im polarisirten Lichte wenig Zwillingsbánder; Schnitte, 
die angenáhert zu oo P © parallel gehen, also von breiter und von lang hexago- 
naler Form erscheinen, sind nur einfárbig. Die ziemlich lebhaften Farben im pola- 
risirten Lichte deuten auf wenig zersetzte Feldspathmasse hin, was auch die 
Durchsichtigkeit des Minerales bestátigt. 

Zwischen den Plagioklasrechtecken, welche wohl ein Gewirre bilden, in dem 
aber doch die Tendenz zu paralleler Anlagerung vieler Leisten ersichtlich ist, 
befindet sich das griůne Mineral, welches nach seiner Farbe und dem Dichroismušs, 
sowohl fůr Amphibol als auch fiir Chlorit gehalten werden kónnte. Es sprechen 
manche Grinde von Gewicht dafůr, es zu dem letzteren Minerale beizuzáhlen, wie 
dies auch bei der Deutung des Aphanites von Kostelec pag. 136 schon geschah. 

Die graue Masse im Tuffe besteht aus ebensolchen Plagioklasrechtecken, 
zwischen welche sich aber schwarzes Erz statt des Chlorites eindránet, stellenweise 
auch in Form von sehr zartem Štaub in die Plagioklase eindringt. Im ersteren 
Falle sind die Gránzen zwischen Erz und Plagioklas ganz scharf, wodurch der 
Unterschied der Farbe beider ein greller wird, was im letzteren Falle weniger 
auffallend ist. Nach der guadratischen Form der Staubkornchen zu urtheilen 
konnten dieselben auf Macgnetit bezogen werden. Zwischen den grůn und grau 
gefárbten Parthieen des Tuffes gibt es keine scharfen Gránzen, da in den mit 
Chloritstaub verbundenen Plagioklasen fleckenweise Gruppen von mit Magnetit 
getrennten Auerschnitten vorkommen. Flecken von Haematit sowie winzige Háufchen 
finden sich spárlich in der Grundmasse. 

Unter dem Mikroskope wáre der Tuff von dem frischen Aphanit auf keine 
Art zu unterscheiden; die Sicherstellung der Tuffnatur konnte nur nach den 
makroskopischen Verháltnissen stattfinden; ein neuerlicher Beleg, dass die Art 


der Bildung eines Gesteines unter dem Mikroskope nicht in allen Fállen zu 
ergrinden ist. 


II. 


Das Vorkommen von Mineralien im Eisengebirce. 


P An Mineralien ist das eigentliche Eisengebirge, sowie die sůdbohmische 
© Gneushochfláche, welche sich SW von dem Gebirge weiter ansteigend ausdehnt, 
-nicht reich. Nichtsdestoweniger sind manche Vorkommnisse, sowohl im Eisen- 
© gebirce, als in der siidbohmischen Gneushochfláche, insoweit sie auf der geolo- 
ischen Karte neben dem ersteren zur Darstellung gelangen konnte, erwáhnenswerth. 
- Natůrlicher Weise sind die Gemengtheile von Gesteinen nicht als Mineralien hier 
- aufgezáhlt, wenn sie nicht etwa unwesentlich in den Felsarten auftreter. 


| Die Mineralvorkommnisse kónnten je nach dem Vorkommen gruppirt 
werden in Mineralien aus der gescbichteten Gesteinen der Laurentin- und Silur- 
formation, aus Eruptivgesteinen und aus jingeren an's Eisengebirge sich anlehnenden 
© Schichten. 


| Mineralien der laurentinischen Gruppe des Eisengebirges. 
P? Es ist vornehmlich der Gneus, welcher wegen seiner Mineralien ein- 
M uossenden Lagerstátten in erster Reihe Beachtung verdient. Am reichsten sind 
| noch im Verháltniss zu andern Vorkommnissen solche Lagerstátten, die an die 
Náhe des krystallinischen Kalkes im Gneuse gebunden sind. In erster Reihe steht 
| das Mineralvorkommen bei Bojanov (Seč O, Nassaberg W), welches an die im 
| Gneuse vorkommenden Kalklagerstátten gebunden erscheint. 
É Der Gneus des rechten Ohebka(Chrudímka)-Ufers zwischen Bojanov und 
| Křižanovic ist zwisehen rothem und grauem Granit als máchtige Scholle ein- 
| gezwánet; seinen Textur ist eine derartige, dass er sowohl als Gneuseranit als 
-auch als Graniteneus aufgefasst werden konnte. Wegen des Vorkommens von 
Kalklagerstátten wurde hier die Benennung Granitgneus fůr den undeutlich schie- 
| frigen Biotiteneus, der nur dicke Bánke mit einem NO, jedoch auch SW oder W 
© Verfláchen bildet, angenommen. Wůrden die Kalldsbrstůstéh fehlen, so wáre die 
Entscheidung ob das Gestein Gneusgranit oder Granitgneus sei, eloviořiá zu treffen. 


| 


166 


Von Chlum (O Bojanov) angefangen finden sich in dem Granitgneuse. 
Kalklagerstátten von kurzer Ausdehnung dem Štreichen nach, in der Richtung 
von NO gegen SW auf die Lánge von 2 km. Sámmtliche kurze Kalklager stellen 
sich als stufenfórmig abgerissene in dieser Richtung hinter einander folgende oft 
weit entfernte Reste einer ursprůnelichen Lagerstátte dar; das Streichen derselben 
geht vorwiegend von NNW nach 980. Solcher einzelner Kalk-Lagerůberreste 
kennt man viel mehr als 6, die meisten sind aber nicht mehr erkennbar, da die 
darauf bestandenen Gruben schon seit Dezennien verlassen und mit Wald bewachsen 
sind. Nur ein einziger Bruch gestattet noch, sich úber das Vorkommen des Kalkes 
nur eine theilweise Vorstellung zu machen. W von Polanka, wo der Granitgneus. 
nach etwa 19: mit 609 verflácht, folot die Dehetníkschlucht mit dem entgegen- 
gesetzten Einfallen der Graniteneusbánke. Hier ist im rechten Gehánge im oberen 
Theile der Schlucht, nicht weit vom rechten Ufer des Báchleins ein Bruch auf 
krystallinischen Kalk noch theilweise offen, obwohl er schon lange verlassen dasteht. 
Diese Stelle in der Dehetníker Schlucht ist 750 Schritt W von Polanka, oder 
genau 1:6 km SSO von Bojanov oder */„ km vom bewaldeten Ende der Schlucht, 
bachaufwárts situirt. Im Dehetník bei Polanka also verfiáchen die Granit- 
gneusbánke etwa nach 2"/," mit 609 und dazwischen ist ein mehrere Decimeter 
máchtiges (kaum 1") Lager von mittelkrystallinischem Kalke aufgeschlossen. Der: 
Lagercharakter wird hier nur desshalb angenommen, um die parallele Lagerung. 
desselben mit den Granitgneusbánken anzudeuten; die Entblóssung ist keine der- 
artige, um mit volliger Sicherheit diese Behauptung aufrecht erhalten zu kónnen.““) 
Das sogenannte Lager ist nur auf kurze Entfernung dem Streichen nach bekannt, 
(rund 10"), inzwischen verworfen, durch weisse, zertrimmerte bis */„" máchtige 
Graniteánge durchsetzt; es setzt gegen S plótzlich an einem weissen nicht máchtigen © 
Granitgange ab und erscheint erst wieder in bedeutender Entfernng vorworfen in 
der linken Lehne. Der krystallinische weisse, in důnnen Scherben durchscheinende 
Kalk hat bis erbsengrosse Kórner und ist ziemlich rein, die Spaltungsfláchen 
zeigen oft zahlreiche Zwillingsstreifung nach —'/, R. 

Das Dehetníker Lager ist wegen der Verwerfungen, an denen der weisse 
Granit, der den Granitgneus in bis meter- und noch bedeutend máchtigeren Gángen 
und Trimmern durchsetzt, so hervorragend Theil nimmt, eine reiche Lagerstátte 
von sogenannten Contactmineralien, deren ursprůnglicher Sitz, weil dieselben theil- © 
weise nur von der Halde stammen nicht immer mit der wiinschenswerthen Sicher- 
heit bekannt ist. 

Im kórnigen Kalke sind Kliůfte, die in der Mitte offen erscheinen, bis zu 
8—4 auf beiden Seiten von dem Kluftrisse von kleinkórnigstahligem Amphibol 
(Actinolit) eingefasst, welcher vom kórnigen Kalk nicht ganz scharf getrennt ist. 
Der verworren kurzfasrige, stellenweise blass lauchorůn gefárbte Actinolit ist an 
den Kanten stark durchscheinend und wůrde, falls er etwas weniges kleinkórniger 
zusammencesetzt wáre, ein Mittelding zwischen kórnigstengligem Amphibol und 
zwischen dichtem Nephrit vorstellen. Nur ist-er nicht so záhe. Wo die Kluft 
frei ausgebildet ist, erscheinen kurze diinne Stengel von Amphibol in liegender 
Stellung auf derselben. Solche Klůfte sind aber meist mit jingeren Mineralien 
bedeckt, so allenfalls mit 


167 


Albit. Derselbe ist beinahe durchsichtieg, nur schwach graulich gefárbt 
J und nahezu mit den Fláchen oo P o angewachsen, indem er Drusen bildet, deren 
| Krystalle parallel orientirt sind. Die gróssten Krystalle, aus wenigen kleineren 
aufgebaut, haben ganz das Aussehen von Adularen und erreichen Lángen bis zu 
1 em bei einer Breite von mehr als 1%. Die Fláchencombinationen sind: 

oo'P. 00 P/. 0P. o Po oder o0/P. © P".0P. oP. 2P mw.. Po. oP3'. 
Parallel zu oP zeigt sich Schalenbildung bei gewissen kleineren Krystallen. Die 
1 Fláchen oo/P. ooFP“ zeigen schwache verticale Streifung, oP aber entweder flache 
( Zwillingsrinnen oder Zwillingsstreifung. Ohne diese Streifung kónnten die Gruppen 
L oder einfachen Krystalle leicht mit Adular verwechselt werden. 


/ 

Auf dem kleinkrystallinischen, grobfasrigen, blassgrůnlichen Amphibol 
| (Actinolit), welcher die Albitkrystalle trágt, sind kleine, hóchstens 1'/,"" dicke 
( kurze Sáulen von Apatit der Form o P. oP, als Gruppenkrystalle entwickelt, 
blass berggrůn gefárbt, beobachtet worden. 


Auf ebensolchen finger- bis zweifingerdicken Unterlagen von kórnig fein- 
 stengligem Amphibol oder einem Gemenge der kurzen Actinolitnadeln mit Calcit 
findet sich auch Pyroxen (Diopsid). 
M Der Diopsid bildet lichtgrůnliche oder graulichweisse, an den Kanten durch- 

scheinende grosskrystallinische Parthieen zugleich mit verworren bis radial diůnn- 
stengligem Amphibol (Actinolit), der den Raum zwischen den Pyroxenindividuen 
| einnimmt. Dazwischen stecken auch gróssere spáthige Calcite mit zarter Zwillings- 
riefung nach —'/„R und halber Durchsichtigkeit. Der Actinolit hat einen etwas 
bedeutenderen Glanz wie die grossspáthigen, weniger glánzenden Diopsidfláchen. 
Selbst lange Stengel bis úber Decimeterlange und mehr als Fingerbreite, welche 
deutliche Individualisirung zeigen, finden sich vor. 


| 
| 


Diese individualisirten Diopsidaggrecate lassen, wenn sie deutlich zum 
Vorschein kommen, eine recht gute Spaltungsrichtung nach oPo, die einen 
schwachen Perlmutterglanz zeigt, erkennen. Doch ercibt sich bei náherer Be- 
obachtung dieser Fláchen, dass sie weniger als Spaltungsrichtungen, vielmehr als 
weniger vollkommene Schalenbildung nach « Pow, theilweise aber auch als 
Zwillingszusammensetzungsfláche (oo Po fzu deuten ist. Diese Fláche zeigt sich 
nebstdem stark horizontal gestrichelt und zwar in Abstánden von etwa '/„""“ im 
„Mittel. „Dieser Strichelung nach ist das Mineral ebenfalls theilbar und erweiset 
sich diese Theilbarkeit als Folge der Schalenbildung nach oP. Weil ein jeder 
die Schalen, von der durchschnittlichen Dicke von '/, bis etwas úber 1"", trennende 
Strich eine, wiewohl geringe aber doch bemerkbare Dicke besitzt, so liegt dle 
M zmuthung nahe, ob nicht die Schalentextur nach oP etwa durch verwendete 
Ausserst důnne Pyroxenlamelien bedingt ist. Úbrigens ist die Schalenbildung nach 
oP beim Diopsid schon bekannt, demnach hier nicht zum erstenmale erwáhnt. **) 

Der Winkel oP und oP betrágt 1059 30" was dem Winkel C im mono- 
symetrischen Systeme von 749 30" (bei Pyroxen ist C — 74? 11") entspricht. Da 
die Fláchen oP und oP nur ganz wenig spiegeln, demnach nur unter dem 
Mikroskope gemessen werden konnten, so ergibt sich die durch die Messmethode 
bedingte geringe Differenz der Winkelangaben. 


ya 


——————— P S O, 


168 


An einem Individuum, welches nach der Fláche oP, die hier die Juxta- 


positionsfláche eines Zwillinges vorstellt, gespalten ist, von dér die schaligen Lam- 
mellen oP beiderseits abfallen, indem sie in dieser Fláche sich treffen, lásst sich der 
Winkel, den sie mitsammen einschliessen, mit 1499 bestimmen. Úm nun úber die 


Diopsidnatur des Minerales die vollige Úberzeugung zu gewinnen, wurde es vor © 


dem Lóthrohr versucht; dann dessen spec. Gew. mit 31992 (aus 1:11 G) bestimmt 
und endlich die unvollstándige Analyse desselben ermittelt, welche ergab: 


BIO, S01 15 
CaO 20:24 
Mg0 18:15 


Der zu 100 fehlende Rest von etwa 3%,9, důrfte den nicht bestimmten 
Glůhverlust, Fe- und vielleicht auch Spuren von Alverbindungen vorstellen. 

Der Diopsid zeigt verměge seiner lammellar-schaligen Zusammensetzung 
nach oP und auch, wiewohl etwas weniger deutlich, nach oo Po die vollkommene 
Spaltbarkeit nach coo P nur in solchen Individuen, welche weniger deutlich schalig 


sind. Es verhindert demnach die lammellar schalige Zusammensetzung die Hervor- 


bringung von Spaltungsfláchen nach coo P bedeutend. 


Einige Diopsidindividuen bestehen in gewissen Theilen ihrer Masse, meist 


am Rande aus grůnlichen oder auch weissen, feinen parallelen dicken Fasern von — 
(. . 0. . - Ů " 
etwas anderem, námlich stárkerem Glanze. Es ist dies eine anfangende Pseudo- 


morphose das Diopsides in Tremolit, die vom Rande gegen den Kern fortschreitet; 
die Tremolitnadeln behaupten die Richtung der Hauptachse des Diopsides. 


Es scheint der Diopsid in áhnlichen Klůften vorzukommen, wie der Albit, 
oder mindestens in aderfórmigen Nestern, námlich auf der kornigfaserigen Actinolit 
oder Tremolitunterlage. | 

Mit dem Diopsid, háufiger noch in Nestern im kórnigen Kalke, welcher 
an solchen Stellen auch mit dem Tremolit (Actinolitnádelchen) durchdrungen ist, 
oder auch knapp an der Gránze mit dem weissen Granit finden sich Nester von 
grobspáthigem 

Skapolith. Derselbe tritt demnach meist in Contactnestern in derben 
bis kopferossen Stůcken auf, welche von schwach gelblichgraugrůn gefárbtem kór- 
nigem Kalke bis in fingerdicken Lagen begleitet werden. Die grobkrystallinischen 
bis langgezogenen undeutlichen Sáulen des Skapolithes sind an den Spaltungsfláchen 
schwach rissig, der Durchscheinheit, dem Glanze nach, ganz dem Skapolit áhnlich 
und nicht mit kórnigem Orthoklas, welcher ebenfalls Nester bildet zu verwechsein. 
Die angewitterte Oberfláche des Skapolithes, ist in Bruchstůcken, welche lange an 
Luft lagen, etwas getrůbt, undurchsichtig. 


Der Skapolith ist hier keinesweos selten, trotzdem dass er in Bohmen zum 
erstenmale nachgewiesen worden ist. Vor dem Lóthrohr schmelzen kleine Splitter 
unter Aufscháumen zu einer durchsichtigen Perle. Die Hárte ist 5',; das specif. 
Gew. 26945 (mit "969g bestimmt). Im Wasser entwickelt das Mineral eine bedeu- 
tende Mence von Luftbláschen. 

Dieses Vorkommen des Skapolithes im kórnigen Kalke als Contactmineral 
stimmt mit dem Auftreten dieses Minerales an andern Orten úberein. 


169 


Orthoklas bildet Nester von krystallinischem Gefiige mit oder ohne 


! Skapolith als Gránzmineral. In denselben ist manchesmal auch lauchgrůner Talk 
v in Krystallen zu finden, wie derselbe spáter beschrieben werden wird. Ein Theil 


' Ouarz findet sich als Gránzmineral zwischen den durchsetzenden weissen 
M Granitgángen und dem kórnigen Kalk, oder zwischen Kalk und Granitgneus. Er 
|| ist derb, weiss und durchscheinend ; enthált auch Tafeln von blasslauchgrůnem Talk. 
| Rhodonit. In den krystallinischen weissen Orthoklasnestern wurden 
| als Seltenheit kleine mehr als mohngrosse Kórner dieses Minerales eingewachsen 
| jE den. 

| Granat (Grossular). Als Seltenheit auf dem verworren kurzfaserigen 
 Amphibol (Actinolit) in Begleitung mit den vorerwáhnten Mineralien, in dessen 
» Klůften er in kleinen gelblichbraungrůnen Krystallen oo 0 aufgewachsen ist. 

E pidot in grossspáthigem zwillingsartig gestreiftem Calcit, am Contacte 
W mit dem weissen Granit und dem kórnigen Kalk oder im Orthoklas oder Ska- 
„polith, wie wohl seltener eingewachsen, ist nur in guergebrochenen Krystallen von 
J 1—2"" Breite bekannt. Im Bruche muschlig, diamantartig glasglánzend, die Be- 
; gránzungen nur den Fláchen oP, — Poo, w Pow entsprechend. Die dunkelpista- 
1 Ciengrůne Farbe, der Glanz und das Verhalten vor dem Lóthrohr lassen dieses 
„ hier so seltene Mineral erkennen. 

| Im Skapolith findet sich Titanit in kleinen bis 1% langen und */, 
| breiten Krystallen eingewachsen, doch sind die kleinen Krystalle viel háufiger als 
© die grossen, welche ihrer Grósse nach an die Krystalle von Arendal erinnern. Die 
| braunen glánzenden Krystalle zejgen die Fláchen *;P2. oP. Poe. 

Im kórnigen Kalke fand sich, jedoch nur ein einziges Mal, demnach als 
| Seltenheit, ein eingewachsenes zerbrochenes Individuum von Columbit von den 
- Fláchen o P o deutlich, aber vielleicht auch von oo P begránzt, vor. Im Auer- 
bruche ist der beinahe eisenschwarze, ganz schwach bráunliche, halb metallisch 
glánzende undurchsichtice Columbit von kirschrothem Strich und von der Hárte 6. 
Vor dem Lóthrohr wird das Mineral nicht magnetisch, ist unschmelzbar und gibt 
eine sehr deutliche Manganreaction. Mehr Proben konnten nicht angestellt werden. 
Das als Columbit erkannte Mineral ist das erste Vorkommen in Bóhmen. 39) Wegen 
-des verháltnissmássig reichlichen Mitvorkommens von Titanit ist dessen Vorhanden- 
sein nicht aussergewohnlich. Ausser diesen Mineralien kommen in der Dehetníker 
„Schlucht noch andere vor, welche sich der genauen Bestimmung entziehen. 


So werden manche Skapolithe von Aderu eines dem edlen Serpentin 
áhnlichen durchscheinenden schwefelgelben Minerales durchzogen. Kórnige Amphi- 
bole und Kalke durchziehen an den Kanten stark durchscheinende Trůmmer, 
welche blass schmutziggrůnlich ebenfalls an edlen Serpentin erinnern, die sich 
aber fettig anfůhlen und durch den Fingernagel ritzen lassen, vielleicht deuten 
sie auf dichten Talk (Steatit) oder Kaolin (Steinmark), wiewohl sie auch an manche 
Pseudophyte (von Markirchen in den Vogesen) erinnern. Ohne genaue Unter- 
suchungen, zu welchen es an reinem Materiale gebricht, lassen sich derartige 
Mineralien nicht immer bestimmen. Das Mineral ist vor dem Lóthrohr schwer 


170 


schmelzbar, demnach vielleicht auch ein nicht homogenes Mineral, etwa Talk mit 
irgend einer andern Beimengung. 

In weissem kórnigen Kalke erscheinen Adern eines dichten gelblicherauen, © 
gewiss aus dem Kalkstein durch Impraegnation entstandenen Minerales, von Kalk 
nicht ganz scharf getrennt, in welchem kleine Kórner von blass honiggelber Farbe, 
mattem Glanze im dichten Bruche und geringer Hárte, eingewachsen erscheinen. 
Diese Kórner entziehen sich, ihrer geringen Menge wegen, der náheren Unter- 
suchung, machen aber den Eindruck, als wáren sie bei ihrer ganz geringen Hárte 
Pseudomorphosen vielleicht von Talk oder einem Thon nach Chondrodit oder Augit. 
Die Begrůndung wird spáter bei der Erwáhnung der Mineralien des Kalklagers 
von Rychnov bei Krouna folgen. 

Die alten bewachsenen Gruben auf Theile des Kalklagers im Walde Ochoz, 
500 Schritte W von Chlum, im Gehánge am rechten Ohebkaufer, důrften áhnliche 
Verháltnisse wie der Dehetníker Bruch gezeigt haben. Auch hier sind die Gánge 
des weissen Granites háufig, an denen die Lagertheile plótzlich absetzen. 

Ouarz als Contactbildung fůhrt hier eingewachsen důnne unrein licht 
orůnlicherau gefárbte hexagonale Tafeln von Talk, wie derselbe schon vordem, 
jedoch in kleineren dickeren Tafeln erwáhnt worden ist. Die bis 2«%“ Durchmesser 
besitzenden Tafeln sind eben oder etwas gebogen, auf der oP Fláche auch un- 
bedeutend runzlig. Der Talk ist wenig, aber deutlich optisch zweiachsig. 

Nester von Skapolith, umgeben von dem mit Tremolit durchzogenen gelblich- 
grůnen Kalke und mit serpentináhnlichen Kórnchen finden sich auch hier háufig. 

In eben einer solchen Scholle von Granitgneus der Třemošnicer Schlucht 
(in welcher das Eisenwerk Hedwigsthal liegt), deren linksseitige obere Nebenschlucht 
Peklo heisst,*“) ist nahe unter der Peklomiihle, etwa 500 Schritt darunter (W 
Kraskov) im rechten Gehánge ein kórniger Kalk bekannt, dessen Fortsetzung gegen 
NW am einen nicht bedeutend máchtigen Gang von rothem Granit plótzlich absetzt. 
Auch durch weniger bedeutende Granitgánge ist der in seiner Lagerung gestorte 
kórnige Kalk durchsetzt. Die Lagerstátte scheint ein Lager zu sein, wiewohl die 
Aufschlůsse noch geringen Zweifeln Raum lassen. In den Granitgingen sind auch 
mit Biotit umhůllte Kalk- und Skapolithnester anzutreffen. Das Verfláchen des Lagers, 
dessen Máchtigkeit bis zu 1'/;"“ ja sogar zu 3“ anschwillt, wechselt von 22" bis 
24"/,» mit 20—409. Es ist nur in der Mitte rein weiss, nur mit grůnlichen 
Streifen; "/„“ vom Hangenden und Liegenden aber grůnlich gefárbt durch Serpentin 
oder Actinolitimpraegnationen. Der kórnige Kalk wird durch fingerdicke Adern von 
verworren  kórnig-kurzfaserigem Actinolit von graulich-grůner Farbe oder mit 
Tremolit von lichterer Farbe durchsetzt. Sowohl in diesen Adern als auch am 
Contacte mit dem Nebengestein finden sich Skapolith; die Kliftchen erscheinen 
mit schwachen Úberzůgen eines serpentinarticen Minerales úberzogen. Im derben 
Skapolith sind auch kleine Titanitkrystalle eingewachsen. 

Das Vorkommen von Skapolith erinnert an die Mineralfundorter bei Bojanov. 

Im důnnplattigen Glim merschiefer und seinen Úbergángen in Amphibol- 
schiefer finden sich nur kleine Granatkórnchen in der Umgebung von Podhořan. In 
den Gneusglimmerschiefern W von Mrákotín (zwischen Skuč und Hlinsko auf der 
Karte als Glimmerschiefer aufgetragen) kommen gleichfalls kleine Granatkórner vor. 


171 


V Im OS Fusse der Železné hory sind meist zahlreiche Baue auf Gánge und 
| Trůmmer von Limonit zwischen Licoměřic bis Chvalovic (Žlebské Chv. NO 
- Ronov) im Betrieb gewesen. Bei Licoměřic entweder in faulem Glimmerschiefer 
- oder Phyllit-Glimmerschiefer oder Amphibolitschiefer, was nicht immer nach alten 
Pingen genau zu entnehmen ist; bei Chvalovic in einem faulen Gesteine, welches 
nicht mehr deutbar ist und das zersetzter Amphibolit oder Diorit sein kónnte, 
in Amphibolschiefer. Die Limonite důrften Ganotrůmmer oder Gangnester als 
“ Rasenláufer vorgestellt haben; ob dieselben vielleicht der Ausbiss von Magnetit- 
 trůmmern bilden, kann, weil der Bergbau zum Erliegen kam, nicht behauptet werden, 
7 wo nur Vermuthungen nach den an den Halden vorfindlichen Gesteinen gestattet 
© sind. Die am spátesten zum Erliegen gekommenen Stollenbaue sind knapp bei 
Chvalovic nahe úber der Gránze des schiefrigen Amphibolgneuses und Amphibol- 
schiefers úber der Kreidestufe, die sich an den Fuss des steilen Abhanges anlehnt. 


Bei Licoměřic finden sich auch Auarznester von kleinkrystallinischer Textur 
mit dem dichten Limonit, der hier nesterfórmig vorzukommen scheint. *“) 
In den laurentinischen Gesteinen, welche das Eisengebirge in der Náhe des 
„ bohmisch-máhrischen Gebirges zusammensetzen, finden sich nur wenige beachtens- 
| - werthe Mineralien; so allenfalls im S Theile des Dorfes Krouna (Hlinsko O), wo 
k nicht weit von den sůdlichsten Hůtten des Dorfes in einem Biotitgneuse mit aus- 
- geschiedenen weissen Orthoklasaugen Biotitglimmerschiefer wechsellagert, in dessen 
Wtottarmeren granulitáhnlichen Varietáten grůne Schuppen von Muscovit (Fuchsit) 
| und braunschwarze Tur ma linsáulchen vorkoramen. Das Verfláchen dieser Schichten 
© hier ist gegen 22" mit 30" gerichtet. 
| Zwischen Krouna und Rychnov, jedoch náher zu Rychnov kommen im 
kleinkórnigen Biotiteneus mit weissen Kórnern von Orthoklas (Augengneus), der 
nach 17%/," mit 459 verflácht, viele schwache, hóchstens etwa 1" máchtige Lager 
und lenticuláre Nester von kórnigem weissem Kalke vor, welcher vielfach verworfen 
ist und durch zahlreiche weisse aplitische oder kleinkornige, echte, wenig máchtige 
Graniteánge durchsetzt und ebenfalls verworfen wird. Nur wenig máchtige Gneus- 
schichten trennen stellenweise die Kalklager. 

In dem kórnigen Kalke kommt stellenweise ein schuppiges oder grůnliches 
dichtes durchscheinendes Mineral vor, welches als Talk zu deuten wáre theils in 
Nestern, theils in Klůftchen. Ebenso sind auch Klůfte im Gneus durch grůnliche 

- Steatitůberzůce gefárbt, wie auch in den Graniten manche Orthoklase grůnlich 
$ gefárbt sind, als wenn eine anfangende Pseudomorphose in Steatit vorliegen wůrde.**) 
Ausserdem finden sich bis beinahe erbensgrosse Kórner von blass honig- 
gelber und grauschwarzer Farbe, dichter Textur und der Hárte von 1—1'/, im 
kórnigen Kalke, welche als irgend eine Pseudomorphose nach Augit oder Chondrodit 
zu deuten wáren. Dieselben verlieren im Kólbchen Wasser, werden dabei schwarz, 
brennen sich unter Leuchten weiss ohne zu schmelzen und enthalten kein Al,0,. 
Winzige Psilomelandendrite sind im Kalke háufig. 
In dem kórnigen Kalklager, von 8" Máchtigkeit und NOVerfláchen, von 
Javorka im Eisengebirge (O Bestvín), dessen Liegendes weiss, das Hangende aber 
graphitisch, dunkel gefárbt ist, erscheinen im Liegenden gleichfalls Serpentinnester. 


172 


In dem unter Rychnov liegenden Biotit-Muscovitgneuszugse kommen in 
Ruda bei Pustá Kamenice (bei Čachnov NNO Svratka) in ganz untergeordneten 
Amphibolitschiefern Magnetitanháufungen und Nester vor. *“) 

Ebenso wird Magnetit in Einsprengungen im Amphibolitschiefer bei Stru- 
žinec (SW Hlinsko) angefůhrt, wo bei dem Hegerhause vor 20 Jahren noch Schůr- 
fungen bestanden. Es heisst auch das Hegerhaus „u Rudy“. 

In der Hodonínerschlucht, die oberhalb der Peklomůhle in die Ohebka- 
schlucht můndet, finden sich W von Nassaberg in der Náhe des Weges nach 
Bohmisch-Lhotic in der Thalschlucht in einer kleinen Gneusscholle, welche im 
grauen Granit oder Diorit eingeschlossen ist, kurze Gangtrimmer von Limonit 
von kaum bauwůrdiger Máchtigkeit. Die kurzen Nesterchen und Gangtrůmchen 
von dichtem Limonit in dem ganz faulen Gneuse scheinen auch nur Rasenláufer 
zu sein und moglicher Weise ebenfalls an der Gránze von schiefrigem Diorit oder 
Nestern von Amphibolit mit Granit vorzukommen. Sie důrften den in Dioriten 
eigenthůmlichen Pyriten, die sich gánzlich zersetzt haben, den Ursprung verdanken. 
Eine deutliche Entblóssune in dem vielfachen Wechsel von Gesteinen fehlt, desshalb 
náhere Angaben ber die Lagerungsverháltnisse unzulássig erscheinen um so mehr 
als der Stollen des Versuchsbaues verbrochen ist. 

In den Gesteinen im Liegenden des Eisengebirges also SW von demselben © 
ist vornehmlich Granat ein sehr gemeiner accesorischer Gemengtheil in manchen 
Gesteinen. 

In den schiefrigen Biotitgneusen, welche sich als niedrige Klippen aus der 
Kreideniederung von Zbislav SO gegen Loučic (ONO Časlau) hinziehen, erscheinen 
ganz untergeordnet biotitarme Parthieen, oder Schichten von Muscovitgneus, oder 
Turmalingneus ganz untergeordnet eingelagert. Die schiefrigen Biotitgneuse mit 
oder ohne kurze Auarz- oder weissen Orthoklasflasern fůhren in grosser Zahl bis 
eigrosse colombin- bis colombinrosenroth gefárbte Granatkórner (Almandine). Zu- 
weilen sind die Almandine schalig oder auch kórnig zusammengesetzt mit etwas 
Orthoklas durchwachsen, háufig aber mit einer důnnen Orthoklasrinde umhůllt. 

In dem ganzen Zuge Zbislav-Chotěboř sind Granate in Gneusen háufig, 
so dass eine Aufzáhlung der einzelnen Fundstátten zu weitláufig wáre. 

Reichlich sind bis nussgrosse colombinrothe Granate in dem Biotitgneus 
und dem schiefrigen Muscoviteneus S und SW von Ronov; noch zahlreicher treten 
bis mehr als wallnussgrosse Granatkórner aber im Amphibolgneus zwischen Ronov 
und Mladotic zum Vorschein. 

Ebenso finden sie sich auch im Granitgneus von Staré dvory bei Lichnice. 

Im Amphibolschiefer von Markovic (NW Žleb), sowie auch im Zuge dieses 
Schiefers (auch Amphibolgneus) von Kněžic gegen Moravan, dann bei Zvěstovic 
sind Epidot-Ausscheidungen in Kórnern und kurzen Sáulen so háufig, dass die 
Bezeichnung dieser Schiefer als Epidotamphibolschiefer cerechtfertiot wáre. Bei 
Markovic finden sich in denselben ausserdem noch gróssere nesterfórmige bis mehr 
als ingerdicke Ausscheidungen von weissem Orthoklas. 

In dem Biotit-Amphibolgneus von grobstengliger Textur, der nach 6%,* 
mit 58 verflácht, in der Umgebung von Borová sind winzige Pyrrhotinkórnchen 
bis zu erbsengrossen Aggregaten angeháuft; mit denselben treten ganz spárlich 


173 


| auch Chalkopyritkórnchen, die jedoch erst unter der Loupe. sichtbar sind, auf. 
| Vornehmlich in dem Hůgel S von Borová, auf dem die Kirche steht, zeigt das 
| Gestein die vorerwáhnten Impraegnationen. 

| Sůdlicher bis zur Sázava (bei Přibyslav) zeigen biotitreichere Gneuse 
wiederum zahlreiche Granatkórner. 

In dem Biotiteneus von grobflasriger Textur bei Svratka und Svratouch 
finden sich kurze Gangnester von durchsichtigem Rauchauarze. 

In der Umgebung von Golčův Jeníkov vornehmlich gegen Siden bis Le- 
štinka und Nové dvory finden sich oberfláchlich viele Brocken von wasserhellem 
1 Onarz (Bergkrystall) oder von blass rauchgrauem durchsichtigem Auarze, an denen 
noch theilweise blass fleischrothe Orthoklasbruchstiůcke oder spárliche gróssere 
Schuppen von Biotit haften. Diese durchsichtigen Auarze stammen sámmtlich aus 
schwachen Gángen von Pegmatit, die den biotitreichen Gneus durchsetzen oder in 
Nesterform auch ausgebildet sind. 
jb Ahnliche Rauchguarze finden sich aber auch an andern Orten wie nahe 
-der Sázava, allenfalls bei Kácov recht háufig, was jedoch schon weit aus unserem 
Gebiete fállt. 

Ouarze in lenticuláren Nestern sind in dem flasrigen Biotitgneuse oder 
om dem Glimmerschiefergneuse SW vom Eisengebirge in dem S90 bohmischen 
- Gneusplateau háufig. Die scharfkantigen Brocken gemeinen Auarzes, welche stellen- 
-Weise in den Feldern auf dem Gneusgrunde so háufig sind, stammen aus diesen 
E: Nestern. 


ZRD U ",, BŘE ZSE: oto m —— 


Auch Turmalin in recht ansehnlichen bis fingerdicken Krystallen bildet 
einen háufigen Gemengtheil des Gneuses vornehmlich, wenn er etwas Muscovit 
- enthált. Auffállig ist die Menge des Turmalines in jenen festen schuppigen Mus- 
-= coviteneusen, welche gróssere Kuppen von granitáhnlichem Aussehen bilden, wie 
© die Bláníkkuppen bei Louňovic u. s. w. Eine solche Kuppe aus schuppigem Mus- 
coviteneus, der áhnlich wie Granit in dicke Bánke zerfállt, ist die Tisí skála 
zwischen Časlau und Golčův Jeníkov, in welcher der Turmalin recht háufig ist. 

Indessen durchsetzen den Gneus SW vom Eisengebirce háufig auch Tur- 
malinpegmatite, deren Bruchstůcke sich an allen Feldwegen finden. 
| In dem Biotitgneus n. zw. in der flasrigen und biotitreichen Varietát des- 
- selben findet sich zwischen Borek und Kraborovic SO Vilímov, nahe sůdlich von 
© der Hauptstrasse ein Lagerstock von Serpentin, der úber 100“ Máchtigkeit besitzt, 
- steil nach 2%/," wie der Gneus beinahe saiger verdácht und deutlich bankfórmig 
p“ abgesondert ist. Die Bánke gehen parallel zur Schichtung des Gneuses. 

Das Liegende des Serpentinlagerstockes ist Eklogit, das Hangende bildet 
Amphibolschiefer. Accessorisch finden sich im Serpentin Kórner von zu Phaestin 
umgewandeltem Bronzit; die Kliifte desselben sind durch weisse Magnetitanflůge 
ausgefůllt. 

p a In den Biotitgneusen, die nach 5,—6', mit 80—175“ verfláchen, finden 
sich auch kleinere gangfórmige Nester von Serpentin: so bei der Brůcke (Bráu- 
haus) NW von Borová im rechten Bachufer, wo dieses Gestein mit eingewachsenen 
Kórnern von Bronzit und Pyrop auf viele Schritte Lánge zum Vorschein 
kommt, dann irgendwo im N Gehánge der Žáková hora (A 809" schon in Máhren) 


174 


S von Heralec in Form eines Stockes in den Wiesen des flacheren Gehánges. 
Dieser Šerpentin von schmutzig graugrůner Farbe und sehr feinkorniger Textur 
ist schon ausserhalb des geologisch colorirten Bereiches der Karte.““) 

Bei der Můhle von Stany (SW Hlinsko) kommen in Gneusen und schiclů 
rigen Felsitporphyren bis armdicke Auarznester mit kleinstengligen und verworren 
dickfasrigen Aggregaten von schwarzem Turmalin vor. 


s 


Mineralien der geschichteten Gesteine der silurischen Gesteine des 
Eisengebirges. 


In den Silurschichten des eigentlichen Eisengebirges, in welchem diese 
Gesteine bis gegen Slatiňan zu im Zusammenhange auftreten, finden sich ins- 
besondere zwischen Bumbalka und W Litošic in den schwarzen phyllitáhnlichen 
Thonschiefern der cambrischen Etage A lenticuláre Lager von weissem dichtem 
oder feinkórnigem Guarz von solcher Ausdehnung, dass sie selbst auf der Karte © 
aufgetragen werden kónnen. Lenticuláre Ouarznester von geringerer Grósse sind © 
aber, ebenso wie Trimmer und Schniire, sowohl in Grauwacken als auch Grau- 
wackenschiefern, Thonschiefern Ouarziten, so háufig, dass dieselben nicht besonders 
erwáhnt werden kónnen. In einem bedeutenden solchen nesterfórmigen Auarzlager — 
genau W, etwa 100—200 Schritte von Vápenka (bei Semtěš), welches wahrscheinlich 
in schwarzem cambrischen Thonschiefer A oder am Contact desselben mit Granit © 
eingelagert ist, finden sich Adern und kurze bis fingerdicke Nester von klein- © 
kórnigem derbem Arsenopyrit, welche unter dem Rasen etwas graulich an- 
gelaufen sind und in Klůftchen mit Anfliigen von blassgrůnlich gefárbtem Arsenit 
úberzogen erscheinen. 

In denselben Thonschiefern der Etage A sind Pyritimpraegnationen recht 
háufig; durch theilweise Zersetzung der Pyrite werden die schwarzen Phyllite 
brócklig, zu Alaunschiefer verwandelt, sind mit braunen oder citronengelben schwa- 
chen Krusten úberzogen wie O von Vinařic (Fig. 3, O von Vinařic bei Stange 225). 
Anháufungen von Pyritkórnern oder Krystallen in Form von kurzen Nestern oder 
den Schichten nach gehenden Impraegnationsschnůrchen wurden in diesen Gesteinen 
vielfach beschůrft und auch theilweise versuchsweise abgebaut: so in der Schlucht, 
welche N von Licoměřic ausmůndet, zwischen der Můndung derselben und den 
verlassenen Kalkgruben daselbst etwas tiefer unter denselben, im linken Gehánge 
genau NNO von Licoměřic etwa 550—600* entfernt. Die schwarzen Thonschiefer 
zeigen am Ausbisse braune Limonitfárbungen. Im Walde Stráček NW von dem 
Jágerhause bei Zbislavec ist in der Bachsohle Pyrit in Ouarznestern ebendesselben 
Thonschiefers A in Kórnern eingewachsen. Sonst sind andere Fundórter nicht 
erwáhnenswerth. 

Aber auch in den phyllitáhnlichen schwarzen Thonschiefern der Etage Ddy, 
welche durch die Citkover, Podol-Prachovic-Kostelecer, und andere Schluchten 
entblósst sind, zeigen sich Spuren von einstiger reichlicher Anwesenheit von ein- 
gewachsenen Pyritkrystallen der Form o 0 m. Es finden sich hier námlich in 
den Phylliten úberall zahlreiche einzelne oder geháufte Hohlráume nach verschwun- 


175 


selben doch auf die Wůrfelgestalt der einst da eingewachsen gewesenen Pyrite 

geschlossen werden kann. Die negativen verdrůckten Hohldrůcke sind bráunlich 
© angeflogen. Es ist nicht unměglich, dass unter dem Ausbisse dieser Thonschiefer 

die Pyrite wirklich noch eingewachsen anzutreffen wáren. 
J In dem kórnigen Kalke, welcher einen Lagerstock in den Phylliten Dd,; 
| bei Vápenný Podol-Prachovic bildet, erscheinen Klůfte durch spáthigen Calcit 
ausgefůllt oder auch mit Drusen der Form — ",R. o R úberkleidet. Im óstlichen 
| © Lagerende ist der Kalk durch eine mit zerriebenem graphitischen Phyllit ausgefůllte 
© Verwerfungskluft dislocirt, in deren Náhe im kórnigen Kalke Calcitdrusen der 
| 


[ denen Pyriten, aus denen trotz der eingedrůckten und deformirten Formen der- 
: 
| 


Form — 2R und auch Selenitkrystállchen vorkommen. 

Im kórnigen Kalke der Etage A in der Schlucht von Licoměřic sind in 
| Limonit umgewandelte Pyritkórnchen, oder oberfláchlich bráunliche Pyrite der Form 
| 


o p =- bis 17% Grosse, eingewachsen. 
, Aber auch echte Gánge von Mineralien durchsetzen die cambrischen 
- Gesteine. 
Durch Chvaletic (OS Elbe-Teinic) streicht ein máchtiger Limonitgang 
1 in Schichten der Etage A, von dem sich lose Brocken von dichtem reinen Limonit 
-am Wege vom oberen Theile des Dorfes gegen Zdechovic reichlich zerstreut vor- 
> finden. Aber 55o= WNW von der Mitte des Dorfes aus gemessen, kommt der 
-40—50 Schritte máchtige Gangausbiss im Wege gut entblósst zum Vorschein, in 
— dessen Streichungsrichtung Erzfundstufen gesammelt werden kónnen. Der Gang 
-- besteht aus einer faulen gebleichten Phyllitbreccie, welche durch Limonitschnůre 
-- durchsetzt und mit Limonit verbunden ist; im Gange findet sich auch ein gánzlich 
$ - aufgelóster, vielleicht granitischer Gang, der durch ein Limonitnetzwerk durchsetzt 
- wird. Das Erz ist stellenweise geodenartig, auch aus verschieden fárbigen in 
© einander geschachtelten Schalen zusammengesetzt. Das Nebengestein, ein ebenfalls 
-— fauler, am Ausbiss gebleichter und aufgelóster Thonschiefer mit steilem NNO Vex- 
fláchen zeigt Limonitimpraegnationen, sowie auch citronengelbe Anflůge, die auf 
zersetzte Pyritimpraegnationen hindeuten. Im Ausbisse sind kleine Nester von 
„Psilomelan, sowie auch Psilomelankrusten auf halb zu Lydit umgeánderten 
"Thonschiefern háufig. Ebenso finden sich im lettig aufgelósten Thonschiefer des 
-- Gangausbisses unter dem Rasen kleine Knollen von Diadochit mit traubiger 
-— Oberfláche. Das ganze Erzvorkommen erinnert ungemein an den Erzgang im W 
-— Abfall des Chlumberges bei Mezihoří. **) 
In den licht grůnlichorauen cambrischen Grauwacken oder schiefrigen 
- Grauwacken sind kurze Auarzgánge oder Klůfte háufig. 
| Ganz nahe bei Ledec (N) (SW Choltic) verffáchen die Grauwacken mit 
909 nach 1—1'/,*, sind aber transversal zerklůftet; das Verfláchen der transversalen 
Zerklůftung, welche in schiefrigen Einlagerungen eine falsche Schieferung hervor- 
bringt, ist aber nach 8%/,* mit 64% gerichtet. Klůftchen oder arm dicke Gang- 
trůmmer von weissem Guarz von krystallinisch zerfressenem Aussehen in den 
drusigen Hohlráumen, stellenweise nach verschwundenem Pyrit braun gefárbt mit 
bis handgrossen Nestertrimmern von feinkórnigem Chlorit, durchsetzen die 


RzS „O 


176 


Schichten in Menge, weil die bedeutende Dislocation hier die Bildung vom 
Spaltenráumen begiinstigte. Ouarz und Chlorit sind gleichzeitige Bildungen. Selten 
fand sich hier auch ein derbes beinahe nussgrosses Korn von Chalkopyrit, 
dessen Vorkommen so háufie an Auarz-Chlorit-Gánge gebunden ist. Dass das 
schmutzig grůne sehr feinkórnige Mineral wirklich Chlorit ist, zeigt dessen spec. 
Gew. von 2:9815 (mit 284g Substanz bei 299 C). ' Der lufttrockene Chlorit hat 
beinahe kein hygroskopisches Wasser enthalten, denn úber Schwefelsáure verlor 
derselbe hóchst unmerklich an Gewicht; das spec. Gew. bezieht sich auf das 
getrocknete Mineral. Die Schuppen des Chlorites von hexagonaler Form haben 
die Breite von 5—z54g". 

Úbrigens ist in kórnigen Grauwacken sehr feinkórniger (sogenannter dichter) 
Chlorit in Auarztrimmern und ebenso mit Limonitimpraegnationen von zersetztem 
Pyrit herrůhrend an unterschiedlichen Orten des Eisengebirges anzutreffen. 

Abgesehen von den in Šchiefern eingewachsenen Mineralien, wie dem. 
Ottrelit im S Abhange der Bučina der zusammenhángenden Silurgebilde im Eisen- 
gebirse, dem Staurolith, Andalusit, Granat in der Hlinsko-Skučer, im Granit 
eingehůllten Schieferinsel, und bei Nichtberůcksichtigung der zahlreich in Schiefern 
auftretenden Auarznester sind in der Schieferinsel bei Kreuzberg (Krucburg) noch. 
Mineralien bekannt. | 

In den grauen, grůnlichgrauen cambrischen Phylliten oder Glimmerschiefer- 
phylliten, also metamorphosirten ehemaligen Grauwackenschiefern, die nach 10*—14% 
mit 209—509 verfláchen, sind bei Kreuzberg kleinkórnige guarzige Grauwacken ein- 
gelagert. Dieselben erscheinen zwischen Stadt Kreuzberg und dem Kreuzberge 
(A 659=) durch zahlreiche seichte Gruben entblósst, in welchen auf kurze Gánge 
und Gangnetze oder Gang-Nester von kleinkórnigem (Eisenglanz) oder dichtem 
Haematit Tag-Baue gefihrt worden sind. Alle Klůftchen der graulichen fein- 
kórnigen Ouarzit-Grauwacke sind mit dichtem Haematit oder wenigstens schwachen 
Úberzigen dieses Minerales braun roth gefárbt. In den Hohlráumen des Haematites 
sind Malachite in tafelartigen Aggregaten als Pseudomorphosen nách irgend 
einem Mineral anzutreffen. *?)  Ausserdem finden sich auch schwache Úberzůge, 
důnne Rinden oder Aufliige oder auch hanfsamengrosse halbkuglige, sehr dinn 
concentrisch schalige Aggrecate einzeln oder vereinigt. Die Farbe des Malachites 
ist zwischen span- und smaragdgrůn. Mit dem Haematit findet sich auch Chalko- 
pyrit **).  Nebstdem zeigen die Klůfte der guarzigen Grauwacke einzelne kugel- 
fórmige, oder aus Halbkůgelchen bestehenden diinnen Krusten von schwárzlich 
smaragdgrůnem Lunnit. Die Krusten haben bis mehr als Millimeterdicke, die 
Kůgelchen sind grósser als eine kleine Erbse. Selbst die reinst ausgesuchten 
Lunnitkůgelchen von hóchst zart radialfasriger Textur, oder die klein traubig- 
nierenfórmigen Krusten erscheinen mit wenig Malachit verunreinigt. 

Die Hárte — 5'/,, das specif. Gewicht konnte, da sich selbst das allerreinst 
ausgesuchte Mineral als mit Malachit verunreingt ereab, nicht bestimmt werden 
In Essigsáure und auch theilweise im Ammoniak ist er lóslich. Manche Krusten sind 
mit einem schwachen Úberzuge von Haematit (mit Limonit gemengt) oberfláchlich 
braunroth gefárbt, ein Hinweis auf die jůngere Bildung mancher rothen Úberzůge, 
welche in der Regel álter sind als der Malachit und Lunnit. 


177 


p Eine Analyse mit T 14 g. Substanz ergab: 
jé Umgerechnet auf die bei 100%C 


H.O bei 1009C 74 getrocknete Substanz 
Glůhverlust 1091 PRIPĚTD "ro l OT rod POVORSVÉ 
CuO 68:46 DOE VOLTIOPTAO C, TELO TAGS O) 
Fe, 0;, P4L0; 374 2.10% PIBGONBN 00. 00 
P, 0; 1466 JL, 2 8, 10109 OVV AA 
As, 05 Spur ZDE roků S HOZGT BO (D8 
Unlóslich (Gangart) | 290 19007915., UHS.. „OTO Sh 
10141 10139 


Diese Analyse gibt auch folgendes: 
Glůhverlust 10:97 


CuO 6893 

109024200 
Pa 6:0 
As, 0; „Spur 


PRO atArt 291 
oder da das Eisensesguioxyd als Limonit vorhanden war, ergibt sich: 
Glihverlust des grůnen Minerales 1063 


CuO 6893 
01108 
As, 05 Spur 


Limonit | 234 

unlósliche Gangart., 291 
bi : Der Glůhverlust von 10'63 besteht aus H, O des Lunnites und Malachites 
sowie H;O, CO, des Malachites, welcher als untrennbare Verunreinigung mit dem 
unnit zum Vasek kommt. Da wegen Mangel an reinerem Material die Menge 
der CO, nicht direkt bestimmt werden konnte, um daraus das Mengenverháltniss 
A des Malachites bestimmen zu kónnen, musste bei der Berechnung der Analyse 
"9 Verháltniss des H+O und CO,, welche der Malachitbeimengung entsprechen 
růrden, etwa so gewáhlt werden, dass auf die P, O; Menge ein durch eine ganze 
| Z hl ausdrůckbares aeguivalentes Multiplum von A, O entfalle.*“) Es ergibt 
si sich dann als Verháltniss des O im H,O, (des Glihverlustes nach Abzug des 
1,0, CO, des Malachites) CuO und P, O; wie 610:1121:934 oder 327:6:5, 

vas der Lunnitformel entspricht. 

Das zur Analyse verwendete Lunnitmateriale wůrde darnach bestehen aus: 
jh  Lunnit 815, Malachit 13-22, Limonit 2:30, unlóslicher Gangart 2:87, zu- 
sar mmen 100: 009. 


F 


rten beitragen und welche theils kórnig oder porphyrartig ausgeschieden sind, 
12 


178 


wenn auch manche davon, wie die bis fingererossen blassfleischrothen Orthoklas- 
krystalle des Gneusgranites O von Slavětín Erwáhnung verdienen. 

In dem grauen Gneusgranite der Umgebung von Horní Babákov (NWN 
Hlinsko) vornehmlich an der Gránze mit den krystallinischen Schiefern der Hlinsko- 
Skučer silurischen Schieferinsel finden sich zentnerschwere weisse Ouarzblócke, als 
Trimmer von Gangnestern, auf der Oberfláche. In denselben sind grobkórnig 
bláttrige Aggregate von Muscovit eingewachsen, welche entweder áltere, oder 
mit dem Auarze gleichzeitige Bildungen vorstellen, da sich unvollkommene Krystall- 
aggregate im Auarze, wenn dieselben entfernt erscheinen, als Hohldrůcke abformen. 
Selbst kopferosse, kórnig schuppige, nur aus Muscovit bestehende Aggregate finden 
sich hier háufig lose herumliegen. 

Im SW Abfalle der Kaňková hora, oberhalb Kubíkové Duby und Třemoš- 
nice, werden schwache Pegmatiteánge in dem' groben Graniteneuse bemerkt, in 
welchen oft ziemlich bedeutende Muscovittafeln, wenn der Orthoklas blassfieisch- 
roth; noch háufiger aber, wenn die Gánge weissen Biotitpegmatit vorstellen, gróssere 
Biotittafeln eingewachsen erscheinen. 

Im Amphibol- und Biotit-Amphibolgneus, der nach 4'/,* mit 267 verflácht, 
erscheint S von Ronov, ganz nahe (etwa nur 200 Schritte SW, von der Můhle 
„na kořečníkách“ ein etliche Meter máchtiger zertrůmmefter Pegmatitgang, aus 
weissem grosskórnigem Orthoklas, blass rauchgrauem, sehr grobkornigem Auarz 
und wenig Biotitplatten zusammengesetzt. Am Wege von Ronov zur heiligen 
Kreuz-Kirche, knapp SO hinter der erwáhnten Můhle, důrfte der Gang wieder aus- 
beissen, aber er scheint hier ein Trumm, das beinahe nur aus Biotittafeln besteht 
zu bilden, denn der Orthoklas ist zu róothlichgrauem Kaolin verándert, der Ouarz 
unversehrt. Der Biotit (Meroxen) bildet bis thalergrosse und noch gróssere bis 
fingerdicke, unvollkommen hexagonale, ebene oder schwach gebogene Platten, die 
durchaus leicht unter der Strasse auszugraben sind. Die schwarzgrůnen Tafeln 
sind oberfláchlich und in feinen Klůftchen bráunlich roth, durch Thon gefárbt. 

In einem weissen grobkórnigen, beinahe an Pegmatit erinnernden Granite, 
welcher zahlreiche, wenn auch wenig máchtige Gánge und Trimmer am Berge 
Krásný, im Ochozwalde bei Chlum, in der Dehetníkschlucht bei Polanka bildet 
und die Ursache von Verwerfungen in den Kalklagern hierselbst vorstellt, sind 
kleine bis beinahe linsengrosse graubraune Krystalle von Titanit der Form 
2/,P2. oP. +P o háufig eingewachsen. 

Der Granit erinnert an Aplit und Pegmatit zugleich, da er arm an deut- 
lichen grósseren Biotitschuppen ist, statt welchen oft nur kurze lichterůne Am- 
phibolsáulchen den dritten Granitgemengtheil bilden. Der rein weisse Orthoklas 
herrscht bedeutend vor, der Ouarz ist nur ganz untergeordnet, blasseraulich, durch- 
sichtig. Ob der Amphibol ursprůnglich, oder vielleicht eine Pseudomorphose von 
fasrigem Actinolit nach irgend einem Minerale vorstellt, bleibt fraglich, obwohl 
das erstere, bei der Frische des Gesteines eine hohe Wahrscheinlichkeit besitzt. 
Stellenweise zeigen die Granitgemengtheile eine Tendenz zur Bildung von schrift- 
granitartigen Verwachsungen, was das Gestein wieder dem Pegmatit náher růckt. 

In diesem Granite mit fleckenweise blassgraulichem Orthoklase und seltenen 
grósseren Biotittafeln ist im Kalkbruche der Dehetníker Schlucht auch Apatit 


E -—— 
k oo 


179 


von schón blassgrůner Farbe, táuschend áhnlich dem DBeryll in der Form o P, 
ohne Endflache, von Rabenfederkieldicke eingewachsen vorgefunden worden. Das 
sehr seltene Mineral von der Hárte 5, ist in Sáuren lóslich. 

Auch im Biotitgneus, welcher glimmerreich erscheint (Glimmerschiefer- 
gneus) und zwischen Moravan und Spitic (N Vilímov) langgezogen lenticuláre 
Ouarznester eingeschaltet enthált, erscheinen in den Schluchten bei Bučovic ganz 
schwache Gánge von Pegmatit, die wenig Tur m alinsáulen, aber dafir nette bis 
mehr als 1" breite rhombische Prismen von Muscovitkrystallen eingewachsen 
enthalten. | 

Eines von den gemeinsten Mineralien auf Klůften im rothen Granit, welches 
vornehmlich dort zu finden ist, wo dioritische Gesteine den rothen Granit durch- 
setzen, ist dichter Epidot. Krusten bis zu Fingerdicke oder důnne Anflige sind 
vornehmlich in der Umgebung von Nassaberg, der Umgebung von Seč (Kraskov, 
Žďárec, Rudov, Kovářov) háufig. An die Aufzáhlung sámmtlicher Orte, wo der 
Epidot in rothem Granit vorkommt, kann hier nicht eingegangen werden. 

In Graniten finden sich auch Impraegnationen und ader- sowie nesterartige 
Ausscheidungen von dichtem Haematit, so allenfalls im Dorfe Včelákov selbst, 
wo jedoch ůúber das Verháltniss der Impraegnirung wegen unvollstándiger Ent- 
blosung keine náhere Angabe moglich ist; dann auch in dem Šteilabfalle des 
Eisengebirges zwischen Bestvín und Roušínov, wo vornehmlich der rothe Granit 
unter Hoješín, wenn derselbe etwas zersetzt erscheint, durch Impraegnationen oder 
Haematittrůmmer und Schnůre durchsetzt wird. 

Der Auarz- und Felsitporphyr fůhren kein nennenswerthes unwesentliches 
Mineral. Nur in den schiefrigen Felsitporphyren des máchtigen Rtein- 
Lukavicer Gangmassivs finden sich etliche Mineralien von Belang. Die grauen 
Felsite und Felsitschiefer des Svídnicer Thales enthalten stellenweise zahlreiche 
Impraegnationen von Pyrit, sowie bis 2%" breite Pyritwůrfel eingewachsen. Der 
oberfláchlich nicht mehr ganz frische Porphyr des rechten Thálchen-Ufers zwischen 
Petříkovic und Pohořalka (SW Slatiňan) ist am Wege, welcher von da, námlich 
*75—'76 km ONO von Petříkovic, nach Liboměric fůhrt, stellenweise rothbraun 
gefárbt und wird durch einen deutlichen, etliche wenige dm máchtigen, aus reinem 
dichten Haematit bestehenden Gang durchsetzt, dessen Ausbiss in den Wec fállt. 

Fingerdicke Haematitschnůre und Impraegnationen durchsetzen auch den 
schiefrigen Felsitporphyr von Bitovan. 

Der "56 km ONO von Malé Lukavice entfernte Hiůgel, genannt Podjahod- 
nický vrch (A331), der aus hóchst feinkórnigem Felsit besteht, fiihrt in Klůften, 
die durch Limonit bráunlich angeflogen sind ausser Schůppchen von Pyrophyllit 
auch, wiewohl seltener bis úber Centimeter breite, radial-stengligschuppige Aggre- 
gate dieses Minerales. Die stengligen Bláttchen sind perlmutterelánzend und blass 
gelblichbráunlich. 

In Velké Lukavice (Gross L.) selbst kommt kein schiefriger Felsitporphyr 
zum Vorschein, weil derselbe zur Gánze verfault, und in ein schiefriges, dem 
ersten Anblicke nach an Talkschiefer erinnerndes, nicht bedeutend festes Gestein 
umgewandelt ist, welches aus zarten, blass gelblichgrauen Schůppchen von Pyro- 
phylliit und GAuarzlagen oder gedehnten Auarzkoórnern besteht.  Dass die hochst 

12* 


| 


180 


zarten Schůppchen nicht Talk, sondern Pyrophyllit (ein Zersetzungsprodukt des 
verfaulten Orthoklases) sind, ergibt die Untersuchung, indem dieselben Al;0, 
enthalten und nach dem Verluste von :419/, H,O bei 1009 C, bezogen auf das 
lufttrockene Mineral, einen Gliůhverlust von 5:199% (aus '/,„ g) erleiden. Das Wasser 
entweicht schnell aus dem Minerale, wenn sich dasselbe auch nicht aufbláht, wie 
die bláttrigen Varietáten desselben (bei Talk wird das HO erst bei lange anhal- 
tendem Glůhen verjagt). Stellenweise zeigt der Pyrophyllitschiefer keine Auarz- 
kórner, stellenweise tritt das umgekehrte Verháltniss statt. In dem Pyrophyllit- 
schiefer selbst, oder in der Náhe der Auarznester, die darin oft zum Vorschein 
kommen, oder auch in den Auarznestern findet sich Pyrit in Krystallkórnern, oft 
bis zur gánzlichen Verdrángung der Schiefermasse gedrángt vor, meist aber.in 
einzelnen Kórnchen zerstreut. Die Form gewisser, deutlich krystallisirter Pyrite ist 


entweder 00 O o oder auch — E deren gróssten bis 1©% im Durchmesser breit 


sind. Sonst erscheinen auch Einsprengungen dieses Minerales. Alles Nábere darůber 
wird im III. Abschnitte folgen, der dem Bergbaue zu Lukavic gewidmet sein wird. 

Úbergánge von frischen schiefrigen Felsitporphyren in diese Pyrophyllit- 
schiefer finden sich bie Skrovád, indem sich in der Porphyrmasse důnne, parallel 
gelagerte Membranen von schuppiger Zusammensetzung zeigen. 

In schiefrigen ganz faulen graulich gebleichten Gesteinen, von denen es 
nicht sicher ist, ob sie eine Phyllitscholle oder schiefrige Felsite waren, NO bei 
Licibořic sind nahe der Granitgránze auch Baue auf Haematitimpraegnationen 
durch Pingen angedeutet. Eine Bedeutung důríte das Vorkommen nicht haben. 

Im Syenit von Kraskov (SO, von Ždárec NNO, von beiden Orten beinahe 
oleich weit etwa 1 km entfernt) finden sich im rechten Ufer des Zlatý potok in 
dessen nicht flachen Ufern bedeutende Nester eines Epidotgesteines, welches aus 
Ouarz, dichtem Epidot, braunem Granat in bis faustgrossen Gemengtheilen 
besteht. In dem Epidotgesteine erscheinen schwache weisse Calcitadern von faseriger 
Textur. Klůfte des Syenites úberzieht Epidot in áhnlicher Weise wie im rothen 
Granit; auch Pyritkrystállchen fůhren dieselben. In den Epidot- oder Epidot- 
guarznestern sind nun Impraegnationen von Magnetit háufg, stellenweise sind 
die Magnetitkorner so gedránst, dass sie derbe nesterartige oder gangartige Aus- 
scheidungen bilden ; theils sind sie an Epidot, theils an Granat gebunden. Zahlreiche 
kleine Pingen von da gewesenem Bergbaue **) deuten die Richtung des Streichens 
dieses magnetitfihrenden Epidot-Granatgesteines im Syenit an, welche sich stellen- 
weise von O nach W gehend, erkennen lásst. 

Der Titanit in diesem Syenit, welcher winzige Krystállchen bildet, der 
aber auch in DBiotit-Amphibolgranit von Hutě (b. Ransko) und an zahlreichen 
andern Orten in Syenit und Diorit vorkommt, ist schon bei den betreffenden 
Gesteinen jm Abschnitte I. genannt worden. 

Die im Diorite und zwar in der kórnigen Varietát desselben, gleich- 
giltig, ob er echter Diorit oder Uralit-Diorit sei, vorkommenden accessorischen 
Mineralien wie Magnetit, Pyrit, Pyrrhotin, Ouarz, werden hier nur dann erwáhnt, 
wenn sie in auffálligerer Menge vorkommen, denn das Vorkommen derselben ist 
in gewissen Fállen selbstverstándlich. 


181 


Im Diorite des Zuges Božov-Hořička (Hůgel) finden sich ausser beinahe 
durchsichtigen eingewachsenen Auarzkórnern bis mehr als Erbsengrósse von blass- 
bláulichmilchweisser Farbe, welche dadurch an Cordierit erinnern, noch Auarze 
in Krystalldrusen als Ausfůllung von Klůften. Ebendaselbst und zwar in den 
Hůgeln von der Podbožover Můhle bis zum Hořičkahůsgel sind in Klůften federkiel- 
bis beinahe fingerdicke Epidotkrystalle, meist nur mit vóllie entwickelten hori- 
zontalen Prismenfláchen, oder krystallinische Úberzůge sehr háufig. Der Epidot 
gehórt úberhaupt zu den háufigen Mineralien im oder auf kórnigem Diorit, so 
findet er sich in Kórnchen im Epidot von Trpíšov; im schwarzen, aus Blócken 
angeháuften kleine, niedrice Kuppen bildenden Diorit S von der gewesenen Kies- 
Pochmiůhle bei Malé Lukavice aber finden sich Amygdaloide von Erbsengrósse, 
welche aus radialfasrigem Epidot bestehen. Der ziemlich kleinkórnige Diorit fůhrt 
noch ausgeschiedene Amphibole auch Pyrit, selbst bis in nussgrossen Aggregaten, 
etwas seltener Pyrrhotinkórner.  Weitere Epidotfundorter im Diorit werden nicht 
aufgezáhlt. 

Ebenso háufig findet sich in eingesprengten Kórnern Pyrit. Besonders 
reich an solchen Einsprengungen, welche selbst in den kleinsten Brocken des Ge- 
steines nicht fehlen und bis nussgrosse Anháufungen bilden, ist der feinkórnige 
Diorit, welcher zwischen Vejsonín, S Malé Lukavice, dann ONO Malé Lukavice 
im Žumberger Thale, einen oder mehrere Gangstócke bildet. Bei der Můhle in 
Svídnic finden sich in Dioritaphanit und Felsit bis 2""* Kantenlánge messende Pyrit- 
wůrfel háufig. Es braucht nicht eigens erwáhnt zu werden, dass der Ausbiss des 
Dioritgangstockes braun gefárbt ist. 

Der Pyrrhotin, so háufig derselbe in Dioriten in kleinen Kórnchen 
auftritt, bildet in demselben doch nicht háufig kórnige Anháufuncen. Erwáhnens- 
- werth ist ein Gang von schwarzgrůnem mittelkórnigem Diorit mit etwas Olivin, 
welcher im Ransker Walde, in der Nikolaizeche nahe der Můndune des Stollens 
auftritt, in Kliůften stark braun gefárbt ist und in welchem Pyrrhotinkórnchen, 
Pyrit, seltener Chalkopyrit ja sogar Arsenopyritkórnchen bis hochstens 
hanfkorngrósse so reichlich eingewachsen sind, dass sie einen bedeutenden Bruch- 
theil der Gesteinsmasse ausmachen. 

Durch den westlichen Theil des Dorfes Včelákov streicht ein viele Meter 
máchtiger, kleinkórniger, mit Pyrit impraegnirter Dioritgang etwa von N nach £. 
Derselbe zeigt sich in einen mit Wasser ertránkten Tagbau und Schachteinbaue im 
Dorfe selbst, in der Náhe des durch Haematit gefárbten Granites. Aus dem Diorite 
wurden einst Pyrrhotin, dann andere Erze, Chalkopyrit ““) und Galenit ge- 
wonnen. Es kann úber die Art des Vorkommens, nachdem keine Anhaltspunkte mehr 
vorliegen, kein Urtheil abgegeben werden, wahrscheinlich waren es Nester und 
Impraegnationen. Der Pyrrhotin kam in bis faustgrossen, derben, etwas schalig aus- 
gebildeten Massen vor, welche als unverwendbar galten, da aus den Haldenstůcken 
Gartenmauern aufgefiihrt wurden. Dass auch Galenit hier gewonnen und daselbst 
verschmolzen wurde und wahrscheinlich das eigentlich werthvolle Mineral dieses 
Bergbaues vorstellte, von dem die Daten so důrftig sind, folgt daraus, dass im 
Wege nach starken Regen noch Bleitropfen als Reste der gewesenen Schmelzwerke 
aufzufinden waren. 


182 


An der Ohebka u. zw. im linken Ufer finden sich in kleinkornigen Dioriten, 
die mit Syeniten und Syenitgraniten die rothen auch grauen Granite hier durch- 
setzen, besonders zwischen Řeka und Mezisvětí S unter Křižanovic (NW Nassaberg) 
im Ufer selbst Pik rolitůberzůge (Serpentin) in důnnen Klůften. Da Pikrolit nur 
in Serpentinen zu treffen ist, so ist dieses Vorkommen bemerkenswerth. Bei Řeka 
findet sich in kórnigen Dioriten kleinkórniger Chlorit in kleinen Hohlungen 
und Klůftchen. 

In Zersetzung begriffene Diorite bei Ransko, sowie Diabas bei Chrtník 
fůhren in Klůften spáthigen Calcit háufic. 

Die aphanitische Ausbildung des Diorites der Chlorit-Epidot-Diorit fůhrt 
in Mandeln bis zu Nussgrósse dichten Epidot, wie S bei Lhota (W Choltic). 

Im Corsite sind nur die grósseren Ausscheidungen von Anorthit erwáh- 
nenswerth, wie sich solche neben grósseren Amphibolnestern bei Mladotic finden. 
Es lassen sich sogar Formatstůcke schlagen, welche beinahe durchwegs aus reinem 
weissen, durchscheinendem, grobkórnigem Anorthit bestehen. In allem anderen 
wird auf den Corsit pag. 150 verwiesen. 

Im Gabbro von Vinařic sind nebst dem schon erwáhnten Pyrrhotin auch 
kleinkornice Chlorite und Plagioklaskrystalle in Gangklůftchen háufig. 

Der Serpentin, welcher in einer unbedeutenden stockfórmigen Masse 
in Mladotic (einige Schritte NW der Můhle) licht- bis důstergraugrůn gefárbt, 
orobbankformig abgesondert, unter dem Rasen ziemlich zersetzt vorkómmt, enthált 
noch kleine Olivinkórnchen. Nebstem aber Bronzit in krystallinischen kleinen 
Kórnern und Chromit in winzigen Kórnchen eingewachsen. Der etwas zersetzte 
Serpentin unter dem Rasen fůhrt weisse Ma gnesitknoten und Úberzůge; frischere 
Gesteinsbánke sind durch fingerdicke Schnůre von spáthigem Calcit durchzogen, 
andere wieder durch Gymnit von schmutzig gelblichgrůner Farbe ausgefůllt. 
Der an den Kanten schwach durchscheinende, schimmernde, fettelánzende, ziemlich 
leicht  zerbrockelnde und unvollkommen muschlig brechende, mit zahlreichen 
schwarzen Psilomelanklůftchen durchtrůmmerte Gymnit hat, rein ausgesucht 
das sp. G. von 24400 (aus 125 ©). Er ist mit zahlreichen mikroskopischen 
Poren durchzogen, da er im Wasser bedeutende Mengen von Luftbláschen ent- 
wickelt. Das hier gefundene spec. Gew. ist gegenůber den sonst fůr Gymnit 
angegebenen Zahlen von 194—231 zu gross, was vielleicht auf den oberwáhnten 
Umstand, der nicht bei allen Gymniten sich einstellt, zurůckzufůhren sein důrfte; 
měglich dass dies auch auf andere Verunreinigungen, welche in amorphen Zer- 
setzungs-Mineralien so háufig vorkommen, bezogen werden kann. Manche der 
erwáhnten Calcitadern in etwas frischerem Serpentin enthalten in der Mitte eine, 
wenige mm dicke Lage von grůnlichgrauem Gymnit, der demnach erst nach erfolgter 
Calcitbildung die Adern ausfůllte. 

Unter dem Rasen ist stellenweise der Serpentin ganz in einen gymnitischen 
zersetzten Serpentin umgewandelt, in welchem kleine Nester von weissem Auarz, 
eines im zersetzten Serpentin so seltenen Minerales aufeefunden worden sind. An 
den Berůhrungsstellen mit den Auarznestern finden sich in dem zersetzten Serpentin 
griůine Schuppen, die man sonst als Chlorit zu bezeichnen pflegt, welche aber auch 
Pennin oder Talk sein kónnten. 


183 


Die aus schmutzig graubrauném, oberfláchlich etwas luckigem Serpentin 


- bestehende bewaldete Kuppe von Ransko, um welche ein Troktolit-, dann ein 


Corsitring die Serpentinbegránzung bilden, enthált trotz der Entstehung des Serpen- 
tines aus Olivin doch wenig fůr den Serpentin charakteristische Mineralien. Viel- 
leicht ist die Umwandlung des Serpentins schon eine zu bedeutende. Nur Klůftchen 
mit dichtem Magnesit und mit Pikrolit sowie Marmolit zeigen sich in demselben, 
wie an der Malá louka auf der Kuppe. Auch lanefaseriger Chrysotil soll im fri- 
scheren Serpentin unter der Erzdecke in der Nikolaizeche vorgekommen sein. 
Besonders bemerkenswerth fůr den Serpentin ist dessen Úberlagerung 
durch Decken von erdigem oder oolithischem Limonit, dessen Máchtigkeit etliche 


š Meter betrágt. Es sind diese ausgedehnten Limonitdecken ein Gegenstand sehr 


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regen Bergbaues gewesen und wird das Náhere darůber im III. Abschnitte folgen. 


Mineralien der jůngeren an das Eisengebirge sich anlehnenden 
Schichten. 


In der Insel von permischen Sandsteinen und Conglomeraten von theil- 
weise lockerem Zusammenhange sind bei Nouzov am NO Fusse der Kaňková hora 
(NW Seč) Nester von dichtem Auarz, Hornsteine námlich, von róthlichen oder 
bráunlichen Farben zu finden. Dieselben liegen zerstreut im Walde und stammen 
aus aufgelósten Schichten. 

In den Schichten des Kreidesystems, welche das Eisengebirge umfassen, 
finden sich Mineralien vornehmlich in den tiefstem limnischen Schichten der unter- 
cenomanen Stufe (Perucer Schieferthone). Wo diese tiefsten Schieferthonschichten, 
die zu Thon zercehen, allein oder mit zu Sand oder Kies zerfallenen Resten der 
úber ihnen lagernden Auadersandsteine (Perucer Auader) zu Tage treten, dort finden 
sich oberfláchlich kleine Nester von thonigem Limonit zerstreut. Diese Limonite 
bilden Knauer, dann Impraegnationen in dem Thon oder in eingelagerten Sand- 
steinlagen und důrften frůher Sphaerosiderit gewesen sein. In dem Rande der 
tiefsten Schichten des Kreidesystems, welche im Bogen von Načešic, Vlastějov etwa 
úber Vyžic nach Kostelec (SW Heřmanměstec) sich schleppen, sind derartige Erz- 
anháufungen durch bis 6" tiefe Scháchtchen (Duckeln) zahlreich aufgeschlossen 
und unter der nicht máchtigen weissgrauen Thonlage gegraben worden *'). 

In dem Gehánge zwischen Kostelec und Skutíčko (bei Skuč) sind diese 
tiefsten untercenomanen sandigen Schieferthone und durch Erze impraegnirte Sand- 
steinlagen, mit Haematit und Limonitknauern róthlich gefárbt, darůber folgen 
erst die weissen oder graulichen Schieferthone und Sandsteine, in welchen sich 
Schmitze, Lagen und Nester von schwarzem Lignit finden. Meist stellen die 
Lignitnester die Form von verdrůckten Baumstrůnken manchmal als Protopteris 
erkennbar vor, sind sehr rein, muschlig brechend, glánzend, demnach dem Gagat etwas 
áhnlich. Leider ist das Vorkommen dieser Nester von Braunkohle ohne jeden prak- 
tischen Werth. Zahlreiche Schirfungen auf diese schwachen Nester haben dieselben 
bei Skutíčko, Peralec, (O0SO Richenburg) in der sůdwestlichen Terasse des Okrou- 
hlíkberges bei Hlubokov (S Kreuzberg), 1"/, km SO von Vojnoměstec nachgewiesen. 


184 


Wo die Schichten des Kreidesystems jetzt gánzlich vorschwunden sind, finden sich in 
geschůtzten Lagen in Vertiefungen oder in Gesteinsklůften noch Reste der Limonite 
als Bindemittel von Sand- oder Geschiebkórnern, von Guarz oder Phyllit, wie dies 
den allertiefsten untercenomanen Schichten entspricht, vor. Solche Erznester und 
Knauer sind in der Čertovina (NO Hlínsko) auf Lyditen und Phylliten zu finden, 
indem daselbst jede andere Spur der gewesenen Úberlagerung durch Kreideschichten 
verschwunden ist. ó 

In der Náhe der aus Baumstrůnken bestehendén Kohlenschmitze fanden 
sich in den dunkel gefárbten Schieferthonen in Skutíčko, als daselbst vor Decennien 
noch geschůrft worden ist, halbdurchsichtige, dunkel honiggelbe bis bráunlich 
hyacinthrothe, ziemlich feste, muschlig brechende bis kindskopfegrosse Knollen von 
Succinit vor, welche nur oberfláchlich unter der sandigen Thonhůlle etwas 
matter gefárbt erscheinen. 

In den weissen Schieferthonen und Thonen — die ebenfalls fingerdicke 
Limonitpláttchen einschliessen — in welchen die Kohlennester in Peralec eingelagert 
sind, erscheinen bis nussgrosse Marka sitkrystallgruppen. Einzelne Fláchen der bis 
erbsengrosse Krystalle von der Form Poo.Po oP erscheinen durch kleinere Pyrit- 
krystalldrusen aus einzelnen parallel verwachsenen Krystallen der Form O úber- 
kleidet. — 

In dem tertiaeren Basalt und der Basaltwacke von Košumberg, welche noch 
auf die Karte des Eisengebirges fallen, finden sich bis haselnussgrosse O li vi nkórner. 

Die allerjůnesten tertiaeren, das ist die alluvialen Bildungen sind der 
Calcit als Kalktuff in Decken gelagert unter der Dammerde im Žehušicer Parke 
(NON Čáslau) und der Fichtelit zu erwáhnen. Letzteres Mineral findet sich in den 
Kliften der Wurzelstócke des nur wenig nachgedunkelten Holzes der Pinus uligi- 
nosa Neum. (Pinus obligua Suter) in dem Radostíner Torflager (S Vojnoměstec). 
Die erwáhnte Pinusart wáchst jetzt noch an diesen Stellen. Die meist den Jahres- 
ringen nachgehenden Klůfte des Wurzelstockes enthalten die diinnen lamellenartig 
krystallinischen Krusten des weissen bis graulichweissen Fichtelites. 

Die Sandanschwemmungen des Zlatý potok fůhren unter Kraskov Geschiebe 
von Rutil, Turmalin, Granat, Pyrop, deren urspriůngliche Lagerstátte nicht 
bekannt ist, obwohl sie nur aus der Thalweitung N von Seč stammen kónnen. 


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III. 


Das Vorkommen von einigen Lagerstátten nutzbarer Mineralien 
im Eisengebirce, 


Berebau wird im Eisengebirge, námlich in dessen SO-Fortsetzung nur in 
Lukavic, dann aber auch bei Ransko — hier orographisch schon in der Gneus- 
hochebene des ostlichen Bóhmen, jedoch sehr nahe dem Eisengebirge — gefiůhrt. 
An ersterem Orte ist es Pyrit, an letzterem Limonit, welche den Gegenstand des 
Berebaues bilden und schon desshalb eine náhere Beschreibung verdienen, weil 
die Kenntnisse úber beide Lagerstátten bisher mangelhaft waren. 


Der Pyrit (Kies)- Bergbau zu Lukavic. 


In der Umgebung von Lukavic herrschen schiefrige Felsitporphyre vor. 
Dieselben treten in Entblóssungen oder im Bachláufen vornehmlich an der Ohebka 
zu Tage, werden N von Velké Lukavice durch Schichten des Kreidesystems 
verdeckt und schliessen selbst Stócke von pyritfůhrendem Diorit ein. Stelienweise 
sind die schiefrigen Felsitporphyre, deren petrographische Beschreibung schon im 
II. Abschnitte pag. 117. gegeben wurde, als Felsite, theils als schiefrige Felsite 
entwickelt. Im Ohebkabacheinrisse zwischen Svídnic und Škrovád sind dieselben 
dadurch in halber Metamorphose begriffen, dass in denselben zarte schuppige Flasern 
von Pyrophyllit auftreten, wodurch die Schichten und Bánke daselbst noch mehr 
deutlich schiefrig werden. Das Verfláchen der Schichten und Bánke des Felsit- 
porphyres, sowohl des ganz frischen, wie er sich knapp N hinter der Lukavicer 
Fabrik zeigt, als auch des in anfangender Umwandlung durch Hinzutreten von 
zarten Pyrophyllitschůppchen befindlichen, wie er sich gut entblósst in der Bach- 
schlucht der Ohebka (SW von Velké Lukavice) zeist, ist ein vorherrschend 
ostliches nach 6*,>—8',» gerichtet zwischen 359—509 schwankendes. Stellen- 
weise ist das Verfláchen ein ziemlich steiles, von 50—75“ und das meist an den 
Gesteinsgránzen, sonst aber ein mittleres. 


188 


Sámmtliche hier vorkommende Gesteine sowohl Porphyre als,auch Diorite, © 
ebenso die an den Gránzen mit dem Granit allenfalls in den Eruptivgesteinen 
eingehůllten Schollen von geschichteten Schiefergesteinen sind mit Pyrit in unter- 
schiedlicher, aber nirgends (bis auf gewisse Diorite), in bauwůrdiger Menge im- 
praegnirt und an den Gesteinsgránzen und in Klůften, sowie an Stellen, wo sie 
etwas angegriffen erscheinen, vornehmlich am Ausbisse rostbraun gefárbt oder braun 
impraegnirt. Die Gesteine mit dem zersetzten Pyrit werden faul, kurzklůftig, brůchig 
und bróckelig; die durch Zersetzung des Pyrites gebildeten Eisensulphate aber, 
welche der Regen abspůlt, setzen an den grossen Geróllsteinen des Ohebkabaches 
von Práčov an abwárts Limonitháute ab, wesshalb das Bachbett aus oberfláchlich 
braun gefárbten Geróllsteinen besteht. 


Im Dorfe Gross-Lukavic ist kein schiefriger Felsitporphyr entblósst, weil 
derselbe hier in ein gánzlich umgewandeltes Gestein verándert ist. Es kommt 
hier námlich Pyrophyllitschiefer als Stock ohne scharfe Gránzen im Felsitporphyr 
zum Vorschein, welcher durch allmáhlige Úbergánge in denselben úbergeht. Der 
pyrophyllitháltice Felsitporphyr des Svídnicthales stellt ein solches Úbergangsglied 
in schiefrigen Felsitporphyr vor. Unter Lukavic waren also die Verháltnisse, welche 
die gánzliche Metamorphose des schiefrigen Felsitporphyres in Pyrophyllitschiefer 
durch Zuhůlfenahme von Wasser bedingten, die gůnstigsten. Der Umfang dieses 
zu Pyrophyllitschiefer verfaulten Porphyres, welcher als Stock keine scharfen 
Gránzen zeigt, ist kein bedeutender, seine Mitte důrfte im Dorfe selbst liegen. 
An den Pyrophyllitschiefer ist der Bergbau auf Pyrit gebunden; je mehr man sich 
von dem Pyrophyllitschiefer gegen den Felsitporphyr náhert, was nur in dem 
Úbergangsgesteine, in welchem Feldspáthe zunehmen geschieht, desto unregelmás- 
siger vertheilt sich der Pyritgehalt im Gesteine, bis er endlich bloss als Impraeg- 
nation erscheint. 

In den Schiefern von Lukavic ist nun die Pyritlagerstátte. Dieselbe streicht 
genau so wie die Schiefer, verflácht mit den Schiefern nach 6*/, bis 7"/, unter 65“ 
bis hochstens 759, im Mittel unter etwa 170". 


Die Schiefer von Lukavic kann man durch Bergbau aus der Tiefe frischer 
und unveránderter erhalten, als von der Tagesoberfláche. Dieselben sind ziemlich 
guarzie, jedoch nicht bedeutend fest, da der Auarz in denselben keine zusammen- 
hángenden Pláttchen oder Lagen, sondern nur kleinere oder gróssere Nester in 
der Richtung der Schichtung und Schieferung bildet. Der Auarz ist licht weiss 
und hochst feinkornig. 


Dem Anschein nach wůrde man die Schiefer sogleich als Talkschiefer 
bezeichnen; sie glánzen so perlmutterartig wie Talkschiefer, fárben ab, haben ein 
fettiges Anfůhlen und sind schwach gelblichgrau oder schmutzig weiss bis rein 
weiss wie Talkschiefer. Trotzdem sind sie nicht Talkschiefer, sondern ein zersetztes 
umgewandeltes Porphyr-Gestein, in welchem der Auarz unverándert, die andern 
Gemengtheile aber in Pyrophyllit zersetzt oder auch pseudomorphosirt worden 
sind, wesshalb das Gestein nicht so bedeutend fest erscheint. 

Die weissen Schůppchen, oder die schmutzig weissen, důnnen, an den 
Kanten kaum durchscheinenden, kurzen, gewundenen weichen Lagen, welche die 


189 


gedehnten Auarzkórner von einander trennen, sind Pyrophyllit, der Schiefer dem- 
-nach ein Pyrophyllitschiefer. 

Der Nachweis der Pyrophylitnatur des talkáhnlichen Minerales wurde 
"schon bei der Aufzáhlung der Mineralien des Eisengebirses im Abschnitte II. 
pag. 179. gegeben. 

Weil das Pyrophyllitgestein im Vergleich zum Felsitporphyr oder zum 
pyrophyllitháltigen schiefrigen Porphyr verháltnissmássic weniger fest ist, so 
beisst es nirgends zu Tage aus, und kommt nur in der schwachen Depression von 
Gross-Lukavic vor. 
| In diesem metamorphischen, guarzháltigen Schiefer (Pyrophyllitschiefer) 
kommen lenticuláre Nester von weissem Auarz und zwar in gewissen Schichten 
háufiger als in anderen vor und liegen dieselben demnach zur Schichtung parallel. 
| Im Pyrophyllitschiefer selbst oder in der Náhe der Auarznester, oder auch 
in den Auarznestern findet sich úberall Pyrit, entweder in kleinen Kórnchen ein- 
gesprengt oder in kleinen Krystallen der Form © 0m eingewachsen. Man wird selten 
ein ganz pyritfreies Schieferstůck, das aus der Grube stammt, finden. Es sind also 
nur einige Schichten reicher mit Pyrit durchwachsen. In diesen mit Pyrit reich- 
licher durchwachsenen Schichten finden sich parallel zur Schichtung und Schie- 
ferung reichere lenticuláre oder echte Lager von Pyrit, welche den Schiefer nicht 
selten ganz verdrángen und dann viele kurze Lager von unbedeutender, bis zu 
einer Máchtigkeit von selbst */, Meter ja beinahe selbst ein Meter bilden. Zumeist 
sind die kurzen Lager von geringerer Máchtigkeit háufiger, als die bedeutend 
máchtigen. Diese kurzen Lager bestehen entweder vorherrschend aus Pyrit mit nur 
ganz wenig eingeschlossener Schiefermasse, demnach aus reicher Impraegnation 
oder bei gánzlicher Verdrángung des Pyrophyllitschiefers durch derbes Erz in der 
Richtung der Schieferung (Schichtung) aus reinem grosskórnigen Pyrit, der unter 
gůnstigeren Verháltnissen eingewachsene, dann und wann selbst 1 cm grosse und 


noch gróssere Krystalformen —- E annimmt. 


Die kurzen lenticuláren Lager von Pyrit im pyritischen weissen Pyro- 
phyllitschiefer wiederholen sich úbereinander, demnach sowohl in der Richtung 
der Máchtigkeit der Schichten, als auch dem Streichen und Verfláchen nach. Dem 
Streichen nach ist die erzfůhrende Zone auf etwa 200 Meter bauwůrdig und reich- 
háltig bekannt; dem Verfláchen nach noch unbekannt, weil selbst die grósste jetzt 
erreichte saigere Tiefe von úber 160 Meter erzhaltie ist. Fig. 15, 16, 17, 18 ver- 
sinnlicht das Erzvorkommen der Schiefer; die drei ersten Streckenorter fie. 15, 
16, 17 mit der Erzfůllung der Lagerstátte sind aus tieferen Horizonten der Grube 
(7., 6., 5. Lauf); die Fig. 18. stellt ein Abbauort aus einem hoheren Horizonte 
(1. Lauf) vor. 

Es handelt sich um die Bezeichnung der Lagerstátte: Die Erze treten 
wohl als unbauwůrdige Imprágnation in Schichten von Schiefer auf, zwischen 
denen und in denen kůrzere oder lángere Lager von reichen Imprágnationen oder 
-selbst derbem Erz zum Vorschein kommen. Demnach ist die ganze Lagerstátte 
sowohl den Lagerungsverháltnissen als auch der Bildung nach ein Lager oder 
mehrere Lager. 


190 


zelnen kurzen also lenticuláren Lagern oder 
Nestern von Finger- bis Meterdicke besteht, 
kónnte folglich entweder als ein Lager, 
welches aus vielen Lenticulár-Bánken mit 
tauben (durch Pyrit nur imprágnirten) Zwi- 
schenmitteln besteht, oder falls man auf die 
bedeutendere Máchtigkeit der ganzen, solche 
 Lagerbánke fůhrenden Zone Růcksicht nimmt, 
auch als Lagerstock gedeutet werden. Die 
Bildung der Erzlagerstátte ist diejenige eines 
Lagers, denn die derben, oder als reiche Im- 
praegnation zwischen den Pyrophyllitschiefern 
eingelagerten Erzbánke sind mit dem Pyro- 
phyllitschiefer zu gleicher Zeit entstanden. 
Freilich ist der Pyrophyllitschiefer selbst 
kein ursprůngliches, sondern ein aus dem 
ursprůnelichen schiefrigen Felsitporphyr ent- 
standenes Gestein, in welchem sowohl die 
Pyrophyllitschuppen wie die Auarzkórner als 
2 die lenticuláren Auarznester Reste oder Zer- 
Derber Pyrit pon W Pyrophylit-Schtefer | Setzungsproducte der Gemengtheile des Por- 
phyres entstanden sind. Die Pyritanháufungen 


V604 „1 Centimeter — 1, Meter 


4 
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verdanken die Entstehung den ursprůnglich in den Porphyren in geringer Menge 
als eingewachsen vorhanden gewesenen Erzpartikelchen, welche also als regene- 
rirter Pyrit den Ort gewechselt und sich lagerartig neu, und in mehr angeháuften 
Parthieen wieder gebildet haben. 

In den oberen Horizonten des Bergbaues, so zwischen dem 1. und 2. Laufe 
(bis 40% Tiefe) ist das Verfláchen der Schichten und Lagerbánke nur 65%, wáhrend 
es zwischen dem 6—8. Laufe (110—165= Tiefe) 759 betrágt. In den oberen 
Horizonten sind die Lagerbánke einander ziemlich genáhert wie es die Fig. 18 
einer Abbaustrasse versinnlicht. Dieselben werden mit der ganzen Breite der Abbau- 
strasse, also in der ganzen Máchtigkeit von bedeutend ber 6" abgebaut. Es kónnte 
hier die Lagerstátte von mehr als 6" und noch bedeutend darůber als Lager- 
stock bezeichnet werden. — In den tieferen Láufen aber wird das gesammte 


Die Lagerstátte, welche aus ein- 


191 


Berg-Mittel, welches die Erzbánke fůhrt, máchtiger, ober die einzelnen bau- 
wůrdigen Bánke (Lagerbánke) entfernen sich mehr von einander; in Folge dessen 
werden die Zwischenmittel bedeutender und es kónnen demnach die einzelnen 
Lagerbánke nur fůr sich abgebaut werden, wie solche einzelnen Lagerbánke die 
Figuren 15, 16, 17 zeigen. Die Verengung des bauwůrdigen Theiles des Stockes 
betrágt vom 7—8. Lauf 1'/,", es ist also ein echtes Lager. Freilich treten dann 
mehrere, durch etwas máchtigere mit spárlicheren Pyritlinsen durchsetzie oder 
durch Pyrit impraegnirte, jedoch unbauwůrdige Zwischenmittel getrennte Lager zum 
Vorschein. GAuarznester mit oder ohne Pyritimpraegnation begleiten die lenticu- 
láren Lagerbánke oder Lagernester des Pyrites durchwegs. 


Die Erzlagen (Lagernester) keilen sich meist bald aus, nehmen auch oft 
plótzlich an Máchtigkeit zu oder zerstreuen sich in Impraegnationen. Háufie sind 
dieselben gewunden, oft stark gewunden, gerade so wie die schlůpfrigen nachgie- 
- bigen Pyrophyllitschieferschichten. 


Kurze Verwerfungen findei man nicht háufig, weil der sehr nachgiebige 
schlůpfrige Schiefer sich leichter unter dem Drucke windet, als dass er reisst; 
lángere, und zugleich bedeutende Verwerfunegsklůfte sind wohlbekannt und mit 
gar leicht schlůpfrigem, rutschendem, zermalmtem weissem Schiefer ausgefůllt. 
Dieselben haben auf die Erzlagerstátte keinen sonderlichen Einfluss. 


Die Bergbauverháltnisse. 


Das Lager ist durch eine Fláche von 6 einfachen Grubenmassen belehnt; 
durch einen von der Chrudimka aus dem Liegenden ins Hangende getriebenen 
Stollen von 1593 Meter Lánge, welcher 22%/, Meter Saigerteufe einbringt, und 
dann durch drei Scháchte aufgeschlossen. Alle drei Scháchte sind Saigerscháchte 
und im Hangenden des Lagers angelegt. 

Der Hauptrichtschacht ist als Bartholomei-Fórderschacht mitten im Dorfe 
Gross-Lukavic knapp nórdlich an der nach Bytovan fůhrenden Strasse in geringen 
lichten Dimensionen angelegt, durch 8 Láufe mit dem Lager verbunden und 165 
Meter tief. Am Schachte steht ein zweipferdiger Pferdegoppel fůr Tonnenforde- 
rung eingerichtet. 

Ueber 100 Meter sůdlich vom Fórderschacht ist der mit einem oberschlách- 
tigen Wasserrad versehene Kunstschacht, der auf den dritten Lauf, 66"/, Meter 
tief, herabgeht. Noch etwas weniges sůdlicher ist der auf den Štollenhorizont, 
223/, Meter, abgeteufte Wetterschacht. 

Der Stollen, welcher die Grube von Wássern lóst, ist nicht befahrbar, da 
derselbe so eng gewólbt ist, dass nur hagere Burschen durchschlůpfen kónnen. 

Die 8 Láufe, welche in Saigerabstánden von 20 Meter unter einander 
folgen, sind mit dem Forderschachte durch Auerschláge verbunden, der erste Lauf 
oder der Stollenhorizont ist unter dem Schachttagkranz 22*%/, Meter, der dritte 
66'/, Meter, der fůnfte 104'/, Meter, der siebente tiefst zugángliche 1384 Meter. 

Der achte Lauf 163 Meter tief, ist ertránkt. 


192 


Im Lager sind, je tiefer desto unregelmássigere Strecken getrieben, was 
das Vorkommen der Lagerstátte charakterisirt, indem die einzelnen bauwůrdigen 
Lagerbánke von einander entfernter stehen, die Aufschlussstrecken auch von einer 
vertaubten Lagerbank guerschlácig oder schief auf eine andere ansetzende Bank 
iibergehen, wodurch die Unregelmássigkeit bedingt wird. Durch Gesenke, in welchen 
Haspelforderung stattfindet, werden die Láufe unter einander verbunden. Der 
Aufschluss und die Ausrichtung des Lagers ist besonders in der Tiefe unvoll- 
kommen. 

Der Abbau ist ein Firstenstrassenbau; die Penis hatten in den 
oberen Bauen, wo das Lager máchtiger war, bedeutende Breite und sind die- 
selben sogleich nach dem Abbau versetzt worden, so dass keine Kastenzimmerung 
nothig war. 

Die Štrecken stehen trotz der Milde des Gesteins ausserordentlich gut, 
meist ganz ohne Zimmerung, ebenso die Firstenstrassen, was dem Mangel an 
eigentlichen zusitzenden Wássern zuzuschreiben sein důrfte; denn die Kunst besorgt 
nur die Hebung der in den oberen Horizonten sickernden Tagwásser. 

Auch bedeutende áltere verhaute Zechen stehen <anz gut ohne Verbruch. 
Bei einer bedeutenderen Wasserlássigkeit důrfte das Gestein aber, insbesondere 
an den schlůpfrigen Verwerfungsklůften ziemlich druckhaft erscheinen. 

Die Wasserhaltung besoret ein enges oberschláchtiges  Wasserrad von 
7:6 Meter Durchmesser, auf welches das Aufschlagwasser durch eine geneigte 
Holzrohre aus einer fůr die Fabrik bestimmten Wasserleitung von Radochlín 
(Libáň) zugeleitet wird. Der Kraftaufwand ist 3 Pferdekráfte. Die wenigen Wásser 
heben zwei Plungerpumpen, eine am dritten und die andere am zweiten Lauf bis 
auf die Stollensohle. Das Gestánge ist ein Drahtseil, mit einem Gewicht von 280 Kg 
belastet. Die Plunger sind ganz von Hartblei 11:85 cm im Durchmesser und von 
91:6 cm Hub. Die Steigróhren sind von Blei. Die Grubenwásser (Tagwásser) sind 
ziemlich sauer und wůrden Eisenbestandtheile bald unbenitzbar machen. 

Der Stand der Arbeiter ist im Jahre 1874 gewesen: etwa 43 Háuer und 
50 Fórderer. Die Háuer haben ein Geding von 32 i. 0. W. fůr 40 Tonnen 
(— 44 Kubikmeter) erziges Hauwerk; die Fórderer, welche selbst die Haspel- 
forderung besorgen, per 40 t. 15 A. Die Háuer verdienen sich in der 8stiůndigen 
Schicht 41 bis 45 kr. 0. W. Die Fórderer 36 bis 37 kr. 0. W. 

Die Schachtfórderung geschieht in Tonnen von 11 Kubikmeter (9'/, Kubik- 

Fuss) Inhalt. 
Die jáhrliche Fórderung an Erzhauwerk betrug: 


18601... . . . 860 Kubikmeter 

1862547 40J0. mano0 ; 1860910. ovhióln555 Kubikimot65 
1863303 1685 ě 1870x, opia uj0a : 
1864118 sedlo: 880 4 187kyf „128 1dlkaw 188 i 

1965 jg dotiný  Vápddl0 e BTD 5 

1806 1x9 dB ž 1813, bula k Seas 5 
BB k dy dšpaješa EU BLA P 1874 SEPA 6 b 

1868 , Ráda Cd A 1875 (halb. Jahr) 600 h 


Ein Kubikmeter gefórdertes Erzhauwerk gibt etwa 23 t. Erz. 


193 


Das gefórderte Hauwerk wird gewaschen, indem es im fliessenden Wasser 
mit Schaufeln durchgearbeitet wird; kleineres Erz wird auf die allereinfachste 
Art geschlemmt. 


Da das Erz nur in etwa hanfkorngrosser Zerkleinerung, die durch horizontal 


sich bewegende Můhlsteine erzielt wird, zum Verbrennen zu schwefliger Sáure 
bestimmt ist, welche in Schwefelsáurekammern geleitet wird, so ist dasselbe nicht 


rein von der Bergart zu scheiden oder aufzubereiten; es ist dies aber dem Ver- 


brennungsprozesse nicht hinderlich. 


Es kann auf die Bergart und den Waschverlust */; abgerechnet werden. 

Geschichtliches. Die Erzlagerstátte wurde zu Anfang des 18. Jahr- 
hundertes durch Zufall (beim Brunnengraben) erschůrft und von Prager Gescháfts- 
leuten bebaut. Doch scheint der aus dem Bergbau gezogene Nutzen kein sonder- 
Jicher gewesen zu sein, da dieselben um einen kleinen Abfindungsbetrag den Bergbau 
im Jahre 1732 an den Erben sámmtlicher Graf Schonfeld'schen Gůter, Firsten 
Johann Adam Auersperg úberliessen, dessen Nachkommenschaft jetzt noch den 
Bau besitzt. 

Seitdem der Bergbau im fůrstlichen Besitze ist, wurde aus dem Pyrit 
Schwefel u. z. bis zum Jahre 1808 gewonnen; aus den Bránden aber durch Ab- 
wittern derselben Eisenvitriol, dann rauchende (bohmische) Schwefelsáure “*) und 
Caput mortuum (Engelroth) erzeugt. Um das Holz der Wálder zu verwenden, 
wurden móglichst viele Holz verzehrende neue Industrien an die neu entstandene 
Fabrik angereiht, so eine Salpetersiederei und Salpetersáurefabrik. Lukavic war 
neben Altsattel die einzige Fabrik in Bohmen, welche Schwefelsáure und Salpeter- 
sáure erzeugte und in Handel brachte. Kremnitz und Felsóobánya in Ungarn erzeugten 
wohl auch diese Sáuren, jedoch nur zum Verbrauch der eigenen Miůnzámter. 


Die Kiese, sowie auch die Rostrůckstánde wurden theilweise auch an die 
Silberhůtten Jung-Vožic und Ratibořic im Táborer Kreise abgegeben. 


Die Fórderung geschah bis 1760 durch den jetzigen Wetterschacht mittelst 
Haspeln, in welchem Jahre der jetzige Bartholomei-Schacht abgeteuft und auf 
Pferdefórderung eingerichtet wurde. Derselbe wurde im Jahre 1809 auf seine gegen- 
wártige Tiefe 163 Meter niedergebracht und spáter noch der Štollen angelegt. In 
der ersten Zeit muss aber der Bergbau, insbesondere etwas nach der Mitte des 
vorigen Jahrhundertes Mangel an Arbeitern gehabt haben, da die fůrstlichen Patri- 


| monialgerichte Diebe und Frevler zur Grubenarbeit, die ihnen mit 4 kr. Wiener 


Wáhrung per Schicht vergůtet wurde, verurtheilten. 
Seit dem jetzicen Jahrhundert ist der Bersbau mehr in den Hintergrund 


| getreten und war derselbe nur als Mittel, um die chemische Fabrik zu erhalten, 


angesehen worden. In der That vermehrte sich die Erzeugung der chemischen 
Producte und die Verschiedenartigkeit derselben (ausser den schon angefůhrten 


wurden noch Adler-Vitriol, Kupfervitriol, Salzsáure, Superphosphat und andere 
Producte gewonnen). 


Seit 1868 wird kein Schwefel mehr erzeust, sondern das Erzklein im 


© Gerstenhoferischen Schiůttofen gánzlich todt gebrannt und auf englische Schwefel- 


© sáure verarbeitet. 


13 


194 


Auch jetzt noch ist der Fabriksbetrieb -die Hauptsache, obwohl er nicht 
mehr als Mittel der Holzverwerthung angesehen werden kann, und der Bergbau 
auch nur ein Mittel zum Zwecke “*) der Erzeugung von chemischen Producten ist. 


Die Limonit-Tagbaue von Ransko. 


Wie schon frůher oft bemerkt wurde, besteht die bewaldete Kuppe, an 
deren NW Fusse das Hůttendorf Ransko liegt, aus einem runden Šerpentinmassiv, 
welches von Innen nach Aussen durch einen Ring von Troktolit, dieser durch 
Corsit umhůllt wird, der mit Diorit und Amphibolgranit oder Gneus in Beriůhrung 
tritt. Das kreisformige Serpentinmassiv besitzt den mittleren Durchmesser von 
etwa 2"/, km. Vom Troktolit derselbe nicht scharf getrennt, ebenso ůúbergeht 
der Troktolit durch das Zwischengestein des olivinháltigen Corsites in echten 
olivinfreien Corsit, obwohl wegen der Bewaldung die Gránzen nicht úberall mit 
der wůnschenswerthen Schárfe kenntlich sind. Den čstlichen Fuss der Ransko- 
Kuppe bedecken untercenomane Sandsteine. Der Corsit- und Troktolitkranz sind 
durch zahlreiche Blócke im Walde angedeutet. 


An vielen Orten sowohl am Corsit, Troktolit, als auch am Šerpentin, der 
dessen Mitte einnimmt, findet man entweder horizontale oder sehr schwach geneigte 
Lagerstátten, das ist Decken von Limonit, der aus der Zersetzung des Corsites 
oder Serpentins hervorgegangen ist und im Liegenden durch Úbergánge mit beiden 
Gesteinen verbunden ist, in Ausláufern und Klůften in dieselben eingreift, sowie 
auch noch unzersetzte Kerne derselben einhůllt. 


Weil sich die Umwandlung des Diorites oder Šerpentins in Limonit gerade 
nur an Stellen zeigt, die eine sanfte Neigung besitzen, oder aber ebene Ráume 
mit schwacher Vertiefung auf der Hóhe der Serpentinkuppe bilden, so liegt die 
Vermuthung nahe, dass blos Gewásser die Zersetzung der Gesteine bewirkt oder 
doch unterstůtzt haben mógen. 


Es findet diese Vermuthune nicht nur darin eine besondere Stůtze, dass 
sich in der Náhe solcher Limonitdecken auf der Serpentinkuppe noch schwache 
Reste von zu sandigen Letten umgewandelten untercenomanen Schieferthonen 
(Perucer Schichten) vorfinden, sondern sie ist auch durch die Art der měglichen 
Umbildung des Serpentines in Limonit, wobei Wasser jedenfalls zur Wegfůhrung 
der Magnesia- und Siliciumverbindungen, die durch Zersetzung frei wurden, noth- 
wendiger Weise mitwirken, leicht begreiflich. 


SS0 und SO von Ransko vom Hochofen aus gemessen in den Entfernungen 
von 550—600* , dann 850—880= , 1100—1200= befinden sich am zersetzten, 
ursprůnslich wahrscheinlich olivinháltigen Corsite drei Tagbaue von Limonit; die 
zwei ersteren sind die sogenannten Ransko-Zechen. Dieselben liegen, und zwar die 
ersten zwei (Ransko und Pelles-Zeche) zwischen dem Damme des Řekateiches und 
dem Dorfe Ransko, die letzte oder dritte (Gabrielagrube) am Ende des Řeka- 
teiches an dessen linkem Ufer. Die zwei ersten Tagbaue auf der Limonitdecke 
sind beinahe erschopft, die zweite Zeche ist jetzt als Grubenbau im Betriebe. 


195 


Die Neigung des Lagers in dieser sogenannten Ransko-Grube ist sanft 
gegen den Teich, also gegen NO. Das Erzlager hat eine Máchtigkeit von 2 bis 3 m, 
welche aber bis zu 9 m sich ermáchtist. Das Hangende von 2 bis 9 m Tiefe 
besteht aus Letten, in welchem grosse Knauer von mehr oder weniger frischem 
Corsit, augenscheinlich die letzten Reste von zerstorten und vom sanftea Gehánge 
herabgelansten Corsitmassen liegen. 

Der Limonit ist entweder ochrie oder halbfest, auch ziemlich fest mit Rinden 
- von dichtem, festerem Erze, wohl auch mit Geoden durchsetzt. Gegen das Liegende 
zu wird das erdige Erz schwach grůnlich (etwa wie Seladonit), mit schwachen 
Adern von Calcit durchzogen, was den Úbergang in festeren oder brockligen auf- 
gelósten Corsit vermittelt. Solche, den Úbergang bildende faule Gesteine sind mit 
Erzadern durchfliochten, durch ein grůnes chloritáhnliches Mineral grůn gefárbt, 
einem Diorittuff nicht unáhnlich, zugleich brócklig und kalkreich, schmutzig 
dunkelgrůn, rothbraun angelaufen, mit erdigen Kernen. 

Sůd-oóstlich 350—380“ weit von der Ransko'er Grube ist am linken Teich- 
ufer die dritte Zeche, Gabrielagrube, mit einem unter áhnlichen Verháltnissen auf 
zersetztem Corsit auftretenden Limonitlager, welches durch stellenweise 9" máchtigen 
Lehm mit grossen frischen oder faulen Corsitblócken úberlagert wird. 

Die Erze sind am flachen Fusse, also náher gegen das Teichufer máchticer, 
wáhrend sie dem sanften Gehánge aufwárts schwácher werden, bis sie sich auskeilen. 

Auf der Hóhe der Kuppe, die aus Serpentin besteht und Ebenheiten zeigt, 
befinden sich zwei Gruben, die Josefigrube und die Nikolaigrube, beide nahe an 
der Strasse, welche von Ransko nach Borová fůhrt. Erstere SSÓ von Hochofen 
Ransko 2150“ , wenige Schritte S vom der Biegung der Strasse von S nach WSW, 
- letztere S vom Hochofen 2450" oder genau W von N Ende von Hlubokov 1330". 
Beide besitzen gegen 3 m ochrige Limonite, die von gelben bis gelbbraunen 
thonigen Sanden von 2 m und darůber Máchtigkeit bedeckt werden. Im Hangenden 
sind Brocken und lose eincgebettete Stůcke von wenig zersetztem Serpentin. Im 
Liegenden des Ockers halbzersetzter Serpentin. In der Nikolaigrube zeigt sich im 
Liegenden ein Gestein, welches noch nicht gánzlich ausgeprágter Serpentin ist, 
demnach ein weit in Umwandlung begriffener Troktolit, weil die Nikolaigrube 
gerade so wie die vorerwáhnten nahe am Rande liegt und zwar schon im Bereiche 
des Troktolitkranzes, wáhrend die hier vorher erwáhnten Gruben noch randlicher, 
auf dem Olivin-Corsit sich befinden. : 

Nur die Josefizeche befindet sich im wirklichen Serpentin mit Marmolit- 
und Pikrolitklůftchen und Magnesitschnůrchen. 

Die sandig lettige Decke des Erzlagers stellt die letzten Reste von unter- 
cenomanen zerfallenen Schieferthonen vor, welche durch Erz ochrigeelb gefárbt sind. 

Die 5 hier angefůhrten Decken von ochrigem Limonit, welcher nur unter 
- einer restlichen untercenomanen Decke mit oder ohne gróssere Gesteinsknauer als 
wirkliche lagerartige (Contactlagerstátten) Bildungen auftreten, besitzen bei einer 
Breite von 50—150" eine 2 bis 2", fache Lánge; sie bilden demnach Ellipsoide. 

Die bedeutendste Limonitablagerung als Decke auf faulem Troktolit (bei- 
nahe durchwegs aus Olivin zusammengesetzt) und nicht auf echtem Serpentin, weil 
ste sich auch am Rande der Serpentinparthie befindet, liegt mitten zwischen Ransko 

13* 


196 


und Borová, vom Ranskoer Hochofen gegen SW 2"/; km entfernt. Die Hauptrichtung 
dieser O von der Ransko-Borová-er Strasse sich ausbreitenden Limonitdecke ist 
WSW; die Lánge des Tagabraumes betrágt genau */, km, die grósste Breite 
bedeutend mehr als 150"“. 

Der Bau, welcher sich an der Gránze des Ransko'er und des Borová'er 
Waldes befindet, fůhrt den Namen der Borová-Grube. 

Die Máchtigkeit des braunen meist ochrigen Erzes betrást bis 12" , also 
weniger als dessen nicht festes lettie sandiges Hangende mit den Brocken von 
zersetztem Serpentin. Im Liegenden úbergeht das Erz in Serpentin oder auf- 
gelósten Troktolit. Das Lager wird durch einen beinahe 1 km langen Stollen, der 
aber nur 13'/, m, unterteuft, vom Wasser gelóst. Der Stollen ist mit dem Mundloch 
in serpentináhnlichem Troktolit angelegt und im máchtigsten Lagertheile ist der- 
selbe in Erz getrieben, so dass in dessen Sohle noch 3 bis 4 m Erz ansteht. 

Frůher wurde in dem Lager Grubenbau getrieben, desshalb die Fláche 
Pinge an Pinge und darin auch Wassertůmpel zeigt. Jetzt werden die Erzlagerreste 
mittelst Tagbau gewonnen. 

Ausnahmsweise zeigt sich an einigen Orten im Lager ein oolitischer 
thoniger Limonit mit bis hanfkorn- und erbsengrosseu, entfernt von einander 
stehenden kugelrunden Ooliten. 

In dem Lager ragten aus dessen Liegendem taube, das ist nicht ganz in 
Erz umgewandelte Parthien von Šerpentin oder zersetztem Troktolit in das Erz 
hinein; dieselben stehen jetzt als Klippen in dem beinahe ganz erschopften Tagbaue, 
dessen Sohle uneben erscheint, da die Umwandlung des Serpentines oder faulen 
Troktolites unterschiedlich tief stattfand. Eine scharfe  Gránze zwischen ochrigem 
Erze und dem Liegend-Serpentin gibt es nicht, weil sowohl allmáhlige Úbergánge 
als auch Durchtrimmerungen, die erzig sind, stattfinden. *“) 

In dem Serpentin bemerkt man stellenweise noch Úbergánge von Diorit 
oder Corsit oder Troktolit in Serpentin. Ein solches Úbergangsgestein enthált in 
geringer Menge Arsenopyrit accessorisch eingesprenst. Im nicht ganz frischen 
Diorit oder olivinháltigen Corsit in der Náhe des Stollenmundloches streicht ein 
festerer mittelkórniger Dioritgang mit zahlreichen kleinen eingewachsenen Kórnchen 
von Pyrrhotin, spárlichem Pyrit und noch spárlicheren Chalkopyritkórnchen. 


k o E 


Anmerkungen. 


1) Auch bei Biskupic unweit Ronov wird ein Kalklager angegeben. Ohne Autopsie. 

$) Es muss auf die eingehenden Arbeiten und zwar: Krejčí, Studien im Gebiete 
der bohmischen Kreideformation; Frič, Palaeontologische Untersuchungen der einzelnen 
Schichten der bohmischen Kreideformation (Archiv d. naturw. Landesdurchforschune v. 
Boóhmen 1869 Bd. 1. 1878 Band 4 Nr. 1) verwiesen werden. 

+) Auf der Karte nicht besonders dargestellt, wegen der nicht bedeutenden 
Máchtigkeit. 

9%) Die Brůche auf den stellenweise serpentinisirten Kalk, der am Contacte mit 


- den durchsetzenden Eruptivgángen gemenst, demnach unrein ist, sind seit 1840 nicht 


mehr im Betriebe. Die Lagerungsverháltnisse sind desshalb nicht mehr deutlich. 

S) Sowohl Biotit, als auch der cordieritáhnliche Ouarz wurden untersucht. 

7) In England schiebt man zwischen das Laurentin und die cambrische Gruppe 
noch eigenthůmliche Stufen ein, welche den Namen der Etagen, von unten nach oben 
gerechnet: Dimetian, Arvonian, Pebidian kurz Pre-Cambrian erhielten. (Hicks, on a new 
Group of Pre-Cambrian Rocks in Pembrockshire p. 285—295; Hicks, on the Pre-Cam- 
brian Rocks in Caernarvonshire and Anglesea p. 295—309 ete. (Auarterly Journal of 


- the Geological Society London 1879 Vol. 35 Part 2, H. Hicks, on the Metamorphic and 
- Overlying Rocks in the Neighbourhood of Loch Maree, Ross-shire, Ib. 1878 Vol. 34 Part. 


4, p. 811—819). 

Wollte man diese Gebilde auch bei uns in Bóhmen nachgewiesen haben, so 
můssten máanche unter der Etage A liegenden Amphibolschiefer, Glimmerschiefer dazu 
gerechnet werden, deren Verknůpfung mit dem Laurentin aber eine engere ist. Es důrfen 
úberhaupt geologische Verháltnisse eines Landes nicht sogleich auch in ein anderes úber- 
tragen werden, weil die Bildung von Schichten und Formationsstufen nicht nach unseren 
theoretischen Eintheilungen, sondern nach andern Gesetzen, deren Auffindune Zweck des 
Studiums ist, vor sich gingen. 

8) Im Jahre 1831 wurde der Bruch verlassen. 

9) Zwischen Nutic und Citkov wurden in den Klůften, welche das čstliche Kalk- 
steinlagerende verwerfen und die durch den zermalmten schwarzen Thonschiefer ausgefůllt 
werden, von unternehmungslustigen aber wenig unterrichteten Leuten auf Graphit geschůrft. 


19) Bořický, Petrographische Studien an den Basaltgesteinen Bóhmens p. 92; 


© Archiv d. naturw. Landesdurchforschung Bóohmens 1874 Bd. II, Abth. II., Theil II. 


11) Úber das Eisengebirge findet sich schon eine áltere Beschreibung unter dem 
Titel: Ferd. Andrian, Geologische Studien aus dem Chrudímer und Cáslauer Kreise im 


© Jahrbuch der geologischen Reichsanstalt Wien 1863 Band 13 p 183—208. | Dieselbe 


2) Diese Nummer wurde bei der Redaction des Textes úbersehen und kann daher hier 
nicht berůcksichtiget werden. 


198 


konnte aber nicht benůtzt werden. Noch áltere, wenn-auch ganz kurze, dabei aber richtige 
Andeutungen úber das Eisengebirge finden sich von Zippe in Sommers Topographie 
Bóhmens 1847 Band 5 u. 11 (Chrudímer und Čáslauer Kreis) und Reuss, Kurze Úber- 
sicht der geognostischen Verháltnisse Bóohmens Prag 1854. Zippe hat eine besondere 
Gabe gehabt, in kurzen Worten die Verháltnisse klar zu legen. Wenn sich auch manches 
wáhrend der Zeit in der Terminologie geňndert hat, so bleibt die meist richtig auf- 
gefasste Thatsache doch bestehen. 


12) In der náchsten Náhe der Kirche von Třibuben befinden sich auf dem wenig 
ausgedehnten Lehmplateau drei bedeutende Wálle aus uralter Zeit ganz nahe neben 
einander. 


13) Diese Eigenthůmlichkeit der Gitterung ist nicht als Mikroklin zu deuten, 
welcher Feldspath keineswegs eine ganz gut fixirte Mineralspecies ist, da er noch ver- 
schieden gedeutet wird; sondern sie <ehórt zwei Zwillingsgesetzen des Plagioklases, 


námlich dem háufigen nach oo Po und dem weniger gemeinen, nach oP an.  Wenn die 
Gitterung, abgesehen von der kritischen Berechtigung der Mikroklin-Species, als Mikroklin 
gedeutet werden wollte, so můsste sie den ganzen Auerschnitt umfassen und nicht in 
einem gebinderten Plagioklase fleckenweise auftreten. Ein Fingerzeig, mit der Deutung 
solcher Gittererscheinungen als Mikroklin vorsichtig zu sein. 


14) Diese Formentwickelung des Orthoklases wird als Mikroklin bezeichnet. Ob 
diese Bezeichnung auch zukůnftig beibehalten werden wird, muss, da die Berechtigung 
der Aufstellung der Feldspathart Mikroklin noch in Discussion begriffen ist, dahingestellt 
bleiben. (Gegen die Mikroklinnatur des gestreiften Feldspathes erklárt sich Michel-Lévy, 
welcher denselben fůr Orthoklas hált (Identité probable du microcline et de Vorthose; 
Bulletin de la societé mineralogigue de France 1879 Nr. 5 p. 135—139). 


'5) Ahnliche Staurolith-Phyllite finden sich auch in den Pyrenáen bei Bagněres, 
wo dieselben gleichfalls wie bei Hlinsko in Andalusitschiefer úbergehen, wenn der glimmer- 
reichere Phyllit sich zu einem dunklen Thonschiefer-Phyllit umwandelt. 


19) Wenn man die kurze Mittheilung Rosenbusch's úber die Phaenomene, welche 
den Contact des Granites mit Thonschiefern zu besleiten pflegen, insbesondere bei Barr- 
Andlau in den Vogesen im Neuen Jahrbuch f. Miner., Geologie u. Palaentologie Stuttgart 
1875 p. 849—851 durchliest, findet man in derselben eine solche Ahnlichkeit mit den 
Verháltnissen in der untersilurischen Schieferinsel von Hlinsko-Skuč, dass sich die Ver- 
muthung aufdránst, als wenn diese Phaenomene ůberall die gleichen wáren. 


17) Ottrelit ist nur ein Varietátsname fůr Chloritoid; derselbe enthált bedeutende 
Antheile von Mn, gibt demnach diese leicht kenntliche Reaktion vor dem Lóthrohr. Unser 
Ottrelit enthált aber kein Mn oder nur ganz unbedeutende Spuren, so dass derselbe mit 
der Varietát Vénasguit, welche manganfrei ist, zusammenfálit. (Note sur la Vénasguite; 
Damour Bulletin de la Société miner. de France 1879, II T, 6, p 167). Es wird jedoch 
hier im Texte meist nur der Name Ottrelit neben Chloritoid gebraucht, obwohl, wenn 
schon Varietátsnamen gebraucht werden sollen, die Bezeichnung Vénasguit (wegen der 
Abwesenheit von Mn) passender wáre. 


Etwas verschieden wie der bohmische Ottrelitschiefer verhált sich das Gestein 
des Berges Elias bei Vavdhos, Chalcidice. (F. Becke, Gesteine der Halbinsel Chalcidice, 
| Tschermak, Mineral. u. petrograph. Mittheilungen 1878 Wien, Bd I. p. 269 ete.) 


15) Manche solche Gneusgranite wurden auch fůr wirklichen Gneus gehalten, dem 
also eine eruptive Entstehung nicht abgesprochen werden kann. Allein die Bezeichnung 
als Gneus geht doch etwas zu weit fůr ein Eruptivgestein, in welchem Biotit als Ge- 
mengtheil sich parallel zu den Contactláchen mit dem durchbrochenen Gesteine gelagert 
hat. Die Granitnatur solcher eruptiven schiefrigen Gesteine muss betont werden. Zutreffend 
ist der Aufsatz von Herm. Credner: Der rothe Gneus des sáchsischen Erzgebirges, seine 


S — 


199 


Verbandverháltnisse und genetischen Beziehungen zu der archáisehen Schichtenreihe in 
Zeitschrift d. deutsch. geol. Gesellsch. Berlin 1877 Bd. 29 p. 757—793. Es erscheint hier 
nachgewiesen, dess der Begriff Gneus zu weit gefasst wird und auf granitische Gesteine 
mit durchgreifender Lagerung ausgedehnt wird, wáhrend der echte Gneus geschichtet ist. 


19) Es lag zu wenig Untersuchungsmaterial vor, so dass úber das rothe Mineral, 
das dem Rutil, oder auch dem Haematit, vielleicht auch Haematitpseudomorphosen nach 
Pyrit áhnlich sieht, keine náhere bestimmtere Angabe gemacht werden konnte. 


20) Zippe, welcher ein feines Gefůhl fůr Erkennung von Gesteinen hatte, nannte 
diese Ouarzporphyre, zur Zeit, wo die besten Hilfsmittel nur in der besten Úbung bestanden 
(also vor etwa 40—50 Jahren), mit dem Namen „schwarzer Granit.“ Ohne die besseren 
Hilfsmittel der neuen Mineralogie wůrde es mancher Petrograph, dem die geologischen 
Verháltnisse ebenso unklar wáren, wie vor einem halben Jahrhunderte, kaum besser 
bestimmen kónnen. Wenn das Gestein, das Zippe damals meinte, jetzt Ouarzporphyr heisst, 
so ándert dies nichts an den bedeutenden Verdiensten Zippes, der das Richtige zu treffen 
wusste. 


*1) J. Krejčí und R. Helmhacker Erláuterungen zur geologischen Karte der Um- 
gebung von Prase. Archiv fůr naturw. Durchforsch. v. Bóhmen Bd. IV. Nr. 2 geol. Abthl. 
p. 76 und pag. 187. 


22) In Justus Roth Beitráge zur Petrographie der plutonischen Gesteine Berlin 
1869, 1879 (Abhandl. d. k. Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1869, 1879) finden 
sich Felsitporphyranalysen angefůhrt, deren Si0,-Gehalt selbst bis 65—59'/,9/, herabsinkt, 
also noch geringer ist als in dem Felsite von Svídnice. Unter Félsitporphyr fasst Roth 
aber guarzháltige Gesteine nach dem álteren Eintheilungsprincip zusammen. 


25) Dieser Plagioklas stůnde zwischen Oligoklas und Labradorit in der Mitte. 
Mineralogen, welche den Andesin nicht anerkennen, sondern zu dem Oligoklas ziehen, 
wůrden den Plagioklas zu Oligoklas stellen.  Wenn aber die Andesinvarietát anerkannt 


- wird, so wáre der Plasioklas wirklicher Andesin. Das ándert aber nichts am Charakter 


des Diorites, welcher nur aus irgend einem Plagioklas und Amphibol besteht. Freilich 


© nennt man den Plagioklas am háufigsten Oligoklas. Es liegt aber an der Trennung der 


Plagioklasvarietáten, die keine scharfen Gránzen besitzen, wenig. Spáter, beim Gabbro 
werden sogar Diorite (Uralit-Diorite) angefůhrt werden, deren Plagioklas ein Labradorit ist. 


24) Indessen fůhrt auch Roth I. c. Anmerkung ??) in seinen beiden Zusammen- 
stellungen von Dioritanalysen (nicht Corsiten) Kieselsáuregehalte von 449—419/, also 
noch weniger als im Diorite von Skála an. 


25) Solchen Berechnungen ist indessen umsoweniger Vertrauen zu schenken, je 
veránderter das Gestein und je zahlreicher die Gemenstheile desselben sind und je weniger 
factische Unterlagen eine solche Berechnung besitzt. Bei zwei Gemengtheilen ist eine 
solche Berechnung noch halbwegs wahrscheinlich, da zwei Gleichungen mit zwei Unbe- 
kannten aufzulósen sind (der 3te Gemenstheil, námlich der Magnetit, wurde eigens bestimmt) ; 
bei mehr Gemenstheilen aber ist dem Einbildungsvermogen freier Raum gegeben, denn es 
erscheinen mehr Unbekannte als gegebene Gleichungen. Die Methode befolgt demnach nicht 
mehr den fůr wissenschaftliche Forschungen nothigen Gang. 

Es werden in den folgenden Zeilen p. 132 die Grůnde, wesshalb eine klein- 
kórnige, keine Zwillinesstreifung im polarisirten Lichte zeigende, sich also áhnlich dem 
Orthoklas verhaltende Aggrecatmasse, doch Plagioklas ist, desshalb angefůhrt, weil durch 
die Nichtbeachtung anderer Verháltnisse leicht Fehler entstehen. Da bei der Volum- 
verminderung von Plagioklasen die Zwillingslamellen sich nicht in gleichem Massstabe ver- 
jůngen, demnach viel weniger schnell in der Breite abnehmen, als es den kleinen Indi- 
viduen der Plagioklase entsprechen wůrde, so můssen dieselben ganz verschwinden, wenn 


die Grósse der Plagioklase bis zur Breite der Zwillingslamellen sich verkleinert hat. Die 


200 


Streifung ist fůr Plagioklase sehr charakteristisch, kommt aber nicht *“ausnahmslos vor; 
wesshalb das Fehlen derselben noch nicht -die Plagioklasnatur der Feldspáthe ausschliesst. 
Eigentlich ist also nicht die Streifung ohne Ausnahme, das Charakteristische fůr Plagioklas 
oder das Fehlen derselben ein Erkennungszeichen fůr Orthoklas, sondern nur die chemische 
Zusammensetzung, wo die Krystallform nicht nachweisbar ist. Ein Plagioklas von der che- 


mischen Zusammensetzune und den anderen damit verbundenen Eigenthůmlichkeiten bleibt © 


Plagioklas, mag er eine Streifung oder keine Streifung zeigen. Die Zwillingsstreifung ist fůr 
winzige und auch gróssere Plagioklaskrystalle ein sehr beguemes und schnelles, aber nicht 
ausschliesslich an Plagioklasen vorkommendes Merkzeichen, welches čfters fehlt, als man 
anzunehmen geneigt war. Bei Beschreibung des Corsites wird mehrfach erwáhnt werden, 
dass der Plagioklas (Anorthit) keine Streifung besitzt. 


26) Eine ganz áhnliche Zusammensetzung zeigt der Labradorit des Gabbros von 
Iron Mountain, Laramie Hill U.S, nach Wiedemann; nur enthált er etwas FeO, wahr- 
scheinlich als mechanische Verunreinigune. Die Alkalien sind hier K2O und Na,O im 
Verháltniss von 19,:39/. (Zirkel Microscopical Petrography pag. 109 in Report of the 
Geol. Exploration of the Forthieth Parallel Vol. VI.) 


27) Fůr den Diallag wird als charakteristiseh der geringe Grad von Dichroismus 
angegeben. Es ist dies richtig, allein nicht von allgemeiner Geltung; die allermeisten 
Diallage verhalten sich so. Es kam mir ein Diallag von Salzbures unter die Hand, welcher 
in důnner Platte gespalten, in der dichroscopischen Loupe ebenso starke Farbendifferenzen 
zeigte, wie manche Amphibole. Ein neuer Belee dafůr, dass bei Bestimmung von Mine- 
ralien in Důnnschliffen Vorsicht geboten ist. 


28) Die herausgerechnete theilweise Analyse des Amphiboles (Uralites) hat wie 
alle berechneten Analysen nur geringen Werth, weil die accessorischen Gemengtheile weder 
der Menge noch der Zusammensetzung nach bekanmt sind. So ist der herausgerechnete 
Gehalt von Fe,O0,, abgesehen davon, dass ein bedeutender Theil als FeO in der Ver- 
bindung vorhanden ist, desshalb zu gross, weil der auf den Fe-Gehalt der Analyse Einfluss 
besitzende Magnetit im Gemenge des Gesteines der Menge nach nicht bekannt ist. Solche 
Analysen, welche die Rechnung ercibt, sind desshalb nur mit Vorsicht aufzunehmen und 
darf man dieselben nur als genáherte Werthe betrachten. 


29) Der Corsit auf Corsica, wo derselbe zuerst in der merkwůrdigen sphaeroidalen 
Textur schon vor mehr als 50 Jahren bekannt geworden ist, bildet im Amphibolgranit, der 
aus Orthoklas, Oligoklas, Sphen, Amphibol, welcher letztere theilweise in Chlorit umgewandelt 
ist, besteht (wohl auch Auarz?) drei Stócke in der geogr. Breite von 419 43'/,' und der 
óstlichen Lánge von Paris 69 45“/,". Die kurzen, nahe an einander liegenden Stůcke, von 
denen der nordliche und sůdliche bis 4"/„ km. lang und 2"/, km. breit sind, der mittlere 
aber unbedeutend ist, liegen NO von Sarthene 1'/, Myriam., innerhalb eines Dreieckes, 
welches durch die drei Ortschaften Serre, Levie und St. Lucia di Tallano (Campo longo) 
gebildet wird. Das Neueste ber dieses Vorkommen jedoch in der gróssten Kůrze ab- 
gefasst ist in Hollande, Géologie de la Corse (Annales des Sciences géologigues par M. 
Hébert « A. Milne Edwards Paris 1877, Tome 9) zu finden. Das Vorkommen des Cor- 
sites in amphibolhaltigen kórnigen Gesteinen wůrde auffallend an das Vorkommen in 
Bóhmen erinnern, wo bei Ransko, Hrbokov ete. auch Syenit und Amphibolgranitgesteine 
vorkommen. 


Es důrften Corsite aber nicht so selten sein, als nach den wenigen Daten, welche 
úber dieselben vorliegen, zu urtheilen wáre; die meisten důrften noch unter dem Namen 
Diorit versteckt sein, worůber nur die wirkliche Analyse des Plagioklases Aufschluss 
geben kann. Bekannt sind Corsite vom Konžavoskoi kamen im Nord-Ural, Poudičre in 
Frankreich, Yamaska mountain in Canada. Bóhmen ist recht reich an diesen sonst so 
seltenen Gesteinen. Ein Corsit in der Umgebung von Prag bei Klokočná (bei Mnichovice) 
wurde schon frůher beschrieben. (Archiv der naturw. Landesdurchforschung v. Bóhmen 
IV. Bd. No. 2. Geol. Abtheil pas. 226.) 


no 


201 


30) Es ist auf Reisen bei Inangriffnahme der Kórperkráfte, dann bei der Zer- 
streuung der Gedanken nicht immer měglich den Anorthit von anderen Plagioklasen 
sogleich zu erkennen, da das nur mit der Erfassung von' Thatsachen im gróssten Mass- 
stabe angewóhnte Auge nicht mehr an das Winzige der Gesteinsuntersuchung accomodirt 
ist. Storend wirkt auch die ungewohnte Beleuchtune oder die zu weit gehende Zersetzung. 
Nichtsdestoweniger lásst sich der Anorthit von anderen Plagioklasen dem blossen Ansehen 
nach, als auch nach der Art der Verwitterung im Arbeitszimmer bei gewohnter Accomo- 
dation des Auges an nahe liegende Gegenstánde und weniger Zerstreuung durch geo- 
logische Verháltnisse im Grossen, erkennen. 


31) Wie dies auch bei Labradorit schon háufig nachgewiesen worden ist, Bei 
Diorit wurde das Vorhandensein von gegittertem Plagioklas (Andesin) auch nachgewiesen. 
Es ist demnach bei der bekannten Zusammensetzung solcher gitterfórmig doppelt hemi- 
tropen Feldspáthe nicht an Mikroklin zu denken, zu dem mán solche Feldspáthe manchmal 
voreilig ohne die Zusammensetzung derselben zu kennen, stellt. Es ist richtig, dass die 
optischen Eigenschaften recht charakteristisch sind fůr die Bestimmung der Mineralien 
unter dem Mikroskope, sie sind aber doch nur ein Theil der Mineral-Kennzeichen, denn 
zu" EKrkennung eines Minerales gehůren alle seine Merkmale; in allererster Reihe ist es 
die chemische Zusammensetzung, welche in den schwierigsten Fállen das einzige und auch 
sicherste Kennzeichen bleibt. 


32) Wie schon vorher angefůhrt, ist die herausgerechnete Analyse immer mit 
Vorsicht aufzunehmen. Weil hier aus zwei Gleichungen je eine Unbekannte aufzusuchen 
war, so ist die herausgerechnete Analyse des Amphiboles ziemlich nahe seiner wirklichen 
Zusammensetzune. 


33) Die Aufschlůsse můssten zahlreicher sein, um sich mit Sicherheit fůr den 
lager- oder gangartigen Charakter der Lagerstátte aussprechen zu kónnen. Die Bezeichnung 
als Lager scheint den Verháltnissen, wie sie sich darstellten, angemessener zu sein, 
wesshalb sie gewáhlt wůrde. Leider gestatten die anderen verfallenen zahlreichen Gruben 
keine Untersuchung der Lagerungsverháltnisse. 


34) (Tschermak, Úber Pyroxen uud Amphibol, Tsch. Mineralocische Mittheilungen 
1871 p. 22 1te Folge). 


35) Spáter wurde auch im Granit des Isergebirges dieses Mineral (Niobit) von 
Janovský aufgefunden (Berichte der deutschen chem. Gesellsch. 1880, XIII, p 139 ete.) 
und da das Vorkommen etwas reichlicher ist, auch amalysirt. 


99) Die Třemošnicer Schlucht entsteht durch Vereinigung der linksseitigen Peklo- 
schlucht und der rechtsseitigen Starodvorská rokle (Althofer Schlucht). 


87) Verschmolzen wurden die Erze im Hochofen von Hedwigsthal in der Tře- 
mošnicer Schlucht. 


8) Auf Talk ist nur dem Ansehen nach geschlossen worden, eine eingehendere 
Untersuchung liegt nicht vor. Keinesfalls ist aber das Mineral Serpentin, schon wegen 
der geringen Hárte von 2. 

39) Ohne Autopsie. 

40) Ebenso findet sich noch ausserhalb des Bereiches der Karte am rechten 
Sázavaufer zwischen Ronov und Pořič (náher an Pořič) oberhalb Přibislav im Gneuse, 
dessen Verfláchen nach 3'/, mit 529 gerichtet ist, und der durch Muscovitgranitgánge 
durchsetzt wird, ein mehrere (10—15) Schritt máchtiges Lager von Olivin, mit stengligem 
Talk, viel kleinen Bronzitkdrnern und Pikrolit. Zwischen dem Schloss Přibislav und der 
Spiritusbrennerei (also O von Přibislav) ist an der Strasse im flasrigen glimmerreichen 
Biotiteneus mit lenticuláren Schichten von lichtem grobkórnigem Gmeus alles nach 4'/,» 
mit 659 verfláchend, in welchem ein 1',"“ máchtiges Lager von dichtem Orthoklas 


(Haelleflint) von licht grauer Farbe eingeschaltet ist. 


202 


41) Welcher auch in ganz áhnlichen Gesteinen mit ebenso bedeutender Máchtigkeit 
zum Vorschein kommt. Helmhacker, Geognostische Beschreibung eines Theils der Gegend 
zwischen Benešov und Sázava 1874 (Archiv d. naturw. Landesdurchforschung v. Bóhmen 
II. Bd II. Abth. I. Theil). 


42) Den Nachweis ob Baryt?, erlauben diese Pseudomorphosen wegen ihres 
spárlichen Vorkommens nicht zu fůhren. 


43) Der Chalkopyrit (dessen Vorkommen sich aber nicht auf Autopsie grůndet) 
ist hier gewiss das ursprůngliche Mineral, aus dessen Zersetzung die andern sauren 
Kupfermineralien als wie Malachit und Lunnit hervorgegangen sind, 


44) Dieses ist eine willkůhrliche Deutung, weil eben die CO,-Menge nicht 
bestimmt werden konnte; wird aber die Rechnung durchgefůhrt, so stimmt der Rest des 
Kupferphosphates ganz mit Lunnit und nicht mit Ehlit, fůr welchen sonst dieses Mineral 
gehalten wird, úberein.  Ehlit hat úbrigens auch eine geringere, schwankende Hárte von 
1"/4, 2, 7; der Ehlit (frůher Prasim = Lunnit von Libethen genannt) hat nur die Hárte von 
o ergeben. 

Da nun diese etwas willkůhrliche Deutung des Glůhverlustes, die aber allein in 
diesem Falle zu der Formel des Lunnites fůhrt, —— auf andere Art gedeutet kommt 
die Ehlitformel nicht zum Vorschein, — doch nicht einwurfsfrei ist, indem derselben 
wohl Wahrscheinlichkeit, aber nicht durch einen Beleg bewiesene věllige Sicherheit zu 
Grunde liegt, so wáre eine erneuerte Analyse mit direkter Bestimmung der CO, erwůnscht, 
zu der aber als Hauptbedingung hinreichendes Material vorhanden sein můsste, da durch 
das Ergebniss derselben entweder diese hier aufgestellte, mit nicht vóllie hinreichendem 
Materiale angestellte Deutung des Minerales als Lunnit zu bestátigen oder zu wider- 
legen wňre. 

Nebenbei sei hier erwáhnt, dass die meisten lteren Analysen der Kupfer- 
phosphate nicht vólliges Vertrauen verdienen, da nirgends die Angabe vorhanden ist, dass 
sie rein und nicht mit Malachit verunreinist waren. Der Glůhverlust wurde einfach als 
H,O gedeutet und dann die Formeln berechnet. Das důrfte neben der Móglichkeit der 
Mengung vorschiedener Kupferphosphate mit einander auch mit ein Grund sein, warum 
die Analysen solcher Mineralien von einander abweichen. 

Schrauf, úber Phosphorkupfererze (Zeitschrift f. Krystallographie und Mineralogie 
v. Groth IV. Bd. 1879 p. 1 ete.) erwáhnt auf pag. 2, dass Exemplare von Kreuzberg dem- 
selben zur Untersuchung vorlagen; in dem Aufsatze ist aber von dem Kreuzberger 
Minerale keine náhere Angabe mehr vorhanden, so dass auch hier die zu einer Analyse 
benůthigte Menge unzureichend gewesen sein důrfte. 


45) Fůr den Hochofen von Hedwigsthal bei Třemošnic. Schlackenreste finden 
sich hier im Walde háufig, desshalb das Erzvorkommen ein altbekanntes sein muss. 

46) Das Vorkommen des Chalkopyrites wird hier ohne Autopsie angefůhrt. 

47) Úber das Erzvorkommen gilt alles das, was schon im Archiv der naturw. 
Landesdurchforschung von Bóhmen II Bd., II. Abth. I. Theil, Vála u. Helmhacker, Das 
Eisensteinvorkommen in der Gegend von Prag und Beraun auf pag. 353—357. (Die Erze 
der Kreideformation) angefůhrt erscheint. 


48) Da der Pyrit selenhaltig ist, enthált die bohmische Schwefelsáure Selen 
gelóst, welches durch Verdůnnune derselben als rother Schlamm ausgeschieden wird. 


49) Sucht man fůr dieses Vorkommen ein anderes hnliches, so wird man an 
Walchern bei Oblarn im Ennsthale Obersteiermarks erinnert, wo Pyrite auf eine áhnliche 
Art, jedoch in festen krystallinischen Gesteinen im Auarzschiefer und Glimmerschiefer 
vorkommen. Es ist diese Lagerstátte noch zu wenig bekannt, um bessere Vergleichungen 
anstellen zu kónnen; dieselbe sollte nur erwáhnt werden, damit sie sich der Aufmerk- 
samkeit nicht entziehe. Vielleicht wáre auch das Vorkommen von Kiesen (Pyrit, Pyrrhotin) 


203 


in Norwegen zu vergleichen. (Forekomster af Kise i Visse Skifere in Norge af Amund 
Helland, Christiania 1873 (Universitestsprogram for 1Iste Semester 1873). — 

Die geschichtlichen Daten stammen von Herrn Fabriksdirektor zusleich Gruben- 
> betriebsleiter Th. Woat. 


90) Analogien dieses Limonitvorkommens in Form von lagerartigen Decken auf 
- Serpentinen finden sich an andern Orten auch. So im Bůhmerwalde bei Chmelná am 
Fusse des Blánsker Waldes, im Wáldchen und bei der Einschicht Šimeček, sowie in den 
Nebengráben und dem Plateau zwischen dem Tanzmeister- und Sommergraben bei St. 
Stephan im Murthale, Obersteiermark. (Helmhacker Úber einige Lagerstátten von Limonit 
im Serpentin, Zeitschrift des berg- und hůttenmannischen Vereins fůr Steiermark und 
Kárnthen 18706.) 


Erklárung der Figuren im Texte, 


Fig. 1 pas. 15.  Amphibolgneus in der Schlucht zwischen Ronov und Mladotic 
an der Doubravka in einer etwa "/,"“ máchtigen Lage innerhalb einer Schichtenbank 
schiefrig geknickt, obwohl die Hangend- und Liegendbank ganz ebenschiefrig ist. Die 
schwarzen Linien bezeichnen den Amphibol des Gneusgemenges, das weiss gelassene den 
Orthoklas, Oligoklas und Auarz. 


Fig. 2 pas. 18, 152. Ein Schnitt durch den máchtigen Corsitsang in der Rich- 
tung von NO nach SW unweit NW von Mladotic bei dem bedeutenden Buge des 
Doubravkabaches. Das Liegende des Corsitganges bildet Amphibolegneus; das Hangende 
ist Biotitgeneus (im Holzschnitte bloss als Gneus bezeichnet). 


Fig. 3 pas. 30, 108, 142. Die Ansicht des linken Hlbeufers gegenůber Elbe- 
Tejnic, wie dasselbe von dem Eisenbahneinschnitte entblósst ist, vom Zabořer Bahnhofe 
aus (Station Elbe-Tejnic) bis nahezu gegen Kojic dem Laufe der Elbe folgend. Der 
Schnitt geht demnach nicht vóllig senkrecht gegen die Richtung der Schichten. Die von 
b zu 5 fortlaufenden Zahlen unter dem Schnitte sind die Nummern der Telegraphen- 
stangen; ebenso sind die Kilométerzahlen angegeben. Unter dem Bahnhofe sind Elbe- 
aluvionen; darunter deutlich důnnschiefriger Amphibolit a, welcher durch Glimmerschiefer- 
phyllit ph úberlagert wird und nahe vom Wáchterhaus Nr. 282 mit 339 nach 24* einfállt. 
Darauf folgt wieder Amphibolschiefer a und wieder Glimmerschiefer und Glimmerschiefer- 
phyllit ph; bei dem Wáchterhaus Nr. 281 aber zwei Lagergánge von Gneusgranit ž, welche 
durch Glimmerschiefer ph getrennt werden. Eine Scholle von dem Schiefer pž im Liegend- 
gange bei Telegraphenstange 239 beweiset die eruptive Natur des Gneusgranites. In der- 
selben kommen gegen das Hangende zu schwache Ouarzgánge vor, welche immer spátere 
Verschiebungen andeuten und die auch als lenticulare Ouarznester, weiter oben bei Kilo- 
meter 334, so háufig sind und an die Náhe von Dioritcángen gebunden erscheinen. Vom 
Gabbrostocke g, welcher vom Háuschen 281 bis zum Bahnviaducte unter Vinařice ent- 
blósst ist, trennt den Gneusgranit eine schwache Glimmerschieferlage ph. Vom Viaducte 
aufwárts folgen Glimmerschiefer, die durch schwáchere Gneuseranit- sowie Gabbro wie 
Uralitdioriteánge (g) durchbrochen werden. In dieser Parthie, Stange 229 bis zum Bahn- 
viaduct, wo der tiefere Theil von Vinařic steht, ist die Lagerung deutlich, zwischen 
Stange 226 und 229 aber bedeckt, so dass auf der Figur 3 das Zeichen ph als Glim- 
merschiefer nur mit Wahrscheinlichkeit aufgetragen ist. Bei der Telegraphenstange 225 
nahe des Hohlweges ist aber eine recht bedeutende Verwerfung, da auf Glimmerschiefern 
ph, Thonschiefer der tiefsten Silurétace A (cambrisch) aufruhen, in welchen ein sehr 
feinkdrniger (Uralit) Dioritsang d bemerkbar ist. Die grauschwarzen Thonschiefer A, die 
nach 1%/,» verfiáchen, sind im Liegenden gestůrt gelagert und mit citronengelben Anflůgen 
bedeckt. Im Hangenden úber A folgen důnnschiefrige Glimmerschiefer ph wahrscheinlich 
in etwas discordanter (úberschobener) Lagerung und in denselben bei Wáchterhaus 280 
echte Gáůnge von Gneusgranit Ž und von Uralitdiorit ďd. Der Hangendgang des Uralit- 


o 


oa ke a 


205 


- diorites wird durch Chloritschiefer c getheilt.  Weiter flussaufwárts folgsen dann wieder 


© Glimmerschiefer pň, Amphibolit-Glimmerschiefer a und zwei durch Glimmerschieferphyllit 


p getrennte Lagergánge von Uralitdiorit d 1"/,“ —1'/,"“ máchtig, in deren Náhe, und zwar 
im Liegenden, im Glimmerschiefer lenticulare Ouarznester folgen. Das Hangende bildet wieder 
Glimmerschiefer ph, der nach 1“/,» mit 409 verflácht, mit lenticularen Auarznestern ; dann 
bei 196 ein 3" máchtiger Uralitdioriteang. Im weiteren Hangenden ein sehr důnnschie- 
friger Glimmerschieferphyllit ph mit einem echten Dioritgange d von 1% Máchtigkeit bei 


© 192, in dessen Hangendem wieder langgezogene Auarzlinsen erscheinen. Beim Wáchterhaus 


279 wendet sich die Glimmerschiefer-Uferterasse in der Richtung des Streichens gegen 
Kojic, wesshalb sie hier nicht weiter ausgefůhrt erscheint. — Massstab 1: 10000. 


Fig. 4 pag. 48 stellt die westliche Stirnansicht der Černá skála WNW. von 
Hošťalovic vor; dieselbe ragt aus Chloritdioritaphaniten hervor, ist ganz deutlich ge- 
schichtet, vielfach gefaltet und durch Auarzklůfte durchsetzt. 


Fig. 5 pase. 50 das Thálchen von Tupes gegen den WNW Kipolticer-Teich. Bei 
Tupes tritt die aus groben lichten guarzigen Grauwacken der Etage B bestehende Mauer 
aus der turonen Kreideůberlagerung č hervor und wird durch eine nicht ganz deutlich 
entblósste Verwerfung, die parallel zum Streichen geht, durchsetzt. Am Ausbisse zeigen sich 
grosse, von der Brandung des Kreidemeeres abgerundete Knauer der Grauwacke. (Gegen 
SW folsen Wechsellagerungen von Grauwackenschiefern, die denjenigen der Etage C 
áhnlich sind, mit den guarzigen Grauwacken B; dann ebensolche Wechsellagerungen, jedoch 
mit dunklen kórnigen Grauwacken C, bis dieselben unter Lipoltic vorherrschend werden. 
Die Zeichen B, C bedeuten nicht das Zeichen der betreffenden Etage, sondern beziehen 
sich nur auf das (Gestein. 


Fis. 6 pag. 50, 140. Der Gangstock des Diabases in dem zu einer Schlucht 
verengten Thálchen bei Chrtník (S Choltic). Bei der Ságe durchbricht Diabas ď das 
guarzige feste Grauwackenconglomerat B und schliesst auch eine Scholle von Conglomerat 
B und Grauwackenschiefer C ein. Das Liegende C, sůdlich von der Můhle besteht aus 
transversal schiefrigen Grauwackenschiefern, in denen gewisse, in der Zeichnung punctirte 
Grauwackenschichten den Verlauf der Schichtung andeuten, welche sonst durch die falsche 
Schieferung ganz verdeckt werden wůrden. 


Fig. 7 pag. 54. Idealer Durchschnitt durch das Eisengebirge zwischen Semtěš 
und der Skála bei Lipoltic. Aus der Kreideebene der Doubravkadepression bei Semtěš 
erhebt sich úber turonen Schichten ť, der Steilrand des Eisengebirges, welcher aus Glim- 
merschiefern p, p und Amphibolschiefern am gebildet ist. Deutlich aufgelagert sind die 
cambrischen Schichten A mit der lagerartigen Kalklinse bei der Vápenice. Des ůúber der 
Etage A folgende, bis gegen Lhotka ist nicht so gut entblósst, als es wůnschenswerth 
wáre. Es sind dies zuerst tuffige dunkelgrůne Grauwacken und Grauwackenschiefer d Z, 
dann Chlorit-Dioritaphanite a mit eingeschaltěten Stócken von Aphanitconglomerat s, 
welches bei Lhotka steil nach NO einfállt. Die nun darůber folgenden graugrůnen Grau- 
wacken ď und dunklen Grauwackenschiefer b mit transversaler Zerklůftung, welehe immer 
die Mauer der festen guarzicen Grauwacke der Etage B besleiten, sind ziemlich deutlich 
entblósst, steil verflichend. Was das Liegende und was das Hangende hier wáre, bleibt 
unbestimmt. Bei Podvrd verlieren sich die Schichten B abermals unter obercenomanen 
und turonen Schichten ko, ť. 


Fig. 8 pag. 57. Ein Durchschnitt durch das Thal von der Bačala-Můhle gegen 
Citkov. Bei Dolan bilden korycaner sandige Kalke ko den Fuss der Eisengebirges. Die 
graugrůnen Grauwacken d und die festeren grauschwarzen guarzigen Grauwacken ds sind 
der Lagerung nach zu den Auarziten d, nur ideal dargestellt, da hier irgendwo die 
Zbislavec-Chotěnicer Bruchlinie durchoehen důrfte, welche nicht gut entblósst ist. Weiter 
folgen vielfach gefaltete antiklinal, synklinal und isoklinal verbogene schwarze Thon- 


206 


schiefer der Zone d,, deren Lagerungsverháltniss gegen d, gleichfalls nicht zweifellos 
blossgelest ist. Die Lagerung wird erst im Liegenden des Kalklagers eine deutliche, 
weniger gestórte; nur das Podoler Kalklager v ist in der Citkover Schlucht lokal ver- 
worfen. Die Hangendschiefer d, verfláchen wenig gestůrt, bis sie an aplitische Granite ap 
und rothe Granite g anstossen, in welchen Guarzporphyrgánge p eingelagert sind. 


Fig. 9 pag. 59. Der máchtigste Theil des Kalkstockes bei Boukalka.  Sowohl 
im Hangenden wie im Liegenden verfláchen die schwarzen Thonschiefer d, nach S ganz 
deutlich, trotz ihrer transversalen Schieferung. © Erst im linken Gehánge der Prachovicer 
Schlucht stellen sich die vielfachen Schieferknickungen ein. Bei m treten im Kalkstocke 
die Minettegánge auf, welche auf 


Fig. 10 pas. 59 vergróssert dargestellt sind. Die Figur stellt die entblósste Wand 
eines Kalkbruches oberhalb (S) Boubalka vor; m sind die Minettegánge im kórnigen, 
wohl geschichteten Kalke. 


Fig. 11 pae. 61. Ein Durchschnitt, ideal gehalten, durch den óstlichen Theil 
des Eisengebirges ber Deblov. g sind rothe Granite mit Felsiten f, schiefrigen Felsit- 
porphyren fp, und Dioritaphaniten a, an welchen die Schiefergesteine des Eisengebirges 
absetzen.  NNW von Pohořalka raet die deutlich geschichtete geneigte Mauer von d, 
mit Scolithus-Resten hervor; diese Schichten sind gewoólbartig gebogen; unter denselben 
erscheinen schwarze Thonschiefer bis zur Mauer von d; bei Deblov. Hier bleibt das 
Verháltniss von d, und d, insofern unklar, als es nicht sicher erwiesen ist, ob unter 
Deblov eine Verwerfungskluft durchoeht, trotzdem dasz viel Wahrscheinlichkeitsgrůnde 
fůr den Bestand einer Bruchlinie vorliegen, Unter Mejtky sind wieder schwarze Thon- 
schiefer d, abgelagert, die sich unter korycaner Schichten ko verlieren. Unbestimmt 
bleibt es, ob ein oder zwei Zůge von GAuarziten hier bestehen. 


Fig. 12 pag. 62. Contactstelle zwischen silurischen Thonschiefern p und lauren- 
tinischem Gneuse 7 in der Schlucht, welche von der čstlichen Můhle bei Vojnůvměstec 
gegen ONO aufsteist. Die Stelle des Durchschnittes ist beinahe genau *9 km Ó von 
Vojnůvměstec. Die Thonschiefer liegen auf dem Gneuse discordant und werden SW von 
obercenomanen ce und turonen Schichten ť úberlagert. 


Fig. 13 pae. 81. Ein Durchschnitt durch das Kreideplateau von Leitomyšl- 
Hohenmauth. Der Schnitt geht úber Proseč und Sudislav in gerader Richtung. Bei 
Proseč herrschen rothe Granite (* vor, welche eine Scholle von zu Amphibolphyllit um- 
gewandelten tiefsten Silurgesteinen J* einschliessen. Auf dem Granit ruhen měchtige 
Ouaderschichten U. C. des Unteren Cenomans (Perucer Schichten), darauťf die Unterturonen 
Pláner U. T., welche in der tieferen Stufe aus dem Baupláner in der oberen parallel 
schraffirten Stufe aus merelig důnnplattigsen Schichten bestehen, welche die erste tiefere 
Terrain-Stufe unter Chotovice bilden. Die zweite Terrain-Stufe bilden mittelturone unten 
plattige, oben festere Kalkpláner (Iserschichten) M. T., welche in den obersten Lagen 
sandig kalkig und reich an Callianassa-Resten sind. In der Loučná-Niederung bedecken 
diese Mittelturonpláner bláulich graue důnnplattige Pláner und Mergel des Oberturons 
(Teplicer Schichten) O. T, welche der Schnitt zwischen Cerekvice und Heřmanic zeigt. 
In dem Horizonte der Stillen Adler zeigen sich keine Untercenomanen GAuader, sondern 
bloss glaukonitisehe Sandsteine des Obercenomans O, C. (Korycaner Schichten) welche 
stellenweise auf inselartig zum Vorschein kommenden Graniten G aufruhen. Diese ober- 
cenomanen Sandsteine důrften im SW Theile des Durchschnittes zwischen Bor und 
Chotovice in der tiefsten Lage des Unterturons U. T. vorhanden sein, da sie hier schwach 
und mergelig entwickelt sind. Im Steilrande der Ufergehánge der stillen Adler bei 
Sudislav wiederholt sich die Auflagerung der Plánerschichten U. T. (Unterturon) M. T' 
(Mittelturon) wie schon erwáhnt. Der dargestellte Durchschnitt zeigt den flach mulden- 
fórmigen Charakter der ganzen Ablagerung des Kreidesystems. 


201 


Fig. 14 pag. 112. Ein Durchschnitt in der unbedeutenden Thalschlucht mitten 
zwischen Unter-Holetín und Ober-Babákov, oder genau S 1'/, km von Stříteř (N Hlinsko), 
die Gránze zwischen Granit und Phyllit p (umgewandelten Grauwackenschiefer der Hlinsko- 
Skučer Schieferinsel) darstellend. 

Der jůngere Biotitgranit, grauer Granit žŽ von etwas gneusáhnlicher Textur gránzt 
an Phyllit, welcher zu kleinkórnigem gestrecktem Amphibolschiefer a metamorphosirt ist, 
der in Phyllit p úbergeht. Gánge von Diorit d und ganz unvollkommen schiefrigem Granit- 
porphyr (oder Ouarzporphyr) po durchsetzen nahe der Gránze die Phyllite, welche in der 
Náhe der Gánge in der Lagerung gestórt sind. Der Schnitt, welcher genau von N nach 
S geht, durchsetzt die Schichten etwas schief, da deren Verfláchen (falls es nicht die 
transversale Textur ist) nach 8*/," mit 78 bis 9"/,* mit 809 gerichtet ist. Die unvoll- 
kommene Schieferung des Granitporphyres geht parallel der schiefrigen, wahrscheinlich 
aber transversalen Textur des Phyllites. 


Fig. 15, 16, 17 pas. 190. Streckenórter auf Pyritlagern im Pyrophyllitschiefer 
am 7, 6 und 5 Laufe des Bartholomeischachtes in Gross-Lukavic. Die derben lager- 
artigen Pyritbánke und Schnůre, welche schwarz gehalten sind, begleitet Ouarz in lenti- 
culáren Nestern. Die Máchtigkeit ist sehr wechselnd. 


Fig. 18 pag. 190. Ein Abbauort auf einzelne lenticuláre Pyritbánke (Lager) und 
lagerartige Schnůrchen am 1 Laufe. Die Pyrophyllitschiefer sind stellenweise, da sie nicht 
tief unter Tage liegen durch in Zersetzung begriffenen Pyrit bráunlich gefleckt. Sámmtliche 
Knickungen der Schichten machen die Bánke des Pyrites mit, welche in ihrer Ge- 
sammtheit als Lagerstock aufzufassen wáren. 


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APR 23 1938 


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i maturwissenschaftliche Landesdurchforschune von Bóhmen 
A unter Redaktion von 
Prof. Dr. K. Kořistka und Prof. J ý Krejčí 
enthált folgende Arbeiten : 


ERSTEBR BAND. 


1 L Die Arbeiten der topographischen Abtheilung (Terrain und Hóohenverháltnisse) 

| Dieselbe enthált: 

a) Das Terrain und die Hohenverháltnisse des Mittelsebirges und des 

Sandsteingebirges im nordlichen Boóhmen von Prof. Dr. Karl Kořistka. 

| 139 Seiten Text, 2 chromolith. Ansichten, 1 Profiltafel und 11 Holzschnitte. 

| 3) Erste Serie gemessener Hóhenpunkte in Bóohmen (Sect.-Blatt II.) von Prof. 

M. Dr. Kořistka. 128 Seiten Text. 

c) Hóhenschichtenkarte, Section II., von Prof Dr. Kořistka. Diese Karte enthált 
die in dem Text «) beschriebene Situation. Sie ist 58 Centimeter lang, 41 Centimeter hoch, 
im Massstabe von 1:200.000 gezeichnet, und es sind die allgemeinen Hóhenverháltnisse 
durch Schichtenlinien von 25 zu 25 Meter und durch verschiedene Farben ausgedrůckt. 
Preis i. 4— Preis der Karte app. . . - -+ + + * © P k 110 Ad 1 js E60 


| II. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. Dieselbe enthált: 


(a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verháltnisse des něrd- 

-© lichen Bohmen von Prof. Johann Krejčí. 37 Seiten Text, 7 Holzschnitte. 

9) Studien im Gebiete der bóhm. Kreideformation von Prof. J. Krejčí. 

V 142 Seiten Text, 1 chromolith. Ansicht, 39 Holzschnitte. 

(ce) Paláontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der bóhm. 

5“ Kreideformation sowie einiger Fundorte in anderen Formationen von 

(ME Dr. Anton Frič. 103 Seiten Text, 4 chromolith. Tafeln, 9 Holzschnitte. 

(4) DieSteinkohlenbecken von Radnic, vom Hůttenmeister Karl Feistmantel. 
on Seiten Text, 40 Holzschnitte, 2 Karten der Steinkohlenbecken von Radnic jí sy: 

0 o P oa KT RO V, 5, al „45 


II. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthált: 


Prodromus der Flora von Bohmen von Dr. Ladislav Čelakovský. (L Theil.) 
not iSeiten Lext tBPO18 1 ea boa- deseo 6 PO koa eds rřvjjje. 1. 1— 


IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthált: 


- a) Verzeichniss der Káfer Bohmens vom Conservator Em. Lokaj. 78 Seiten Text. 

-7 db) Monographie der Land- und Sůsswassermollusken Bóhmens vom Assi- 
— stenten Alfred Slavík. 54 Seiten Text und 5 chromolith. Tafeln. 

| c) Verzeichniss der Spinnen des nordlichen Bóhmen vom Real-Lehrer 

M manuel Barta. 10 Seiten Text.. Preis... -. <. 44 "84 l. 2— 


V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthált: 


Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 16 S. Text. Preis 25 kr. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V.) geb. < « < « « + + + +++ +++: 1. 9 


ZWVEITER BAND. 
Erster Theil. (Hálfte.) 


c I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung (Terrain- und Hóohenverháltnisse). 
Dieselbe enthált: 

a) Das Terrain und die Hóhenverháltnisse des Iser- und des Rieseu- 
-© gebirges und seiner sůdlichen und čostlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
-| Kořistka. 128 Seiten Text, 2 chromolith. Ansicht., 1 Profiltafel und 10 Holzschnitte. 

5) Zweite Serie gemessener Hoóhenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt III.) von Prof. 

— Dr. Kořistka. 84 Seiten Text. 

c) Hohenschichtenkarte, Section III, von Prof. Dr. Kořistka. (Diese Karte 
thált die in dem vorstehenden Text angegebene Situation, sie ist 58 Centimeter lang, 
"41 Centimeter hoch, im Massstabe von 1:200.000 gezeichnet, und es sind die allgemeinen 
- Hóhenverháltnisse durch Schichtenlinien von 25 zu 25 Meter und durch verschiedene Farben 

Mausgedrickt. Preis dieser Abtheilung . - - -< < ©- ++ -+++ +5: 1. 450 


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k ů 


II. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. I. Theil enthált: = 

a) Prof. Dr. Ant. Frič: Fauna der Steinkohlenformation Boóohmens mit 4 Ta l 
b) Karl Feistmantel: Die Steinkohlenbecken bei Klein-Přílep, Lísek, Stí 
Holoubkow, Mireschau und Letkow mit 9 Holzschnitten. 

c) Jos. Vála und R. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Geg n 
von Prag und Beraun mit 6 Tafeln, 9 Holzschnitten und 1 Karte. x 

d) R. Helmhacker: Geognostische Beschreibung eines Theiles der Gege há 


zwischen Beneschau und der Sázava, mit 1 Tafel und 1 Karte. "i 
Dieser Theil enthált 448 Seiten Text, 11 'Tafeln, 18 Holzschnitte und 2 geol. Karten, 
Preis“ '$" 4 o vyleze VAK Ae ně V Sovy nen ye 2007 030-2 asd +20 (3 a MOMNSaoa NON B 


IK. Theil enthált: 


Dr. Em. Bořický: Petrographische Studien an den Basaltgesteinen Bóhmens 
mit 294 Seiten Text únd 8 Tafeln, + Erels.t441t Jdi- © = 0. 2000 eV PS č fl. 3" 50 


ZVV ETUEE BAND. 


: 
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Zweiter Theil.  (Hálfte.) | 

IMI. Botanische Abtheilung. Dieselbe enthált: | 
Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský ar. p 
288 0Seiten"Pext: und“ v "Pafélo VPreisun. dil 2ulalihačuí. tit. eS321CGni10F0hh 260 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthált: ony MÁ 

a) Prof. Dr. Ant. Frič: Die Wirbelthiere Bohmens. * | 

5) 8 % 4 i Die Flussfischerei in Bóohmen. i 
c) 5 Die Krustenthiere Bohmens. jE 4508 
Mit 1 Tafel, 100 Holzschnitten, 272 Beiten "Eext. Preiss dy vztah nude 8 zoe 1 3— 

V. Chemische Abtheilung. ; 

Prof. Dr. Em. Bořický: Uber die Verbreitung des Kali und der Phosphorsáure 
in den Gesteinen Bohmensi „58 Seiten Text. Preiss: /. 40. 4241. «dk ci 60 kr. 

Preis der ganzen zweiten Hálfte des zweiten Bandes (III., IV. u. V. Abth. zusammen) geb. A. 5— 
Es kann der zweite Band sowohl im Ganzen, wie auch in den fůnf angefůhrten Hanpe: 
abtheilungen, deren jede ein fůr sich abgešchlossenes Ganzes bildet, bezogen werden. 


| 


vého 


sr SP dada BAND. 


Davon ist bisher erschienen: 

JI. Geologische Abtheilung: 
I. Heft. Petrographische Studien an den Phonolithgesteinen Bohmens vo 
Prof. Dr. Em. Bořický mit 2 chromolith. Tafeln, 96 Seiten Text, Preis. . A. 1— 
II. Heft. Petrographische Studien an den Melaphyrgesteinen Běhmens von 
Prof. Dr. Em. Bořický mit 2 chromolith. Tafeln. 88 Seiten Text. Preis l 1 
III. Heft. Die Geologie des bohmischen Erzgebirges (IL. Theil) von Prof. Dr. 


Gustav Laube mit mehreren Holzschnitten und einer Profiltafel. 216 Seiten Text. 
O S PP APE 0 = 


III. Botanische Abtheilung: 


Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský. 
Schluss.) 320 Seiten Text. Preis 
IV. Zoologische Abtheilung: 
L Heft. Die Myri 10poden Běhmexs von F, V. Rosický mit 24 Holzschnitten. 44 Bálteh 
Rexta Beal © LZ 4i 553 6 rel 00 239W dry ZB i B (ej S M n Ono k M 60 kr 
II. Heft. Die Cladoceren Běóhmens „vón Bohuslav Hellich mit 70 Holzschnmitten 
132 Seiten Text. M 

V. Chemisch-petrologische Abtheilung: P 
Elemente einer neuen chemisch- -mikroskopischen Mineral-und Gesteinsanalyse 
von Prof. Dr. Bořický mit 3 Holzschnitten und 2 lith. Tafeln. 80 Seiten Text. Al. 1:40 


VIEERTEBR BAND. 


No. 1. Studien im Gebiete der bohmišschen Kreideformation. Die Weissen 
berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Frič mit 155 Holzschnitten. 
FO aPiten. Vesi. PP6IS © 4 s ju se 4 160 67 4 00060000 0 odešle M V E . „ Ag 
No. 2. Erláuterungen zur geologischen Karte der Umgebungen von Prag von 
s Krejčí und R. Helmhacker mit 1 Karte, mehreren Profilen und Holzschnitten A. 450 
No. 3. Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Čelakovský, 
"v Theil.) Nachtráge bis 1880. Verzeichniss und Register. E 
No. 4. Petrologische Studien an den Porphyrgesteinen Býk von Prof. Dre 
Em. Bořický (noch nicht erschienen). “ 
No. 5. Flóra dés Flussgebietes der Cidlina und Mrdlina von Prof. Ed. Pospíchal 


No. 6. Der Hangendflótzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von B 
Feistmantel. K 


Druck von Dr. Ed. Grégr in Prag 1882, — Se)bstverlag. 


SAUDI 


im Gebiete der 


BOHMISOHEN KREIDEP ORLA LION, 


Dolaoontaloischo Unirouohunoen det únadhoy Sitha 


III. 
Die Iserschichten. 


VON 


Dr. A DIT. EBRIČ. 


Mit 132 Textfiguren. 


(ARCHIV DER NATURW. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BOHMEN.) 
V. Band. Nro. 2. (Geolosgische Abtheilung.) 


BEUIILN 


im Gebiete der 


BOHMISCHEN KREIDEFORMATION 


Palaeondolootsoh ÚnŘeruaunoeu dol eZen SADIAkÍA 


ZVE 


Die Iserschichten. 


Von 


It A, BOM. EB LC. 
Mit 132 Textfiguren. 


(Archiv der naturw. Landesdurchforschung von Bóhmen.) 
V. Band Nr. 2. (Geolog. Abtheilung.) 


THE UIBRARÝ F ý 
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UINOIS 
nerv. OF ILLINOL 
UNIVERSITÍ ——— —— AML 
E RMG. 
Commissions-Verlag von Fv. Řivnáč. — Druck von Dr. Ed. Grégr. 


1885. 


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Die vorlievcende Arbeit ist die Fortsetzung der Detailstudien in den 
einzelnen Schichten der boóhm. Kreideformation, wie ich mir dieselbe zur 
Aufgabe gestellt habe. Die cenomanen Perutzer und Korycaner Schichten 
wurden im ersten, die turonen Weissenberger und Malnitzer Schichten im 
zweiten Bande des Archives fůr die Landesdurchforschung behandelt. Es 
folgen nun die zunáchst jingeren senonen Iserschichten, deren Studium 
mit ganz besonders grossen Schwierigkeiten verbunden war. 

Es zeigte sich aber auch hier, dass aus dem Labyrinthe der álteren 
verschiedenen Auader- und Plánerbezeichnungen nur durch Festhalten an 
paláontologischen Horizonten der Ausweg zu finden ist und dass die meist 
locale petrographische Beschaffenheit der Ablagerungen von untergeordneter 
Bedeutung ist. 

Das Einsammeln der Petrefacten und die Untersuchung der Profile 
begann im Jahre 1864 und dauerte mit kleinen Unterbrechungen bis zum 
Jahre 1881 und zwar immer in den Ferienmonaten, wáhrend in den Winter- 
monaten an der Sichtung und Bestimmung der Petrefacten gearbeitet wurde. 

Trotz der vielen verwendeten Můhe kann man nachfolgende Arbeit 
nicht als eine den Gegenstand erschopfende Monographie betrachten, son- 
dern nur als einen Fiůhrer, welcher weiteren Studien zur Basis dienen soll. 

Bezůglich der einschlágigen Literatur erlaube ich mir darauí hinzu- 
weisen, dass bereits im ersten Bande des Archives pag. 171 ein Ver- 
zeichniss der einschlágigen Werke sowie deren Wůrdigung von Prof. Krejčí 
gegeben wurde. 

Es kann nicht meine Aufgabe sein, in Nachfolgendem alle veralteten 
hie und da gemachten Aeusserungen úber die Iserschichten zu kritisiren, 


denn es sind dieselben meist ganz ohne paláontolocische Basis oder stůtzen 
sich auf spárliches Material. Bei dem den Publicationen des Archives knapp 
zugemessenen Umfange wůrde es eine undankbare Aufgabe sein, Behaup- 
tungen zu bekámpfen, an deren Vertheidigung wohl heutzutage Niemand 
denken wird. 

Auch die álteren Versuche der Parallelisirung der Iserschichten mit 
Ablagerungen in anderen Lándern waren vor der Verarbeitung des reichen 
Materials an Petrefacten werthlos und man wird nach der Erkenntniss des 
in Nachfolgendem geschilderten Detail die analogen auswártigen Localitáten 
von Neuem sgenau untersuchen můssen und vielfach neue Einsammlungen 
von Petrefacten mit genauer Prácisirung der Fundschichte vorzunehmen 
gezwungen sein, bevor man zur Vergleichung mit unseren Iserschichten 
wird schreiten kónnen. 

Ich theilte auch diese Arbeit in drei Abschnitte, von denen der erste 
die allgemeine Charakteristik der untersuchten Schichten, der zweite die 
specielle Beschreibung der einzelnen Localitáten enthált, wáhrend der dritte 
Ulustrirte Belege fůr die vorgefundenen Arten nebst kurzen Anmerkungen 
liefert und vor Allem zur Orientirung unserer einheimischen der grossen 
paláontologischen Literatur entbehrenden Freunde der Paláontologie dienen 
soll und keineswegs auf eine erschopfende Bearbeitung des vorliegenden 
Materiales Anspruch machen will. 


PRAG im Jánner 1883. 


Dr. A. Frič. 


I. Charakteristik und Glederuno der Iserschichten. 


Charakteristik der Iserschichten. 


Die Iserschichten wurden unter diesem Namen zuerst von Prof. Krejčí *) als 
ein selbststándiges Glied der bohmischen Kreideformation angefihrt. Es geschah 
diess vor Allem wegen ihrer orographischen Bedeutung, da sie in einer Máchtigkeit 
bis zu 100 Meter auf weite Strecken die gleiche Beschaffenheit behalten und als 
ein orographisch individualisirtes Plateau den ganzen Raum zwischen dem basal- 
tischen Mittelgebirge, der Elbe und der Iser bis zur Landesgrenze und darůber 
hinaus in das Bereich der sogenannten sáchsischen Schweiz einnehmen. Die 
paláontologische Begrůndung blieb spáteren Detailarbeiten vorbehalten. 

In den álteren Schriften des Prof. Reuss finden wir aus dem Grunde nichts 
Náheres darůber, weil diese Schichten in dem von ihm untersuchten westlichen 
Theile von Bohmen nur schwach angedeutet und nicht in ihrer charakteristischen 
Form entwickelt sind. Bloss bei einigen Petrefacten fůhrt er **) an, dass sie in 
dem kalkigen Sandsteine des ostl. Bohmens vorkommen. 

Es sind diess z. B. Mytilus Ligeriensis (jetzt Modiola typica), Cyprina oblonga 
von Auscha und Callianassa von Triebitz. 

In einer spáteren Schrift ***) erwáhnt er der Schichten, mit denen wir uns 
befassen und reiht die sandsteinartigen Gebilde im óstlichen Bohmen bei Trůbau, 
Triebitz etec. (p. 76) in die „mittlere Abtheilung der bóhm. Kreide“, fiůigt aber 
hinzu, dass ihre Stellung noch keineswegs sichergestellt ist. 

Die Ouadersandsteine dieser Schichten machten den Geologen viel Schwierie- 
keiten und man guálte sich ab mit der Sicherstellung, ob es ein Unterguader, 
Mittelguader oder Oberguader sel. 

In Bóhmen ist es aber nicht rathsam, die petrographische Erscheinung des 
Ouadersandes als Hilfsmittel zur Pezeichnung von einzelnen Schichten verschie- 
denen Alters zu benůtzen, denn wir haben nicht weniger als 8 Guadersande ver- 
schiedenen Alters: 

1. Ouadersandsteín. Cenomane Sůsswasserablagerung mit Pflanzenabdrůcken. 
(Perucer Schichten.) 

2. Auadersandstein. Cenomane Meeresablagerungen. (Korycaner Schichten.) 


*) Zweiter Jahresbericht der Durchforschung von Bóhmen 1867 und Archiv fůr Landes- 
durchforschung, erster Band Sect. II pag. 48. 
**) Versteinerungen der bóhm. Kreideformation II., pag. 4 und 16. 
**) Kurze Uebersicht der geognostischen Verháltnisse Bohmens, Prag, Calve'sche Buchhand- 
lung 1854, pag. 76. 
| 1 


3. Ouadersandsteín. Sandige Facies der: turonen Schichten mit Inoceramus 
labiatus in der sáchsischen Schweiz. (Weissenberger Schichten.) 

4. Auadersandstečn. Rhynchonellenguader der Dřinover Knollen (bei Melnik). 
(Weissenberger Schichten.) 

5. Auadersandstečn. Rhynchonellenguader der Byšicer Uebergangsschichten. 
(Iserschichten.) 

6. Auadersandstein. Erster Kokořiner AOuader. (Iserschichten.) 

7. Ouadersandstečn. Zweiter Kokořiner Auader. (Iserschichten.) 

8. Auadersandstein. Die Ouader von Grossskal und Tannenberg. (Chlomeker 
Schichten.) 


Da die Ouadersandsteine petrographisch meist vollkommen gleich sind und nur 
selten (mit Ausnahme der Korycaner Schichten) hinreichend bezeichnende Petre- 
facten enthalten, so ist man darauf hingewiesen, ihr relatives Alter nach den 
paláontologischen Einschlůssen der plánerigen und kalkigen Lagen, welche unter 
und úber ihnen liegen, zu beurtheilen. Im das Bereich der Iserschichten fallen 
von den angefůihrten Auadern drei: Nr. 5, 6 und 7 der oben angefiihrten Reihe. 

Auf den álteren Karten der geologischen Reichsanstalt waren die Iserschichten 
nicht ausgeschieden, sondern mehr vom petrographischen Štandpunkte aus ihre 
Ouader und Auadermergel mit denselben Farben wie die álteren Pláner und Auader 
bezeichnet. Erst Dr. U. Schlónbach, welcher unsere Petrefactensammlungen durch- 
zusehen Gelegenheit hatte und welchen ich zu den von uns eruirten instructiven 
Aufschlůssen begleitete, erkannte die Richtigkeit der Ausscheidung der Iserschichten 
als selbststándiges Glied unserer Kreideformation und fůhrt die Weissenberger, 
Malnitzer und Iserschichten in seinem Mittel-Auader und Mittelpláner an *), in 
welcher Auffassung sie seither auf den Karten der geol. R.-Anstalt aufgetragen 
erscheinen. | 

Die paláontologische Begrůndune der Selbststándigkeit der Iserschichten 
blieb mir vorbehalten und ich wurde in der Lósung der Aufgabe sehr ausgiebig 
durch die Bearbeitung der Echinodermen von Dr. Otom. Novák unterstůtzt, deren 
Ergebnisse die Selbststándickeit der Iserschichten elánzend bestátigten. 

Der stratigraphische und paláontologische Charakter der Iserschichten lásst 
sich in kurzen Worten folgendermássen ausdrůcken : 

Die Iserschichten sind kalkicge und sandige Ablagerungen, 
welche den Malnitzer Schichten mit Ammonites Woolgari auf- 
gelagert sind und in ihren oberen Lagen durch A mmonites con- 
ciliatus, Trigonia limbata, Pholadomya nodulifera, Modiola typica, 
Micraster Michellini, Hemiaster plebeius und Caratomus Laubei 
charakterisirt sind. 

Ihnen fehlt Ammonites Woolgari und sie besitzen noch nicht 
den Amm. D'Orbignianus und Cardium Ottonis, welche spáter zu- 
gleich mit der sich wiederholenden Trigonia limbata in den 
Chlomeker Schichten auftreten. ! 


*) Sitzungsber. der geol. Reichsanstalt 1869, pag. 145. 


3 


Die Iserschichten werden von den Teplitzer Schichten mit Terebratula sub- 
| rotunda und Micraster breviporus (M. coranguinum frůherer Autoren) ůúberlagert. 
(Leitomischel, Abtsdorf, Chlomek bei Melnik.) 


| Da die Teplitzer Schichten nicht úberall gut entwickelt anzutreffen sind und 
"wo sie gut entwickelt sind, wieder die Iserschichten nicht typisch auftreten, so 
1 kamen wir auf den Gedanken, dass sich beide vertreten und nur verschiedene 

© Facies einer Ablagerung reprásentiren, zu welcher Auffassung man auch von an- 
' deren Seiten zeitweise geneigt war. 

Diese Gedanken mussten aber fallen, sobald das grosse Material an Petre- 
© facten gesichtet war und genaue Profile an neuen gůnstigen Aufschlissen auf- 
© genommen wurden. 
| Zu den Eigenthůmlichkeiten der Iserschichten gehórt auch das Fehlen der 
| Exogira columba, welche wir frůher vielfach als in denselben vorkommend ange- 
| fůhrt haben. Bei sorgfáltiger Untersuchung der betreffenden Exemplare, welche 
© durch ihre Gesammterscheinung und ihr massenhaftes Auftreten ganz an Ex. columba 
 erinnern, zeigte es sich, dass sie sámmtlich Anwachsfláchen haben, die aber oft 
- sehr klein sind und leicht úbersehen werden. Na ch wohlerhaltenen Exem- 
© plaren wurde festgestellt, dass alle in den Iserschichten vor- 
| kommenden Exociren, die frůher fůr Ex. columba gehalten wurden, 
| der E. conica Sow. angehóren. 


Oefters wurden frůher von Geinitz und von uns die Iserschichten denjenigen 

-von Kieslingswalde parallelisirt, da sie mit denselben die Trigonia limbata gemein- 

- schaftlich haben; aber es zeigte sich nach der Entdeckung der Chlomeker Schichten, 

dass diese den Priesener Bakulitenthonen aufgelagerten, durch Cardium Ottonis 

gekennzeichneten viel jůngeren Sandsteine das wahre Aeguivalent der Kieslings- 
walder Schichten sind. 


Man darf sich nicht durch die Trigonia limbata táuschen lassen, denn sie 
tritt bei uns zweimal auf: erstens in den Iserschichten, ohne Card. Ottonis 
(dann ánderten sich die Verháltnisse und es lagerten sich die Priesener Baku- 
litenthone ab) und zweitens in den Chlomeker Schichten, welche eine modificirte 
Wiederholung der Iserschichten sind, und da in Gesellschaft von Card. Ottonis, 


Zur Orientirung ůúber das Lagerungsverháltniss der Iserschichten gebe ich 
in Fig. 1 ein schematisches stark verkůrztes Profil der ganzen bohm. Kreideforma- 
tion und zwar in der Richtung von Raudnitz gegen Jung-Bunzlau, wobei die Gegend 
durchschnitten wird, in welcher die Iserschichten am besten entwickelt sind und 
in Fig 2 ein Schema der Schichtenfolge mit Andeutung und Charakterisirung der 
einzelnen Lagen. 


Diese Schichtenfolge, wie wir sie, Prof. Krejčí und ich, im ersten Bande des 
Archives (Sect. II p. 46) aufgestellt haben, wurde seither durch die weiteren 
Arbeiten als die richtige bestátigt und durch paláontologische sowie auch strati- 
oraphische Thatsachen der Beweis geliefert, dass diess eine feste Basis fůr weitere 
Studien bildet. (Kleine Modification z. B. bezůglich der Zugehorigkeit des Exogiren- 
sandsteins von Malnitz, den wir frůher zu den Iserschichten rechneten, der aber in 
die Weissenberger Schichten gehort, ándern am Ganzen nichts.) 


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Es sei erlaubt, hier eine kurze 
Charakteristik der einzelnen Schichten © 
folgen zu lassen: 


1. Perucer Schichten. Sůss- 
wasserablagerungen cenomanen Alters. 
Ouader mit Einschlissen von Schiefer- 
thonen, die eine reiche Flora, welche 
soeben neu bearbeitet wird *) und spár- 
liche Thierreste, Mollusken und Insekten 
fůhren. **) 


2. Korycaner Schichten.***) 
Meeresablagerungen von  cenomanem 
Alter mit Trigonia sulcataria, Pecten 
asper und Ostrea diluviana. Sandsteine, 
Kalksteine, Conglomerate, weissliche od. 
grůne Letten. 


3. Weissenberger Schich- 
ten. +)  Meeresablagerungen turonen 
Alters mit Inoceramus labiatus, Ammo- 
nites Woolgari und zahlreichen Fisch- 
resten. Mergel, gelbe Baupláner und 
Knollenpláner oder GAuadersande mit 
In. lab. (meist die Basis der Sand- 
steinwánde der sáchsischen Schweiz 
bildend). 


4. Malnitzer Schichten. 
Meeresablagerungen turonen Alters, in 
denen noch Am. Woolgari háufig ist, 
Arca subelabra in grossen flachge- 
drůckten Exemplaren auftritt und von 
Gastropoden, Fusus Renauxianus, Turbo 
cogniacensis und Rapa cancellata. Die 
úbrige Fauna stimmt mit den Weissen- 
berger Schichten úberein. Glauconitische 
und Knollen fůhrende Pláner. 


*) Velenovský: Die Flora der bóhm. 
Kreideform. (Beitráge zur Pal. Oesterr.-Ung. 
v. Mojsisovies und Neumeyer. Wien 1882.) 

**) Dr. Frič: Perucer Schichten. Archiv 
fůr Landesdurchforsch. Band I. Sect. II. p. 185. 

***) Archiv L. c. p. 189. 

+) Archiv. IV. Band Nr. 1. Geol. Abth. 
Studien im Gebiete der bóhm. Kreideformation. 
Die Weissenberger u. Malnitzer Schichten. 1878. 


“ 


Chlomeker Schichten 


Priesener Schichten 


Teplitzer Schichten 


Iserschichten 


Malnitzer Schichten 


Weissenberger Sch. 


Korycaner Schichten 


Perucer Schichten 


Fig. 2. 


| 
| 
| 


Ouadersand mit Cardium Otto- 
nis (Ueberguader) = Kies- 
lingswalde 


Sphárosiderite 


Gelbe und sraue Bakuliten- 
thone 


Plánerkalke mit Terebratula 
subrotunda oder bláuliche 
Mersel 


Briozoengchichten 


Trigoniaschichten 


Zweiter Kokoříner Auader 


Zwischenpláner 
Erster Kokoříner Ouader 


Byšicer Uebergangsschichten 
Avellanenschichte 


Launer Knollen 


Malnitzer Grinsand 


Wehlowitzer Pláner 


Dřinover Knollen 


Semitzer Mergel 


Kalke, Sandsteine etc. mit 
Meeresthieren cenomáanen 
Alters 


Ouadersand mit Landpflanzen 


Schieferthon mit Kohlen- 
schmitzen 


Silur- oder Kohlenformation 


Schichtenfolge der bóhm. Kreideformation. 


O1 


5. Iserschichten. Meeresablagerungen untercenonen Alters mit Ammo- © 
nites conciliatus, Trigonia limbata, Pholadomya nodulifera, Micraster Michellini, © 
Hemiaster plebeius und CČeratomus Laubei. Haben keinen Amm. Woolgari mehr 
und noch kein Cardium Ottonis. Kalkige, sandige Pláner ohne oder mit einge- 
lagerten Auadersanden, oder bloss als petrefactenleere Ouader auftretend. Bilden 
die obere Partie der Šandsteinwánde der sáchsischen Schweiz und den hohen 
Schneeberg. 

6. Die Teplitzer Schichten. Meeresablagerungen cenonen Alters mit 
Terebratula subrotunda und Micraster breviporus (M. coranguinum frůherer Autoren). 
Máchtige Plánerkalke oder blaue feuchte Letten. 

7. Die Priesener Schichten. Meeresablagerungen cenonen Alters mit 
zahlreichen Scaphytes Geinitzii und Baculites Faujassi, mit Ammonites D'Orbi- 
onianus. 

Feuchte bláuliche oder bráunliche Thone, oft mit verkiesten Petrefacten; bei 
hoher trockener Lage weisse dinnschichtige Plattenpláner. 

S. Chlomeker Schichten. Meeresablagerungen cenonen Alters mit Car- 
dium Ottonis, Amm. D'Orbignianus, Trigonia limbata. 

Ouadersande von Chlomek, Grossskal, Tannenberg (die Schichten von Kieslings- 
walde als Litoralbildung). 

Diese jiingsten Schichten unserer Kreideformation sind noch álter als die mit 
Belemnitella guadrata. 


Gliederung der Iserschichten. 


Der Schliůssel zum Verstándniss der Iserschichten ist in der Melniker Gegend 
zu suchen, wo man beim Studium von Profilen, die vom Rande der von den Iser- 
schichten gebildeten Mulde gegen deren Centrum bei Mšeno-Dauba hin sich ver- 
folgen lassen, nach und nach einen klaren, wenn auch můhsam erworbenen Einblick 
in die complicirte Gliederung bekommt. 

Namentlich sind es zwei Linien, welche die Zusammenstellung des idealen 
Profiles (Fig. 2) ermoglicht haben. Die eine ist von Liboch úber Schellesn, Zimoř, 
Kokořin nach Kanina, die zweite von Všetat, Byšic, Řepin, Chorouška, Kanina. 
Beide Profile werden weiter unten detailirt beschrieben werden. 


Der ganze Complex lásst sich in 4 Horizonte theilen: Profil Fig. 3. 
17Byšicer Uebergangsschichte m. 1 sl NOU: 
2..Kokořiner,Uuwaderschichten -5 -2 4 ceddaddné, ee 
32 Ghorousker'ErigaonienschichtEnaemi-< 4.2.0 „ 8—1I5. 
4IKanner bn ozopenschichten "4 < MPA Bin | ic 


Die Auaderschichten sind nicht úberall entwickelt und stellenweise nur durch 
petrefactenleere Pláner vertreten. Dort ist es oft sehr schwer die Grenze zu ziehen, 
wo die eigentlichen Iserschichten beginnen, denn sie sind nur in ihren oberen Lagen 
reich an bezeichnenden Petrefacten. | 


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1. Byšicer Uebergangsschichten. 


Die Feststellung der unteren Grenze der Iserschichten gegen die sie unter- 
Jagernden Malnitzer Schichten hin ist mit grossen Schwierigkeiten verbunden, denn 
petrographisch zeigt sich an den aufgeschlossenen Contactstellen kein auffallender 
Unterschied und in Bezug auf die Fauna ist auch der Uebergang ein allmáhliger. 

Es wáre beguem die Iserschichten erst mit dem Kokořiner Auader beginnen 
zu lassen und alles darunter Liegende bis auf die Wehlowitzer Pláner herab den 
Malnitzer Schichten zuzurechnen, wenn dieser Auffassung nicht mehrere Umstánde 
entgegenstehen wůrden. Erstens sind die Kokořiner Auader nicht ůberall ent- 
wickelt und dann entfiele der Vortheil dieser gewaltsamen Abtheilung, und zweitens 
finden wir zwischen diesen Auadern und den als Aeguivalent der Malnitzer Schichten 
erkannten Lagen eine Reihe von eigenthůmlichen Knollenplánern mit zahlreichen 
Fischspuren, die wir als selbststándiges Glied in der Schichtenfolge unserer Kreide- 
formation anerkennen můssen. Ich will diese den Malnitzer Schichten aufgelagerten 
tiefsten Iserschichten als Byšicer Uebergangsschichten bezeichnen. 

Als Byšicer Uebergangsschichten fasse ich die sámmtlichen 
sandigen knollenfiůihrenden, stellenweise guaderartigen oder 
plánrigen Ablagerungen zusammen, welche zwischen den Mal- 
nitzer Schichten und dem ersten Kokořiner Ouader liegen. 

Wáhrend die Malnitzer Schichten durch háufiges Auftreten von grossen ach- 
gedrůckten Arca subglabra ausgezeichnet sind und in ihren Knollenlagen be- 
zeichnende Gastropoden (Turbo cogniacensis, Fusus Renauxianus, Rost. Buchi) 
enthalten, treffen wir in den Byšicer Uebergangsschichten auffallend háufig grosse 
Knollen von Fischschuppen, grosse Exemplare von Pholadomya aeguivalvis und 
das ráthselhafte Petrefact, das frůher als Hamites strangulatus angefůhrt wurde, 
traf ich hier ebenfalls an. Den Knollenlacen der Byšicer Schichten entstammt 
auch der schóne Beryx ornatus Ag. von Benatek. 

In der Umgebung von Byšic, namentlich in Hleďseb, kann man in den Pyšicer 
Schichten folgende Lagen unterscheiden: 

1. Plánrige Lage mit festen, an Fischschuppen reichen Knollen, etwa 3 m. 


2. Losen - Band- l 000 Re o m 
9. +Rhynchonellenaua der. 3.10 m bo 
4 *Kalkige.Fucoidenbankés 7 7.5 1 0 „„Wioam 


auf welche unmittelbar der erste Kokoříner orly: folat. 

Am reichsten an Petrefacten ist der Rhynchonellenguader, aber diess nur in 
Beziehung auf Individuen, denn ausser der R. plicatilis (und zwar der Form, die 
frůher als R. alata angefůhrt wurde) kommt hóchstens noch Vola guinguecostata, 
Pecten laevis und Spongites saxonicus darin vor. 

Die besten Localitáten zum Studium dieser Schichte sind Schellesn, Zimoř, 
Hleďseb, Byšic und Košátek. An anderen ist sie nur schwach angedeutet und 
bloss nach einer rostigen Verfárbung der Schichten kenntlich (z. B. zwischen 
Čečelic und Byšic). 

Dem usseren Aussehen nach oleicht dieser Rhynchonellenguader auffallend 
demjenigen, welchen wir in den Dřinover Knollen z. B. in der Schlucht bei 


9 


Liboch *) kennen gelernt haben; doch ist seine Lagerung úber den Weissenberger 
und Malnitzer Schichten unzvweifelhaft, wie aus mehreren weiter unten folgenden 
Profilen ersichtlich ist. 


Fig. 4. Rhynchonellenguader mit R. plicatilis und Vola guinguecostata von Hledseb bei Byšic. 
Nat. Grósse. 


EM EZS 
== = ps . By za S SN RRŮ R 
Z vr TS UN NSN SBÁR NSA, 
Fig. 5. Partie aus der Náhe von Zimoř. 1. Rhynchonellenguader der Byšicer Schichten. 
2. Loser Sand, welcher die untersten Lagen des ersten Kokořiner Guaders deckt. 3. Mittlerer 
Theil des ersten Kokořiner Guaders mit zahlreichen Hoóhlungen. 4. Oberer Theil des ersten Ko- 
kořiner Auaders mit deutlicher Řehapbene, 5 ROA den Humus des Waldbodens 
iefernd. 


*) Weissenberger Schichten p. 84. 


10 


Die kalkige Fucoidenbank verdient aus dem Grunde Beachtung, weil sie das 
durch die Guadersande durchsickernde Wasser aufhált und an vielen Stellen zur 
Entstehung von Auellen Veranlassung vcibt. 


2. Die Kokořiner Guader. 


Die Kokořiner Auader, wie wir sie in den tiefen Thálern in der Mitte des 
Bereiches der Iserschichten finden, sind zwei 15—20 m. máchtice, in grosse 
Ouader zerklůftete Sandsteine, die von einander durch eine plánrige Zwischen- 
schichte getrennt sind. 

An den Rándern der Mulde, bei Byšic, Benatek, Jung-Bunzlau etc. sieht 
man sich nach denselben vergebens um, bald gewahrt man aber ihre Spuren, 
wenn man sich lánes der Tháler dem Centrum der Mulde náhert und kann ihre 
rasche Zunahme an Máchtigkeit gut beobachten. Oft sind sie an der Thallehne, 
die dem Muldenrande náher ist, viel schwácher, als an der entgegengesetzten 
dem Centrum der Mulde náheren Lehne. 

Specielle Beispiele davon werden bei der Schilderung der einzelnen Locali- 
táten gegeben werden und vorderhand mag die Hinweisung auf das schematische 
Profil Fig. 3 geniigen, wo die allmálige Zunahme der Auader anschaulich dar- 
gestellt ist. 

Wir unterscheiden dort: 


a) den ersten, unteren Kokořiner Auader |. . . - - „. Nro. 5, 
b) die Aa 0 PRES. o PARA Mon 0 
c) den zweiten, oberen Kokořinét Oidér M je 


(Im Adlergebiet sind die Auader gar nicht entwickelt nil wahrscheinlich 
durch plánrice Lagen vertreten.) 

a) Der untere Kokořiner Auader zeichnet sich im Allgemeinen durch 
die mehr graue, auf frischem Bruche weisse Farbe aus. Die tieferen Bánke sind 
compacter und werden meist von dem Verwitterungsproduct dem losen weissen 
Sande verdeckt (Fig. 5 Nro. 2). Die mittleren Bánke zeigen oft grosse Hohlungen an 
den verwitterten Wánden (Nro. 3) und die hochsten, etwa das oberste Fůnftel ein- 
nehmenden Bánke zeigen deutliche Schichtung (Nro. 4). Die Vegetation-Schichte, 
welche man am Gipfel des unteren Auaders antrifit, hat ihren Humus der plán- 
rigen Zwischenschichte zu verdanken (Nro. 5). Von Petrefacten ist hier bloss 
Spongites saxonicus und Fucoiden áhnliche Gebilde anzutreffen. 

Bezůglich der mineralogischen Beschaffenheit beschránke ich mich darauf, 
dass die Mehrzahl der Auarzkórner, welche den Sandstein zusammensetzen, aus 
rein weissem Ouarz besteht und dass nur spárliche rosenrothe und dunkle Auarz- 
kórner vorkommen. 

Das Bindemittel hált die Kórner sehr ungenigend zusammen und es ist fast 
unměglich, ein Handstůck fůr die Sammlung davon zu machen. Deshalb ist auch 
der technische Werth dieses Sandsteines ein sehr beschránkter. Die zu localen 
Bauzwecken gebrochenen Blócke verwittern, wenn sie nicht gleich verwendet 
werden und bekommen bald abgerundete Kanten oder zerfallen gánzlich, wenn 
sie ein oder zwei Jahre den Einfliissen der Witterung ausgesetzt bleiben. Nur 


11 


selten werden hártere Partien angetroffen, die dam zu Grenzstejnen oder Štein- 
metzarbeiten verwendet werden. 

In diesem Guader sind die Figuren bei Liboch gehauen, welche aus den 
Lehrjahren des berihmten Bildhauers Levý stammen (siehe weiter unten). 

Der erste Kokoř. Ouader reicht mehr bis zum Rande der Mulde und man trifft 
ihn bei Schellesn zuerst allein ohne den zweiten an den Thallehnen, dann senkt er sich 
immer tiefer und tiefer, bis er die Thalsohle erreicht und zuletzt ganz verschwindet. 

Wo er in den Thálern des Kokořiner Gebietes etwa zur halben Hóhe der 
Thallehne reicht, dort gewahrt man auf ihm den zweiten Ouader entwickelt, wie 
er sich aus den die Zwischenpláner deckenden Wáldchen erhebt. 

b) Der Zwischenpláner von Hleďseb ist ein die beiden Auader tren- 
nendes Glied, welches leicht úbersehen wird, denn die můrben sandigen Pláner 
sind in der Regel von Vegetation verdeckt. 80 werden z. B. die malerisch schónen 
Felsenwánde des Kokořiner Thales in ihrer halben Hóhe von einem Bande Fiáhren- 
wáldchen horizontal in zwei Hálften getheilt und dieser schóne grůne Saum steht 
eben auf diesen Zwischenplánern. 

Unverdeckt sieht man sie oberhalb Hleďseb am Vruticer Bache, zwischen 
Melnik und Řepín lángs des Weges nach der auf der Anhčhe stehenden Hauser- 
gruppe, welche dort Vystrkov genannt wird. Dann sehr deutlich bei Kovánec. 

Von Petrefacten sind bisher nur wenige vorgefunden worden und diess nur 
solche, welche fast in allen Schichten unserer Kreideformation vorkommen. 

Der Zwischenpláner scheint gegen Dauba und Auscha hin sowie in der 
sáchsischen Schweiz so sandig zu werden, dass man ihn nicht mehr von den 
Ouadern unterscheiden kann, worauf die beiden Kokořiner Auader als eine com- 
pacte zusammenhángende Auaderbildung erscheinen. 


Verzeichniss der in den Zwischenplánern aufgefundenen Arten. 
(Nach der Sammlung des Herrn Jos. Pražák in Choroušek.) 


Š8 -= 
— © GS 

A AE | o > 
P B | Ba | © © 
E: ch | S 2 (Ss. 8 B 
> E = E 5 

CE mas 
Fischreste šěy St PM + | — | Z 
Goprukihkrang. sw : A (eo Se 
Nautilus sublaevigatus, (59017 + |— | — Jik 
Ammonites peramplus, Mant. . . -< <| — | — | — — |- — 
Natica Róomeri, Gein. PAB OSAC OMEGA) 1aindoj vk ab 
Rostellaria sp. SBE on e8b (oi dlem|ams 
Eriphyla lenticularis, Stol. gra srub ny 
Arca subglabra, d'Orb. (?) < | — = 
Pinna decussata, Goldí. 2 veky čá neony A o ak = T 
Lithodomus spatulatus, Reuss... .- . | — | — |- 


(Jenichov (Vystrkov 
Bosin (oberhalb 
der neuen Můhle) 

Kovanec 
Nosadlov 


oberhalb Hleďseby) 
Lhotka 
Hostin 


Pholadomia aeguivalvis, d'Orb. == 
Panopaea gurgitis, Brongn. . . . ... — 
Avicula anomala, Sow.5% |- 
Inoceramus Brongniarti, S0w. . . . - -| 
Gastrochaena amphisbaena, Gein. . . .|-— 
Lima (186TICA 07297 3 Me ee + 
Limá "uMačostata, "Go1130 K0 V n 
Lima spi 1102113 120% PARSEE (BG VES + 
Lima Sowerbyi, Geinitz ; — 
Pecten laevis, Nilss. . - - . . kaja cs 
Pecten curvahuss Gems gu + 
Pecten Reuss OT 32 e na) zl: „2 — 
Pečte“ Důjardini AMOR a 
E 


T as 
PŘŘJÍ 

| EEE | 
sa 
be EA 


č delší al SE k ab sb! 
E Re S 25 l 


Vola guinguecostata, Stol.. . . - « « 
Exogyra sčonieca BOW. - o |x: 
Exogyra matheroniana u 45 vu I 
Ostrea Hippopodium, Nilss.. . . . .. . 
Ostrea semiplana, 5ow.. . - . - - k 
Anomia 'subtruneata "44 -88 
Rhynchonella plicatilis, Sow. 
Magas Geinitzii, Schlonbach . . ... 
Spondýlusí( 2) MO a 
Hippothoa labiata, Nov. ako lo 
Berenicea folium, Nov... . . ... | 
Diastopora acupunctata, Nov... . ..... . 
Catopygus fastigatus, Nov. (?). . . . . | 
Cardiaster Ananchytis, Leske . . . . . 
| 


Tě 


PURE BRE pl 


| | 
ie EFF | (SE TE 4 de [STS A 


Je. 


ou 


Serpula gcordialis,bch. 13% Se ee: 
Serpula socialis, Goldí.. . . ... odié 
Spongites saxonicus, Gein. . . . . « « 
Flabellina cordata, RBUSSR 2,- + 0- 
Cristellaria25(rotulata) Eo- ,< o: 
Fucoides columnaáris; £rse2- . -| "| 
Fycoidesumformis, BT. = 


+ 


Brány: 


Pk S P SPC Se 


r l 
| 


c) Der zweite Kokořiner Auader nimmt den oberen Theil der Fels- 
wánde des Kokořiner Thales ein. Seine Máchtigkeit ist in der Regel eine etwas 
geringere als die des ersten. In der petrographischen Zusammensetzung sowie in 
seiner ganzen Erscheinung ist er dem ersten Kokořiner Ouader sehr áhnlich, aber 
auf der verwitterten Oberfláche erscheint er schon von weitem rostroth. Auf 
frischem Bruche ist er auch mehr gelblich und nur da, wo in einem grossen 
Bruche tief in unverwitterten Partien gearbeitet wird, erscheint er auch weiss. 


13 


In seinen hochsten Lagen fihrt er Lagen von mehr oder weniger grobem Gerólle, 
deren weisse und rothe Kieselsteine schon von weitem sichtbar sind. 

Der zweite Kokořiner Ouader ist eben so arm an Petrefacten wie der erste, 
und es treten nur selten in ihm schwache kalkigere Lagen mit Rhynchonellen auf. 
Hie und da trifft man Šteinkerne von Lima multicostata darin. Spongites saxo- 
nicus ist eine háufige Erscheinung. Sein technischer Werth scheint noch geringer 
zu sein als der des ersten. 


Fig. 6. Partie aus der Gegend von Truskavna, wo beide AGuader entwickelt sind. 
1. Loser Sand, der die Basis der ersten Kokořiner OGuader verdeckt. 2. Erster Kokořiner Auader. 
8. Plánrige Zwischenschichte bewaldet. 4. Zweiter Kok. Auader. 


9. Choroušker Trigoniaschichten. 


Die meist kalkig plánrigen Trigoniaschichten, welche man auch als eigen- 
tliche Iserschichten im engeren Šinne des Wortes bezeichnen kónnte, bestehen 
aus einer ganzen Reihe von festeren und můrberen Lagen, die bald mehr kalkig, 
fest, bald mehr plánerig, můrbe, stellenweise wieder mehr sandig sind und ganz 
den Habitus des Ouadersandes annehmen. Jede der Lagen hat ihre gewisse petro- 
graphische Eigenheit, jede einen etwas abweichenden Charakter in Bezug auf Petre- 
factengruppirung, wie man sich an ihren verwitterten Rándern an den Thallehnen 
oder an alten Hohlwegen und Wasserrissen úberzeugen kann. Wo die Felswand 
durch Steinbrecherarbeit bis auf ganz gesunde Schichten entblósst ist, dort wird 
die Entzifferung der einzelnen Glieder zur Unměoglichkeit. 

Die petrographische Beschaffenheit der Trigoniaschichten wechselt bedeutend, 
was hauptsáchlich von dem verschiedenen Grade der Verwitterung und der theil- 
weisen Entkalkung abhángig ist. Grósstentheils sind es kalkige, sandige Pláner, 
welche feste sraue Knollen fůhren und in diesen sind dann die meisten Petrefacten. 


14 


Stellenweise nehmen die verwitterten Lagen, wo sie gleichmássie feinkórnig 
sind, das Aussehen des gewohnlichen Plánersandsteins der Weissenberger Schichten 
an, wáhrend dieselbe Schichte einige Meter weiter einen festen grauen compacten 
Kalkstein darstellt, wie er kaum von manchen Varietáten des silurischen Kalkes 
der Etage M oder G zu unterscheiden ist. (Brandeis an der Adler.) In der 
sáchsischen Schweiz und in den Weckelsdorf-Adersbacher Felsen ist die hóchste 


Fig. 7. Trigonia limbata. D'Orb. 


Lage des Auadersandes als Aeguivalent der Trigoniaschichten anzusehen. Die 
Bildung von Erscheinungen, wie es z. B. das Praebischthor in der sáchsischen 
Schweiz ist, glaube ich folgendermassen erkláren zu kónnen: Die feste Decke des 
Thores entspricht den Trigoniaschichten, wáhrend die Stiůtzen dem zweiten Koko- 
řiner Auader angehůren důrften, worůber weiter unten ausfůhrlicher gehandelt 
werden wird. 

Wir finden in den Choroušker Schichten eine reiche Fauna, welche zwar 
noch im Ganzen den Charakter der tieferen Weissenberger und Malnitzer Schichten 
trágt, aber eine Menge neuer Formen aufweist, von denen frůher keine Spur vor- 
handen war. 

Die auffallendste Erscheinung ist die Trigonia limbata, dann Perna sub- 
spathulata, Pholadomya nodulifera, Exogira laciniata, E. matheroniana.  Bezeich- 
nend ist auch die grosse Háufigkeit der Lima multicostata var. canalifera und der 
verschiedenen Arten von Echinodermen. 

Den jahrelang fortgesetzten Beobachtungen und dem fleissigen Sammeln 
meines Freundes Herrn Jos. Pražák in Choroušek ist es gelungen, in seiner Um- 
gebung 8 Hauptlager im Bereiche der Trigoniaschichten zu unterscheiden, mit 
denen sich meine anderweitig gesammelten Erfahrungen oft sehr gut in Einklang 
bringen lassen. 

Die in Nachfolgendem gebotene Gliederung bietet Anhaltspunkte fůr die 
Unterbringung der petrefactenreichen Schichten gleichen Alters, die wir in weiter 
ostlich gelegenen Theilen, bei Jungbunzlau, Turnau und Leitomischl vorfinden. 


15 


Gliederung der Trigoniaschichten bei Choroušek nach Beobachtungen 
des Herrn Jos. Pražák. 


1. Můrbe zerfallende Pláner mit Nautilus rugatus. Pholadomya 
nodulifera, riesigen Inoceramus Brongniarti, Micraster Mi- | Profil Fig. 3 
chellini, Hemiaster plebejus Nov. Čatopygus albensis, Serpula © auf Seite 1. 
S E PTE P 7 E R adí Nro. 8 
2. Feste sandig kalkige Schichte, die als erste vorspringende 
Stufe an den Thallehnen wahrzunehmen ist und oberhalb 
welcher Auellen entspringen. Dieselbe enthált riesige Am- 
monites peramplus und Inoceramus Brongniarti . j 
3. Můrbe gelbliche Plánerschichte mit Trigonia limbata, Piňná 
decussata und sehr zahlreichen Petrefacten. . . .......... DO) 
4. Feste sandige, oben und unten von einer sehr harten guarzigen 
Lage begrenzte Schichte, welche an den Thallehnen die zweite 


NOESDrIRECBGE-DLIODGBG < sy., ee odd 
5. Aus 6 Lagen bestehende Partie, reich an Petrefaciéé ších 
oben hin durch eine Bank mit Exogira conica begrenzt ... „ I2a<f. 


6. Rostrother Auader mit Reihen kalkiger, an Petrefacten (na- 
mentlich Rhynchonellen) reichen Knollen. Hauptlager der 
Pseudomya anomioides : 

T. Brocklige grobsandige Pláner mit "zahiětndkém Sponitikí k sa- 
ZA K2 PO RK V 90T E R S . o dh 

8. Rostrother de p: eat Ela knnorehonon 


Verzeichniss der fůr die Trigoniaschichten bezeichnenden Arten. 


| Elbe-Iser-| Adler- 
 Gebiet Gebiet 


EPEE BM I — 2 C S po ceooh S k ra o 2 ašy — 
Halec Sternbergii, Ag.. . : | -E 
Nautilus galea, Fr. et Schl. 
Ammonites conciliatus, Stol. 
Turritella iserica, Fr. - . 
Turbo Goupilianus, Orb. 

Opis chocenensis, Fr. 
Crassatella cf. austriaca, Zitt. 
Crassatella cf. macrodonta, Zitt. 
Trigonia limbata, Orb. . . 
Arca Schwabenaui, Zitt. . . as hy ant dkásdy 
PER DIPL CEM NOJED, 120 láe. oře 6a dobad oo nh, dě | 
Modiola typica, Forbes s PÁN z zon SEA 
aan tldes; "EPP 89 1 
Pholadomya nodulifera, Můnst. 
Cytherea cf. polymorpha, Zitt. 


(+++ +++ 
bh +++ 


16 


Adler- 


Gebiet 


| Elbe-Iser- 
| Gebiet 


Perna. subspatilata, REHBS 375 401. ze lab aa 
Lima, Důpiniana "OE gk Ž had Nella 2ba 5 
Limaiserica, Er:1W146 220 B SUZULOMK 07 : i 
Lima ,;dichotoma, Reuss; -54474 A000 
Exogyra Jaciniaba, d'Or ela í dají 
Exogyra, Matheroniána, GOT: OP 
Krabbe-a) 3... 0 „230 2 MCE eee ON 
Krabbe 8), M40 EEE 0 Mo o is 
Galianassa antigua;"Otto:.* A430 s : 
Serpula socialis;; Goldie P0506 étos 
Bitlustra: Pražáki; NOV 4:08 0080. 
Entalophora (Geinitzi Reuss" 00 Ze 
Petalopora. seriata: Now. 

Cidaris cf. Vindocinensis, Ag. ad l An 
Cyphosoma Sp. -4T4-5- 1.0 PERO louka 91 PMAMK 0, 
Holaster elongatus; Nomystagdaf. s sdabyt: silaníl his: 
Micraster Michellini Ae. c" ní <4har-slrnéh 6 
Hemiaster plebejus, Nov. ....... Z Ep 
Catopy cus fastd6s, RNOVA E291 V0 0- ENEC 
Nucleolites „bohéiitc m9- VA S 


+444 ++ 
4 HH+H+4++ 


Aus diesem Verzeichniss geht hervor, dass die Trigoniaschichten sich nicht 
bloss von den álteren Weissenberger und Malnitzer Schichten, sondern auch von 
den jingeren Teplitzer Schichten unterscheiden, denn es gehen nur wenige Arten 
in dieselben hinauf. Einige der Iserarten intermittiren und erscheinen dann wieder 
erst in den viel jingeren Chlomeker Schichten. 


4. Bryozoenschichten von Kanina. 


Die Bryozoenschichten bilden den Schluss der Iserschichten und stellen 
oleichsam den bloss local entwickelten Rahm des úppigen Thierlebens der voran- 
gehenden Perioden dar. 

Die grósste Entwickelung erreichen diese fast aus lauter Bryozoen bestehenden 
Schichten beim Dorfe Kanina, wo sie als fester Kalkstein von 6 m. Máchtigkeit 
entblósst sind. Verwitterte Stellen der Kalkbánke sind ganz mit den kleinen 
Aestchen der Bryozoen bedeckt und andere Petrefacten sind hier sehr selten und 
schlecht erhalten. 

Schwácher entwickelt finden wir die Bryozoenschichten bei Gross-Újezd, bei Cho- 
roušek, noch weniger scharf abgegrenzt bei Čejtic und Libichov (bei Jungbunzlau), 
Lindenau bei Bóhm.-Leipa. Im Adlergebiet sind sie bei Brandeis a. d. Adler, bei 
Desná und Chotzen angedeutet, und zwar durch Vorkommen von bezeichnenden 
Bryozoenarten in den hóchsten Lagen der plattenfórmigen Kalksteine, mit denen 
hier die Iserschichten abschliessen, 


| 
: 
l 
: 


| 


17 


Bei Leitomischl důrften die als „Sadrák“ bezeichneten Lagen den Bryozoen- 


Schichten entsprechen. 


4 1 


Localsammler werden bei detailirter Untersuchung ihrer Umgebung gewiss 


| Gelegenheit finden, nene Fundorte der Bryozoen-Schichten sicherzustellen. 


Fig. 8. Fragment der Kaniner Bryozoen-Schichten, an dessen verwitterter Ober- 
fláche zahlreiche Arten von Bryozoen sichtbar sind. Nat. Grósse. 


Verzeichniss der in den Bryozoen-Schichten der Umgebung von 
Kanina und Choroušek aufgefundenen Arten. 


Oxyrhina angustidens. 
Belemnites sp. 
Nautilus sublaevigatus. 
Nautilus galea. 
Ammonites  peramplus 
plare). 

Belemnites sp. 
Turritella iserica. 


Turritella Fittoniana. 


Nerita dichotoma. 
Turbo Goupilianus. 
Avellana sp. 

Isocardia gracilis. 
Protocardia Hillana. 
Crassatella austriaca. 
Crassatella macrodonta. 
Trigonia limbata. 
Mutiella ringmerensis. 
Eriphyla lenticularis. 
Cytherea polymorpha. 
Arca echinata. 
Pinna decussata. 

Arca subglabra. 
Modiola typica. 


Pholadomya aeguivalvis. 


(kleine Exem- 


Panopaea gurgitis. 
Pseudomya anomioides. 
Tellina sp. 

Venus sp. 

Avicula anomala. 
Inoceramus Brongniarti. 
Lima semisulcata. 
Lima iserica. 

Lima pseudocardium. 
Lima canalifera. 
Lima Dupiniana. 
Pecten laevis. 

Pecten curvatus. 
Pecten Dujardinii. 
Vola guinguecostata. 
Exogyra conica. 
Exogyra lateralis. 
Exogyra laciniata. 
Exogyra Matheroniana. 
Ostrea hippopodium. 
Ostrea semiplana. 
Ostrea sp. 

Ostrea frons. 

Anomia subtruncata. 
Anomia subradiata. 


18 


Rhynchonella plicatilis. 
Rhynchonella CČuvieri. 
Rhynchonella Mantelli. 
Magas Geinitzii. 

Serpula socialis. 

Serpula gordialis. 

Serpula ampulacea. 

Serpula macropus. 
Hippothoa labiata. 
Biflustra Pražaki. 


Diastopora acupunctata. 


Proboscina bohemica. 
Proboscina Suessl. 
Entalophora Geinitzii. 
Entalophora raripora. 
Spiropora verticillata. 
Lruncatula tennis 
Petalophora seriata. 
Antedon (Glenotremites sp.) 


Cidaris subvesiculosa. 


Glyphocyphus sp. 

Cyphosoma radiatum. 
Cyphosoma sp. 
Holectypus Turonensis. 
Cardiaster Ananchytis. 
Holaster elongatus. 
Micraster Michellini. 
Hemiaster plebeius. 
Catopygus Pražáki. 
Catopygus albensis. 
Catopygus fastigatus. 
Nucleolites bohemicus. 
Caratomus Laubel. 
Micrabatia coronula. 
Flabellina elliptica. 
Spongites saxonicus. 

Vioa. 

Ventriculites sp. 


Die mit durchschossenen Lettern gedruckten Arten sind bisher nicht in den 


Trigoniaschichten aufgefunden worden und es haben daher die Bryozoenschichten 
um 17 Arten mehr als diese. 


Das Hangende der Iserschichten. 


Der Schichtenfolge gemáss sollen auf die Iserschichten nun die Teplitzer 
Schichten mit Terebr. subrotunda und Micraster breviporus folgen, wie wir sie 
in der Gegend von Teplitz, Laun und Leitmeritz entwickelt finden. Únd in der 
That gelang es endlich, auf den typischen Iserschichten die Schichten mit Terebr. 
subrotunda aufgelagert zu finden und zwar bei Leitomischl und bei Abtsdorf, wie © 
es weiter unten náher beschrieben werden wird. 

Auf diesen Mergeln liegen unmittelbar die tiefsten Lagen der Priesener 
Schichten in Form von grauen oder weissen Platten. 

Wo die Teplitzer Schichten gut entwickelt sind, dort sind gewóhnlich wieder 
die Iserschichten schwer nachzuweisen. 

Diess fůhrte natůrlich auf den Gedanken, ob die Iserschichten nicht ein 
Aeguivalent der Teplitzer Schichten sind und nur als locale Facies von Ablage- 
rungen einer Periode aufzufassen seien. 

Solche Vermuthungen konnten aber nur damals aufgestellt werden, wo man 
vom paláontologischen Charakter der Iserschichten noch nichts wusste. Gegen- 
wártig hat man hinreichende Griůnde, aus der Fauna auf die Selbststándigkeit der 
Iserschichten zu schliessen. 

Aus dem Erscheinen mancher Brachiopoden und Bryozoen Rh. Cuvieri, R. 
Mantelli in den hóchsten Lagen der Iserschichten erkennt man zwar eine An- 


k 


náherung an die Fauna der Teplitzer Schichten, aber an eine Parallelisirune der- 
selben ist gegenwártig nicht zu denken. 

Die Teplitzer Schichten mit Micraster breviporus und Terebratula sub- 
rotunda haben in ihrer Fauna (mit Ausnahme der Echinodermen und Brachiopoden) 
eine sehr grosse Aehnlichkeit mit den Wehlowitzer Plánern der Weissenberger 
Schichten und haben sich gewiss unter sehr áhnlichen Verháltnissen abgelagert. 
Sie gehen ganz allmáhlig in die Priesener Bakuliten-Thone úber, in denen die 
entschieden jůingeren senonen Arten auch erst in deren hóheren Lagen auftreten. 


PSN SNN AN AN AN A SN SN 


I Beschreibuno der im. Bereiche der Iserschichten unter- 
suchten Localitáten. 


Meine Untersuchungen der Iserschichten fallen in zwei Perioden: Die erste 
fállt in die allgemeinen Begehungen der Kreideformation in den Jahren 1864—6%, 
wo hauptsáchlich an Petrefacten reiche Localitáten ausgebeutet wurden und nur 
eine allgemeine Uebersicht der gesammten Schichten angestrebt wurde und die 
zweite, wo ich in den Jahren 1878—81 den Iserschichten eine specielle Auf- 
merksamkeit widmete. 

Chronologisch mag dies folgendermassen dargestellt werden. 


Allgemeine Untersuchungen: 


1864. Die sáchsische Schweiz und die Umgebung von Bóhm.-Leipa. 
1805. Die Strecke der Kralup-Turnauer Bahn. 

1866. Umgebung von Jung-Bunzlau und Turnau. 

1867. Bohmisch-Trůbau — Leitomischl, Jičín, Kieslingswalde. 


Detailuntersuchungen. 


1878. Všetat, Byšic, Choroušek, Kanina, Hlavno, Benatek. 
1879. Chotzen, Leitomischl, Polička, Bohm.-Trůbau, Landskron. 
1880. Chotzen. 

1881. Weckelsdorf — Braunau. 


Im Ganzen wurden an 60 Localitáten untersucht und von denselben circa 
180 Arten in mehreren Hunderten von Exemplaren den Sammlungen des Museums 
eingereiht. Dieselben befinden sich gegenwártig in dem geol. Pavillon und sind 
zum gróssten Theile hinter Glas ausgestellt. Grosse Formatstiůcke, welche den 
Charakter der Gebirgsarten besser als kleine Handstůcke zur Darstellung bringen, 
zleren die Schránke als Aufsatzstůcke. 

Die lange Reihe von Jahren, in denen ich mit grossen Unterbrechungen 
meist nur in den Ferienmonaten diese Untersuchungen fortsetzen und die zur 
Bestimmung und Ordnung něthige Zeit mit Můhe meinen úbrigen Berufscescháften 
abgewinnen konnte, mógen manche Mángel entschuldigen, welche Fachmánner an 


nachfolgenden Schilderungen wahrnehmen důrften. 
2* 


20 


Wáhrend der Excursionen wurde ich vielfach, namentlich durch Verabreichung 
von Petrefacten, von nachstehenden Herren gefórdert: 


Herr Em. Barta, Prof. in Leitomischl. 
„ Erxleben, Apotheker in Landskron. 
„ Fr. Hlaváč, Apotheker in Chotzen. 
„ Musika, Ingenieur. 
„o J. Pražák, Grundbesitzer in Choroušek. 
„ Je. Prach, Bienenzůchter in Rovensko. 
„ Gonstantin Schuster, Ingenieur in Turnau. 
„o Prinz Alexander Taxis in Laučín. 
„ Dr. C. Watzel in Bóhm.-Leipa. 


In Bezug auf die Reihenfolge, in der ich die Localitáten beschreiben soll, 
stosse ich hier auf gróssere Schwierigkeiten, als es bei den Korycaner und Weissen- 
berger Schichten der Fall war. Dort konnte ich annáherungsweise den ehemaligen 
Ufern des Kreide-Meeres folgen, was hier bei der Zerklůftung des Terrains nicht 
recht thunlich ist und ich bin daher genóthiet, theils instructive Profile vom 
Rande zum Centrum der einzelnen Mulden hin zu schildern, theils den durch die 
Iser und Stille Adler gefurchten Thálern zu folgen. 

Es erwies sich als zweckmássieg, die zu beschreibenden Partien je nach dem 
Stromgebiete, in dem sie liegen, zu gruppiren und ich theilte daher den ganzen 
Complex der Iserschichten in das Elbe- und Isergebiet und in das Adler- 
gebiet. 

Jedes dieser Gebiete hat seine petrographischen sowie auch paláontologischen 
Eigenthůmlichkeiten und obzwar sie mit einander nicht zusammenhángen, so haben 
sie doch die bezeichnendsten Arten gemeinschaftlich, wie weiter unten hinreichend 
klar dargelegt werden wird. 


Das Elbe-Isergebiet. 


Das Elbe-Isergebiet nimmt den nordostlichen Theil des mittleren Bohmens 
ein, lásst sich von Turnau ab lángs der Iser bis Benatek verfolgen. Sodann ist 
der Rand úiber Košátek, Byšic nach Schellesn und Sowice (gegenůber von Raudnitz) 
wahrzunehmen und mit Unterbrechung des basaltischen Mittelgebirges dann in den 
malerischen Sandsteinwánden der sáchsischen Schweiz wieder zu finden und bis nach 
Sachsen hin nachweisbar. Der nordostliche Rand lásst sich aus der Jičíner Gegend 
úber Libuň, Turnau, Sichrov, Liebenau, Lindenau in die Gegend von Bohm.-Leipa 
verfolgen. 

Die Sandsteinpartien der Iserschichten reichen in der sáchsischen Schweiz 
westlich bis inclusive dem hohen Schneeberg óstlich bis zu Bóhm.-Kamnitz, von 
wo ab sie dann von den Priesener Bakuliten-Schichten und den Chlomeker Auader- 
schichten verdeckt werden. | 

Die Felsenpartien von Adersbach-Weckelsdorf sind eine Wiederholung der 
sáchsischen Schweiz und kónnen als zu derselben gehórig betrachtet werden. Die 
orographische Beschreibung findet man bereits im ersten Bande des Archives von 


21 


Prof. Krejčí, weshalb ich mich auf die Schilderung des Terrains nicht weiter ein- 
zulassen brauche. 

Den petrographischen Charakter anlangend lásst sich derselbe dahin be- 
zeichnen, dass die sůdlichen Ránder der Iserschichten kalkig plánrige petrefacten- 
reiche Ablagerungen sind, die nach Norden hin immer mehr von den sich zwischen 
dieselben einschiebenden GOuadern verdrángt werden, so dass endlich bloss petre- 
factenleere Sandsteine anstehen, die aber eine bedeutendere Máchtigkeit haben 
als die kalkigen Ufergebilde eleichen Alters. 

Die Fauna weist nur spárliche Diferenzen auf, welche sich im Fehlen einiger 
Arten kundgeben. Auffallend ist der Mangel an Callianassa im westlichen Theile 
des Elbegebiets, in dem man in der Umgebung von Mšeno vergeblich darnach 
sucht und erst im Iserthal von Zamost bis Turnau zahlreiche Scheeren derselben 
trifft. Dagegen ist Trigonia limbata hier háufiger als im Adlergebiet. 

Von den Echinodermen sind Catopygus fastigatus, Echinobrissus bohemicus 
und Ceratomus Laubei bisher nur im Elbegebiet nachgewiesen worden. 

Auch die Entwickelung der Bryozoenschichten ist hier viel namhafter als 
weiter in Osten. 


1. Die Gegend von Wehlowitz, Schellesn, Kokořin bis Kanina. 


Fůr das Studium der Iserschichten in der Melniker Gegend ist es rathsam, 
mit dem Profile zu beginnen, das sich bei Liboch vom Flussbette der Elbe bis 
zur oberen Libocher Kirche verfolgen lásst und das ich in meiner letzten Arbeit “) 
eingehend geschildert habe. 

Als Vorstudie wáre auch das Profil von Wehlowitz zu empfehlen, weil dort 
seit der Zeit meiner Schilderung die Brůche grossartig geoffnet wurden und weil 
man hier Gelegenheit hat, von den Arbeitern eine gute Suite von charakteristischen 
Arten, namentlich Fische und Crustaceen, zu erhalten. Da ich in meiner Arbeit 
keine Zeichnung des Wehlowitzer Profils gegeben habe, so will ich es hier nach- 
tragen (Fig. 9). 

Ist man nach dieser orientirenden Vorbereitung endlich an der oberen Libocher 
Kirche angelangt, so kann man die Pláner lángs der Berglehne des nach Schellesn 
sich hinziehenden Thales in ihrem Einfallen unter die ersten Auadersandsteine 
der Iserschichten beobachten. 

Gegenůber dem „Geweihtenbrunn“, etwa am halben Wege nach Schellesn, 
„bergen die bewaldeten Hůgel die riesigen Ouaderblócke des ersten Kokořiner 
Ouaders, welche unserem genialen Landsmanne, dem Bildhauer Levý, Gelegenheit 
gaben, durch Ausfihrung einer Reihe von geschichtlichen und humoristischen 
Genrebildern eine Erinnerung an seine Lehrjahre als Dilletant **) zu hinterlassen. © 

In Schellesn selbst, wo sich das Thal gegen Tupadl und Zimoř theilt, bilden 
die Auadersande schon nahezu das obere Drittel der Thallehne und werden in 
ihnen Hohlungen gehauen, die als Wohnungen benůtzt werden. 


*) Die Weissenberger und Malnitzer Schichten pag. 84. 
**) Den Zutritt zu den Bildhauerarbeiten erhált man nach Anmeldung beim Forstamte. 


Hier fand ich Gelegenheit, das unmittelbare Liegende des ersten Kokořiner. 
Ouaders genau zu untersuchen. Es sind kalkig sandige Knollen mit Rhynchonella 
plicatilis, Pholadomya aeguivalvis und Fucoides (frůher Hamites) strangulatus. 
Auch sind diese Schichten am Wege nach Tupadl zugánelich, wo sie vor Jahren. 
einen riesigen Ammonites peramplus lieferten. 


Hig. 9. Profil der Weissenberger und Malnitzer Schichten bei Wehlowitz unweit 
Melnik. E. Die Elbe. 1. Pláner vom Alter der Dřinover Knollen. 2. Rhynchonellenguader der 
Dřinover Knollen. 3. Obere Partie der Dřinover Knollen. 4. Feste, durch Fucoiden verfilzte 
Schichte „Věčnost“ genannt. 5. Wehlowitzer Fischpláner. 6. Knollenlace der Fischpláner. 
T. Plattenpláner (Z Grůnsand d. Malnitzer Schichten). 8. Launer Knollen d. Malnitzer Schichten. 


Blickt man von der Anhóhe bei Schellesn in das Thal gegen Zimoř, so be- 
merkt man, wie sich der Guadersand immer mehr zur Thalsohle senkt. (Nun ist 
es an der Zeit, sich einen Fůhrer zu suchen, der den weiteren Weg durch das 
Labyrinth der kreuz und guer zerklifteten Ouaderschluchten zu den in Folgendem 
genannten Ortschaften weisen wůrde, denn stundenlang kann mán hier herumirren, 
ohne einem Menschen zu begegnen, der Auskunft úber den richtigen Weg zu geben 
im Stande wáre.) 

Die plánrigen Byšicer Uebergangsschichten nehmen immer weniger und weniger 
an der Bildung der Thallehne Antheil und im Orte Zimoř selbst findet man den 
ersten Kokořiner GAuader in seiner vollen selbststándicen Entwickelung und 
nur am Fusse desselben steht eine an grossen Rhynchonellen reiche Auaderschichte 
der Byšicer Uebergangsschichten (Fig. 5). 

Ausser den Rhynchonellen finden wir noch folgende Arten: 

Vola guinguecostata, Pecten laevis, Spongites Saxonicus. 

Die Basis der Auader ist in der Regel von losem, durch Verwitterung von 
den Wánden herabgeschwemmten Sand verdeckt, welcher hie und da eine spár- 
liche Vegetation trágt. Ihre mittlere Partie ist von grauer Farbe, zeigt horizontale 
Schichtung und Reihen von ausgewitterten Hóhluncen. 


Die oberste graue geschichtete Partie ist von der 


mittleren mehr guadrigen durch eine eisenschůssice 


rostrothe Schichte getrennt und trágt am Gipfel einen 
Fáhrenbestand. 

Setzt man seine Wanderung in dem stillen Thale 
fort, so gewahrt man, unterhalb Truskavna ange- 
langt, schon den zweiten Kokořiner Ouader, wie er von 
dem ersten durch eine Schichte můrben, plánrig san- 
digen Gesteins (Hleďseber Zwischenpláner) getrennt ist. 
Diese můrbe Lage trágt in der Regel einen ůppigen 
Wald, dessen lebhaftes Grůn die beiden grauen und 
rostrothen Auaderpartien von einander trennt. 

Zur Ausbeutung dieser Zwischenschichte findet 
sich hier keine Gelegenheit, denn kein ŠSteinbruch 
offnet in ausgiebigerer Weise diese an Petrefacten 
armen Schichten. 

Bei „Nový mlýn“ soll nach Herrn Pražák im 
Zwischenpláner auch eine schwache Guaderschichte auf- 
treten, an deren Basis Rhynchonellen zahlreich sind. 

Der GAuader selbst besteht aus 2 Bánken, von 
denen jede etwa 10 m. Hóhe hat. 

Die Oberfláche erscheint mehr rostfarbie als beim 
ersten Ouader und die hóchsten der Verwitterunc trotzen- 
den Ránder sind ein Conglomerat, dessen bis faustgrosse, 
meist aus weissem Auarz bestehende Gerólle von Weitem 
bemerkbar sind. 

Die malerische Schonheit beider Auader wird noch 
durch den Umstand erhóht, dass an den Gránzlinien 
zwischen den horizontalen Abschnitten derselben eine 
úppige Erica-Vegetation im Herbste als mild rosenrothe 
Linien erscheint. 

Von Truskavna gegenůber muss man die 
Schlucht verfolgen, welche allmáhlig aufsteigend uns 
auf das Plateau des Dorfes Kokořin fůhrt, das 
schon auf den Trigonia- und Bryozoenschichten steht. 
Hat man seine Kórperkráfte in dem bescheidenen 
Gasthause des Dorfes gesammelt, so steigt man durch 
Einschnitte im zweiten Auader zur Burgruine 
Kokořin, welche auf dem Gipfel des ersten Guaders 
steht. 

Das Auge an den Schonheiten des Thales wei- 
dend, schreitet man nun in der Thalsohle an der Basis 
des ersten Guaders bis unterhalb des Dorfes Kanina, 
wo man gezwungen ist, die steile Lehne hinauf die 


beiden Guader zu erklimmen, um unter dem Dorfe 


BO 
03 


zer- 
pláner 


6. Zwischen 


(Ideal verkůrzt und 
Ouader 
9. die Kaniner Bryozoenschichten. 


S, lose Sande 


Kokoř. 


5. Erster 


8“ Malnitzer Schichten. 
šicer Uebergangsschichten 
8. die Choroušker Trigoniaschichten. 


(K), Kanina (Ka) nach Choroušek. 


řin 


ehlowitzer Fischpláner. 


NA 


o 

Ry 

o 

bd 

= 

N 

k 

> 
o"O. 
= 

He 

N A 
obě 

S 

MN 


er Auader. 
er Auader. 


řin 


I. Erster Koko 
der zweite Kokořin 


v 


2. Rhynchonellenguader. 


) úber Liboch (Z“), Schellesn ( 
Hen. 


no 


1. Dřinover I 


Fig. 10. Profil vom Elbeflusse (L 
fallener erster Kokořiner Auader. 
von Hleďseb. II. und 7. 


geradegestreckt.) 


24 


selbst die kalkigen Choroušker Schichten mit ihrer Exogyrenbank zu erreichen 
und die Bryozoenschichten aufzusuchen. 

Die Choroušker Trigoniaschichten unterhalb Kanina sind nicht so schón auf- 
geschlossen wie bei Choroušek selbst; doch sieht man nach dem Auftreten der 
Exogirenbank, dass hier nach lángerem emsigen Sammeln dieselben Lagen nach- 
gewiesen werden kónnen, wie im nahen Orte Choroušek, welche wir im náchsten 


Fig. 11. Profil bei Kokořin. 1. Byšicer Uebergangsschichten mit Rhynchonellenguader, meist 

von Schuttsand verdeckt. 2. Erster Kokořiner Auader mit der Burg Kokořin. 3. Zwischenpláner. 

4. Zweiter Kokořiner (Yuader mit dem Dorfe Kokořin. 5. Trigoniaschichten. 6. Bryozoenschichten 
auf der Anhóhe, welche das Kokořiner Thal von dem Zimoř-Truskavnathal trennt. 


Fig. 12. Profil unterhalb Kanina. 1. Erster Kokořiner Ouader. 2. Zwischenpláner. 3. Zweiter 
Kokořiner Auader. e, e Ericastreifen. 4. Conglomeratschichte des zwejten Kokořiner uaders. 
5. Trigoniaschichten. 6. Rostrother Sand. 7. Bryozoenschichten. 8. Diluvium. 


29 


Abschnitt werden kennen lernen. Deshalb lassen wir uns deren Detailstudium 
dorthin. i 

Um so wichtiger ist hier die Aufgabe, die Kalkbrůche ausfindig zu machen, 
in denen die Bryozoenschichten so schón entwickelt sind. 

Der Steinbruch, in welchem die Bryozoenschichten gewonnen werden, 
ist nahe am Dorfe, aber sehr versteckt, so dass man ihn ohne Erkundigung nicht 
selbst aufzufinden im Stande ist. Man nennt den Ort „Nad Kaninskou studnicí“ 
oder auch „u dražného kalu“. 

Daselbst angelangt, findet man die Bryozoenschichten in einer Máchtigkeit 
von 6 m. entblósst und der sámmt- 
liche Kalkstein, aus dem die Schichten 
bestehen, ist fast aus lauter Bryozoen 
zusammengesetzt. 

Das Liegende bildet die hóchste 
sandige Lage der Trigonienschichten, 
welcher ein bláulich grauer zerfallender 
Pláner in der Máchtigkeit von 5—6 cm. 
aufliegt. Aus diesem kann man die 
kleinen Aestchen der Bryozoen durch 
Schlemmen gewinnen. (Fig. 13 Nro. 2.) 

Darauf folgen 3 Bánke festen Ge- 
steins. 

Die erste Bank, 2 m. máchtig, 
wird zu Kalkbrennen verwendet und 
die verwitterte Oberfláche wimmelt von 
Bryozoen. 

Die zweite Bank, 3 m., wird als 
Baustein verwendet. 


: k a Fig. 13. Profil der Bryozoenschichten 
Die dritte Bank, 1 m., wird zu ná Kanina im Steinbruche „nad Ka- 
Schotter geschlagen. ninskou studánkou“. 1. Rostrother 


Sandstein, hóchste Lage der Trigoniaschichten. 


Ueber der dritten Bank legen 2. Blaugraue brócklige, aus lauter Bryozoen 


30 cm. losen Sandes, dann 75 cm. bestehende Lage. 3. Fester Kalkstein (zum 
: = de Brennen, 2 m.). 4. Fester Kalkstein (Bau- 
grobsandigen Pláners und 50 cm. rost- stein, 3—4 m.). 5. Kalkstein (zum Schotter, 
rothen Sandsteins. 1 m.). 6. Loser Sand (30 cm.). 7. S 1 
: teter grobsandiger Kalkstein (75 cm.). 8. Rost- 

(Den Schluss der Schichtenfolge rothkéř Seat (50 cm.). 9 Dilaviallchau mit Lóss- 

auf dem ganzen Plateau dieser Gegend kindeln. 10. Gelblicher Diluviallehm „Bělka“. 


3 . . : 1 1 ka“. 
bilden Diluvialablagerungen, an denen Koks esk o oo tě 


man drei Lagen unterscheiden kann: 
1. Lage von Lósskindeln, 2. gelben Diluviallehm und 3. rothen Diluviallehm, in 
hiesiger Gegend „Červenka“ genannt.) 

Ausser den Bryozoen findet man hier sehr wenig andere Versteinerungen und 
wir werden erst an einem der folgenden Profile Gelegenheit haben, uns zu ůúber- 
zeugen, dass man in den Bryozoenschichten noch etwa 5 paláontologische Hori- 
zonte unterscheiden kann. 

Bei Kanina sind wir am Ende der ersten Linie angelanst, welche uns vom 


26 


westlichen Rande der Isergebilde úber die Byšicer Uebergangsschichten, die beiden 
Kokořiner Auader, die Trigoniaschichten bis zu den Bryozoenschichten gefůhrt hat. 
Wir werden nun zu demselben Punkte Kanina im náchsten Abschnitt vom sůd- 
lichen Rande der Ablagerungen zu gelangen suchen. 


2. Die Gegend von Všetat, Čečelie, Byšice, Řepin, Choroušek und 
Kanina. 


Die ersten Andeutungen der Iserschichten úreffen wir auf dem Gipfel des 
langen Hůgels, welcher sich von Všetat *“) nach Dřiš hinzieht und aufállig aus 
der Ebene des Elbealluviums hervorsteht. An der Basis des Hůgels im Dorfe 
Všetat selbst stehen Semitzer Mergel mit zahlreichen Versteinerungen an. Ammo- 
nites Woolgari und A. Dravaisianus sind hier háufig. Reihen von festeren kalkigen 
Knollen, welche úber den Mergeln sich hinziehen, entsprechen den „Dřinover 
Knollen“, die Wehlowitzer Pláner, die Malnitzer und Byšicer Schichten můssen 
hier alle eine sehr geringe Máchtigkeit haben. 

Die Berglehne, welche aus plánricen und knolligen Lagen besteht, ist wenig 
aufeeschlossen und von den Auadersanden der Iserschichten ist hier keine Spur. 
Am Gipfel des Hůgels trifít man in kleinen Gruben und an den Feldrainen Platten 
von sandigem Kalke mit Inoceramus Brongniarti und ich halte dieselben nach 
Analogie mit anderen Localitáten fůr die tiefsten Lagen der Trigoniaschichten. 

Wenn wir auch an dem gleich folgenden Profile bessere Einsicht in die 
Schichtenfolge erlangen werden, so ist doch der Besuch von Všetat beim Beginne 
der Excursion sehr anzurathen, weil man an anderen Localitáten die petrefacten- 


Fig. 14. Profil zwischen Byšic und Čečelie. B. Bahn bei Byšic. Č. Čečelic. S. Schůttboden. 

1. Semitzer Mergel mit zahlreichen Petrefacten beim nahen Orte Všetat. 2. Dřinover Knollen mit 

Lima elongata. 3. Wehlowitzer Pláner in einem Šteinbruche gut entblósst. 4. Malnitzer Schichten. 

5. Grosse Knollen mit Fischschuppen. Byšicer Uebergangsschichten. 6. Rostrothe Sande (Aegui- 

valente der beiden Kokořiner Auader). 7. Die tiefsten Lagen der Trigoniaschichten (mit grossen 
Inoceramus Brongniarti). 


reichen Semitzer Mercel nicht zugánglich findet und nur als feuchte Letten oder 
als guellenfůhrenden Horizont wahrnimmt und doch die Kenntniss dieses guten 
Reprásentanten der Weissenberger Schichten fiir das Verstůándniss der ganzen 
Gecend sehr wichtig ist. | 


*) Hisenbahnstation Všetat-Přívor der osterr. Nordwestbahn. 


Ein analoger Hůcel trennt die nahen Ortschaften 


Čečelic und Byšic und ein Feldweg, der an einem . 


Steinbruche vorbeifiihrt, gewáhrt einen Einblick, wie 
ihn das Profil Fig. 14 gibt. 


Von Všetat kommend trifft man die Semitzer 
Mergel am Fusse des Hůgels in den Gárten von 
Čečelic (1). Beim Schittboden kann man etwa 5 
Reihen von Dřinover Knollen mit Lima elongata 
záhlen (2). Den Wehlowitzer Fischpláner sehen wir 
in dem ŠSteinbruche (3) entblósst, dessen hóchsten 
Lagen den Malnitzer (4) Schichten entsprechen. Die 
DByšicer Uebercangsschichten (5) verrathen sich durch 
orosse, an Fischschuppen reiche Knollen. 


Die Kokořiner Auader sind durch Štreifen von 
rostrothen Sandsteinen angedeutet (6), welche hie 
und da, namentlich an der Basis, Rhynchonellen 
fůhren. 

Den Gipfel des Berges nehmen graue, an der 
Oberfláche weiss verwitterte Plattenkalke mit Inoce- 
ramus Brongniarti, wie bei Všetat, ein und důrften 
auch hier den tiefsten Lagen der Choroušker Tri- 
goniaschichten entsprechen. 


Ganz analoge Profile constatirte ich bei Ko- 
nětop und Hlavno sudovo. (Der Ausdruck „Ko- 
nětop“ deutet darauf hin, dass die Pferde in den 
feuchten Lagen der Semitzer Mergel, die am Fusse 
des Berges anstehen, einsinken.) 


Die Berglehne nordlich von Byšic ist eine 
Wiederholung des eben geschilderten Profils. Die 
Semitzer Mergel sind durch die Háuser von Byšic 
maskirt und důrften in den Brunnen des Ortes nach- 
zuweisen sein. Am Wege zum Steinbruche begleiten 
uns die Dřinover Knollen, in welchen Herr Pražák 
Ammonites Woolgari vorfand und im Šteinbruche 
selbst finden wir den fast ganz petrefactenleeren 
Baupláner, in dessen hóchsten Lagen die rost- 
rothen Spuren des Rhynchonellen-Auaders sich be- 
merkbar machen, der die Basis der hier noch nicht 
entwickelten Kokořiner GOuader andeutet. | Weiter 
gegen Hostin bei Harbáasko findet man an 
Feldrainen Stůcke der Trigoniaschichten, die hier 
nirgends gut entblósst sind und bei Hostin selbst 
von Teplitzer und Priesener Schichten  bedeckt 
werden. 


Ch. 


7. Cho- 
2 


1. Weissenberger Schichten. 


6. Zweiter Kok. Auader. 


E Elbe. 
P Priesener Schichten. 


(CA), Choroušek (ch), nach Kanina (K). 


šic 


4. Erster Kokořiner Auader. 
8. Kaniner Bryozoenschichten. 


yšic (B), Řepin (R), Choru 


3. Byšicer Uebergangsschichten. 


Profil in der Linie von B 


2. Malnitzer Schichten. 


Fig. 15. 


5. Zwischenpláner. 


roušker Trigoniaschichten. 


28 


Etwas óstlich beim Orte Košátek sind die Iserschichten máchtiger entwickelt. 
Ein Eisenbahneinschnitt entblósste daselbst die Byšicer Uebergangsschichten mit 
einem verwitterten Rhynchonellenguader und die in der Umgebung darůber liegen- 
den sandigen Kalke lieferten folgende Versteinerungen: 


Verzeichniss der in den Choroušker Schichten bei Košátek auf- 
gefundenen Petrefacten. 
(Meist Geschenk des Herrn Constantin Schuster.) 


Trigonia limbata. Lima iserica. 

Arca subglabra. Pecten laevis. 

Pinna decussata. Pecten curvatus. 

Pholadomya aeguivalvis. Pecten Dujardinii. 

Pholadomya nodulifera. Vola guinguecostata. 

Pholadomya perlonga. Ostrea sp. 

Panapaea gurgitis. Exogyra conica. 

Inoceramus Brongniarti. Rhynchonella plicatilis (depressa Schl.). 
Lima semisulcata. Biflustra Pražaki. 


Diese Arten wurden wáhrend des Eisenbahnbaues gesammelt und es ist bei 
solchen Gelegenheiten die Provenienz der Stůcke immer mit Vorsicht aufzunehmen. 
Doch deutet die Trigonia limbata und Pholadomya nodulifera darauf hin, dass in 
der Náhe von Košátek die wahren Trigoniaschichten anstehen. 

Will man einen guten Einblick in das Liegende der Kokořiner GAuader 
erlangen, so muss man das Hochplateau auf dem Wege úber Hostim passiren, um 
zu dem kleinen Orte Hledseb zu gelangen. (Die mit Wald und Feldern bedeckte 
Hochebene zeigt bei Hostim die Priesener Schichten in Form eines weisslichen, 
důnnschichtigen Pláners mit Inoceramus Cuvieri.) 

Im Dorfe Hleďseb trifft man an der Basis der Anhóhe „Vystrkov“ einen 


Fig. 16. Profil von Hleďseb (zwischen Melnik und Řepin). Hleďseb H, Vystrkov V. 
1. Byšicer Uebergangsschichten (3 m.). 2. Můrber Sand (1 m.). 3. Rhynchonellengnuader (1:50 m.). 
4. Feste Fucoidenbank. 5. Erster Kokořiner Auader. 6. Hleďseber Zwischenpláner. 


29 


kleinen Steinbruch, in welchem die Byšicer Uebergangsschichten mit mehreren 
Reihen von grossen grauen Knollen entblósst sind. (Fig. 16). 1. Darůber folgt 
etwas můrber Sand (2) und dann eine Bank des Rhynchonellenguaders (3), welche 
als Decke eine harte dunkelgefárbte Fucoidenbank trást (4). Es folgt sodann der 
erste Kokořiner Auader (5) und darůber der můrbe Zwischenpláner, mit welchem 
die Reihenfolge hier endet und auf welchem die „Vystrkov“ benannte Háuser- 
gruppe steht. Verfolgt man nun das čstlich sich unterhalb Řepin hinziehende 
Thal, so gewahrt man bald den zweiten Kokořiner Auader, ůúber welchem die 
Trigoniaschichten immer mehr entwickelt auftreten, je mehr man sich gegen 
Chorušic náhert. 

Vor Chorušic zweigt links ein Thal ab, das an der neuen Generalstabskarte 
als Husovodol bezeichnet ist. Hier trifft man den zweiten Kokořiner Auader 
schon in der Thalsohle anstehend an und lángs eines Waldweges kann man die 
sámmtlichen Lagen der Trigoniaschichten sowie die der Bryozoenschichten, wie 
sie bei Choroušek und Kanina prácisirt sind, wiederfinden. 

Zwischen Chorušic und Choroušek ist: ein tiefes Thal, dessen Lehnen ganz 
allein von den verschiedenen Lagen der Trigoniaschichten gebildet werden. Der 
von der Thalsohle gegen Choroušek hinfůihrende Weg ist es, an welchem Herr 
Pražák die Vertheilung der Arten so prácise studirt hat, dass sie als Anhalts- 
punkt fůir die Gliederung der Trigoniaschichten in anderen Gegenden dienen kann. 
Die petrographische Beschaffenheit wurde bereits auf Seite 15 geschildert. 

Das Liegende der Trigoniaschichten, den zweiten Kokořiner Auader, hat man 
etwas weiter sůdóstlich im Thale zu suchen. 

Auch die erste Lage (Fig. 17 Nro. 1) der Trigoniaschichten ist gerade unter- 
halb Choroušek vom Thalalluvium verdeckt und wird erst bei der als „Sion“ be- 
zeichneten Thalpartie sichtbar. Dieselbe ist durch mehr als 50 Arten Petrefacten 
gekennzeichnet. 

Der Weg berůhrt beim Aufsteigen gegen Choroušek zuerst die feste, sandig 
kalkige Schichte (2), welche riesige Inoceramen und Ammoniten fiihrt, dann eine 
můrbe thonige Lage (3) mit Trigonia limbata, Pinna decussata ete. Die weitere 
Lage (4) ist mehr durch die dieselbe oben und unten begránzende, sehr feste 
Schichte als durch Petrefacten gekennzeichnet. 

Der Steinbruch zur rechten Seite des Weges ist in plánrigen kalkigen Lagen 
geóffnet (5), deren man sechs (a—f) unterscheiden kann. Jede dieser Lagen weist 
eine gewisse Eigenthůmlichkeit in Bezug auf Gruppirung der fůr die Trigonia- 
schichten bezeichnenden Arten auf. So hat z. B. b viele Pinna decussata und 
Lima dichotoma, senkrechte und verdrůckte Fucoiden, c ist reich an Catopygus, 
f ist eine Bank von Exogyra conica. 

Náhere Details sind in einer Specialarbeit ber Choroušek und Umgebung 
anzuhoffen. 

Weiter nach oben macht sich ein rostrother Sandstein (6) mit petrefacten- 
reichen Knollen bemerkbar. Darauf folgen brócklige, grobkornig sandige Pláner (7) 
und den Schluss der Reihe bildet ein rostrother Sand (8), in welchem unregel- 
mássige Concretionen liegen. Die Bryozoenschichten sind an der Choroušker 


30 


Thallehne selbst nicht anzutreffen, sondern in náchster Umgebung bei Oujezd, 
Živonín, Vtelno, Nemeslovic, Kanina, Nebužel und vielen anderen Localitáten. 

Beim Anlegen der neuen Štrasse wurde die geschilderte Schichtenfolge noch 
deutlicher aufgeschlossen. 


Fig. 17. Profil der Thallehne unterhalb Choroušek. 1—8 Lagen der Trigoniaschichten. 

1. Tiefste Lage in der Thalsohle verdeckt, etwas weiter čstlich im Thale gegen Kadlin zu Tage 

tretend. 2. Sandig kalkige Lage. 3. Můrbe thonige Lage, an der Basis ein wichtiger Horizont 

fůr Auellen. 4. Sandige, oben und unten mit festem Gestein begránzte Lage. 5. Plánrige, aus 

6 Bánken zusammengesetzte Lage, f Bank mit Exogira conica. 6. Rostrother Sandstein mit Pe- 

trefacten-Knollen. 7. Brócklige, grobkórnig sandige Pláner. 8. Rostrother Sand mit unregel- 
mássigen Concretionen. 


Das nun folgende Verzeichniss basirt sich theils auf die von mir und 
Dr. O. Novák gesammelten Arten, hauptsáchlich aber auf die durch jahrelangen 
Fleiss zusammengebrachte Sammlung des Herrn Landtagsabgeordneten Jos. Pražák 
in Choroušek. Die den Fundorten beigefůgten Ziffern bedeuten die Lage der Fund- 
schichte nach dem Profile Nro. 17. 


der in der Umgebung von Choroušek in den Trigonia- und Bryozoen- 


Verzeichniss 


schichten aufgefundenen Petrefacten. 


| Choroušker Trigonia- 


cO 00 21 O3 OU O9 DI 


| Kaniner Bryozoen- 
| 
| 


„ Oxyrhina angustidens . 
. Belemnites sp. . 

„ Nautilus sublaevigatus 
„ Nautilus galea . 

. Nautilus rugatus . 

„ Ammonites peramplus . 
. Turritella Fittoniana 

„ Turritella iserica . 

„ Natica Gentii 

„ Natica lamellosa 

„ Nerita dichotoma . 

„ Turbo Goupilianus 

. Avellana sp. 

. Gardium productum 

. Protocardium Hillanum 
„ Isocardia gracilis . 


. Oyprina guadrata . 

. Mutiella Ringmerensis 
„ Eriphyla lenticularis 

. Cytherea polymorpha . 
. Trigonia limbata . 

„ Arca subglabra . 

. Arca echinata 

„ Pinna decussata 

21. Solen Guerangeri. . 

. Gastrochaena sp. - 

29. Pseudomya anomioides 
. Lithodomus spatulatus 
„ Modiola typica . 

„ Mytilus radiatus 

. Pholadomya aeguivalvis 
. Pholadomya nodulifera 
. Pholadomya perlonga . 
. Panopaea gurgitis 

. Panopaea mandibula 

. Panopaea Ewaldi . 

„ Avicula anomála : 
. Inoceramus sp. (striatus ?) : 
. Inoceramus Brongniarti? 

„ Lima ovata tř 
„ Lima Dupiniana 

„ Lima semisulcata . 

„ Lima multicostata 


Choroušek 
Choroušek 
Choroušek 
Choroušek 
Choroušek 
Hus., 
| Choroušek 
| Choroušek 
Choroušek 
Choroušek 


Choroušek 
| Choroušek 
' Choroušek 


Choroušek 


Choroušek 


— 


Choroušek 


„| Choroušek 


Choroušek 1 


Chor. 


Choroušek 1 
Choroušek 2 


Schichten Schichten 
— Živonín 
— „ Vtelno 
-| | Choroušek bo Ziv., Vtelno 
Choroušek j 3 Vtelno 
(Choroušek 1 , -= 
'Choroušek 1, 5, 6, Živonín, Vtelno 
| „Vtelno 
E koronsk 6 Zivonín, Vtelno 
-| Choroušek 1 — 
Chorušice 8 = 
-| — Gr.-Ujezd 
„| Choroušek 5 Zivonín 
| — Zivonín 
„| Choroušek 3, 5 — 
Choroušek 3, 5 = 
I — Kanina 
. Crassatella cf. austriaca . „| Choroušek 1, 3 Gr.-Ujezd 
. Crassatella cf. macrodonta . | Choroušek 1 Vtelno, Ziv. 


Husodol, Gr.-Újezd 


i Bezno 

1 Zivonín 

LB) — | 

1,8 Vtelno, Živ. 

1 Zivonín 

1, 5D, lo dkaniňa, L) 1ez0 

Nemeslovic 

6! ? 

l Vtelno 

1 Pramínek 
Zivonín 
Zivonín 

1M Zamachy 

je 8 — 

oh 


Vtelno, Z., Ž. 


1 Zivánía! Vtelno 

ti 5bÝ tpé 
Kanina 
Kanina 

4 © Živonín, Gr.-Újezd 

1—8 Újezd, Živonín 


| Choroušker Trigonia- | Kaniner Bryozoen- 
Schichten Schichten 
| 46. Lima dichotoma „| Choroušek 6 — 
47. Lima Sowerbyi. | Choroušek RO dBA Vtelno, Živ. 
48. Lima iserica -. | Choroušek 1, 5, 6, 8 Kanina 
49. Lima pseudocardium Choroušek — 
50. Pecten laevis Choroušek 1, 8 Újezd 
51. Pecten curvatus Choroušek 1—8 „ Zivonín 
52. Pecten Dujardinii . Choroušek 5 Zivonín, Vtelno 
53. Vola guinguecostata Choroušek 1—8 Zivonín etc. 
54. Exogyra conica Choroušek 1—8,5! Zivonín etc. 
D5. Éxogyra lateralis . Choroušek 1 Zivonín etc. 
56. Exogyra laciniata . Choroušek 6, € Zivonín 
DT. Exogyra Matheroniana . Choroušek 1, 6, 8| © Zivonín 
58. Ostrea semiplana . Choroušek 3, 5 Zivonín, Vtelno 
59. Ostrea frons.. : Choroušek 5—8 Zivonín, Vtelno 
60. Ostrea hippopodium Choroušek 1-—8 — 
61. Ostrea diluviana — ř — 
62. Anomia subtruncata, ďOrb. Choroušek 1 „Zivonín, Vtelno © 
63. Anomia subradiata, Reuss. Choroušek 1, 8 Ziv., Ujezd, Vtelno, 
64. Anomia semielobosa Choroušek 5 Ujezd? 
65. Anomia sp. - Choroušek 6, 8 — 
66. Rhynchonella plicatilis Choroušek 6! 8 Hl., Živ., Vtelno 
67. Rhynchonella Cuvieri . — UN Z NOD 
68. Rhynchonella Mantelli — VOV Vtelno 
69. Magas Geinitzii Choroušek 1 šd "Vtelno 
70. Hippothoa labiata Choroušek 1, 3,5. k 
(1. Biflustra Pražáki . Choroušek 1, % Živ., (Vtelno 
12. Diastopora acupunctata Choroušek I Zivonín 
73. Proboscina Bohemica = Ujezd 
74. Proboscina Suessii . . — Ujezd | 
15. Entalophora Geinitzii . Choroušek 1, 4 Hl., Ziv., Vtelno | 
16. Entalophora raripora — Hl., Ziv., Vtelno | 
17. Spiropora verticillata — Hl., Ziv., Vtelno 
18. Truncatula tenuis Choroušek 1 HI., Ziv., Vtelno 
79. Petalophora seriata . |(Choroušek 1, 5, 7| HI., Živ., Vtelno 
80. Osculipora plebeia — Zivonín 
81. Antedon (Glenotremites) sp. . Choroušek 1 Vtelno, Ziv. 
82. Cidaris subvesiculosa Choroušek 1 Vtelno, Živ. 
89. Glyphocyphus sp.. — U. V 
84. Cyphosoma radiatum Choroušek 1 VE. Z., Kan. 
85. Cyphosoma sp... ps Choroušek Ujezd, Ziv. 
86. Holectypus Turonensis = Živonín 
87. Cardiaster Ananchytis Zamachy 1 Hus., Vtelno 
88. Holaster elongatus — Vtelno 
99. Micraster Michellini . | Choroušek 1 Hus., Živ., Vtelno. 
90. Hemiaster plebeius . Choroušek 1 Hus., Živ., Vtelno- 
91. Catopygus Pražáki é "Vtelno 
92. Catopygus albensis . (Choroušek 1, 5 Živ., Vtelno 
93. Catopygus fastigatus | Choroušek 1, 5 Hus., Živ. 
94. Nucleolites bohemicus . „| Choroušek 1, 5, 8, Led., Živ., Mšeno 
95. Caratomus Laubei | — Živ., Vtelno 


33 


Choroušker Trigonia- | Kaniner Bryozoen- 


Schichten- Schichten 

96. Holaster elongatus. ..... — Vtelno 
97. Cardiaster ananchytis . . . .| Zamach 1 Vtelno, Ziv. 
98. Serpula socialis . . . . . . . Choroušek 1, 2 Újezd? 

99. Serpula ampulacea ©. . . . „| Choroušek 1, 5 „ Zivonín 
100. Serpula macropus - . . . . „| Choroušek 1 Ziv., Vtelno 
101. Serpula gordialis . ....... Choroušek 1, 5 Vtelno, Hl., Ziv. 
102. (Fungia) Micrabatia coronula ? . | Choroušek 2, 5, 6| Zivonín, Vtelno 
103. Spongites saxonicus . . . . . | Choroušek 1—8 Vtelno 
KOMOMIa7sp4 MOHDBU di 5 Choroušek = 
105. Vioa Exogyrarum . ...... -| Choroušek 5 — 

BO Vina mianis  jahnby + * Choroušek 7 — 

| RO 3 ORLICHNLES BDS < so — Zivonín 
108. Flabellina elliptica. . . ... . Choroušek 1 Zivonín 
109, Fucoides funiformis ....... Choroušek 5 — 
110. Fucoides columnaris . ....... Choroušek 1, 2 — 
111. Fucoides cauliformis . . . „. „| Choroušek 5 — 
112. Fucoides strangulatus —. . . „| Choroušek 1 — 


3. Die Gegend von Vrutice, Sušno, Nemeslovic, Zamach und Choroušek. 


Ein áhnliches Profil wie das eben geschilderte kann man in einem mehr 
ostlich gelegenen Thale verfolgen, das uns von der Eisenbahnstation Vrutic úber 
Sušno, lángs des Hlubokabaches unterhalb Nemeslovic und Zamach, wieder bis zu 
Choroušek hinfůhrt. | 

Mit dem Studium des Liegenden der Iserschichten beginnt man unmittelbar 
hinter der Vruticer Zuckerfabrik und verfolgt die Schichten lánes des Feldweges 
nach Vtelno, an der Lehne gegenůber dem Meyerhofe. (Profil Fig. 18.) 

Die Semitzer Mergel der Weissenberger Schichten sind in der Thaltiefe ver- 
deckt und sind gewiss in enger Beziehung mit den máchtigen Auellen, welche hier 
zu Tage treten und in neuerer Zeit bei der Trinkwasserfrage der Stadt Prag zur 
Discussion kamen. 

Im Steinbruch hinter der Zuckerfabrik stehen graue Baupláner an, welche 
trotz ihres abweichenden Aussehens dennoch als die Wehlowitzer Fischpláner auf- 
zufassen sein werden. Die máchtigen Bánke werden von senkrechten runden Stángeln 
durchzogen, welche vielleicht als Róhren von Arenicola zu betrachten sind. 

Der Feldweg nach Vtelno fiihrt uns bei den Byšicer Uebergangsschichten (2) 
vorbei, in welchen wir grosse Knollen mit Fischschuppenanháufungen antreffen. 
Es sind dies sehr merkwůrdige, in dieser ganzen Gegend einen bestimmten Hori- 
zont bezeichnende Erscheinungen. Die Knollen sind an 50 cm. lang, haben 30 bis 
40 cm. im Durchmesser, stehen senkrecht in den Schichten und enthalten zwei 
neben einander liegende, aus lauter Fischschuppen bestehende Wůlste von 4—5 cm. 
Durchmesser. (Ich fand sie in dem nahen Řepiner Thale ganz im selben Niveau.) 
Darůber gewahrt man eine schwache, aus lauter Fucoiden bestehende Schichte (5), 
3 


34 


die wohl mit der von Hleďseb (Profil Fig. 16 auf Seite 28) verelichen werden muss. 
Nun folgen sandige Pláner mit glasirten, von senkrechten Fucoiden durchsetzten 
grossen Concretionen, welche als die Ausbisse der mehr nordlich entwickelten 
Kokořiner Ouader aufzufassen sind (4, 5). Die weiter nach oben anstehenden 
grauen, grobsandigen Kalke 
fůhren graue rundliche Knollen 
(6), weiter unregelmássige Con- 
cretionen (7), daňn rostrothe 
Reste nach Spongien (8). 

Die Reihe schliesst hier 
mit flachen Kalkplatten, áhn- 
lich wie auf den Hůgeln bei 
Všetat und Byšic (9, 10). 

Die sámmtlichen Lagen 
6—10 gehóren ohne Zweifel den 
tieferen Trigonia-Schichten an, 
doch wird ein lángeres Sam- 
meln eines den Ort ofter besu- 
chenden Paláontologen něthig 
sein, um dies genau zu prá- 
Cišsiren. 

Nach dieser © Vorstudie 
muss man SŠušno zu erreichen 
suchen, wo ein áhnliches Profil 
ansteht, und sodann das unter- 
halb Nemeslovic sich hinzie- 
hende, vom Hlubokabache be- 


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ES s Kokořiner Auader, welcher sich 
5 © i nach Norden hin immer mehr 
© c. 
oc! der Thalsohle náhert und end- 
ská. | lich darin ganz verschwindet, 
=" 8“ so dass die ganze Thallehne 
Bunka von den Choroušker Trigonia- 
© . 
BESS schichten und den Bryozoen- 
© 958 schichten gebildet wird. 
o =" í . 4 
oBBÝ Gegenůber Kadlin, wo 


noch der zweite Kokořiner 

Ouader in der Thalsohle ansteht, lassen sich die einzelnen Lagen der Trigonia- 
schichten an den Contouren der Thallehne nach den verschiedenen Verwitterungs- 
graden unterscheiden, wie das aus beifolgender Skizze (Fig. 19) zu ersehen ist. 
Man gelangt (mit Fiihrer!) unterhalb Chorušic an eine Stelle, wo sich das 


35 


Thal spaltet: links fůhrt es zu dem uns bekannten Profile unterhalb Choroušek, 
rechts zieht es sich mehr als eine Stunde weit bis hinter Gross-Oujezd, wo die 
Schichtenfolge mit reichen Bryozoenschichten endet. Von den zahlreichen Locali- 
táten, an denen die Bryozoenschichten in dieser Gegend zugánglich sind, ist 
Živonín die ausgiebigste und belehrendste, denn hier werden sie von Resten der 
Teplitzer und Priesener Schichten ůúberlagert. 


Assoc 
6 


X 


OBOSO GE2o BO C0 


Fig. 19. Profil der Thallehne segenůber Kadlin. K1. Erster Kokořiner Auader in der Thal- 
sohle verdeckt. O. Zwischenpláner. K2. Zweiter Kokořiner Auader. 1.—8. Lagen der Trigonia- 
schichten, mit denen von Choroušek (p. 30) úbereinstimmend. 


Herr Pražák war hier im Stande, drei paláontologische Niveaus wahrzunehmen: 

Im unteren Drittel sind die Catopygus- und Micraster-Arten, dann Glypho- 
cyphus anzutreffen und die Schlemmungen weisen eine Unzahl von mikroskopischen 
Foraminiferen auf. Das mittlere Drittel ist das Hauptlager fůr die Bryozoen; 
es enthált die kleine Varietát der Ostrea hippopodium. Das oberste Drittel 
liefert den Holectypus turonensis, sowie die kleinen Exemplare von Rhynchonella 
Cuvieri und Mantelli. 

Hier sind wir abermals auf dem Hochplateau bei Kanina angelangt. 


Das Iserthal von Benatek bis Turnau. 


Um die Berglehnen des Iserthales verstehen zu lernen, muss man mit den 
orientirenden Excursionen in der Gegend von Lisá beginnen (Fig. 20 L). Hier úber- 
zeugt man sich, dass die Stadt auf dem Horizont der Dřinover Knollen (1) 
(Weissenberger Schichten) steht.*) Die Steinbrůche oberhalb der Stadt sind. 


*) Die Semitzer Mergel sind von dem Elbeschutte verdeckt und důrften in den Brunnen 
von Lissa nachzuweisen Sein. 
e 


36 


typische Wehlowitzer Fischpláner (2), welche Enoploclythia Leachii und in neuester 
Zeit auch Macropoma speciosum geliefert haben. Mehr nach Norden vor dem Orte 
Vrutic liegen Pláner mit Lima multicostata und důrften dem Horizont der Mal- 
nitzer Schichten (8) entsprechen. | 

Lánes der Strasse gegen Benatek hin trifft man beim Orte Jiřic die Byšicer 
Uebergangsschichten (4) an, wo bei einem flůchtigen Besuche folgende Arten ge- 
sammelt wurden. 


Verzeichniss der in den Bischitzer Uebergangsschichten bei Jiřic 
(zwischen Lisa und Benatek) aufgefundenen Petrefacten. 


Scaphites Geinitzii. Lima pseudocardium. 
Isocardia sp. Pecten Nilssoni. 
Nuculla sp. Pecten Dujardinii. 
Arca sp. Ostrea sp. 
Lithodomus spatulatus. Rhynchonella. 
Tellina sp. Micraster ? 


Inoceramus Brongniarti. 


Der hier im Terrain bemerkliche Růcken der Bischitzer Schichten zieht sich 
westlich bis nach dem Orte Hieronimberg (Číhadla), wo ich in einem Hohlwege 
ganz dieselben Petrefacten antraf, wie bei Jiřic. 

An allen den erwáhnten Schichten ist ein Einfallen gegen das Iserthal, nach 
Norden wahrnehmbar, und von dem Vorhandensein von Auadersanden keine An- 
deutung vorhanden. 

Im Thale des Iserflusses angelangt findet man wenig Anhaltspunkte, um sich 
zu orientiren und es wáre sehr nůtzlich, wenn ein Localsammler zur Charakteristik 
der hier anstehenden Schichten mehr paláontologische Belege aufsammeln móchte. 

Am linken Ufer der Iser beim Schůttboden in Alt-Benatek ist in einem 
kleinen Steinbruche ein petrefactenleerer Pláner aufgeschlossen, dessen máchtige 
Bánke von senkrechten meterlangen (Fucoides? columnaris) Sáulchen durchsetzt sind. 

Am rechten Ufer ist hinter der Háuserreihe, welche „Obodř“ genannt wird, 
der Fundort des Beryx ornatus (Fr. Rept. und Fische, Taf. 5 Fig. 2—3). 

Beim Háuschen Nr. 48 zieht sich in der Hóhe von 7 Metern an der steilen 
Felswand eine Reihe grosser grauer Knollen und in einem derselben fand sich 
der erwáhnte schóne Fischrest. Ich nahm mir grosse Můhe, in diesem Niveau 
eine Reihe von Petrefacten ausfindig zu machen, erhielt aber nur wenig bezeich- 
nende Arten. 


Inoceramus Brongniarti. Exogyra lateralis. 
Pecten curvatus. Ostrea hippopodium. 
Pecten Dujardinii. ' 


Die úbrige Thallehne von Neu-Benatek besteht aus můrben, sandigen, bráun- 
hichen Plánern, in denen etwa von Meter zu Meter festere kalkigere Knollenlagen 


, 
i 
i 


D0 


auftreten. (Grosse Ammonites peramplus und Inoceramus Brongniarti kommen 
sowohl in den tieferen als auch in den hoóheren Lagen vor. 

Es ist bisher sehr schwer, diese Schichten zu deuten und im Nachfolgenden 
sollen nur Vermuthungen ausgesprochen werden. 

Manche der tiefen petrefactenleeren Pláner měgen den Kokořiner Auadern 
entsprechen. Die Fischknollen und die Schichten mit Ammonites peramplus und 
Inoceramus Brongniarti důrften dem unteren Drittel der Trigoniaschichten ange- 
hóren. Zu dieser Ansicht gelangte ich bei der weiteren Verfolgung des Iserthales 
gegen Jungbunzlau hin, wo áhnliche Pláner wie bei Benatek von den hoheren Lagen 
der Trigoniaschichten bedeckt werden. 


J 
A B 
A ET“ = D >. 
=== ==>B8 == . — = I 
— a.. = —————— 
7 2 3 i 6 


Fig. 20. Profil von Lisa (Z) nach Benatek (B). 
1. Dřinover Knollenschichte. 2. Wehlowitzer Fischpláner. 3. Malnitzer Schichten. 4. Byšicer 
Uebergangsschichten bei Jiřic (J). 5., 5' Trigoniaschichten. « Tiefere Lage mit Fischknollen 
(Fundort des Beryx ornatus). » Hóhere Lage (etwa Nro. 3 des Profiles von Choroušek) mit Ino- 
ceramus Brongniarti und Ammonites peramplus. 


Verfolet man die Iserschichten am rechten Iserufer stromaufwárts, so gewahrt 
man, dass sie ganz allmáhlig gegen Nordwest einfallen, so dass die hóchsten Lagen 
der Trigoniaschichten, welche bei Zámost und Jungbunzlau hoch auf der Thallehne 
anstehen, bei Bakov sich der Thalsohle náhern und in einem Steinbruche náchst 
dem Bahnhofe, also nicht gar hoch úber dem Wasserspiegel, zugánelich sind. 

Viel gůnstiger als die Profile von Byšic, Choroušek, Kanina, ist fůr die rasche 
Orientation in den Iserschichten das Thal, das sich von der Eisenbahnstation Zamost- 
Krnsko (Prag-Turnauer Bahn) unterhalb Stranov ber CČetno und Kovánec nach 
Skalsko hinzieht. 

Die Máchtigkeit der einzelnen Lagen der Trigoniaschichten ist hier eine viel 


- bedeutendere, als bei Choroušek und Kadlin. Namentlich macht sich eine der 


tieferen Lagen als ungewohnlich máchtiger braungelblicher, feinsandiger Pláner 
bemerkbar. Dieses vorzůgliche, auch zu Steinmetzarbeiten taugliche Gestein wurde 
zur Zeit des Bahnbaues, namentlich bei „Podvinec“, gebrochen. Es ist arm an 
Petrefacten und ich erhielt daraus nur wenige Arten, welche weiter unten auf- 
gefůhrt werden (Seite 40). Senkrechte Fucoides columnaris sind darin háufig. 


Fiůr diese Gegend und namentlich fůr das Profil Zámost-Skalsko ist es zweck- 
mássie, diese Schichte als Podvinecer Baustein zu bezeichnen. 


Ich muss hier bemerken, dass man nicht erwarten kann, an den Thallehnen 
der Iser alle Lagen der Trigoniaschichten in gleicher Máchtigkeit und mit voll- 
kommen ůbereinstimmender petrographischer Beschaffenheit wiederzufinden wie bei 
Choroušek, und man muss daher mit der Parallelisirung der hier entblóssten Lagen 


mit denen auf dem Profil Fig. 17 angedeuteten vorsichtig sein. 


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Gar manche Erscheinungen sind geeignet, den 
Beobachter zu vexiren. Vor Allem ist es die Bildung 
der Bánke der grossen Exogyra conica, welche nicht 
bloss an das im Schema angedeutete Niveau gebunden 
sind, sondern auch in den tieferen Lagen stellenweise 
auftreten kónnen. 

Ein grosser Šteinbruch, welcher westlich vom 
Viaducte zur Zeit des Bahnbaues gedffnet wurde, ent- 
blósst uns die Choroušker Trigoniaschichten in ausge- 
zeichneter Weise. Dieselben werden gegen Skalsko hin 
immer weniger máchtig und nehmen immer geringeren 
Antheil an der Bildung der Thallehne und unter ihnen 
tritt zuerst der hohere, zweite Kokořiner Auader, dann 
die Zwischenpláner und endlich der erste, tiefere Ko- 
kořiner Ouader zu Tage (Fig. 21). 

Am Fusse des genannten Steinbruches gewahrt 
man eine Auelle, nach der man schliessen kann, dass 
hier das Niveau der ersten Lage der Choroušker 
Schichten in der Thalsohle verdeckt ist. (Fig. 22.) 

Die tiefsten zugánglichen Schichten enthalten eine 
Unzahl von Spongites funiformis nebst kleinen Lima- 
und Pecten-Arten. Die unterste der abgebauten Lagen 
ist etwa 4 m. máchtig, enthált viele Fucoides colum- 
naris und zahlreiche grosse Exemplare der Exogyra 
conica. Nun folgen etwa 7 m. feinkórnigen sandigen 
Pláners, der sich in 4 Bánken darbietet und den wir 
als Podvinecer Baustein bezeichnet haben. Er lásst 
sich dann lángs des ganzen Thales gegen Kováň hin 
und zwar an der óstlichen Thallehne verfolgen. Am 
Gipfel dieser Bánke gewahrt man zahlreiche Lagen 
vom Knollenpláner, welche aber hier nicht ohne Ge- 
fahr zugánelich sind. Ich konnte dieselben auf der 
nordlichen Seite der zum Viaduct fiůihrenden Bóschung 
náher untersuchen. 

Ich fand, dass die ersten den máchticen Pláner- 
bánken auflagernden Knollenreihen sehr reich an Serpula 
socialis sind (Fig. 21, 4) und von einer etwa 1 Meter 
máchtigen Schichte Ouaders bedeckt werden. 

Auf einige Binke můrben Pláners folet noch eine 
guaderáhnliche feste Bank mit grossen kalkigen Knollen 
und diese trift man im Niveau des Bahngeleises im 
Einschnitte gegen Kuttenthal zu an. Auf diese folgen 
nun abwechselnd festere und můrbere Lagen mit oder 
ohne Knollen, welche die Vertreter der oberen Hálfte 
der Choroušker Trigoniaschichten darstellen und reich 


39 


an Petrefacten sind. Die hochsten Bánke, welche an der Umbiegungsstelle der Bahn 
(wo diese das Iserthal verlásst, um nordwestlich gegen Kuttenthal zu fůhren) im Ein- 
schnitte entblósst sind, halte ich schon fůr die Reprásentanten der Bryozoenschichten. 

Wo die Bahn das Hochplateau erreicht, da liegt auf den kalkigen Iserschichten 
ein grauer Letten, in welchem zahlreiche Steinkerne verschiedener, die Trigonia- 


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Fig. 22. Profil der Lehne des Iserthales beim Viaducte in Zámost (Station Krmsko-Stranov). 

(J.) Iserfluss. 1. Tiefste Lagen der Trigoniaschichten. 2. Bank mit grossen Exogyra conica. 

3. Podvinecer Baustein. 4. Sandige Knollenpláner mit zahlreichen Serpula socialis. 5. Zwei schwache 

Auaderbánke durch Plánerlagen getrennt. 6. Die hochsten Lagen der Trigoniaschichten (vielleicht 
schon Bryozoenschichten). 


schichten charakterisirenden Arten vorkommen, deren eine Suite auch in der Samm- 
lung des Herrn Pražák zu finden ist. Dieselbe Schichte tritt auch bei Bezno auf, 
wo Herr V. Vaněk, Lehrer daselbst, nachfolgende Arten gesammelt und dem Museum 
zugesandt hat. 


Verzeichniss der vom Herrn Lehrer Vaněk auf einem Ackerfelde bei 
Bezno gesammelten Arten. (Steinkerne.) 


Nautilus sp. 
Scaphites Geinitzii. 
Natica Roemeri. 
Natica sp. 
Pleurotomaria sp. 
Turbo sp. 


Rostellaria Schlottheimi. 


Rostellaria (calcarata ?). 
Fusus sp. 


© Voluta suturalis. 


Rapa sp. 
Avellana? 


Cardium productum. 


Crassatella ? 

Cyprina ? 

Nucula sp. (gróssere Art). 
Nucula sp. (kleinere Art). 
Trigonia limbata. 

Arca subelabra. 

Arca (echinata?) 

Vola guinguecostata. 
Serpula ampullacea. 
Nucleolites Bohemicus. 
Ventriculites. 
Plocoscyphia. 

Vioa sp. 


40 


Um das Liegende der Choroušker Trigoniaschichten zu constatiren, muss man 
der Strasse entlang das Thal von Krnsko gegen Skalsko hin verfolgen; man gewahrt 
bei Strenic (Fig. 21 S) an der rechten Berglehne hinter den letzten Háusern des Ortes 
kleine Steinbrůche, in welchen der zweite Kokořiner Auader gebrochen wird. Der 
sehr můrbe Sandstein enthált stellenweise grosse linsenfórmige Auarzconcretionen 
(Fig2173) 

Dieser Auader kommt nun immer hóher und hóher an der Berglehne zu 
liegen, so dass er vor Četno schon fast in halber Hóhe der Lehne als deutliche 
Stufe wahrzunehmen ist. Unter demselben liegen hier máchtig entwickelte Zwischen- 
pláner mit harten Knollen (Fig. 21, 2) und hart am Wege macht sich schon der 
erste Kokořiner Ouader bemerkbar, welcher von hier an immer mehr hervortretend 
die Thalsohle von beiden Seiten bis unterhalb Skalsko einnimmt (Fig. 21, 1). © 

Der Weg, welcher von der Thalsohle gegen Kovánec hinfůhrt, bietet vor- 
treffliche Gelegenheit, alle erwáhnten Schichten zu studiren. 

Von unten nach oben folgen hier: 

a) Erster Kokořiner Auader, 

b) Zwischenpláner, 

c) Zweiter Kokořiner Auader, 

d) Choroušker Trigoniaschichten mit dem Podvinecer Baustein in den tieferen 
Lagen. 

Diese letzteren nehmen hier schon kaum das obere Fůnftel der Lehne ein 
und werden gegen Kovaň hin noch schwácher. Auf der Anhóhe Hradek zwischen 
Skalsko und Katusic fehlen sie ganz und der zweite Kokořiner Ouader bildet den 
Gipfel dieser malerischen Partie. 

Das geschilderte Profil wůrde eine gůnstige Gelegenheit zu einer genauen 
Messung der einzelnen Schichten und deren ab- und zunehmenden Máchtigkeit, 
sowle deren Einfallswinkel bieten, was natůrlich nicht alles von einem Paláontologen 
verlangt werden kann. 

Fůr die Umsebung von Jungbunzlau war fůr mich am meisten das Profil 
belehrend, das ich im Jahre 1866 unweit dem Bahnhofe bei Čejtic auf- 
genommen habe. Ein daselbst damals geodffneter Steinbruch liess keine gůnstige 
Untersuchung zu, aber ein knapp daran liegender, an der ganzen Berglehne sich 
hinziehender Wasserriss mit hervorstehenden festeren Bánken, machte es móglich, 
die einzelnen Schichten genau nach ihren Petrefacten zu untersuchen. 

Die tiefsten Lagen, ein grauer fester Kalkstein (Fig. 23, 1), erwiesen sich 
wáhrend des Eisenbahnbaues auf der ganzen Linie Zámost-Jungbunzlau als der 
Sitz riesiger Exemplare von Ammonites peramplus, Nautilus galea und Inoceramus 
Brongniarti. Sie entsprechen den Nr. 1 und 2 der Trigoniaschichten des Choroušker 
Profiles (Seite 30). 

Das nach oben náchstfolgende Glied ist ein an 10 m. máchtiger, feinkórniger 
gelblicher, kalkiger Sandstein (2), welcher nicht weit von hier bei Podvinec zu Stein- 
metzarbeiten ausgebeutet wird. Ich erhielt aus diesem Sandstein: Lima multicostata 
mit gespaltenen Rippen, Pecten Dujardinii, Ostrea semiplana und Serpula macropus. 

Dann folst eine 60 cm. máchtige Sandsteinbank (9) und darauf kalkige Schichten 
mit Magas Geinitzii (4) und nachstehenden Petrefacten : 


Fischfragmente. 
Scaphites sp. 
Trigonia limbata. 
Pinna decussata. 
Modiola capitata. 
Modiola typica. 
Lima Sowerbyi. 
Lima semisulcata. 
Lima sp. 

Lima multicostata. 
Lima iserica. 
Pecten curvatus. 


Eine zweite 


Pecten Dujardinii. 
Vola guinguecostata. 
Exogyra laciniata. 
Ostrea hippopodium 
(vesicularis). 
Ostrea frons. 
Anomia subtruncata. 
Anomia subradiata. 
Rhynchonella. 
Magas Geinitzii. 
Serpula socialis. 
Flabellina elliptica. 


Sandsteinbank von 9 m. 


(5) trennt die letzterwáhnte petrefactenreiche 
Schichte von rostigen kalkigen Plattenlagen, 
welche nachstehende Arten enthielten: 


Verzeichniss der in den obersten Lagen 
(6) bei Cejtic (Eisenbahnstation Jung- 
bunzlau) aufgefundenen Petrefacten. 


Corax heterodon. 
Pycnodus scrobicu- 
latus. 
Scheere einer Krabbe. 
Turritella iserica. 
Eryphila sp. 
Pectunculus sp. 
Trigonia limbata. 
Arca subelabra. 
Solen? cf. Guerangeri. 
Tellina. 
Perna subspatulata. 


Aus 


Spondylus? 

Lima pseudocardium. 
Lima multicostata. 
Lima semisulcata. 
Pecten laevis. 
Pecten curvatus. 
Vola guinguecostata. 
Exogyra. 

Exogyra. 

Anomia subtruncata. 
Rhynchonella. 
Biflustra Pražáki. 


diesen zwei Verzeichnissen ersieht 


man zur Genůge, dass die betreffenden Lagen 
den oberen Trigoniaschichten wahrscheinlich Nro. 5—8 des Choroušker Profils 


entsprechen. 


41 


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Fig. 23. Profil der Thallehne bei 
Čejtic (Bahnhof Jungbunzlau). 
1. Tiefste Lagen der Trigoniaschichteu 
mit riesigen Ammonites peramplus und 
Inoceramus Brongniarti. 2. Máchtiger, 
feinkórniger, kalkiger Baustein (10 m.). 
3. Sandstein. 4. Kalkige Schichte mit 
Magas Geinitzii. 5. Sandstein. 6. Pe- 
trefactenreiche Schichte, den hóheren 
Trigoniaschichten entsprechend. 


Die zwei Sandsteinbánke sind die Fortsetzung derjenigen des Profiles bei 


Zámost. 


Bei lángerem Sammeln durch einen Localgeologen důrfte es měglich werden, 
eine prácisere Uebereinstimmung mit Choroušek nachzuweisen. 

Obzwar die Petrefacten, die nicht mit genauer Angabe der Fundschichte 
versehen sind, einen beschránkten Werth fůr gegenwártige Arbeit haben, so muss 


42 


ich hier doch ein Verzeichniss derjenigen Arten beifigen, welche ich in der 
Gegend zwischen Zamost, Jungbunzlau, Bakov und Můinchengrátz wáhrend des 
Bahnbaues theils selbst gesammelt theils von Gónnern unseres Museums geschenkt 
erhalten habe. 


Verzeichniss der in den Choroušker Schichten in der Gegend zwischen 
Zámost, Jungbunzlau, Bakov und Můnchengrátz wáhrend des Bahn- 
baues aufgefundenen Petrefacten. 


Oxyrhina Mantelli. Tellina semicostata. 
Osmeroides-Schuppen. Inoceramus Brongniarti (Riesen-Exem- 
Pycnodus scrobiculatus. plare). © 
Ammonites peramplus (Riesen-Exem- Lima Sowerbyi. 
plare). Lima iserica. 
Nautilus sublaevigatus. Lima semisulcata. 
Turritella Fittoniana. Lima elongata. 
Rostellaria sp. Lima multicostata. 
Cardium productum. Pecten Nilssoni. 
Protocardia Hillana. Pecten curvatus. 
Crassatella austriaca. Pecten acuminatus. 
Mutiella sp. Vola guinguecostata. 
Cyprina guadrata. Exogyra Matheroniana. 
Eriphyla lenticularis. Exogyra laciniata. 
Trigonia limbata. Exogyra lateralis. 
Pectunculus sp. Exogyra conica. 
Arca subglabra. Ostrea semiplana. 
Pinna decussata. Ostrea diluviana. 
Modiola capitata. Ostrea frons. 
Modiola typica. Anomia n. sp. 
Lithodomus spatulatus. Anomia subradiata. 
Pholadomya nodulifera. Anomia subtruncata. 
Pholadomya aeguivalvis. Rhynchonella plicatilis. 
Panopaea mandibula. Eine Krabbe. 
Gervillia solenoides. Callianassa antigua. 


Perna subspatulata. 


Die hóchsten Lagen der Trigoniaschichten fand ich bei Jungbunzlau in einem 
kleinen Steinbruche unterhalb Libichov und sammelte daselbst viele Arten. 


Verzeichniss der in den Trigoniaschichten in Libichov bei Jung- 
bunzlau aufgefundenen Petrefacten. 


Fischschuppen. Turritella multistriata. 
Ammonites peramplus. Cardium productum. 
Nautilus. Mutiella sp. 


43 


Crassatella austriaca. Ostrea hippopodium. 

Cyprina guadrata. | Kleine „vesicularis“, Varletát in grosser 
Modiola capitata. Menge mit Exogyra Matheroniana zu- 
Lima multicostata. sammen. 

Pecten curvatus. Anomia subtruncata. 

Exogyra conica. Hemiaster plebeius. 

Exogyra Matheroniana. Micraster Michellini. 


Die Gegend von Bakov (Station), Weisswasser, Bóhm.-Leipa, Písnik 
und Lindenau nebst den Bergen Bósig und Roll. 


Hat man sich beim Bahnhofe Bakov durch Auffinden von Callianassa-Scheeren 
und Bryozoen von dem Reichthum an Petrefacten úberzeugt und die Kalkháltigkeit 
des Gesteines nicht úbersehen, so wird man beim Verfolgen des Thales gegen Weiss- 
wasser hin von dem allmáhligen Verschwinden dieser Schichten und dem Zunehmen 
der Ouadersande ůúberrascht sein, welche hier áhnlich wie im Thale bei Krnsko 
einer nach dem anderen auftritt. 

Bald verliert man alle paláontologischen Anhaltspunkte und nackter eisen- 
schůssiger Ouader steht an, welcher am Habichtstein bloss Kerne von Lima multi- 
costata aufweist. 

Verlásst man die Niederung und steigt durch den Ouadersand gegen die 
Bósigberge hinauf, so trifft man unterhalb dem Dorfe Bósig kalkige Trigonia- 
schichten mit einer Bank von unzáhligen kleinen Ostrea hippopodium und Serpula 
socialis an, auf welche dann Priesener Bakulitenschichten folgen. 

Einen áhnlichen Saum der kalkigen Iserschichten fand ich am Sůdabhange 
des Rollberges bei Raabendorf. 

Von hier aus fallen die Trigoniaschichten allmáhlie gegen Norden ein; man 
gewahrt sie noch am Eisenbahneinschnitt bei Aschendorf und in Písnik bei Bohm.- 
Leipa sind sie schon in der Thalsohle verdeckt. Nur dem gůnstigen Umstande einer 
Brunnengrabung verdanken wir, dass wir in dieser Gegend eine ansehnliche Reihe 
von fůr die Trigoniaschichten bezeichnenden Arten vorfinden konnten. 


Verzeichniss der in Písnik aufgefundenen Petrefacten. 


Natica lamellosa. Lima multicostata. 

Protocardium Hillanum. Pecten Nilssoni. 

Cyprina sp. (ligeriensis?) Pecten laminosus? 

Trigonia limbata. Pecten curvatus. 

Pholadomya aeguivalvis. Vola guinguecostata. 

Modiola typica. Exogyra laciniata. 

Avicula anomala. Ostrea Hippopodium (var. vesicularis). 
Lima Sowerbyi. Ostrea frons. 

Lima semisulcata. Anomia (imitans). 

Lima pseudocardium. Callianassa antigua. 


Lima iserica. Serpula ampulacea. 


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Weiter nordostlich in dem Thale bei Lindenau treten die Trigoniaschichten 
mit Cailianassa-Scheeren zu Tage, um dann unter den máchtig entwickelten Chlo- 
meker Sandsteinen zu verschwinden. Ich fand daselbst: 


Callianassa antigua. Vola guinguecostata. 
Cyprina guadrata. Pecten laevis. 
Lima semisulcata. Fungia coronula. 


Lima multicostata. 


Die Gegend von Jičín, Rovensko, Turnau, Liebenau. 


Um den nordostlichen Rand der Iserschichten, wie er sich aus der Turnauer 
Gegend gegen Liebenau und dann am Fusse des Jeschkengebirges hinzieht, im 
Zusammenhange betrachten zu kónnen, ist es nóthig, weiter sůdlich in der Jičiner 
Gecend zu beginnen. 

Man ůberzeust sich bald, dass hier die Ouader der Iserschichten nicht auf- 
treten und deshalb auch die untere Gránze der Iserschichten unsicher bleibt, dafůr 
aber die Trigoniaschichten zur vortrefflichen Entwickelung gelangt sind. 

Zwischen Jičín und Turnau ist der Rand der Kreideschichten an den Melaphyr- 
zug des Kozákov angelagert und wáhrend die cenomanen Korycaner Auader meist 
steil gehoben anstehen, die turonen Plánerablagerungen zum gróssten Theile weg- 
geschwemmt sind, findet sich von den Iserschichten ein schmaler Streifen, der nur 
an wenigen Punkten dem Studium in Bezug auf Lagerung und Petrefacten zu- 
gánglich ist. 

Zuerst trifft man einen Aufschluss in den Trigoniaschichten an der Strasse 
bei Knížnice vor Libuň. Dieser Fundort liefert manche Arten, welche wir gewohnt 
sind in den Malnitzer Schichten anzutreffen, aber das Vorhandensein der Trigonia 
limbata und Lima iserica beweisen hinlánglich, dass wir uns hier im Bereiche 
der Trigoniaschichten befinden. 


Verzeichniss der bei Knížnice unweit Libuň aufgefundenen Petrefacten. 


Osmeroides levesiensis Schuppen. Modiola capitata. 
Ammonites sp. (Bruchstůck einer ge- (Siligua Petersi?) 
knoteten Art). Pholadomya aeguivalvis. 
Ammonites peramplus. Panopaea gurgitis. 
Scaphites Geinitzii (sehr háufig). Panopaea mandibula. 
Baculites undulatus. Tellina sp. 
Fusus (Nereidis ?) Avicula anomala. 
Voluta Rómeri. Gervillia solenoides. 
Natica lamellosa. Inoceramus Brongniarti. 
Cyprina guadrata. Lima elongata. 
Trigonia limbata. Lima iserica. 
Pinna decussata. Pecten curvatus. 


Lithodomus spatulatus (háufig). Vola guinguecostata. 


Exogyra Matheroniana. 
Exogyra laciniata. 
Ostrea hippopodium. 


45 


Ostrea frons. 
Anomia subtruncata. 
(Amorphospongia rugosa). 


Ostrea semiplana. 


Libuň. 
Scaphites Geinitzii (háufig). Tellina. 
Baculites undulatus. Gervillia solenoides, 
Turritella Fittoniana. Lima elongata. 
Cyprina guadrata. Pecten curvatus. 
Arca. Exogyra laciniata. 
Panopaea. Micraster. 


Bei Rovensko ist es die Anhóhe bei Blatec, welche die Iserschichten mit 
ihrer typischen Fauna erkennen lásst. Am čstlichen Abhange der Anhóhe daselbst 
liefern die kalkigen Schichten folgende Arten: 


Blatec bei Rovensko. 


Otodus appendiculatus. Lima multicostata. 
Turritella Fittoniana. Vola guinguecostata. 
Eriphyla lenticularis. Exogyra laciniata. 
Crassatella sp. Exogyra Matheroniana. 
Cyprina guadrata. Ostrea hippopodium. 
Panopaea gurgitis. Ostrea semiplana. 
Panopaea mandibula. Anomia subtruncata. 


Perna subspatulata. 


Eine andere Stelle, wo die Iserschichten sich erkennen lassen, ist die An- 
hohe zwischen Kotva und Rovensko. 

Deutlich kann man die Iserschichten bei Lochtuš beobachten, wo sie den 
Schichten mit Lima elongata aufgelagert sind und von einem Sandsteine der Chlo- 
meker Schichten úberlagert werden. (Dieser Sandstein enthált bei Volavec Massen 
von Inoceramen.) 

Ich sammelte daselbst, ausser anderen Arten, Perna subspatulata, Modiola typica 
und Pholadomya nodulifera, alles fůr die Trigoniaschichten bezeichnende Arten. 


Fig. 24. Profil bei Lochtuš (Z). 1. Malnitzer Schichten mit Lima elongata. 2. Iserschichten 
mit Pholadomya nodulifera. 3. Auadersand der Chlomeker Schichten. 


46 


Máchtig entwickelt und vom Iserthale tief eingeschnitten finden wir die Iser- 
schichten bei Turnau und Rohosec. Die ganze Hohe der Thallehnen wird von den 
Choroušker Trigoniaschichten eingenommen. Die riesigen Ammoniten von 75 cm. 
Durchmesser, welche die Durchfahrt unseres Museums zieren, růhren aus den 
tiefsten hier zugánelichen Schichten im Kottlerischen Garten und charakte- 
risiren die erste Stufe der Choroušker Schichten (Ideal-Profil Fig. 3 Nro. 8). 
Fig. 25 a bei Dolanek gegenůber Rohosec findet man unweit des Wehres am 
Fusssteige graue Pláner mit faustgrossen Knollen, welche ganz von Heteropora 
magnifica Nov. durchsetzt sind (Fig. 5). 

Die gelblichen, graue Knollen enthaltenden Pláner, die in einem Steinbruche 
gewonnen werden, lieferten in den tieferen Lagen: 


Verzeichniss der in den Cho- 

roušker Schichten bei Dola- 

nek unweit Turnau aufgefun- 
denen Petrefacten. 


(Profil Nro. 1.) 


Turritella Fittoniana. 
Natica Roemeri. 

Turbo Goupilianus. 
Rostellaria Buchi. 
Cardium productum. 
Protocardium Hillanum. 
Crassatella austriaca. 
Crassatella macrodonta. 
Mutiella ringmerensis. 
Cyprina guadrata. 
Cyprina sp. 

Trigonia limbata. 

Arca Schwabenaui. 
Arca subglabra. 
Modiola typica. 

Pinna decussata. 
Pholadomya aeguivalvis. 
Panopaea gurgitis. 
Tellina semicostata. 


-= < a 
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Fig. 25. Profil der Lehne bei Dolanek 
segenůber von Rohosec bei Turnau. 


J Iserfluss. P Fusssteig. a Tiefste Lage der Tellina sp. 
Trigoniaschichten mit riesigen © Ammoniten os ideas 
(weiter flussabwárts im Kottlerischen Garten Gervillia solenoides. 
anstehend). b Knollen mit Heteropora ma- Perna subspatulata. 
gnifica. 1. p Lage mit Perna subspatulata : 

p' mit Pholadomya nodulifera. 2. Lage mit Fecten acuminatus. 
Pecten acuminatus. 3. Lage mit zahlreichen Pecten curvatus. 
Pectunculus. 4. Lage mit Callianassa. 5. Exo- Spondylus sp. 


gyrenbank. 6. Priesener Bakulitenthone (die 
Lagen darunter unzugánglich). Exogyra columba. 


4 


Exogyva. Rhynchonella. 
Ostrea vesicularis. Clodocora?- 
Anomia subtruncata. 


Die etwas hoheren Lagen enthielten: 


(Profil Nro. 2.) 


Fischschuppenknollen. Avicula anomala. 
Turritella Fittoniana. Perna subspatulata. 

Scala decorata. Inoceramus. 

Natica. Lima pseudocardium. 
Turbo Goupilianus. Lima aspera. 

Protocardia Hillana. Lima ovata. 

Crassatella macrodonta. Lima elongata. 

Eriphyla lenticularis. Lima dichotoma. 
Pectunculus sp. Lima multicostata. 

Arca subelabra. Pecten curvatus. 

Arca pholadiformis. Pecten acuminatus. 

Arca Schwabenaui. Vola guinguecostata. 
Pinna decussata. Exogyra lateralis. 
Modiola capitata. Ostrea hippopodium (var. vesicul.). 
Modiola typica. Terebratula. 

Mytilus radiatus. Rhynchonella. 

Pholadomya aeguivalvis. Callianassa antigua. 
Pholadomya nodulifera. Serpula socialis. 


Noch hohere, wenig aufgeschlossene Lagen, lieferten auffallend viele Exem- 
plare eines Pectunculus (Fig. 25, 3) und dann folgt eine Bank mit Callianassen (4) 
und eine mit Exogiren sp.? In der Callianassabank fanden sich: 


(Profil Nro. 4.) 


Crassatela sp. Pecten curvatus. 

Pinna decussata. Ostrea frons. 

Mytilus sp. Anomia subtruncata. 

Lima pseudocardium. Callianassa antigua (sehr háufig). 


Lima multicostata. 


Nicht weit von da lieferten noch zwei Localitáten typische Iserversteinerungen, 
Loučkov und Ohraženic. 


Verzeichniss der in den Choroušker Schichten bei Loučkov (Turnau) 
gefundenen Arten. 


Turritella Fittoniana. Modiola capitata. 
Turbo Goupilianus. Panopaea. 
Protocardium Hillanum. Perna subspatulata (sehr háufig). 


48 


Lima iserica. Ostrea. 
Pecten laevis. Anomia subtruncata. 


Pecten curvatus. 


Verzeichniss der bei Ohraženic unweit Turnau gefundenen Arten. 


Pleurotomaria (Steinkern einer grossen Exogyra Matheroniana. 
Art). Anomia subtruncata. 
Modiola typica. Callianassa antigua. 
Avicula anomala. Spongites saxonicus. (Exemplar mit 
Pecten curvatus. Kieselnadeln.) | 


Lima pseudocardium. 


Gegeniůber am rechten Ufer der Iser unterhalb Rohosec, sammelte ich fol- 
gende Arten: 


Rohosec. 
Otodus appendiculatus. Inoceramus sp. 
Crassatella austriaca. Lima pseudocardium. 
Cyprina guadrata. Pecten curvatus. 
Circe? Exogyra conica. 
Trigonia limbata. Exogyra Matheroniana. 
Modiola typica. Anomia subtruncata. 


Perna subspatulata. 


Die an Perna subspatulata reiche Schichte des Profiles von Dolanek trifft 
man auch am entgegengesetzten Ufer und die etwa 30 cm. máchtige Schichte be- 
steht aus lauter Perna spatulata, eine wahre Pernabank. 

Die Vergleichung des Profiles von Dolanek mit dem von Choroušek wird 
mit der Zeit eine grosse Uebereinstimmung zeigen, denn die Exogyrenbank wird 
gewiss demselben Horizonte entsprechen, wie diejenige unterhalb Choroušek. 

Es ist zu bedauern, dass bei letzterem Orte es noch nicht gelungen ist, die 
Callianassa aufzufinden. 

Die Lagen, welche bei Dolanek die Trigonia limbata und Pholadomya nodu- 
lifera fůhren, entsprechen dem Nro. 3 und 5 des Profiles von Choroušek. 

Sobald bei Dolanek mit solchem Eifer und mit solcher Ausdauer gesammelt 
und beobachtet werden wird, wie es in der Gegend von Choroušek durch Herrn 
Pražák geschehen ist, dann wird meiner Ueberzeugung nach die Uebereinstimmung 
beider Profile immer deutlicher hervortreten. 


Das Adlergebiet. 


Das Adlergebiet liegt im ostlichen Theile von Bóhmen und wird von der 
máhrischen Gránze an von der Stillen Adler und von dem Lužnabache durch- 
schnitten. Nordlich reicht es bis Koldin, westlich ist es durch die Linie Vraclav, 
Neuschloss, Desna begránzt, sůdlich reicht es úber Leitomischel bis Lesnik und 
ostlich bei Triebitz nach Máhren hin. 


49 


Die petrographische Charakteristik besteht in dem Mangel von Auadersanden, 
-denn mán findet hier nur unreine kalkige Pláner von grauer, okergelber oder auch 
rothlicher Farbe, welche schwer von den dieselben untertéufenden Malnitzer Schichten 
zu unterscheiden sind. Wegen Abgang der Ouader ist auch ihre Máchtigkeit eine 
viel geringere, aber trotzdem bilden sie zwischen Chotzen und Wildenschwert 
malerisch schóne Gruppen, welche in ihren Contouren an die analogen Formen 
des Auadersandes der sáchsischen Schweiz und der Weckelsdorfer Felsen erinnern. 

Die Fauna zeichnet sich durch grósseren Reichthum und bessere Erhaltung 
der Petrefacten aus. Abgesehen von dem Auftreten der áusserst seltenen Vogel's 
Cretornis Hlaváči und des prachtvollen Fisches Halec Sternberoii ist das massen- 
hafte Vorkommen der Callianassa antigua bezeichnend. Von Cephalopoden ist 
Ammonites conciliatus Stol. interessant. Bei den Echinodermen ist das háufge 
Vorkommen des Hemiaster plebeius und Micraster Michellini eine Erscheinung, 
die sich im Elbe-Iser-Gebiet nicht wiederfindet. 

Rhynchonellen bilden nicht mehr Bánke und sind úberhaupt sehr sparsam. 

Unter den ráthselhaften Gebilden, bei denen man schwankt, ob man sie zu 
den Fucoiden oder zu den Schwámmen stellen soll, ist der mit einem bis faust- 
grossen Knollen beginnende Fucoides funiformis fůr das ganze Adlergebiet sehr 
bezeichnend. 


Umgebung von Chotzen, Brandeis a. d. Adler und Wildenschwert. 


Náhert man sich der Bahn entlang von Westen der freundlichen Umgegend 
von Chotzen, so gewahrt man in den Gráben, zu beiden Seiten der Bahnstrecke, 
mit Wasser gefůllte verlassene Steinbrůche und hie und da noch aufgeschlichtetes, 
plattenformiges Gestein mit zahlreichen Fucoiden und Spongiten, sowie mit Ab- 
drůcken einer Lima oder einer Auster. Dies sind die ersten Anzeichen, dass wir 
uns dem Gebiete der Iserschichten náhern, welche hier noch ganz unten unter 
dem Niveau der Bahn gelagert sind, und wie man an Hinschnitten und an den 
nordlich gelegenen bewaldeten Hůgeln bemerken kann, von máchtigcen Lagen der 
Priesener Bakulitenthone ůúberlagert werden. 

Von der Bricke in Chotzen ůberraschen uns am rechten Ufer der Stillen 
Adler die malerisch prachtvollen steilen Wánde, zu denen sich hier die Iser- 
schichten erheben und die „Peliny“ genannte Partie, von der wir beifolgend 
eine Skizze bringen, macht gewiss auf jeden Freund der Natur einen tiefen 
Eindruck (Fig. 26). | 

Die Basis der Wánde nehmen Pláner mit Lima elongata ein und durch die- 
selben wurde auch der Tunnel gsefůhrt (Fig. 29, 1). 

Ich sammelte sowohl an der Basis der „Peliny“ als auch in dem Gestein, 
welches aus dem Tunnel gehoben gegenwártig auf der Anhóhe ober dem Tunnel 
auf grossen Halden liegt. 


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D1 


Verzeichniss der in den Tunnelschichten bei Chotzen aufgefundenen 


Petrefacten. 
Osmeroides levesiensis. Pecten curvatus. 
Aptychus sp. Ostrea hippopodium. 
Panopaea mandibula. Anomia subtruncata. 
Lima elongata. Enoploclythia Leachii. 
Pecten subpulchellus. Plocoscyphia sp. 


Pecten Nilssoni. 


Das Gestein ist plánerig; feste Bánke wechseln mit můrberen zerfallenden 
Lagen und es ist kein Zweifel, dass dies die hóheren Weissenberger Schichten 
sind. (Die an Inoceramus labiabus reichen tieferen Weissenberger Schichten sind 
erst bei Brandeis a. d. Adler zugánelich.) 

Weiter nach oben sind die Schichten mit Ostrea semiplana zu bemerken und 
vertreten hier den Malnitzer Horizont (Fig. 29, 2, 3). 

Dann folgen Knollenpláner, welche den Byšicer Uebergangsschichten und dem 
Horizonte des Halec Sternbergii entsprechen (4). 

Dieselben sind oberhalb dem Schiesshause in einem kleinen verlassenen Stein- 
bruche entblósst, wo ich selbst Spuren von Fischresten auffand. 

Nun kommen die an Lima-Arten und Echinodermen reichen Trigoniaschichten 
(5, 6), welche am besten in dem Steinbruche „Báčův lom“ (unweit dem Bahnhofe 
an der Strasse nach Leitomischel) entblósst sind, wo sie zu Schotter geschlagen 
werden. Diesem Umstande hat man es zu verdanken, dass es mir mit Hilfe des 
eifrigen Sammlers Herrn Fr. Hlaváč, Apothekers in Chotzen, gelungen ist, eine 
so reiche Suite an Arten hier anfůhren zu kónnen. 


Verzeichniss der in den Trigoniaschichten bei Chotzen aufgefundenen 


Arten. 
Cretotnis, Hlavačla Bros - | „ . Zářecká Lhota. 
EESKEMIM: Nhatellko asi © 1-56, PKLOANOL. 
Oxyrhina angustidens . . ..... „+ „„Efledhok 
Otodus semiplicatus. . . . . ©. . . . Báč. Steinbruch. 
Otodus appendiculatus ©. . . . . . . . Friedhof. 
Carex Netorodai 1% Zi 2 -ce + + s Erledhoh 
Ena ACURA bag XD. © ©6046 Date O DUCÍ: 
Lamna raphiodon. . ....... 2 BEIeTDoT: 
OBIMELOMIONG A aFobo. 50 324: „.. Vrchoviny. 
Halec Sternbersii. . -< .. —. - © . Jung-Koldin. 
BEPMEROTGM (mire Shlks < ©- ee ac ZVČZČM, 
Ammonites peramplus - . . . ——- . . . Báč. Steinbruch. 
Ammonites conciliatus. . . . . . . . . Báč. Steinbruch. 
Nautilus sublaevigatus:::: <- . . «,. , Friedhoť. 
ZR RELILUS SALA dona Da dd 1 © 340 7 POMOVEM 


D2 


Baculitesspras04 E50 JEST G 
Turritella Fittoniana 
Turritella multistriata . 
Natica lamellosa 
Natica Roemeri 


Pleurotomaria"liňearis 7 


Turbo  Goupihants 50 
Rostellaria Schlottheimi 
Mitra' Roemeri-0.00. 
Voluta suturalis 


Cerythtum 7.p. 
Rapa sp. 

Avellana sp. 22 
Opis chocenensis . 
Isocardia gracilis. . 
Cardium productum 
Crassatella macrodonta 
Mutiella ringmerensis . . 


Gyprina dguadrata -sr k, 


Cyprina cf. crassidentata, Zittel 
Eriphyla lenticularis 
krieona.JimData, 28 


ATCA, „SUbelaDrá, | A380 de. aale. 
Pinnadecussata 709 2E 


Mytilus radiatus 
Lithodomus spatulatus 
Modiola capitata 
Pholadomya perlonga ... 
Panopaea mandibula 


fellina. sp. 89V Han 


Menus.sps KM 
Cytherea cf. polymorpha . . 
Avicula anomala 


Perna. subspa tulák 
Inoceramus Brongniarti . . . ...... 
Lima Dupiniana v 
Lima Sowerbyl 2 
Lima dichotonak Me s 
Lima, multicostat R 00 
Lima aspeta ina 

Lima 1s6ri6a72 


Pecten"]a6vi8 094058 
Pecten (urvat s 


S Jj jE TÝ Pe aka L Mc 


Voluta Sp.C. 7 Joo emi dlse, Velde 


. Friedhof. 


Friedhof. 


. Friedhof. 

. Friedhof. 

. Báč. Steinbruch, Friedhof. 
. Báč. Steinbruch. 


Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Báč. Steinbruch, Friedhof. 


. Friedhof. 


Friedhof. 


. Friedhof. 
„ . Friedhof. 
. Friedhof. 


Friedhof. 


. Báč. Steinbruch. 
. Báč. Steinbruch. 
. Friedhof. 
. Báč. Steinbruch, Friedhof. 
„ Báč. Steinbruch. 
„-. Báč. Steinbruch. 
„ Báč. Steinbruch. 


Friedhof. 


„ Báč. Steinbruch. 


Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Báč. Steinbruch. 


„ Báč. Steinbruch. 
. Báč. Steinbruch. 
. Báč. Steinbruch. 


Báč. Steinbruch. 


. Střižek's Steinbruch. 


Friedhof. 


„ Friedhof. 

. Báč. Steinbruch. 
„ . Báč. Steinbruch. 

„ Báč. Šteinbruch. 


Báč. Steinbruch. 
Báč. Steinbruch, Friedhof. 


. Báč. Steinbruch. 


Báč. Steinbruch. 


. Báč. Steinbruch. 


Báč. Steinbruch, Friedhof. 


, Báč. Steinbruch. 


Báč. Steinbruch, Friedhof. 


„ Báč. Steinbruch. 
. Báč. Steinbruch. 


D3 


Pecten acuminatus <. © ©% <. « Báč. Steinbruch. 

Pecten, Dujardinii 1-5 <.. < 4. «  Báč/Steinbruch. 

Mola jauinahecostata „2-5 |. < „dsrdtá. Báč. Steinbruch. 

PT IS se 4 200 PSW Báč. Steinbruch, Friedhof. 
KORaDO | Jeka jc +p -< Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Bxagyra: laciniata jg ji) + 4:4 -© Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Exogyra matheroniana —. ... ....... . Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Exogyralaleralisyejk ine ae +36 Báč: Steinbruch. 

(Okeed sehrplanaietáty pí yu) soy +najp: Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Oskar Arans:v sive dosti dyzely 4 Báč;+Stelnbruch, 

koed dinuána hehe ole ore Venele 6 Báč. Steinbruch. 

Ostred Hippopodium: T404 „. Báč. Steinbruch. 

Anomia semiglobosa . . . . . . . . . Báč. Steinbruch. 

nota sabradata: <.. Báč. Steinbruch. 
PonasnPbiruncatac < < Mé s a 6 Báč. Steinbruch. 
BnoMam < se 4 PĚK re Báč. Steinbruch: 
Rhynchonella plicatilis . . . . . . . . Báč. Steinbruch. 

Maess GElnlizii. .-..... . R MI0dat 

Gallinjssa antigua . ... ©. . %%. . Báč. Steinbrueh. 
EOEMGHes"8D:.. < + 13 R37 u gta“ nor Friedhof. 

BMNEMA EVIZ40b -20 -0 ee 4 6 0+0 Hitedhof. 

MRODESNÍDOTA CE) < -u n“ „ . Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Berpulausociális. -< < < <. beer Báč, Steinbruch. 

PERU MACFOPNS 2 2- - -2 . . . Báč. Steinbruch. 

Serpula AmpulacBA < ,2.-.- + « „-.. Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Edem speř! Reuss 70 Báč. Steinbruch. 
Cyphosoma sp... . . ... S M 300 POR E GET TRW PUN: 
Cardnister'onanehýts' (2.24. + + « Dač. oteinbruch. 
Hemiaster plebetus ''..* . . .. .. Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Micraster Michellini. . . . . . . . . . Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Micrabatla (corona). "9707" "Pyjedhoť. 

Plocoscyphia labyrinthica . . . . - « « Steinbruch am Tunnel. 
TOPO pREA CB- PGK, „ME SIS „-. Friedhof. 

Ventriculites sp. . ... . .... SEMI UD BAG" SEL DPrGH 
PDEMEMES RAXOMIC0S -< -© -4+ 000040 Báč. Steinbruch. 
Flabellina elliptica . . . . .. -© Báč. Steinbruch. 
Cristellaria rotulata. . . . - 4 Báč. Steinbruch. 

Fucoides funiformis . . . . . . ... „. Báč. Steinbruch, Friedhof. 
Pucoilesicolumnaris (40421144 Báč. Steinbruch. 


Die tieferen Lagen der Trigoniaschichten zeigen stellenweise ganze Reihen 
von faust- bis kopfgrossen Hohlungen, in welchen man eine můrbe poróse Masse 
wahrnimmt, die nach sorgfáltig vorgenommenem Schlámmen unter dem Mikro- 
skope Kieselnadeln der Gattung Plocoscyphia aufweist (Fig. 27, 28). In anderen 
der Hohlungen sind Reste von walzenformigen, zu den Hexactinelliden gehórigen 


D4 


Schwámmen, welche nicht náher bestimmt werden konnten. Das diese Schwamm- 
reste umgebende Gestein bildet eine feste Hůlle, an der man concentrische Ringe 
von verwittertem Brauneisenstein.beobachtet, so dass der Guerschnitt demjenigen 
eines Astes nicht unáhnlich ist. 

Ein interessanter Fundort wurde jůnest bei der Verlegune der Strasse behufs 
Vergrosserung des Friedhofes in Chotzen entdeckt. Die obersten Lagen der unteren 
Trigoniaschichten zeigen die Oberfláche zu einem sandigen miirben gelben Pláner 
umgewandelt, in welchem man die Petrefacten mit dem Messer herausarbeiten 
kann, was besonders bei den Schalen von Ostrea laciniata gelingt. Sonst findet 
man darin nur sehr schón erhaltene Negative, áhnlich wie wir sie bald auch bei 


Fig. 27. Plocoscyphia labyrinthica. Die Hóhlung in Fig. 28. Nadeln in dieser 
den unteren Trigoniaschichten veranlassend. Hóhlung gefunden. 


Brandeis an der Adler werden kennen lernen. Eine der hochsten Lagen dieses 
Gesteines zeiet zahlreiche, 3 cm. breite flache Gánge, welche mit feinem grauen 
Letten erfůllt sind und ursprůnelich entweder Wurmgánge oder Fucoidenstángel 
waren. Die darauf folgenden zerfallenden stark glauconitischen Pláner enthalten 
zahlreiche grůne walzenfórmige Špongien und grůne glatte Steinkerne der 
meisten in den Trigoniaschichten bei Chotzen nachgewiesenen Arten. 

Die Beschaffenheit der Steinkerne ist eine ganz eigenthůmliche; denn man 
findet in der Regel keine Spur von Schale daran, aber die Bohrschwámme und 
die Gánge von Wůrmern, welche die einstige Schale durchbohrt haben, die decken 
die Oberfláche der Steinkerne. 

Auch Haifischzáhne gehóren nicht zu den Seltenheiten. 

Die Aeguivalente der Bryozoenschichten findet man sowohl in Báč's Stein- 
bruch, als auch oberhalb des Friedhofes nur schwach entwickelt, aber doch deutlich 
und zwar in Form von důnnen, mit Kalkinkrustationen bedeckten Platten, in denen 
man SŠerpula socialis und Flabellina cordata vorfindet. Bryozoen sind auch in diesen 
Platten nicht selten, aber beim Spalten des Gesteines bekommt man bloss ihre 
Spaltfláchen, sehr selten etwas von der Oberfláche zu Gesicht. Biflustra Pražáki 
ist die háufigste Erscheinung. Das Gestein hat ganz das Aussehen wie der „Sa- 
drák“ bei Leitomischel, in dem wir weiter unten auch den Reprásentanten der 
Bryozoenschichten erkennen werden. 


D5 


Trachtet man ůúber Ausbreitung der Iserschichten in der Umgebung von 
Chotzen sich zu orientiren, so findet man, dass nach Norden hin wenig Auf- 
schlůsse vorhanden sind, dass die petrefactenreichen Trigoniaschichten sich bald 
ganz verlieren und meist nur noch die Byšicer Fischknollen in Steinbrůchen ent- 
blósst sind. - 


Gewóhnlich sind nur bei Meierhófen und einzelnen Dórfern kleine Stein- 


brůche zu finden, in denen gelegentlich eines zufállig vorkommenden Baues ge- 
brochen oder im Winter etwas Schotter geschlagen wird. 


So ist beim Meierhofe „Vrchoviny“ ein kleiner Steinbruch, wo im ver- 
gangenen Winter die vordere Hálfte des interessanten Fisches Osmeroides sp. 
gefunden wurde. Die Schichten gehóren den Byšicer Fischknollen an und ich fand 
von anderen Petrefacten bloss Lima cenomanensis, Ostrea semiplana und den eigen- 
thůimlichen Fucoides funiformis, welcher hier eine gewóhnliche Erscheinung ist. 


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Fig. 29. Profil durch die „Peliny“ bei Chotzen uná die Anhóhe, durch welche der Tunnel fůhrt. 

H. Chotzener Friedhof. O. Stille Adler. P. Parkwiese „Peliny“. 7. Tunnel. 1. Weissenberger 

Schichten. 2., 3. Vertreter der Malnitzer Schichten. 4. Knollenlage mit Fischresten (=7=? Byšicer 

Uebergangsschichten. 5. Kalkige plánerige Lagen der Trigoniaschichten, welche nach oben hin 

viele Hóhlunsen nach Spongien fiihren und schon die reiche Fauna mit Lima multicostata etc. 

besitzen. 6. Důnne kalkige Platten, deren hóchste Lagen den Kaniner Bryozoenschichten ent- 
sprechen. 7%. Fette Letten (Teplitzer Schichten ?). 8. Diluvial-Gerólle. 


Beim Meierhofe Jung-Koldin wurde schon zu Sternbero's Zeiten, zur Zeit, 
als der Meierhof gebaut wurde, der prachtvolle Fisch Halec Sternbergii ge- 
funden. Jetzt ist der Steinbruch fast ganz verlassen und nur mit grósster Můhe 
© gelang es mir, die zur Feststellung des Alters nothigen Petrefacten aufzufinden, 
welche darauf hinweisen, dass ausser den Byšicer Fischknollen in den hóchsten 
Lagen des Steinbruches auch ein kleiner Rest von den Trigoniaschichten hier vor- 
handen ist. 


Verzeichniss der bei Jung-Koldin aufgefundenen Petrefacten. 


Halec Sternbergii, Ac. Isocardia gracilis. - 
Fischschuppen. Inoceramus sp. 
Ammonites? Lima multicostata. 


Bulla? Lima elongata. 


D6 


Dim a I8eTICA: Ostrea semiplana. 
Lima dichotoma. Ostrea Hippopodium. 
Lima Sowerbyl. Rhynchonella ? 
Pecten Nilssoni. Callianassa antigua. 
Pecten acuminatus. Pollicipes sp. 

Pecten curvatus. Cyphosoma. 

Vola guinguecostata. Hemiaster plebeius. 
Ostrea Matheroniana. Micraster Michellini. 


Meine Ansicht, dass die Fundstelle des Halec den Iserschichten angehórt, 
fand ich spáter auch bei Vinar bestátist, wo auch dieser Fisch kůrzlich gefunden 
wurde und wo man das Liegende und Hangende genau sicherzustellen im Stande 
ist. Auch dort liegt er in Knollen vom Alter der Byšicer Uebergangsschichten. 

Beim Orte „Cuclava“ fand Herr Havlíček, Baumeister in Chotzen, einen 
interessanten Ammoniten, welcher wahrscheinlich ein sehr altes Exemplar des 
Ammonites conciliatus Stol. ist und vom Herrn Fr. Hlaváč, Apotheker in Chotzen, 
unserem Museum geschenkt wurde. 


Brandeis an der Adler. 


Ueber das Liegende der Iserschichten in dieser Gegend wird man besser bei 
Brandeis an der Adler belehrt. | 

Das tiefste Glied ist hier ein grauer Pláner mit Inoceramus labiatus, welchen 
man am linken Ufer der Stillen Adler in der idyllischen Waldpartie „Klopoty“ in 
der Umgebung des Amos Comenius Denkmals anstehend findet. Am rechten Ufer, 
hinter der Můhle, sind etwas jingere graue Pláner mit Pecten pulchellus 
entblósst und diese haben in dieser Gegend als Dungmittel eine hochwichtige 
Bedeutung. 


Fig. 30. Profil bei Brandeis an der Adler. (A. Monument von Amos Comenius am Fusse der 

Anhóhe Klopoty. O. Stille Adler. B. Brandeis. Z. Ruine. K.' Kaliště. 1. Weissenberger Schichten 

mit Inoceramus labiatus und Pecten pulchellus. 2. Semitzer Mergel. 3. Wehlowitzer Fisch- 

pláner. 4. Petrefactenarme (Malnitzer?) Pláner. 5. Trigoniaschichten mit grossen Ammonites 
peramplus. 6. Andeutungen von Bryozoenschichten. 


DT 


| Unterhalb der Ruine trifft man am Fahrwege nach „Kaliště“ gelbgraue 
| Mergel, welche, nach den Petrefacten zu urtheilen, den Semitzer Mergeln ent- 
- sprechen důrften. Ich fand hier nur wenige Arten, aber in der Fortsetzung der- 
- selben Schichte am Fusse der Thallehne „Brandýsské paseky“ gelang es mir 
(am Fusssteige) folgende Arten sicherzustellen: 


Verzeichniss der beim Fusssteige unterhalb der „Brandýsské paseky“ 
in den Semitzer Mergeln gesammelten Arten. 


Schuppen von Beryx. Pinna decussata (sehr klein). 
Schuppen von Osmeroides. Lima Sowerbyi. 

Aptychus. Pecten Nilssoni. 

Natica lamellosa. Pecten curvatus. 

Rostellaria. Pollicipes. 

Dentalium cidaris. (Hemiaster ?) 

Inoceramus. Ventriculites. 

Nucula. 


Es folgen nun petrefactenarme Pláner, die man als die Vertreter der Wehlo- 
witzer Fischpláner (3) betrachten kann und auf welchen die Ruine der Burg steht. 
Etwas weiter oben in einem Steinbruche entblósste Schichten důrften den Malnitzer 
entsprechen (4). 

Beim Auisteigen lángs des Fahrweges lassen sich bald die grauen Fischknollen 
der Byšicer Schichten erkennen und ich fand darin ein Fragment des Macropoma. 

Nun kommt man zum Horizont der Lima multicostata, den riesigen Ammo- 
niten A. peramplus und Callianassa antigua (5). 

Ganz oben am Plateau liegen dann plattenfórmige kalkige Pláner, welche 
Serpula filif. fůhren und schon das Aussehen der Bryozoenschichten annehmen, 
indem die Oberfláche der Platten mit kalkigen Inkrustationen úberzogen ist. 

Die petrefactenreichen Schichten sind auch an der Štrasse nach Chotzen in 
Steinbrůchen zugánglich, in denen man stellenweise eine merkwůrdige Veránde- 
rung des Gesteins wahrnimmt. 

Wáhrend der unverwitterte feste Kalkstein áusserst hart, schwer und von 
mohngrauer Farbe ist, sind dessen Schichten stellenweise, offenbar durch Einfluss 
des Wassers ganz ausgelaust und in ein leichtes, rostgelbes Plánergestein ver- 
wandelt, das man mit dem Messer schneiden kann. Dasselbe enthált bloss die 
Abdrůcke der Petrefacten, die Schalen sind meist vollstándie verschwunden, dafůr 
zeigen die Negative prachtvoll das Detail der Schalenoberfáche, wie man sie bei 
Exemplaren aus dem festen Kalkstein nie zu Gesicht bekommt. In den hóchsten 
Lagen kamen viele Bryozoen vor, doch kann man hier die bryozoenfiihrende 
Schichte nicht so genau absondern wie bei Kanina. 


D8 


Verzeichniss der in den Trigoniaschichten bei Brandeis an der Adler 
gefundenen Arten. 


Ammonites peramplus. 
Pleurotomaria linearis. 
Lithodomus spatulatus. 
Modiola capitata. 
Modiola typica. 
Avicula anomala. 


Inoceramus Brongniarti. 


Lima elongata. 
Lima multicostata. 


Exogyra laciniata. 

Exogyra lateralis. 

Ostrea Hippopodium (var. vesicularis). 
Ostrea semiplana. 

Ostrea frons. 

Anomia n. sp. 

Hemiaster. 

Serpula macropus. 

Callianassa antigua. 


Lima iserica. Biflustra Pražáki. 

Pecten curvatus. Heteropora magnifica. 

Pecten serratus. (Mehrere nur im Negativ erhaltene 
Pecten Dujardinii. kleine Arten von Bryozoen.) 


Vola guinguecostata. 


An der gegeniberliegenden, am linken Adlerufer sich erhebenden Berglehne 
(Klopoty) kann man wegen dichter Bewaldung die einzelnen Schichten nicht ver- 
folgen und muss sich damit begnůgen, am Fusse die tiefsten Weissenberger 
Schichten mit Inoceramus labiatus und oben bei der Ruine Orlík die petrefacten- 
reichen Trigoniaschichten zu constatiren. 


Neuer Bahnhof (Kerhartitz) bei Wildenschwert. 


Einen noch tieferen Einblick in die Schichtenfolge der die Iserschichten 
unterteufenden Glieder unserer Kreideformation gewáhrt das beim Bahnbau ent- 
blósste Profil im neuen Bahnhofe in Wildenschwert. Beim Wáchterhause in Ker- 
hartitz tritt Gneiss zu Tage, an welchen sich unmittelbar rothe glimmerreiche 
Schichten des Rothliegenden anlagern. Am westlichen Ende des Bahnhofes liegen 
auf dem Rothliegenden glauconitische Ouader der Korycaner Schichten, von denen 
wir nach den Aufschlůssen bei Hnatnitz wissen, dass sie Pecten asper und Ostrea 
carinata fůhren (Fig. 31, 1). 

Nun sehen wir hi die Weissenberger Schichten in einer úbeřináchénd manig- 
faltiger Entwickelung, wie sie fůr die ganze Umgebune charakteristisch ist. 

Die erste Plánerschichte, welche dem elauconitischen Auader aufcelagert ist, 
enthált den Inoceramus labiatus in Unzahl, dabei Exemplare von mehr als 
25 cm. Lánge (2). In dem weiter folgenden rostgelben Pláner (3) ist er schon 
seltener. Derselbe enthált in seinen mittleren Lagen eigenthůmliche Knollen- 
fucoiden, wie ich dieselben schon frůher *) aus der Gegend von Luže und Brůnlitz 
beschrieben habe (4). 


*) Weissenberger Schichten, pag. 40. 


P 


Nach oben hin (5) enthált 
dieser leichte sandige Pláner einen 
| Seeigel (Epiaster sp.), welcher in 
-dem ganzen Adlergebiete von 
Adlerkosteletz angefangen ber 
Wamberg bei Senftenbere, Zohsee 
bei Landskron, Polička, Neuschoss 
úberall in demselben Gestein in 
oleichem Horizonte, welcher den 
tiefsten Lagen der Semitzer Mer- 
gel entspricht, vorkommt. 

Der Erhaltungszustand ist 
ein derartiger, dass bloss der 
Steinkern des stets verdrůckten 
Seeigels, sowie das Negativ der 
Schalenoberfláche erhalten ist; 
die Schale selbst ist gánzlich 
verschwunden. | 

Nun folgen ziemlich scharf 
abgegrenzte graue, důnnschichtige, 
zerfallende Pláner mit Inoceramus 
labiatus, Pecten pulchellus und 
zahlreichen Fischschuppen (7). In 
der sattelfórmigcen Vertiefung be- 
merkt man gelbe Mergel (8). 

Auf die nassen gelben Mer- 
gel folgen schwarzgraue brócklige 
Pláner mit Schuppen von Cyclo- 
lepis (9) und eine aufallend fe- 
stere Bank (10) trennt dieselben 
von Bauplánern, welche auffal- 
lend rostig gefárbte Spaltfláchen 
haben (11). 

Unter den nun folgenden 
Schichten  erinnert eine durch 
massenhaftes Auftreten von Glau- 
conitkórnern an den Grůnsand der 
Malnitzer Schichten der Launer 
Umgegend [Čenčic, Malnitz (12)]. 
Sie enthált: 


Oxyrhina angustidens. 
Schuppen von Beryx. 
Schuppen von Osmeroides. 
Aptychus. 


>= S 
S 3 = 


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ge Pláner mit Fischschuppen. 
15. Trigonia-Schichten mit Lim 


mit Cyclolepis-Schuppen. 


ge der Weissenberger Schichten mit Massen von Inoceramus labiatus. 
schwarze bláttri 


piaster sp. 6. Festere Plánerschichte. 


(Kerhartitz). Nach links steht beim náchsten Wáchterhause Gneiss und Permformation an. 
graue Pláner 


2. Tiefste La 


Rostgelbe Pláner mit E 
9. Schwarz 


e Knollenschichte und darůber 
14. Schichten mit grossen Hohlungen nach Spongien. 


er Mergel). 


ycaner Schichten. 
5. 


12. Glauconitisch 


4. Knollige Pláner. 


Profil beim neucn Bahnhofe in Wildenschwert 
8. Gelbe nasse Letten (Semitz 


1. Glauconitische Guader der Kor 
gelbe Pláner. 
rothen Spaltfláchen. 

elongata (Malnitzer). 


Fig. 31. 
Pláner. 


60 


Inoceramus Brongniarti (Trůmmer Exogyra lateralis. 
sehr grosser Exemplare). Ostrea hippopodium. 

Pecten Nilssoni. Magas Geinitzii. 

Pecten pulchellus. | Flabellina cordata. 


Etwas hóher folgen schwarze bláttrige Mergel mit Fischschuppen und dann 
blaue Pláner mit Lima elongata (19) und důrften die Basis der Iserschichten dar- 
stellen, denn es folgen darauf die durch Hóhlungen nach Spongien bezeichneten 
tieferen Iserschichten und gleich darauf die durch Lima multicostata kenntlichen 
Trigoniaschichten. 

Das in Fig. 31 gegebene Profil ist stark verkůrzt und soll nur einigermassen 
das Verstándniss der Schichtenfolge erleichtern. Es wurde nach 3 Photographien 
gezeichnet, welche ich mit einem leicht tragbaren Apparate von Dreiroll in Paris 
aufgenommen habe. 


Umgebung von Bóhm.-Trůbau. 


Fůr das Verstándniss der Lagerung der Iserschichten bei Bohm.-Trůbau wird 
es fórderlich sein, wenn man frůher das eben geschilderte Profil am neuen Bahnhof 
in Wildenschwert, sowie die Umgebung von Chotzen studirt. Dann wird man sich 
leichter zurecht finden und die Schichten wiedererkennen, deren Lagerung dort klar, 
hier aber schwer zu verstehen ist. 

Auch ist es zweckmássig, bis zu den Randgebilden in Zohsee hinter 
Landskron einen Ausflug zu machen, wo die an Inoceramus labiatus reichen 
tiefsten Weissenberger Schichten in Steinbrůchen geoffnet sind.. 

Ich wurde auf diese interessante Localitát durch Herrn Em. Erxleben in 
Landskron, den Besitzer einer recht netten geologischen Sammlung aufmerksam 
gemacht und aguirirte von dort theilweise als Geschenk des genannten eifrigen 
Paláontologen folgende Arten: : 


Mytilus Neptuni. Exogyra conica. 
Inoceramus labiatus. Ostrea hippopodium. 
Lima elongata. Epiaster sp. 

Pecten curvatus. Spongites saxonicus. 
Pecten Dujardinii. Fucoides columnaris. 


Exogyra lateralis. 


Hat man in Zohsee die Eigenthůmlichkeiten des Gesteines, welches in dieser 
Gegend die Weissenberger Schichten aufweisen, kennen gelernt, so erkennt man 
es leichter bei dem Profile von Triebitz, zu dessen Schilderung wir nun úbergehen. 

Das eine belehrende Profil ist in der Richtung von Triebitz nach Rybník zu 
verfolgen und wird wohl Niemandem grosse Schwierigkeiten machen. 

Am nordlichen Ende von Triebitz findet man am rechten Ufer des Baches 
oberhalb der letzten Háuser den gelben Pláner mit Epiaster sp. (Nro. 5 des Wilden- 
schwerter Profils) entblósst. (Fig. 32, 1.) 


61 


Am linken Ufer steht glauconitisches festes Gestein an (Wild. Profil Nro. 13) 
und die darauf lagernden Plánerschichten enthalten zahlreiche Lima elongata 
(Fig. 32, 2). 


| 9 + 
d 
4 


Fig. 32. Profil zwischen Triebitz (7) und Rybník (R). 
1. Weissenberger Schichten mit Epiaster. 2. Glauconitische Lage mit Lima elongata. 3. Lage 
mit Spongites gigas und 4. mit senkrechten Concretionen. 5. Trigoniaschichten mit Hóhlungen 
nach Spongien. 6. Einlagerungen von Hornstein. 7%. Callianassaschichten. 


Dem Wege nach Rybník entlang sieht man gewohnlichen Pláner mit Spongites 
gigas (3) und mit senkrechten baumstrunkáhnlichen Concretionen (Fig. 32, 4). 
Nach und nach gehen diese Pláner in die durch Fucoides funiformis charakteri- 
sirten Schichten ber. Es treten hier auch Knollenfucoiden auf, welche hier in 
dieser Gegend nicht auf das Vorkommen in den tiefsten Weissenberger Schichten 
beschránkt sind. 

Am hóchsten Punkte, an welchem die Strasse úber den zwischen Triebitz 
und Rybník sich erhebenden Bergrůcken fiihrt, stehen die durch Hohlungen nach 
Spongien kenntlichen tieferen Lagen der Trigoniaschichten an (5). 

Beim Herabsteigen gegen Rybník hin trifft man in denselben eine Exogyren- 
bank sowie eine Schichte von Hornstein eingelagert (6). 

Dann folgen erst die an Callianassa und Šerpula socialis reichen platten- 
fórmigen Kalke (7). 

Wáhrend die Schichten an dem geschilderten Profil von Triebitz gegen Rybník 
hin einfallen, liegen vom letzteren Orte die an Callianassen reichen Schichten an 
den Lehnen des seichten Thales bis Bohm.-Trůbau hin horizontal. In zahlreichen 
kleinen Steinbrůchen, die hier aufgeschlossen sind, arbeitete ich mit meinem Petre- 
factensammler durch lángere Zeit im Jahre 1877, wodurch der paláontologische 
Charakter der frůher als „Callianassen-Sandsteine Reuss“ bezeichneten 
Schichten erst klar wurde und seine Uebereinstimmung mit den Trigoniaschichten 
des Isergebietes ausser Zweifel gesetzt wurde. 

Das Gestein ist ein róthlicher plattiger Kalkstein, der sehr fest mit den 
Petrefacten zusammenhángt und dieselben meist nur als Šteinkerne loslásst. 


Verzeichniss der in den an Callianassen reichen Trigonia-Schichten 
bei Bohm.-Trůbau aufgefundenen Arten. 


Turritella Fittoniana. Isocardia gracilis. 
Natica Roemeri. Protocardium Hillanum. 
Pleurotomaria sp. Mutiella ringmerensis (var. crassi- 


Rostellaria sp. testa). 


62 


Crassatella macrodonta. | Pecten laevis. 
Cyprina guadrata. Pecten curvatus. 
Trigonia limbata. Pecten acuminatus. 
Arca subglabra. Pecten Dujardinii. 
Pinna decussata. Vola guinguecostata. 
Modiola capitata. Exogyra conica. 
Pholadomya aeguivalvis. Exogyra lateralis. 
Panopaea Ewaldi? Exogyra laciniata. 
Panopaea gurgitis. Ostrea hippopodium (var. vesicularis). 
Tellina semicostata. Ostrea semiplana. 
Cytherea polymorpha. Ostrea frons. 

Avicula anomala. Anomia subtruncata. 
Perna subspatulata. Anomia semiglobosa. 
Inoceramus (cf. striatus). Anomia subradiata. 
Lima Sowerbyi. Magas Geinitzii. 
Lima dichotoma. Krabbe. 

Lima ovata. Callianassa antigua. 
Lima iserica. | Serpula ampulacea. 
Lima semisulcata. Cardiaster ananchitis. 


Lima multicostata. 
Ammonites conciliatus und Stelaster tuberculifera wurden vor Jahren in der 


Umgebung von B.-Trůbau gefunden. 


Viel schwieriger und complicirter ist das Profil von Schirmdorf gegen die 
Anhóhe, iiber welche die Strasse nach Leitomischel fůhrt, dieses hat aber eine 
mehr stratigraphische als paláontologische Bedeutung. 

Unmittelbar bei Schirmdorf (Semanín) stehen die Trigoniaschichten mit zahl- 
reichen Callianassen an und lehnen sich an die steil aufsteigende Bergelehne, welche 
aus viel álteren Schichten besteht (Fig. 33). 

In der Schlucht unterhalb der „Alten Angerflur“ sind noch Spuren eines 
Versuchsbaues nach Kohle in den Perutzer Schichten (1). Die Korycaner cenomanen 
Schichten sind hier durch einen etwa 1 Meter máchtigen glauconitischen Auader 


mit Pect. asper. 3., 4. Weissenberger Schichten. 

zahlreichen Foraminiferen („u Kapličky“). 6. Byšicer Uebergangsschichten mit grossen grauen 

Knollen. 7. Trigoniaschichten mit Callianassen. 7" Trigoniaschichten am Fusse des Kozlovberges 
bei Semanín (S). 


63 


angedeutet (2), worauf oleich graue Pláner mit Inoceramus labiatus folgen (3). 
Die nun folgenden Schichten findet man lángs der Strasse entblósst, aber die 
grosse Armuth an Petrefacten lásst Einen lange in Unsicherheit úber das genaue 
Alter und das Aussehen des Gesteines und lásst nur vermuthen, dass es Pláner 
der Weissenberger Schichten sind (3, 4). Erst bei der Semaníner Kapelle ist eine 
Lettengrube gečffnet, welche zahlreiche Terebratulina gracilis liefert (5), 

Weiter treffen wir einen Steinbruch 
in festem Plánergestein geoffnet, in dessen 
oberster Lage ich Ostrea semiplana (die 
kurze breite Varietát) vorfand, welche in 
dieser Gegend den tieferen Horizont der 
Trigoniaschichten andeutet. 

Die petrefactenreichen Trigoniaschich- 
ten treffen wir erst auf der Anhóhe bei 
Pozucha, wo sie gegen das Leitomischler 
Thal einfallen. 

Bezůglich des Hangenden der Iser- 
schichten in dieser Gegend finden wir den 
nothigen Aufschluss bei Abtsdorf. Auf den 
in zwei máchtigen Bánken (Fig. 34, 1, 2) auf- 
tretenden Trigoniaschichten lagern die důnn- 
plattigen Bryozoenkalke (3), welche von einer 
etwa 1 m. máchtigen Schichte dunkelblauen 
Lettens, welcher sich durch die daselbst auf- 


gefundene Terebratula subrotunda Fig. 34. ooemasdee Poea tep plz bei 
als Reprásentant der Teplitzer Schichten od tí 

d : : 1., 2. Trigoniaschichten | I bichleu 
erkennen lásst. Derselbe wird von typischen 3. Bryozoenschichten fo 
Priesener Baculitenschichten úberlagert, wie plně PE VRT KLLNOJOUT V tý ODA 
man sie bei Leitomischel und Chotzen wieder- 5. Priesener Baculitenschichten. 


findet. Diese Auffassung der Schichtenfolge 
fand neuestens bei einem Strassenbau in Leitomischel ihre Bestátigung. 


Die Gegend von Sichrov, Liebenau, Bóhm.-Eicha und Světlá. 


Die Untersuchung dieser Partie fállt in die friůheren Jahre meiner Arbeiten, 
wo ich noch nicht die Gliederung der Iserschichten kennen gelernt habe und da 
es mir nicht moglich war, seitdem wieder lángere Zeit in der Gegend zuzubringen, 
so muss ich mich bloss darauf beschránken, das Vorkommen der Trigoniaschichten 
im Allgemeinen zu erwáhnen. Ein flůchtiger Besuch der Gegend wůrde da wenig 
geholfen haben, denn um die einzelnen Lagen der Trigoniaschichten constatiren 
zu kónnen, ist ein lángeres intensives Sammeln durch einen in der Gegend woh- 
nenden Paláontologen nóthig. Im Ganzen scheint das Profil von Dolanek bei Turnau 
auch fůr diesen Zug der Iserschichten massgebend zu sein. Die tieferen Lagen 
sind selten zugánglich und die Anhóhen bei Sichrov, sowie der gegen Liebenau 
hinziehende Semmelbere liefern zahlreiche Callianassascheeren. Aus der Umgebung 


64 


von Bóohm.-Eicha erhielt ich von dem Oekonomen Jos. Škoda aus Radvanic zahl- 
reiche Arten aus den Trigoniaschichten, aber dieselben waren bloss im Thalgerólle, 
nicht in der Schichte selbst gesammelt. Ich erwáhne davon bloss: Exogyra laci- 
niata, E. conica, Heteropora magnifica, Callianassa antigua etc. (Ein Fragment 
von Macropoma speciosum deutet darauf hin, dass in dieser Gegend ein guter 
Fundort von Fischen in den Wehlowitzer Plánern besteht.) Die Rhynchonellen- 
bank von Wlachai dem Alter nach náher bezeichnen zu wollen, ist bis jetzt 
schwierig, denn es lásst sich nur vermuthen, dass es entweder die Rhynchonellen- 
schichte der Byšicer Ueberganosschichten ist (Zimoř) oder dass sie dem Zwischen- 
pláner angehórt. Eine auffallende Erscheinune ist, dass sich die petrefactenfůhrenden 
Trigoniaschichten so hoch gegen das Jeschkengebirge hinaufziehen, denn sie lassen 
sich selbst unterhalb des Ortes Světlá beobachten. 

Die sáchsische Schweiz ist fůr den Paláontologen ein trostloses Gebiet und 
ich muss mich hier darauf beschránken, die Grůnde anzugeben, weshalb wir einen 
Theil der máchtigen Ouaderwánde als zu den Iserschichten gehórig betrachten. 

Den ersten Anhaltspunkt fand ich am Fusse des hohen Schneeberges, wo 
úber den Auadersanden mit Inoceramus labiatus glauconitische und graue Pláner 
mit Ammonites Woolgari (Malnitzer Schichten) den Ouader des eigentlichen Schnee- 
berges unterteufen. *) Nach den in der Melniker Gegend gemachten Erfahrungen 
kónnen also die Ouader des hohen Schneeberges nur den beiden Kokořiner Auadern 
entsprechen. Die hier aufgefundenen Petrefacten Lima multicostata und Rhyncho- 
nella (Steinkerne) sprechen nicht dagegen. Hóchstens wáre hier darůber noch die 
Ouaderfacies der Trigoniaschichten zu suchen, was bei dem Mangel an gut erhal- 
tenen Petrefacten eine undankbare Arbeit ist. 

Vom hohen Schneeberge aus neigen sich die Guaderschichten dem Elbethale 
zu und bei Herrnskretschen nehmen sie etwa die obere Hálíte der Felswánde ein. 
Die oberste Lage der Ouader ist bedeutend fester als die tieferen und kann gut 
als Ouaderfacies der Trigoniaschichten aufgefasst werden. 

Diese feste Schichte ermoglichte die Bildung des Prábischthores. 

Bei Dittersbach fand ich in den hóchsten Lagen dort, wo das Gloriett am 
Rudolfstein steht, eine 16rippige Lima multicostata, ganz wie sie in den typischen 
Trigoniaschichten vorkommt. 

Vom Elbethal liegen die Auader der Iserschichten fast horizontal, ostwárts 
bis in die Gegend von Bóhm.-Kamnitz; hier liegen darůber die Priesener Bacu- 
litenschichten und darauf die Chlomeker Sandsteine, die dann auch fast horizontal 
bei Tannbere und Schonlinde sich direct an das Urgebirce anlagern. **) 


Die Gegend zwischen Weckelsdorf und Braunau. 


Zur Orientirung bezůglich des Alters der berůhmten Adersbach - Weckelsdorfer 
Felsen habe ich zwei Profile aufeenommen und zwar das eine vom Rande der 


*) Weissenberger Schichten, p. 48. 
**) Vergleiche Prof. Krejčí: Archiv I., II. p. 130. 


65 


| Kreidegebilde im Braunauer Thale, nach dem Weckelsdorfer Thale gegen Mohren, 


| das andere von Weckelsdorf gegen die Felsenpartie hin. 
Das erste beginnt mit einem interessanten Contactprofile am Eisenbahn- 
| einschnitt bei der Station Bodisch. 

Wenige Schritte in der Richtung gegen Braunau hin gelangt man an einem 


| Punkte an, wo die Kreideformation sich an die Permformation an einer Rutschungs- 
© spalte anlegt. 


Die tiefsten Schichten, die Perutzer, sind hier verdeckt und die Sandstein- 


| Felsen, welche sich an das Rothliegende (Fig. 38, 1) anlagern, gehoren den Kory- 
caner (2) und den tiefsten Lagen der Weissenberger Schichten an und haben das 
| Aussehen wie die Inoceramenschichten von Zohsee bei Landskron (3). 


Leider gibt es hier keine Petrefacten und man kann bei Schilderung des 
Profiles gegen Weckelsdorf hin nur annáherungsweise die Absátze im Terrain nach 
ihrem petrographischen Charakter und durch Vergleichung mit áhnlichen anderwárts 
petrefactenfůhrenden Schichten deuten. 

Bei der Station Bodisch (9, 4) finden wir schwarzgraue, an Fucoiden reiche 
Pláner mit hárteren glauconitischen Partien, welche sehr an das Gestein von Zohsee 
bei Landskron erinnern. In der nun folgenden sattelfórmigen Niederung gewahrt 
man nasse gelbe Mergel (Semitzer), welche aber nirgends aufgeschlossen sind (5). 
Die náchste Anhóhe besteht aus festen grauen (rostroth verwitterten) Bauplánern, 
in welchen es mir gelang, Inoceramus Brongniarti und Lima Sowerbyi nachzuweisen. 

Wir befinden uns hier ohne Zweifel im Niveau der Wehlowitzer Pláner (6). 
Den Kamm dieser Anhóhe bildet ein an Spongiten reicher, sehr fester Sand- 
stein (7), den wir spáter am Weckelsdorfer Profile an der Basis der Iserschichten 
antreffen werden und welcher dem Rhynchonellenguader der DByšicer Schichten 
entspricht (8). 

Die bewaldete Niederung, welche sich gegen den Vostašberg hinzieht, birgt 
wohl ausser etwas Uebergangsschichten hauptsáchlich den unteren Kokořiner 
Guader, der genannte Berg aber, welcher nur ein Fragment der Weckelsdorfer 
Felsen darstellt, wird vom zweiten Kokořiner Auader gebildet (9). 

Die beigelegte Skizze entwarf ich von einer Anhčhe zwischen Ober-Weckels- 
dorf und der Station Bodisch am Wege nach Deutsch-Wernersdorf, passirte dann 
das Thal, um mich von der Beschaffenheit der einzelnen Schichten zu iberzeugen. 

Die Basis fůr das zweite Profil findet man im Steinbruche an der Marien- 
kirche in Weckelsdorf und in einem anderen an der gegenůberliegenden Lehne. Es 
sind hier graue feste Baupláner P plosseny in denen ich nach langem Suchen 
nachstehende Petrefacten vorfand: 


Fischstachel, 10 cm. lang, an der Basis Pecten curvatus. 
2 cm. breit, mit rauher Oberfláche. Vola guinguecostata. 
Ammonites peramplus. Exogyra conica. 
Baculites. Cidaris (subvesiculosa ?), Stacheln. 
Inoceramus Brongniarti. Micraster ? 
Lima multicostata. Stelaster sp. 


Lima sp. 


66 


Von dem Steinbruche gegenůber der Marienkirche verfolste ich die Schichten 
an dem Waldwege, der gegen den Holsterberg hinfůhrt. 

Ich fand bloss fucoidenreiche, graue, knollige Pláner mit sehr harten kleinen © 
Knollen und erst hinter einem Holzschlage fiihrte der Weg an einer Bank festen 
orauen Spongitensandsteins vorbei, der einen Vergleich mit dem Rhynchonellen- 
guader der Byšicer Uebergangsschichten zulásst. 

Es liegen darauťf noch etwas graue Pláner und dann gleich die máchtigen 
Ouadermassen, welche ich fůr die beiden Kokořiner Auader unseres Ideal-Profiles 
halte (Fig. 35, 3, 4). 

Die hóchste Lage der Auader ist merklich fester als die tieferen Partien 
und zeichnet sich durch zahlreiche nuss- bis kopfgrosse Hóohlungen an den ver- 
witterten Wánden aus (Fig. 39). 

Diese Hohlungen betrachtete ich frůher als durch Auswaschung der můrberen 
Stellen entstanden, war aber nicht wenig úberrascht, diese Hohlungen an frisch 
gesprengten Blócken in ganz gesundem Gestein wiederzufinden (Fig. 36). 

Da in kalkigen Schichten gleichen Alters in der Gegend von Chotzen zahl- 
reiche Hóhlungen vorkommen, von denen ich nachgewiesen habe, dass sie vom 
dem Meeresschwamme Plocoscyphia labyrinthica herrůhren, so ist es sehr wahr- 
scheinlich, dass auch diese Hóohlungen áhnlichen Meeresschwámmen ihren Ursprung 
verdanken. 

Es gewinnt dadurch auch meine Ansicht, dass diese festen hóchsten Sandstein- 
lagen der Weckelsdorfer Felsen dem unteren Theile der Choroušker Trigoniaschichten 
in der Facies von Auadern entsprechen, eine Bestátigung. 

Eine Wiederholung des geschilderten Profiles finden wir am Wege, den die 
Touristen von Springer's Restauration zu dem Felseneingange einschlagen. Man 
geht zuerst an grauen Plánern der Weissenberger Schichten mit Lima elongata 
vorbei, trifft dann unterhalb der Echobaude kalkige Lagen mit ziemlich viel Petre- 
facten an, welche den Byšicer Uebergangsschichten angehóren. 


Scaphites Geinitzii. Inoceramus Brongniarti. 
Hamites ? Lima elongata. 
Mutiella sp. Ostrea semiplana. 
Cyprina guadrata. Exogyra conica. 
Tellina? 


Am Eingange in die Felsenstadt haben die Auadersande 65 m. Hóhe und 
ist darin wohl hauptsáchlich der zweite Kokořiner Auader vertreten, wáhrend die 
Spitzen der Ouadersáulen, welche durch ihre bizarren Formen an Kronen (Fig. 37), 
Vogel, Menschenkopfe u. s. w. erinnern, wieder die Trigoniaschichten vertreten, 
wie wir es am frůheren Profile gesehen haben. 

Die durch fortschreitende Verwitterung theilweise oder ganz gedffneten 
Spongienhohlungen unterstůtzten die Bildung der zackigen Formen, wie wir sie 
z. B. an der sogenannten Krone wahrnehmen. Da das Gestein selbst aber sehr 
fest ist, so widersteht es den Witterungseinfliissen sehr lange und důrfte bis zur 
Bildung der jetzigen Gestalt viel Zeit verstrichen sein. (Der schwefelgelbe Anflug 


61 


an den Auaderwánden sind Soridien von Lebermosen. Hie und da trifft man an 
den herumliegenden Blócken den. kleinen Pilz Sphyridium bissoides in Unzahl.) 
Auch bei Adersbach habe ich schon frůher *) nachgewiesen, dass die grauen 
Pláner, welche unter die Auaderfelsen einfallen, vom Alter der Weissenberger 
Schichten sind; denn sie lieferten: 
Inoceramus labiatus, Lima elongata, Lima multicostata. 


Fig. 35. Profil der Weckelsdorfer Felsen. A. Weg nach Adersbach. S. Springer's Restauration. 

E. Echobaude. 7. Eingang zu den Felsen. 1. Blaue Pláner mit Lima elongata. 2. Byšicer 

Uebergangsschichten. 3., 4. Kokořiner GOuader. 5. Lage mit Schwammhohlungen, verschiedene 
Figuren bildend, wahrscheinlich ein Aeguivalent der Trigoniaschichten. 


Fig. 36. Frisch gesprengter Sandsteinblock der Fig. 37. Die sogenannte „Krone“. Ver- 
hochsten Lagen d. Weckelsdorfer Felsen mit Hóh- witterungsrest der an Spongienhohlungen 
lungen nach Spongien. ',, nat. Grógse. reichen hóchsten Lage der Weckelsdorfer 
Felsen. (Trigoniaschichte?) etwa ';, nat. 

Grósse. 


*) Weissenberger Schichten, p. 44. a 


08 


Zur Aufnahme von Profilen sind hier aber die Verháltnisse nicht so gůnstig 
wie bei Weckelsdorf. 


Budislaver Thale aus gute Gelegenheit haben. 

Als erste Tour wollen wir die Linie Vinar- 
Vraclav-Zámrsk betrachten. 

Vinar erreicht man etwa in einer Stunde 
von der Station Uhersko oder Zámrsk-Hohenmauth 
und findet daselbst sůdlich vom Dorfe in einer 
Schlucht „u Pazderny“ am Fusse des sich nach 
sidóstlicher  Richtung hin erhebenden Pláner- 
zuges Semitzer Mergel und graue Pláner vom 
Alter der Dřinover Knollen (1, 2), welche letztere 
sehr reich an Scaphiten, Baculiten und anderen 
Petrefacten sind. 


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8 4 E: 
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© hs = 
|=m 
ské 
 EM2 Spongien. (Von dem Růcken, der sich von Weckelsdorf gegen 
o 3 Ro coo den Holsterberg hinzieht.) '/„, nat. Gr. 
©, ES 
5885 Die Gegend von Hohenmauth und Leito- 
DEB A mischel. 
me 
© 
zh Bei Zámrsk beginnt das muldenfórmige Thal, 
5 B al: das sich úber Hohenmauth bis hinter Leitomischel 
jme © . . 
FEE = hinzieht und dessen Lehnen von den zur Achse des 
E Thales einfallenden Iserschichten gebildet werden. 
Ph Auch hier empfiehlt es sich, behufs des ein- 
2953 cehenden Studiums, Profile vom Rande des Com- 
2 8 © plexes gegen dessen Centrum zu verfolgen, wozu 
15 . . . : v 
E wir hier namentlich von dem Luže-Neuschloss- 
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69 


(Dieselben Schichten sind auch an der Strasse nach Vraclav entblósst, am 
Fusse der Anhóhe „Na vartě“, wo meine Schůler, die Gebrůder Hanuš, sehr 
fleissig sammelten. Das háufige Vorkommen der Terebratulina rigida ist sehr be- 
zeichnend und kónnte nebst anderen noch náher zu untersuchenden Vorkommnissen 
den Anfánger zu der Idee verleiten. es seien dies Teplitzer Schichten.) 


Fig. 40. Profil von Vinar nach Vraclav (unweit Hohenmauth). Vi. Vinar. P. Pazderna. Vr. Vraclav. 
M. St. Niclas. 1. Semitzer Mergel. 2. Dřinover Knollen. 3. Wehlowitzer Fischpláner und Mal- 
nitzer Schichten. 4. Byšicer Uebergangs-Schichten mit Halec Sternbergii. 5. Tiefere Lagen der 
Trigoniaschichten. 6. Hóhere Lagen der Trigoniaschichten mit Callianassa und Hemiaster plebeius. 


Verzeichniss der bei Stadouň (,„Na vartě“) in den Semitzer Mergeln 
der Weissenberger Schichten aufgefundenen Arten. 


(Gesammelt von Herrn Hanuš.) 


Ammonites peramplus. 
Hamites sp. 

Scaphites Geinitzil. 
Aptychus sp. 
Baculites sp. 

Scalaria Clementina. 
Natica lamellosa. 
Rostellaria megaloptera. 
Rostellaria subulata. 
Rostellaria calcarata. 
Voluta Roemeri. 
Voluta suturalis. 
Rapa cancellata. 
Dentalium cidaris. 
Nucula pectinata. 
Nucula sp. 

Leda. 

Arca sp. 
Modiola capitata. 


Lithodomus cf. rostratus. 


Tellina sp. 
Venus, 


Inoceramus. 
Gervillia solenoides. 
Avicula anomala. 
Lima Sowerbyi. 
Lima semisulcata. 
Lima multicostata. 
Lima elongata. 
Pecten Nilssoni. 
Pecten curvatus. 
Pecten subpulchellus. 
Pecten (serratus). 
Spondylus spinosus. 
Ostrea hippopodium. 
Ostrea semiplana. 
Ostrea frons. 
Exogyra lateralis. 
Anomia subradiata. 
Anomia subtruncata. 
Terebratulina rigida. 
Terebratulina chrysalis. 
Rhynchonella (Cuvieri?). 
Magas Geinitzii. 


10 


Pollicipes. 
Tragos globulare. 
Frondicularia augusta. 


Crystellaria rotulata. 
Micraster sp. 
Cyphosoma radiatum. 


Auf der Anhóhe bei Vinar sind grosse Steinbrůche im Plánersestein geoffnet 
und obzwar Petrefacten hier keine Seltenheit sind, so macht hingegen die prácise 
Eruirung der Schichte, aus der sie stammen, doch orosse Schwierigkeiten. Ein 
Theil der aufgefundenen Arten gehórt unzweifelhaft dem Wehlowitzer Pláner an, 
welcher hier eine der tiefsten der abgebauten Bánke bildet (3); es sind dies z. B.: 


Dercetis Reussi. 
Enoploclythia Leachil. 


Glyphitheutis ornata. 
Perna cretacea. 


Die Malnitzer Schichten konnte ich bisher nicht genau ausscheiden. 


Verzeichniss der in den Steinbrůchen bei Vinar gesammelten 


Otodus appendiculatus. 
Lamna raphiodon. 


Corax heterodon (bis 22 mm. breit). 


Saurocephalus marginatus. 
Spinax sp. 

Ptychodus sp. 
Picnodus scrobiculatus. 
Dercetis Reussi. 

Halec Sternbercii. 
Osmeroides sp. 

Beryx (Schuppen). 
Lepidenteron. 
Scaphites Geinitzii. 
Aptychus sp. 
Ammonites peramplus. 
Ammonites Austeni. 
Glyphithentis ornata. 
Turritella Fittoniana. 
Scala decorata. 


Pleurotomaria seriatogranulata. 


Turbo (Goupilianus). 
Rostellaria Reguieniana. 
Voluta Roemeri. 
Cardium productum. 
Isocardia gracilis. 
Eriphyla lenticularis. 
Nucula sp. 


Petrefacten. 


Leda sp. 

Arca subdinensis. 

Arca echinata. 

Pinna decussata. 

Pholas sclerotites. 
Modiola capitata. 
Pholadomya aeguivalvis. 
Panopaea mandibula. 
Panopaea Gurgitis. 
Venus sp. 

Avicula anomala. 
Gervillia solenoides (Riesenexemplare). 
Perna cretacea. 
Inoceramus Brongniarti. 
Inoceramus sp. 

Lima dichotoma. 

Lima multicostata. 
Lima iserica. 

Lima Sowerbyi. 

Pecten Nilssoni. 

Pecten Dujardinii. 
Ostrea semiplana (breite Varietát). 
Ostrea frons. 

Exogyra lateralis. 
Anomia subtruncata. 
Anomia semiglobosa. 
Rhynchonella plicatilis. 


11 


Enoploclythia Leachii. ! Stellaster. 

Pollicipes. | Flabellina cordata. 
Cidaris sp. Serpula adhaerens. 
Micraster sp. Seguoia Reichenbachi. 


Cyphosoma (Stacheln). 


Etwa 6 Meter unter der Ackerkrume kommen Knollenlagen vor, welche die 
Lagerstátte des Halec Sternbergii sind und wahrscheinlich dem Alter nach den 
Byšicer Uebergangsschichten entsprechen (4). Auch wurde in diesen Knollen ein 
Prachtexemplar eines 68 cm. langen Osmeroides aufgefunden, der wahrscheinlich 
einer neuen Art angehórt. 

Die hěchsten, im Steinbruche bei Vinar entblóssten Schichten entsprechen 
dem tieferen an Petrefacten armen Theile der Trigoniaschichten (5); der obere 
Theil ist hier nicht vorhanden. 

In der Richtung gegen Vraclav hin treten auf diesen Plánern der Vinarer 
Brůche immer jingere Lagen hinzu. 

In einem kleinen Steinbruche bei Vraclav traf ich schon die Trigoniaschichten 
mit Exog. laciniata an, im Orte selbst stehen schon Lagen von Plattenkalken mit 
Callianassa antigua, Hemiaster plebejus und Serpula socialis an (6). 

In Vraclav selbst lásst sich das Profil von der Thalsohle bei der Kirche 
St. Nikolai lánes des Weges bis zur oberen Kirche verfolgen. 

Die Auellen bei der Nikolaikirche stehen unzweifelhaft mit den in der Thal- 
sohle verdeckten Semitzer Mergeln in Zusammenhang. 

In einem Steinbruche neben der Nikolaikirche sammelte mein Schůler Herr 
Hanuš viele, die Dřinover Knollen charakterisirenden Arten. 


Etwa in der halben Lehne fand ich einen Zweig von Seguoia Reichenbachi, 
welche den Wehlowitzer Horizont hier andeutet und ganz oben hinter dem Fried- 
hofe stehen die Trigoniaschichten an. 

Von Vinar úber Vraclav bis auf den Vrchovitzer Berg hin lagern die uns 
bescháftigenden Schichten fast horizontal mit einer ganz schwachen Neigung gegen 
die Achse der Mulde, aber der áusserste Rand ist dann plótzlich umgebrochen und 
fállt in einem Winkel von 45“ gegen dieselbe ein, wie man das beim Meierhofe 
Mladějov und bei Zámrsk beobachten kann. 

Ein vollkommenes Profil finden wir in Neuschloss beim Aufsteigen gegen 
die Anhóhe bei Chotovis. Am Bache stehen in der Richtung zur Haberský-Můhle 
die glauconitischen Auadersande der Korycaner Schichten an (1), auf welche ganz 
áhnlich wie bei Wildenschwert die mit Inoceramus labiatus angefůllten Pláner 
liegen (2). Die nun folgenden Schichten sind am Fahrwege nach Chotovis ent- 
blósst; zuerst knollige graue Pláner (3), dann vor dem ersten Kreuze die Knollen- 
fucoiden und die gelben Pláner mit Epiaster (4), auf welche gewohnliche Semitzer 
Mergel folgen (5). | 

Beim zweiten Kreuze stehen festere Plánerschichten an, die den Dřinover 
Knollen und Wehlowitzer Plánern entsprechen (6). Im Dorfe Chotovis sind nasse 
Mergel mit zahlreichen Fischschuppenfolgen zugánglich (7) und důrften ebenso wie 


12 


die darauf liegenden blauen Pláner mit Lima elongata vom Alter der Malnitzer 
Schichten sein (8). 

Beim Aufsteigen gegen die auf der Anhóhe gelegene Kirche trift man úber 
den Plánern mit Lima elongata die Knollenschichten der Byšicer Uebercgangs- 
schichten an, welche wahrscheinlich dem Horizont des Halec Šternbergii in den 
Steinbriůichen von Vinar entsprechen (9). Die darauf folgenden Baupláner kónnte 
man als ein Aeguivalent der Kokořiner Auader ansehen (10), denn die darauf 
liegenden petrefactenarmen Pláner erweisen sich durch die Scyphienhohlungen, 
sowie durch die stammfórmigen Concretionen als die tieferen Glieder der Trigonia- 
schichten (11), welche hier den Schluss der Schichtenfolge bilden. 


E ] 


Sny 


Fig. 41. Profil von Neuschloss (N) auf die Anhčhe von Chotovis (ch). 


1. Glauconitische Korycaner Schichten. 2.—6. Weissenberger Schichten. 2. Lage mit zahlreichen 
grossen Inoceramus labiatus. 3. Knollige graue Pláner. 4. Gelbe Pláner mit Epiaster sp. 5. Se- 
mitzer Mergel. 6. Dřinover Knollen, nach oben in harten (Wehlowitzer?) Baupláner úbergehend. 
7. Bláuliche Letten mit Fischschuppen. 8. Blaue Baupláner mit Lima elongata (Malnitzer). Dorf 
Chotovis. 9. Byšicer Uebergangsschichten mit Fischknollen. 10. Baupláner (vielleicht Aeguivalent 
der Kokořiner (Yuader). 11. Pláner mit senkrechten Concretionen und kleinen Hóhlungen nach 
Spongien. Kirche Chotovis. (NB. Die Trigoniaschichten beginnen erst weiter gegen Leitomischel 
beim Wirthshause „u 3 kocourů“.) 


Die petrefactenreichen Trigoniaschichten der Iserschichten treffen wir erst 
weiter gegen Leitomischel hin, wo sich bei dem isolirt stehenden Wirthshause 
„bei 3 Katern“ eine gute Gelegenheit zum Einsammeln von Petrefacten findet. 
Ich fiihre hier die vorkommenden Arten nicht an, weil wir diese Fauna beim 
náchsten Profil „Desna“, das die Fortsetzung derselben Schichte liefert, Gelegen- 
heit haben werden, besser kennen zu lernen. 


Ein áhnliches Profil treffen wir etwas weiter sůdlich bei Budislav, Desna 
und Lubná an. 


13 


Die an das Urgebirge angelagerten Korycaner Schichten treffen wir bei Bu- 
dislav in Steinbriichen geoffnet. Dort fand ich auf Platten, welche mit einer Thon- 
lage in Berůhrung standen, positive Abdrůcke irgend eines Organismus, welche 
beim ersten Anblick an die Erscheinung des Cheirotherium aus dem bunten Sand- 
stein lebhaft erinnern. Bei genauerer Beobachtung zeigte es sich, dass nicht bloss 
4 oder 5 fingerartige Wůlste, sondern oft 6—7 vorhanden sind. Geinitz bildet 
etwas sehr Aehnliches unter dem Namen Epitheles furcata Goldfuss ab. (Elbe- 
thalgeb. I. Taf. 8 Fig. 8.) 

Die weitere Schichtenfolge der tieferen Weissenberger Schichten ist hier 
nicht so zugánglich wie bei Neuschloss und man muss sich in den verschiedenen 
Thálern hier die Glieder des Profils zusammensuchen. 

In Lubná findet man die scaphitenreichen Dřinover Knollen, wie wir sie in 
Vinar bei der „Pazderna“ kennen gelernt haben und die jůingeren Lagen sind 
dann gut bei Desna zugánglich. (Fig. 42.) 

Hier stehen in der Thalsohle bei der Můhle Pláner mit Lima elongata und 
Ostrea lateralis an (1) (Wehlowitzer?). 

In der Linie oberhalb der Můhle auf der alten Strasse (S) findet man Bau- 
pláner ohne Petrefacten (2) von Alter der Malnitzer Schichten (?); an der neuen 
Strasse (V) blaue Baupláner mit senkrechten Concretionen (3). Dann folgen die 
tieferen Lagen der Trigoniaschichten, welche nach oben hin zahlreiche Hohlungen 
nach Špongien aufweisen (4). 

Unterhalb der ersten Háuser von Desna stehen schon die Trigoniaschichten 
mit zahlreichen Lima multicostata an (5), worauf dann erst im Dorfe selbst in 
einem zwischen den Háusern befindlichen Steinbruche die sehr reichen Lagen mit 
Serpula socialis, Callianassa, Lima iserica und Bryozoen folgen und in ibren 
hochsten Partien den Bryozoenschichten entsprechen důrften (6). 


Fig. 42. Profil bei Desna. M. Můhle. S. Alte Strasse. W. Neue Strasse. D. links: die tieferen 

Háuser von Desna. D. rechts: die hůchsten Háuser von Desna. 1.—3. Weissenberger Schichten. 

© L Graue Pláner mit Lima elongata. 2. Baupláner. 3. Blaue Baupláner mit senkrechten Concre- 

tionen. 4. Tiefere Trigoniaschichten, nach oben mit kleinen Hóhlungen nach Spongien. 5. Tri- 
goniaschichten. 6. Bryozoenschichten (?), 


14 


Verzeichniss der in den Trigoniaschichten in Desna aufgefundenen 


Arten. 
Baculites (undulatus). Avicula anomala. 
Turritella iserica. Tellina semicostata. 
Turritella Fittoniana. Lima Doupiniana. 
Pleurotomaria linearis. Lima iserica. 
Turbo Goupilianus. Lima dichotoma. 
Rostellaria. Pecten curvatus. 
Crassatella macrodonta. Pecten acuminatus. 
Mutiella ringmerensis. Vola guinguecostata. 
Trigonia limbata. Exogyra conica. 
Arca subglabra. Exogyra Matheroniana. 
Mytilus radiatus. Ostrea semiplana. 
Modiola capitata. Anomia subradiata. 
Modiola typica. Serpula socialis. 
Pholadomya aeguivalvis. Vioa catenata. 
Panopaea gurgitis. Flabellina elliptica. 


Panopaea Evwaldi. 


Von Desna aus kann man dann die Trigoniaschichten auf der ganzen Hoch- 
ebene bis gegen Leitomischel verfolgen, wo sie dann unter die Teplitzer und 
Priesener Schichten einfallen. 


Im Sůden von Leitomischel erreicht man die Grenze der Kreidegebilde unter- 
halb Polička, wo ein verlassener Kohlenbau „v Letkovnách“ die Perutzer Schichten, 
sowie die glauconitischen Auader der Korycaner Schichten entblósste. 

Auf diesem ruhen nasse Mergel (Semitzer) und dann Inoceramenpláner, die 
bis nach Polička hin, wo denselben an der Stadt selbst der rostgelbe Pláner mit 
Epiaster (Nro. 5 des Kerhartitzer Profils) aufoelagert ist. 


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Fig. 43. Profil bei Leitomischel (Z) in der Richtung von Osten nach Westen. 
E. Trigoniaschichten mit grossen Exogyra conica. C. Desgleichen mit zahlreichen Scheeren von 
Callianassa antigua. B. Bryozoenschichten (Sadrák). T. Blaue Thone mit Terebratula subrotunda 
(Teplitzer Schichten). P. Priesener Schichten. 


Wo die Strasse gegen den „Velký kopec“ nach Hana aufsteigt, gewahrt man 
graue Knollenpláner (Dřinover Knollen), aus denen ich in der Schulsammlung von 
Polička unter anderen Petrefacten Baculites undulatus vorfand. 

In Lesnik ist das Thal bis auf die nassen Semitzer Mergel eingeschnitten. 


„den Pláner scheinen noch in das 


75 
Die Dřinover Knollenpláner in der halben Hóhe der Thalsohle lieferten 


zahlreiche Scaphiten und Baculiten, sowie das Fragment eines grossen Hamiten. 
Die hóchsten hier anstehen- 


Bereich der Malnitzer Schichten 
zu gehóren, denn ich erhielt 
daraus ein typisches  Exemplar 
der Pleurotomaria seriatogranu- 
lata, wie wir sie gewohnt sind 
im Čenčicer Grůnsande zu finden. 

Die typischen Iserschichten 
treffen wir erst weiter nordlich, 
wo die Strasse „am Nadel- 
wald“ das Sebranitzer Thal 
kreuzt. Diese Gegend heisst „Na 
Dolečkách“. An dem gegen 
Leitomischel aufsteigenden Theile 
der Strasse ist ein Steinbruch 
geoffnet, in welchem die grauen ně 
Fischknollen der Byšicer Schich- Fig. 44. Profil im Steinbruche „Na Líbánkách“ bei 


< : . Leitomischel (aufgenommen im Jahre 1867.) 1. San- 

ten entblósst sind und ich fand dige Lage. 2. Lage mit Exogyra. 3. „Havle“-Kalk- 
in einem derselben Reste eines stein ohne regelmássige Lagerung mit Callianassa. 
; ops . ks 4. „Hlavní Pecina“, guter Baustein mit zahlreichen 
Picnodus. D ariber liegen die Tri senkrechten Fucoidenstángeln. 5. „Pecina“ - Baustein, 
Soniaschichten, die sich von hier zweite Categorie. 6. Rumovka oder Sadrák (Bryozoen- 


aus bis nach Leitomischel ver- schichten). 


folgen lassen. 
In der unmittelbaren Náhe von Leitomischel, namentlich bei Cerekvic, 


treten die Trigoniaschichten an vielen Stellen zu Tage und das von Callianassen- 
scheeren wimmelnde Gestein liefert den Baustein fůr die genannte Stadt. 

In einem Steinbruche „Na Líbánkách“ úberzeugte ich mich, dass auf eine 
sandige Lage (1) eine Exogyrenbank folst (2), welche von dem an Callianassen 
reichen Kalkstein úberlagert wird. Die nun folgenden Lasen von Bausteinen, 
welche hier „Pecina“ genannt werden (4, 5), entsprechen den hóheren Trigonia- 
schichten und das oberste zerstórte Gestein Rumavka, das hier „Sadrák“ genannt 
wird, stimmt mit den Bryozoenschichten berein und ist namentlich an der Kalk- 
Incrustirung kenntlich. | 

An der Strasse nach Polička wurde in der am rechten Ufer der Lužná ge- 
legenen Partie von Leitomischel das Hangende der Iserschichten vom Herrn Prof. 
Bárta gut constatirt, indem er in den auf den „Sadrák“ sich anlagernden dunklen 
Letten die Terebratula subrotunda (semiglobosa Aut.) sammelte, welche bei uns 


fůr den Teplitzer Horizont so bezeichnend ist. 
Es ist somit kein Zweifel, dass auch im Adlergebiete die Iserschichten von 


einem Vertreter der Teplitzer Schichten úberlagert werden, auf welchen dann erst 
die Priesener Baculitenschichten in máchtiger Entwickelung zu liegen kommen. 


16 
Nachtrag. 


Zum Schlusse muss ich noch einiger unsicheren Randgebilde erwáhnen, 
welche bei Raudnitz und Leitmeritz zu Tage treten und der Lagerung nach den 
Iserschichten angehóren důrften. 

Die eine Localitát ist Třeboutic bei Leitmeritz, wo ich graue Knollenpláner 
antraf, welche auf blaugrauen (? Malnitzer) Plánern liegen und von Teplitzer 
Kalken úberlagert werden. Die aufgefundenen Petrefacten deuten auf die Byšicer 
Uebergangsschichten hin. 


Verzeichniss der in Třeboutic bei Leitmeritz aufgefundenen 


Petrefacten. 
Nautilus sublaevigatus. Viele nicht náher bestimmbare Stein- 
Turritella Fittoniana. kerne aus der Gruppe: Venus, Arca, 
Natica Roemeri. Tellina etc. 
Rostellaria ovata, Goldfuss. Avicula anomala. 
Avellana sp. Gervillia solenoides. 
Arca Geinitzii? Inoceramus Brongniarti. 
Arca subelabra. Lima Sowerbyi. 
Pectunculus ? Pecten Nilssoni. 
Pinna decussata. Pecten Dujardinii. 
Leguminaria Petersi. Vola guinguecostata. 
Modiola capitata. Ostrea hippopodium. 
Pholadomya aeguivalvis. Micraster sp. 


Tellina concentrica. 


Die zweite Localitát ist am Fusse des Sowice-Berges unweit Raudnitz. Dort 
trifft man lángs des Weges nach Wettel im Dorfe Brozánek oberhalb der Pláner, 
welche sich von dem Gastorf-Wegstádtler Plateau hier immer tiefer herabsenken, 
graue Knollenpláner, welche nach oben hin immer mehr und mehr grobsandig 
werden. Dieselben sind sehr reich an Turritella Fittoniana; ausserdem fand ich: 


Natica lamellosa. Inoceramus sp. 

Avicula glabra. Lima pseudocardium. 
Isocardia gracilis. Ostrea semiplana. 
Pholadomya aeguivalvis. Rhynchonella plicatilis. 


Arca subglabra. 


Es sind Vorkehrungen getroffen worden, dass hier grůndlich gesammelt 
wird, damit man den Charakter dieser zweifelhaften Schichten besser consta- 
tiren kann. 

Die hóchste Lage dieser Pláner ist sehr můrbe, ohne Knollen, und verspricht 
viel Petrefacten zu liefern. 

Die Felder oberhalb dieser Schichten sind sandig und stellenweise entstammt 
der Sand augenscheinlich einem Auadersand (wahrscheinlich dem ersten Kokořiner 


v 


Ouader). Dies wůrde die Vermuthung bestárken, dass die Knollenpláner von Brozánek 
den Byšicer Uebergangsschichten entsprechen. 

Am linken Ufer der Elbe habe ich bloss bei Podlusk, westlich von Raudnitz, 
áhnliche Knollen bemerkt, doch wird es wohl dem eifrigen Geologen Herrn Prof. 
Zahalka in Raudnitz, den ich auf diese Frage aufmerksam gemacht habe, bald 
gelingen, diesen Horizont an mehreren Stellen der neu angelegten Wege und 
Strassen nachzuweisen. 

Bei Auscha waren meine Bemihungen bisher fruchtlos, denn hier scheinen 
die Trigoniaschichten schon den petrographischen Habitus des Auaders angenommen 
zu haben und die gesammelten Petrefacten sind sehr mangelhaft erhalten. Die Um- 
gebung von Auscha lieferte mir: 


Ammonites sp. Lima pseudocardium. 

Callianassa. Vola guinguecostata. 

Eriphyla lenticularis. Ostrea hippopodium (var. vesicu- 
Panopaea Ewaldi. laris). 

Avicula anomala. Anomia n. sp. 

Inoceramus Brongniarti. Anomia subtruncata. 

Lima multicostata. Rhynchonella plicatilis. 


Dies reicht natůrlich nicht hin, náhere Einsicht in die Gliederung der Iser- 
schichten dieser Gegend zu gewáhren. 

Hiemit schliesse ich die Schilderung der untersuchten Localitáten und hoffe, 
dass eine Reihe von strebsamen Paláontologen daran gehen wird, das von mir 
Gebotene zu vervollstándigen. 


PLL VÉ O O S VS V 


Tabellarische Uebersicht 


der in den Iserschichten aufgefundenen Petrefacten. 


Korycaner Schichten 


Schichten 
Malnitzer Schichten 


Weissenberger 


Iserschichten 


gangs-Sch. 
Zwischen- 
Pláner 


Byšicer Ueber- 
| Trigonia-Sch. 
Bryozoen-Sch. 


Teplitzer Schichten 


Aves. 


Cretornis Hlaváči. 7. 


Pisces. 


Oxyrhina Mantelli. Ag. 
Oxyrhina angustidens. Reuss. 
Otodus semiplicatus. v. Mižnst. 
Otodus appendiculatus. Ag.. 
Corax heterodon. Reuss. 
Lamna raphiodon. 49. 
Lamna subulata. 49... 


Pycnodus scrobiculatus. Reuss. - 


Osmeroides Lewesiensis. Ag. 
Osmeroides Vinarensis. Fr.. 
Cyclolepis Agassizi. Reuss. 
Halec Sternbergii. Ag. 
Beryx ornatus. Ag. 
Lepidenteron. F. 


Cephalopoda. 


Belemnites sp. 


Nautilus sublavicatus. D'0»b. 


Nautilus rugatus. Fr. et Schl. 
Nautilus galea. Fr. et Schl. 

Ammonites conciliatus. Stol. 
Ammonites peramplus. Man«. 
Scaphites Geinitzili. D?0»%. . 


Helicoceras Reussianum. Gein. . 


Hamites sp. 
Baculites ndulátus. D'0rb. i 


Gastropoda. 


Turritella multistriata. Reuss. 
Turritella iserica. Fi. . 


E PE PE 


| 


(+ |+++ ++ ++ 
Mk 


Vb) + 
m 
| 


zije o=e| hi 


aj 


| 
| ee 
| 
E 
| 


(4+4 


| 
+ 


z 
| 


p 


lek 


++ 


ES E 8 


Korycaner Schichten 


Schichten 
Malnitzer Schichten 


Weissenberger 


Byšicer Ueber- 


Iserschichten 


gangs-Sch. 


Zwischen- 
Pláner 


| Trigonia-Sch. 


Bryozoen-Sch. 


Teplitzer Schichten | 


Turritella Fittoniana. Goldf. 
Scala decorata. Gein. . 
Natica Roemeri. Gein. 
Natica lamellosa. Rom. 
Natica Gentil. Sow. 

Nerita dichotoma. Gein. . 
Pleurotomaria linearis 
Turbo Goupilianus 


Rostellaria Reguieniana. D'0rb. 


Rostellaria megaloptera ? 


Rostellaria Schlottheimi. Róm. . 


Rostellaria ovata. Goldf. . 
Fusus Renauxianus. D'0rd. . 
Voluta Roemeri. Gein. 
Voluta suturalis. Goldf. 
Mitra Roemeri. D'0r%. 
Avellana sp.. 


Pelecypoda. 


Opis Chocenensis. Fi. 
Protocardium Hillanum. (o 
Cardium productum. $ow. 
Isocardia gracilis. Fž. 


Crassatella cf. austriaca. Zi.. 
Crassatella cf. macrodonta. Zr. 


Mutiella ringmerensis. Gein. 
Cyprina guadrata. D?0+»b. 


Cyprina cf. crassidentata. Zit. . 


Eriphyla lenticularis. Stol. . 
Trigonia limbata. D*0rb. . 
Pectunculus sp. i 
Arca subglabra. D'0rb. 

Arca echinata. D*0rb. . 

Arca Schwabenaui. Zčtr. . 
Arca pholadiformis. D'0. . 
Pinna decussata. Goldf. 
Mytilus radiatus. Goldf. . 
Solen? cf. Guerangeri. 


Pholas sp. 


DOrů. 
Lithodomus spatulatus. | Reuss. 
Lithodomus cf. rostratus. D?0rb. 


Ej |- 


P a 


-ez hoste] 


A152 pát VRURVÍOOSTERTEJK EAKPTOE u p 


| 


(hr+r+4 


es 


TE A6 8 OSTNY 


-= n 


FE E re 


+ 


*) Craie chlorité des grčs inferieur turonien in Frankreich. 


K 


am 


JESTE 


Ek 
5 Běh E 


a el še 


Kára 


4+0 


. Gosau. 


Gosau. 


Gosau. 


Gosau. 
Gosau. 


E 09) 


Gosau. 


90 


Iserschichten 


Schichten 
Malnitzer Schichten 


Weissenberger 
Pláner 


Zwischen- 


Korycaner Schichten 
gangs-Sch. 


Teplitzer Schichten 


Trigonia-Sch. 
Bryozoen-Sch. 


| Byšicer Ueber- 


Gastrochaena amphisbaena Gein. 
Leguminaria Petersi? Reuss. 
Modiola capitata. Zčtt. 

Modiola typica. Forb. : 
Pseudomya anomioides. F*. 
Pholadomya aeguivalvis. D'0rb. | + 
Pholadomya nodulifera. Můnst. - | — 
Pholadomya perlonga. F. < .|—|— 
Panopaea gurgitis. Brongn. < -|— 
Panopaea mandibula. Sow. sp. - |— 
Panopaea Ewaldi? Reuss. : 
Tellina semicostata. Gein. < -| 
Tellina concentrica. Reuss. 
Venus Sp E PE 
Cytherea cf. polymorpha. Ziz. . | — 
Avicula anomala. Sow. ; 
Gervillia solenoides. Defr. < |- 


kč 


(ELI+ 2 E aale Bet 
NENE: 


A root TH 


-E11 
Els AFF- 13 


| 


Me RE 


E ETEENNNCNNÉ: 
A444 + | 


P č 


Gosau. 


krů 


Gosau. 
Perna subspatulata. Reuss. 
Inoceramus Brongniarti. 
Inoceramus 6D.. 
Lima cf. Dupiniana. D'0r. . 
Lima semisulcata. Nils. 
Lima elongata. Sow. 

Lima multicostata. Gein. 
Lima pseudocardium. Reuss. 
Lima iserica. Fr. A 
Lima aspera. Mant. < -< - <| 
Lima ovata. Róm. k teach 
Lima dichotoma. Reuss. <- <|— 
Lima Sowerbyi. Gein. 
Pecten Nilssoni. Goldf. ar 
Pecten laevis. Něls. T- 
Pecten curvatus. Gein. < . <|- 
Pecten Dujardinii. Róm. -. 
Pecten serratus. Nils. 
Pecten acuminatus. Gein. i 
Vola guinguecostata. Sow. sp. - 
Spondylus hystrix. Goldf. 
Exogyra conica. Sow. - 
Exogyra lateralis. Nils. 
Exogyra laciniata. D?0rb. sp. 
Exogyra Matheroniana. D'0r%. . 
Ostrea diluviana. Linné 
Ostrea frons. Park. 


NE EÉCSEEEEEE 


Neocom. 


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LT 


E zál |) 


PRD VEST | (ble Lea 1 False bed Mal bdě KE a S) V E a ll 


O ames zase am uznané = p az] 


TE sal sla ns S12 5T5 Bral srst bety 13 | tassl Bl 


81 


Schichten 
Malnitzer Schichten 


Weissenberger 


Iserschichten 


| 


Byšicer Ueber- 
gangs-Sch. 


Zwischen- 
Pláner 


Trigonia-Sch. 


Bryozoen-Sch. 


Teplitzer Schichten 


Ostrea semiplana. Sow. : 
Ostrea hippopodium. Nils. . 
Anomia subtruncata. D'0»+. 
Anomia semiglobosa. Gein. . 
Anomia subradiata. Reuss. 
Anomia sp. . 

Anomia imitans 


Brachiopoda. 


Magas Geinitzii.. . . 


Rhynchonella plicatilis. Sow. 
Rhynchonella Cuvieri 


Rhynchonella Mantelliana. s 


Terebratula sp. 


Bryozoa. 


Hippothoa labiata. Nov. . 


 Bifustra Pražáki. Nov. re 
Diastopora acupunctata. Nov. . 


Proboscina Bohemica. Nov. . 
Proboscina Suessi. Nov. 
Entalophora Geinitzii. Reuss. 
Entalophora raripora. D'0rb. 
Spiripora verticillata. Goldf. 
Truncatula tenuis. Nov. 
Heteropora magnifica. Nov. - 
Petalophora seriata. Nov. 
Osculipora plebeia. Nov. 


Crustacea. 
Krabbe 


Callianassa antigua 
Pollicipes sp. 
Vermes. 


Serpula socialis. Gold. 
Serpula ampulacea. So. 


PER 


| [| | 1 | -+>- | Korycaner Schichten 


Je 

s 
ESC 
Ba 
PET 


+++ 


+ +++ 


+++ 


kod ELE 
LI 


LLL++ 
EBIT E 


LITTLE 


EHIK 
++ ++++++h++ 


+++ r 
+ 


H 
++ 


ER E S 


EB 


++ 


Korycaner Schichten 


Weissenberger 


Schichten 
Malnitzer Schichten 


Byšicer Ueber- 


Iserschichten 


gangs-Sch. 


Zwischen- 
Pláner 


Trigonia-Sch. 


Bryozoen-Sch. 


—————————————————————————————————————————————————————————————————————————— —— ——u u mmm 
| 


Serpula macropus. So. 
Serpula gordialis. Goldf. . 


Echinodermata. 


Antedon sp. (Glenotremites) 
Cidaris cf. Vendocinensis. Ag. 
Cidaris subvesiculosa. D'0rb. 
Cyphosoma radiatum. Sorignet. 
Cyphosoma sp. ž 
Glyphocyphus sp. 
Holectypus Turonensis. Da 
Cardiaster ananchytis. DOrb. 
Holaster elongatus. Nov. 
Micraster Michelini. Ag. 
Hemiaster plebelus. Nov. 
Catopygus Pražáki. Wov. 
Catopygus albensis. Gein. 
Catopygus fastigatus. Nov. - 
Nucleolites bohemicus. Nov. 
Caratomus Laubei. Nov. -« 
Stellaster (Asterias) tuberculi- 
fera. Drescher . .. . 


Coelenterata. 


Micrabatia cf. coronula . i 
Plocoscyphia la. Reuss 
(Hexactinellida) ; 
Ventriculites angustatus. Rěm. ) 
Ventriculites radiatuš. Mant. 
Vioa EÉxogyrarum. Fi. 

Vioa catenata. F. 

Vioa miliaris. Fr. - 

Spongites saxonicus. Gein. 


Foraminifeva. 


Flabellina elliptica. Nils. 
Frondicularia sp. 
Cristellaria rotulata. Lam. 


dl 


++ 


E Pons =o 00) PES 9 E AP 


OEASAEM 


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(+++ (+++ +441 


Spoobribrode se rondel 


E) 
+ 
E: 


+++ta++++ 


-= 
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dobr ohhobrob +++ 


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Teplitzer Schichten 


83 


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! = 8 Iserschichten i | 
| |erée | Bt = 
PENESIE P Eu E | 
E A 3 2 | Bla 
BS S| nm oa |% : 
v jaj o Pa, s? s = = 
= m N o AS pl © 
S HB © | LA oc A =) N 
© oa | o BD -> © N R 
Pl a K0 SA = = 
= S (ba 89N = Ps | © 
id = z -m 
Plantae ? 
Fucoides funiformis. Fr. < <| — | — | —|(— -E -+ — 
Fucoides columnaris. Fr. © <| — | — —| -+ -E -+ — 
Fucoides cauliformis. F% © <| — | —  —— — -> > — 
Fucoides strangulatus. Fr. < <| — | — — -| — -+ = 
175 Arten 3357 61,17 34 150|81 37 


Von den 175 Arten, welche bisher in den Iserschichten vorgefunden wurden, 
kommen bloss 33 in den cenomanen Korycaner Schichten vor und dies sind melist 
solche, welche in allen Lagen unserer Kreideformation auftreten. Aus den Weissen- 
berger und Malnitzer Schichten geht nur etwa ein Drittel der Arten in die Iser- 
schichten úber. 

Die jingeren Teplitzer Schichten weisen, so weit man es vor der eingehenden 
Bearbeitung derselben bestimmen kann, bloss 37 Arten auf, die in den Iserschichten 
vorkommen. 

Daraus geht zur Genige hervor, dass die Iserschichten einen selbststándigen 
palaeontologischen Charakter haben und es verdienen, als ein besonderes Glied 
in unserer Schichtenfolge hervorgehoben zu werden. 


6* 


94 


JL Kritisches Verzeichniss der in den Iserschichten vor- 
kommenden Versteinerunoen. 


In Beziehune auf die Regeln, nach welchen ich dieses Verzeichniss zusammen- 
gestellt habe, verweise ich auf das, was ich in der Einleitung zu einem áhnlichen 
Verzeichnisse der Versteinerungen der Weissenberger und Malnitzer Schichten 
(pag. 95) gesagt habe. 


Auch hier ist die Bestimmung zum Theil noch von provisorischem Charakter, 
denn die definitive Schichtung des Materiales kann nur in Monographien durch- 
gefihrt werden, welche die einzelnen Petrefactengruppen durch alle Schichten 
unserer Kreideformation verfolgen. 


Ausser den bereits bestehenden Monographien úber Reptilien, Fische, Cephalo- 
poden und Bryozoen sind mehrere weitere in Vorbereitung. Dr. Ot. Novák voll- 
endete soeben eine Arbeit úber die irreguláren Echinodermen, auf welche ich mich 
in Nachstehendem berufen werde, da ihr Erscheinen binnen Kurzem zu erwarten ist. *) 
Zu einer Monographie der Crustaceen, die ich vorbereite, sind die meisten Tafeln 
bereits lithographirt. Ausserdem arbeiten in den Laboratorien des Museums mehrere 
jingere Kráfte an den Gastropoden, Bivalven und Spongien. 

Wenn auch áhnliche Arbeiten vielleicht in der Zukunft manchen von mir 


jetzt gebrauchten Namen ándern werden, so konnte ich mit der Veróffentlichung 
nachstehender Uebersicht nicht lánger zógern. 


Manche Bestimmungen erweisen sich auch aus dem Grunde unsicher, weil 
der Erhaltungszustand der Exemplare ein sehr mangelhafter ist. Dies ist nament- 
lich bei den Pelecypoden (Bivalven) der Fall, wo nur in seltenen Fallen die Schalen- 
oberfláche und das Schloss wahrzunehmen ist. Sehr oft blieb nur der Steinkern 
das einzige Substrat der Bestimmung. Es ist dies am meisten bei den Arten zu 
bedauern, welche in ihrer Gesammterscheinung sehr an Gosauarten erinnern, aber 
aus dem Grunde, weil wir nur Steinkerne haben, keine sichere Bestimmung zu- 
lassen. 

Es móge daher das Gebotene nicht zu streng beurtheilt und wohlwollend 
aufgenommen werden. 


Bei Arten, welche auch in den Weissenberger oder Malnitzer Schichten vor- 
kommen, werde ich bloss die in meiner letzten Arbeit **) gegebenen Abbildungen 
citiren und zwar mit „W. Sch.“ Nur in Fillen, wo die Exemplare aus den Iser- 
schichten stark abweichen, gebe ich neue Abbildune derselben. Die Abbildungen 
sind diesmal nicht in Holzschnitt, sondern mittelst der Chemigraphie, welche sich 


*) Sitzungsbericht der k. bohm. Ges. der Wissenschaften, 10. Nov. 1882. 


**) Die Weissenberger und Malnitzer Schichten 1878. Archiv fůr Landesdurchforschung, 
IV. Band Nro. 1. 


85 


zur Darstellung der Petrefacten viel besser eignet, durchcefůhrt *), denn sie 


gleichen in Kreidemanier verfertigten Lithographien, die man bisher nicht im 


Buchdruck zu verwenden im Štande war. 


A. Ves. 


Cretornis Hlaváči Fr. (Vesmír, X. Jahrgang, Seite 233. Sitzungsberichte der 
k. bohm. Gesellschaft der Wissenschaften 26. Nov. 1880.) — Pig. 45 a—f. 
Bei Zářecká Lhota unweit Chotzen offnete man im Herbste 1880 


unterhalb des Teiches, in der Schlucht gegen die Korab-Můhle hin, einen 


DE oc Bo 5 


one 
ve 


Fig. 45. (Cretornis Hlaváči, Fr. 


Steinbruch, um Materiale zu einem Strassenbau zu gewinnen. Da ging zufállig 
Frau Tomek aus Chotzen vorbei und sah, dass die Arbeiter etwas im Ge- 
steine besehen und bewundern. Als sie wahrnahm, dass es eine Versteine- 
rung ist, so erbat sie sich ein Stůckchen, um es Herrn Apotheker Hlaváč 
zu úberbringen, da derselbe áhnliche Sachen sammelt. Derselbe erkannte 
die Wichtigkeit des Fundes, begab sich sogleich an den Fundort und sam- 


melte alles, was noch aufzufinden war. 


*) Die Zeichnungen wurden auf englischem Kornpapier (Maclure et Macdonald) von den 
Herren L. Lukáš und Langhans ausgefůhrt und von der Firma Angerer © Goeschel in Wien, 


Ottakringstrasse 33 die Clichés angefertigt. 


86 


Die mir eingesandten Exemplare sind róthlich weisse im festen grauen 
Kalksteine der Iserschichten eingebettete Knochen, deren Splitter unter 
dem Mikroskope die Knochenstructur sehr gut erhalten zeigen. Alle haben 
sehr důnne Wánde und demnach geráumige Lufthóhlen. 


přsho HtRene 


Fig. 45. Gretornis Hlaváči, Fr. 


Der eine Knochen ist ein ganzes Exemplar eines Coracoideum von 
75 mm. Lánge, im Gesammthabitus etwa demjenigen einer Gans áhnlich 
(Fig. 45 a, db). 

Dann ist ein Fragment des Oberarmes (Fig. 45 c), eine Ulna (d, e), ein 
Handwurzelknochen und zwei Finger (Fig. 45 g, f) vorhanden. Eine ein- 
gehende Bearbeitung dieser Vogelreste wird vorbereitet. 


— 


87 


Pisces. 


Oxyrhina Mantelli Ag. (Fr. Rept. und Fische, pag. 7, Fig. 12). 

Die Haifische sind in den Iserschichten úberhaupt áusserst selten und 
ich erhielt bloss ein Exemplar von bedeutender Grósse aus der Gegend 
von Jungbunzlau und ein etwas kleineres Exemplar befindet sich in der 
Schulsammlung in Chotzen aus dem grauen Kalke der „Báčova skála“ 
daselbst. 

Oxyrhina angustidens Reuss. (Fr. Rept. und Fische, pag. 8, Fig. 13). 

In den glauconitischen můrben Lagen der Trigoniaschichten am Fried- 

hofe bei Chotzen. Sehr selten in den Bryozoenschichten von Živonín. 


Fig. 46. Otodus semiplicatus, Můnst. Nat. Grósse. 


Otodus semiplicatus Můnster (Fr. Rept. und Fische, pag. 7, Fig. 10). — Figur 
Nro. 46. 
Das prachtvolle abgebildete Exemplar erhielt unser Museum vom Herrn 
Pfarrer Plachta aus Svijan bei Můnchengrátz. 
Es scheint aus dem rostigen Auader der Iserschichten zu stammen, 
doch ist der Horizont, aus dem es stammt, nicht ganz sichergestellt. 
Dass diese Art sicher den Iserschichten angehórt, beweist ein zweites 
Exemplar, welches in den kalkigen Trigoniaschichten im Steinbruche „Báčův 
lom“ bei Chotzen gefunden wurde. Dasselbe befindet sich in der Sammlung 
des Herrn Fr. Hlaváč, Apothekers in Chotzen. 
Otodus appendiculatus Ag. (Fr. Rept. und Fische, pac. 5, Fig. 5). 
Kleine Exemplare dieser in unserer Kreideformation sehr verbreiteten 
Art fanden sich in den Iserschichten bei Zamost, Rohosec und Blatec (Ro- 
vensko) in der gewohnlichen Grósse von 10—12 mm. vor. 
Lamna raphiodon (Fr. Rept. und Fische, pag. 10, Fig. 17). 
Sehr selten in den Trigoniaschichten bei Chotzen. 
Lamna subulata Ag. (Fr. Rept. und Fische, Seite 9, Fio. 15). 
Selten in den glauconitischen Schichten beim Friedhofe in Chotzen. 
Corax heterodon Reuss. (Fr. Rept. und Fische, pas. 11, Fig. 23, 24). 
Ein kleiner, elánzend schwarzer Zahn der normalen Form, ohne den 
Seitenlappen, wurde im Steinbruche bei Čejtic (Bahnhof Jung-Bunzlau) in 
den hóchsten Lagen der Iserschichten, welche wahrscheinlich den Bryozoen- 


schichten von Kanina entsprechen, gefunden. © Einige grosse Exemplare © 
stammen aus den glauconitischen můrben Plánern der Trigoniaschichten. 
beim Friedhofe in Chotzen. 

Pycnodus serobiculatus Reuss. (Fr. Rept. und Fische, pag. 22, Taf. 2 Fig. 7). 

Das grósste aller bisher in der bóhm. Kreideformation aufgefundenen. 
Exemplare stammt aus einem in den Iserschichten geoffneten Steinbruche 
bei Můnchengrátz a. d. Iser. © 

Es ist von schwarzer Farbe, 12 mm. breit und die charakteristischen 
Punkte an der Oberfláche sind gut wahrzunehmen. 

Ein Schneidezahn von 6 mm. Lánge, hellbraun, růhrt aus den Trigonia- 
schichten von Čejtic bei Junebunzlau her. Wahrscheinlich gehóren zu der- 
selben Art die Skelettreste sowie die Schuppen, welche ich in den Fisch- 
knollen „v Dolečkách“ bei Leitomischel gefunden habe. 


Fig. 47. Halec Sternbergii, Ag. von Jung-Koldín, etwa ", nat. Grósse. 


Osmeroides Lewesiensis (Fr. Rept. und Fische, pag. 32, Fig. 55). 

Normale Schuppen dieser Art wurden bei Jungbunzlau, Choroušek und 
Knížnic gefunden. Auch trifft man sie massenhaft auf den Fischschuppen- 
knollen, welche in den Byšicer Uebergangsschichten auftreten, Vrutic, 
Řepín etc. 

Osmeroides Vinarensis n. sp. 

Von der Gattung Osmeroides wurden in der jůngsten Zeit mehrere 
ganze Exemplare in der Gegend von Chotzen und Vinar bei Hohenmauth 
gefunden, es wird aber erst eine sorgsame Untersuchuneg derselben voran- 
gehen můssen, bevor man wird entscheiden kónnen, ob es andere Arten 
als Lewesiensis sind. Nach den Schuppen zu urtheilen ist es eine neue Art 
und ich will sie vorderhand als O. Vinarensis bezeichnen. 

Cyclolepis Agassizi Gein. (Fr. Rept. und Fische, pag. 34, Fig. 59). 

Die zarten, glánzenden, meist goldbraunen Schuppen trifft man als Be- 

standtheile der Fischschuppenknollen der Byšicer Uebergangsschichten bei 


89 


Vrutic, Sušno etc. an; auch in den tiefsten an z rodin. von Dolanek 
| bei Turnau habe ich sie gefunden. 
Halec Sternbersgii Ag. (Fr. Rept. und Fische, pag. 37, Taf. 9). — Big. 47. 
Das von Agassiz Reuss und mir abgebildete Exemplar, dessen photo- 
graphisch verkleinerte Figur ich hier beifůge, wurde in den Iserschichten 
bei Jung-Koldín, nordlich von Chotzen, gefunden. Im neuerer Zeit erhielt 
ich áhnliche Reste aus den Šteinbrůchen bei Vinar unweit Hohenmauth. 
Auch hier stammen sie aus den tieferen Lagen der Iserschichten. 
Beryx ornatus Ag. (Fr. Rept. und Fische, pag. 493, Taf. 5, Fig. 2, 3). — Text- 
figur  Nro. 48. | 
Růhrt aus den grauen Knollen der Byšicer Uebergangsschichten in 
Benatek an der Iser her und zwar aus der Berglehne hinter der „Obodř“ 
genannten Háusergruppe. 


Fig. 48. Beryx ornatus, Ag. Fast ganzes Exemplar aus den Fischknollen in Benatek. 
1/, nat. Grósse. 


Lepidenteron sp. 

Unter diesem Namen fůhre ich hier láneliche Wůlste an, die an der 
Oberfláche áhnlich wie das L. longissimum mit zahlreichen Fischschuppen 
verschiedener Gattungen bedeckt sind (Osmeroides Cyclolepis etc.) Man 
findet sie meist horizontal liegen. Aehnliche Anháufungen von Fischschuppen 
fand ich auch in senkrecht stehenden grossen Knollen und zwar senkrecht 
zwei nebeneinander aufgestellt, wodurch die Fraglichkeit ihrer Natur noch 
grósser wird. Diese Fischschuppenwůlste halten einen gewissen Horizont 
in den Byšicer Uebergangsschichten, kommen aber einzeln auch anderwárts 
in den hoheren Iserschichten vor. 


Cephalopoda. 


Belemnites sp. — /%g. 49. 
Das kleine Fragment aus den Bryozoenschichten von Vtelno wurde von 
Herrn J. Pražák gefunden und ist der einzige Rest, den wir von dieser 
wichtigen Gattung aus den Iserschichten besitzen. Die mangelhafte Erhal- 


90 


tung erlaubt keine, auch nicht eine annáherungsweise Bestimmung und ich 
beschránke mich darauf aufmerksam zu machen, dass die Oberfláche ganz 
áhnlich wie bei Belemnitella guadrata gekórnt ist und dass die Achse etwas 
aus dem Centrum gerůckt ist. Von der Furchung und den Aderungen, welche 
fůr die genannte Art charakteristich sind, sind keine Andeutungen vorhanden. 


Nautilus sublaevigatus d'Orb. (Fr. et Sch. Cephalop. pag. 21, Taf. 12, Fig. 1). 


Exemplare dieser Art kommen in Gesellschaft des Ammonites peram- 
plus in den tiefsten Lagen der Iserschichten in der Umgebung von Jung- 
bunzlau vor, sind aber sehr schwer von den jungen des Nautilus Galea zu 
unterscheiden, welcher in denselben Schichten vorkommt. Wir besitzen 
auch Exemplare aus den hoheren Lagen von Libichov bei Jungbunzlau, 
Choroušek, Živonín, Vtelno und Chotzen. 


b 

a 
Fig. 49. Belemnites sp. Aus den Fig. 50. Nautilus rugatus, Fr. et Schl. 
Bryozoen-Schichten von Vtelno. Aus den tieferen Trigoniaschichten von 


a Nat. Grósse. 5 Ein Stůckchen Choroušek. "; nat. Grósse. 
der Oberfláche vergróssert. 


Nautilus rugatus Fr. et Schl. (Cephalop. der b. Kreideform. pag. 23, Taf. 12, 15). 


Figur Nro. 50. 

Diesen durch grobe wulstige Radialrippen ausgezeichneten Nautilus lie- 
ferten die Iserschichten von Jungbunzlau, Choroušek, Řepín, Leitomischel 
und Chotzen. 

Bei Choroušek tritt er bloss in den tieferen Lagen (Profil Nro. 17, 1) auf. 


Nautilus galea Fr. et Schl. (Cephal. der b. Kreideform. pag. 23, Taf. 12, 15). 


Fig. 51. 

Dieser riesige Nautilus wurde in 2 Exemplaren in den tiefsten Lagen der 
eigentlichen Iserschichten (Profil Fig. 22, 1) beim Bau der Kralup-Turnauer 
Eisenbahn unweit Zamost gefunden. Spáter erhielt unser Museum ein drittes 
Exemplar vom Prinzen Alexander Taxis, das in Bezděčín bei Jungbunzlau ge- 
funden wurde. Auch aus der Gegend von Chotzen besitzt ihn Herr F. Hlaváč. 


Ammonites conciliatus Stol. (Fr. et Schl. Cephalop. pae. 35, Taf. 7, Fig. 1, 2). 


Big. 52. 
Das abgebildete Exemplar stammt aus den Iserschichten zwischen Bohm.- 
Trůbau und Wildenschwert. Neuester Zeit wurde auch ein doppelt so grosser 


i | 91 


Ammonit bei Cuclau, nordlich von Brandeis an der Adler, gefunden und 
von Herrn Fr. Hlaváč unserem Museum geschenkt. 

Es ist etwas weniger als die linke Hálfte des in der Siphonalfláche 
gespaltenen xemplares vorhanden und da die Anfangswindungen, an denen 


a 5 


Fig. 51. Nautilus galea, Fr. et Schl. Aus den tieferen Trigoniaschichten bei Jungbunzlau. 
a Seitenansicht '/; nat. Gr. b Auerschnitt der Wohnkammer. 


die Knotenreihen deutlich erhalten zu sein pflegen, verdeckt sind, so ist 
die Bestimmung noch nicht ganz sicher. Diese Art scheint den Amm. 
Woolgari der Weissenberger und Malnitzer Schichten zu vertreten. 
Ammonites peramplus Mant. (Fr. et Schl. Cephal. pag. 38, Taf. 8, Fig. 1—4). 
Kommt in riesigen Exemplaren in den tieferen Lagen der Trigonia- 
schichten vor, wie z. B. im Kottlerischen Garten bei Turnau, von wo das 
90 cm. messende Exemplar herrůhrt, das am Eingange in unser Museum auf- 
gestellt ist. Aber auch die hóheren Lagen (etwa der Horizont des Micraster 
Michellini) lieferten riesige Exemplare bei Libichov unweit Jungbunzlau. 
Kleine Exemplare fand Herr Pražák in den Bryozoenschichten von Živonín 
und Vtelno. 


b a 


Fig. 52. Ammonites conciliatus, Stol. Aus den Iserschichten von Bóhm.-Trůbau. '„ nat. Grósse. 
a von der Seite. d von Vorne. 


92 


Helicoceras Reussianum Geinitz (Helicoceras armatus dďOrb. Fr. et Schl. Ce- 
phalop. d. b. Kreideform. pag. 48, Taf. 13, Fig. 16). 

Ein grosses Windungsfragment aus den Trigoniaschichten von Dolánek 
bei Turnau, dessen Abbildung ich oben citire, kann als zu dieser Art ge- 
hórig betrachtet werden, denn trotz des mangelhaften Erhaltungszustandes 
lassen sich zwischen den erhabenen mit 4 Knotenreihen versehenen Rippen 
noch schwache wellige Rippen an den Šeiten wahrnehmen. — 

Scaphites Geinitzii d'Orb. (Fr. et Sch. Cephal. pag. 42, Taf. 13, 14). — Figur 
Nro. 53 a, b. 

In den Byšicer Uebergangsschichten bei Jiřic (nordlich von Lisa) fand 
ich kleine gestreckte, deutlich geknotete Exemplare, die aber wohl auch 
von Sc. Geinitzii nicht zu trennen sein werden (Fig. 53, b). | 


Fig. 53. Scaphites Geinitzii, d'Orb. 
a Von Jizerní Vtelno. Nat. Gr. 5 Von Jiřic. Nat. Gr. 


Auffallend háufig traf ich diese Art in den tieferen Lagen der Trigonia- 
schichten an der Strasse bei Knížnic nordlich von Jičín und in den tieferen 
Trigoniaschichten von Vinar bei Hohenmauth vor. 

Aus den echten Iserschichten sind nur wenige Exemplare bekannt und 
zwar von Čejtic aus den mittleren Lagen der Trigoniaschichten. 

Ein sehr grosses stark involutes Exemplar, dessen Abbildung ich bei- 
fůge, fand ich in einer Mauer in „Jizerní Vtelno“ und dem Gestein nach 
zu urtheilen stammt es aus den Trigoniaschichten, welche die hóchste Lage 
des Čejticer Profils (pag. 41) bilden. 

Dieses Exemplar gleicht in Form und Grósse auffallend denjenigen, 
welche ich in den Riesenexemplaren des Ammonites peramplus aus den 
Teplitzer Schichten bei Koštic gefunden habe. 

Baculites undulatus d'Orb. (W. Sch. pag. 103). 

Diese unsichere Art trifft man in mangelhaften Exemplaren auch in 
den Trigoniaschichten, z. B. bei Knížnic und Desna. 

Eine Wohnkammer von Desna besitzt die Breite von 13 mm. Alles 
vorliegende Material reicht bloss dazu aus, das Vorkommen der Gattung 
Baculites in den Iserschichten sicherzustellen. 


cO 
c 


Grastropoda. 


k 


Turritella multistriata Reuss. (W. Sch. pag. 1083, Fig. 38). — Fig. 54. 

Kommt sehr sparsam in den hóheren Lagen der Trigoniaschichten bei 
Libichov (Jung-Bunzlau) und als Steinkern beim Fried- 
hofe in Chotzen vor. Diese Steinkerne zeigen eine 
deutliche Furche der Mitte der Umgánge entlang und 
ich wůrde Anstand genommen haben, sie als zu Turvr. 
multistriata gehórig zu betrachten, wenn nicht ein 
Fragment die wohlerhaltene Schale dieser Art be- 
sitzen wůrde. Ein kleines Fragment besitzen wir auch 
aus den Bryozoenschichten von Živonín. 


Turritella iserica Fr. n. sp. — Fig. 55 a—d. 
Diese herrliche neue Art erreicht die Lánge von ne OPM 
10 em., der Winkel betrágt 239. Der Steinkern zeiet © gotriata. Renee 


rundlich gewólbte Windungen, aber an der sehr dicken poř ne den = 
Schale sind die Windungen fach mit drei scharfen, oů an 
vorspringenden Auerlinien. Die Ráume zwischen diesen ac 4  Chotzen. 
Linien sind mit sehr feinen zahlreichen GAuerlinien z mn VS 


besetzt. 


Fig. 55. Turritella iserica, Fr. (von Cejtic bei Jungbunzlau). a Ein fast ganzes Exemplar in nat. 

Grósse. b Eine der oberen Windungen 3mal vergróssert. c Fragment der letzten Windung stark 

vergróssert. d Drei Windungen eines zweiten Exemplares von demselben Fundorte. e Eine dieser 
3 Windungen vergróssert. 


94 


Die letzte Windung zeigt auf der Schale eine zierliche Sculptur. Die 
Anwachsstreifen sind oberhalb der Mitte der Windung schón nach hinten 
ausgeschweift und mit áusserst feinen Auerlinien geziert (Fig. 55 c). 

Ein zweites Exemplar, das im Ganzen mit dem beschriebenen ůúberein- 
stimmt, zeigt eine bedeutende Anschwellung im obersten Viertel einer jeden 
Windung (d, e). 

Diese zwei Exemplare fand ich in den hoheren Lagen der Trigonia- 
schichten in Čejtic bei Jungbunzlau, ein anderes in Desna bei Leitomischel. 
Ausserdem gehóren hierher wahrscheinlich auch grosse Steinkerne von Cho- 
roušek, Živonín und Vtelno. 

Turritella Fittoniana Můnst. (W. Sch. pa«. 103, Fig. 39). — Fig. 56. 

Normale Exemplare fanden sich bei Třeboutic, Brozánka, Dolánek, Blatec 
bei Rovensko und bei Knížnic. Durch stárker gewólbte Windungen und 
gróbere Granulation sind Exemplare von Loučkov bei Turnau ausgezeichnet, 
weshalb ich davon eine Abbildung gebe. 


Fig. 56. Turritella Fittoniana von Loučkov. a Nat. Grósse. b Eine Windung stark 
vergróssert. 


Scala decorata Gein. (W. Sch. pag. 104, Fig. 41). 
Es wurde bloss ein kleines Exemplar mit 3 Windungen in den Tri- 
goniaschichten von Dolanek bei Turnau gefunden. 
Natica Rómeri Gein. (W. Sch. pag. 105, Fig. 44). 
Selten in den Uebergangsschichten von Třeboutic und in den Trigonia- 
schichten von Dolánek, Chotzen und Bóhm.-Tribau. 
Natica lamellosa A. Róm. (W. Sch. pas. 105, Fig. 43). 
Selten und schlecht erhalten in den Trigoniaschichten von Brozánek, 
Knížnic und Chotzen, sowie in den Bryozoenschichten von Živonín und 
Vtelno. 
Natica Gentii Sow. (W. Sch. pag 105, Fig. 45). 
Ein einzigesmal in der tiefsten Lage der Trigoniaschichten von Cho- 
roušek vorgekommen. 
Nerita dichotoma Fr. (Natica dichotoma Geinitz, Elbth. pag. 245, Taf. 54, Fig. 18). 
Von dieser Art, die nach Exemplaren von Korycan zur Gattung Nerita 


95 


gehórt (und von mir bereits 1809 als solche angefůhrt wurde “), fand sich 
ein kleines Exemplar mit Schale in den Bryozoenschichten von Gross-Oujezd 
bei Choroušek. Es mag das umsoweniger úberraschen, als Geinitz diese Art 
sowohl aus dem Plánerkalke von Strehlen, als ne von Kieslingswalde (Chlo- 
meker Schichten) anfůhrt. 

Pleurotomaria linearis? Mant. (Geinitz Elbthalgeb. II. Taf. 29, Fig. 10). — 
Pig. 57 a, b. 

Steinkerne kommen in den Trigoniaschichten des Adlergebietes nicht 
selten bei Brandeis an der Adler, Bóhm.-Trůbau und Chotzen im Iser- 
gebiete bei Ohraženic vor; ein Exemplar von Desna bei Leitomischel, das 
ich abgebildet habe, zeigt am letzten Umgange ein Stůckchen obzwar be- 
schádigter Schale, von der ich in Fig. 57 b eine vergrósserte Skizze gebe. 
Die Windungen der Steinkerne sind hóher und gewólbter als bei der Pl. 
lnearis aus den Teplitzer Schichten. 


Fig. 57. Pleurotomaria linearis, Mant. Von Desna bei Leitomischel. a Nat. Grósse. b Fragment 
der Schale vergróssert. 


Die Verzierung der Schale stimmt ziemlich mit P. linearis úberein 
und zeigt bei einer gewissen Stellung zum Lichte auch die schwache Kór- 
nung, welche durch die Kreuzung der Lánoslinien mit den Auerlinien ent- 
steht. (Dies ist auf der Zeichnung nicht hinreichend dargestellt.) 

Jedenfalls ist die Art aus den Iserschichten eine sehr nahe verwandte 
zu Pl. linearis und erst die Auffindung. von Exemplaren mit wohlerhaltener 
Schale důrfte Sicherheit bringen, ob wir es mit einer neuen Art zu thun haben. 

Die Grósse anlangend so messen die gróssten Exemplare von Brandeis 
an der Adler an der Basis 10 cm. 

Turbo Goupilianus ďOrb.? (D'Orb. Pl. 185, Fig. 7—10). — Fig. 58. 

Mangelhaft erhaltene Exemplare eines Turbo liegen aus den Trigonia- 
schichten von Choroušek, Libichov, Dolánek, Loučkov, Desna und Chotzen 


*) Archiv fůr Landesdurchforsch. von Boóhmen I. Band, Sect, II pag. 232. 


26 


vor. Die Schale ist nur theilweise an dem abgebildeten Exemplare von 
Dolánek wahrnehmbar. 

In der Gesammterscheinung und namentlich durch die stark gewólbten 
Windungen náhert sich diese Art dem Turbo Goupilianus d'Orb., welchen 
sie aber in Beziehung auf Grósse úbertrifft, denn D'Orbigny's-Exemplare 
waren bloss 7 mm. hoch, unsere sind 23 mm. hoch und eben so viel breit. 

Bis man Exemplare mit erhaltener Schale finden wird, muss man darauf 
achten, ob die elatten Lángsstreifen zwischen die gekórnten eingeschoben 
sind, welche Art von Verzierune fůr T. Goup. charakteristisch ist. 

Der áhnlich granulirte Trochus amatus dďOrb. (Geinitz Elbthal. II. 29, 
Fig. 7) ist viel hóher und seine Windungen sind facher. 

Rostellaria Reguieniana? ďOrb. (W. Sch. page. 107, Fig. 51). 

Ein fast ganzes Exemplar besitzen wir aus den Trigoniaschichten von 
Dolánek bei Turnau. Die Flůgelfortsátze lassen sich nicht mit Sicherheit 
erkennen und es wáre moglich, dass das Exemplar zu der nahe verwandten 
Rost. ornata d'Orb. gehóren kónnte, denn es sind Spuren eines lángs des 
Gewindes aufsteigenden Fortsatzes vorhanden. 

Ein Fragment ohne Flůgel růhrt aus denselben Schichten von Vinar her. 


Fig. 58. Turbo Goupilianus, d'Orb. Fig. 59. Rosteilaria ovata, Můnst. 
Von Desná. Nat. Gr. Von Třeboutic. 


Rostellaria ovata Můnst. (Goldfuss III. pag. 17, Taf. 170, Fig. 3) (— ? Strombus 
bicarinatus d'Orb. Geinitz Auadersandstein-Gebirge Taf. IX, Fig. 4). — 
Fig. 59. 

Aus den Byšicer Uebergangsschichten von Třeboutic bei Leitmeritz, 
sowie aus den Bryozoenschichten von Živonín besitzen wir diese Schnecke, 
welche an der letzten Windung zwei vorspringende divergirende Leisten 
trást. Das Gewinde ist bei unseren Exemplaren noch niedriger als bei den 
von Goldfuss aus der grůnlichen Kreide von Haldem abgebildeten und áhnelt 
mehr dem von Geinitz als Strombus bicarinatus angefihrten Exemplare aus 
Nagořany. 

Da die Ausláufer der Lippe nicht bekannt sind, so bleibt die Bestimmung 
unserer Exemplare unsicher. 

Rostellaria Schlottheimi (Geinitz Elbthalgeb. pag. 168, Taf. 30, Fig. 1, 8). — 
Fig. 60. | 

Schalenlose Exemplare ohne Flůgel kommen in den Trigoniaschichten 
von Desna, Bohm.-Trůbau, Bezno und Chotzen vor. Ein Exemplar aus der 
„Báčová skála“ bei Chotzen zeigt einen Theil des Fliůgels, von welchem 


97 


ein Fortsatz sich an die Windungen des Geháuses anlehnt. Mein Assistent, 
Herr Weinzettl, welcher soeben die Rostellarien der bohm. Kreideformation 
bearbeitet hat, stellt diese Art zu der R. Schlottheimi Romer, welcher sie 
durch das kurze Gewinde und die bauchige letzte Windung nahe kommt. 


Ne 
Fig. 60. Rostellaria Schlottheimi von Chotzen. Nat. Gr. 


Fusus Nereidis Goldf. (W. Sch. pag. 109, Fig. 53). 

Von Knížnic bei Libuň besitze ich zwei aus den an Scaphiten reichen 
Trigoniaschichten Exemplare dieses Fusus, den ich frůher nur nach einem 
Fragmente kannte. Er stimmt im Wesentlichen mit der Goldfussischen Ab- 
bildung, ist aber durch die stark vorspringende Lángsrippe ausgezeichnet, 
die sich úber den am meisten winklig vorspringenden Theil der letzten 
Windung hinzieht. Der nach unten ausgezogene Theil der Schale ist nicht 
erhalten. 

Voluta Roemeri (Geinitz Elbthalgeb. pas. 172, Taf. 30, Fig. 15). 

Ein ganzes 30 mm. langes Exemplar besitzen wir aus den Trigonia- 
schichten von Knížnic bei Jičín, wo es in Gesellschaft von Turritella Fitto- 
niana und Scaphites Geinitzii vorgefunden wurde. 

Voluta suturalis Goldf. (W. Sch. pag. 110, Fig. 55). 

Steinkerne, welche am meěisten dieser Art verglichen werden kónnen, 
fanden sich in dem glauconitischen můrben Pláner der hochsten Lagen der 
Trigoniaschichten beim Friedhofe in Chotzen und auf einem Felde bei Bezno, 
wo sie Herr V. Vaněk, Lehrer daselbst, sammelte. Exemplare von beiden 
Fundorten zeigen ein zerfressenes Aussehen und keine Spur von Šchale. 

Mitra sp. Zweifelhafte Steinkerne besitzen wir vom Friedhofe bei Chotzen und 
von Bezno bei Jungbunzlau. 

Avellana sp. Nicht náher bestimmbare Exemplare fanden sich in den Ueber- 
gangsschichten von Hradek bei Černosek und Třeboutic bei Leitmeritz, in 
den Trigoniaschichten bei Chotzen. 


Pelecypoda. 


Opis Chocenensis Fr. — F%g. 61. 
Es wurde bisher ein einziges Exemplar dieser neuen Art in den Tri- 
goniaschichten bei Chotzen vorgefunden. Die Muschel ist auffallend kurz, 


- 


í 


08 


fast doppelt so hoch als lang, ihre Dicke ist um weniges geringer als die 
Lánge. Vom Wirtel aus zieht sich ein gewólbter Růcken zur Ecke, welche 
der vordere Rand mit dem unteren bildet, und ein zweiter zur hinteren 
Ecke. Die Wirbel sind deutlich ber den Schlossrand erhaben, der Vorder- 
rand schwach eingebuchtet, der hintere mássig gewólbt. 

Die Bestimmung der Gattung ist bisher unsicher, denn nur Opis neoco- 
miensis d'Orb. zeigt eine entfernte Aehnlichkeit in der Gesammterscheinung. 
Auch kónnte man an eine sehr verkůrzte Crassatella denken, doch muss 
die Entscheidung bis zur Auffindung von Exemplaren mit erhaltenem Schloss 
verschoben werden. 

Die Verzierung der Schale besteht in mehr als 40 wulstigen Anwachs- 
streifen, welche an der Fláche zwischen den 2 Wůlsten deutlich sind, an 
der vorderen und hinteren Fláche aber sehr schwach angedeutet sind. 


Fig. 61. Opis Chocenensis Fr. von Chotzen. Nat. Gr. 
a Von der Seite, b von oben. 


Protocardium Hillanum Sow. (W. Sch. pag. 112, Fig. 64). 

Nur einzeln in schlechterhaltenen Šteinkernen bei Choroušek, Jung- 
bunzlau, Dalovic, Dolánek und Loučkov bei Turnau, in Bohmisch-Trůbau 
und Písník bei Bóhm. Leipa. 

Cardium productum Sow. (C. intermedium Reuss. B. Kr. II. 1. T. 35, Fig. 15, 16). 

Schlechte Steinkerne von Choroušek, Libichov bei Jungbunzlau und Do- 
lánek bei Turnau; schón erhaltene, aber kleine ŠSteinkerne aus den glauco- 
nitischen Lagen der Trigoniaschichten vom Friedhofe bei Chotzen und von 
Bezno. 

Isocardia gracilis Fr. (W. Sch. pag. 114, Fig. 67). 

Kommt ganz in derselben Form und Grósse vor, wie in den Weissen- 
berger und Malnitzer Schichten und zwar in den Byšicer Uebergangsschichten 
bei Jiřic und Brozánka, in den Trigoniaschichten von Chotzen, Bohmisch- 
Trůbau, Libuň und Jung-Koldin, in den Bryozoenschichten von Živonín. 

| Crassatella ef. Austriaca Zittel (Bivalven der Gosau, pag. 151, Taf. VIII., Fig. 1. 

Erklárung dieser Tafel hat dort aus Versehen Nro. X). — Fig. 62 a, b. 
Unter den zahlreichen meist als Šteinkern vorliegenden Exemplaren 

der Gattung Crassatella kónnen wir zwei Typen, eine lange und eine kurze, 


JO 


unterscheiden. Wenn es auch an manchen Stůcken schwer fállt zu bestimmen, 
zu welcher Form sie gehóren, so hat man doch extreme gute Štůcke, von 
denen sich die langen der Čr. Austriaca am náchsten stellen, wáhrend die 
kurzen hohen wahrscheinlich mit Cr. macrodonta identisch sind. 


Die lange Form erreicht bei Dolánek 4 cm. Hóhe und 7 cm. Lánge. 
Die Schale ist in krystallinischen Kalkspath verwandelt und bleibt in der 
Regel fest am negativen Abdrucke hángen. Auch am Šteinkern bleibt eine 
Kruste von Kalkspath, welche wir durch Erhitzung mittelst des Lóthrohres 
absprengten und so die schónen abgebildeten Steinkerne erhielten. Die 
kleinen Fragmente der wohlerhaltenen Schale zeigen, dass dieselbe bedeu- 
tende Stárke besass und mit regelmássigen Anwachsfurchen geziert war. 
Die Steinkerne zeigen sehr kráftige Muskelansátze, dann den Abdruck des 
gefalteten und am Rande fein gekerbten Mantelrandes. 


Fig. 62. Crassatella ef. Austriaca Zittel, von Jungbunzlau in natůrlicher Grósse. 


Das Hauptkennzeichen der lángeren Form ist das, dass die Wirbel weit 
nach vorn oberhalb dem ersten Viertel der Schalenlánge zu stehen kommen, 
wáhrend sie bei der folgenden Art oberhalb der Mitte stehen. 

Diese Art gehórt zu den gewóhnlichen Erscheinungen in den Trigonia- 
schichten von Choroušek, Dolánek, Libichov, Jungbunzlau, Rohosec ete. Die 
Bryozoenschichten lieferten sie von Gross-Újezd. Sie kommt zusammen mit 
der Cr. macrodonta vor. 

Als Vorgánger dieser Art ist die Crassatella protracta Reuss aus den 


Launer Knollen zu betrachten (W. Sch. pag. 115, Fig. 70). 
70 


100 


Crassatella cf. macrodonta Sow. sp. (Zittel Bivalven der Gosau pag. 150, 


Taf. VIN Fig. 2, 3, Astarte macrodonta Sow.). — Pig. 68. 

Diese kůrzere und hóohere Art hat den Wirtel fast in der halben 
Schalenlánge. Das grósste Exemplar eines Steinkernes von Dolánek ist 
Ď cm. hoch, 65 cm. lang. Die Eindrůcke der Mantelfaltung und die feine 
Randkerbung sind deutlich. Die Oberfláche der Schale war mit viel deut- 
licheren und tieferen concentrischen Furchen geziert als die vorige Art. 


Fig. 63. Crassatella macrodonta Sow. Steinkern von Dolanek bei Turnau. Nat. Gr. 


Kommt háufig in den Trigoniaschichten von Bóhm.-Trůbau, Chotzen, 
Desna, Dolánek, Rohosec, Choroušek und Vtelno vor. Exemplare mit Schale 
haben wir nur von Desna, sonst sind es immer nur ŠSteinkerne. 

Diese Form ist in den álteren Schichten durch Čr. arcacea und regu- 
laris vertreten, welche aber in Grósse sehr zurůckbleiben (W. Sch. pag. 115). 


Mutiella Ringmerensis Mant. sp. (Geinitz Elbthalgeb. II., pag. 61, Taf. 10, 


Fig. 11—13. Corbis rotundata, Róm. Fimbria coarctata Zittel. W. Sch. 
pag. 116, Fig. 75). — Fig. 64. 

Steinkerne, welche Reste von einer bis 2 mm. dicken Schale an sich 
tragen, finden sich háufig in den Trigoniaschichten bei Chotzen, Bóhm.- 
Trůbau, Desna, Dolánka, Libichov bei Jungbunzlau, Husovodol bei Cho- 
roušek u. s. w. Auch aus den DBryozoenschichten von Gross-Újezd liegt 
diese Art vor. 

Die Oberfláche der Schale sowie deren Sculptur sind sehr selten erhalten, 
ebenso haben wir nirgend ein gut erhaltenes Schloss, weshalb die Artbestim- 
mung eine provisorische bleibt. 


Cyprina guadrata d'Orb. (W. Sch. pag. 116, Fig. 76). — Fig. 65. 


Steinkerne von 8 cm. Lánge trifft man háufig in den Trigonia- 
schichten von Chotzen, Bóohm.-Trůbau, Dolánka bei Turnau, Choroušek, 
Lindenau, Libuň, Knížnice, Blatec etc. fast úberall, wo man in den ge- 
nannten Schichten intensiver sammelt. 


101 


Cyprina cf. crassidentata Zittel. | 
Neben der.C. guadrata kommen noch Steinkerne vor, welche einer 
nach hinten mehr ausgezogenen Art angehóren. Dieselben náhern sich in 
Form der Ú. crassidentata, Zittel namentlich der Figur 2a. Ein schones 
Exemplar besitzen wir von Písnik, dann andere von Chotzen und Dolánek, 
úberall aus den Trigoniaschichten. 


Fig. 64. Mutiella Ringmerensis, Mant. sp. Steinkern von Chotzen. Nat. Grósse. 


Fig. 65. Cyprina guadrata, d'Orb. Steinkern von Chotzen. */, nat. Grósse. 


Eriphyla lenticularis (W. Sch. pag. 116, Fig. 78). 

Steinkerne von mittlerer Grósse kommen in den Byšicer Uebergangs- 
schichten von Třeboutic, dann in den Trigoniaschichten von Choroušek, 
Čejtic, Jungbunzlau, Dolanek, Blatec und Chotzen vor. Am letzgenannten 
Orte in letzterer Zeit besonders in den glauconitischen Schichten beim 
Friedhofe. 

Trigonia limbata d'Orb. (Pal. franc. Crét. III. pag. 156, 298. Zittel Bivalven 
der Gosau pas. 160, Taf. IX, Fig. 1a—c). — Fig. 66 a, b. 

Steinkerne mit anhángenden Resten der krystallisirten Schale sind in 

den Trigoniaschichten des Elbe-Isergebietes háufig; bei Choroušek (schon 


102 


in den tiefsten Lagen des auf Seite 30 dargestellten Profils), Kováň, Ko- 
šátek, Čejtice, Jungbunzlau, Dolánek, Rohosec und Písnik. Glatte, sehr gut 
erhaltene Steinkerne erhielt ich vor Kurzem von Bezno durch den Lehrer 
Herrn Vaněk. 

Viel seltener ist die Art im Adlergebiete, wo sie z. B. bei Chotzen 
bisher nur in einem Exemplar, welches sich in der Sammlung des Herrn 
Hlaváč befindet, vorgefunden wurde. Ausserdem ganz einzeln in Desna und 
Bóhm.-Trůbau. 

In den Bryozoenschichten kommt sie nicht vor. 

Durch die mássige Ausbildung der Kórnung der Rippen, so wie durch 
die gedrungene Gestalt náhert sich unsere Art entschieden mehr der 
T. limbata als der T. scabra, deren specifische Selbststándigkeit gewiss 
eine zweifelhafte ist und bei der neueren Anschauungsweise wenig Be- 


deutung hat. T. aláformis, limbata und scabra sind gewiss nur Glieder 
einer Reihe. 


Pectunculus sp. (Ganz jámmerlich erhaltene Exemplare, an denen man selbst 


die Gattung mit Schwierigkeit feststellen kann, kommen selten bei Tře- 
boutic, Choroušek, Jungbunzlau, Cejtic und Dolánek vor. 


a 


Fig. 66. Trigonia limbata d'Orb. Nach einem Gypsabgusse in das Negativ aus der Gegend von 


Areca 


Bohm.-Trůbau. Nat. Grósse. «a von der Seite, d von Oben. 


subglabra d'Orb. (W. Sch. pag. 119, Fig. 85). — Fig. 67. 

Diese in unserer Kreideformation sehr verbreitete Art ist auch in den 
Iserschichten háufig als Steinkern anzutreffen. Im den Byšicer Uebergangs- 
schichten fand ich sie bei Třeboutic, Brozanek und Košatek, in dem Zwischen- 
pláner in den Trigoniaschichten von Choroušek, Čejtic, Jungbunzlau, Můn- 
chengrátz, Bosig, Dolanek, Rohosec, Chotzen, Bóohm.-Trůbau und Desna. 

Die Steinkerne sind in verschiedener Richtung und in verschiedenem 
Grade zerdrůckt, so dass die Art in sehr verschiedener Form in die Hánde 
des Sammlers kommt und daher fůr den Anfinger schwer zu bestimmen ist. 
Die zu Seiten des Schlossrandes nach hinten sich hinziehende Furche hilft 
jedenfalls bei der Sicherstellung der Gattung. 


103 


Der abgebildete, sehr wohl erhaltene ŠSteinkern zeigt bei der Ansicht 
von unten (Fig. 67 c), dass die Schale etwas, klaffend war wegen der 
Bissusplatte. 

Arca echinata d'Orb. (W. Sch. pag. 119, Fig. 84). 

Ein Exemplar mit wohlerhaltener Schale fand Herr Pražák in den 

Bryozoenschichten bei Živonín. 


Fig. 67. Arca subglabra d'Orb. Steinkern aus den glauconitischen Lagen der Trigoniaschichten 
vom Friedhofe bei Chotzen. Nat. Grósse. a Von der Seite, d von Oben, c von Unten. 


Arca cf. Geinitzii Reuss (Elbthalgeb. II. Taf. 16, Fig. 7 a). 

Von den zahlreichen der Gattung Arca angehórigen Steinkernen sind 
diejenigen von Třeboutic, Dolánek und Knížnice bei Libuň der Arca Gei-. 
nitzii Reuss am hnlichsten, namentlich der Abbildung bei Geinitz. Der 
mangelhafte Erhaltungszustand lásst keine sichere Bestimmung zu. 


Fig. 68. Arca Schwabenaui, Zittel. Von Dolánek bei Turnau. a Nat. Grósse, d SŠculptur 
vergróssert. 


Arca Schwabenaui Zittel (Bivalven der Gosau Taf. X, Fig. 7a). — Fig. 68. 

Ich fand bloss zwei mangelhaft erhaltene Exemplare, die stellenweise 
die Sculptur doch erhalten haben, in den tieferen Lagen der Trigonia- 
schichten in Dolanek bei Turnau. 

In der schmalen Form, dem seitlichen Eindruck und der klafenden 
Schale stimmen unsere Exemplare genau mit der Abbildung von Zittel. 

In der Gosau kommt diese Art am Wegscheid und Tauerngraben 
selten vor. 


104 


Arca -ef. pholadiformis d'Orb. (Pal. Fr. Pl. 315, Fig. 1—5). — Fig. 69. 
Es liegt bloss eine rechte Schale vor, welche in den Contouren und 
der Sculptur mit der franzósischen Art ziemlich úbereinstimmt, nur ist sie 
nach hinten etwas schmáler. 


Von den Reussischen Arten wáre Arca angulata in Beziehung der Form 
zu vergleichen, doch zeigt die Reussische Abbildung keine radiale Sculptur, 
welche an unserem Exemplare viel deutlicher erhalten ist, als sie an der 
Zeichnung dargestellt ist. 


Die franzósische Art kommt in der chloritischen Kreide des unteren 
Turon bei Mans vor. 


Fig. 69. Arca cf. pholadi- Fig. 70. Mytilus radiatus, Goldt. 
formis, d'Orb. Von Dola- Von Desna. Nat. Grósse. 
nek bei Turnau. Nat. Gr. 


Pinna decussata Goldf. (W. Sch. pas. 120, Fig. 86). 

Kommt in allen Lagen der Iserschichten vor; besonders háufig in den 
mittleren Trigoniaschichten. Die normale Lánge betrágt 20 cm. Bei Bóhm.- 
Trůbau bildet diese Art stellenweise fast Bánke. Bei Abtsdorf fand ich auf 
einem Steinkern den Abdruck einer Perle. 

Die Museumssammlung besitzt Exemplare von Chotzen, Bóhm.-Trůbau, 
Choroušek, Kanina, Gross-Újezd, Košátek, Čejtic, Jung-Bunzlau, oben 
Lochtuš, Blatec, Písnik, Bósig, Auscha u. s. w. 

Mytilus radiatus Goldf. (W. Sch. pag. 120). — Fig. 70. 

Schón erhaltene Exemplare mit Schale liefern die Trigoniaschichten 
von Chotzen, Desna und Dolanek. 

Solen cf. Guerangeri d'Orb. (Pal. Franc. Ter. Cret. pag. 321, pl. 951, Fig. 1, 2). 
Fig. 71 a, db. 

Zwei Steinkerne von Choroušek und Čejtic stimmen in der Gesammt- 
form mit der franzósischen Art aus dem grčs inferieur des Turon von Mans, 
nur stehen die Wirbel etwas mehr in der Mitte der Schalenlánge. Die 
Fragmente der Schale zeigen die Sculptur nicht. 


105 


Lithodomus spatulatus Reuss. (W. Sch. pag. 122, Fig. 92). 


Kommt einzeln sowohl in den Byšicer Uebergangsschichten bei Jiřic, 
als auch in den Trigoniaschichten von Chotzen, Knížnic, Brandeis a. d. Adler 
und Dalovic bei Jungbunzlau vor. Das sehr schón erhaltene Exemplar von 
Knížnic hat 66 mm. Lánge, 15 mm. Breite. 

Lithodomus ef. rostratus d'Orb. (Pal. Franc. pag. 292, Taf. 344, Fig. 16, 11). 
Hig. 72 a, b, c, d. 

Kleine Exemplare eines rauhen Lithodomus aus den Byšicer Ueber- 
gangsschichten von Jiřic bei Lissa náhern sich etwas dem L. rostratus 
d'Orb., aber sie sind etwas schmáler und nach vorne hin mehr zugespitzt. 
Die Oberfláche zeiet bei genauer Betrachtung mit der Lupe rauhe Auer- 
runzeln, welche von Lánesfurchen in schmale Felder gesondert werden. 

Auch náhert sich diese Art etwas der Myoconcha angustata Fr. (W. Sch. 
pag. 120, Fig. 91). 


| Pholas sp. Ein ziemlich gut erhaltener 10 mm. langer Steinkern kam mir (wáh- 


rend des Druckes dieser Arbeit) aus den glauconitischen Lagen der Tri- 
goniaschichten vom Friedhofe in Chotzen zu. 

Auch kommen Ausfillungen von Bohrlóchern, welche zu Pholas oder 
Gastrochaena gehóren, an mehreren Štellen in den Iserschichten vor. 


Fig. 71. Solen cf. Guerangeri, d'Orb. Fig. 72. Lithodomus cf. rostratus, d'Orb. von Jiřic bei 
áus den Trigoniaschichten von Čejtic. Lissa vergróssert. a von oben, d von der Seite, c von 
a von der Seite, b von oben. Nat. Gr. vorne. d Ein Fragment der Schale stark vergróssert. 


Gastrochaena amphisbaena Gein. (W. Sch. pag. 122, Fig. 93). 
Ist in den Iserschichten eine seltene Erscheinung und nur im Zwischen- 
pláner wurden mangelhafte Fragmente vorgefunden. 
Siligua Petersi Reuss. (W. Sch. pag. 123, Fig. 96). 
Selten in dén Uebergangsschichten von Třeboutic bei Leitmeritz und 
in den Trigoniaschichten von Knížnic bei Libuň. 
Modiola capitata Zittel (W. Sch. pag. 123, Fig. 91). 
Ziemlich vereinzelnt aber weit verbreitet kommt diese Art in den 
Uebergangsschichten von Třeboutic, sowie in den Trigoniaschichten von 


106 


Choroušek, Čejtic, Libichov bei Jungbunzlau, Dalovic, Dolánek, Loučkov, 
Knížnic, Chotzen, Brandeis a. d. Adler, Desna und Bóhm.-Trůbau vor. 

Modiola typica Forbes sp. (Mytilus typicus, Forbes. Mytilus ligeriensis, Reuss. 
Verst. d. b. Kreideform. II. pag. 16, Taf. XXXIII. Mytilus Reussi W'Orb. 
Prodr. 22 Nro. 740. Fig. 3. Modiola typica Zittel Bivalven der Gosau 
pag. 78, Taf. XI. Fig. 5 a, b, c). — Fig. 73 a, b, c. 

Diese Art ist eine der bezeichnendsten fůr die Iserschichten, denn sie 
tritt hier zum erstenmale auf. Schon Reuss fůhrt sie als M. ligeriensis aus 
dem „kalkigen Sandstein von Wildenschwert“ also aus den Iserschichten an. 
D'Orbigni erkannte bereits, dass dies nicht der echte M. Ligeriensis ist und 
fůhrt die Art im Prodrom (22. 740) als Mytilus Reussi d'Orb. an. 


Fig. 73. Modiola typica Forbes von Jungbunzlau. Nat. Grósse. a von der Seite, % von oben, 
c Fragment der Schale vergróssert. 


Die genaue Vergleichung zahlreicher Exemplare zeigte aber, dass es 
vollig úberflůssig ist, die bohmische Art von der aus der Gosau als Mo- 
diola typica von Zittel beschriebenen Art zu trennen. 

Zuerst fand ich die Art in den Uebergangsschichten von Třeboutic, 
dann in den Trigoniaschichten von Choroušek, Čejtic, Jungbunzlau, Dolánek, 
Ohraženic, Rohosec, Písnik und Desna bei Leitomischel. 

An dem abgebildeten Exemplar von Jungbunzlau, welches seinerzeit 
von Herrn Štecker gesammelt wurde, bemerkt man die wahrscheinlich von 
einer Natica gebohrte Oeffnung. 


Pseudomya anomioides Fr. n. gen. et sp. — Fig. 74 a—e. 

Diese interessante Muschel wurde vom Herrn J. Pražák in der 6. Lage 
der Trigoniaschichten von Choroušek entdeckt. Zuerst hielt ich dieselbe fůr 
eine Anomia, aber bald úberzeugte ich mich, dass alle Exemplare durch den 
beschádigten Wirbel ein zahnartiges, kráftiges, gefurchtes Gebilde wahr- 
nehmen lassen, welches auf den Schlosszahn der Gattung Mya erinnert. 


107 


Alle vorhandenen Schalen?gehůren der rechten Seite an und deuten darauf 
hin, dass die Muschel vorne und hinten klaffend war. Zwischen dem Wirbel 
und dem Vorderrande zieht sich eine Furche nach unten hin. 

Zusammen mit der rechten gewólbten Schale kommen flache runde 
Austern áhnliche Schalen vor, welche vielleicht als linke Schale aufzufassen 
sind und zu der grósseren rechten in einem áhnlichen Verháltniss stehen 
wůrden, wie die bei Corbula, Pandora etc. So lange man nicht beide Schalen 
beisammen findet, muss die Frage offen bleiben. 


| Fig. 74. Pseudomya anomioides Fr. an den Trigoniaschichten von Choroušek. a—d in nat. Grosse. 
-a Von der Seite, b von oben; durch den beschádigten Theil des Wirbels ist der starke Zahn zu 
| sehen. c von unten. d von vorne. e der Schlosszahn vergrossert. 


Pholadomya aeguivalvis dOrb. (W. Sch. pag. 124, Fig. 98). 

Grosse Exemplare kommen in den Byšicer Uebergangsschichten vor. 
Ich fand sie in Třeboutic, Brozánek und in Schellesn. Auf letzterem Orte 
in dem unmittelbaren Liegenden des ersten Kokořiner GAuaders. Auch 
unterhalb Vraclav traf ich grosse Exemplare etwa im Niveau der Byšicer 
Schichten. 

Aus den Trigoniaschichten besitzen wir Exemplare von Chotzen, Desna, 
Bóhm.-Trůbau, Písnik, Jungbunzlau, Dolánek, Lochtuš und Knížnic. Die 
Bryozoenschichten lieferten sie von Živonín. 

Pholadomya nodulifera Můnster (Goldfuss Petref. Germ. pag. 273, pl. 158, 
Fig. 2. — Reuss Verst. II. pag. 18. — Ph. umbonata, Róm. pag. 16 n. 3, 
pl. 10, Fig. 6. — Ph. nodulifera M. in Geinitz Elbthal. II. pag. 70, Taf. 19, 
Fig. 5). — Fig. 75 a—c, Fig. 76. 

Die geknotete Pholadomya kommt in den Trigoniaschichten des Elbe- 
gebietes bei Košátek, Junebunzlau, Lochtuš und Dolánek vor. 

Sie kommt in der normalen unverdrůckten Form vor und gleicht dann 
auffallend der recenten Ph. candida (Chenu Manuel II. pag. 42). Die von 
vorne nach hinten verdrickten Exemplare stimmen mit der Ph. umbonata 
Róm. úberein. Doch kommen Uebergánge vor, welche es nicht zulassen, 
diese zwei Arten zu unterscheiden. 

Reuss fihrt die Ph. nodulifera aus dem unteren Auader von Tetschen 
an, doch ist es sehr wahrscheinlich, dass die Exemplare aus den hóchsten 
den Trigoniaschichten entsprechenden Lagen der Auadersande stammten, 
aus denen sie auch Geinitz anfůhrt. 


108 


Ganz áhnliche Pholadomyen kommen dann auch háufig in den Chlo- 

meker Schichten (= Kieslingswalde) vor. ; 

Pholadomya perlonga Fr. (W. Sch. pag. 124, Fig. 99). 

Selten in den Trigoniaschichten von Choroušek, Košátek und Chotzen. 

Panopaea gurgitis Brongn. (W. Sch. pag. 125, Fig. 100). 

Kommt selten in den unteren Partien der Trigoniaschichten vor. Wir 

besitzen sie von Choroušek, Košátek, Zámost, Dolánek, Blatec, Knížnic, 
Desna und Bóhm.-Trůbau. 


Fig. 75. Pholadomya nodulifera M. var. umbonata Róm. von Dolánek. "/, nat. Grósse. 
a Von oben, b von der Seite, c von unten. 


Fig. 76. Pholadomya nodulifera M. von Jungbunzlau. Nat. Grósse. 


Panopaea mandibula Sow. (Geinitz Elbthal. II. pag. 70, Taf. 18, Fig. 20, 21). 
Diese sehr kurze Art ist selten in den tieferen Lagen der Trigonia- 
schichten von Chotzen, Jungbunzlau, Blatec und Knížnic. Ein Exemplar 
stammt auch aus den DBryozoenschichten von Vtelno. Uebrigens ist es 
schwer zu entscheiden, ob unsere Exemplare nicht bloss verkůmmerten 
Individuen der Panopaea gurgitis angehůren. 
Panopaea Ewaldi Reuss? (Reuss Verst. II. pag. 17, Taf. 37, Fig. 1). 
Es kommen an mehreren Orten mangelhaft erhaltene Steinkerne vor, 
welche in ihrer Erscheinung an eine Unio erinnern und wáren sie nicht 


b 


109 


unter marinen Arten gefunden und wůrde man nicht Bryozoen- und Serpula- 
i arten daran bemerken, so wůrde man sehr geneigt sein, dieser Ansicht bei- 
zutreten. Von den aus unserer Kreideformation bekannten Arten steht diesen 
Muscheln die Panopaea Ewaldi am náchsten. 
| Wir besitzen Exemplare von Choroušek, Chotzen, Auscha, Desna, Bóhm.- 
| Trůbau und vor Kurzem fand Prof. Zahálka aus Raudnitz ein Exemplar in 
| Markwartic bei Turnau. 
(Tellina semicostata Reuss (W. Sch. pag. 126, Fig. 102). 
Sehr schlecht erhaltene Exemplare besitzen wir aus den Trigonia- 
schichten von Chotzen, Čejtic und Knížnic und eines aus den Bryozoen- 
schichten von Živonín. 
Tellina concentrica Gein.? (W. Sch. pag. 126, Fig. 103). 

Steinkerne, welche wahrscheinlich dieser Art angehóren, aber nur 
schwache Spuren der concentrischen Štreifung zeigen, besitzen wir aus den 
Uebergangsschichten von Třeboutic, aus den Trigoniaschichten von Čejtic, 
Dalovic, Dolánek, Knížnic, Desna und Bóhm.-Trůbau. 


: 


a b 


Fig. 77. Venus cf. parva Sow. Steinkern aus den glauconitischen Schichten vom Friedhofe bei 
Chotzen. a Von der Seite, > von oben. Nat. Grósse. 


Venus cf. parva Sow. (Reuss Verst. IL pag. 20, Taf. XLI. Fig. 17). — Fig. 77. 
Steinkerne mit wohlerhaltenen Muskelabdrůcken und der Šiphonallinie 
fand ich in den glauconitischen Trigoniaschichten beim Friedhofe in Chotzen. 
In der Gestalt náhern sie sich am meisten der V. parva Sow., zu der ich sie 
vorderhand stelle. 
Cytherea polymorpha Zittel? (Bivalven der Gosau pag. 126, Taf. III. Fig. 6 a—d). 
Fig. 78. 

Steinkerne mit spárlichen Spuren der Schale finden sich in den Trigonia- 

schichten von Choroušek, Jungbunzlau, Rohosec, Bohm.-Trůbau und Písnik. 
Avicula anomala Sow. (W. Sch. pag. 128, Fig. 108). 

Kommt einzeln meist in kleinen Exemplaren in den Uebergangsschichten 
in Třeboutic, in den Trigoniaschichten in Choroušek, Dolanek, Ohraženic, 
Knížnic, Brandeis a. d. Adler, Desna, Bóhm.-Trůbau und in Písnik, in den 
Bryozoenschichten von Vtelno und Živonín vor. 

Gervillia solenoides Defr. (W. Sch. pas. 128, Fig. 129). 

Diese fast in allen Schichten unserer Kreideformation vorkommende 
Art ist auch sowohl in den Uebergangs- als auch in den Trigoniaschichten 
zu finden. Besonders grosse Exemplare bis 20 cm, Lánge finden sich in 


110 


den Steinbrůchen bei Vinar. Wir besitzen sie von Třeboutic, Jungbunzlau, 

Dolanek, Libuň, Knížnic und Chotzen. i 

Perna subspatulata Reuss (Reuss Verst. d. b. Kreideformation II. pag. 24. Im 
Register ausgelassen. Taf. XXXII Fig. 16, 17). — Fig. 79 a—c. 

Diese in den Iserschichten stellenweise háufige Perna hielt ich zuerst 

fůr P. laceolata Gein., bis mich reicheres und besseres Material úberzeugte, 

dass sie mehr mit P. subspatulata Reuss úbereinstimmt, da ihre Form nicht 


Fig. 78. Cytherea polymorpha Zittel. Steinkern aus den Trigoniaschichten von Písnik. Nat. Gr. 
a Seitenansicht, d von oben. 


so schief verzogen, sondern mehr viereckig ist. Wenn auch P. subspatulata 
von der in den Korycaner Schichten vorkommenden P. lanceolata abstammen 
mag, so můssen doch beide gegenwártig als selbststándige Arten angefůhrt 
werden, da die Uebergánge noch nicht vorliegen. 

Einzeln kommt diese Art in den Trigoniaschichten sowohl des Elbe- 
als des Adlergebietes vor, aber eine fórmliche Bank von 20—30 cm. Hóhe 
bildet sie bloss bei Rohosec unweit Turnau (vergl. Profil Fig. 25 pag. 46). 
Exemplare von Blatec bei Rovensko sind 95 cm. hoch 75 cm. lang, werden 
aber von denen bei Chotzen gefundenen noch an Grósse iúbertroffen. 

Wir besitzen auch Exemplare von Jungbunzlau, Dolanek und Bóhm.- 
Trůbau. 

Die Reussischen Exemplare stammten aus dem Exogyrensandstein von 
Malnitz. 


Inoceramus Brongniarti Sow. (W. Sch. pag. 130, Fig. 111). — Fig. 80. 
Riesige Exemplare bis zu einem halben Meter Hóhe fanden sich wáh- 
rend des Bahnbaues bei Jungbunzlau. Bruchstůcke der Schale, die fast 
úberall in den Iserschichten vorkommen, deuten auf eine weite Verbrei- 
tung dieser grossen Inoceramen hin. Kleinere Exemplare besitzen wir von 
Choroušek, Košátek, Jiřic, Dolánek, Knížnic, Brandeis a. d. Adler und 
Písnik. 


111 


Inoceramus sp. Ausser dem In. Brongniarti kommen noch in den Trigonia- 
schichten von Bóhm.-Trůbau und Vinar kleine Inoceramen vor, welche dem 
Inocer. striatus Mant. áhnlich sind, doch wird ihre sichere Bestimmung 
erst in einer Monographie aller bohm. Inoceramen moglich sein, 


Fig. 79. Perna subspatulata Reuss. a Ganzes Exemplar von der Seite. Nat. Grósse von Dolánek 
bei Turnau, b von hinten, c das Schloss eines anderen Exemplares. 


a 
d 
Fig. 80. Inoceramus Brongniarti. Stein- Fig. 81. Lima Dupiniana ďOrb. aus den Trigonia- 
kern aus den tieferen Lagen der Tri- schichten von Chotzen. a Vergróssert, db Fragment 
goniaschichten bei Jungbunzlau. ',, nat. | der Schale stark vergróssert. 


Grósse. 


112 


Lima Dupiniana dOrb. (Pal. Fr. Terr. cret. III. pag. 535, PI. 415, Fig. 18—22). 
Fig. 81. 
Diese kleine Art, welche ich in den Trigoniaschichten von Čejtie, Chotzen 
und Desna vorfand, macht bei oberfáchlicher Betrachtung den Eindruck der 
Lima septemcostata. Reuss (W. Sch. 132, Fig. 114) unterscheidet sich aber 
von derselben durch zahlreichere 10—12 radiale Rippen und sehr deutliche 
Radialstreifung derselben. Sie stimmt ziemlich mit der Lima Dupiniana 
d'Orb., von der sie bloss durch etwas schmálere Form abweicht. Unsere 
Exemplare haben die Lánge von 9 mm. 


! 


n n r m CA 


C 


Fig. 82. Lima multicostata Gein. aus den Trigoniaschichten von Chotzen. a Šteinkern von nor- 
maler Form in nat. Grósse. b Ansicht eines Exemplars mit Schale von vorne, nat. Grosse. 
c Fragment der Schale vergróssert. d Fragment mit Dreitheilung der Rippen vergróssert. 


Lima semisulcata Nilss. (W. Sch. pag. 132, Fig. 115). 

Háufig und meist mit wohlerhaltener Schale in den Trigoniaschichten 
von Košátek, Choroušek, Jungbunzlau, Bóhm.-Trůbau, Cerekvic, Písnik, 
Lindenau etc. 

Lima elongata Sow. (W. Sch. pag. 132, Fig. 116). 

Diese in den Weissenberger und Malnitzer Schichten háufige und weit 
verbreitete Art kommt nur einzeln in den Iserschichten und nur an wenigen 
Localitáten bei Dolánek, Jungbunzlau, Libuň, Knížnic, Brandeis a. d. Adler, 
Koldin und Chotzen vor. Bei manchen Exemplaren unserer Sammlung war 
es nicht sicher, ob sie nicht aus tieferen Lagen stammen. 


113 


Lima multicostata Gein. (L. canalifera Goldf. W. Sch. pag. 192). — Fig. 82 a—d, 
Fig. 55 var. | : 

Die normalen Exemplare (a), welche in der Regel nur ohne Schale aus 
dem Gestein gewonnen werden kónnen, zeigen 16—20 Rippen. Wo die Schale 
erhalten ist, zeigen sich die ziemlich scharf auftretenden Rippen durch doppelt 
so breite Zwischenráume getrennt und von stárkeren und schwácheren con- 
centrischen Linien geziert (c). Bei manchen Exemplaren zeigen die Rippen 
eine Theilung in zwei oder drei, was namentlich nach einem stárkeren 
Wachsthumsabsatz der Fall zu sein pflegt und ziemlich unregelmássig auf- 
tritt (Z und Fig. 83). Die gróssten Exemplare erreichen eine Lánge von 
10 mm. 

Diese Art ist in den Trigoniaschichten eine der háufigsten Erschei- 
nungen und ich besitze namentlich aus der Gegend von Chotzen Hunderte 
von Exemplaren, welche dort mit Lima dichotoma Reuss und Hemiaster 
plebeius Nov. in dem zum Sechotterschlagen verwendeten Gestein vor- 
kommen. 

In den Auadersanden des Hohen Schneeberges, sowie in den hóheren 
Lagen der sáchsischen Schweiz deutet diese Art den Horizont der Trigonia- 
schichten an. 

Auch in den Bryozoenschichten von Gross-Újezd und Živonín tritt diese 
Art auf. 


Fig. 83. Lima multicostata Gein. Varietát Fig. 84. Lima iserica Fr. n. sp. Aus den Tri- 
mit dichotomirenden Rippen, nat. Grósse, gonia-Schichten von Brandeis an der Adler. 
von Podvinec bei Jungbunzlau. a 2mal vergróssert, b Fragment der Schale 


stark vergróssert. 


Lima pseudocardium Reuss (W. Sch. pace. 133, Fig. 119). 

Steinkerne, welche dieser Art nahe stehen, besitzen wir aus vielen 
Localitáten, aber die Bestimmung bleibt unsicher, so lange man die Ober- 
fláche der Schale nicht vereleichen kann. In vielen Fállen erwiesen sich 
áhnliche Steinkerne bei genauer Untersuchung des Negativs als zu der 
L. iserica gehórig. 

Lima iserica Fr. n. sp. — Fig. 84 a, b. 

Diese neue Art, welche fiir die Trigoniaschichten sehr bezeichnend ist, 
áhnelt in Beziehung auf den Steinkern sehr der L. pseudocardium, hat 

8 


114 


Lima 


Lima 


aber statt 40—50 bloss 20 Rippen, welche scharfkantig nicht abgerundet 
sind. Die Verzierung der Rippen besteht in drei Lángsreihen von deut- © 
lichen Knoten, von denen die eine die Kante, die beiden anderen die 
Flanken einnehmen, wáhrend der Mitte des Zwischenraumes entlang auch 
eine solche Knotenreihe verláuít. Eben durch die letztere unterscheidet 
sich unsere Art von der L. cenomanensis d'Orb., welcher sie úbrigens sehr 
nahe steht. Die franzósische Art ist viel rundlicher, breiter und besitzt an 
40 Rippen. 

aspera Mant. (W. Sch. pag. 132, Fig. 118). 

Selten in den Trigoniaschichten von Chotzen und Dolánek bei Turnau. 
ovata Rómer bei D'Orb. (D'Orb. Pal. Fr. Terr. cret. pag. 553, Pl. 421, 
Fig. 16—20). — Fig. 85. 

Bei der Bestimmung unserer Exemplare, welche aus den Trigonia- 
schichten von Dolánek, Choroušek und Bóhm.-Trůbau stammen, schwankt 
man zwischen L. intermedia d'Orb. (Pl. 421, Fig. 1—5) und zwischen der 
Art, welche D'Orbygní als L. ovata Roemer anfůhrt (P. 421, Fig. 16, 11). 
In Beziehung auf Form und Verzierung halten unsere Exemplare ziemlich 
die Mitte zwischen beiden Arten. Eine Vergleichung mit der von Nilsson 
als Plagiostoma ovatum abgebildeten Form, auf welche Romer und D'Orbygni 
sich als auf Lima ovata beziehen, ist nicht recht měglich, weil dort die 
Sculptur der Schale nicht abgebildet ist. 

Unsere Exemplare zeigen etwa 30 feine geknotete Rippen und die 
Verzierung der breiten Zwischenráume gleicht dem Abdruck einer groben 
Leinwand. 


Fig. 85. Lima ovata Rómer? von Bóhm.-Trůbau. a Nat. Grósse. b Schale vergróssert. 


Lima dichotoma Reuss. (Verst. d. bóohm. Kreidef. II. pag. 35, Taf. 38, Fig. 10). 


Fig. 86 a—d. 

Diese in die nahe Verwandtschaft mit Lima Hoperi gehórige Muschel 
wurde von Reuss wegen dem Dichotomiren der Rippen nach einem Exem- 
plare von Hundorf als eine neue Art ancefůhrt. Aehnliche Formen von 
sehr wandelbarer Vertheilung der Rippen finden sich háufig in den Tri- 
goniaschichten von Choroušek, Dolánek, bei Turnau in Chotzen, Bóhm.- 
Trůbau, Koldín, Desna und Cerekvic, stets mit Lima multicostata zusammen. 
Die vertieften punktirten radialen Linien verlaufen stellenweise, ohne zu 


115 


dichotomiren, bis zum Rande; dichotomirende treten einzeln oder in Gruppen 
auf. Bei grossen Exemplaren erreichen mehr als 80 Streifen den Schalenrand. 

Oft fehlt die radiale Streifung in der Mitte der Schale oder ist sogar 
bloss auf den vorderen und hinteren Rand beschránkt, was aber durchaus 
nicht von dem zunehmenden Alter abhánst, indem es bei kleinen Exem- 
plaren vorkommt, wáhrend grosse dicht gestreift sind. 


Fig. 86. Lima dichotoma Reuss. a Grosses Exemplar in nat. Grósse von Chotzen. 5 Fragment 
der Schale desselben Exemplars vergróssert. c Kleines Exemplar mit spárlicher Streifung in nat. 
Grósse von Chotzen. d Dasselbe von vorne. 


Lima Sowerbyi Geinitz (W. Sch. pag. 133, Fig. 120). — Fig. 87. 

Normale kleine Exemplare kommen in den Trigoniaschichten von Chotzen, 
Jungbunzlau, Bohm.-Trůbau, Koldín, Písnik ete. vor. Ein grosses, vielleicht 
zu dieser Art gehoóriges Exemplar fand ich in den glauconitischen Schichten 
am Friedhofe in Chotzen. Es zeigt eine dichte Streifung am vorderen und 
hinteren Rande und zwar stárker, als es bei den kleinen Exemplaren der 
Fall zu sein pflest. 

Pecten Nilssoni Goldf. (W. Sch. pac. 133, Fig. 124). — Fig. 88. 

Kommt in breiten echt typischen Exemplaren besonders schón in den 
Trigonia-Schichten von Bóhm.-Tribau vor. 

Sonst besitzen wir die Art aus den Uebergangsschichten von Třeboutic 
und Jiřic, sowie aus den Trigonia-Schichten von Jungbunzlau, Koldín 
und Písnik. 


 Pecten laevis Nilsson. (W. Sch. pag. 133, Fig. 125). 


Háufig in den Trigonia-Schichten von Choroušek, Košátek, Čejtic, 
Loučkov, Písnik, Lindenau, Chotzen, Bohm.-Trůbau etc. 
S* 


116 


Pecten curvatus (W. Sch. pag. 136, Fig. 127). 
Normale kleine Exemplare úberall háufig, wo die kalkigen Trigonia- | 
schichten aufgeschlossen sind. Auch in den Uebergangsschichten von Jiřic 

und im Zwischenpláner von Kovánec und Řepín. 


Pecten Dujardinii Romer. (W. Sch. pag. 136, Fig. 129). 
Kommt in den Uebergangsschichten von Jiřice und Třeboutic, in den 
Trigoniaschichten von Choroušek, Košatek, Čejtic, Brandeis a. d. Adler und 
Bóhm.-Trůbau, in den Bryozoenschichten von Živonín etc. úberall sparsam vor. 


Fig. 88. Pecten Nilssoni 

Gein. aus den Trigonia- 

schichten von Bóhm.-Trů- 
bau. Nat. Grósse. 


Fig. 87. Lima Sowerbyi Gein. Grosse Varietát aus den 
glauconitischen Trigoniaschichten in Chotzen. Nat. Gr. 


Pecten serratus Nilss. (Reuss II. pag. 30, Taf. 39, Fig. 19). 

Kleine, 33 mm. lange Exemplare haben prachtvolle Negative in den 
verwitterten Trigoniaschichten von Brandeis a. d. Adler hinterlassen, ich 
olaube aber, dass úberhaupt diese Art bloss den Jugendzustand des P. acu- 
minatus darstelit. 


Pecten acuminatus Geinitz (Reuss Verst. II. pag. 29, Taf. 39, Fig. 20, 21). — 
Big. 89 a—d. 
Bis 80 mm. lange Exemplare von Desna zeigen die Form und die 
Grósse des P. acuminatus, aber die wohlerhaltene rechte Schale weist 
schuppige Verzierungen wie bei P. asper auf (c). Ein kleineres Exemplar 
von Loučkov zeigt, dass die linke Schale flach, die rechte gewólbt ist. 
Minder gute Exemplare besitzen wir von Zvířetic, Dolánek, Chotzen, Koldín, 
Boóohm.-Trůbau etc. 


Vola guinguecostata Stol. (W. Sch. pag. 137). — 4g. 90 a, b. 
Háufig in allen Lagen der Iserschichten. In den Uebergangsschichten 
von Třeboutic, begleitet meist die Rhynchonella plicatilis, wo diese Bánke 
im Auader bildet. Háufig in den Trigonia- sowie in den Bryozoenschichten. 
Spondylus hystrix Goldf.? — Fig. 91. 
Im den an Echinodermen reichen Schichten bei Chotzen kommen Stein- 
kerne vor, welche deutlich erkennen lassen, dass die Rippen nicht gleich 


117 


waren, sondern dass 5—6 viel stárker waren als die anderen, wodurch die 
Verwandtschaft zu Sp. hystrix deutlich angedeutet ist. 

Diese Art erreichte hier eine bedeutende Grósse, denn die Steinkerne 
sind 7 cm. hoch. 


Fig. 89. Pecten acuminatus Gein. a Grosses Exemplar von Dolánek, %/, nat. Grósse. b Fragment 
der rechten Schale desselben Exemplars. c Ein Exemplar mit beiden Schalen von Loučkov, nat. 
Grósse. d Verzierung der linken flachen Schale. 


Fig. 90. Vola guinguecostata Stol. a Die gewolbte Schale, % die flache Schale, nat. Grósse, aus 


den Trigoniaschichten von Chotzen. 


Exogyra conica Sow. (W. Sch. pag. 139, Fig. 134). — F%g. 92 a, db, c. 


Diese Art wurde frůher von mir, wo sie Bánke bildend auftritt, als 
E. columba angefůhrt. Eine genaue Untersuchung vieler wohlerhaltener 


118 


Exemplare zeigte, dass alle eine kleinere oder gróssere Anwachsfláche be- 
sitzen und daher nicht zu der stets freien E. columba gezáhlt werden 
kónnen. Auch die mehr viereckige Gestalt und das stark entwickelte 
Schloss weisen auf die Identitát mit E. conica. 


In den Trigoniaschichten bildet diese Exogyra Bánke meist in der 
Lage 5f des Profiles von Choroušek (Seite 30), doch scheint ihr massen- 
haftes Auftreten in den Trigoniaschichten nicht an diese Regel gebunden 
zu Sein. 


Auch im Adlergebiet kommt sie sůdlich von Chotzen háufie und in 
grossen Exemplaren vor. Einzeln bei Desna, Bóhm.-Trůbau ete. Aus den 
Bryozoenschichten besitzen wir kleine Exemplare von Zivonín. 


Fig. 91. Spondylus hystrix Goldf. Steinkern aus den Trigoniaschichten von Chotzen. 
Nat. Grósse. 


Exogyra lateralis Reuss. (W. Sch. pag. 140, Fig. 136). 
Kommt vereinzelnt in den T'rigoniaschichten von Choroušek, Jung- 
bunzlau, Dolánek, Libuň, Chotzen, Brandeis a. d. Adler und Bóhm.-Trůbau 
vor; in den Bryozoenschichten von Živonín etc. 


d c | a 


Fig. 92. Exogyra conica Sow. Aus den Trigoniaschichten von Choroušek. a Von oben, % von 
unten, c das Schloss eines grossen Exemplars. Nat. Grósse. 


119 


, Exogyra (Ostrea) laciniata d'Orb. (D'Orb. III. pag. 159, Taf. 486, Fig. 1—3). 


Fig. 95 a, b, c. | 

Diese fiir die Iserschichten sehr bezeichnende Art kommt in etwas klei- 
neren Exemplaren vor, als das von D'Orbygni abgebildete ist, doch lásst 
die Gesammtform, die wellige Verzierung sowie die der Ex. haliotidea áhn- 
liche Deckelschale keinen Zweifel darůber, dass unsere Art mit der fran- 
zósischen identisch ist. Die ŠSteinkerne sind nach der bedeutenden Hóhe 
kenntlich. Diese Art ist in den Trigoniaschichten von Choroušek, Čejtic, 
Blatec, Libuň, Knížnic, Písnik, Chotzen, Brandeis a. d. Adler und Bóhm.- 
Trůbau háufig. In den Bryozoenschichten von Živonín kommt sie auch vor. 
In Frankreich kommt die Art selten im unteren Senon von Saintes (Cha- 
rante-Inferieure) vor. Im Deutschland auch in áhnlichem Niveau bei Achen, 
Caesfeld, Auedlinburg etc. 


Fig. 93. Exogyra laciniata d'Orb. aus den Trigonia-Schichten von Choroušek. a Unterschale von 


oben, d dieselbe von unten, c Oberschale eines anderen Exemplares. Nat. Grósse. 


Exogyra (Ostrea) Matheroniana dOrb. (Pal. Franc. Terr. Čret. III. pag. 737, 


Pl. 485, Fig. 6, 1, 8). — Fig. 94 a, b, c. 

Ausser der E. laciniata ist diese Art eine der bezeichnendsten fůr die 
Trigoniaschichten. Sie ist an der tiefen Furche kenntlich, welche sich unter- 
halb des Kieles der Unterschale hinzieht und auch am Šteinkern deutlich 
wahrzunehmen ist. 

Ausserdem ist der feingekerbte Manteleindruck (c) auch ein Kennzeichen, 
nach dem man selbst Fragmente der Schale erkennen kann. 

Unsere Exemplare stimmen mit der kleineren unverzierten Form úber- 
ein, welche D'Orbygni in Fig. 6, 7, 8 darstellt und welche er in Saintes 
gesammelt hat. In Frankreich ist diese Art fiůir das Senon des Sůdens und 
Westens bezeichnend. 

Bei uns kommt sie ziemlich háufig in den Trigoniaschichten von Cho- 
roušek, Jungbunzlau, Ohraženic, Rohosec, am Fusse des Bósig, in Knížnic, 
Chotzen, Koldín und Desna, in den Bryozoenschichten von Živonín ete. vor. 
Bei Libichov unweit Jungbunzlau, sowie am Fusse des Bósig und Roll ist 
sie untermischt zwischen die kleine massenhaft auftretende Varietát der 
O. hippopodium. 


120 


Ostrea diluviana Linné (Reuss II. pag. 38, Taf. 30, Fig. 16, 17. — Geinitz 
Elbthalgeb. pag. 176, Taf. 39, Fig. 1—3). — Big. 95 a, b, c. 

Da O. diluviana bei uns in Bohmen als ein Leitpetrefact fůr die ceno- 

manen Korycaner Schichten betrachtet wurde, so waren wir frůher geneist, 


Fig. 94. Exogyra (Ostrea) Matheroniana dOrb. a Unterschale von Choroušek, nat. Grósse. b Des- 
gleichen. c Fragment der Unterschale von innen mit dem gekerbten Manteleindruck. 


Fig. 95. Ostrea diluviana Linné, aus den Trigoniaschichten in der Náhe von Můnchengrátz. 
2 Nat. Grósse. a Oberschale von oben, d ein ganzes Exemplar von vorne, c Unterschale 
von innen. 


i 


121 


die áhnlichen in den aus den Trigoniaschichten stammenden Exemplaren die 
Ostrea santonensis d'Orb., welche aus den Senonen-Schichten Frankreichs 
als eigene Art angefihrt wurde, wiederzuerkennen. Zahlreiche schón erhal- 
tene Exemplare, welche wir aus der Gegend von Můnchenerátz erhielten, 
zeigten aber nicht den fůr O. santonensis als bezeichnend angefůhrten 
schmalen Schlossrand. Da úberdiess die Abtrennung der Arten (die mehr 
nach der Verschiedenheit des Alters der Fundorte aufgestellt wurden) keine 
Anerkennung findet und von Geinitz auch O. santonensis wieder zu O. dilu- 
viana gezogen wird, so můssen wir uns auch der Thatsache fůgen, dass 
diese cenomane Art plótzlich wieder in den viel jiingeren Iserschichten 
auftritt, 

Fragmente besitzen wir auch aus den Trigoniaschichten von Choroušek, 
Jungbunzlau und Chotzen. Die Exemplare von Můnchengrátz lagen in einer 
Masse, die aus lauter Coprolithen von Seeigeln besteht. 


Ostrea frons. Park. (Geinitz Elbthalgeb. II. pa«. 30, Taf. 8, Fig. 12). — Fig. 96 a, b. 


Sehr verschieden geformte kleine Austern aus der Verwandtschaft der 
O. carinata kommen bei uns sowohl in den Trigonia- als auch in den Bryozoen- 


b a 
Fig. 96. Ostrea frons Park. aus den Bryo- Fig. 97. Ostrea semiplana var. Kurze Va- 
zoenschichten v. Živonín. 2mal vergróssert. rietát aus den unteren Trigonia-Schichten 
a Oberschale von oben, » dieselbe von innen. bei Schirmdorf. Nat. Grósse. 


schichten vor. Man fihrt solche Formen meist unter dem Namen 0. frons 
an, welche nach Geinitz auch durch Uebergánge mit O. carinata verbunden 
sein soll. Manche Exemplare áhneln auch Jugendzustánden von O. semiplana. 
Wir besitzen Exemplare von Choroušek, Čejtic, Jungbunzlau, Písnik, Knížnic, 
Chotzen, Bóohm.-Trůbau, Brandeis a. d. Adler etc.; aus den Bryozoenschichten 
von Živonín etc. | 


Ostrea semiplana Sow. (W. Sch. pag. 141, Fig. 138). — Fig. 97 var. 


Normale Exemplare kommen an vielen Orten in den Trigoniaschichten 
vor. Oft zeigt sich, dass sie gruppenweise an den Stángeln irgend eines 
Spongiten oder Fucoiden angewachsen waren (Chotzen). 

Eine fast gleich breite als lange Varietát (Fig. 97) kommt ziemlich 
constant in den tieferen Lagen der Trigoniaschichten vor und scheint einen 
gewissen Horizont anzudeuten. 


122 


Ostrea Hippopodium Nilss. (W. Sch. pag. 140, Fig. 137). — Fig. 98. 

Eine kleine Varietát kommt stellenweise in grosser Menge als kleine 
Austernbank vor, z. B. am Fusse des Bósigberges und bei Libichov (unweit 
Jungbunzlau) und zwar in dem Gestein, wo auch Serpula socialis so háufig 
ist. Gróssere gewoóhnliche Exemplare, sowie die vesicularis-Form kommen 
in den Trigoniaschichten in Choroušek, Dolánek, Knížnic, Písnik, Chotzen, 
Koldín, Brandeis a. d. Adler und Bóhm.-Trůbau vor. 


Fig. 98. Ostrea Hippopodium Nilss. 


Fig. 99. Anomia? sp. aus 
dem Sandstein v. Auscha. 
2mal vergróssert. 


Anomia subtrunecata d'Orb. (W. Sch. pag. 141, Fig. 139). 
Ziemlich háufig in den Trigonia- und Bryozoenschichten fast an allen 
grůndlicher untersuchten Localitáten. 
Anomia semiglobosa Gein. (W. Sch. pag. 142, Fig. 141). 
Einzeln in den Trigoniaschichten von Chotzen und Bóhm.-Trůbau. 
Anomia subradiata Reuss (W. Sch. pag. 143, Fig. 143). 

Sehr schóne grosse Exemplare, welche bei einer monographischen Be- 
arbeitung eine besondere Beachtung verdienen werden, lieferten die Trigonia- 
schichten von Chotzen und die Sammlung des Herrn Apothekers Hlaváč 
enthált eine Prachtgruppe an einer Limaschale aufeewachsen. Einzeln kommt 
die Art in Choroušek, Čejtic, Desna und Bóhm.-Trůbau vor. 

Anomia? sp. — Fig. 99. 

Eine flach gewólbte radial gerippte Anomia, von der man schwer ent- 
scheiden kann, ob die Form nicht von der Muschel abhángig ist, auf welcher 
die Art befestigt war, fand sich im Ouadersand bei Auscha und ein anderes 
Exemplar, wahbrscheinlich die Unterschale, in Brandeis a. d. Adler. 

Etwas Aehnliches fůhrt Stolička als Anomia variata aus der Arioloor- 
Gruppe an. 

Anomia imitans Fr. (W. Sch. pag. 142, Fig. 140). 


Einige Exemplare kamen in den tieferen Lagen der Trigoniaschichten 
bei Chotzen vor. 


Brachiopoda. 


Magas Geinitzii Schl. (W. Sch. pag. 145, Fig. 148). 
Kommt einzeln an wenigen Localitáten der Trigoniaschichten in Cho- 
roušek, Košátek, Chotzen und Bóhm.-Trůbau vor. Etwas háufiger in einer 


1253 


Schichte des Čejticer Profils (Seite 41, Flg. 23). In den Bryozoenschichten 
von Zivonín, Vtelno ete. auch nur sehr sparsam. 


Rhynchonella plicatilis Sow. (W. Sch. pag. 144, Fig. 140). 
Bildet eine máchtige Bank zuerst in den Byšicer Uebergangsschichten 

an der Basis des ersten Kokořiner Guaders, z. B. bei Zimoř (Seite 9). 
Stellenweise kommen auch an Rhynchonellen reiche Schichten auch hóher 
im Zwischenpláner, sowie in den hóheren Lagen der Trigoniaschichten 
(Choroušker Profil pag. 30, Fig. 17, Lage 6, 8) vor. Die Exemplare aus 
den Byšicer Schichten sind die gróssten, nach oben hin werden sie immer 
schwáchlicher. 

© Rhynchonella Cuvieri Schl. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 27, Taf. 7, Fig. 12, 13). 

| Big. 100. 

Kleine Exemplare dieser Art kommen als Seltenheit in den Bryozoen- 
schichten von Vtelno in Gesellschaft mit R. Mantelliana vor, ganz áhnlich 
wie in den Teplitzer Schichten bei Koštic. Dadurch, dass diese von Geinitz 
bloss als Varietát der R. plicatilis betrachteten Formen bei uns in Boóhmen 
| einen gewissen Horizont bezeichnen, verdienen sie eine besondere Beachtung. 


Fig. 100. Rhynchonella Cuvieri Schl. Fig. 101. Rhynchonella Mantelliana 
aus den Bryozoenschichten v. Vtelno, aus den Bryozoenschichten v. Vtelno, 
4mal vergróssert. | vergróssert. 


Rhynchonella Mantelliana Gein. (Reuss Verst. II. pag. 48, Taf. 25, Fig. 21, 22, 
Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 27, Taf. 7, Fig. 11). — big. 101. 
Sehr selten mit der vorigen Art in den Bryozoenschichten von Vtelno. 
Terebratula sp. Ein Bruchstůck einer grossen Terebratula aus der Verwandt- 
schaft der T. nerviensis d'Arch. wurde in den Trigoniaschichten von Do- 
lánek (Seite 46, Fig. 25, 2) gefunden. 


124 


Bryozoa. 


Bezůglich der Bryozoen verweise ich auf das Náhere an die Arbeit des 
Dr. Ot. Novák: „Beitráge zur Kenntniss der Bryozoen der bóhm. Kreideforma- 
tion.“ Denkschriften der k. Akademie der Wissenschaften. Wien 1877. (Auch als 
Separatabdruck zu haben.) 

Die Abbildungen, die ich hier beniitzte, sind dem Werke des Hrn. Dr. Novák 
entnommen. 

Ausser den hier angefiihrten Arten entdeckte Herr Pražák seit der Publica- 
tion des Hrn. Dr. Novák noch eine Reihe von Bryozoenarten, welche erst griůndlich 
untersucht werden můissen. 


Hippothoa labiata Nov. (Taf. III. Fig. 1—5, page. 10). — Fig. 102. 
Kommt in den Trigoniaschichten von Choroušek in den Lagen 2, 3 und 5 
und schon im Zwischenpláner vor. 
Biflustra Pražáki Nov. (Novák Beitráge pag. 18, Taf. III. Fig. 20—25). — Big. 105. 
Eine der háufigsten Arten sowohl in den Trigonia- als auch in den 
Bryozoenschichten. Aus den ersteren besitzen wir sie von Choroušek, Čejtic, 
Jungbunzlau, Chotzen, Brandeis a. d. Adler etc., aus den letzteren von 
Živonín, Vtelno, Gross-Újezd etc. 


Fig. 102. Hippothoa labiata Nov. A in nat. Fiw, 103. Biflustra Pražáki Nov. von Cho- 


Grósse. B Vergróssert von oben. C Seit- roušek. „A Nat. Grósse. B Vergróssert. 
liche Ansicht einer vergrósserten Zelle. C Auerschnitt. D Eine Zelle stark ver- 
gróssert. 


Diastopora acupunectata Nov. (Taf. VI. Fig. 1—14, pag. 23). — Fig. 104. 
Kommt schon in den Korycaner Schichten von Kamaik vor. In den 
Trigoniaschichten von Choroušek (1) und in den Bryozoenschichten von 
Gross-Újezd, Živonín etc. 
Proboscina Bohemica Nov. (Novák Beitráge pase. 25, Taf. V. Fig. 24, 25). — 
Fig. 105. 
Kam auf einer Austernschale in den Bryozoen-Schichten von Gross- 
Újezd vor. 
Proboscina Suessi Nov. (Novák Beitráge pag. 27, Taf. V. Fig. 14—19). 
Tritt schon in Kamaik auf und kam nun auch in den Bryozoenschichten 
von Gross-Újezd vor. 


125 


Entalophora Geinitzii Reuss. (Nov. Beitráse pag. 31, Taf. VII. Fig. 1—10). — 
Fig. 106. 
Háufig in den puaRěnšáhotiohné von Choroušek und in den Bryozoen- 
| schichten von Vtelno und Gross- -Újezd. 


- Fig. 104. Diastopora acupunctata Nov. a Nat. Grósse, b eine Gruppe Zellen vergróssert, c drei 
Zellen stark vergróssert. 


Fig. 105. Proboscina Bohemica Nov. aus den Bryozoenschichten von Gross-Újezd. a in nat. Gr. 
b Vergróssert. 


Fig. 106. Entalophora Geinitzii Reuss. a Aus den Bryozoenschichten von Vtelno, in nat. Grósse. 
b Vergróssert. 


Entalophora raripora d'Orb. (Nov. Beitráge pag. 32, Taf. VIII. Fig. 1—5, Taf. X. 
Fig. 1—2). — Fig. 107. 
Gehórt zu den Arten, welche bisher bloss in den Bryozoenschichten bei 
uns vorkamen. 


1206 


Spiropora verticillata Goldf. sp. (Nov. Beitráge pag. 34, Taf. VIII Fig. 7—12). 
Fig. 108. 
Diese Art fand schon Prof. Reuss in den cenomanen Schichten von Weiss- 
kirchlitz und den Schillingen bei Bilín. Wir besitzen sie bloss aus den Bryo- 
zoenschichten von Hlavno, Gross-Újezd, Živonín und Vtelno. 


Fig. 107. Entalophora raripora d'Orb. aus den Bryozoenschichten von Gross-Újezd. 


Fig. 108. Spiropora verticillata Fig. 109. Truncatula tenuis Nov. aus den Bryozoen- 
Goldf. Aus den Bryozoen-Sch. Schichten von Gross-Ujezd. 
von Gross-Ujezd. 


Fig. 110. Heteropora magnifica Nov. Fig. 111. Petalophora seriata Nov. von 
aus den Trigoniaschichten von Bran- Choroušek. a Nat. Grósse, b vergróssert. 
deis a. d. Adler. 


i 


! 


121 


Truncatula tenuis Nov. (Nov. Beitráge pag. 37, Taf. X. Fig. 9—14). — Hig. 109. 
Kommt schon in den tiefsten Lagen der Trigoniaschichten (1) vor und 
dann in den Bryozoenschichten von Hlavno, Živonín und Vtelno. 
Heteropora magnifica Nov. (pag. 39, Taf. IX. Fig. 1, 2). — Fig. 110. 
Bildet in den tiefen Lagen der Trigoniaschichten bei Dolánek (Profil 
Fig. 29) faustgrosse Knollen und kommt auch sonst in grossen Exemplaren 
in Brandeis a. d. Adler und in Rovensko vor. 
Petalophora seriata Nov. (Novák Beitráge pag. 41, Taf. IX. Fig. 21—28, Taf. X. 
Fig. 3—4). — Fig. 111. 
Sehr verbreitet in den Iserschichten sowohl in den Trigonia-Schichten 
(1, 5, 7) als auch in den Bryozoen-Schichten von Hlavno, Živonín, Gross- 
Újezd, sowie in Lindenau béi Bohm.-Leipa. 
Osculipora plebeia Nov. (pag. 36, Taf. X. Fig. 16—34). 
Wurde unlángst von Herrn J. Pražák auch in den Bryozoen-Schichten 
von Živonín entdeckt. 


Crustacea. 


Ich besitze drei Krabbenschilder aus den Trigoniaschichten von Jungbunzlau, 
Bóhm.-Trůbau und Landskron (von H. Em. Erxleben), welche bereits auf einer 
Tafel des von mir vorbereiteten Werkes úber Crustaceen der bóhm. Kreideforma- 
tion abgebildet sind, die ich aber jetzt noch nicht mit Namen zu bezeichnen im 
Stande bin. 


Callianassa antigua Otto (Geinitz Auadersandsteingeb. Taf. II. Fig. 2—5. — 
Fr. úber die Callianassen der boóhm. Kreideform. Abhandl. der k. b. Gesell- 
schaft der Wissensch. Band XV. 1867 pag. 7, Taf. II. Fig. 1—06). — Fig. 112. 
Diese Crustacee, welche uns stellenweise Massen von Šcheeren in den 
Ablagerungen der Iserschichten hinterlassen hat, wurde bisher in der Gegend 
von Choroušek nicht nachgewiesen und es ist daher noch ungewiss, in welcher 

Lage des Profiles sie hauptsáchlich auftritt. 


Fig. 112. Callianassa antigua Otto. Ein fast ganzes Exemplar aus den Trigoniaschichten von 
Bóhm.-Trůban. Nat. Grósse. 


128 


Man trifft sie zuerst in einem Šteinbruche sůdlich von Kuttenthal und 
dann úberall im Iserthale von Zámost bis Turnau. Bei Dolánek (Profil 
Fig. 25) úberzeugte ich mich, dass ihr háufigstes Auftreten in den hoheren 
Lagen der Trigoniaschichten unterhalb der Exogyrenbank zu suchen ist, also 
etwa Nro. 5 des Choroušker Profils. Bei Chotzen liegen im Báč's Steinbruch 
die Callianassen meist unterhalb der an Lima multicostata und Hemiaster 
plebeius reichen Schichten, in Leitomischel, oberhalb der Exogyrenbank. 
Ganze Exemplare fand ich bloss bei Bóohm.-Trůbau gegen Abtsdorf hin. 

Ausser den schon genannten Localitáten fand ich diese Art bei Čejtic, 
Jungbunzlau, Bakov, Sichrov, Ohraženic, Rohosec, Koldín, Brandeis an der 
Adler, Písnik bei Bohm.-Leipa, Lindenau etc. 


Vermes. 


Serpula socialis Goldf. (S. filiformis Sow.) (Reuss Verst. I. pag. 20, Taf. 5, Fig. 206, 


Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 200, Taf. 37, Fig. 2). — Big. 115. 

Diese sehr verbreitete Art tritt in den Trigoniaschichten schon in der 
1. und 2. Lage bei Choroušek auf, erscheint aber in Menge erst in den 
jingeren Lagen; so z. B. bei Zámost oberhalb des Podvinecer Bausteins 
Profil Fig. 22) bei Chotzen in den hochsten Partien des Báč's Steinbruches, 
dann bei Bóhm.-Trůbau und Desna. 


Fig. 113. Serpula socialis Goldf. aus den Trigoniaschichten von Jungbunzlau. Nat. Grósse. 


Serpula ampulacea Sow. (Reuss I. pag. 20, Taf. 5, Fig. 22, Taf. 24, Fig. 6, 7. 


Geinitz Elbthalgeb. I. pag. 284, Taf. 63, Fig. 10—12. II. Taf. 37, Fig. 6—9). 
Fig. 114. 

Kommt einzeln in Choroušek, Jungbunzlau, Chotzen und Bóhm.-Trůbau 
vor. Die áusserste Schale bleibt meist am Gestein hángen, so dass man 
bloss die tiefere Schichte oder den Steinkern herausbekommt. 


Serpula macropus Sow. (S. triangularis Goldf. Pl. 70, Fig. 4. Geinitz Elb- 


thalgeb. II. pag. 201, Taf. 37, Fig. 10—12). — Fig. 115. 
Diese am Durchschnitt dreieckige Art findet sich meist an der Innenfláche 
der Schale grosser Ammoniten, Nautilen, Inoceramen u. s. w. angewachsen, 


= 27 S 


129 


so dass die Steinkerne derselben die breite Basis der Serpularohre an ihrer 
A Oberfláche zeigen. Exemplare mit Schale sind selten in Choroušek, Dalovic, 
| Chotzen und Písnik. 


bad 
| 
| = 
a b 
Fig. 114. Serpula ampulacea Sow. von Fig. 115. Serpula macropus Sow. aus den Tri- 
Choroušek. a Nat. Grósse, b Fragment goniaschichten von Choroušek. a Nat. Grósse, 
d. Schale vergróssert, die Mittelschichte b ein Fragment der Schale vergróssert. 
zeigend. 


Serpula gordialis Schlott. (Goldfuss T. 71, Fig. 4, Reuss I. pag, 19, Taf. 22, 
Fig. 11, Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 200, Taf. 37, Fig. 3, 4). 
Selten in Choroušek und Brandeis a. d. Adler. 


Echinodermata. 


Die hier angefůhrten Arten wurden von Dr. O. Novák bestimmt und nach 
'Tafeln, welche derselbe fůr ein grosses Werk úber die Echinodermen der bóhm. 
Kreideformation angefertigt hat, gezeichnet. Einen vorláufigen Bericht veróoffent- 
lichte Dr. Novák úber die Echinodermen der Iserschichten in den Sitzungsberichten 
der k. bóhm. Gesellschaft der Wissenschaften 10. November 1882. Das Material 
verdanken wir grósstentheils dem Herrn Landtagsabgeordneten J. Pražák. 


Antedon sp. Sowohl Stielglieder als auch die als Glenotremites bekannte Basis 
des Kelches wurden, obzwar sehr selten, in den Trigonia- und Bryozoen- 
schichten der Umgebung von Choroušek gefunden. 

Cidaris ef. Vendocinensis Ag. — Fig. 116. 

Ein ganzes wohlerhaltenes Exemplar wurde vor Jahren in den tieferen 
mergligen Lagen der Iserschichten in Sedlovic bei Sichrov gefunden. 


Fig. 116. Cidaris cf. Vendocinensis Ag. von Sedlovic bei Sichrov. Eine Tafel in nat. Grósse. 


(Cidaris subvesiculosa d'Orb. Stacheln fanden sich bei Choroušek und Chotzen. 
Cyphosoma radiatum Sorig. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 8, Taf, 2, Fig. 7—10). 
Ganze Exemplare in den Trigonia-Schichten von Choroušek und den 


Bryozoenschichten von Zivonín etc. 
9 


130 


Cyphosoma sp. Eine áhnliche, aber in der Form der Porenreihen abweichende 
Art. Kommt mit der vorigen, ausserdem auch bei Bóhm.-Trůbau vor. 


Glyphocyphus sp. Kleine Exemplare dieser Gattung fand Herr Pražák bei Cho- 
rušic, Živonín, Vtelno und Gross-Újezd. 


Fig. 117. Holectypus Turonensis Desor. aus den Bryozoenschichten von Živonín. Nat. Grósse. 
a Von oben, b von unten. 


Holectypus Turonensis Desor. — Fig. 117. 
Mehrere Exemplare liegen aus den Bryozoenschichten von Živonín vor. 
Cardiaster ananchytis d'Orb. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 10, Taf. 3, Fig. 4, 
Taf. 4, Fig. 7). — Fig. 118. 
Einzeln in den Trigoniaschichten von Husovodol bei Choroušek, in 
Chotzen und Bóhm.-Trůbau, sowie in den Bryozoenschichten von Vtelno. 
Holaster elongatus Nov. Eine neue Art aus den Bryozoenschichten von Vtelno. 


a b 


Fig. 118. Gardiaster ananchytis d'Orb. aus den Trigoniaschichten von Chotzen. Nat. Grósse. 
a Von oben, b von vorne. 


Micraster Michelini Ag. — F%g. 119. 

Eine fůr die Iserschichten sehr bezeichnende Art. Findet sich sowohl 
in den Trigoniaschichten von Choroušek, Čejtic, bei Jungbunzlau und in 
Knížnic. Massenhaft mit Hemiaster plebeius bei Chotzen, aber stets ohne 
Schale. Auch in den Bryozoenschichten von Živonín und Vtelno. 

Hemiaster plebeius Nov. — Fig. 120. 

Eine sehr verbreitete und háutige Art; kommt mit der vorigen Art an 
denselben Localitáten vor. Wáhrend des Schotterschlagens kann man bei 
Chotzen Hunderte von Šteinkernen von den Arbeitern erhalten. 


131 


"Catopygus Pražáki Nov. Eine neue Art aus den Bryozoenschichten von Vtelno. 
Catopygus Albensis Gein. (Geinitz Elbthalgeb. II. pas. 9, Taf. 3, Fig. 1). — 
Pig. 121. 
In den Trigoniaschichten von Choroušek, Záměkt Bohm.-Trůbau und 
Desna; in den Bryozoen-Schichten von Vtelno und Živonín. Diese Art 
kommt bei uns bereits in den Korycaner und Malnitzer Schichten vor. 


Fig. 120. Hemiaster plebeius 


Fig. 119. Micraster Michelini Ag. Steinkern aus den Tri- Nov. Steinkern aus den Tri- 
der Seite. Nat. Grósse. 


: goniaschichten von Chotzen. Nat. Gr. a Von oben, von goniaschichten von Chotzen. 
| 


Catopysus fastigatus Nov. — Fig. 122. 
Eine neue Art, welche schon in den Malnitzer Schichten auftritt, 
im Zwischenpláner sich wiederholt, dann in den Trigoniaschichten von Cho- 
roušek und Husovodol, in den Bryozoenschichten von Živonín und Vtelno 
vorkommt. 


Fig. 121. Catopygus Albensis Gein. von Choroušek. a Von oben bd von der Seite. Nat. Gr. 


: a 
| Fig. 122. Gatopygus fastigatus Nov. von Choroušek. Nat. Grósse. a Von oben, d von der Seite. 


Nuecleolites bohemicus Nov. — F%g. 125. 

Diese Art, welche wir frůher bei Hiůchtiger Betrachtung fůr den Cassi- 
dulus lapis cancri hielten, verleitete uns seinerzeit die Iserschichten mit 
dem Exogyrensandstein von Malnitz parallelisiren zu wollen. Sie kommt in 

9* 


den Trigoniaschichten von Choroušek und ziemlich háufig in den Bryozoen- 
schichten von Živonín, Vtelno, Kanina, Gross-Újezd und Sedlec vor. 
Caratomus Laubei Nov. — Hg. 124. 
Kommt schon in den Trigoniaschichten von Choroušek, hinnc in den 
Bryozoenschichten von Živonín, Gross-Újezd, Kanina, Sedlec und Vtelno vor. 


Fig. 124. Caratomus Laubei Nov. aus den 
Bryozoen-Schichten v. Vtelno. a Von unten, 


Fig. 123. Nucleolites bohemicus Nov. aus b von oben 2mal vergróssert. 
den Bryozoenschichten von Zivonín, 5mal 
vergroóssert. 


Stellaster (Asterias) tubereulifera Drescher. (Ueber die Kreidebildungen der 
Gegend von Lówenberg, Zeitschr. der deutsch. geol. Ges. Band XV. pag. 360, 
Taf. VIII. Fig. 5). — Big. 125. 
Ein fast ganzes Exemplar erhielten wir vom Herrn Ober-Ingenieur 
Swoboda, welcher es bei Bohm.-Trůbau gesammelt hat. Dem Gestein nach 
stammt das Exemplar aus den tieferen Trigoniaschichten aus einem Ein- 
schnitte zwischen Bóohm.-Trůbau und Wildenschwert. 


a 


Š 


Fig. 125. Stellaster (Asterias) tuberculifera Drescher. Von Bohm.-Trůbau. Nat. Grósse. 


133 


Coelenterata. 


Micrabatia coronula Goldf. sp. Einzeln in den Trigoniaschichten v. Choroušek, 


Chotzen und Lindenau. 


PPlocoseyphia labyrinthica Reuss. (Verst. der bóhm. Kreideform. II. pag. 11, 


Taf. 18, Fic. 10). — F%g. 126. 

Tritt háufig in den tieferen Lagen der Trigoniaschichten bei Chotzen 
auf, wo aber ihre Masse meist ©anz zerstórt ist und man nur nach der 
Hónlung in dem plánrigen Gestein auf die ehemalige Form des Schwammes 
schliessen kann. Bei Untersuchung des geschlemmten und mit Salzsáure 
práparirten Inhaltes dieser Hohlungen erhált man die fůr diese zu den 
Hexactinelliden gehórige Gattung charakteristischen Kieselgebilde. 


P 


Fig. 126. Plocoscyphia labyrinthica Reuss. a Hóhlung nach derselben, ?/, nat. Grósse. b Kiesel- 


gebilde aus der Hóhlung stark veroróssert. 


Hexactinellidae gen. indet. Zusammen mit der Plocoscyphia kommen auch 


walzenfórmige bis 10 cm. lange Spongien vor, welche stark durch Braun- 
eisenstein zerstort sind und nur schwache Spuren von Kieselgebilden 
lieferten, welche auf ihre Stellung bei den Hexactinelliden hinweisen. 

Andere unregelmássic walzenfórmige Spongien kommen háufig in den 
olauconitischen Trigoniaschichten beim Friedhofe in Chotzen vor, Wo sie 
alle horizontal liegen und bis 20 cm. Lánge erreichen. Herr Ph. Počta, 
welcher sich nun eingehend mit dem Studium dieser Schwámme bescháftigt, 
vermuthet, dass sie zur Gattung Isoraphinia gehóren. 


Ventriculites angustatus Róm. sp. (Scyphia angustata Róm., Reuss Verst. II. 


pas. 74, Taf. 17, Fig. 11). 
Háufig in den zur Ackerkrume verwitterten Bryozoenschichten bei 


Bezno (Jungbunzlau). 


134 


Ventriculites radiatus Mant. (Cribrospongia radiata, Geinitz Elbthalgeb. II. 


pag. 3, Taf. 1, Fig. 1, 8. — ŠScyphia radiata Reuss Verst. IL pag. 14,' 
Taf. 17, Fig. 14). 


In den glauconitischen Trigoniaschichten beim Friedhofe in Chotzen, 

sowie in den Dryozoenschichten von Nemeslovic und Bezno. 

Vioa Exogyrarum Fr. Die Schalen der Exogyren, welche von diesem Bohr- 
schwamm angegriffen sind, zeigen auf der Oberfláche runde Oeffnungen 

von 3—4 mm. Durchmesser in ziemlich regelmássicen Abstánden von ein- 
ander, so dass es das Aussehen hat, als wáren sie mit Schrott angeschossen. 


Fig. 127. Vioa catenata Fr. In einer Limaschale bohrend. Von Desna. Nat. Grosse. 
Vioa catenata Fr. — /%g. 127. 

In den Schalen der Lima canalifera bei Desna, Bohm.-Trůbau und Da- 
lovic fand ich netzfórmig verástelte Bohrschwámme, welche durch knoten- 
artige Anschwellungen ein kettenfórmiges Aussehen bekommen. Ob diese 
Bohrschwámme identisch sind mit Clyona Conybearei Bronn sp., von welcher 
Geinitz (Elbthalgeb. II. pag. 233, Taf. 36, Fig. 6, T) erwáhnt, dass sie auf 
Steinkernen von Lima vorkommt, můssen erst genaue Untersuchungen sicher- 
stellen. Der Gesammthabitus ist bei unseren Exemplaren ein ganz ver- 
schiedener. 


Fig. 128. Spongites saxonicus Gein. Aus den Trigoniaschichten von Jungbunzlau. Nat. Grósse. 


Vioa miliaris Fr. Neben der Vioa Exogyrarum kommen noch bei Choroušek 
Bohrschwámme vor, welche an der Oberfáche nur sehr feine dichtstehende, 
wie Nadelstiche aussehende Oeffnungen hinterliessen. 


Eine eingehende Untersuchung dieser beiden Bohrschwámme wird von 
H. Počta durchgefůhrt werden. 


135 


- Spongites saxonicus Gein. (Elbthalgeb. I. pag. 21, Taf. 1). — Fig. 128. 
| Kommt in allen Lagen der Iserschichten vor, aber unsere Exemplare 
sind nicht so gut erhalten, um zur definitiven Lósung der Frage, ob diess 
wirklich ein Schwamm sei, verwendet werden zu kónnen. 
An den birnfórmigen Anschwellungen gewahrt man oben eine hóckrige 
Oberfláche und an der unteren Fláche (Ohraženic) zieht sich der Lánge 
nach eine schmale rundliche Leiste, welche sich auch auf die sich dicho- 
tomisch geweihartig verzweigenden Aeste verfolgen lásst. 


Eoraminifera. 


Flabellina elliptica Nilss. (W. Sch. pag. 149, Fig. 152). 
Selten in den obersten Lagen der Trigoniaschichten von Choroušek, 
Čejtic, Ohraženic, Chotzen und Desna. 
Frondicullaria sp. Sehr selten in den Trigoniaschichten von Brandeis a. d. Adler. 
Cristellaria rotulata Lam. (W. Sch. pag. 149, Fig. 154). 
Einzeln in den hóchsten Lagen der Trigonia-Schichten von Chotzen. 
Ausser diesen drei grósseren Arten zeigen sich beim Schlámmen von 
meroligen Lagen zahlreiche kleine Foraminiferen-Arten, zu deren Bearbei- 
tung aber jetzt nicht geschritten werden konnte, da dieselbe nur im Zu- 
sammenhang mit allen Foraminiferen unserer Kreideablagerungen nutzbrin- 
gend werden kann. 


Plantae “*? 


Fucoides funiformis Fr. — /%g. 129. 

Unter diesem Namen fasse ich zweierlei sehr verschiedene Gebilde zu- 
sammen; erstens flache strickfórmige, sich verzweigende, oft wie ein Geweih 
aussehende Aeste und zweitens knollige bis fausterosse kegelfórmige, in der 
Mitte genabelte Hócker, von denen die langen Aeste entspringen. Ich hatte 
fůr diese Hócker, welche in dem Adlergebiete in den tieferen Trigonia- 
schichten sehr verbreitet sind, schon einen hůbschen Namen Fucotruncus 
umbonatus vorbereitet, als ich an mehreren Exemplaren, von denen ich in 
Fig. 129 f eins abbilde, mich úberzeuste, dass diess nur die Štamm- oder 
Wurzelhócker der strickfórmigen Aeste sind. 

Die Basis der Hócker, nach deren Abschlagen von dem Gestein, aus 
dem sie hervorragen, zeigt ein schwammiges Aussehen (Fig. 129e); es ge- 
lang aber nicht, irgend welche Kieselgebilde darin nachzuweisen. 

Spátere Untersuchungen werden erst dieses ráthselhafte Gebilde auf- 
kláren. 

Fucoides? columnaris Fr. — Fig. 190. 

So bezeichne ich vorderhand sáulenfórmice Kórper mit runzliger Ober- 
fláche, welche in den máchtigen Bánken der sandig-kalkigen Iserschichten 
senkrecht bis 1 Meter und mehr sich verfolgen, nicht dichotomiren und 
von ganz rundem oder nur schwach comprimirtem Auerdurchmesser sind. 


136 


Bei Betrachtung dieser eigenthůmlichen Erscheinung, wie man sie bei 
Alt-Benatek, Sušno, Zamost u. s. w. zu beobachten Gelegenheit hat, kam 
ich auf den Gedanken, dass diess Wurmróhren von irgend einer riesigen 
Arenicola selen. Der Umstand, dass die Basis dieser Sáulen aber etwas 
gekrůmmt und erweitert zu sein pflegt, spricht eher dafir, dass diess 
Planzenstángel sein důrften. 


Fig. 129. Fucoides funiformis Fr. « Ein sich verzweigender strickformiger Ast, '/, nat. Grósse. 

b Fragment desselben mit (Yuerrunzeln, nat. Grósse. c Auerschnitt, nat. Grósse. d Wurzelhócker 

mit Nabel von oben, nat. Grósse. e Schwammige Basis des Hóckers. f Ein genabelter Hócker, 

von dem ein strickfórmiger Ast entspringt, '/; nat. Gr. (Alles aus den tieferen Trigoniaschichten 
beim Friedhofe in Chotzen.) 


Fucoides cauliformis Fr. — Fťg. 191. 

Comprimirte hohle Stángel mit unregelmássigen Lángsfurchen áhneln 
aufallend den getrockneten Stángeln grosser Laminarien und ich bin hier 
fest úberzeugt, dass wir es hier mit einem Pflanzenreste zu thun haben. 
Diese Gebilde halten einen ganz genauen Horizont Nro. 5 des Choroušker 
Profils ein und sind in der Umgebung von Choroušek nicht selten. 

Fucoides? strangulatus Fr. (Hamites strangulatus dOrb., H. intermedius Gein.) 
Fig. 152. | 

Dieses ráthselhafte Ding wurde nach dem im Ouader der Chlomeker 

Schichten bei Neusorge vorgefundenen Exemplar als ein Hamites beschrieben. 


131 


Unsere Exemplare aus den Iserschichten lassen keine Spur von Lobenzeich- 
nung erkennen, dafůr aber einen lichtgriůinen erdigen Ueberzug, wie er ofters 


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JN in den Teplitzer Schichten an entschieden pflanzlichen Resten vorkommt. 
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i Fig. 130. Fucoides columnaris Fr. Fig. 131. Fucoides cauliformis Fr. a Fragment mit 
-Fragment in nat. Gr. von Chotzen. ausgefůllter Hóohlung von Choroušek, nát. Grósse. 
M b Guerschnitt. 
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Fig. 132. Fucoides? strangulatus Fr. « Aus den Trigoniaschichten von Leitomischel, > von Cho- 
roušek, c von Schellesn. Nat. Grósse. 


Auch die ganze Form des besten Exemplares aus der Gegend von Leito- 
mischel lásst eher einen gekerbten Fucoidenstángel als ein Cephalopoden- 
ceháuse vermuthen. Ich fand diese Versteinerung an der Basis des ersten 
Kokořiner Auaders bei Schellesn, Herr Pražák bei Choroušek, Prof. Bárta 
bei Leitomischel. 


Schlussbemerkunc. 


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Ueberblickt man die Fauna der Iserschichten und verseleicht dieselbe mit 
den zunáchst álteren Weissenberger und Malnitzer Schichten, so ist vor Allem 
die viel geringere Anzahl von Haifischen auffallend, deren Vorkommen zumeist 
nur auf sehr vereinzelnte Funde beschránkt ist. Auch die úbrigen Fischreste 
kommen nur selten an wenigen Localitáten vor. 

Von Cephalopoden ist bloss Ammonites peramplus allgemein verbreitet und 
das in kráftigen, oft riesigen Exemplaren, alle iúbrigen kommen nur einzeln vor. 

Unter den Gastropoden ist nur Turritella Fittoniana eine immer wieder- 
kehrende Erscheinung und Turbo Goupilianus war den Weissenberger und Mal- 
nitzer Schichten ganz fremd, obzwar ganz dhnliche Formen schon in den Kory- 
caner Schichten vorkommen. 

Die Pelecypoden sind sehr vorherrschend, Crassatella, Cyprina, zahlreiche 
Lima- und Exogyra-Arten treten in den Vordergrund. Auffallend ist das stellen- 
weise Vorkommen der cenomanen Ostrea diluviana, sowie das Fehlen der echten 
Exogyra columba, welche hier durch E. conica vertreten wird. 

Brachiopoden sind mit Ausnahme der Rh. plicatilis sehr selten, dafůr die 
Bryozoen in den jůngeren Schichten s